INHALT

_Vorwort._

_Verzeichnis der Abkuerzungen._

_a) Nach Begriffsgruppen._

_b) Nach dem Alphabet._

_A_

_B_

_C_

_D_

_E_

_F_

_G_

_H_

_I_

_J_

_K und C_

_L_

_M_

_N_

_O_

_P_

_Q_

_R_

_S_

_T_

_U_

_V_

_W_

_Z_

_Ortsverzeichnis_

_ geordnet nach Staaten und Verwaltungsbezirken._

_Kuenstlerverzeichnis._

[Blank Page]

_VORWORT._

Die erste Auflage dieses Werkes erschien in fuenf Baenden in den Jahren

1905-1912. Ich beginne die zweite mit dem Ausdruck des Dankes an alle, die

mich bei der Ausfuehrung der ersten unterstuetzt haben. Ihre Zahl ist so

gross, dass ich sie nicht einzeln nennen kann. An der Spitze steht die

Dankespflicht gegen Seine Majestaet den Deutschen Kaiser, der auf Antrag

des Tages fuer Denkmalpflege durch Allerhoechsten Erlass vom 27. Maerz 1904

die finanzielle Grundlage des Unternehmens sichergestellt hatte. Die erste

Anregung war von dem Unterzeichneten auf der im Jahre 1899 in Strassburg

tagenden Generalversammlung der Deutschen Geschichtsvereine gegeben

worden. Der erste Tag fuer Denkmalpflege, Dresden 1900, setzte die

Eroerterung fort und erklaerte sich hinsichtlich der Wuenschbarkeit lebhaft

zustimmend, die Ausfuehrbarkeit allerdings wurde mehrfach angezweifelt.

Unter diesen Umstaenden musste ich selbst die Arbeit uebernehmen, wohl

wissend, dass sie mich auf eine laengere Reihe von Jahren vollstaendig in

Anspruch nehmen werde. Sie zu einem erspriesslichen Ende zu fuehren waere mir

auch nicht moeglich gewesen ohne die treue und unermuedliche Unterstuetzung

der mir beigegebenen Kommission. Sie bestand aus Hugo Loersch, Cornelius

Gurlitt und Adolf von Oechelhaeuser. Fuer Loersch, dessen Tod wir im Jahre

1907 zu beklagen hatten, trat Paul Clemen ein. Die Jahre des

Zusammenarbeitens mit ihnen werden mir stets in dankbarer Erinnerung

bleiben.

Jetzt mit der zweiten Auflage tritt das Handbuch unter die Fuersorge des

Deutschen Vereins fuer Kunstwissenschaft. Die grundlegende erste

Bearbeitung hatte notwendig das Werk eines einzelnen sein muessen; die nun

folgende nachpruefende und ergaenzende Kleinarbeit ist nur denkbar in der

Verteilung auf viele. Das Einfachste und Wirksamste waere, wenn die Herren

Konservatoren es sich zur Gewohnheit machen koennten, bei ihren amtlichen

Denkmaelerbesichtigungen und bei ihrer Kenntnisnahme von der lokalen

Forschung stets einen Blick auf das Handbuch zu werfen und die ihnen noetig

erscheinenden Berichtigungen und Nachtraege gleichlaufend einzuzeichnen.

Auf diese Weise wuerde ohne besondere Muehewaltung, fast automatisch, die

Sammlung des Materials sich bewerkstelligen lassen. Ausserdem wiederhole

ich meine an alle Benutzer gerichtete alte Bitte, mich auf etwaige

Irrtuemer oder Luecken, moegen sie auch noch so geringfuegig sein, aufmerksam

zu machen. Sie werden damit den Dank aller anderen Mitbenutzer sich

verdienen.

Aus den zahlreichen im Laufe der Jahre mir muendlich oder schriftlich

zugegangenen Beurteilungen entnehme ich, dass die Einrichtung des Buches

sich bewaehrt hat, sie konnte somit ohne wesentliche Veraenderungen in die

neue Auflage heruebergenommen werden. Vor allem hat es Zustimmung gefunden,

dass das Handbuch unter Verzicht auf Vollstaendigkeit, die ein Vorrecht der

amtlichen Inventare bleiben muss, nur Sichtung und Auswahl gibt. Welche

Gegenstaende aufzunehmen, welche auszuschliessen seien, das wird immer

erneuter Ueberlegung beduerfen, und ich bitte, auch in dieser Hinsicht mir

mit Ratschlaegen fernerhin zu Hilfe zu kommen. Keinesfalls sollte der

bisher erreichte Umfang der einzelnen Baende in Zukunft wesentlich

anschwellen duerfen.

Wenn dieses bei dem vorliegenden ersten Bande einigermassen dennoch

eingetreten ist, so ist es eine Folge des gerade hier sehr starken

Nachschubs der Inventare. Zur Zeit der ersten Auflage waren etwa zwei

Fuenftel des Gebietes noch nicht inventarisiert, jetzt fehlen nur noch der

bayrische Bezirk Oberfranken und wenige Aemter in Unterfranken und dem

Koenigreich Sachsen.

Eine Veraenderung, an deren beifaelliger Aufnahme ich nicht zweifle, besteht

in der Einschraenkung der Abkuerzungen. Ganz zu entbehren waren sie nicht,

wenn anders eine noch weitergehende Erhoehung der Seitenzahl vermieden

werden sollte. Strittiger wird das Urteil ueber eine zweite Veraenderung

sein: die Weglassung der Literaturangaben. Ich habe mich dazu erst nach

langer Ueberlegung entschlossen. Die Gruende sind folgende: 1.

Vollstaendigkeit ist von vornherein ausgeschlossen; soll aber nur eine

Auswahl gegeben werden, so fehlt dafuer jede konsequent anwendbare

Begrenzung. 2. Es kommt nicht selten vor, dass der wichtigste Beitrag zur

Beurteilung eines Denkmals nicht in den von ihm handelnden

Sonderschriften, sondern in einem allgemeinen Werke enthalten ist; die

Nachweise so weit auszudehnen, wuerde aber in der Summe viel zu viel Raum

in Anspruch nehmen. 3. Bei der Benutzung als Reisehandbuch besteht an den

Literaturangaben kaum ein Interesse; tritt es bei der Arbeit im Hause ein,

so wird ein Zurueckgreifen auf die Inventare nicht zu entbehren sein, und

dort findet man ja regelmaessig auch die Literatur bereits verzeichnet. Die

Bibliographie der deutschen Kunstgeschichte ist eine Aufgabe fuer sich, und

zwar eine sehr umfassende; ihre Loesung kann nicht nebenher auch von diesem

Handbuch verlangt werden.

Dagegen hoffe ich, als wichtigsten Zuwachs dieser zweiten Auflage, wofern

nicht zu grosse Schwierigkeiten sich einstellen, zum Schluss ein alle fuenf

Baende zusammenfassendes Sachregister zu bringen.

Die dem Bande vorangestellte kleine Karte beabsichtigt nichts, als eine

summarische Orientierung zu geben. Sie beschraenkt sich auf Verzeichnung

der Kreisstaedte, durch die im Text die Lage eines Ortes bestimmt wird.

Weiterzugehen, saemtliche in dem Bande beschriebenen Orte -- es sind mehr

als 2000 -- aufzunehmen, waere ein Ding der Unmoeglichkeit gewesen.

Strassburg, 31. Dezember 1913.

*G. Dehio.*

[Blank Page]

_VERZEICHNIS DER ABKUeRZUNGEN._

_a) Nach Begriffsgruppen._

*beg.* begonnen.

*erb.* erbaut.

*voll.* vollendet.

*gew.* geweiht.

*zerst.* zerstoert.

*Rest.* *rest.* Restauration, restauriert.

*Jh.* Jahrhundert. _In Verbindung damit_ *A.* Anfang, *M.* Mitte, *E.*

Ende, *H.* Haelfte, *V.* Viertel.

*bez.* bezeichnet.

*I.* Inschrift.

*rom.* romanisch.

*got.* gotisch.

*Ma.* *ma.* Mittelalter, mittelalterlich.

*Renss.* *renss.* Renaissance _als Substantivum und Adjektivum._

*Bar.* *bar.* Barock, barock.

*Rok.* *rok.* Rokoko, rokoko. _In Verbindung mit diesen

Stilbezeichnungen._

*fr.* frueh, *sp.* spaet.

*K.* Kirche

*Kap.* Kapelle.

*Klst.* Kloster.

*Basl.* Basilika.

*Hllk.* Hallenkirche.

*Gr.* Grundriss.

*Sch.* Schiff, *3sch.* dreischiffig.

*Msch.* Mittelschiff.

*Ssch.* Seitenschiff.

*Qsch.* Querschiff.

*Fig.* *Figg.* Figur, Figuren.

*Lhs.* Langhaus.

*Bg.* Bogen.

*Ark.* Arkade.

*Pfl.* Pfeiler.

*Sl.* Saeule.

*Kapt.* Kapitell.

*Gwb.* Gewoelbe.

*Epit.* Epitaph.

*Quadr.* *quadr.* Quadrat, quadratisch.

*Rck.* *rck.* Rechteck, rechteckig.

*1/2 kr.* halbkreisfoermig.

*5/8 Schluss.* Schluss aus fuenf Seiten des Achtecks.

*N* *n* Nord, noerdlich.

*S* *s* Sued, suedlich.

*O* *o* Ost, oestlich.

*W* *w* West, westlich.

_b) Nach dem Alphabet._

*A.* Anfang.

*Abb.* Abbildung.

*Ark.* Arkade.

*bar.* barock.

*beg.* begonnen.

*bez.* bezeichnet.

*Bg.* Bogen.

*bmkw.* bemerkenswert.

*E.* Ende.

*ehem.* ehemalig.

*Epit.* Epitaph.

*erb.* erbaut.

*Fig.* Figg. Figur, Figuren.

*fr.* frueh.

*gegr.* gegruendet.

*gest.* gestiftet.

*gew.* geweiht.

*got.* gotisch.

*Gwb.* Gewoelbe.

*Gr.* Grundriss.

*H.* Haelfte.

*h.* heilig.

*Hllk.* Hallenkirche.

*I.* Inschrift.

*Jh.* Jahrhundert.

*K.* Kirche.

*Kp.* Kapelle.

*Kapt.* Kapitell.

*Klst.* Kloster.

*1/2 kr.* halbkreisfoermig.

*Lhs.* Langhaus.

*M.* Mitte.

*Ma.* *ma.* Mittelalter, mittelalterlich.

*Msch.* Mittelschiff.

*N* *n* Nord, noerdlich.

*O* *o* Ost, oestlich.

*Pfl.* Pfeiler.

*quadr.* quadratisch.

*Qsch.* Querschiff.

*Rck.* *rck.* Rechteck, rechteckig.

*Renss.* Renaissance.

*Rest.* *rest.* Restauration, restauriert.

*Rok.* *rok.* Rokoko, rokoko.

*rom.* romanisch.

*S* *s* Sued, suedlich.

*1 sch.* *2 sch.* etc. einschiffig, zweischiffig etc.

*Ssch.* Seitenschiff.

*Sl.* Saeule.

*sp.* spaet.

*ursp.* urspruenglich.

*V.* Viertel.

*voll.* vollendet.

*W* *w* West, westlich,

*whgest.* wiederhergestellt.

*zerst.* zerstoert.

_A_

_ABLASS._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Der rechtwinklig geschlossene Chor mit rundbg. Fenster E. 13.

Jh., seine Woelbung in spitzbg. Tonne 14. Jh. Wohlerhaltenes rom. SPortal,

dessen 2 Saeulen mit zierlichen Blaetterkapitellen. Im uebrigen

anspruchsloser Umbau in spaetester Gotik gegen M. 16. Jh. (mit Werkstuecken

aus dem 1539 aufgeloesten Cisterc. Frauen-Klst. Soernzig) und A. 18. Jh. --

_Sakramentsnische_ um 1480; grosses _Holzkruzifix_ in kraftvollen Formen um

1560; _Altarkruzifix_ Meissener Porzellan bester Zeit.

_ABTERODE._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Pfarr-K.* Spgot. Seit 1809 Ruine.

[*K.* des 1077 gegr. Benedikt.Klst. 1867 abgebrochen.]

_ABTLOeBNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Wesentlich noch der rom. Urbau, flachgedecktes Schiff, stark

eingezogener rck. Chor mit Tonnengwb., darueber der Turm. -- Spgot.

_Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Kanzel_ in Renss.-Formen.

_ABTSWIND._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Protest. Pfarr-K.* Spgot. mit juengeren Veraenderungen. Am WTurm sehr

huebscher Bar.Helm, schlank mit doppelter Laterne und doppelter Kuppel. --

Bmkw. _Schnitzaltar_ um 1500; im Schreine grosses Relief der Pietas,

kraftvoll und originell; auf den Fluegeln (kaum von derselben Hand) links

Dorothea und Katharina, rechts Barbara allein; die Malerei der

Aussenseiten, vielleicht aus Nuernberger Werkstatt, unrestauriert. -- Eine

zweite, vollplastische _Pietas_. -- Reste von _Gaden_. -- Im Ort

charakteristische _Hoftore_.

_ACHELSTAeDT._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf.-K.* modern bis auf den rom. Turm an der SSeite, die Ausbildung der

Schalloeffnungen faellt durch Guete der Arbeit auf.

_ADELSBERG._ UFranken BA Gemuenden.

*Pfarr-K.* Turm 1335, im Untergeschoss Sakristei. Langhaus 1732.

_Altarblaetter_ von _G. M. Bolster_ 1737. Ueber dem Westeingang

_Rotsandsteinfigur_ St. Laurentius um 1400.

_ADELSBORN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Schloss.* Einfacher Renss.Bau mit 2 Ecktuermen.

_ADELSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1 sch. Lhs. 1484; der eingezogene, turmtragende quadr. Chor

aelter.

_ADOLFSECK_ siehe Fulda.

_AHORN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Pfarr-K.* Chor und OTurm 14. Jh., der hohe spitze Holzhelm des letzteren

mit 4 Ecktuermchen 1627. Aus derselben Zeit das Lhs. mit geputzter

Flachdecke. -- An den Chorwaenden _Bronzetafeln_ mit Wappen und Inschr., von

Grabsteinen abgeloest. _Wandgrab_ (Sandstein) _des Wilhelm v. Streitberg_

1616, vielleicht das beste Werk des in dieser Gattung vielbeschaeftigten

Nuernbergers _Hans Werner_ (unter Mitwirkung seines Schwiegersohnes _Veit

Duempel_ aus Altenstein). Wandgrab des _Wilh. Ludwig v. Streitberg_ {~DAGGER~} 1638,

Holz in steingrauem Anstrich.

