*Karmeliter-K.* 1157 Benedikt.-Nonnen-Klst., 1589 Karmeliter. Die K. 1694

ff. von _Leonhard Dientzenhofer_, ein mittelgrosser Barockbau der

nuechternen Art. Um den rom. Bau nicht gaenzlich zu zerstoeren, wurde der

Chor (mit verkehrter Orientierung) zwischen dessen Fassadentuerme

eingebaut; von diesen jetzt nur einer erhalten, dazu das sehr grosse, mit

Zickzackornament eingefasste Mittelportal aus E. 12. Jh.; es hatte vorher

schon ein got. Umbau stattgefunden. In den formlosen, kellerartigen Raeumen

unter dem jetzigen Chor rom. Reste. Das Niveau der rom. K. muss tiefer

gelegen haben. Interessant der grosse rom. _Kreuzgang_. Am OFluegel

Bogenfragmente des Kapitelsaales im Stil des 12. Jh. Der Kreuzgang selbst

ruhte auf Sll. und war flachgedeckt; schon ein got. Umbau hat ihn sehr

entstellt. [Ein Teil der Sll. jetzt im Muenchener Nat.-Mus.] Zur Geschichte

der Bamberger Lokalarchitektur bmkw. der sog. _Fremdenbau_ (links von der

jetzigen Fassade) beg. 1692. Umbau des Klst. 1690-1710.

*Katharinen-Kap*. s. Alte Hofhaltung.

*Liebfrauen*- oder *Obere Pfarr-K.* -- Der einzige bedeutendere got. Bau,

der in Bamberg zustande gekommen ist. Geldsammlungen 1320; wann wirklich

begonnen, unbekannt; Weihe 1387; die Formen sprechen fuer 2. H. 14. Jh.

Umbau des Lhs. 1782; die Nachricht, dass der damals vorgefundene Bau

flachgedeckt gewesen und auf Saeulen geruht habe, die nur verstaerkt zu

werden brauchten, wird von den Lokalhistorikern irrig auf rom. Stil

gedeutet; die Mauern des Lhs. sind, wie Sockel und Gesimse beweisen,

durchaus got., auch sind die Stuetzenabstaende des Innern nur bei einem got.

Bau moeglich; also war es eine flachgedeckte got. Basilika in der Art der

Bettelordenskirchen; durch moderne Rest. ist das Innere jedes Interesses

beraubt. -- Ein neuer Plan tritt mit dem Chor ein; gewoelbt; innerer Schluss

5/8, Umgang 9/16 mit Wechsel 4 eckiger und 3 eckiger Joche; zwischen den

Strebepfll. flache Kapellen. Aussen treten die Strebepfll. nur als

dekoratives Relief aus der Wand hervor; jedoch wachsen sie durch das Dach

durch und nehmen Strebebgg. auf. Das Aeussere ist mit reichem, aber wenig

edlem Schmuckwerk ueberdeckt; ueber den Kapp. Giebel, am Hochchor

Flaechendekoration durch Stabwerk, eine grosse Menge von Statuen war

vorgesehen (wie auch an den Wanddiensten des Innern), kam aber nicht zur

Ausfuehrung. Am noerdl. Ssch. die "Brauttuer" unter einem hohen

Baldachinvorbau. Der an der SWEcke stehende Turm gehoert der zweiten

Bauperiode an; auch nicht ganz vollendet; sein Partner nie begonnen. --

_Das Innere_ uebervoll von Altaeren und einzelnen Kunstwerken; ueberwiegend

18. Jh. und modern. Zerstreut einige Holzplastik aus E. 15. bis M. 16. Jh.

Darunter (jetzt hinten im Chor) 3 grosse _Holztafeln_, Reste eines Altars,

beglaubigtes Hauptwerk des _Veit Stoss_ bez. 1523, das Mittelstueck ca.

2,50 : 3,50, ganz gemaeldemaessig komponiert; aber technisch nicht Relief, da

die Vordergrundfiguren voellig rund ausgearbeitet, Christi Geburt, die

Musikinstrumente der Engel 1864 z. T. "hinwegrestauriert" und dadurch die

Bewegungsmotive unverstaendlich gemacht (vgl. die alte Abb. bei

Schellenberg). -- Gegenueber in einer Kap. _Sakramentsnische_ bez. 1492;

Wandkomposition; unten Grablegung; zu beiden Seiten Einzelstatuen in 2

Reihen uebereinander; die Kroenung 1864 verstuemmelt; die schlechte

Beleuchtung erschwert das Urteil, anscheinend kaum mittelmaessige Arbeit. --

_Taufstein_ mit eingelegten Holzreliefs. -- Als Beispiele fuer die

Lokalkunst des 18. Jh. waeren noch zu nennen: die _Hochaltarplastik_ von

_J. J. Vogel_ und am westl. Ende des noerdl. Ssch. _Gemaelde_, der verlorene

Sohn, von dem seiner Zeit Ruf geniessenden _Joh. Nik. Treu_. -- An der

_Brauttuer_, 2. H. 14. Jh., Statuen der klugen und toerichten Jungfrauen, im

Tympanon Vermaehlung Christi mit der Ecclesia. -- An der WFront roher

_Oelberg_ 1502. -- In der Schatzkammer bmkw. _Monstranz_ 1477.

*S. Martin.* 1685-93 als K. des Jesuitenkollegiums, Entwurf von _Georg

Dientzenhofer_, damals in Waldsassen (Bd. III) taetig. Anlage nach dem seit

S. Michael in Muenchen fuer kathol. Barockkirchen beliebtesten Schema.

Imposantes tonnengewoelbtes Hauptschiff mit zweigeschossig, in Kapellen und

Emporen, geteilten Abseiten; die Emporen liegen sehr hoch, naemlich auf der

Linie des Gewoelbekaempfers; das Qsch. schmal, so dass die Vierung kein

volles Quadrat bildet. Ueberwiegend Korb- u. Stichboegen. An der Flachkuppel

perspektivisch gemalte Scheinarchitektur in der Art des beruehmten Jesuiten

_Pozzo_, doch nicht von ihm selbst, wie irrig angenommen wurde, sondern

von einem sonst unbekannten _Fr. Marcolini_. Fassade in reicher, schwerer,

unruhiger Gliederung.

*S. Matern.* Kleiner flachgedeckter rom. Bau, fast ohne Formen.

*S. Michaelis-K.* Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 1009 bis 1021,

zweiter 1121-1168 (?); Reparaturen 1486; weitere nach Brand 1620 und 1700

ff. -- Die rom. Basilika in der Substanz, wenn auch nicht in der

Formenerscheinung, erhalten. Bedeutende Abmessungen. Lhs. 39,70 l., 20,50

br.; rechnet man dazu Vorhalle, Qsch. und Chor, so muss eine Gesamtlaenge

von mehr als 70 angenommen werden. Trotz der Veraenderungen, gerade im O

und W, das Hirsauer Schema unverkennbar. Der Hauptchor got. umgearbeitet,

die Nebenchoere in Rokoko-Sakristeien verwandelt. Spgot. Netzgwbb. und

spgot. Fenster. Die rundbg. 9 Arkaden des Lhs. rom. und so auch der Kern

der Pfeiler; ihre Form wird ebenso wie die der Pilaster des Hochschiffes

der Reparatur von 1610 angehoeren. Echte rom. Profile am letzten oestl.

Pfeilerpaar; dasselbe ist durch Vorlagen kreuzfoermig gestaltet und traegt

Gurten im Neben- und Hauptschiff. In diesem letzten Joch auch rom.

Kreuzgwb. Das ist ein charakteristisch hirsauischer Zug; der ursp. Sinn

die Absicht auf Tuerme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch. (vgl.

Paulinzelle). Sie scheinen, wie oefters so auch hier, nicht ausgefuehrt

worden zu sein. Eine Krypta, auch dies hirsauisch, fehlte; die Ueberhoehung

des Chors erst im 18. Jh., wie der noch 1718 vorhandene Baldachin ueber dem

Grabe des h. Otto beweist, fuer den die jetzige Anlage keinen Raum gewaehrt

(vgl. die Abb. bei Ludewig, Scriptores rer. Bambg. 1718). Am noerdl. Ssch.

kleiner Rest des rom. Bogenfrieses; vollstaendiger am Qsch., wo auch die

Fenster rom. Ganz veraendert der WBau. Er hat ein got. Turmpaar und eine

vorgeblendete Barockfassade. 1700 von _Leonhard Dientzenhofer_. -- _Innere

Ausstattung_, 1725-48, im Gesamteindruck durch die moderne Rest.

beeintraechtigt. Alle Mobilien aus Holz, die praechtige _Kanzel_ von zwei

Bamberger Kuenstlern, dem Tischler _Franz Boehm_ und dem Bildhauer _Reuss_.

Das _Altarbild_ im Chor von _J. J. Scheubel_ 1750. -- _Grab_ des h. Otto in

Tumbenform 14. Jh., mittelmaessig, stark veraendert; an der Wand ein ikon.

_Grabstein_ in etwas aelterem Stil, angeblich ebenfalls Otto. -- Die

_Epitaphe_ von Bischoefen wurden auf Anordnung Koenig Ludwigs I. aus dem Dom

hierher versetzt. Hervorzuheben im noerdl. Ssch.: no 3 und 7 B. Zobel v.

Giebelstadt und B. Voit v. Wuerzburg, von _Hans Wemding_ 1577, 1580; no 4

B. Ernst v. Mengersdorf, von _Hans Werner_ 1596; no 6 B. Neidhard v.

Thuengen von _Mich. Kern_ 1598. Die Reihe des suedl. Ssch. bar. und rok. --

_Klostergebaeude_. Hauptbau 1696-1702 von _L. Dientzenhofer_, andere Teile

juenger. Gaenzlich schmucklos und nur durch die ungeheure Masse wirkend.

*S. Stephan.* Vom ma. Bau nur ein stattlicher Turm aus 18. Jh. uebrig

geblieben; 5 mal durch kraeftige rom. Bgfriese und Ecklisenen geteilt, in

dem oberen Geschosse gekuppelte Schalloeffnungen in frgot. Form. Die K.

voellig umgebaut; Chor 1628 von _Giov. Bonalino_, nach dem Plan des

Brandenburgischen Baumeisters _Valentin Junker_; Sch. 1677 von _Petrini_.

Annaehernd gleicharmiges Kreuz, in N, S, O polyg. An einigen Stellen,

besonders im Chor, treten got. Bestandteile zu Tage. -- Das Stuckrelief

ueber der Vierung von _J. J. Vogel_.

_Propsteigebaeude_ (jetzt Praeparandenschule) von _J. M. Kuechel_ um 1760.

*Friedhofs-Kap.* an der Strasse nach Hallstadt (Goenninger-Kap.), gestiftet

1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das Aeussere in eleganten

Verhaeltnissen und schon etwas aus dem Rokoko herausstrebend. Um das flache

Dach laufen Balustraden mit Kindergruppen. Die Fenster schliessen

geradlinig mit gerader Verdachung. An der Fassade grosse _Relieftafel_, die

Stifter vor dem Gekreuzigten. -- *Aelteres Jesuitenkollegium* (Gymnasium)

1611; bmkw. Portal zur Aula 1613.

*Juengeres Jesuitenkollegium* (jetzt oeffentl. Bibliothek und Lyceum) 2. H.

17. Jh. und A. 18., die aelteren in der Tradition der deutschen

Spaetrenaissance.

*Ernestinisches Klerikalseminar* am Maximiliansplatz. 1733 nach Entwurf

_B. Neumanns_ von _Justus Heinrich Dientzenhofer_.

*Altes Rathaus* (jetzt Hauptzollamt), grosser schmuckloser Renss.Bau.

*Neues Rathaus* auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got. Brueckenturm

(z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei von _Jos. Anwander_,

neuerlich mit Glueck rest.; Altane, Stuckdekoration, plastische Gruppe auf

der Bruecke von _B. Mutschelle_; alles zusammen ueberaus gluecklich und

originell in der kuenstlerischen Ausnutzung der Oertlichkeit, ein

malerisches Architekturbild ersten Ranges.

*Hochzeitshaus* am Fischmarkt 1618, die praechtigen Giebel 1871 zerstoert.

*Hauptwache 1774*, Bildhauerarbeit von _Kamm_.

*Gangolfstor*, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer Ehrenpforte 1697

von _J. L. Dientzenhofer_.

*Privathaeuser*. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht vertreten.

Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30jaehrigen Kriege eine sehr

lebhafte Bautaetigkeit mit einem Zuge zum Ueppigen, dem eine vortrefflich

ausgebildete Stucktechnik die Mittel gab. -- Hauptbeispiel das _Prellsche

Haus, Judengasse_ 14, und das _Concordiahaus_. Beide fuer denselben

Bauherrn, J. J. T. Boettinger, und ungefaehr gleichzeitig (angeblich

1721-31). In beiden erinnert die Grundrissdisposition auf ansteigendem

Gelaende und dessen Ausnutzung zu Hof- und Gartenterrassen an italienische,

speziell genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber ist ganz

verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen Innenraeume noch

im Sinne des 17. Jh. in gedrueckten Verhaeltnissen, in der noch durchaus

bar. Dekoration schwuelstig und beinahe roh, aber von grosser Kraft der

malerischen Effekte; ebenso die Fassade. Die Ueberlieferung bringt den Bau

in ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer (welcher der

vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch das sehr bmkw.

_Concordiahaus_; ohne sehr gross zu sein in der Haltung eines monumentalen

Palastes. Den _Dientzenhofer_ zugeschrieben: Langgasse no 18 und no 32,

Nonnenbruecke no 1, Gruenmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a. 1716). -- Von _J.

M. Kuechel_ (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg no 7, Judengasse

7, 12. -- Von _Fink_ 1789: Langgasse no 13.

*Brunnen*. Neptunsbrunnen ("Gabelmann") am Gruenmarkt 1698; an der

Domterrasse 1777 von _Trautmann_.

*Sammlungen*. K. Bibliothek mit wichtigen Bilderhandschriften.

_Gemaeldegalerie_ auf dem Michaelsberg.

_BANZ._ OFranken BA Staffelstein.

*Benediktiner-Klst*. (jetzt Schloss). Die Kirche 1710-18 wahrscheinlich von

_Joh. Dientzenhofer_. -- Das typische Schema der Barockkirche -- Langschiff

mit Seitenkapellen und Emporen und eingezogenem Chor -- ist nur im

allgemeinsten beibehalten, in der Einzelausbildung unterliegt sie einer

Umbildung, die an die extremsten italienischen Barockmeister, wie

Borromini und Guarini, sie ueberbietend, erinnert. Die gerade Linie ist im

Grundriss voellig aufgegeben, die Pilaster stehen deshalb schraeg und die

Gewoelbegurten folgen ihrer Richtung. Die grosse Pfeilermasse, die das Sch.

in zwei Querraeume zerlegt, setzt sich aus den Segmenten groesserer und

kleinerer Ellipsen, die im Grundriss der Gewoelbegurten wieder aufgenommen

werden, zusammen. Wieder andere Ellipsen bestimmen den Gr. der je 2

Seitenkapp. und der ueber diesen angelegten Emporen. Fuer das Auge

unmittelbar fassbar ist der geometrische Einteilungsgrund nicht und soll es

auch nicht sein. Nur um Einheit im malerischen Sinne handelt es sich, und

auch nur fuer einen einzigen Standpunkt, beim Eintritt in die Kirche,

ordnen sich die Linien vollkommen zu dem erstrebten Bilde; hier aber ist

es in hohem Grade harmonisch und grossartig, in der Wirkung noch erhoeht

durch die raffinierte Kunst der Lichtfuehrung. Es bleiben naemlich dem

Beschauer die Fensteroeffnungen, immer den genannten massgebenden Standpunkt

vorausgesetzt, unsichtbar, vergleichbar den Lampen einer

Theaterdekoration, an die man ueberhaupt durch die ganze Anlage erinnert

wird. Zum Schluss trennt eine durchsichtige Saeulenstellung den Altarraum

von dem dahinterliegenden langgestreckten Moenchschor; der geheimnisvolle

Durchblick ist wieder ein ganz malerischer und als solcher vorzueglich

durchgefuehrter Gedanke. Alles eigentliche Detail ist aber gleichgueltig, ja

roh behandelt und kommt auch neben den starken Effekten der ganz in Gold

gesetzten Altaere und farbenkraeftigen Deckenfresken kaum in Betracht. -- Die

Aussenarchitektur kann an den, zum Glueck wenig sichtbaren, Langseiten nur

abstossend heissen; sie hat die Kosten der oben geruehmten Innenbeleuchtung

zu zahlen; recht tuechtig dagegen die zweituermige Fassade, zumal in der

Fernwirkung.

*Klostergebaeude*. Zum Teil aelter als die K., zum Teil juenger. Der

kolossale, 27 Achsen in der Front und mehrere Lichthoefe umfassende

Hauptbau, 1698-1704 von _Joh. Dientzenhofers_ aelterem Bruder _Leonhard_.

Der Mittelbau der Fassade juenger. Die Verwaltungs- und Wirtschaftsraeume,

auf einer tieferen Stufe des stark abfallenden Gelaendes, 1752 ff. nach

Angaben von _Balth. Neumann_. Die Kunstformen durchweg einfach; das

gediegene Quadermaterial und die glueckliche Ausnutzung der Terrainbewegung

wirken doch zu einem bedeutenden Gesamteindruck zusammen.

_BARCHFELD._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Schloss* der Familie v. Stein. 1571, mit aelterem Turm, in dessen Verliess

originelle Reliefs von 1570, von einem Gefangenen ausgekratzt.

*Landgraefliches Schloss*, von 1690, im 18. Jh. gaenzlich umgebaut, mit gut

eingerichteten Zimmern in Rokoko und Empire.

_BAeRENSTEIN._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Stadt-K.* 1495. Nach wiederholten Braenden 1738 unter Leitung von _J. Ch.

Simon_ erneuert. Reste eines stattlichen _Altarwerks_, Renss. 16. Jh., mit

Sandsteinreliefs. _Grabst._ 1522, 1612, 1703

*Schloss* 15. und 16. Jh.

_BARNSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Spaetgot. WTurm mit gedrehtem Spitzhelm. Schiff 1748, stuckiert,

Kanzelaltar und Orgel aus dieser Zeit.

_BARUTH._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1704, rck. Saal mit Holzemporen, Turm 1768 hinzugefuegt. -- v.

Gersdorfsche _Grabsteine_, 1597, 1620, 1628, 1629, 1658.

*Schloss*. Unregelmaessige spgot. Anlage, SFluegel 17. Jh. Ansprechende

Bar.Einrichtung der Kapelle. Galerie mit schoener Stuckdecke und

zahlreichen _Portraets_.

_BASDORF._ RB Cassel Kr. Frankenberg.

*Gerichtslinde* mit Baenken und von Steinsaeulen getragenem Gebaelk zur

Unterstuetzung des Astwerks.

_BAUERBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Geringer spgot. Bau. Der quadr. Chor-Turm aus rom. Anlage wie

auch an der WWand 2 vermauerte rom. Fenster.

_BAUMERSRODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. Schiff 1640.

_BAUNACH._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* 1 sch. spgot. mit hohem Turm (W), charakteristisch der Helm mit

vier Ecktuermchen.

*Wallfahrts-K.* (Sog. Ueberkomm-Kap.) Spgot. Anlage mit polyg. Chor und

reicher Aussengliederung. -- Von der _Einrichtung_ (bar. um 1680)

erwaehnenswert die spgot. _Tumba_ des seel. Ueberkomm im Chor mit einh.

Spitzbogenblenden. -- _Johannesschuessel_, 2. H. 15. Jh., geschnitzt. --

Verschiedene spgot. _Holzfigg._ um 1500; teilw.l Bamberger Stils. -- Auf

dem freien Platz um die Kapelle _Predigtkanzel_; spgot. um 1500.

*Amtshaus*. 2geschossige langgestreckte Anlage; spaetbar., mit Treppenturm.

A. 18. Jh. Innen guter _Kachelofen_ der Zeit; vermutlich Bamberger Arbeit.

*Rathaus*. M. 18. Jh.

*Hoftor* in der Eberner Strasse; die sog. "Hoelzernen Maenner". Typische

Toreinfahrt im Rundbogen, den zwei in Hochrelief geschnitzte Reisige in

barocker Tracht stuetzen; das Ganze mit Pultdach gedeckt; bez. 1710.

_BAUTZEN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Dom S. Peter*. Aelteste Pfarr-K. der Stadt. Von den Bauten der Meissener

Bischoefe Eiko (992-1015) und Benap (1066 bis 1106) hat sich nichts

erhalten. Lebhafte Bautaetigkeit 1293 bis 1303 und dann wieder in 2. H. 15.

Jh.; Vollendung 1497. Erhebliche Ausbesserungen nach Braenden 1634 und

1813. Im 16. Jh. wurde die K. in der Weise geteilt, dass das Lhs. den

Protestanten eingeraeumt wurde, der Chor den Katholiken verblieb. -- a)

_Westbau_. Aeltester Teil das vorspringende Mittelstueck. Ein starker

Einzelturm war beabsichtigt, wurde aber nur bis zum Zickzackfries des

Erdgeschosses ausgefuehrt. Spitzbg. Portal mit schlichtem Wimperg, am

Gewaende je 1 Sl. zwischen gekehlten Profilen, E. 13. Jh. Bald darauf

Uebergang zu 2tuermigem Projekt. Ausgefuehrt der STurm, nach Brand 1441

erneuert; Kroenung mit 2 Achteckgeschossen; der Bar. Helm in vortrefflichem

Umriss 1664 von _Martin Poetzsch_. Die Mitte und der rechte Fluegel der

Fassade blieb unvollendet, ein Giebel mit bar. Zierat schliesst sie ab. b)

_Langhaus_. 3sch. Hallenkirche von 8 Jochen, Schluss 3seitig mit 5seitigem

Umgang. Zwischen dem 3. und 4. Joch starke Knickung der Fluchtlinie nach

S. Formencharakter des 15. Jh., wenn auch Teile der NWand aelter sind.

Schlanke kaempferlose 8 Eck-Pfll., Netzgwb. 1456-63 wurde nach S ein

viertes Schiff angefuegt; es ist durch grosse 6teilige, besonders praechtige

Fenster ausgezeichnet. Das kolossale Satteldach ist allen 4 Schiffen

gemeinsam; seine Firsthoehe 39 m, waehrend die Gwb.Scheitel nur 16m haben.

Ganze innere L. 60 m. Material in den aelteren wie in den juengeren Teilen

Granit. -- _Ausstattung des protestantischen Teils_. Landstaendische Empore

unter der Orgel, nach 1636. Fuerstenloge 1673. Altar 1644, 2geschossig mit

je einem grossen Reliefbild. Kanzel 1817. Orgel 1642, wiederholt umgebaut.

-- _Ausstattung des katholischen Teils_. Vieles in neuerer Zeit beseitigt,

z.T. im Domstift untergebracht. Hochaltar bar. Saeulenbau aus Marmor 1722

von _Fossati_. [Die Statuen zweier Kirchenvaeter von _Permoser_, zu seinen

besten Arbeiten gehoerend, jetzt im Domstift. Ebenda Gemaelde von

_Pellegrini_.] Am neuen Altar der NSeite lebensgrosses _Kruzifix_ von

_Permoser_. _Chorgestuehl_ A. 18. Jh., reich geschnitzt, im Aufbau

unbedeutend. Reizvoller _Rok.-Altar_ in der Sakristei. -- _Domschatz_.

Tragaltaere 1398 und 1450. Prachtvolles Pazifikale um 1530. Reliquiarium um

1500. Eine Reihe sehr schoener spgot. Kelche. Silberne Statuetten des hl.

Petrus und Bartolomaeus, hervorragend. Bischofsstaebe. -- _Bildnisgrabsteine_

des 16. und 17. Jh. in grosser Zahl. Hoelzerne _Wandepitaphe_.

*Liebfrauen-K.* 1sch. Bau des 15. Jh., im 17. und 19. Jh. voellig

umgestaltet.

*Nikolai-K.* Kleine symmetrisch 2sch. Hallenkirche des 15. Jh. Seit dem

Stadtbrande 1634 Ruine. -- Auf dem Kirchhof _Denkmaeler_ des 18. Jh.

*Michaelis-K.* Kleine 3sch. Hallenkirche um 1430.

*Moenchs-K.* (Franziskaner). Beg. um 1300 als Bruchsteinbau. Um 1400 in

Backstein gegen O erweitert. Ruine.

*Taeufer-K.* Ursp. vor der Stadt. Klein, unbedeutend, oft veraendert. --

Ausgedehnter Kirchhof mit sehr zahlreichen und z. T. aufwaendigen

Denkmaelern des 17. und 18. Jh.

*Ortenburg*. Als Grenzburg angelegt um 1000. Von Grund aus neu gebaut

1483-86 im Auftrage des Koenigs Matthias von Ungarn. Im 30j. Kriege stark

beschaedigt, im 19. Jh. z.T. umgebaut. -- Die aus mehreren Gebaeuden

bestehende Anlage folgt dem Umriss der Felsplatte. Der Hauptbau spgot.

Durchgreifende Rest. 2. H. 17. Jh. durch _Ezechiel Eckhardt_. Maechtiges

Dach mit 3 wohlgegliederten grossen Zwerchhaeusern. Audienzsaal mit

ausgedehnter, sehr reicher Stuckdecke von 1662; das Figuerliche ueberwiegt;

8 Felder mit Darstellungen aus der Fuerstengeschichte von Boehmen,

Oesterreich, Schlesien und Sachsen; im Rahmenwerk Putten und Karyatiden. --

Der bedeutendste Baurest der got. Periode der Schlossturm; unten Torfahrt;

darueber 3teilige Aedikula, bez. 1486, in der Mittelnische _Koenig Matthias

Corvinus_ thronend, von Engeln gekroent, als Fussschemel ein Loewe; die

Wappen der Seitenfelder zerstoert; im ersten Obergeschoss Wachtstube; im

zweiten Kapelle mit zierlicher, sehr bmkw. Innenarchitektur.

*Domstift.* Neubau 1507, E. 17. Jh. fast ganz umgebaut, Hauptportal 1753.

*Rathaus* wesentlich A. 18. Jh., aus dieser Zeit auch der durch

feinbewegten Umriss ausgezeichnete Bar.Helm des im Mauerwerk spgot. 8

Eck-Turmes. Die _Sandsteinstatue_ des sog. Ritters Deutschmann kroente

ursp. einen Brunnen; 1576 von _Chr. Wolter_ in Dresden. Treppenhaus der

NSeite 1729. Praechtige Tuer des Ratssaales 1664. Reihe von _Bildnissen_.

[Der Ratsschatz jetzt im Museum.]

*Gewandhaus*. Unter den Neubauten von 1882 der spgot. Ratskeller; das

Sterngwb. ruht auf einem einzigen granitenen Mittelpf.

*Schiesshaus*. Oft umgebaut, zuletzt 1767. Bmkw. Schatz und Scheibenbilder.

-- Von der einst sehr starken *Stadtbefestigung* hat sich ein

betraechtlicher Teil der inneren Tuerme erhalten. Ferner: der Lauenturm

1400, Laternenhelm 1732; der Reichenturm, schlanker spgot. Rundbau mit

steinerner Bar.Kroenung 1717; an der Mauer das Denkmal fuer Kaiser Rudolf

II. von _Martin Michael_ 1577, im 19. Jh. stark uebergangen. Der Wendische

Turm, gleichfalls rund, mit interessantem Helmstuebchen. Der Schuelerturm

mit spgot. Kreuzigungsrelief. Die Gerberbastei, ein Rundturm mit 3,5 m

starken Mauern, erb. 1503. Nikolaiturm 1521, mit Stadtwappen. Technisch

interessant und von imponierender Silhouette die "alte Wasserkunst", erb.

nach 1558 von _Wenzel Roehrscheidt_. Die "neue Wasserkunst" 1600.