*Schloss*. 4 Fluegel um einen Hof; der Vorderbau 1556, ausgebaut 1621 von W.

v. Streitberg; kolossales Satteldach mit der Traufe nach vorn; maechtige

runde Flankentuerme mit ueberkragendem 8eck. Aufsatz und Haubendach.

_Mobiliar_ 17. und 18. Jh.

_AIDHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.

*Dorf-K*. Chor im OTurm, Unterbau frgot. An der flachen Lhs.Decke gute

Stuckatur um 1770. Gute _Holzfig._ des hl. Sebastian um 1560. Mehrere alte

_Glocken_, eine mit Ave Maria 14. Jh., eine andere 1436. -- In der Naehe

mehrere _Bildstoecke_.

_ALACH._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K*. 1405. 1sch. mit Achteckschluss.

_ALBERSDORF._ UFranken BA Ebern.

*Dorf-K*. Gutes Beispiel einer Spaetbarocklandkirche; um 1720; mit

gutproportionierter Fassade.

_ALBERSRODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K*. rom. Turm mit gekuppelten Schalloeffnungen zwischen spgot.

3/8Chor und dem Schiff von 1823, _Altarwerk_ mit Figuren, aussen Gemaelde

von einem eigenartigen _Cranachschueler_.

_ALBSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Dorf-K*. spgot., Chor aus 8Eck, im Schiff Holzgewoelbe mit skulpierten

Schlusssteinen. Umbau fuer Emporen 1714.

_ALEXANDERBAD._ OFranken BA Wunsiedel.

*Brunnenhaus* 1782 von _Riedel_ nach "franzoesischer" Bauart.

_ALITZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K*. Got. Turm; Lhs. 1733. Gute Rok.-Einrichtung. Im Dorf

_Bildstoecke_ von 1581, 1682 und um 1750 (gut).

_ALKERSLEBEN._ Schwarzb.-Sondersh, LA Arnstadt.

*Dorf-K.* westl. Teil 12. (?) Jh., oestl. Teil spaetgot. 16. Jh.

_ALLENDORF_ b. Ober-Rottenbach Schwarzburg.-Rudolst.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ der Schule von Erfurt (?) M. 14. Jh. Ein

_gleicher_ aus der Schule von Saalfeld 1485, Fluegel beiderseitig bemalt.

_ALLENDORF_ a. Werra. RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Stadt-K.* 1. H. 14. Jh. Ursp. 2sch. Halle, nach Brand 1637, bei welchem

Gwb. und Pfll. zerstoert wurden (Anschluss der Kappen an die Schildwand noch

sichtbar), 1sch. mit flacher Holzdecke hergestellt. Der 5/8Chor aus der

Mittelachse nach S abgerueckt. Glockenturm in der Flucht der WFassade

noerdl. am Sch. bez. 1427. 1898 durch _Schoenermark_ restauriert.

*Wohnhaeuser* nach Brand 1638, in grosser Zahl klassische Beispiele des

Fachwerkbaus.

*Totenhalle* a. d. Friedhofe, interessanter Holzbau.

*Ringmauern.* Ehemals doppelt. Die innere vollstaendig erhalten, 3 Tortuerme

neuerlich abgebrochen.

_ALLENDORF._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Kirche* huebscher Bau A. 18 Jh.

_ALLENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. *Cisterc.-Nonnenklst.*, gegr. um 1270, Neubau spgot., jetzt zu

laendlichen Gebaeuden vernutzt. -- Im Dorf alte _Fachwerkhaeuser_ -- Die Burg

_Frankenstein_ ohne Spuren verschwunden. Jetzt kuenstliche Ruine (erb.

1888!).

_ALLMENHAUSEN._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondersh.

*Dorf-K.* bez. 1581. -- _Grabmal_ zweier Herren von Schlotheim 1589, 1619.

_ALLSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K. S. Johannis*, 1775 ganz neu gebaut, 1sch. mit polyg. Chor,

Emporen in 3 Raengen, grosser Kanzelbau ueber dem Altar.

*S. Wigperti*, angeblich Gruendung des 9. Jh.; im Bauernkrieg zerstoert; der

spgot. Chor als Wohnhaus umgebaut; erhalten der breite rom. Turm auf rck.

Chor, im Obergeschoss an den Schmalseiten 1, an den Breitseiten 3

Kuppelfenster, deren feines Detail, z. B. jonische Kannelierung der

Teilungssaeulchen, in auffallendem Gegensatz zu dem ganz kunstlosen

Charakter des uebrigen steht; ist es vielleicht aus einem anderen Bauwerk

verschleppt?

*Rathaus.* Im Erdgeschoss spgot. Portal von 1472; das Uebrige 16. und 17.

Jh; die Vertaefelung des Sitzungssaales 1672.

*Schloss.* Auf der Stelle der zuerst 979 genannten kaiserl. Pfalz; zuletzt

bewohnt 1200 vom Staufer Philipp; dann in die Haende der Landgrafen

uebergegangen. Der jetzige, noch immer sehr ausgedehnte Gebaeudekomplex aus

dem sp.Ma. und der Renss.; massvoll rest. Das Obergeschoss des hinteren

Schlosses hat E. 17. Jh. eine sehr reiche Ausstattung empfangen, von

welcher die Stuckdecken, aus freier Hand modelliert, erhalten sind

(aehnlichen Charakters wie in Schloss Eisenberg); ferner ein Kamin,

gusseiserne Ofenplatten, mehrere Moebel; Porzellane und Tapeten aus 18. Jh.;

reizender Ofenschirm von 1720.

_ALMSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche * spaetrom. breitrechteckiger WTurm mit gekuppelten Fenstern und 2

schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant verstrebt ist. Das

Schiff ist mehrfach erneuert, unbedeutend, die alte Apsis abgebrochen.

Aussen 2 Inschr. ueber Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, ueber eine

(Almosen) Stiftung 1377 in Majuskeln.

*Steinkreuz* mit Schwert.

_ALSBERG._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Kap. zum hl. Kreuz*, gegr. 1513 durch die Herren v. Hutten als

Begraebnisstaette; kleiner rck. Bruchsteinbau, flachgedeckt, polyg. Chor,

deformiert, wenn auch im Kern alt. -- _Hochaltar_ E. 17. Jh.

_ALSLEBEN_ (Stadt). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

*Stadt-K*. neu; alt (rom.) nur der, uebrigens formlose, Turm.

_ALSLEBEN_ (Dorf). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

Die vorm. *Kloster-K*. abgetragen. Ein rom. _Tympanon_ (Loewe und Drache

durch einen Palmenbaum getrennt) nach Gernrode gebracht. Ebendort ein

merkwuerdiger rom. _Taufstein_, 8seitig, mit rohen Reliefs.

_ALTBESSINGEN._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K*. Bezeichnender Bau der Juliuszeit, rest. 1791 (klassizist.

Stuckaturen). Einheitliche _Altarausstattung_ um 1690. _Geraete_

augsburgisch, von _F. X. Stipeldey_.

_ALT-BURXDORF._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K*. Fruehgot. Ziegelbau M. 13. Jh. unter Einfluss von Klst.

Gueldenstern, reizvoll durch schlichte, tuechtige Durchbildung. Schiff u.

rechteck. Chor mit Holzdecken. Im Ostgiebel 3 spitzbg. Fenster, darueber

Kreuzstabfries, die Giebel abgetreppt mit vortretenden Anfaengern. --

_Holzbildwerke_ des spgot. Altars.

_ALT-CHEMNITZ._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K*. rom. Portal 13. Jh. _Altarwerk_ A. 16. Jh.

_ALTENBACH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K*. rom. Chor eingezogen quadr. und 1/2kr. Apsis. Rest. 1695 und

1838. -- Holzfigg. von einem spgot. _Fluegelaltar_.

_ALTENBERGE._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K*. spgot. -- Stattliches _Epitaph_ aus Stuck fuer A. L. v.

Schwarzenfels {~DAGGER~} 1730. Im Herrenstuhl reich dekorierter _Ofen_ aus Gusseisen

A. 17. Jh.

_ALTENBEUTHEN._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrueck.

*Dorf-K*. mit rom. OTurm, Sakristei 14. Jh. Schiff 18. Jh. Einfacher rom.

_Taufstein_.

_ALTENBURG._ Hauptstadt von Sachsen-Altenburg.

*Unterkirche (S. Bartholomaei)*. Von den Hussiten 1430 zerstoert, 1459

wiederhergestellt; 1877 rest. und zum Teil (die ganze SSeite) umgebaut.

3sch. Halle mit schmalen Sschiffen (was fuer die vermutete Benutzung des

aelteren Chors im 13. Jh. sprechen wuerde) und ungewoehnlichem oestl.

Abschluss: das Mschiff schliesst mit 5 Seiten des 10Ecks ohne Vorchor, die

Sschiffe abgeschraegt. WTurm 1668 (als Ersatz fuer eingestuerzte

Doppeltuerme). -- Unter dem suedl. Ssch. als Ueberrest einer rom. K. weit

kleineren Massstabes eine Krypta; quadr. mit 4graetigen Kreuzgewoelben

zwischen rck. Gurten; die Mittelstuetze aus 4 derben Rundpfeilern

gebuendelt; anschliessend 1/2kr. Apsis; das Detail deutet auf 12. Jh.

*Oberkirche (Franziskaner)*. 1sch. Anlage vor 1238, sehr schlicht

behandelt, Veraenderungen A. 16. Jh.

*Bergerkloster (Augustinerchorherren)* gew. 1172; durch Brand 1588

zerstoert; jetzt nur die 2 WTuerme und wenige Reste des Lhs. erhalten.

Backsteinrohbau mit Sandsteindetails oder Nachahmung von Sandsteinmotiven

in Backstein. Die Backsteine scharriert aehnlich wie an den aeltesten

Backsteinbauten an der Weser (Verden) und in Holstein. Ursp. eine

regelmaessige kreuzf. Basilika im gebundenen System gewoelbt. Die hohen Tuerme

haben in ihren 3 Obergeschossen jederseits 1 Paar gekuppelter Fenster,

breite Ecklisenen und Stockwerkteilung durch Bogenfriese.

Von der ehemaligen *Nikolai-K*. nur der breite WTurm uebrig, rom., mehrfach

umgebaut.

*Rathaus 1562-1564* vom weimarischen Hofbaumeister _Nik. __ Grohmann_;

gehoert zu den kuenstlerisch bedeutendsten Rathaeusern der deutschen

Renaissance; 1663 renoviert. Gr. annaehernd quadr. Die Komposition der

Hauptfront erinnert an das Rathaus in Saalfeld: in der Mitte ein 8eckiger

Treppenturm, im Gr. mit 5 Seiten vortretend, oberhalb des Dachgesimses

allseitig frei werdend und das Gebaeude weit ueberragend; Kroenung mit

einfacher welscher Haube; im Erdgeschoss 4eck. Vorbau mit Balustrade. Das

Hauptgebaeude traegt ein maechtiges Pyramidendach. Demselben vorgelagert

(Zusatz um 1580) an der OSeite zwei Zwerchhaeuser. Weiterer Schmuck: zwei

Eckerker und mehrere Portale in italisierenden Formen. Am NOErker ein

_Fries_ mit nackten Knaben, an Donatellos Altarwerk in Padua erinnernd;

der entsprechende Fries des NWErkers hat in Flachbogenfeldern die

Halbfiguren der damals lebenden Glieder des Fuerstenhauses. Die

Fenstergewaende gotisierend, das Dachgesims im Verhaeltnis zu sonstigen

deutschen Bauten der Zeit ungewoehnlich hervorgehoben: das Motiv des

dorischen Frieses allerdings missverstanden. -- Inneres. Im Obergeschoss

Vorsaal von maechtiger Erscheinung, durch 3 Holzsaeulen in 2 Schiffe

geteilt; Einfassungen der Tueren aus Stein.

*Amtshaus* 1725. *Magdalenenstift* 1665 als herzogl. Witwensitz.

*Wohnhaeuser* aus 16. Jh.: Hillgasse 5, Markt 17, 73, Sporrengasse 2; aus

17. Jh.: Tiefstr. 12, Brudergasse 7, Schmoellersche Str. 14b; 18. Jh.:

Johannisstr. 7, 16, Moritzstr. 6, Tiefstr. 2 und besonders stattlich das

v. Seckendorffsche Haus am Bruehl 1724.

*Herzogl. Schloss.* Im 11. und 12. Jh. Kaiserpfalz. Der jetzige sehr grosse

Komplex aus 15.-18. Jh. -- _Schlosskirche_ (mit Kollegiatstift). Im Unterbau

Reste aus 12. Jh.; Chor 1 H. 15. Jh.; Lhs. 2. H. Der Chor stark betont: 4

Langjoche und 5/12-Schluss; das 1sch. Lhs. nur 2 Joche. Der Chor aussen mit

ueberaus reicher, wenn auch handwerkmaessig trockener Dekoration der Streben.

Das innere ohne hoeheren architektonischen Gehalt, aber malerisch von

grosser Wirkung, wozu die 1645 ff. ausgefuehrten Emporen und sonstigen

Ausstattungsstuecke wesentlich beitragen. Im _Hochaltar_ Grablegung Holz

bez. CTR 1647. Das _Chorgestuehl_ (1516, ueberarbeitet 1576) gerade in

seiner Stilmengerei nicht ohne Reiz; prachtvolle _Orgel_ 1735 von _G. H.

Trost_; _Kanzel_ 1595; _Grabmal_ des Markgrafen Wilhelm II. ({~DAGGER~} 1425) ursp.

freistehende Tumba; _Grabplatte_ der Kurfuerstin Margarethe ({~DAGGER~} 1486)

Bronze, die lebensgrosse Figur graviert, der Rahmen in flachem Relief, mit

grosser Wahrscheinlichkeit als Jugendwerk _Peter Vischers_ anzusprechen.

Auch unter den uebrigen Grabplatten und Gedenktafeln manches Gute. --

_Hauptschloss_. Der von den Zeitgenossen geruehmte Bau Friedrichs des Weisen

(seit 1518) durch die Bauten von 1606 ff. und 1706 ff. grossenteils

beseitigt. Von 1530 (?) der Rest der Hofgalerien im N der Kirche;

interessante Verdeutschung roemischer Vorbilder; im Erdgeschoss Rundboegen

auf toskanischen Rustikasaeulen, in den folgenden Geschossen von sukzessive

abnehmender Hoehe Korbboegen, zuletzt jonische Saeulen. Die jetzige

Haupterscheinung bedingt durch den Umbau 1706 bis 1744; Architektur von

_G. S. Vater_, Malereien von _J. H. Ritter_, Stuckaturen von den Bruedern

_Castelli_; der Brand 1864 hat im Innern vieles beschaedigt. Von den

sonstigen Baulichkeiten hervorzuheben das _Schoenhaus_, ein Kasino im Sinne

roemischer Gaerten.