*Wohnhaeuser*. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des Barockstils

erscheinen. Die aelteren Bauten sind durchweg so umgestaltet, dass sie sich

nur aus wenigen Resten erkennen lassen, a) _Zwischen_ 1634 (_Stadtbrand_)

_und_ 1709. Reichenstr. 12, an der Fassade ueber und zwischen den Fenstern

Stuckdekoration in schweren Blumengehaengen, um 1720 hinzugefuegt. Burgplatz

no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. -- b) _Zwischen_ 1709 _und_ 1720.

Reichenstr. no 14, Innere Lauenstr. no 6, beide mit Fassadenschmuck in

Stuck, Fleischmarkt no 8 Hof und Innenraeume zu beachten. -- c) _Zwischen_

1720 _und_ 1740. Wendische Str. no 8, stattliche Pilasterfassade.

Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern Stuckdecken. Hauptmarkt no 8.

Reichenstr. no 5. -- d) _Zwischen_ 1740 _und_ 1780. Reichenstr. no 24,

Toepferstr. 34.

*Stadtmuseum* am Kornmarkt.

_BAYREUTH._ OFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K.* Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente der WTuerme;

sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor, Hauptzeit 1438-68. Mittelgrosse

6jochige Basilika, Chor in der Hoehe des Msch. 2 Joche und 5/8 Schluss.

Netzgwb. 17. Jh. Imponierende weitraeumige Verhaeltnisse, Formen aeusserst

nuechtern. Das Aeussere, ernst und kraftvoll, verraet wenig die

Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrueckliche Behandlung des

Strebewerkes mit offenen Boegen; an den Fenstern maessige Verwendung von

Fischblasen. Brauttuer am Treppen-Turm der Sakristei 1575. -- Die Tuerme

5geschossig geteilt durch Masswerkfriese; kurze oktogonale Aufsaetze mit

welschen Hauben 1621. -- Das Innere durch die Rest. des 19. Jh. seiner

praechtigen Barockausstattung beraubt; nur der treffliche _Hochaltar_ von

1615 und der gleichzeitige Taufstein mit Reliefs von _H. Werner_ erhalten.

Die wenigen uebrig gebliebenen _Statuen_ an den Chorstreben A. 15. Jh.

geringwertig.

*Schloss-K.* 1753 von _St. Pierre_; einfacher, niedriger Saal mit

Flachdecke; durch modernen Anstrich ernuechtert; die leichte zierliche

Stuckierung von _Martino Petrozzi_. Gruftkap, fuer das Markgrafenpaar

Friedrich und Wilhelmine in trockenstem Zopf.

*Spital-K.* 1748 von _St. Pierre_; ueber dem schlichten quadr. Raum

Deckenbild von _Wunder_.

*Ordens-K.* in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens "de la sincerite"

(nachmals Roten Adlers) 1705-11 von _G. v. Gedeler_. Griechisches Kreuz

mit Emporen. Stuckaturen und Malereien von einheimischen Meistern. Im

Aufriss toskanische Pilaster. (In der Sakristei interessantes Gemaelde von

_H. S. Beham_, frueher in der fuerstl. Loge der Stadt-K.)

Betsaal der *Gravenreuther Stiftung* 1741 von _J. G. Weiss_.

*Kanzlei*. 1625 von _Abraham Schade_. Streng klassizistische, die

niederlaendische Schulung _Schades_ verratende Formen. Die Temperantia und

Justitia ueber dem gebrochenen Portalgiebel von _Abr. Gross_ aus Kulmbach

(vgl. dessen Arbeiten am Rathaus zu Nuernberg). Im 18. Jh. die Fassaden

symmetrisch verlaengert.

*Altes Schloss*. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen Turms; die

fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau und Erweiterung seit

1667. Unregelmaessiges, nach dem Marktplatz ("Maximilianstr.") offenes

Quadrat. Die Fassaden von dem Hugenotten _Ch. Ph. Dieussart_. Auffallender

Weise hat das Erdgeschoss die reichste Behandlung: gequaderte dorische

Pilaster, ueber den Fenstern Medaillons mit Buesten, alles in vortrefflich

reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und Obergeschoss nur in Verputz,

ohne Pilaster und Gesimse. Nach dem Brande 1753 z. T. Ruine. Im Innern nur

ein Treppenaufgang alt.

*Neues Schloss*. 1754 von _St. Pierre_. Lang gestreckt, wenig tief, nur der

3 achsige Mittelbau in bedeutenderen Architekturformen. Eingangshalle und

Treppenhaus verhaeltnismaessig bescheiden. Die Wahl der Gemaecher ist gross,

ihre Ausstattung entfernt nicht so prunkvoll wie etwa in den geistlichen

Fuerstensitzen aus der ersten Jahrhunderthaelfte. Die Mittel waren geringer,

doch auch der Geschmack in der Wendung zum Intimen und Natuerlichen. Im

Festsaal Wandgliederung durch gekuppelte korinth. Pilaster von schwachem

Relief; das Gebaelk nicht verkroepft; Rokokoornament (von _Petrozzi_) nur an

der flachen Hohlkehle; das Deckengewoelbe (von _Wunder_) jetzt uebertuencht.

Hervorzuheben noch das Spalierzimmer, das Musikzimmer, die mit Cedernholz

vertaefelte Speisegalerie. -- Urspruenglich alleinstehend der 1759 errichtete

"italienische Bau"; der von _Petrozzi_ dekorierte Festsaal gibt eine

wohlgelungene Verschmelzung von Rokokoformen mit Barockerinnerungen.

*Opernhaus*. 1744-48, Fassade von _St. Pierre_, innere Einrichtung von

_Carlo Bibiena_ aus Bologna nach Entwurf seines Vaters _Giuseppe_. Die

Buehne ueberrascht durch ihre Tiefe (30 m), die ebenso gross ist, als die des

Zuschauerraums. Der letztere im Gr. ueberhoehter Halbkreis, 3 Reihen Logen

und vorgebaute Parterreloge, zu der Rampentreppen hinauffuehren. Das

Parterre verhaeltnismaessig klein. Der Buehne gegenueber die Fuerstenloge, zu

beiden Seiten der Buehne Trompeterlogen. Das Ganze fuer die Hofgesellschaft,

die sich selbst ein Schauspiel neben dem Schauspiel auf der Buehne war, der

denkbar praechtigste und charakteristischste Rahmen. Die Fluechtigkeit der

Ausfuehrung bei der schwachen Beleuchtung damaliger Zeit nicht stoerend.

Farbe: blaugrauer Grundton mit ockergelbem, in den plastischen Teilen

vergoldetem Ornament. Der Stil hat weder mit dem franzoesischen Louis XV.

noch mit dessen deutschen Parallelen etwas gemein; er ist nicht "Rokoko",

sondern eine spielende Abart des italienischen Barock, in der immer noch

viel mehr konstruktive Konsequenz uebrig geblieben ist, als das Rokoko

duldet. -- Die Seltenheit der Erhaltung von Theatern aus dem 18. Jh.

verleiht dem Bayreuther erhoehten Wert.

*Kaserne*. 1740 von _J. F. Graul_; grosser 3fluegeliger Bau von geschickter

Massenverteilung.

*Privathaeuser*. Ein aelterer Typus, durch Vorliebe fuer mehrstoeckige Erker

gekennzeichnet, dauert bis ins 18. Jh., z. B. Rathaus an der

Maximilianstr. Ihm tritt unter Markgraf Friedrich ein neuer,

franzoesisierender entgegen; Hauptmeister _St. Pierre_ und besonders _Karl

Philipp Gontard_. Die splendide Ausfuehrung in Sandsteinquadern heute durch

starke Russschwaerzung beeintraechtigt. Von _St. Pierre_: Friedrichstr. 2 und

7.

Von _Gontard_: Hofapotheke Palais Reitzenstein Luitpoldplatz 15, Haus der

Gesellschaft Harmonie beim alten Schloss, in der Naehe sein eigenes Haus.

*Reiterstandbild* fuer Christian Ernst 1698 von _Elias Raenz_ nach Entwurf

von _Leonhard Dientzenhofer_; frueher vor dem alten, jetzt vor dem neuen

Schloss; eine wunderlich ueberfuellte und dadurch kleinlich wirkende

Barockkomposition.

*Markgraefliche Schloesser* in der Umgegend:

*St. Georgen*. 1725 von _J. D. Raenz d. J._ Nur als Bruchstueck erhalten

(jetzt Zuchthaus). Die Fassade laesst den (durch _Decker_ vermittelten)

Zusammenhang mit Schlueter erkennen; der Fries und die neuerfundenen Kaptt.

der Pilaster erinnern an den von Georg Wilhelm gestifteten Orden des Roten

Adlers. Der prunkvolle Festsaal soll demnaechst hergestellt werden.

*Eremitage*. Fuer bestimmte Seiten der Kultur des 18. Jh. eine Illustration

von kostbarer Unmittelbarkeit; weniges dergleichen hat sich so gut

erhalten. Begonnen von Georg Wilhelm ca. 1720. Eine mit pedantischem Ernst

durchgefuehrte Maskerade. An einem nicht grossen laenglichen Hof liegen die

"Zellen", in die sich die Herren und Damen des Hofes als "Eremiten"

zurueckzogen; daher die wilde Rustikaarchitektur. Die Markgraefin Wilhelmine

schuf sich hieraus (seit 1736) einen Ruhesitz, in dem die Sehnsucht nach

einem natuerlicheren Lebenszustand feiner, nach unserem Gefuehl immer noch

mit reichlich viel theatralischer Appretur, zum Ausdruck kommt. Die aeltere

Einrichtung blieb erhalten in den beiden Schmalseiten, dem Grottensaal und

dem "Refektorium"; letzteres aus kostbarem Marmor; die Absicht,

phantastisch zu wirken, bringt es nur zu schwerfaelliger Willkuer, in den

Gemaechern Wilhelminens herrscht Anmut und Behagen; eine Meisterleistung

feinen Geschmacks namentlich das Musikzimmer, echtes Rokoko, also ganz

ohne Architekturformen, nur Rahmenwerk und Fuellungen. Das obligate

Chinesische Zimmer ist dadurch ausgezeichnet, dass die Flachrelieftafeln

wirklich chinesisch sind. Die Portraets nur historisch von Interesse und

ihre Benennung nicht ueberall gesichert. -- Aus den 40er Jahren die

"Orangerie", erbaut von _St. Pierre_. Eine im Halbkreis angeordnete

Kolonnade, dahinter kleine Zimmerchen; im Scheitel eine Unterbrechung, in

welcher als selbstaendiger kleiner Zentralbau der "Sonnentempel" steht. Den

regelrecht durchgefuehrten Architekturformen ist auch hier ein

phantastisches Element zugesellt, indem die Saeulen eine Inkrustation von

bunten Kieseln, Glasschlacken und Bergkristall tragen. Dagegen das Innere

des Sonnentempels sehr ernsthaft und imposant. (Der reiche

Skulpturenschmuck nicht mehr vorhanden.) Einige Plafonds der kleinen

Gemaecher haben eine Stuckdekoration von bezaubernder Grazie, leicht

hingeworfene Blumenranken, farbig auf weissem Grund, das Relief von

schaerfster Praezision, als waere es Porzellan (als Ausfuehrende werden

Italiener genannt). Erst aus den 70er Jahren duerfte das "Gartenzimmer"

stammen, an dem der modernste "Amorphismus" noch viel zu lernen haette. --

Die Gartenanlagen unter dem letzten Markgrafen "englisch" umgearbeitet;

daher die Grottenarchitekturen und Wasserkuenste in ihrem Zusammenhange

nicht mehr verstaendlich.

*Fantaisie*. Begonnen unter der Markgraefin Wilhelmine ({~DAGGER~} 1758), vollendet

1765 (von _Rud. Heinr. Richter_?). Ein Schloesschen im Sinne des

vordringenden Klassizismus; seither mehrfach veraendert.

*Sanspareil*. Park mit allerlei Grottenarchitektur, Naturtheater usw.

Reflex von Fenelons Telemach. In vollem Verfall.

_BECHSTEDTWAGD._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K.* mit rom. OTurm und Apsis.

_BEDHEIM._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1sch. Lhs. 15. Jh., ueberarbeitet 1699; der quadr. Chor

turmtragend, in der Anlage von 1290. -- _Ikonische Grabsteine_ der Familie

v. Heiberg von 1545, 1553, 1558, namentlich der letztere tuechtig.

*Schloss*, ehemals Wasserburg; die Kunstformen weisen auf zwei Zeiten

staerkerer Bautaetigkeit, 16. und 18. Jh.

_BEERENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* aus 14. und 16. Jh. An den Portalgewaenden _Hochreliefs_ der

Madonnna und eines nicht erklaerten maennlichen Heiligen.

_BEERWALDE._ K. Sachsen AH Doebeln.

*Dorf-K.* 1783. -- 3 _Alabasterreliefs_ aus der Schule der _Walther_ (2. H.

16. Jh.), von einem Grabmal. Andere _Denkmaeler_ 1574, 1683, 1724.

_BEESENLAUBLINGEN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* 1sch. rom. Turm im W und got. Chor. Sprom. Portal, im Tympanon

rohes _Relief_, Christus zwischen Petrus und Paulus. -- Einfacher rom.

_Taufstein_.

_BEHRUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Pfarr-K.* Nach 30j. Krieg rest., der got. Grundcharakter erhalten;

Altarbau und Orgel mit einigem Aufwand A. 18. Jh.

_BEICHLINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* 1710. -- Schloss wesentlich 16. Jh., formenarm.

_BEIERNAUMBURG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* aehnlicher Anlage wie S. Veit in Artern. Am Vierungs-Turm 3

teilige Fenster in huebscher rom. got. Ausbildung.

_BELGERN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Stadt-K*. E. 15. Jh. Stattlicher verputzter Backsteinbau, 1sch. 6achsig,

Chor 3/8, Sattelturm in Bruchstein, reiche Sterngwbb. -- _Schnitzaltar_

1660 in Knorpelbarock, _Emporen_ 1632 mit interessanten

Kerbschnitzmustern, hoelzerne _Epitaphe_ 1658, 1769.

*Klosterhof und Diakonatsgebaeude*. Reste des 1256 erb. Cisterc.-Klst. Die

aelteren Teile Granit, die juengeren spgot. Backstein, 4 Ecktuerme.