_ALTENBURG_ b. Bamberg OFranken.

Auf den Ruinen der historisch denkwuerdigen *Burg* moderner Phantasiebau.

_ALTENBURG._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Burgruine.* Rundturm von 1388.

_ALTENBURG_ b. Naumburg, Pr. Sachsen.

Spuren der 1010 zerstoerten *Burg* des Markgr. Gunzelin.

_ALTEN-DAMBACH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1617 aehnlich Hinternah.

_ALTENDORF._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* 18. Jh. mit spaetgot. Turm. Befestigter. Kirchhof, Wehrgang,

Scharten.

_ALTENGOeNNA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* des 17. Jh. -- _Schnitzaltar_ um 1500, einer der besten des

Gebietes, auch gut erhalten.

_ALTENGRONAU._ RB Cassel Kr. Schluechtern.

*Wasserburg* mit 4 Ecktuermen, alter Huttenscher Sitz.

_ALTENHASSLAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Martins-K.* (reformiert), im Kern 1 H. 13. Jh. Lhs. quadr. flachgedeckt;

im O starker Turm; dessen gewoelbtes Erdgeschoss als Altarhaus. -- Innere

Ausstattung 1752.

*Lutherische K.* 1724 aus einem Jagdzeughaus aptiert.

*Amtshaus* bez. 1593 und 1684.

_ALTENHOF._ K. Sachsen AH Doebeln.

*Dorf-K.* rom. Lhs. rck. 9: 10,5, Chor eingezogen quadr. mit Apsis, auch

noch einige Detailsrom. -- Schoener _Kelch_ A. 16. Jh.

_ALTENKUNDSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* spgot. ursp. Hallenbau, spaeter die Pfeiler ausgebrochen und

Holztonne; Chor bar. auf got. Fundament; Anzahl _Grabsteine_ aus 16. Jh.

_ALTENRODA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* WTurm und Ostchor gotisch, unbedeutend, das Schiff nach "der

Architektur und Direktion" des Pfarrers _H. G. Zincke_ 1718, der seit 1711

mehrere Kirchen (Grosswangen, Wippach) gebaut.

_ALTENSCHOeNBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Prot. Dorf-K.* Polygonchor und Turm (SO) mit Krypta (Beinhaus) von 1496;

Lhs. um 1600 erweitert, an der bemalten Balkendecke viele Wappen des

fraenkischen Adels. -- _Epitaphe_ der Frh. v. Crailsheim und Geier;

hervorzuheben das in Kunststein gefertigte altarartige des Georg Wolf von

Crailsheim und seiner Schwester Anna Maria um 1600.

*Burg* der Crailsheim spaetmittelalterliche Wasseranlage mit quadr.

Bergfried und polyg. Bering.

_ALTENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Salzungen.

*Schloss*. Neubau 1889. Bmkw. Kunstsammlung. Von der ma. Burg schwache

Spuren. Der Park eine einheitliche Anlage von 1798-1803 und fuer diese Zeit

bezeichnend; chinesisches Haeuschen, aber auch schon Ritterkapelle,

Sennhuette, Aeolsharfe. Schoene steinerne Halbrundbank mit Bueste der

Herzogin Charlotte Amalie 1801.

_ALTENSTEIN._ UFranken BA Ebern.

*Ehem. Dorf-K.* (ausser Gebrauch). Erb. 1561. Seltenes Beispiel einer

intakten Renss.-Kirche kleinen Massstabes.

*Burgruine.* Das maechtige, weithin sichtbar gelegene Stammschloss der Stein

zum Altenstein. Zeitweise Sitz von 7 Einzelfamilien. In dem von einem

tiefen Graben umschlossenen Mauerring noch grosse Reste einer starken

Renss.-Befestigung (2 grosse Tortuerme), sowie ein maechtiger sprom.

Bergfried (quadratisch, mit Bossenquadern; 13. Jh.), ferner Fragmente der

stattlichen Burgkapelle aus 2. H. 15. Jh.

_ALTENSTEIN._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Ehem. Schloss*, jetzt Foersterhaus. Die aeltesten Teile der Ruine nach 1438.

Wohnbau bez. 1620.

_ALTERSHAUSEN._ Sachsen-Koburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Spgot. Anlage, 1sch. mit quadr. turmtragendem Chor.

_ALTHAUSEN._ UFranken. BA Koenigshofen.

*Dorf-K.* Chor im OTurm, mittelalterlich, 1573 erhoeht; Langhaus 1693. --

_Deckengemaelde_ (Triumph des Kreuzes) von _Joh. Peter Herrlein_, gegen

1777.

_ALTHOeRNITZ._ K. Sachsen AH Zittau.

*Schloss* 1650-54 von Meister _Valentin_ in Zittau fuer den Zittauer

Buergermeister Chr. v. Hartig. Die Anlage des stattlichen und grosszuegigen

Gebaeudes steht in den Hauptmotiven in der Tradition der deutschen

Renaissance; 3geschossiger Hochbau auf 3eck. Gr.; 2geschossige, kraeftig

und zugleich fluessig gegliederte Giebel, je 2 an den Langseiten, 1 an den

Schmalseiten; 1 starker Eckturm (der zweite neu; die alte Wendeltreppe lag

im Innern).

_ALTJESSNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K.* In der Anlage rom. Der spgot. _Schnitzaltar_ von den besseren.

_ALTMUeGELN._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Aeltester Teil der Turm, 1850 umgebaut. Chor und Langhaus unter

B. Johann VI. von Meissen (1487-1512). Lhs. als 3sch. Halle geplant; Pfl.

unausgefuehrt; jetzt Flachdecke, mit Malereien von 1720. Im 1sch. 3/8Chor

reiches Netzgwb. -- Bmkw. _Grabdenkmaeler_ 1536, 1579.

_ALTOSCHATZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Gemengbau aus Spgot. und Bar. Der im O anschliessende Rundbau

alter Karner (?) -- Stattliche ren. _Grabdenkmaeler_ aus Dresdener Werkstatt

1578, 1599; geringer das von 1620; charakteristische Zopfarbeit 1785.

[Spgot. Fluegelaltar im Dresdener Altert. Ver. Inv. Nr. 95, 96.]

_ALTSCHOeNFELS._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Burg.* Kap. auf qu. Gr. in den Formen des 15. Jh. -- Ausstattung 17. Jh.

Im Hof Holzgalerien, im Innern spgot. geschnitzte Balkendecken auf reich

behandeltem Staender.

In der *Dorf-K.* _Altarwerk_ um 1500 und _Grabsteine_ der v. Wilkau A. 17.

Jh.

_ALTSTADT._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1sch. mit plattem Chor und Holzdecke, ursp. wohl sprom.

Basilika, von welcher am OGiebel noch Reste erhalten; die Einzelheiten an

die Nikolai-K. in Dippoldiswalde erinnernd. Unterspitzer Triumphbg. und

1/2kr. Oeffnungsbgg. der ehemaligen Seitenapsiden. -- _Altarwerk_ 1664.

Reste eines spgot. _Schnitzaltars_ auf dem Kirchenboden.

_ALTZELLE._ K. Sachsen AH Meissen.

*Cisterc.-Klst.* (Ruine). Aeltestes und baugeschichtlich wichtigstes der

Markgrafschaft. Gegr. 1162, 1175 die Wohngebaeude bezogen, 1198 Weihung der

K., 1339 Andreas-Kap., 1506 Rest. saemtlicher Hauptgebaeude, 1540 Aufloesung

des Klst., 1599 Blitzschlag und Verfall. -- _Kirche_. Erhalten nur 2

Bruchstuecke der WWand; fruehestes Zeugnis des Backsteinbaus in diesem

Gebiet (an der mit Haustein gemischten Technik glaubt Stiehl einen

italienischen Werkmeister zu erkennen). An Stelle des alten Chors

1787-1804 Mausoleum in nuechtern klassizistischen Formen. -- Kreuzgang und

Klostergebaeude (wie in Maulbronn) auf der NSeite; im weiteren Umkreis

Kapellen (ehedem 16) und Wohn- und Wirtschaftsgebaeude. Am besten erhalten

das Tor der Ringmauer und das Winter-Refektorium. _Das Tor_; rom.;

bedeutende Abmessungen; Gewaende (ueber 1 m im Boden) dreimal abgetreppt;

Basaltquadern mit Bruchsteinfuellung, Archivolten Backstein mit

Basaltrundstaeben, Basaltsaeulen mit Wuerfelkapitellen. _Winter-Refektorium_

(jetzt Kuhstall), westl. vom Kreuzgang und in gleicher Flucht mit dem

Paradies der Kirche. Werkstoff Backstein. Anlage aehnlich Maulbronn.

Niedrige in 2 Sch. kreuzgewoelbte Halle, 4 Sll. mit frgot. Basaltkaptt und

1 Pfeiler. Rundbg. Doppelfenster. An der sonst glatten WWand Strebepfeiler

aus Backstein, an der OWand die frgot. Konsolen und rundbg. Schildbogen

des ehem. Kreuzgangs. Das spgot. (1506) erneuerte Obergeschoss ein

holzgetaefelter Saal mit grossen Vorhangbg. -- _Andreas-Kap_. (Wettinisches

Erbbegraebnis) an der SWEcke der K. nur in den quadr. Grundmauern erhalten.

-- Vom _Sommer-Refektorium_ auf der NSeite des Kreuzgangs die WWand mit 4

hohen schmalen spitzbg. Fenstern; [die 2 steinernen sprom. _Portale_ in

die Stadt-K. von Nossen uebertragen]. Das _Kapitelhaus_ an der OSeite war

ein rom. Steinbau. -- _Skulpturen_: a) im Mausoleum 4 wettinische

Hochrelief-Grabplatten um 1300, prachtvolle frgot. Gewoelbeschlusssteine,

Reste von hoelzerner Altarplastik um 1500 [ein vollstaendiger Fluegelaltar in

Gleisberg]; b) im Abtshaus 2 Grabplatten A. 15. Jh.; c) im Garten got.

Betsaeule um 1300.

_ALZENAU._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* 1780; Burg 1386, hohes got. Wohngebaeude.

_AMALIENRUHE_ b. Meiningen.

*Herzogl. Gutshof*. Reichere Rok.-Einrichtung um 1760-70.

_AMMELSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* rom., eingezog. quadrat. Chor mit Turm und Apsis, im Turm

gekuppelte spitzbg. Fenster.

_AMMERBACH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* mit rom. OTurm ueber dem Altar. Grosses spgot. _Altarwerk_ mit

Doppelfluegeln.

_AMMERN._ Pr. Sachsen Kr. Muehlhausen.

*Dorf-K.* modern. Bmkw. _Taufstein_ A. 14. Jh.

_AMOeNEBURG._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

[*Kathol. K.* Neubau 1865 an Stelle einer schlichten got. Hallenkirche aus

sp. 14. Jh., wobei der alte Turm erhalten blieb.]

*Schloss.* Erb. von Kurmainz im 13. u. 14. Jh. Zerst. 1646, 1762, 1866.

Noch immer grossartige Ruine.

_AMORBACH._ UFranken BA Miltenberg.

*Benediktinerabtei-K.*, jetzt protestant. 1742-47 ausgefuehrt als Umbau

einer rom. K. Aus dieser der WBau und die Umfassungsmauern des Lhs.

beibehalten. Der WFront eine Barockfassade vorgeblendet. Unberuehrt rom.

die 3 Freigeschosse der Tuerme, etwa 2. H. 12. Jh., stattliche Abmessungen,

Detail ohne Feinheit. -- Der neue Plan vom kurmainzischen Hofarchitekten

General _v. Welsch_, ausgefuehrt vom Faehnrich _Schick_, der anscheinend

auch einige Umaenderungen vornahm. Kreuzfoermige Basilika von 4 Joch im Lhs.

Die breiten Pfll. mit gepaarten Pilastern besetzt. Tonnengwb. mit

Stichkappen ohne Gliederung. In der Schildwand Kreisfenster. Die Profile

durchweg von maessigem Relief. -- Im Chor setzt sich das System des Lhs. in 2

Joch fort, Schluss 1/2kr. -- Das Bedeutendste an der K. ist die in

unuebertroffenem Gleichmass der Gesamtwirkung durchgefuehrte Dekoration. Sie

rueckt den Bau in die erste Reihe der deutschen Rokokokirchen. Die

_Stuckierung_ von _J. M. Feichtmayer_ und _Gg. Uebelher_. (Beide aus der

Wessobrunner Schule, ersterer in Augsburg ansaessig, letzterer vorher in

den "reichen Zimmern" der Muenchener Residenz und der Klst.K. Diessen

taetig). Sie vertritt die deutsche Nuance des Rokoko. Die Farbe ist weiss,

hie und da durch gelb und gold belebt, die Pilaster aus blassrot

gestreiftem Stuckmarmor. Eine wichtige Rolle ist den _Deckengemaelden_

zugewiesen; voll. 1749 von _Math. Guenther_ aus Augsburg (einem Schueler der

Asam, auch von Tiepolo beeinflusst; bedeutendster deutscher Freskomaler des

18. Jh.); im einzelnen fluechtig und maniriert, stupend sicher in

Massenverteilung und Perspektive, der lichten Haltung des Ganzen trefflich

angepasst. Die Seitenaltaere stehen zum Glueck nicht an den Schiffspfeilern,

sondern an den Seitenwaenden unter den Fenstern; die antitektonische

Tendenz des Rokoko spricht sich in ihnen sehr unumwunden aus; einige sehen

aus wie aus Korallenriffen aufgebaut. Ausgefuehrt (bis nach 1760) von

Kuenstlern aus Wuerzburg. Ebendaher die _Kanzel_ von _Joh. Wolfg. van der

Auwera_ und die prachtvollen _Abschlussgitter_ des Lhs. von _Gattinger_.

Verhaeltnismaessig sehr einfach die _Chorstuehle_; ein Teil soll zu

Beichtstuehlen in der kathol. Pfarr-K. umgearbeitet sein.

*Klostergebaeude*. An die rom. Epoche erinnert eine kleine Tuer im 2.

Geschoss der SWand des suedl. Turmes, sie fuehrte in einen Korridor ueber dem

Kreuzgang. Aus letzterem 20 Saeulchen von trefflicher Arbeit, E. 12. Jh.,

erhalten. Die Hauptgebaeude aus 17. und 18. Jh. (jetzt Residenz des Fuersten

von Leiningen) gross, ohne spezielleres Interesse. Im Innern bmkw. der

Bibliotheksaal von ca. 1790.