*Rathaus*, renss. 2stoeckig, Volutengiebel, Dachreiter mit welscher Haube.

An der SWEcke ein

*Roland*, an Stelle eines aelteren im 17. Jh. errichtet.

_Privathaeuser_ verschiedentlich mit renss. Portalen.

*Meilenzeiger* als Obelisk 18. Jh.

_BELGERSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. 1682, rck. mit flach polyg. Schluss. Durch die Ausstattung zu

malerisch stattlicher Wirkung gebracht. Der _Altarbau_ getragen von 2

Palmbaeumen, im Mittelfeld Kopie von _Rubens_' Kreuzabnahme. _Denkmaeler_

der Familie v. Ponickau.

_BELRIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* mit fester Ringmauer (Gaden) vgl. Bettenhausen.

*Burgruine* mit Spuren doppelter Ringmauer.

_BELVEDERE._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.

*Herzogl. Jagdschloss.* 1724-1732. Aeusseres in symmetrischer Anlage,

bedeutsam gegliedert, in der Behandlung einfach laendlich. Inneres:

bescheidenes Rokoko.

_BENDELEBEN._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.

*Dorf-K.* Umbau 1588. -- Ueber dem Altar _Holzrelief_, Abendmahl, um 1590;

_Kanzel_, bez. 1611, als Fuss Mosesstatue; ueber dem Eingang zur Gruft des

Herrn v. B. _Epit_. 1661, 2geschossig mit grossem Mittelrelief (Kreuzigung,

Auferstehung) in ueberladener archit. Umrahmung, Knorpelornament.

_BENKENDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* Gemengbau aus verschiedensten Zeiten. Die rom. Kuppelfenster des

Turmes als Beispiele roher laendlicher Kunstuebung von einigem Interesse.

_BENNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* aus Findlingsbloecken, ziemlich gut erhaltene rom. Anlage, E. 12.

Jh. 1sch. mit 1/2kr. Apsis.

_BENNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Rom. Chor-Turm, Schiff 1775 erhoeht, huebscher Rok.-Altar.

_BERGEN._ RB Cassel Kr. Hanau.

Ehem. *K*., jetzt Scheuer. Spgot. Portal, bez. 1524, 1564.

*Burg*. Stammschloss der Schelm v. Bergen, Wasserburg, 1700 umgebaut.

*Ringmauer* mit Wehrgang, 1 Turm und 2 Tore, 15. Jh., gut erhalten.

*Berger Warte*. Runder Turm, am Tuersturz bez. 1527.

_BERGRHEINFELD._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K*. 1688-91, eingezogener Chor, aussen Strebepfeiler. Auf der OSeite

die alte Ritterkapelle mit fuenfseitigem unregelmaessigem Schluss. 1. H. 14.

Jh. Neuer Hochaltar mit Figg. von _Peter Wagner_ 1781. _Gemaelde_ der

Nebenaltaere von _Oswald Onghers_ 1695.

_BERGTHEIM._ UFranken BA Wuerzburg.

*Dorf-K*. Gotisierender Umbau 1602 mit Beibehaltung des ma. OTurmes.

Juliuswappen. -- _Sakramentsnische_; 2 Kandelaberpfll. tragen einen got.

Giebel. -- Beim Schulhaus _Bildstock_ um 1600 mit Abendmahlrelief in der

Richtung des _Mich. Kern_; mehrere andere 18. Jh.

_BERKA._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K*. 1739. -- _Taufbecken_ von der Gruppe Christi und Johannis

getragen. -- Stattlicher _Kanzelbau_.

Von dem 1251 gest. *Cisterc.-Klst.* schwache Reste im Pfarrhaus. Burgruine

gering.

_BERKA A. D. WERRA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. *Stadt-K*. Der quadr.

Chor im spgot. OTurm. Hauptraum 1. Viertel 17. Jh., hoelzerne Emporen in 2

Raengen, hoelzernes kassettiertes Tonnengwb. -- Spaetgot. _Taufstein_ um 1530.

Chorgestuehl und Kanzel sprenss. Grosser _Crucifixus_ um 1500. Orgel mit

reichem Gehaeuse 1667.

*Fachwerkhaeuser.* Aeltestes das Gasthaus zum Stern. (Inschr. 1521 neu).

_BERLEPSCH._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Burg*. Bewohnbar. Malerische Gruppe aus sp. Ma. und Renss.

_BERMBAGH._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K*. neu. _Taufstein_ 1610 mit merkwuerdigem, an die Holzarchitektur

der Gegend erinnerndem Ornament. Auf der Orgelempore 3 _Holzfigg._ A. 18.

Jh. -- Geschnitztes _Fachwerkhaus_ (no 27) aus 17. Jh.

_BERNBRUCH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K*. im Kern rom. 12. oder 13. Jh. _Fluegelaltar_ um 1480.

_BERNECK._ OFranken BAmtsstadt.

*Burg*, erb. E. 12. Jh., zerst. 1431, erhalten Teile des Berings und hoher

4eck. Bergfried, Kapelle von 1480. Weiter oberhalb eine zweite Burg,

_Hohenberneck_, erb. 1485.

*Rathaus*. 1657.

_BERNECKE._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K*. Anlage rom. wie in Hain.

_BERNSTADT._ K. Sachsen AH Loebau.

_Stadt-K_. 1sch. kreuzf. Anlage aus 13. Jh. (?), 1519 eingewoelbt, nach

Brand 1686 wiederhergestellt, der hohe WTurm 1706. -- _Grabdenkmaeler_ 17.

und 18. Jh. in grosser Zahl.

_BERNTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

_Dorf-K_. Spgot. 1sch. 5achsig, Chor 3/8. Interessant als Typus der

eichsfeldischen Kirchen _vor_ der, den meisten von ihnen widerfahrenen,

Barockisierung. Ausstattung rok.

_BERTELSDORF._ K. Sachsen AH Loebau.

_Dorf-K_. Wesentlich 1724. Saalbau mit Emporen. Kanzelaltar 1771. --

_Bildnisgrabsteine_ derer v. Gersdorf 1580 ff.

*Herrenhaus*. 1722 und 1790. -- Haeuser der Herrenhuter Unitaet 1790.

_BERTSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K*. 1672 nach Riss von _Klengel_. 1sch. mit polyg. (5/10) OSchluss.

Gurtenlose Kreuzgwbb. Zwischen den nach innen gezogenen Strebepfll.

hoelzerne Emporen. Spitzbg. Masswerkfenster. WTurm ueber Dach 8eckig. --

_Kirchhof_; Portal Renss., Denkmaeler 18. Jh.

_BERZDORF._ K. Sachsen AH Loebau.

*Dorf-K*. Kleiner 1sch. Bau mit gewoelbtem quadr. Chor. Durch den Brand im

Hussitenkriege nicht ganz zerstoert. Die rom. Rundbg.Fenster nach der

Chronologie dieser Gegend um oder nach 1300. -- _Schnitzaltar_ ca. 1480.

Emporen 1608.

_BESENHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Herrenhaus* erb. 1686 von General v. Hanstein.

_BESSE._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Dorf-K*. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktuermchen. --

_Sandsteinrelief_, Kreuztragung, von spgot. Gliederungen umgeben.

_BETTENBURG._ UFranken. BA Hofheim.

*Schloss*. Von 1343 bis heute Besitz der Truchsess v. Wetzhausen. Neubau

nach dem Bauernkrieg, gotisierend mit Renss.Detail. Inschr. 1535, 1627.

Englischer _Garten_ 1790 mit romantischen Denkmaelern fuer Goetz v.

Berlichingen, Ulrich v. Hutten u. a. m.

_BETTENHAUSEN._ Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.

*Pfarr-K*. mit Festungsmauer (Gaden). Schoenes sprenss. Portal,

Deckenmalerei und Mobiliar 1770.

_BETZENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.

*Schlossruine*. Ringmauern und Rundtuerme, sonst sehr zerstoert.

_BEUCHLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K*. rom. Anlage, sehr verbaut, Chor-Turm mit 1/2kr. Apsis.

_BEUREN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. *Kloster-K*. (jetzt Guts-Scheune) 1sch. rom. in sorgfaeltiger

Quaderverblendung; Bogenfries mit Schachbrettgesims. Bar. Stuckdecke mit

Malerei. Turm unten sprom., dann frgot., bar. Obergeschoss mit

Schieferhaube.

*Wach-Turm* aus fr.Ma., rund, beschieferte Pyramide mit 4 herausgebauten

Erkern. _Haeuser_ in Fachwerk.

_BEUTNITZ_ b. Jena Sachsen-Weimar. *Dorf-K*. Rechteck, fruehgot. Chor,

Langhaus spaetgot. mit Stabwerkportal, got. Beschlaege, Turm zur

Verteidigung eingerichtet. _Kruzifix_ A. 15. Jh.

_BEYERSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K*. rom. roher Bruchsteinbau, Fenstergewaende aus Backstein.

_BIBRA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K*. In der Anlage rom. -- Rom. _Rauchfass_.

_BIBRA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche*. 1492. Eine der wenigen gotischen des Kreises, deren Archit. von

kuenstlerischer Bedeutung. Flachgedeckter Saal mit rok. Emporen, gewoelbter

5/8 Chor, an den Gwbb. Konsolen, Halbfigg. von Heiligen aus der Wuerzburger

Schule. -- Ausstattung einheitlich um 1500-1520. Vom _Hochaltar_ 4 Fluegel

erhalten, aussen mit Gemaelden, innen geschnitzt, nur mit entfernter

Beziehung zu _Riemenschneider_. Dasselbe gilt von den Seitenaltaeren. Naeher

steht ihm eine Standfig. des S. Kilian und ein sitzender Papst (in der

Sakristei). -- Schlichte steinerne _Masswerkkanzel_. -- Von den

_Glasgemaelden_ alt nur 2 Wappenscheiben von 1503 (Bischof Lorenz und

Dompropst Albert v.Bibra). -- Eine Reihe guter _Grabsteine_. Georg v. B.

1473, ausgefuehrt um 1500 in der Riemenschneiderschen Werkstatt

(Wiederholung des Schaumbergdenkmals in der Marienkap, in Wuerzburg). Auf 7

Steinen (6 Bibra, 1 Seckendorf) das Monogramm J. H., ausgefuehrt in einem

Zug ca. 1550-60, die Todesdaten teils frueher, teils spaeter. 5 Steine von

einem Meist. J. E. 1674-95, auch hier die Ausfuehrung mehrfach viele Jahre

vor dem Tode.

_BIEBELRIED._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K*. 15. und 18. Jh., im 19. Jh. fast ganz neugebaut. -- Im neuen

Hochaltar schoener _Kruzifixus_ vielleicht von _Riemenschneider_ oder ihm

nahestehend; ebenso der _Salvator_ (vgl. das Exemplar im Dom zu Wuerzburg).

*Johanniterkastell*. Regelmaessiges 4Eck von 35 : 40 m. Erhalten Teile der

Aussenmauer mit prachtvollem Quaderwerk vom Bau von 1275. An der SOEcke ein

vorgekragtes Choerlein von der ehemal. Kapelle.

_BIEBEREHREN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Rathaus*. Huebscher Fachwerkbau mit Juliuswappen 1612. -- Im Pfarrhof gutes

_Holzkruzifix_ um 1520. An der Bruecke _Bildstock_ bez. 1432.

_BIEBERGAU._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K*. 1733. Bmkw. schoene _Kanzel_ mit 4 Evangelisten, um 1750.

*Schloesschen*, Weiherhaus aus 2. H. 16. Jh.

_BIEBERSTEIN_ siehe Fulda.

_BIEBERSTEIN._ Kr. Sachsen AH Meissen.

*Pfarr-K*. Umbau aus Ma. 1676 gaenzlich umgestaltet. _Altaraufsatz_ mit

ziemlich rohen Stuckreliefs 1679 von _Koermser_.

_BIELEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K*. Alt der platt geschlossene Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. und

Fenstergruppe gleich Windhausen.

_BILDHAUSEN._ UFranken BA Kissingen.

Ehem. *Cisterc.-Klst*. Gegr. 1156. Die Kirche 1876 abgetragen, Altaere nach

Laubach, Waechterswinkel und Reyersbuch gebracht. -- Von der alten Anlage

ist erhalten: Im Untergeschoss des Klosterbaues kreuzgewoelbter,

zweischiffiger Raum zu 4 Jochen. Rundbg. Fensternischen noch sichtbar,

wahrscheinlich das alte, rom. Refektorium. Daneben zwei frgot. Raeume. --

_Torhaus_ mit rundbg. Durchfahrt; darueber aussen Steinmadonna aus 2. H. 14.

Jh. Daneben die alte rom. Torkapelle. -- _Alte Procuratie_. 17. Jh.

Schmuckreiche Erker. Schoenes Rok.Treppenhaus. Erkerzimmer mit reich

geschnitzter Tuerumrahmung im Stil des gruenen Zimmers der Wuerzburger

Residenz. Die uebrigen Zimmer mit Rok.Stuckdecken. -- Huebscher

_Gartenpavillon_ von 1756.

_BIMBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Schloss* im Bauernkriege verwuestet, A. 18. Jh. erneuert.

_BINDLACH._ OFranken BA Bayreuth.

*Dorf-K*. Huebscher Bau aus M. 18. Jh. im sog. Markgrafenstil.

_BIRKENFELD._ UFranken. BA Hofheim.

*Schloss*. 1739-53. Vornehm-behagliche Anlage im Hufeisen, Hauptbau quadr.,

die langen Fluegel abgesondert. Huebsche, vollstaendig erhaltene

Inneneinrichtung nach Zeichnungen des Malers _Gout_ von einheimischen

Dekorateuren.

_BIRKENFELDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Zwei ansehnliche *Herrenhaeuser* derer v. Linsingen: Steinerhof 1555 und

Roterhof (Fachwerk) 1659.

_BIRNFELD._ UFranken BA Hofheim.

*Schloss*. A. 18. Jh. mit Wappen der Fuerstbischoefe J. Ph. v. Greifenklau

und J. Ph. Fr. v. Schoenborn. -- _Dorfhaus_ no 1 schoener Fachwerkbau.