*Kathol. Pfarr-K*. 1752-54. Ein stattlicher 3sch. Bau in dem im Rok.

selten angewandten Hallensystem, aehnlich S. Peter in Mainz, beide

vermutungsweise von _Jos. Val. Thoman_; das Aeussere in Quadern von rotem

Sandstein, durch Doppelpilaster gegliedert, von guter Wirkung die mit der

Chorapsis gruppierten Tuerme. _Deckengemaelde_ von _Zick_. Die trefflichen

_Skulpturen_ des Hochaltars von _Joseph Keilwerth_ aus Wuerzburg (einem

sonst unbekannten Kuenstler); besonders der h. Sebastian durch feine

Empfindung und ehrliches Naturstudium ueber die Masse der zeitgenoessischen

Produktion hervorragend. -- *Klostermuehle* 1448. (Inschr.)

*Kurmainzisches Amtshaus* mit dem Wappen der Erzbischoefe Dither v.

Isenburg und Berthold v. Henneberg (1475-1504).

_AMORSBRUNN_ bei Amorbach. UFranken.

*Kapelle.* 1521. Geschnitzter _Fluegelaltar_ mit der Wurzel Jesse, recht

gute Arbeit um 1500.

_AMSDORF._ Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

*Dorf-K.*, rom. Turm zwischen Schiff und Apsis.

_ANNABERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Anna-K.* 1499-1520. Hauptbaumeister _Peter von Pirna_ (?), seit 1515

_Jakob von Schweinfurt_. -- 3sch. Halle von 7 Joch auf 56 m L., oestl.

Schluss in 3 parallelen polyg. Apsiden. Die Sschiffe sind fast ebenso breit

wie das Msch., doch sind die Strebepfll. durchaus nach innen gelegt und

zwischen sie steinerne Emporen von ca. 2,5 m Tiefe eingespannt; die

oberhalb ihrer eintretende Raumerweiterung von origineller Wirkung; die

Fenster in 2 Geschosse geteilt. Noch eigentuemlicher die querschiffartige

Erweiterung im vorletzten Joch, wo im N und S im Erdgeschoss geschlossene

Sakristeien und ueber ihnen gegen das Sch. geoeffnete Kapp. Die

Unregelmaessigkeiten durch schraege Stellung der WWand und den im SW

einspringenden Turm werden im Innern durch eine das ganze erste Joch

einnehmende Empore ausgeglichen. Breite: Hoehe = ca. 25: 20, die Pfll. sehr

schlank, mit einem Abstand von ca. 8,3 m. Die Decke mit Beseitigung aller

Erinnerung an das Kreuzgwb. moeglichst als Einheit behandelt; hergestellt

von _Barthel v. Durbach_ und _Conrad v. Buttigen_ (_Buedingen?_). Ihre

Rippen, auch in der Grundrissprojektion gekruemmt (sog. "gewundene

Reihungen", fuer die saechsische Architektur dieser Zeit bezeichnend),

wirken wie ein Geflecht von Weidenruten; ihre Ansaetze an den Pfll. mit

gesuchter Willkuer in ungleichen Hoehen, auf ihren Knotenpunkten

phantastisch geformte Schlusssteine. Noch raffiniertere Kluegeleien am Gwb.

der suedl. Sakristei. Ausgepraegte Spitzbgg. sind ueberall vermieden. Die

Fenster schmal, hoch, nur 2teilig und mit einfachen aber ganz schlaffen

Fischblasen. Das Aeussere von fast aermlicher Schlichtheit; Strebepfll. nur

am Chor; ihre Abdeckung geschweift. Die kuenstlerische Absicht des

stilgeschichtlich wichtigen Gebaeudes ist nur im Innern zu erkennen; sie

geht auf Schaffung eines weiten, uebersichtlichen, rhythmisch wenig

bewegten Raumbildes bei Unterdrueckung der "organischen" Strukturformen.

Reich und wertvoll der mit der Architektur zugleich entstandene plastische

Schmuck, jedoch in freierem Verhaeltnis zu den Strukturformen, als in der

echten Gotik. -- Die "_schoene Tuer_" am noerdl. Ssch. (bez. 1512 H W; 1597

vom Franziskaner-Klst. hierher versetzt); die Archit. auf wenige Glieder

beschraenkt; den unteren Teil flankieren, auf ueberaus kuenstlich

zusammengesetzte Postamente gestellt, die aus freien Ranken sich

entwickelnden Reliefbilder des h. Joachim und der h. Anna, darueber zwei

Engelsfigg. mit dem Wappen Herzog Georgs und seiner Gemahlin; im Hauptfeld

ueber dem Tuersturz die Dreieinigkeit, der Gekreuzigte vor dem Schosse des

Vaters, umgeben von 9 Engeln (Anspielung auf die 9 Choere), tiefer der h.

Franz und die h. Clara; in der Kroenung Moses, Johannes, Adam und Eva, ueber

der Giebelblume der Pelikan. Die ebenso klare als freie Komposition, die

Energie der sehr persoenlichen Stilisierung, der poetische Schwung der

gegenstaendlichen Auffassung bringen dies Werk dem Besten der

zeitgenoessischen deutschen Kunst nahe. Stil und Signatur erweisen die

Identitaet mit dem Meister des Hochaltars in Borna und der Ebersdorfer

Pulthalter im Dresdener Museum. -- _Tuer der "alten" Sakristei_; vollendet

1518 in der Zeit der Bauleitung durch Jakob v. Schweinfurt. Erstes

groesseres Werk der Renss. in Obersachsen; Formcharakter venezianisch, got.

Erinnerungen fast ganz unterdrueckt, wenn auch der neue Stil noch nicht

ganz verstanden; der plastische Schmuck steht dem der "schoenen Tuer" nahe,

besonders frei und gluecklich die Familienszene zwischen Anna und Maria. --

Von derselben Hand oder mindestens aus derselben Werkstatt der _Taufstein_

(ehemals im Cisterc.-Kl. Gruenhayn); Sandstein, jedoch in genauer

Nachahmung eines Buckelkelchs; am Nodus schwebende nackte Engel, am Fuss

Taufkinder. -- Die 100 Felder der _Emporenbruestung_ (1514-1517) mit Reliefs

von _Franz von Magdeburg_; die ausfuehrlichste Illustration des Neuen

Testaments, die je in monumentaler Form versucht worden; ferner die

Lebensalter. -- _Stuhlwerk_ von 1526, nicht mehr vollstaendig. -- _Singechor_

1688 von _J. H. Boehme_. -- _Kanzel_ 1516, noch rein got.

_Altaere_. a) Hauptaltar. 1522 von _Adolf Dowher_ (Daucher) in Augsburg

angefertigt, die architektonischen und ornamentalen Teile vielleicht nach

Entwurf _Peter Floetners_; entschieden gewollte aber noch nicht ganz

geklaerte Renss.; Archt. aus mehrfarbigem Marmor, Figg. aus Solenhofer

Kalkstein; Hauptgegenstand Wurzel Jesse. -- b) Bergaltar (im noerdl.

Nebenchor) 1521, geschnitzt, das Tektonische im Sinne lombardischer

FrRenss. Das zweite noerdl. Fluegelpaar hat Gemaelde mit Motiven aus Duerers

Marienleben. -- c) Muenzeraltar (im suedl. Nebenchor) 1522, dem vorigen

aehnlich. -- d) Baeckeraltar (zunaechst dem vorigen). -- e) Pflockscher Altar

nach 1521, durchaus gemalt, der Marientod des Mittelschreins mit Benutzung

des Schongauerschen Kupferstichs. -- f) Altar des Muenzmeisters Melch.

Jomisch 1537.

_Epitaph_ fuer Joh. Unwirt 1578 von Solenhofer Kalkstein.

*Berg-K. S. Marien*. 1616 mit Benutzung des Chors von 1582; Halle; die

Sschiffe durch Emporen geteilt; derbe, schlichte Renss. -- _Altarwerk_ der

Baeckerzunft A. 17. Jh., spaeter entstellt. Schoener Intarsia-Stuhl.

*Hospital-K.* 1683, architekturlos. -- Bmkw. _Gemaelde_ der Cranach-Schule

1557.

*Rathaus*. 1535-38, fast ganz erneuert 1751. -- _Erzgebirgsmuseum_.

_ANNABURG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Kirche* got., bar. veraendert. Chor 3/8. Decke des Sch. kassettiert mit

bar. Grisaillemalerei. -- _Taufstein_ 1674; _Orgel_ rok.

*Schloss* an Stelle eines ma. Baus 1572 von Kurfuerst August. a) Das vordere

Schloss, Mittelbau und 2 Fluegel, an den Ecken und ueber dem Mittelportal

schwere Rundtuerme. An der offenen vierten Seite steht b) das hintere

Schloss, vierstoeckig, nicht grosser Mittelhof mit offener Loggia auf Saeulen;

3 Risalite mit Renss.-Giebeln; im STurm fahrbare Wendelstiege; einfache

Renss.-Portale mit Stuckdecken.

_ANNERODE._ Pr. Sachsen RB Erfurt Kr. Muehlhausen.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Erster Bau voll. 1269. Neubau

nachreformatorisch 1590, 1600; Saal mit tiefer Nonnenempore. Ecke mit

figuerl. Malerei. Bleiverglasungen mit geometr. Mustern.

_ANZEFAHR._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Dorf-K.* 1711 mit spgot. polyg. Chor.

_APFELSTEDT._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Kirche* spgot.; der polyg. Chor 1434, das 1sch. Lhs. 1491, der Turm

noerdl. des Chors. -- _Sakramentsnische_ 1434, darueber Kreuzigungsgruppe.

_APOLDA._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

*Stadt-K.* spgot. infolge oefteren Umbaues ohne Interesse.

*Rathaus* M. 16. Jh., einfach, mit manchen got. Erinnerungen.

_ARNSHAUGK._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* _Taufstein_ 1688. -- _Altargemaelde_ (Kreuzigung) von _Paul Keil_

1616.

_ARNSTADT._ Schwarzburg-Sondersh. Amtsstadt.

*Liebfrauen-K.* Baunachrichten fehlen. Naechst dem Dom von Naumburg, jedoch

in bedeutendem Abstand, der bedeutendste Bau Thueringens aus dem 13. Jh.,

sehr lehrreich fuer das Eindringen des neuen, westlichen Formengeistes. Er

zerfaellt in zwei sehr bestimmt gesonderte Teile: Langhaus sprom., Qsch.

und Chor entwickelt got. 1. _Langhaus_. Schwankende Baufuehrung und

wiederholte Restaurationen (im 19. Jahrhundert 1840 u. 1888) machen den

Bauhergang aeusserst unklar. Auf eine flachgedeckte rom. Basilika folgte A.

13. Jh. ein Umbau, der bereits auf Gwbb. berechnet war; 2 Arkadenpfeiler

der NSeite aus ihm erhalten. Bald Planwechsel unter Einfluss des

Halberstaedter Doms (so Giesau). Er aeussert sich in veraenderter

Pfeilerbildung, Verlaengerung um 2 Achsen, Einfuehrung von Emporen ueber den

Seitenschiffen, welche jedoch nicht als selbstaendige Geschosse ausgebildet

sind; sondern nur den Dachraum hinter sich haben. Die Formen sehr

schlicht. Die Gwbb. und viele Einzelheiten aus der Rest. 1888. -- Die

WFront seit 1911 in Erneuerung begriffen. Sie bildet bis zum

Abschlussgesims des Hochschiffes eine ungegliederte Masse; die einzige

Oeffnung das sehr ansehnliche Portal, das seine Gestalt erst zum Schluss

dieser Bauzeit erhielt (in got. Zeit veraendert, jetzt rom. rest.). Die

Wendeltreppen der Tuerme enthalten alte Tueren, auf eine Saengerbuehne ueber

dem Eingang hindeutend. Die Mitte dieser Treppen faellt indes mit der Mitte

der Tuerme nicht zusammen; also Verbreiterung der Fassade. Das letzte, was

die rom. Bauperiode ausfuehrte, war der suedl. der beiden Tuerme. Ueber einem

niedrigen 4 seitigen Geschoss zwei 8 seitige, auslaufend in 8 kleine

Giebel, aus deren Mitte eine 8 seitige Steinpyramide emporsteigt. In der

Kraft und Leichtigkeit der Verhaeltnisse und Formen ein Muster seiner

Gattung (nahe verwandt den Tuermen von S. Blasien in Muehlhausen). Im Detail

stehen spaetromanische und tadellos fruehgotische Formen unmittelbar

nebeneinander, es arbeiten also gleichzeitig Steinmetzen von verschiedener

Schulung. Am NWTurm im ganzen dieselbe Einteilung, doch groessere Hoehe der

Geschosse; die obersten schon in reifer got. Ausbildung. Endlich stammt

aus der rom. Bauzeit noch der Mittelturm; nicht ueber dem Qsch. (welches

damals noch das alte), sondern westl. desselben ueber dem letzten Joch des

Langhauses; daher auch der verschoben quadratische Grundriss (das zerstoert

vorgefundene oberste Geschoss freie Komposition von 1890). -- 2. _Querschiff

und Chor_ sind etwa E. 13. Jh. (jedenfalls vor 1309) geplant und begonnen.

Sie erstreben maechtigere Raumentwicklung, ohne jedoch zu den aelteren

Bauteilen (wie so oft!) in auffallende Disharmonie zu treten. Das Qsch.

duerfte sich den Grundmauern des einstigen romanischen anschliessen, nur

sind die Vierungspfll. etwas weiter auseinander gerueckt. Der Chor

beansprucht die volle, durch die Ausladung des Qsch. ihm gestattete

Breite. Sein erstes Joch setzt nach dem Prinzip der Halle, d. h. in allen

3 Schiffen in gleicher Hoehe, das System des Qsch. fort. Hierauf schliessen

die Abseiten mit Kapellen in 5 Seiten des 8Ecks; vor das Hauptschiff legt

sich ein quadr. Vorchor und dann ebenfalls 5/8Schluss. Das Ergebnis ist bei

beschraenkter Grundflaeche eine sehr bedeutende Raumwirkung (die Aehnlichkeit

mit dem Dom von Regensburg nur im Gr.). Die Form der Rippen spricht fuer

Vollendung im vorgerueckten 14. Jh. -- Nach der 1309 erfolgten Uebergabe der

K. an einen Nonnenkonvent wurde in den suedl. Kreuzfluegel und die suedl.

Chorkapelle ein Jungfrauenchor eingebaut (durch die juengste Rest.

entfernt; einzelne Bauglieder in der neuen Sakristei wiederverwendet). Die

3 Chorkapellen von gleicher Hoehe, die mittlere durch Fialen und Giebel

ueber jeder Polygonseite ausgezeichnet (rest. nach vorhandenen Ansaetzen). --

An der NSeite 2 praechtige Portale, ein groesseres an der QschFront, ein

kleineres am Ssch. mit Zuegen der Maulbronner Fr.Gotik. -- Doppelfluegeliges

_Altarwerk_ im suedl. Nebenchor, bedeutendes Stueck, bez. 1489 (wohl von

_Jakob Naumann_); im Schrein Marienkroenung, zu den Seiten Laurentius und

Bonifatius geschnitzt; aus welcher Schule die Fluegelgemaelde, ist nicht

festgestellt. -- Der noerdl. Nebenchor enthaelt die Graeber der Grafen v.