"Tausendjaehrige" _Gerichtslinde_; der Stuetzbau mit 2 konzentrischen

Kreisen von steinernen Saeulen 1719.

_BIRSTEIN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K*. 1556. -- _Epit_. einer Graefin v. Isenburg 1596.

*Burg*. Die ganze Anlage 200m lang und 90 m breit. Sie gruppiert sich um 3

Hoefe im Anschluss an die Disposition der vorausgegangenen ma. Burg. Am

geschlossenen mittleren Hofe westl. der Kuechenbau, umgebaut 1549, und der

"neue" Bau von 1527, noch gotisierend; der suedl. Kapellenbau 1555, der

noerdl. Hauptfluegel 1603. Im noerdl. Hof der neue Kanzleibau 1733. Neubau

des Hauptfluegels 1764 vom nassau-usingischen Hofbaumeister _A. W. Faber_,

einem Schueler _Stengels_, als standesgemaesses fuerstliches Residenzpalais,

doch verhaeltnismaessig einfach.

_BISCHHAUSEN_ b. Jesberg RB Cassel Kr. Eschwege.

*Dorf-K*. 1742 Umbau aus spgot. -- Grosses handwerkliches _Epitaph_ der

Familien v. Trott und v. Haxthausen 1579, bmkw. durch starke got.

Reminiszenzen.

_BISCHHEIM._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K*. 1803. Saalbau mit Emporen, die schlicht sachliche Behandlung

nicht ohne Reiz.

*Herrenhaus* und Park um 1800.

_BISCHOFFERODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K*. E. 17. Jh. 1sch. Putz- und Quaderbau.

*Gemeindeschaenke* reicher Fachwerkbau um 1560.

_BISCHOFSGRUeN._ OFranken BA Bayreuth.

*Dorf-K*. _Altargemaelde_, Ankunft Christi zum Gericht mit der unechten

Inschr. 1304.

_BISCHOFSHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K*. Kleine spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und hohem

vortretendem WTurm mit Zinnenkranz.

_BISCHOFSHEIM._ UFranken BA Neustadt a. S.

*Pfarr-K*. Nachgot. Basilika der Juliuszeit. Turm rom., ziemlich reich

behandelt. Auf dem Marktplatz gusseiserner _Renss.-Laufbrunnen_ mit bmkw.

Reliefplatten.

_BISCHOFSRODA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K*. rom. 12. Jh. 1sch. flachgedeckt, Chor rck. mit Tonnengwb. Am

Turm gekuppelte Fenster, durch einen Pfl. getrennt, ornament- und

profillos. -- _Grabsteine_ 1516. -- Reich geschnitztes _Fachwerkhaus_ 17.

Jh. (no 54). Im Herrenhaus ornamentale rok. _Malerei_.

_BISCHOFSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Schloss* 1747 von _Chr. Heinemann_ fuer den Landesherrn Kurfuerst Joh.

Friedrich v. Mainz.

*Burgruine*, sehr zerstoert; unterhalb Spuren einer ehem. K.

_BISCHOFSWERDA._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Stadt-K*. Der Bau von 1497 war eine 3sch. Halle. Nach Brand 1813

Wiederaufbau durch _J. G. Michael_. Einige _Grabdenkmaeler_ des 17. Jh.

*Begraebnis-K*. 1573, erneuert 1814. -- Kolossales _Sandsteinkruzifix_ E.

16. Jh. Sandsteinkanzel, einfacher Aufbau mit grossen Reliefs. Recht gute

_Holzfigg_. um 1500. _Grabdenkmaeler_ des 18. Jh. in grosser Zahl.

*Rathaus* 1818 von _Thormeyer_. Wohnhaeuser aus derselben Zeit, sehr

bezeichnend in seiner hochmonumentalen Austeritaet das Gasthaus zum

goldenen Loewen. -- _Stadtmuseum_.

_BITTERFELD._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K*. Gering spgot. -- Grosser _Wandelaltar_ mit Doppelfluegeln, die

Gemaelde angebl. von dem Meister des Marktkirchenaltars in Halle.

_BLANKENAU._ RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-K*. sprom. mit got. Umbau. 1sch. auf kreuzf. Gr.

Vierung und Chor mit quadr. rundbg. Kreuzrippengwb. Vierungsturm.

_BLANKENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrueck.

*Schloss*. Wohl alte Grenzburg gegen die Slawen. Der Wohnbau auf eifoermigem

Grundriss hat rom. Mauerwerk, in juengerer Zeit duerftig hergestellt.

_BLANKENBURG._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Stadt-K*. Turm von 1385, im uebrigen modernisiert.

_BLANKENHAIN._ Sachsen-Weimar VB Weimar

*Dorf-K*. spgot., verbaut. -- Reste von Altarwerken, darunter bmkw. das

_Relief_ der H. Sippe, die Bemalung gut erhalten, um 1525. -- _Epit_. v.

1722. -- _Grabst_. -- _Glasbilder_ aus 16. Jh.

*Schloss* (jetzt Hospital). E. 15. bis A. 16. Jh. nach Braenden 1527 und

1667 erneuert.

_BLANKENHAIN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K*. 1714 erweitert und ausg. Burgkap, des 13. Jh., erhalten rundbg.

Turm ohne Bogenfeld. -- 5 _Holzfigg_. von einem zerstoerten Altarwerk des

17. Jh.

_BLANKENHEIM._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

Ehem. *Nonnen-Klst.-K*. 1218 hierher verlegt. 1sch. kreuzf. Anlage im

Uebergangsstil. Teils zerstoert, teils profan umgebaut. Reichskulpierte

Kragsteine am OGiebel und spitzbg. Fenster mit Saeulchen und reichen

Kapitellen. Interessantes Portal am noerdl. Ssch.

_BLEICHERODE._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Pfarr-K.* Erb. 1411 als kleine 3sch. Halle. Quadr. Chor in Breite des

MSch. 1711 voellig veraendert.

_BLINTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrueck.

*Dorf-K.* 1626 rest. mit abgeflacht 3seitigem Schluss und kleinem WTurm. --

Kuenstlerisch duerftig, nur als Spezimen aus dieser im Kirchenbau toten

Epoche von Interesse.

_BLOCHWITZ._ K. Sachsen AH Grossenhain.

*Dorf-K.* Bmkw. durch die Bemalung des Innenraumes von 1668.

Sandsteinkanzel 1550.

_BLOSSWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* A. 16 Jh., umgebaut 1697. Saal mit 3stoeckigem Schluss, Fenster

spitzbog., flache Stuckdecke. Reste guter _Holzplastik_ um 1510.

_Kanzelaltar_ von _Valentin Walter_ 1705. _Grabdenkmaeler_ 16.-18. Jh. in

grosser Zahl, die ansehnlichsten fuer Angehoerige der Familie v. Schleinitz.

_BLUMBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1694. Gut erhaltener Fachwerkbau, das weitraeumige Innere durch

Bemalung und Ausstattung von guter Wirkung. -- 9 _Epitaphe_, hervorzuheben

das des Joh. Chr. Weissenbach {~DAGGER~} 1690. _Glocke_ 1475.

_BOCKENHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Edelhof* ehem. der Herren Gremp v. Freudenstein. Portal bez. 1582, Wappen

1593.

_BOCKLET._ UFranken BA Kissingen.

*Badanlage* 1754.

_BODELWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrueck.

*Dorf-K.* Rom. OTurm mit 1/2kr. Apsis. Tuer bez. 1483.

_BODENLAUBEN_ (Botenlauben). UFranken BA Kissingen.

*Burgruine* mit 2 rom. Bergfrieden. Einst Sitz der Gf. Otto v. Henneberg

(vgl. Frauenroth).

_BODENRODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* ursp. got., 1688 erneuert, 1sch., Chor3/8. Rom. Turm mit

gekuppelten Fstrn. ursp. ueber dem Altarraum. -- Ausstattung bar.

_BODENSTEIN_ b. Wintzingerode Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Schloss* im 17. Jh., rest. und ausgebaut. Kapelle 1688 in gotisierendem

Barock, Ausstattung und Epit. aus der Bauzeit. -- Aussen nach W Truemmer

eines ma. Gebaeudes.

_BOeLLBERG._ Pr. Sachsen Saalkreis.

Ganz einfache, aber wohlerhaltene rom. *Dorf-K.*, eingezogene Apsis, kein

Turm. Auf der mit Brettern verschalten Balkendecke spgot. _Malerei_,

Teppichmuster.

_BOLZHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Chor 1614, Lhs. 1730. -- Aussen _Madonna_, treffliche Holzfig. um

1540.

_BONNLAND._ U Franken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Lhs. 1685, Chor im Turm, dessen Unterbau 13. Jh. Zahlreiche

_Grabsteine_ der Herren v. Thuengen und v. Russwurm. -- _Abendmahlskelch_ A.

15. Jh.

*Schloss* (15.-17. Jh. Thuengen, dann Russwurm). Malerische 2fluegelige Gruppe

aus sp. 16. Jh.

_BORAGK._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 13. Jh. Rom. Backsteinbau, ursp. ohne Turm, der Chor nach dem

Beispiel von Burxdorf rck. zu ergaenzen.

_BORITZ._ K. Sachsen AH Meissen.

*Dorf-K.* wesentlich modern. Bmkw. _Schnitzaltar_ ca. 1500-1520, einer der

besten in saechs. Dorf-K., angeblich aus dem Meissener Dom.

_BORNA._ K. Sachsen AH Borna.

*Haupt-K.* Chor voll. 1434, Schiff 1455, kleine 3sch. Hallenkirche, das

Lhs. 20,8: 17,7 m; langgestreckter Chor mit 3 Seiten des 6 Ecks geschl. --

_Altarwerk_ 1512, wohl das bedeutendste in Sachsen aus dieser Zeit; 4

bewegliche und 2 feste Fluegel; in geschlossenem Zustande zeigen sich nur

Gemaelde, bei der ersten und zweiten Wandlung nur Schnitzwerk, bez. H W Z,

dem Stil nach identisch mit dem Meister der "schoenen Tuer" in Annaberg

(Flechsig). -- Schoene _Glocke_ 1493.

*Kunigunden-K.* nach 1200. Unter starker Verunstaltung erkennt man als

Kern eine rom. flachgedeckte Pfeilerbasilika aus Backstein.

_BORNA._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1606, rest. 1709. Rck. Saal, innen 1/2kr., aussen polyg.

geschlossen. _Sandsteinkanzel_ um 1550 mit huebschem Relief an der

kreisrunden Bruestung. Stattlicher _Taufstein_ um 1610. _Denkmaeler_ 17. und

18. Jh., recht gut das des Pastors D. Wagner 1617.

_BORNA._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1753. _Altarwerk_ aus buntem Marmor 1756 von _Andrea Salvatore

Aglio_.

_BORNITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Schloss*. Hufeisenf. Gr., der mittlere Fluegel um 1500, der suedl. um 1580,

der noerdl. um 1600, in den Einzelheiten manches Bemerkenswerte.

_BORSCH._ Sachsen-Weimar VB Dormbach.

*Kath. Dorf-K.* In reicheren Barockformen um 1730, so auch die

Ausstattung. An der Rueckwand des bar. Altars _Schnitzwerk_ um 1500 (in

dieser Gegend nicht oft erhalten). -- _Fachwerkhaeuser_ 17-18. Jh.

_BORTHEN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Altes Schloss* 1543; gotisierende Fensterumrahmungen, schoenes rundbg.

Portal.

*Neues Schloss* 1700. _Bildnis_ der Graefin J. W. Bose, Meisterwerk von

*Antoine Pesne*.

_BOSAU._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz s. Posa.

_BOTTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* spgot. Chor in 3/8 mit Sakramentsnische, Schiff 1787, guter

Kanzelaltar A. 18. Jh.

_BOeTTIGHEIM._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* erb. 1701. Gute Innenausstattung. _Hochaltarblatt_ von _Mart.

Bolster_ 1706. _Holzfig._ St. Sebastian E. 15. Jh.

_BOYNEBURG._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Burg*. Stark zerstoerte Ruine, 12. und 14. Jh., ueber dem letzten der 4

Tore Rest der rom. Burgkap., 3stoeck. (got.?) Palas.

_BRACHSTEDT._ Pr. Sachsen Saalkreis.

Rom. *Dorf-K.*, got. umgebaut. Got. _Sakramentsnische_.

_BRAMBERG._ UFranken BA Hofheim.

*Burgruine*. Erste Zerstoerung durch Friedrich Barbarossa. Die vorhandenen

Bauten spgot.

_BRANDENBURG_ bei Lauchroeden Sachsen-Eisenach.

*Burgruine* an der Werra. Eine der umfangreichsten und malerischsten

Thueringens. 2 grosse Bergfriede. Der der "hinteren" Burg 13. Jh., unten

6eck., oben rund; der der "vorderen" A. 14. Jh., noch 23 m h. Weiterhin

Wohnturm mit Buckelquadern an den Ecken, Palas spgot. um 1600, Rondell fuer

Feuergeschuetz.

_BRANDENFELS._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Ansehnliche Burgruine*, Kap. 1248 (?).

_BRANDERODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Rechteckchor, Schiff, WTurm spgot. unbedeutend. Gute

_Holzmadonna_. _Grabst._ 1559, 1640.

_BRANDIS._ K. Sachsen AH. Grimma.

*Stadt-K.* 15.-17. Jh. -- *Herrschaftshaus* 1696, recht stattlich.

_BRAUNA._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Schloss* um 1700. Gemaeldesammlung.

*Herrenhaus* aus der Zeit, als der Dichter Gf. Fr. Leopold zu Stolberg

Besitzer war.

_BRAeUNSDORF._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.* A. 16. Jh. aus einer rom. Anlage nach O und W erweitert. Der

alte Chorturm, jetzt in der Mitte. 4fluegeliges _Altarwerk_ bez. 1512.

_BRAUNSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche* mit WTurm auf rom. Grundlage, 1700 und 1873 rest., wobei

treffliche rom. Kapitelle, denen des Doms in Naumburg verwandt, gefunden.