Schwarzburg. Hauptstuecke: grosse _Tumba_ Guenthers XXV. {~DAGGER~} 1368 und seiner

Gemahlin Elisabeth {~DAGGER~} 1381, die Platte vom trauernden Hofgesinde getragen,

an der Spitze ein baertiger Mann in einer Kutte mit Glocke und Keule, sog.

"treuer Eckardt" (vgl. in ikonographischer Hinsicht Grab Heinrichs IV. in

Breslau, Kreuz-K.). -- Grosses _Prachtepitaph_ Guenthers XLI. und der

Katharina v. Nassau, errichtet 1590. -- _Skulpturen_. Am Portal des noerdl.

Seitensch. im Bogenfeld Kreuzigung, daneben Kaiser Otto I. und sein Sohn

Erzbischof Wilhelm von Mainz, geringwertige Arbeit aus 1. H. 13. Jh. Neben

dem Portal des noerdl. Qsch. 2 Fuerstenstatuen, maennlich und weiblich, E.

13. Jh., von maessigem Wert, frisch und gut die Groteskfigg. der Konsolen.

*Oberkirche* (Franziskaner) beg. 1246. -- 1sch. Rck. 11 m br., 60 m l,

Holztonne aus neuerer Zeit. Trotz der Laenge sehr gute Akustik. Der Chor

nicht abgesondert. Fenster nur an der NSeite und der Schlusswand.

Vortreffliches Masswerk. Eingaenge: 1 im W, 2 im N., Auf der SSeite der

schlicht, fast roh behandelte Kreuzgang. Der Turm in der Mitte der Nwand

erst 1461 angefuegt. -- _Epitaph_ des G. Fischer 150S; bmkw. durch gute

Charakteristik und z. T. erhaltene Bemalung. -- _Fluegelaltar_ 1594, das

Gemaelde niederlaendisch. Zahlreicher die Ausstattungsstuecke aus 1. H. 17.

Jh.: 3geschossiger _Hochaltar_ mit Reliefs und Freistatuen, alles Holz;

_Taufstein_ mit 5 m hohem Baldachin; der _fuerstl. Kirchenstand_, ein auf 6

Saeulen ruhender, sehr reich behandelter Einbau; der _adlige Kirchenstand_;

die _Gemeindeempore_ in 3 Geschossen, Bruestungsmalerei handwerksmaessig.

*Neue Kirche*. 1676-83 mit Benutzung von Mauerresten einer

niedergebrannten aus 15. Jh. 1sch. Anlage bis zur hoelzernen Decke mit

Emporen angefuellt.

*Gottesacker-K.* 1738-43. Typisch fuer die thueringischen

Leichenpredigtskirchen dieser Zeit. Ein nach der Laengsachse verschobenes

Achteck, allseitig Emporen in 3 Geschossen. Auf dem Friedhof bmkw.

Grabsteine des 16.-18. Jh.

*Neidechsburg*. Ehem. Wasserschloss, die Graeben und der runde Bergfried

erhalten. Von dem Renss.-Umbau 1557-60 nur wenige Reste erhalten, darunter

huebsches Portal.

*Fuerstl. Schloss* neben der Neidechsburg. Einfacher Bar.-Bau mit grossem

Treppenhaus, einigen guten Rok.-Zimmern; Porzellane.

*Rathaus.* 1583 ff. Stattlich, 3geschossig, an dem Fassadentrakt unter dem

Giebel befand sich ehemals eine hohe Freitreppe mit saeulengestuetztem

Erkervorbau; in Nischen 2 _got. Statuen_, Erfurter Arbeit um 1730 in der

Art des _Joh. Gehart_.

*Zierbrunnen*. 1573.

*Buergerhaeuser*. Einige in gut behandeltem Fachwerk, zahlreiche

Renss.-Portale. Am Markt Lauben auf Steinsaeulen 1585. Von der ma.

*Stadtbefestigung* das Riedtor und das Neutor.

_ARNSTEIN._ UFranken BA Karlstadt.

*Stadt-K. S. Nikolaus*. Gotisierend 1617, nach W erweitert 1725. Gute

klassizistische _Seitenaltaere_ von _Georg Winterstein_ in Wuerzburg 1790.

Reicher, meisterhafter _Orgelbau_ um 1700 aus der Karmeliter-K. in

Wuerzburg. -- _Deckengemaelde_ im Chor von _S. Urlaub_ 1726. Aelteste _Glocke_

14. Jh.

_Wallfahrts-K. Maria-Sondheim_. Erb. M. 15. Jh., unvollstaendig ausgefuehrt.

Jetzt grosser 1sch. Raum, etwas vor der Mitte durchquert von einer

3teiligen Bogenstellung, in den OTeilen Ansaetze zu Gewoelben (geplant war

3sch. Hallenkirche). -- _Deckengemaelde_: Schlacht bei Lepanto mit Maria

Victoria, bez. _J. Ph. Rudolph_ 1770. Im Ossarium 2 interessante

_Steinreliefs_ von der alten Kanzel, Johannes und Markus in

Fr.-Renss.-Umrahmung gegen 1520, im Gewandstil verwandt der Backofenschule

(der das Werk uebrigens nicht angehoert). Schoene _Sandsteinmadonna_ um 1410,

typische Wuerzburger Arbeit. In den Chorfenstern Glasmalerei um 1480. --

_Grabdenkmaeler_ in sehr grosser Zahl und z. T. hoher Qualitaet, am reichsten

vertreten die Familie v. Hutten. Sie waren im 18. Jh. als Bodenbelag

vernutzt, jetzt im Innern 29 wieder aufgerichtet, mehrere aussen. Von

_Bildnissteinen_ hervorzuheben: W. U. v. H. 1447, fast vollrund, starre

Frontalansicht; Konrad v. H. 1502; Ludwig v. H. 1517. Von _Epitaphen_:

Philipp v. Hutten (1546 in Venezuela ermordet), vorzuegliche Arbeit von

_Loy Hering_ in Eichstaett; Bernhard v. H., Art des aelteren _Peter Dell_;

Wilhelm v. H. 1554 bez. P D (_P. Dell_, wahrscheinlich der Juengere); vom

selben Ludwig u. Agathe v. H. 1547, 1548; Stephan Zobel mit Frau und

Kindern 1597. -- _Oelberg_ um 1500, besser als die meisten dieser Gattung.

*Schloss* (Amtsgericht), mit der Stadtbefestigung verbunden, Wohnbau M. 16.

Jh., im Innern einiges zu beachten. --

*Rathaus*. 1520, wiederholt veraendert, namentlich 1753.

*Spital*, grosse Anlage von 1713-30.

_ARNSTEIN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Burg*. Der erhaltene Wohnbau spgot., neues Dach, Wendeltreppe, Fenster

rck. mit Kreuzstoecken, im Erdgeschoss rippenlose Kreuzgewoelbe.

_ARNSTEIN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Burgruine*. Eine der grossartigsten am Harz; der spgot. Palas 5 stoeckig

erhalten.

_ARTERN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Marien-K.* in der Neustadt. Unorganischer Gemengbau. Aeltester Bestandteil

der jetzt in der M. stehende Turm auf oblongem Gr.; in seinem oberen

freien Teil hat er auf der breiten Seite 3 Paar gekuppelte

Rundbogenfenster, an der schmalen Seite 1 Paar; im Erdgeschoss spitzbog.

Kreuzgwb.; nach O und W oeffnet er sich in grossem Spitzbg. Im O ein platt

geschlossener Langchor mit 2 quadr. Gwbn, ursp. rom., jetzige Gwbl. und

Fstr. 15. Jh. Lhs. 1608-20, breiter als der Turm, 1sch., polyg. WSchluss.

Fenster noch spitzbg.

*S. Veit* in der Altstadt. Qsch. und Chor bilden ein regelmaessiges lat.

Kreuz nach rom. Weise. In Vierung und Chor (ohne Apsis) spitzbg. Gwb.,

Kreuzarm und das (kaum ursp.) 1sch. Lhs. mit Balkendecke. Vierungsturm mit

Satteldach und gekuppelten unterspitzen Schalloeffnungen, die Fenster der

K. rundbg.

_ASCHACH._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* Turm frgot. Chor und Langhaus 1615. Gutes Renss.-_Epitaph_ von

Bildhauer _Julius Emes_.

*Schloss* (Gr. Luxburg). 1527. In einfachsten Formen. In der Halle

geschnitzter Balken mit Fabeltieren 1572. Alter _Ofen_ aus 1. H. 17. Jh.

_ASCHAFFENBURG._ UFranken BAmtsstadt.

*Stifts-K. S. Peter und Alexander*. Aeltere Baudaten fehlen. Rom. 12. und

13. Jh. mit vielen spaeteren Zusaetzen; rest. 1713 und 1880. -- _Inneres_.

Hier hat der rom. Stilcharakter noch die Vorherrschaft. Lhs. flachgedeckte

Pfeilerbasilika (jetzt Lattengewoelbe aus 18. Jh.); weite

Querschnittsproportion; 9 Arkaden auf schlanken quadr. Pfll. mit reich

profilierten Deckplatten; diese, sowie die einfache Tuer am noerdl. Ssch.

der einzige Anhalt zur Altersbestimmung; nicht vor 3. V. 12 Jh. -- Eine

zweite Bauperiode setzt um 1220 mit dem WBau ein, nahe verwandt der

Peters-K. in Gelnhausen. Empore zwischen den (damals unausgefuehrt

gebliebenen) Fronttuermen; sie wird getragen von einer 3sch., 2 Joch tiefen

Halle; rippenlose Kreuzgwbb. zwischen rck. Gurten; die Blaetterkapitelle

der staemmigen Saeulen in ihrer Art ersten Ranges. In der WWand prachtvoll

umrahmtes Portal, im _Tympanon_ Christus zwischen den Kirchenpatronen. Um

1250 der OBau. Der Einfluss von Gelnhausen dauert fort, jetzt mehr

vonseiten der dortigen Marien-K. Das Schiff hat 3 quadr., der Chor 2

quadr. Gwbb., am platten Schluss im 18. Jh. die Fenster vermauert; die

Fenster des Qsch. spgot. erweitert. Alle Gewoelblinien unterspitz. Die rck.

Gurten auf Auskragungen; die Kreuzrippen, geschaerfte Wulstform, auf

Diensten mit Schaftringen; rom. Blaetterkpatt. -- Die Sschiffe des Lhs.

durch flache Kapellen erweitert. Am noerdl. Ssch. die grosse, ueber den

aeusseren Wandelgang vorgebaute, daher von innen mittels einer Treppe

zugaengliche _Maria-Schnee-Kap_., erb. 1516 vom Kardinal Albrecht v.

Brandenburg; Netzgwb. mit gewundenen Reihungen, entartetes Masswerk; die

aeussere Giebeldekoration erinnert mit ihrem schreinermaessigen Reichtum an

die saechsischen Bauten des Kardinals. -- _Aeusseres_. Chor und Langseiten

verbaut. Sichtbar nur die NWEcke. Sie vereinigt Bauteile aus vier

Stilperioden zu einer ueberaus malerischen Gruppe. Eine in der Seitenachse

liegende hohe Freitreppe, barock, fuehrt zu einem Paradies; ehemals mit

schraeger Sparrendecke, jetzt flach gewoelbt. Der NTurm nicht ausgebaut;

dominierendes Motiv nach dieser Seite ist der hohe Giebel der

Maria-Schnee-Kap. Die WFront zeigt, der Empore entsprechend, 3 sprom.

Fenster. Der STurm wurde im 14. Jh. in kolossalem Massstab begonnen; ueber

dem zweiten Geschoss brechen die Motive ab und es folgt ein spaetestgot.

Oktogon mit 8 geschweiften Giebelchen und hohem hoelzernen Helm. Das Lhs.

hat ein gebrochenes Walmdach aus 18. Jh. -- An der NOSeite schoener sprom.

_Kreuzgang_. Von ihm aus fuehrt ein spgot. umgearbeiteter Verbindungsgang

zum _Paradies_, das gleich dem Kreuzgang zeitlich mit dem OBau

zusammengeht. -- _Ausstattung_. Grosser _Hochaltar_ in Ciborienform aus dem

18. Jh. Die ehemals zahlreichen ma. Nebenaltaere bis auf einen zerstoert.

Die _Beweinung_ von _Math. Gruenewald_ bildete die Predella eines

Altarbildes 1525 in der Moritz-K. in Halle a. S., das Hauptbild jetzt in

der Pinakothek zu Muenchen. In der Maria-Schnee-Kap. ein mit 1519

bezeichneter Rahmen, der einst eine Maria von _Gruenewald_ einschloss;

wahrscheinlich identisch mit dem jetzt in der Dorf-K. zu Stuppach (s. Bd.

III) befindlichen Bilde; uebrigens ist auch der Rahmen an sich interessant

als Dokument der Veraenderung der Altarform im Uebergang von der Gotik zur

Renss., eine Parallele zum Rahmen von Duerers Allerheiligenbild. In einer

suedl. Seitenkp. _Schnitzaltar_ der 14 Nothelfer von merkwuerdigem

staffelfoermigem Aufbau A. 16. Jh. -- _Chorstuehle_ von 1659 jetzt im Qsch. --

In der noerdl. Turmhalle _Taufstein_ von 1487. -- Im noerdl. Ssch. (frueher im

Chor) ein eherner _Baldachin_ aus der _Vischer_schen Huette bez. 1536; vier

mit graviertem Laubornament geschmueckte Pfosten tragen einen an der

unteren Flaeche in der gleichen Technik behandelten Himmel; die Zeichnung

erinnert an das (zerstoerte) Gitterwerk des Nuernberger Rathauses. Der

Baldachin scheint fuer das von Kardinal Albrecht in Halle projektierte

Grabmal bestimmt gewesen zu sein (vgl. P. Redlich: Kardinal Albrecht von

Brandenburg und das Neue Stift in Halle, 1900); jetzt traegt er einen

Sarkophag mit den Reliquien der h. Margarete. -- _Kanzel_ aus Sandstein und

Alabaster, sehr reich, um 1590. -- An der WWand kolossales _Holzkruzifix_

aus A. 13. Jh. -- Aussen ueber der Freitreppe steinerne _Kreuzigungsgruppe_

1699.

_Grabmonumente_ und _Gedenktafeln_ in grosser Zahl. Davon die wichtigsten:

_Im Chor:_ SSeite, Kenotaph des Stifters Otto v. Sachsen {~DAGGER~} 982, gesetzt

1524; korrespondierend auf der Nseite das seiner Frau und Tochter,

Liudgard und Hildegard. -- Ehernes Epitaph des Kardinals Albrecht von

Brandenburg {~DAGGER~} 1545, gegossen 1525 in der _Vischer_schen Huette, grossartiges

Reliefbildnis mit ornamentaler Borte, durch eine Inschrifttafel aus 18.

Jh. entstellt; in gleichem Format, wohl als Gegenstueck gedacht,

Madonnenrelief von _Hans Vischer_ 1530: beide aus Halle hierher

uebergefuehrt. -- Epitaph fuer Kurfuerst Schenk v. Erbach {~DAGGER~} 1459, ausgefuehrt im

16. Jh. -- Desgl. fuer Kurfuerst Anselm Franz v. Ingelheim {~DAGGER~} 1659, bmkw.

durch lebendige Portraetauffassung.

Im _Mittelschiff_ kurfuerstliche Beamte. a) Suedliche Reihe: Caspar v. d.

Schulenburg 1517, primitives Renss.-Ornament. -- Wolf Beheim 1539. -- Dr.

Sachs 1570. -- Stephan v. Fechenbach 1577. -- b) Noerdliche Reihe: Melchior

von Graenroth, Erzguss von grosser technischer Praezision, 1584 von

_Hieronymus Heck_. -- Georg v. Liebenstein 1533 mit Anklaengen an die Schule

_Backofens_; feste Rittergestalt, das Knien an dem (ganz an die Seite

geschobenen) Kruzifix vorzueglich gegeben. -- Brendel von Homburg 1573. --

Ch. Math. v. Albersweiler 1567. -- Dr. Eisenberger 1575.

_Im Kreuzgang_. a) WFluegel. Gertrud Echter 1421, kniend in

Dreiviertelansicht, ueber ihr Maria in den Wolken, schoene manierfreie

Arbeit. -- b) NFluegel. Joh. v. Cronberg 1439, adoriert den h. Christoph. --

c) OFluegel. Schenk v. Weibstedt 1437, adoriert die Madonna auf der

Mondsichel. -- d) SFluegel. Scholastikus Kuechenmeister mit seiner Mutter

1493. -- _Wandgemaelde_, der Gekreuzigte u. Heilige, E. 14. Jh.

In der Sakristei 2 vorzuegliche _Reliquienbuesten_ 1473 von _Hans Dirnstein_

von Frankfurt. Degl. _Monstranz_. Rom. _Schachbrett_.

*Agathen-K.* Flachgedeckte frgot. Basilika, spgot. ueberarbeitet,

unbedeutend. Der vortretende WTurm mit 4 Giebeln und Holzhelm sehr einfach

rom. Aussen _Oelbergsgruppe_ aus 16. Jh., beschaedigt, in Renss.Gehaeuse.

*U.L.F. Pfarr-K.* 1768-1775. Einschiffiger Saal von angenehmen

Verhaeltnissen. An der noerdl. Langseite rom. Glockenturm, das Obergeschoss

rom. zu got. ca. 1220-30. Es hat uebereinander, durch kein Gesims getrennt,

2 gekuppelte Schalloeffnungen, kleeblattfoermig, umschlossen von spitzbg.

Blendbg., ein Vierpass im Felde. Ueber den 4 Giebeln ein steinerner got.

Helm, 8seitig, mit Kantblumen geziert.

Im Erdgeschoss eingemauert sprom. _Tympanon_, thronende Maria zwischen

Heiligen.

*Studien(Jesuiten)-K.* 1619-21. In WDeutschland der erste dem roemischen

Barockschema folgende Jesuitenbau (vgl. dagegen Molsheim u. Koeln Bd. IV,

V), Schiff mit Tonnengwb. u. tiefen Nischen, feines Flachornament in

Stuck, Beschlaegemuster.

*Schloss*. Das alte Schloss zerst. 1552. Notbau 1556-1606. Neues (jetziges)

Schloss 1605-1614 von _Georg Ridinger_ aus Strassburg (von ihm selbst in

einem umfaenglichen Kupferstichwerk, Mainz 1616, publiziert). Waren die

wichtigeren Schlossbauten der Renss. des 16. Jh. immer Um- oder Anbauten

mittelalterlicher Anlagen gewesen, so wird hier mit Nachdruck zum

erstenmal eine streng einheitliche, symmetrische Anlage gegeben (etwas

aelterer Versuch in Schmalkalden): 4 Fluegel um einen quadratischen Hof von

ca. 79 m aeusserer, 51 m innerer Seitenlaenge, an den Ecken maessig

vorspringende quadr. Tuerme; die Symmetrie nur leicht durchbrochen von dem

aus dem alten Schloss heruebergenommenen Bergfried, jetzt mit dem NFluegel

hofseits verwachsen. Die Fluegel haben wenig Tiefe (kaum 10 m im Lichten)

und in der inneren Teilung folgt Raum auf Raum ohne Korridorverbindung.

Aufgaenge durch Wendeltreppen in den 4 Winkeln des Hofes. -- Die allgemeine

Idee, aus dem Wasserschloss entwickelt, hier wohl sicher durch franzoes.

Vorbilder bedingt, wie auch das Detail (in Uebereinstimmung mit dem

Kaufhaus in Strassburg, dem Friedrichsbau in Heidelberg, dem Schloss

Gottesau und dem etwas juengeren Schloss in Mainz) mit der

ostfranzoesisch-lothringischen Weise zusammenhaengt; vgl. besonders die

Fensterverdachungen. Gliederung der 3 fast gleichwertig behandelten

Geschosse durch sehr kraeftige Gesimse, waehrend vertikale Teilungslinien

fehlen. Der Fassadenlaenge von 85 m (mit Einschluss der Tuerme) entspricht

eine H. von 23 m (bis Oberkante Dachgesims) und Teilung in 15

Fensterachsen; dazu das maechtige Dach, 12 m H. In der Mitte wird es durch

einen reicher als alle uebrigen Teile (ursp. jedoch einfacher

beabsichtigten) Zwerchgiebel akzentuiert. Einziger Zugang durch das maessig

grosse Rustikaportal der SSeite. Eine Zugbruecke fuehrte hier ueber den

Burggraben, einst vorn durch eine _porta triumphalis_ geschmueckt. (Der

Balkon 18. Jh.) Die Geschosshoehe der Tuerme nimmt nach oben etwas ab, sie

werden gekroent durch eine Galerie und ein niedriges Oktogon mit welscher

Haube. Die oestl. und noerdl. Fassade etwas sparsamer detailliert. Wie die

Lucarnen ursp. gedacht waren, zeigt ein Exemplar der WSeite. -- In der Naehe

erscheinen die Verhaeltnisse zu schwer, wie bei den meisten Bauten dieser

Zeit; aus gehoeriger Entfernung betrachtet zeigen sich Massen und Umrisse

meisterhaft aufgebaut. Die erhoehte Lage ueber dem Main fuehrte zur Anlage

einer 20 m hohen Terrassenmauer, daran das maechtige Wappen des Bauherrn

Erzbischof Joh. Schweickart von Mainz. Erwaehnenswert, dass Ridinger vorher

hauptsaechlich an Festungsbauten beschaeftigt war. -- Die _Hoffassaden_

wiederholen das aeussere System mit der Abweichung, dass das Erdgeschoss sich

in Arkaden oeffnete (ungluecklicherweise spaeter zugemauert). -- Die _innere

Ausstattung_, deren geschnitzte Tueren, Mosaikboeden, Stuckdecken,

Wandgemaelde (im Kaisersaal Historien von _Georg Keller_, einem Schueler

_Jost Ammanns_), ein Besucher des J. 1614 ueberschwaenglich bewunderte,

wurde durch Umbauten seit 1770 zerstoert. Einigermassen verschont nur die

_Kapelle_; 1sch. Raum mit Netzgwb., Kolossalaltar und Kanzel aus Marmor

von _Hans Junker_; Buerger von Aschaffenburg, um 1615; unendlich ueberlastet

mit (an sich reizvollem) Detail, figuerlichem und ornamentalem. Wand-,

Decken- und Fenstermalerei zerstoert. Prunkvolles Portal. -- Im Schloss bmkw.

_Gemaeldegalerie_.

_ASCHERODE._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* 1606-15 nachgot.

_ASCHFELD._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1679. Wirkungsvoller _Hochaltar_ in elegantem fr. Rok., gegen

1740, Richtung der Auwera. -- _Kirchhofsbefestigung_ mit Gaden 16. Jh.

_ASMUSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*Kirche* spgot. 1sch. mit gleich breitem Chor; dort die Fenster Spitzbg.

mit Fischblasen, im Schiff Vorhangboegen.

_ASTHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

Ehem. *Karthaeuser-Klst.* gegr. 1409 durch Erkinger v.

Seinheim-Schwarzenberg. Kirche charakteristisch nachgot. Bau (1603 f.) auf

aelteren Fundamenten. Das praechtige, mit Statuen geschmueckte Renss.-Portal

an die Prokuratie versetzt. Treffliches _Chorgestuehl_ renss., spaetbar,

umgearbeitet. Maechtiger _Hochaltar_ 1730, Seinsheimsche _Epitaphe_. -- Vom

Klst. erhalten die Prokuratie um 1583, die nachgot. (um 1600) Nikolauskap.

und der Verbindungsgang zur Kirche. Ueberlebensgrosses _Holzkruzifix_ um

1520.

*Dorf-K.* Epit. G. F. v. Schwarzenberg 1543, wohl von _P. Dell_ d. Ae.,

Moritz v. Sch. 1565 von _Thomas Kissner_.

_ATZENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* Die oestl. Schlusswand mit 3 pyramidal gruppierten

Spitzbogenfenstern 13. Jh., sonst 17. Jh.

_AUA._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

*Dorf-K.* daran geringe Reste des 1218 von hier nach Blankenheim verlegten

Klosters; ein rom. _Taufstein_ Traeger der Altarmensa.

_AUB._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* (ehem. Benedikt.-Propstei). Das Lhs. Neubau aus der Juliuszeit

(1615), erst M. 18. Jh. aus 3sch. in 1sch. Anlage umgewandelt. Aus 13. Jh.

erhalten der WBau, ein sehr bmkw. Dokument aus der ersten Rezeption des

got. Stils. 1275 und 1280 die ersten Erwaehnungen, zu welcher Zeit auch die

Bauformen passen. Erdgeschosshalle und Empore, beide geteilt in 3 Sch. und

2 Joch. Die Formen der ersteren noch mit viel rom. Erinnerungen, woraus

nicht notwendig ein nennenswert hoeheres Alter folgt. Doppelt gekehlte

Rippen mit Anlaeufen auf diagonal gestellten Kaempfern. Die oberen Pfll. aus

8 Runddiensten gebuendelt, ihre Kapitelle glatt. Diejenigen der Wandfll.

mit schoenstem frgot. Blattwerk unter reichlicher Beimischung von Masken

und Tieren. Die Fenster haben im Masswerk Nasen, z. T. in Blumen endigend.

Das Portal spitzbg. in rundbg. Blende. Tympanon fensterartig aufgeloest. Im

Obergeschoss Rosenfenster. Vergleichspunkte zu fraenkischen Bauten dieser

Zeit fehlen; saemtliche Details weisen auf den Oberrhein und ueber diesen

hinaus wohl auch auf direkte Bekanntschaft mit der franzoesischen Gotik,

namentlich gilt dies von der Komposition der Rosen. -- _Hochaltar_ 1682.

_Kanzel_ 1790. Hauptschmuck des Turms die schoene _Kreuzgruppe_ aus

_Riemenschneiders_ Werkstatt, dem Meister selbst nahe stehend. Bmkw.

_Steinrelief_ aus 14. Jh., die Juenger am leeren Sarge Mariens. Zahlreiche

_Renss.-Grabmaeler_. Das des Truchsessen von Baldersheim aus der

_Riemenschneider_schen Werkstatt um 1520.

*Spital-K.* 14. Jh., umgebaut 1595. Fuerstbischoefl. Schloss 1580-1620. In

den Turmraeumen (Amtsgericht) schoene Stuckdekoration um 1770, vielleicht

von _Matteo Basti_ (vgl. die Engelheimer Zimmer der Wuerzburger Residenz).

Die Kap. in typischer unterfraenkischer Nachgotik. -- *Rathaus* 1671. -- In

der Naehe des Ortes mehrere schmuckreiche _Bildstoecke_.

_AUBSTADT._ UFranken BA Koenigshofen.

*Dorf-K.* renss. 1618, mit Friedhofbefestigung.

_AUE._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* des 12. Jh. Sandsteinquaderbau. WTurm. Am abgetreppten Portal

die Kanten als Rundstaebe ausgebildet, im Tympanon der Gekreuzigte in

langem Rock. Empore und Holzdecken mit Bar.-Malerei geben ein

farbenreiches Innenbild.

_AUE AM BERG._ Sachsen-Meiningen. Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt) im Kern rom. Ueberarbeitungen got. und

spaeter. -- Gemaltes _Triptychon_ um 1500.

_AUERBACH._ K. Sachsen. Amtshauptstadt.

*Burgruine*. Bergfried aus fr. Ma. noch erhalten.

_AUERSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* 1718 fast ganz erneuert; Nachwirkung der ma. Anlage die oestl.

Stellung des Turms.

_AUERSWALDE._ K. Sachsen AH Floeha.

*Dorf-K.* Einige der wenigen im Lande, welche ihren ursp. rom. Gr. und

Aufbau unverletzt erhalten haben. Gemeindehaus fast quadr.; Chor ebenfalls

quadr., doch kleiner; beide Teile flachgedeckt; 1/2kr. Apsis. Ringsum

gegliederter Rundbg., Fries, an der Apsis 1/2Sll., am OGiebel steinernes

Kreuz, am Altar rom. Mensa. -- _Altarschrein_, schoene Arbeit aus

Altenburger Werkstatt, 1503.

_AUFENHAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.* spgot., flachgedeckt, eingezogener polyg. Chor, WTurm,

einfachste Formen. -- Gemaltes Triptychon M. 15. Jh.

_AUFSESS._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Burg* aus Ma. gut erhalten.

In der *Schloss-K.* Grabstein fuer Albrecht v. A. 1356; kunstvolles

zinnernes Taufbecken von _Caspar Enderlein_ ({~DAGGER~} 1633).

_AUGSFELD._ UFranken BA Hassfurt.

*Dorf-K.* ca. 1730-50, 1sch. mit Lattengwb., Chor nach alter Gewohnheit im

OTurm. -- Dekoration und Mobiliar in munterem, laendlich splendidem Rok.

_AUGUSTUSBURG._ K. Sachsen AH Floeha.