_BRAUNSDORF._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Schloss*. Wasserburg mit 4 Tuermen aus 16. Jh.; verfallen und umgebaut.

_BREHNA._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Stadt-K.* (ursp. Nonnenkloster) um 1200, spgot. verbaut.

_BREITENAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Der OTurm ueber dem rom. Chor; die rom. Apsis abgebrochen.

_BREITENAU._ RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. *Benedikt.-Klst.-K.* Gegr. 1113, voll. 1142. Einige spgot.

Veraenderungen. Jetzt die Ssch. abgebrochen, die Arkaden und Fenster

zugemauert, als Arbeitsanstalt vernutzt. -- Rom. flachged. Pfl.-Basilika

auf kreuzf. Gr.; der Chor nach Hirsauer Muster, d.h. 3sch.; 5 Apsiden so

geordnet, dass 3 gleichfluchtige am Chor, 2 an der OWand der Kreuzfluegel;

Doppeltuerme im W. Haupt L. 65 m. -- Der Hauptchor von den Nebenchoeren durch

eine Doppelarkade getrennt. Im Sch. 7 Arkaden. Die Pfll. quadr., von

schlankem Aufbau, mit verzierter Schraege und glatter Platte abgedeckt.

Ueber den Pfll. steigen lisenenartige Glieder auf, die mit dem Hauptgesims

sich verbindend, fuer jeden Arkadenbg. eine rck. Umrahmung ergeben (vgl.

Paulinzelle und andere Hirsauer Bauten). Am WEnde zwischen den Tuermen eine

gegen das Sch. mit 3facher Ark. sich oeffnende Vorhalle, darueber eine

desgl. Empore; das Stuetzensims sind Sll. mit Wuerfel-Kaptt. an einem Kapt.

eine maennliche Figur mit der Beischrift _Henricus_. -- Aussenbau: Lisene mit

einfachem Dachgesims, an den Apsiden bereichert durch Bogenfries. Das

WPortal verstuemmelt. Das 2. WGeschoss im 13. Jh. umgestaltet; daher auch

die Gwbb. der Empore. Die Tuerme ohne Obergeschoss (abgetragen? oder nie

ausgefuehrt?) In der Mitte der WFront ein maechtiger Glockenturm, 1898

errichtet. -- An den spgot. Gwbb. des Qsch. ziemlich gut erhaltene

_Malereien_ (so 1866; jetzt uebertuencht). Von den Klostergebaeuden und

Ringmauern unerhebliche Reste.

_BREITENBACH._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Reichsburg*. 1138 von Kaiser Konrad III. dem Bistum Zeitz geschenkt. Die

1908 ausgegrabenen Fundamente ganz erhalten. Ringmauern 2,20 m stark.

Bergfried 9 m im Geviert, Mauerstaerke ueber 3 m. Die Burg liegt in einem

vorgeschichtlichen doppelten Ringwall. Nebenan eine kleine Burg, sog.

Kemnate.

_BREITENBACH._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* 1sch. einfacher Renss.Bau um 1680, aussen 2 Fensterreihen, innen

Emporen, Altar im OTurm mit beschiefertem Spitzhelm und Erkertuermchen.

_BREITENHAIN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* Chorquadrat und Apsis rom., Lhs. 1505.

_BREITENSEE._ UFranken BA Koenigshofen.

*Pfarr-K.* Typischer Juliusbau (1598) mit selten in aehnlicher

Vollstaendigkeit erhaltener Renss.-Einrichtg. (Fluegelaltar mit Reliefs,

Sakramentsnische, Orgelgehaeuse und Spuren von Renss.Malerei [uebertuencht]

an den Langhauswaenden).

_BREITENWORBIS._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* 1681. 1sch. mit 4/8 Schluss; der westl. Dachreiter mit

umlaufender Galerie nach mittelthueringischem Typus.

_BREITUNGEN_ s. Frauenbreitungen und Herrenbreitungen.

_BREMEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.). Erb. 1730 durch den Fuerstabt von Fulda Ad. v. Dalberg,

Verputzbau mit Sandsteingliederung in guter Formbehandlung. Der 1sch.

flachged. Innenraum mit wuerdevollem Reichtum ausgestattet. -- _Kanzel_ und

3 _Altaere_ aus Stuckmarmor, praechtig geschnitzte _Kommunionbank_.

_BREND-LORENZEN_ bei Neustadt a. S. UFranken.

*Dorf-K.* Als solche gross. Rom. flachgedeckte Pfl.Basilika. Vom alten Lhs.

nur die 2 oestl. Arkadenpaare und die westl. Frontmauer erhalten; der

uebrige Teil des Lhs. durch Abbruch der Sschiffe im 16. oder 17. Jh. 1sch.

gemacht. Einfache rundbg. WTuer mit sprom. profilierter Fase. Im O massiver

Turm, dessen Erdgeschoss als Altarhaus dient (eine Verbindung, die bis in

die got. Zeit fuer diese Gegenden typisch blieb); aussen das rom. Gepraege

wenig veraendert; die Giebel, auf denen das Satteldach sitzt, haben frgot.

Klangarkaden; die tieferliegenden sind aus 12. Jh., Teilungssaeulchen mit

Wuerfelknaeufen. -- Ausstattung bar. -- Aussen an der NS. _Oelberg_ bez. 1497,

Figg. lebensgross, roh.

*Laurentius-Kap.* mit hoher Ringmauer, Typus einer mittelalterlichen

Zuflucht.

_BREUNA._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.*, got. Chor-Turm, Lhs. 1sch. mit 3 quadr. Kreuzgwbb., breite

ungegliederte Gurten. -- _Steinkanzel_ 1561 mit 4 Evangelisten. _Taufstein_

rom. reich mit Blattwerk. 3 _Epitaphe_ derer v. d. Malsburg gering, gut

die _Bronzetafel_ 1631 von _Gottfr. Koehler_ aus Cassel.

_BRIESSNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* 1474 fast ganz erneuert als langgestreckter flachgedeckter Saal

mit WTurm; erhalten blieb aus E. 13. Jh. der eigenartig profilierte

Triumphbg. und die Umfassungsmauern des 5/8 Chors, am Schluss ein frgot.

Masswerkfenster, 3teilig mit spitzen Kleeblattbgg. und 3 Dreipaessen. --

[Fragmentierter _Fluegelaltar_ E. 15. Jh. im Dresdener Altert.-Ver. no

2621-23. _Kreuzigungsgruppe_ 1529, Bemalung 17. Jh. ebenda no 2515.]

_Glasgemaelde_ um 1500. Rom. Taufstein. Mehrere _Denkmaeler_ 17. und 18. Jh.

_BRINNIS._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.*, rom. Unterbau, spgot. erneuert. -- Der spgot. _Schnitzaltar_

gehoert zu den besseren.

_BRONN._ OFranken BA Pegnitz.

*Dorf-K.* mit rom. Portal.

_BRUCHKOeBEL._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K.* 1724. Turm 1410, Abschluss mit Zinnen, erhoehten Ecken, steinernem

Helm.

_BRUeCKEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* Chor 13. Jh. gerade geschlossen, rippenloses Kreuzgwb.

_BRUeCKENAU._ UFranken BAmtsstadt.

*Schloss* (jetzt Hotel) erb. in 2. H. 18. Jh. von den Fuerstaebten von Fulda.

_BRUeNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1671. Emporen in 2 Geschossen. Flache Decke. Fenster spitzbg.

und auch sonst noch got. Reminiszenzen.

_BRUNNHARDTSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Kirche* von 1732.

_BUCH._ K. Sachsen AH Doebeln.

*Cisterc.-Klst.* A. 13. Jh. Seit 16. Jh. zerfallen. Aus Bruchstuecken und

ausgegrabenen Grundmauern die Anlage erkennbar. Gr. normal kreuzf.

Seitlich vom Chorquadrat je 2 Kapp., die mit der OWand des Hauptchors in

gleicher Flucht schliessen; im Msch. 5 Quadr., doppelt soviel in den Ssch.,

also gebundenes System. Die Ssch. hatten Kreuzrippengwbb. Ungewiss die

Deckenform des Msch. Chorkapellen mit 1/2kr. Tonnen. Baustoff: Bruchstein

mit Hausteingliedern. -- _Klostergebaeude_. Auf der WSeite des Hofes das

2sch. 5jochige Refektorium. Verhaeltnismaessig gut erhalten das abgesonderte

Abtshaus, z.T. 13., z.T. 15. Jh.

_BUCH._ UFranken BA Hassfurt.

*Dorf-K.* 1616. 1sch. flachgedeckt, der gewoelbte Chor im OTurm.

Stuckdekoration und Altarausstattung M. 18. Jh.

_BUCHA._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* Lhs. got. Der in der Anlage rom. Turm infolge von Erweiterungen

in der Mitte. -- _Kanzelaltar_ 17. Jh.

_BUCHAU._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* Einfach sprenss., rck. mit 3seitigem Schluss. Schoener Giechscher

_Grabstein_ 2. H. 16. Jh.

*Schloss* der Grafen v. Giech, kleiner Befestigungsbau mit halbrunden

Mauertuermen, z. T. mit Buckelquadern. Palas 1470.

_BUCHBRUNN._ UFranken BA Kitzingen.

*Ev. Pfarr-K.* Wohlgegliederter OTurm, Ueberg.-Stil nach M. 13. Jh. -- Bmkw.

spgot. _Taufstein_ 1522.

*Kath. Pfarr-K.* um 1700, noch mit gotisierenden Anklaengen.

_BUCHELOH._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Grosse *Dorf-K.* Der rom. Turm in der Mitte; ehemals Chor-Turm; Lhs. 1729;

aus derselben Zeit die _Kanzel_ und der huebsche _Taufengel_.

_BUCHHOLZ._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Katharinen-K.* 1504-21. Geplant als 3sch. Hallenbau mit Emporen, jedoch

unvollendet gelassen, mit Holzdecke geschlossen. Die jetzigen Emporen

1872. -- Die _Gemaelde_ an der Chorwand entnommen dem ehem. Hochaltar in der

Franziskaner-K. in Annaberg, von einem saechsischen (nicht oberdeutschen)

Meister nach 1521, z. T. mit Benutzung von Duerers Marienleben.

*Begraebnis-Kap.* _Fluegelaltar_, im Mittel Gemaelde mit dem hl. Wolfgang und

der Sage vom Traum des Bergmanns David und dem Ursprung des Annaberger

Bergbaus, um 1520.

_BUeCHOLD._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Chor (4/8) in der Anlage aus Ma., das 1sch. flachged. Lhs. und

die 2 den Eingang zum Chor flankierenden Tuerme 1619. Gleichzeitig die

_dekorative Ausmalung_, hauptsaechlich Umrahmungsmotive um Fenster, Tueren

und Chorbg., von _W. Ritterlein_, und die _Altargemaelde_ in frbar. Aufbau.

*Schloss*. Runder rom. Bergfried, Bering annaehernd kreisf., got.

_BUeCHENBACH._ OFranken BA Hoechstadt.

*Dorf-K.* Spuren von Befestigung.

_BUeHLER._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Erb. von B. Julius 1611-14, Turm ueber dem Chor.

_Sandsteinkanzel_ 1594.

_BULLENHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Chor im OTurm um 1300, rom.-got. Kompromiss. -- Einheitliche

_Ausstattung_ um 1660. Stattliches _Bildnisepitaph_ eines Gf. v.

Schwarzenberg {~DAGGER~} 1579.

Im Dorf eine Reihe gefaelliger *Fachwerkhaeuser*.

_BUNDORF._ UFranken. BA Hofheim.

*Schloss* der Truchsess v. Wetzhausen. SFluegel 2. H. 16. Jh. NFluegel um

1700. Huebsche Innendekoration A. 18. Jh.

_BUeRABERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Kapelle*. Aeltester hessischer Bischofssitz, vom h. Bonifacius gegr. Jetzt

einfache Wallfahrts-K., im 17. Jh. mit Beibehaltung der rom. Anlage

hergestellt.

_BURGEBRACH._ OFranken BA Bamberg II.

*Pfarr-K.* Chor und Turm 1454, Schiff 1731. -- _Oelberg_ aus Fuernbach

uebertragen, ca. 1580-1600.

_BUeRGEL._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Kirche* spgot. und 17. Jh., am Portal Formen aus beiden Epochen

zusammengearbeitet. -- Reste der Stadtbefestigung.

*Klst. Buergel* s. Talbuergel.

_BURGGAILENREUTH._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Schloss*, nach Zerstoerungen im Bauernkrieg und im 30j. Krieg einfach

hergestellt.

_BURGGEHAIG._ OFranken BA Kulmbach.

Zahlreiche schoene *Fachwerkhaeuser*.

_BURGGRUMBACH._ UFranken BA Wuerzburg.

*Dorf-K.* Gotisierender Neubau 1613. Juliuswappen. -- Reiche _Bar. Kanzel_

A. 18. Jh. _Gemaelde_ des ehemal. Hochaltars bez. _Francesco Mica_ 1714.

_Grabmal_ der Anna v. Grumbach ({~DAGGER~} 1598), liebenswuerdige Kinderfigur in

Renss.-Aedikula. -- Im Dorf 4 bar. _Bildstoecke_ mit reicher Plastik.

*Schloss*. Stammsitz des 1328 ausgestorbenen Geschlechtes der Grumbach; kam

dann an die Wolfskeel, die sich nach G. nannten. Die bestehenden Bauten

unbedeutend, E. 16. Jh.

_BURGHAeSELER._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*"Alte Kapelle"* (jetzt Remise), ein seiner Bestimmung nach raetselhafter

3stoeckiger, in viele kleine Gemaecher geteilter Bau aus A. 16. Jh.

*Dorf-K.* mit gut erhaltenem rom. OTurm.

_BURGHASUNGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Turmruine* sprom. Einziger Rest der 1082 gegr. Benedikt.-Abtei. 4seitiges

Erdgeschoss, hohes 8seitiges Obergeschoss. Im Jahre 1896 stuerzte dieser

Turmrest ein. Ecklisenen, keine horizontale Gliederung bis auf den

Zahnschnitt unter dem Obergeschoss, letzteres mit schlanken gekuppelten

Schalloeffnungen.

_BURGISDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* rom. einfachster Art, keine Apsis. Seitliche Vorhalle mit

gekuppelten Fenstern. Tuerloser WTurm in der Breite des Schiffes. An der

Tuer aeusserst primitive _Plastik_. An der OWand grosses fruehgot.

_Wandgemaelde_.

_BURGJOSSA._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Wasserburg*. Raetselhaft der grosse 1/2kr. Ausbau aus Buckelquadern ; die

Vermutung, dass er der Rest eines grossen Bergfrieds des 12. Jh. sei, hat

sich nicht bestaetigt. Das Herrenhaus einfache Anlage bez. 1573.

_BURGK._ Reuss ae. L. LA Greiz.

*Fuerstl. Schloss* aus 16. und 17. Jh., wohl erhalten, doch ohne archit.

Bedeutung. Einige huebsche dekorierte Gemaecher.

_BURGKUNDSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* 1812, Toranlage des Pfarrhauses 1723.

*Rathaus* mit hervorragend schoener Holzarchit. des 17. Jh. Auch sonst viel

vortreffliche und gut erhaltene Fachwerkhaeuser 17. bis 19. Jh.

_BURGLAUER._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* Turm unten spgot., oben 17. Jh. Langhaus 1602. -- Wuerzburger

Schule. _Holzfigur_ der Madonna, A. 16. Jh. _Grabsteine_ des Ritters

Bernhard von Steinau und seiner drei Frauen 1486, 1494, 1500, 1508.

_BURGLEMNITZ._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* von rom. Anlage. -- Huebscher _Taufstein_ aus 1. H. 17. Jh.,

Alabaster. Auf dem Kirchenboden Reste von 3 spgot. _Altarwerken_.

_BURGREPPACH._ UFranken BA Hofheim.

*Ev. Pfarr-K.* Chor mit Turm 1585, Lhs. 1734. -- Bar. _Grabsteine_ der

Reichsfreiherren Fuchs von Bimbach.

*Schloss* nach 1726. Stattliche, monumental gehaltene Anlage, Gr.

triklinienfoermig, der Eckpavillon turmartig ueberhoeht, Details in der

Richtung des Bamberger Spaetbarock. Saal mit guten Stuckaturen und

Gobelins.

_BURGSCHEIDUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Der rom. Ursprung in mehreren Einzelformen erkennbar. Bedeutend

die 3 _Epit._ der Familie v. Wiehe 1568, 1596, 1598, wohl alle drei von

_Christoph Weber_, in dem man hier einen hervorragend tuechtigen Meister

kennen lernt; von ihm wohl auch die _Kanzel_.

*Schloss*. Von der Burg des Ma. nichts erhalten. E. 16. und A. 17. Jh.

regelmaessige 3Fluegelanlage, die vordere Hofseite nach der Unstrut offen.

Ausgebaut 1724 ff. von _Daniel Scholz_ fuer Gf. Levin v. d. Schulenburg.

Vom aelteren Bau der SOFluegel mit Treppen-Turm und reichem Portal bez.

1633. Der Scholzsche Umbau nicht in Vollstaendigkeit ausgefuehrt. Splendider

Quaderbau mit Keller, 2 Hauptgeschossen und Mansarddach. Ungemein reich,

aber in die Gesamtkomposition nicht gut eingefuegt (ein spaeterer Gedanke)

der Mitteltrakt; aus dem Gartensaal fuehrt eine Freitreppe mit

geschwungenem Doppellauf zum Park. Dieser mit Terrassen, Grotten und

Statuen reich ausgestattet.

_BURGSINN._ UFranken BA Gemuenden.

*Pfarr-K.* neu. Guter, klassizist. _Hochaltar_ um 1770. -- An den

Langhauswaenden gute _Epitaphien_ des 16. und 17. Jh. Neben dem Hochaltar

_Oelgemaelde_, die drei Frankenapostel, um 1700, in der Art des _Osw.

Onghers_.

*Wasserschloss*. Quadratische Anlage mit 4 quadratischen und einem runden

Eckturm. Quadratischer, massiger Bergfried aus 11. Jh.; aus dieser Zeit

noch die Anlage des teilw. erneuerten Beringes. Die Wohnbauten aus 16. Jh.

Das ursp. Aussehen einer fraenkischen Wasserburg gut bewahrt.

*Fronhofschloesschen*. 1607. Huebscher, 2geschossiger Renss.Bau mit

ausspringendem Treppenturm und gegruendetem Erker.

*Neues Schloss*. 1620. Einfach.

_BURGSTAeDT._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Stadt-K.* 1522, 1sch. flachgedeckt. Schluss 5 Seiten des 10Ecks,

bedeutende Raumwirkung, 36,5 m l., 17,1 m br.

_BURGWALDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.). Umbau von 1700, bmkw. _Schnitzaltar_ aus 2. H. 16. Jh.

_BURGWENDEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* OTurm mit sprom. gekuppelten Fenstern und Spuren einer Apsis.

Lhs. 1695 erweitert.

_BURGWERBEN._ Pr. Sachsen Kr. Weissenfels.

*Dorf-K.* Eine ehemalige Pfl.Basilika im Uebergangsstil des 13. Jh., die im

30j. Kriege ihre Seitenschiffe verloren hat; das polyg. Altarhaus 1581.

_BURGWINDHEIM._ OFranken BA Bamberg II.

*Pfarr-K.* einheitlich bar., nicht bedeutend.

*Kurie* des Klst. Ebrach (jetzt Rentamt), 1720-25, fuer _B. Neumann_ in

Anspruch genommen; originelle Gr.gliederung; aus einem quadr. Mittelbau,

der einen einzigen grossen Saal enthaelt, entwickelten sich in dreifachem

Vorsprung 4 Eckpavillons; bei maessigen Dimensionen imposante Gesamtwirkung.

_BURKARTSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Der gerade Chor rom., sonst 15. Jh. Gute _Grabsteine_ 16. Jh.

_BURKAU._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1725 und 1897. -- Vortreffliches Relief der hl. _Sippe_ A. 16.

Jh. -- _Altar_ im Ohrmuschelstil. -- v. Braun- und Wartenbergsche _Gruft_ A.

18. Jh., mit Denkmaelern.

_BURKHARDRODA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Kirche*. 1787. Glocke 1505 mit Relief der h. Anna Selbdritt.

_BURKHARTSWALDE._ K. Sachsen AH Meissen.

*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt), spgot. 3sch. Hallenkirche, nicht zu Ende

gefuehrt. -- _Altaraufsatz_ ca. 1640, reich in der Dekoration, das

Statuarische mittelmaessig. Got. _Sakramentshaeuschen_ 14. Jh., ziemlich

derb, vielleicht aus Klst. Altzelle. 3 _Epit._ E. 16. Jh.

_BUSCHDORF._ Pr. Sachsen Saalkreis.

Rom. *Dorf-K.*, got. umgebaut. Bmkw. das rom. _Sakramentshaeuschen_.

_BUTTENHEIM._ OFranken BA Bamberg I.

*Pfarr-K.* 1754, Fassade mit Statuen, reiche Innenausstattung. 10

Grabmaeler der Familie v. Stiebar 1491-1579.

*Schloss* der Frhh. v. Seefried.

_BUTTHART._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1769 von _Geigel_, Turm 1594. -- _Oelberggruppe_ 17. Jh.,

ueberlebensgross, nicht schlecht.

_BUTTLAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. -- _Kanzel_ und _Hauptaltar_

von auffallend feiner Qualitaet (aus Klst. Amoeneburg).

_BUTTSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K.* S. Michaelis, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus 18. Jh. Der

seitlich stehende Turm aehnlich dem der Haupt-K. zu Jena. Das Ganze typisch

fuer eine barockisierte thueringische Kleinstadtkirche. -- Prunkvoller, sehr

"katholisch" aussehender _Altar- und Kanzelbau_ 1727. Deckenmalerei von

_Fr. Dom. Minetti_.

*Friedhof* mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. Unter den

_Grabsteinen_ vom 16. Jh. ab viel Gutes.

_C_

(Siehe im uebrigen *K*)

_CHEMNITZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Schloss-K.* (Benedikt.-Klst.), gegr. 1136, Erneuerung des Klst. 1499 ff.,

der K. 1514-1525. Vom rom. Bau ruehren her das Chorquadrat, die aussen

platt, innen mit 1/2kr. Nischen schliessenden, mit Tonnen ueberwoelbten

Nebenchoere und das suedl. Qsch.; hier auch einiges Detail aus 12. Jh. Die

(vermauerten) Fenster an der Hochmauer des Chors und einiges im Qsch., wo

eine mit den Wohnungen der Moenche kommunizierende Empore gewesen zu sein

scheint, rom. zu got. Der anschliessende OFluegel des Kreuzgangs frgot. Das

Lhs. spgot. von aehnlichem Habitus wie die K. in Freiberg, Annaberg, Pirna,

nur schmaeler in den Sschiffen (eine Folge der beibehaltenen rom.

Grundmauern). Das Prinzip der einheitlichen Decke besonders konsequent

durchgefuehrt; die Gurtrippen fehlen ganz. Empore nur im noerdl. Ssch.

Ausserhalb der westl. Stirnmauer eine Vorhalle und ueber ihr zwei, nur bis

zur Schiffshoehe ausgefuehrte Tuerme. Ueber der kleinen Tuer des noerdl. Ssch.

erhebt sich in voller Hoehe der Wand eine eigentuemliche _plastische

Dekoration_, bez. 1525. Sie ahmt ein Baugeruest von rohen Staemmen nach; die

Aeste teils gekappt, teils miteinander verschlungen; die zwischen ihnen

liegenden Wandfelder mit Statuen ausgesetzt. Zuunterst Loewen; darueber, in

Hoehe der Tuergewaende, der Kaiser Lothar und die Kaiserin Richenza als

Stifter; im folgenden Geschoss die Maria und 4 Heilige, im dritten die

Trinitaet und Engel. Neben der "schoenen Pforte" in Annaberg die wertvollste

plastische Leistung dieser Zeit und Landschaft. Die Koerperbildung hat

Wucht und Wuerde, die Behandlung des Fleisches ist weich und breit, die

Gewandung erinnert an die Wuerzburger und noch mehr an die Mainzer Schule;

eventuell Vermittlung durch den _Backofenschueler_ in Halle. -- Im Innern

die aus einem einzigen Stamm geschnitzte _Gruppe_ der Staeupung Christi;

die gegenstaendliche Auffassung grell naturalistisch, die kuenstlerische

Behandlung nicht ohne Feinheit, nahe verwandt der Tulpenkanzel im

Freiberger Dom. [Die schoene Sandsteinkanzel. Fr. Renss. 1538, jetzt im

Museum.]

*Kloster*. Wenige Reste erhalten: ein Masswerkgiebel in Backstein E. 15.

Jh., dekorative Bruchstuecke von einem Bau des Kf. Moritz.

*Jakobi-K.* 15. Jh.; vom Bau des 13. nichts erhalten. -- Hallenkirche von 4

Jochen, Sschiffe mit 8Eckschluss, der Hauptchor zu einer 3sch. Anlage mit

7/10 Umgang erweitert. Turm isoliert in suedwestl. Richtung. -- [_Heiliges

Grab_ aus Holz geschnitzt von _Georg Johann Kil_ 1480; es ist 2,75 m l.,

1,25 m br., 3,45 m h. und baut sich zweigeschossig in Form einer Laube

auf; in den 8 Nischen des niedrigen Untergeschosses je ein schlafender

Waechter; im Obergeschoss der Leichnam Christi; draussen vor den 8

Bogenoeffnungen (je 3 an den Langseiten und 1 an den Schmalseiten) standen

auf Konsolen ebensoviel Leidtragende (Joseph von Arimathia, Nikodemus

usw.); die Gesamtanordnung also vergleichbar dem Sebaldusgrab _P.

Vischers_. Das Figuerliche derb handwerksmaessig, das Architektonische mit

seinen geschmeidigen Masswerkformen in seiner Art vortrefflich. Das stark

beschaedigte und mehrerer Figuren beraubte Werk jetzt im Museum des

Chemnitzer Geschichtsvereins; ebenda noch andere aus der Jakobi-K.

stammende Kunstwerke.] [Fluegelgemaelde des abgebrochenen Hochaltars aus A.

16. Jh. im Museum.] Auch der an seine Stelle getretene Bar.-Altar

entfernt; seine Gemaelde, von _A. F. Oeser_, jetzt in der Sakristei. -- 2

_Abendmahlskannen_ 1663, Augsburger Arbeit.

*Johannis-K.* Erster Bau 1254, zweiter A. 16. Jh., nach Zerstoerung 1547

erneuert 1565; ohne archit. Interesse. Portal mit aehnlicher Umrahmung von

Astwerk wie das der Schloss-K.; im Mittel _Relief_ mit der Auferstehung der

Toten nach Hesekiel c. 37; darueber ein zweites mit dem Juengsten Gericht. --

_Kanzel_ 1721 aus dem spgot. Altarwerk zusammengesetzt. -- _Taufstein_, am

Fusse betende Kinderfiguren (vgl. Annaberg; das Motiv erhaelt sich bis A.

17. Jh., s. Weissbach AH Floeha).

*S. Pauli-K.* 1760. _Altarbau_ von reicher Archit., steinerne Freifiguren

der beiden Johannes, Gemaelde v. _Ch. W. E. Dietrich_.

*Rathaus* ursp. 1496, durch oeftere Braende beschaedigt; in einigen Raeumen

Einzelheiten aus Fr.Renss.

*Wohnhaeuser*. Durch den Stadtbrand im 30jaehr. Kriege und andere im 18. Jh.

viel zerstoert. Die Ueberreste zeigen, dass Chemnitz eine reiche Fr.Renss.

der lombardischen Richtung besass. Das Portal im Hofe der inneren

Klosterstr. no 8 bez. 1542, in der Figur des guten Hirten Anklang an den

Hallenser _Backofenschueler_ (vgl. Portal der Schloss-K.). Sehr gut das

Portal Markt no 15 bez. 1559.

_Altertuemersammlung_ im Koenig-Alberts-Museum.