Schloss gegr. 1568 durch Kurfuerst August, wesentl. voll. 1573. Baumeister

_Hieronymus Lotter_ aus Leipzig, zum Schluss _Erhard van der Meer_ unter

Oberaufsicht des Grafen _Rochus v. Linar_. Der allgemeine Charakter ist

der eines Residenzschlosses mit festungsmaessigen Anklaengen (Graeben,

Kasematten usw.). Der Gr. gibt in der Umfassungslinie ein Quadrat von 86

m, in der inneren Einteilung 4 massige 4eckige Eckhaeuser, die durch

schmale Fluegel verbunden werden, so dass der Hof griechich kreuzf. wird.

Die Fronten 2geschossig ohne Gesimsteilung und in sehr niedrigen

Proportionen, die 4 eckigen Fenster mit got. Profilen sind die einzige

Belebung der glatten Wand, dazu auf der N- und SSeite ein Einfahrtstor in

Rustika, derbe Nachahmung der Festungsbauten der Sammicheles. Ueber dem

weit ausladenden Hauptgesims ein Umgang mit Balustrade. Starke Akzente

geben die Eckbauten mit Zwerchhaeusern, steilen Walmdaechern und hohen

Schornsteinen (durch spaeteren Umbau vereinfacht). Die _Ausstattung_ der

Wohn- und Festraeume stark reduziert; es waren vorhanden 5 Saele, 7 Vorsaele,

74 Zimmer, 96 Kammern. Auf der SSeite bildet den mittleren Verbindungsbau

die

*Schlosskirche* nach dem Plan _v. d. Meers_. Zwischen den tiefen Streben

ringsumlaufende, steinerne Emporen, Pfl. u. Bogenstellungen mit Halbsaeulen

in unten dor., oben jon. Ordnung, alles in schwerster Behandlung, das

Tonnengwb. in sog. Quadraturwerk stuckiert. Ueber dem Altar grosses

_Gemaelde_ von _L. Cranach d. J._ von 1571, Kurfuerst August mit seiner

zahlreichen Familie vor dem Gekreuzigten. _Kanzel_ mit Gemaelden von Hans

Schroeer.

_AULIGK._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Chor 14. Jh., sonst im 17. u. 18. Jh. umgebaut. Grabsteine des

16. Jh. der v. Thor, v. Miltiz u. a. Orgel von _Gottfr. Silbermann_, aus

Chemnitz versetzt.

_AUMA._ Sachsen-Weimar. VB Neustadt a. d. O.

*Stadt-K.* 1520 und 1793. -- Reste eines _Schnitzaltars_ A. 16. Jh.

_AURA._ UFranken BA Hammelburg.

Ehem. *Benedikt.-Kloster*, gegr. 1108, erster Weiheakt 1113. Im

Bauernkrieg beschaedigt, 1687-97 teils weiter zerstoert, teils umgestaltet.

Jetzt flachgedeckte Pfeiler-Basilika von 9 Achsen, im O platter Schluss.

Ausstattung E. 17. Jh. Im ganzen entstellter Ueberrest einer urspr.

bedeutenden Anlage. Vorlaeufige Ausgrabungen unter Dr. A. Faulner ergaben

vom rom. Bau: unter der Ummantelung der Pfeiler im Langhaus Stuetzenwechsel

im Rhythmus aab, aab; im Chor nur Pfeiler; Schluss in 3 Apsiden. Ein westl.

Atrium mit Doppeltuermen 1689 abgetragen. -- In der jetzigen Stallung Rest

eines spgot. Kapitelhauses. Die rom. Wuerfelknaufsaeulen in den Arkaden des

jetzigen Friedhofs stammen vom Kreuzgang.

_AUWALLENBURG._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Burgruine Wallenburg*, erb. gegen 1247, erhalten ein 27 m hoher Turm,

rom., von ausgezeichneter Technik, mit 2 Einsteigtueren.

_AXIEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* rom. Backsteinbau, querrechteckiger Sattelturm innen in 2

Rundbg. gegen das Sch. geoeffnet, 1/2kr. Apsis, Rundbogenfries im N

einfach, im S verschraenkt. -- Aus frgot. Zeit _Taufstein_ und Reste von

_Wandmalerei_.

_B_

_BAALSDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.*, rom. Anlage des 13. Jh. -- _Glocke_ E. 13. Jh. mit der Inschr.

"_Heinricus Filius Tiderici me fecit_" (ein Glockengiesser _Thidericus_

erscheint 1278 in Luehe bei Hildesheim; die gleiche Inschr., wie die

vorliegende, haben in der Umgegend die Glocken zu Gross-Wiederitszch,

Geringswalde, Niedergraefenhein, Oetzsch).

_BAHRA._ UFranken B A Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Frgot. _Sakramentsnische_. _Glocke_ mit Apostelnamen um 1300.

_BALDERSHEIM._ UFranken. BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1611, veraendert 1901. Sehr guter _Grabstein_ 1493; andere 16.

u. 17. Jh. -- _Hochaltar_ um 1700 mit guten _Holzfigg_. vom spaetgot. Altare

(nach 1500).

_BALGSTEDT A. U._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Rom. Turm mit gepaarten Fenstern. Schiff abgebrochen und im 18.

Jh. im W des Turms neu errichtet. -- _Glocke_ 1311.

_BAMBERG._ OFranken. BAmtsstadt.

*Dom S. Peter u. S. Georg*. Gruendungsbau Kaiser Heinrichs II. 1004-1012;

Brand 1081, der nur die Mauern stehen liess, darauf Rest. und zweite Weihe

1111; neuer Brand 1185; Umfang des Schadens und Beginn der Erneuerung

nicht bekannt; 1231 der Ostchor noch nicht fertig; 1237 Weihe, aber noch

nicht voelliger Abschluss der Arbeiten. -- Der gegenwaertige Bau ist ein Werk

des 13. Jh. auf dem Grundriss des fruehen 11. Jh.; ob und wieviel aufgehende

Mauerteile aus der Zeit vor 1185 in den Neubau hinuebergenommen, ist noch

nicht sicher festgestellt. Masse in runden Zahlen: ganze innere L. 95 m,

Br. 28,50 m, H. 25,50 m. Gr. regelmaessig kreuzfoermig mit der Abweichung,

dass das Qsch. im W. Zwei Choere: OChor, 3 Joche des Msch. mitumfassend, S.

Georg gewidmet; WChor, die Vierung einschliessend, S. Peter; zu beiden

fuehren Stufen hinauf. Der der Gemeinde verbleibende Raum im Msch. auf 30 m

reduziert. Unter jedem Chor eine Krypta. Neben jedem Chor ein Turmpaar. --

Der Bamberger Dombau, in die Zeit fallend, in welcher von Frankreich her

das gotische Bausystem in Deutschland eindrang, weist stilistisch drei

Phasen auf: spaetromanisch ist der OChor, aussen und innen, und das Lhs. in

seiner Aussenansicht; fruehgotisch, jedoch nicht von der franzoesischen,

sondern von der von dieser unabhaengigen burgundisch-cisterciensischen

Fruehgotik abgeleitet(1), der innere Aufbau des Lhs.;

franzoesisch-fruehgotisch, ohne das cisterciensische Element ganz zu

verdraengen, der WBau. Genauere Zeitbestimmung nicht moeglich. Der OChor ist

im polyg. Gr. und in der ganzen Formbehandlung so vorgeschritten, dass er

vor 1200 nicht denkbar; die Behauptung, dass die WTuerme 1237 vollendet

waren, schwebt in der Luft. Hauptbauzeit somit unter B. Ekbert von Andechs

(1203-1237), jedoch die Ausfuehrung des WChors und der WTuerme spaeter. Die

plastische Ausschmueckung (s. unten) beweist, dass noch vor ihrer

Aufstellung der Bau unterbrochen worden ist. Will man als Ursache dafuer

die unruhige Zeit unter B. Heinrich (1242-1257) ansehen, so ergibt sich

als relativ wahrscheinlich: Beginn der gotischen westl. Bauteile im Anfang

dieser Regierung, Vollendung nach laengerer Pause unter B. Berthold von

Leiningen (1257-85). -- Aus der Zeit der spaeteren Gotik (um 1450) nur die

Sepultur. Gruendliche Erneuerung der inneren Einrichtung 1648-55, der

Daecher und Tuerme 1744 und 1765-68. Restauration und Purifikation 1828-37

durch _Heideloff_ und _Gaertner_.

_Ostbau_ ("Georgenchor"). Die Krypta umfasst den ganzen Raum unter dem

hohen Chor; 3 Sch. und 7 Joche; die Kreuzrippen gestatten, das Msch.

breiter anzulegen, waehrend die Krypten mit rom. rippenlosen Gwb. immer auf

gleiche Breite der Schiffe angewiesen waren; ferner ist der Raum hoeher und

luftiger gestaltet, als je in Krypten aelterer Zeit. Die Stuetzen sind Sll.,

ihre Kaptt. z. T. mit seltsam krausem, barockem Blattwerk und hohen

8eckigen, schon frgot. Einfluss verratenden Deckplatten. Die Rippen mit

derben Rundstaeben besetzt. Der Eingang muss ursp. in der Mitte gelegen

haben; die hohen Sockel des ersten Pfeilerpaares entsprechen einem

ehemaligen Podest. -- Die Apsis des hohen Chors, im Gr. 5 Seiten des 8Ecks,

legt sich, besonders in der Aussenansicht hervorragend schoen kombiniert, an

die grosse Wandflaeche, die durch den OGiebel des Lhs. und den mit diesem in

gleicher Flucht liegenden Unterbau der Tuerme gebildet wird. Der Aufbau 3

teilig in gluecklichster Rhythmisierung; Erdgeschoss, Fenstergeschoss,

Zwerggalerie gesondert durch ueberaus reich gebildete Friese, vertikale

Gliederung durch Gruppen rechtwinkliger Vorspruenge und staerkerer und

schwaecherer Dreiviertelsaeulen. An den Kapitellen vielfach das Knospenmotiv

in einer schon von der Fruehgotik beruehrten Form. Die Kehlen der reich

abgestuften Fenstergewaende sehr wirksam mit Schellen besetzt. Das

Dachgesims im 18. Jh. erneuert. Der Zwerggalerie entspricht im inneren

Aufbau das als glatte Kugelkalotte gestaltete Gwb.; unter den Fenstern

Arkatur; bezeichnend das Streben nach moeglichst lebhaftem Formenwechsel

auch in der Form ihrer Saeulenschafte.

_Langhaus._ Querschnitt des Msch. 1 : 2, Gesamt-Querschnitt nach dem

gleichseitigen Dreieck. Die Gwbb. haben Kreuzrippen und sind in den Quer-

wie in den Schildgurten spitzbg.; trotz der Freiheit der Grundrissbildung,

die dadurch moeglich geworden waere, ist nach deutscher Gewohnheit das sog.

gebundene quadr. System beibehalten. Dabei macht sich behindernd geltend,

dass die Grundrissabmessungen auf diese Teilung ursp. nicht eingerichtet

waren: so ergeben sich von den Vierungspfll. des Qsch. bis zu den oestl.

Chorpfll. nur 4+1/2 Doppeljoche. Im Anschluss des Lhs. an den OChor tritt

deshalb sichtliche Verwirrung ein; man versuchte es mit 6teiligen Gwbb.,

hat sie aber z. T. wieder aufgegeben. Eine baugeschichtlich wichtige

Tatsache zeigt sich aussen an den Hochschiffswaenden, ebenso an der N- wie

an der SSeite: von W gerechnet zwischen dem ersten, zweiten und dritten

Fenster vermauerte Fenster von gleicher Form und Groesse, wie die offenen,

und zwar an den Stellen, wo innen die Gewoelbegurte anfallen. Um als

Ueberreste vom Bau des h. Otto zu gelten, sind sie zu gross; ich kann sie

nur auf eine juengere Restauration(2) beziehen, etwa nach Brand 1185, die

_noch nicht mit Gewoelben rechnete_. Aus dem bei waehrendem Neubau

eingetretenen Wechsel erklaeren sich nun auch die Unregelmaessigkeiten im

oestl. Abschnitt. Von diesen abgesehen, alternieren regelmaessig staerkere und

schwaechere Pfll., kreuzfoermig mit eingelegten Ecksll., die Vorlagen der

Hauptpfll. das Gurtgesims durchschneidend. Nicht angenehm in seiner Leere

wirkt das Hochschiff. Die Gwbb. haben nahezu gerade Scheitel (wie in

Ebrach), waehrend der Uebergangsstil sonst starke Busung liebt. Die Gurten

einfach rck., aber verhaeltnismaessig schmal, die Rippen Rundstaebe mit

mandelfoermiger Schaerfung. Im Gesamteindruck kann von got. Formgefuehl noch

nicht die Rede sein. In der got. gedacht ist Konstruktion aber die klare

Sonderung einerseits der die Gewoelbe tragenden Hauptpfll. und des mit

ihnen verbundenen Gurtensystems, andererseits der fuellenden Wandflaechen.

Die Anregung durch Ebrach vorausgesetzt, ist die Rueckkehr zum gebundenen

System auffallend. Querschnitt.

_Westbau_ ("Peterschor"). Der Chor, fuer den ursp. ein sechsteiliges Gwb.

beabsichtigt war, hat schliesslich 2 sehr schmale gerade Joche erhalten und

in der Apsis ein 5teiliges Rippengwb. mit hohen Schildbgg., die einer

zweiten Fensterreihe Raum geben. In den Formen Zunahme des eigentlich

franzoesischen Elements in einer den juengeren Teilen des Klosters Ebrach

aehnlichen Fassung. Es sind nacheinander mehrere Meister taetig, zuerst

burgundisch (Dijon), spaeter mehr nordfranzoesisch gerichtet. Die Krypta

klein und jetzt unzugaenglich. -- WChor und OChor sind in ihren ins Schiff

vorspringenden Abschnitten durch Bruestungswaende geschuetzt; nach aussen mit

Arkaturen geziert, nach innen voellig glatt, selbst ohne Gesims; die

SSchranke des WChors mit Spuren von rom. Malerei.

_Aeusseres_. Das Lhs. hat rein rom. Formen. Unerhoert in den bisherigen

Baugewohnheiten der Reichtum der Friese. Die Gesimse haben sich mit den

Daechern in wiederholten Restaurationen veraendert. 4 Portale: 2 unter den

OTuermen (Adamspforte, Georgenpforte; das Zickzackornament der ersteren

wohl aus S. Jakob in Regensburg, wohin auch das Kehlungsprofil der Pfosten

der Georgenpforte hinweist); 2 (in der letzten Bauzeit vorgeblendet) am

noerdl. Ssch. (Fuerstentor) und noerdl. Kreuzfluegel (S. Veitspforte).