_CHRISTENBERG._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Das flachged. Schiff hat kleine rom. Fenster, 1817 erhoeht und

modernisiert. Chor 1520, 2stoeckige Aussenhalle als Kanzel. Fraenkischer

_Steinsarg_.

_CHRISTES._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Wallfahrts-K.* am Christusborn. M. 15. Jh. Kleine 3sch. Basilika von 3

Jochen. In der Sakristei wertvolle spgot. _Wandmalerei_.

*Bauernhaus*. Reicher Fachwerkbau 1619.

_D_

_DAGOBERTSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Dorf-K.* spaetgot. auf rom. Fundamenten. Quadr. Turm mit Spindeltreppe.

Rom. Altarmensa.

_DAHLEN._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Stadt-K.* Der stark gestreckte Chor mit 3/8 Schluss 1475. Lhs. 3sch. Halle

aus 2. H. 16. Jh., reiches Netzgwb. mit schwaechlich profilierten

Formziegelrippen. Portal in feiner, nicht zu reicher Renss. -- Stattlicher

spgot. _Sakramentshaus._ _Mosesstatue_ (Kanzelfuss) um 1500. Schoener,

interessanter v. Schleinitzscher _Grabstein_ um 1530 in der Art des _Hans

Schickentanz_.

*Schloss*. 1744-51 fuer Gf. Heinrich v. Buenau. Grundriss in Form eines H.

Aussenarchitektur sehr einfach. Im Innern besonders bmkw. der Saal in

weissem Stuckmarmor; die Kinderreliefs in der Art _Knoeflers_, die

Deckenmalerei 1756-59 von _A. F. Oeser_; von demselben das Treppenhaus und

der Kaisersaal. Bmkw. _Bildnisreihe_ von _Silvestre_, _Liotard_, _Graff_,

_Oeser_, _Vogel_. Meissener _Porzellan_ z. T. ersten Ranges.

_DANKMARSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K*. 1sch. mit 5seitig polyg. Chor von 1586 und WTurm von 1431, das

Kielbogenportal 1586.

_DARSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.

_Dorf-K_. 1597, spitzbg. Fenster und Netzgwbb., Ehewappen Zobel-Echter. --

_Deckengemaelde_ bez. _Thalheimer_ 1765. _Hochaltar_ mit reicher und

tuechtiger Sandsteinplastik (Himmelfahrt), alt bemalt, 1598 von _Joh.

Juncker_. _Kanzel_ aus derselben Zeit, Holz. -- _Bildnisgrabsteine_ der

Zobel v. Giebelstadt 1553 (Art des _Peter Dell_), 1554, 1560, 1772. --

_Kelch_ von _Stipeldey_ in Augsburg 1777.

*Schloss* der Zobel. Zwei durch einen (juengeren) Zwischenbau verbundene

Giebelhaeuser mit runden Ecktuermen, etwa A. 17. Jh.

_DAUMITSCH._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K*. aus A. 16. Jh., im 18. Jh. fuer die Verhaeltnisse praechtig

erneuert; die Bruestungen der Emporen und die flache Decke ganz bemalt;

besonders reich der _Altarbau_.

_DAUTZSCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K*. 1sch. rom. Anlage mit frgot. und bar. Veraenderungen. Schiff,

Chor und Apsis in den Breiten voneinander abgesetzt. -- Rom. _Taufstein_.

_DEHLITZ U. B._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K*. Gut erhaltene fruehestgot. Anlage des 13. Jh., am eingezogenen,

platt geschlossenen Chor spitzbg. Dreifenstergruppe.

_DELITZSCH._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K*. Backstein mit Sandsteingliedern, spgot. Hallenkirche 1404,

Netz- und Stern-Gwb.; der in den Gr. unorganisch eingefuegte WTurm auf

aelteren Grundmauern. Die Emporen sollen z. T. noch aus 15. Jh. sein.

_Oelberg_ 1410; _Schnitzaltar_ 1437 mit Doppelfluegeln von 1492; gelobt ein

_Triptychon_ von 1511, ganz gemalt; in der Kreuzkap. ansehnliche

Renss.Grabmaeler 1576, 1584, 1614, 1615.

*Gottesacker-K.* Wertvoller _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. (das J. 1550 das der

Uebertragung, nicht der Entstehung).

*Spital-K.* spgot. 1sch. Doppelfluegeliger _Schnitzaltar_.

An *Buergerhaeusern* einige Renss.Portale. *Stadtmauern* und 2 Tuerme.

_DERMBACH._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

*Kathol. Pfarrk.* Reicher Barockbau 1732-36, verwandt den Kirchen in

Bremen und Schleid. 1sch. mit 3 weiteren Kreuzgewoelben ueber reicher

Wandarchitektur. In der 1/2kr. Chornische der imposante _Hochaltar_ mit

korinth. Sll. aus farbigem Stuckmarmor und 4 sehr grossen geschnitzten

Figg. _Kanzel_ und Schalldeckel in Stuckmarmor. _Gestuehl_ und 4

Beichtstuehle gut geschnitzt, Eichenholz. _Wappentafel_ des Abts v.

Dalberg. -- Daneben das 1730 erbaute Franziskaner-Kloster.

*Evangel. Pfarrk.* Sch. 1714. Turm aus sp. Ma. Kirche 3sch. mit

Tonnengewoelbe aus Holz. 2 Emporen uebereinander auf Rundsaeulen. 2 gute

reiche _Barockportale_. _Holzrelief_ des Abendmahls um 1475, nach der

Tradition aus der Kirche von Hartschwinde bei Dermbach stammend. Bar.

_Epitaph_.

*Schloss* der Fuerstaebte von Fulda 1707, Wappentafel v. Schleifras. --

_Gasthaus_, Fachwerkbau 1613.

_DETTELBACH._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Oft veraenderter Mischbau. Die spgot. Haelfte koennte als

Hallenkirche geplant gewesen sein; jetzt 1sch. mit umlaufenden Kapellen,

Schluss in 4 (sic) polyg. Seiten. 1770 ein ebenfalls polyg. schliessender

WBau angefuegt. -- Reichliches _Altargeraet_ um und nach 1700, durchweg

augsburgisch.

*Wallfahrts-K.*, verbunden mit Franzisk.-Klst. 1610-1614. Ein

Hauptbeispiel des sog. Juliusstils, d.i. eines Kompromisses von SpGotik

und FrBarock. Erhalten blieb aus A. 16. Jh. der grazioese spgot. Chor. Das

Gwb. in kunstvollen "gewundenen Reihungen", an den Schlusssteinen die

Wappen der Fuerstbischoefe Lorenz v. Bibra (1493-1519) und Konrad v. Thuengen

(1519-40). -- Der Juliusbau nach neuem Plan und in groesserem Massstab (aus

den Akten geht nicht hervor, welchem der mehreren Werkmeister der Entwurf

zukommt). Qsch. 32 m l., 10,5 m br.; Lhs. 1sch. 20 m. l., 11,5 m br. Der

Raumeindruck dem eines Zentralbaues sich naehernd, in seiner bequemen Weite

renss.-maessig. Decke Tonnengwb. mit got. gewundenen Reihungen auf

Renss.Pilastern. Die Moenchsempore im noerdl. Qsch. 1659 eingebaut. --

Aeusseres: Verputzbau mit Quaderecken. Die Formen got. in den spitzbg.

Fenstern mit Fischblasenmasswerk und den abgetreppten Strebepfeilern,

renss. in den Gesimsen und dem schweren Giebelschmuck. Die WFront gibt

eine grosse glatte Flaeche als Folie fuer einen der prunkvollsten Portalbaue.

Dieser in frbar. Formcharakter, von _Mich. Kern_ 1611-13. Um die nicht

grosse rundbg. Tueroeffnung eine kolossale Rahmenarchitektur, die in ihren

Motiven sich den Altarbauten dieser Zeit eng anschliesst; ebenso in der

Anordnung des ueberreichen plastischen Figurenwerks. -- _Innenausstattung_.

Aus der Juliuszeit nur die ueberaus prunkvolle _Kanzel_ (Sandstein und

Alabaster) erhalten, 1626 von _M. Kern_; gegenstaendliches Motiv die Wurzel

Jesse; in der dekorativen Empfindung noch viel Spaetgotisches. Im Zentrum

grosser _Gnadenaltar_ in Stuckmarmor, von _Augustin Bossi_ 1779; das

Gnadenbild (Pietasgruppe) um 1500. -- Im _Kirchenschatz_ hervorragendstes

Stueck Monstranz von _Joh. Zeckel_ (Augsbg), um 1700.

*Klostergebaeude* 1616-20, 4fluegelige Anlage in einfachster

*Rathaus* A. 16. Jh. An der Fassade (Langseite) baut sich nicht ohne

monumentale Wucht eine doppellaeufige Freitreppe auf, ueber dem Podest eine

Laube und ueber dieser ein polyg. Choerlein; die einfach behandelten Fenster

asymmetrisch verteilt; die Giebel der Schmalseiten mit derber

Blendengliederung. Das Innere grossenteils veraendert, gut erhalten und

bmkw. die Ratsstube mit Erker und Vorplatz; got.-renss. Kompromiss.

*Stadtbefestigung* vollstaendig erhalten, wenn auch in broeckligem Zustande.

36 vollrunde Mauertuerme in Abstaenden von 26-30 m. Gewoehnlich folgt auf 2

kleinere ein groesserer. Von den einst 5 Toren noch zwei.

_DIEBACH._ UFranken BA Hammelburg.

*Pfarr-K.* Rom., A. 13. Jh. Kreuzfoermiger Chor im Ostturm. Querschiff und

Langhaus stark veraendert. -- 3 spaetgot. _Holzfigg._ E. 15. Jh.

_DIEDORF._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* Einheitlich 1785. Altar, Taufstein, Kanzel und Orgel in

charakteristischer Zusammenordnung.

_DIENSTADT._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* Rom. Turmchor; sonst im 15. und 17. Jh. umgebaut. --

_Schnitzaltar_ nach 1500, wohl der beste der Gegend.

_DIETENBORN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Ehem. *Kloster*. Die spgot. Konventgebaeude als Landsitz umgebaut. wenige

rom. Reste der K.

_DIETERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1785. Sandsteinquaderbau, Fenster mit gemusterter

Blankverglasung. Gestuehl rok.

Schoenes _Fachwerkhaus_ mit Zahnschnitten 17. Jh.

_DIETLAS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Schloss Feldeck*, ehemals Wasserburg. Im Hof die Zahl 1534. Rechteckige

Fenster 1605 in die ma. Mauern eingebrochen. Viereckiger Bergfried. In der

8 Meter hohen Ringmauer des Hofes ein Rundbogenportal.

_DIMBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.*, ehedem Propstei-K. zu Muenster-Schwarzach. Beg. 1325 (Inschr.)

noch mit rom. Reminiszenzen. Chor 1sch., 2 gerade Joche und 5/8 Schluss.

Langhaus flachgedeckt, Basilika in 4 Achsen und 3sch. Westbau mit

Mittelturm. Binnenpfeiler 8eck. (in der 4. Achse suedl. eine Saeule!);

Scheidbogen in der oestl. Achse rund; sonst spitz. Beiderseits vom Chor

quadrat. Kapellen: Anfaenge nicht ausgebauter Tuerme. Vgl. die Doppeltuerme

in Hassfurt, Gerolzhofen, Koenigsberg i. Fr., hier jedenfalls an den analog

disponiert gewesenen rom. Bau von Muenster-Schwarzach angeknuepft und in der

Gegend das frueheste Beispiel von got. Doppelturmanlage. Gute _Altaere_ um

1720. Im Hochaltar _Gnadenbild_, Madonna um 1400, Holz, von maessiger

Qualitaet, aber mit originellen Zuegen.

_DINGELSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Marien-K.* 1688.

Das *Franziskaner-Klst.* auf dem Korbschen Berge neu. Die Altaere enthalten

alte _Schnitzfigg._ aus einem der frueheren eichsfeldischen Kloester. Bmkw.

die _Stationsbilder_ der Wallfahrt.

_DINGSLEBEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Alte Gruendung. Der jetzige Bau 1730-42. Einfaches Rok. mit

Emporen. Die Ausstattung gibt ein einheitliches und bezeichnendes

Gesamtbild. -- Vom aelteren Bestande der spgot. _Taufstein_.

_DIPPACH._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* mit ma. Chor-Turm. Das Sch. mehrfach erneuert. -- _Taufstein_

1649 mit guten Skulpturen.

_DIPPOLDISWALDE._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Marien-K.* Von der aelteren Kirche der WTurm, M. 13. Jh.; die 4 durch

gegliederte Bogenfriese geteilten Stockwerke treppen sich zurueck. Das

Portal rom. organisiert, aber spitzbg. geschlossen; es war eine offene

laubenartige Vorhalle beabsichtigt wie in Wechselburg. Im uebrigen spgot.

Halle auf fast quadr. Gr.

*Nikolai-K.* Gut erhaltene Basilika im Ueb. St. wohl erst nach M. 13. Jh.

(im 20. Jh. erneuert von _Lossow_ und _Kuehne_); Lhs. flach gedeckt, Chor

mit Kreuz-Rippengwb., an den Ecksll. frgot. Laubkaptt. Das 3sch.

Gemeindehaus 22 : 19,5 m. sehr breit im Msch., quadr. Vorchor, Apsis

unregelmaessig polyg. (5/10). Die niedrigen rck. Pfll. haben gegen das Msch.

eine eckige Vorlage, um welche sich das Gesims verkroepft, die Arkaden

spitzbg., ebenso der Triumphbg. Die Fenster nicht in den Achsen; sie

schliessen rundbg., das Portal spitzbg. mit einfachem Windberg. Sonst das

Aeussere schlicht, Bogenfriese, keine Lisenen. Ein Turm ist nicht und war

nie vorhanden. -- Das Innere war reich _bemalt_; zwischen Arkaden und

Fenstersohlbank Einteilung von 30 Feldern in 2 Streifen erkennbar. --

_Fluegelaltar_ (rest.), Schrein geschnitzt, die Fluegel auch auf der

Innenseite bemalt, um 1520, ueber den Meister s. Oberbobritzsch.

Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 · 第 4 / 20 题