Denselben rein rom. Charakter haben die OTuerme bis zur Hoehe des

Mittelschiffhauptgesimses; hier treten frgot. Formen ein, doch unter

Wahrung der bisherigen Einteilung (die Notstuetze im 2. Fenstergeschoss noch

waehrend des Baus eingezogen; die Fenstergliederung der beiden letzten

Geschosse entsprechend geaendert). Entschiedener ist die Neuerung an den

WTuermen; im Unterbau haben sie Konsolengesimse, die mit denen der

Michaelskap. in Ebrach genau uebereinstimmen und deren Vorbilder zum

charakteristischen Formenschatz Burgunds gehoeren; weiter nach oben tritt

der Wandel ein: oktogonaler Kern, an den Diagonalseiten Vorlagen einer

tabernakelartigen Saeulenstellung, die im Gr. 5 Seiten des Achtecks

umschreiben; diese Anordnung wiederholt sich durch 3 unter sich fast

gleiche Geschosse. Die Einzelheiten sind durchaus frgot. im Sinne der

franzoesischen Schule. Aber auch die Komposition im ganzen geht auf ein

bestimmtes franzoesisches Vorbild zurueck: die Kathedrale von Laon. Doch ist

dasselbe in einem wichtigen, ohne Abb. nicht verstaendlich zu machenden

Punkte missverstanden. Um so auffallender, als sich noch ein kleines, im

Hauptmotiv richtiges Modell der Laoner Tuerme erhalten hat: jetzt auf dem

Baldachin ueber der Statue des h. Dionysius am letzten Pfl. des OChors,

NSeite. (Zuerst bemerkt von K. Franck und ansprechend so gedeutet, dass die

franzoesisch geschulten Bildhauer es waren, die das Motiv nach Bamberg

brachten, der Baumeister es also nur aus zweiter Hand kannte.) Dieselben

Bildhauer scheinen auch einer Erweiterung des WChors durch einen

franzoesischen Kapellenkranz das Wort geredet zu haben; vgl. das Modell in

der Hand der h. Kunigunde am Portal unter dem SOTurm. Wichtig ist weiter

das in allen Hauptsachen sehr genaue Modell aus dem 16. Jh. am

Portalrelief der alten Hofhaltung. Es zeigt, dass das fuer die Entwicklung

der WTuerme sinnwidrige Giebelmotiv am oberen Abschluss vollstaendig ein Werk

des 18. Jh. ist, den Giebeln der OTuerme nachgebildet, als man die Daecher

erneuerte; ursp. schlossen die WTuerme richtig mit einem groesseren 8seitigen

Helm in der Mitte, 4 kleineren an den Ecken.

_Innere Ausstattung_. Aus Ma. nur das Chorgestuehl; im WChor reicher, E.

14. Jh., im OChor etwas juenger. Die hie und da zerstreuten Schnitzaltaere

sind in neuerer Zeit aus andern Kirchen herbeigebracht, aus altem Bestand

allein der in der Sepultur. Der Wunsch Koenig Ludwigs I. war, "dass das

heilige und grossartige Denkmal in seinen Verunstaltungen verbessert und

der ungestoerte Anblick dieses erhabenen Tempels im urspruenglichen Stile

wieder hergestellt werde." Die Leitung der Restauration hatten 1832-1835

_Heideloff_, 1835-38 _Gaertner_. Sie entfernten nicht nur alle

nachmittelalterlichen Gegenstaende, darunter 10 Renaissanceepitaphe (jetzt

in der Michaels-K.), sondern draengten auch dem der Spuren seines Lebens in

der Geschichte beraubten Bau ihre eigenen hybriden Erfindungen auf.

(Selbst Fuehrig, ein Nazarener, klagte damals ueber die eingetretene

Vernuechterung.)

Von groesster Wichtigkeit ist der Bamberger Dom fuer die Geschichte der

_monumentalen Plastik_ im 13. Jh. Zu unterscheiden sind drei Stilnuancen,

jede durch eine fuehrende Kuenstlerindividualitaet vertreten: Meister des

Georgenchors, Meister der Adamspforte, Meister des Fuerstentors. a) Die

Arkaturen an den _Schranken des Georgenchors_ enthalten in ihren 2x6

Blenden die Reliefgestalten von _Propheten_ (NSeite) _und Aposteln_

(SSeite); die gemalten Inschriften ihrer Spruchbaender sind erloschen,

weshalb nur bei den wenigsten die Benennung moeglich wird. Je zwei im

Gespraeche. Der Stil zeigt den Moment des Aufsteigens einer saekular an die

Kleinkunst gebunden gewesenen Darstellungsweise zum monumentalen Stil;

zugleich in ergreifendster Weise den Zusammenstoss konventioneller

Gebundenheit, in der sich deutsche Gewohnheiten mit neuerdings

aufgenommenen Formen des klassischen Byzantinismus begegnen, und eines zur

Freiheit erwachten leidenschaftlichen Naturalismus. Mannigfaltigkeit der

Charaktere, Eindringlichkeit der Geberdensprache sind das Hauptanliegen;

die Koerperbildung noch sehr fehlerhaft, oft verzerrt, nie ausdruckslos.

Die Apostelseite in relativ gedaempfter, die Prophetenseite in stuermisch

erregter Stimmung. Der Unterschied wird so gedeutet, dass der Kuenstler,

noch zaghaft, mit jener angefangen habe; es koennte aber auch sehr wohl

eine bewusste Differenzierung in der Charakteristik sein. Die Anordnung der

SSeite ergibt ein ueberschuessiges Feld, darin der h. _Michael_. Das

_Verkuendigungsrelief_ am Pfl. rechts von der Chortreppe sass frueher an der

NSeite, wo die Ausbruchstelle noch sichtbar; etwa der Anfang einer neuen

Reihe (vielleicht bestimmt fuer den Peterschor, dessen Schranken dann ohne

plastischen Schmuck, bloss mit Gemaelden in den Feldern, zur Ausfuehrung

kamen) zeigt es, wie weit dem Meister das Formalschoene zur Verfuegung

stand. Sichere Datierung ist nicht moeglich; am wahrscheinlichsten ist mir

die Zeit rund 1225-35. -- b) _Die Adamspforte_, links (SO) vom Georgenchor.

Am rechten Gewaende Petrus, Adam, Eva; am linken Kaiser Heinrich,

Kunigunde, S. Stephan. Die Statuen sind spaeter eingefuegt; waeren sie fuer

dieses Portal, auch nach Vollendung desselben, gearbeitet worden, so haette

der Kuenstler sie auf Konsolen gestellt; allein sie sind mit Saeulen

verwachsen, die in dem Organismus _dieses_ Portals keinen Platz finden;

Petrus weist ohnedies auf den Peterschor. Dieser Bauteil ist es, mit dem

architektonisch die _franzoesische_ Schule einsetzt, und dass der Bildhauer

der Adamspforte seine Schule in Reims durchgemacht hat, habe ich

nachgewiesen. Von derselben Hand ruehren mehrere Statuen her, die jetzt im

Innern an den den Georgenchor noerdlich begrenzenden Pfeilern sehr

ungeschickt aufgestellt sind. Offenbar waren auch sie fuer ein Portal

gedacht; vielleicht an der Stelle des spaeter dem westl. Qsch.

vorgeblendeten S. Veitsportals, also das Seitenstueck zum Fuerstenportal. Am

Mittelpfeiler _Maria_, von ihr getrennt _Elisabeth_ (als

Heimsuchungsgruppe gedacht), auf der andern Seite ein Engel

(Verkuendigung); am linken Pfl. ein _Papst_, am rechten der _h. Dionys_, an

seiner Front ein lebensgrosser _Reiter_. Dieser kuenstlerisch und

ikonographisch ein Novum. An Zusammenhang mit den Reitern an

suedwestfranzoesischen rom. Fassaden nicht zu denken. Als Benennungen wurden

bis jetzt vorgeschlagen: K. Konrad III., K. Stephan von Ungarn, einer der

hl. drei Koenige. Alles wenig plausibel. Wahrscheinlicher ist mir, indem

ich von der Bedeutung der Oertlichkeit (Georgenchor!) ausgehe, die

Benennung S. Georg. Vgl. die Nachbildung im Dom von Regensburg. Dort und

in Basel mit S. Martin gepaart. Vielleicht war das auch in B.

beabsichtigt. Die stilistischen Beziehungen zu Reims und, wie bei Maria

und Elisabeth, indirekt zur Antike sind ueberall klar; ausserdem muss der

Meister auch Burgund, etwa die Kathedrale von Langres, gekannt haben, wie

die spezifische Behandlung des Akanthus am Sockel des Reiters wie auch an

einigen Statuensockeln der Adamspforte anzeigt. Die Zeit der Ankunft

dieses Meisters, dem mittelbar auch die WTuerme zuzuschreiben sind, ist

nicht zu ermitteln, etwa 1240-60. Er gehoert zu den ersten kuenstlerischen

Kraeften des 13. Jh. Um so bedauerlicher, dass wir keine seiner Gestalten in

dem von ihm gewollten architektonischen Zusammenhange sehen (wie ja auch

sein zu vermutendes Projekt fuer die Erweiterung des WChors unausgefuehrt

blieb). Viele interessante architektonische Reminiszenzen und Phantasien

stecken in den Baldachinen ueber den Statuen, z. B. an dem ueber dem Reiter

Reimser Masswerk der fruehesten Art. -- c) _Das Fuerstenportal_ am noerdl.

Ssch. Am Gewaende die 12 Apostel auf den Schultern von Propheten (in

ikonographischer Hinsicht vgl. den Taufstein in der Vorhalle des

Merseburger Doms), am Tympanon das Juengste Gericht. Die tektonische

Anordnung ist franzoesisch, wiewohl mit der bedeutsamen Abweichung, dass die

Statuen mit Sll. wechseln (vgl. Goldene Pforte in Freiberg); der Stil geht

von dem lokalen der Schranken des Georgenchors aus, durchdringt sich aber

mehr und mehr mit dem franzoesischen; man erkennt die linke Seite als

aeltere, die rechte als juengere, das Tympanon als letzte Stufe dieser

Entwicklung. Die zu beiden Seiten angeordneten Standbilder _der Ecclesia

und Synagoge_ haben mit dem Portal ursp. nichts zu tun; sie sind dem

Vorrat der vom Meister der Adamspforte hinterlassenen Stuecke entnommen;

ebenso gehoeren der Werkstatt des letzteren der _Posaunenengel_ und der

_Abraham_ ueber dem linksseitigen Kaempfer. -- d) Aus der aelteren

einheimischen Schule das Bogenfeld und die Apostelbrustbilder des Portals

rechts vom Georgenchor (NO), die 2 kauernden Loewen an der OFassade von

einem spaeter veraenderten Portal nach 1185. -- _Grabdenkmaeler __ des 13.

Jh._ Auf dem Peterschor Tumba des B. Suitger, nachmals _Papst Clemens_ II.

({~DAGGER~} 1047); glatter Deckel mit Randinschrift, an den Laengswaenden Allegorien

der Kardinaltugenden, an den Schmalseiten der Tod des Papstes und der

Christus der Apokalypse (?), frueher irrig als italienische Arbeit

ausgegeben. Der Stil weist auf das 13. Jh., genauer den Meister der

Adamspforte. Indes halte ich, was wir jetzt vor uns haben, fuer eine

nachmittelalterliche Kopie. Gruende: die Schriftform und die arabischen

Ziffern der Deckplatte; die Gleichheit des Materials der Deckplatte und

der Reliefwaende (grauer Marmor, der sonst an keiner Arbeit des Ma.

vorkommt); das Vorhandensein einer zweiten Grabplatte, die nur als

Grabfigur Clemens II. gedeutet werden kann (der Papst am Georgenchor,

jetzt aufrechtstehend, aber mit Kopfkissen). -- Die 2 Tumben des

Georgenchors; B. Gunther ({~DAGGER~} 1065). Stil des 13. Jh., flaches Relief,

ungewoehnlicherweise in Profil; B. Otto II. ({~DAGGER~} 1196), eingeritzte

Linearzeichnung, Gesicht, Haende und Fuesse waren mit Messing eingelegt. --

Tumbendeckel des B. Ekbert v. Andechs und Meran {~DAGGER~} 1237, aehnlich dem des B.

Gunther; Standort jetzt am Eingang in die Antoniuskap. -- Noch immer nach

demselben Schema der Tumbendeckel des B. Berthold v. Leiningen {~DAGGER~} 1283, s.

unten. -- _Grabdenkmaeler aus dem_ 14.-17. Jh. a) _im suedl._ Qsch.: rechts

vom Altar grossartiges Bildnisepitaph des B. Phil. v. Henneberg 1487 (von

derselben Hand wie Diether von Isenburg im Dom zu Mainz, fast Kopie, also

trotz der individuellen Zuege ohne Portraetwert); Bronzetafel fuer den

Domherrn Wolfgang von Wuerzburg 1610, Guss von _Jakob Weinmann_ von

Nuernberg; Epit. des B. Georg IV., Fuchs von Ruegheim 1561 von _Kilian

Sorg_; Bronzemonument B. Phil. Voit v. Rieneck 1672. -- b) _Im Peterschor_:

Epit. des B. Georg III. Schenk v. Limpurg 1522 von _Loy Hering_ in

Eichstaett, Material polierter Solenhofener Kalkstein; an den Waenden

mehrere Platten mit eingelegten Messingfiguren in Flachrelief, herkoemmlich

der _P. Vischer_schen Huette zugeschrieben. -- c) _Im noerdl. Ssch._: im 2.

Joche B. Albert v. Wertheim 1421, B. Friedrich v. Truhendingen 1366, beide

ohne Inschriftrand und fast Rundfiguren, wohl von Anfang an stehend (also

technisch als Epit.) gedacht; in der Nachbarschaft die bloss mit Inschrift

versehenen Bodenplatten von Bischoefen des 16. Jh., deren zugehoerige

Epitaphe jetzt in S. Michael; neben dem Fuerstentor Denkmal des letzten

Fuerstbischofs Georg V. v. Fechenbach 1826. -- d) _An dem suedl. Arkadenpfl.

des Msch._: B. Berthold v. Leiningen 1283; B. Anton v. Rotenhan 1459; B.

Friedrich v. Hohenlohe 1351, kuenstlerisch das wertvollste unter den

spaetmittelalterlichen. -- e) _Monument des kaiserlichen Stifterpaares

Heinrich und Kunigunde_ von _Tilman Riemenschneider_, beg. 1499, voll. und

aufgestellt 1513. Material feiner (wohl Solenhofener) Kalkstein; Form

Tumba; so hoch aufgebaut, dass die in nicht sehr hohem Relief gehaltenen

Bildnisfiguren des Deckels fast unsichtbar bleiben; Reliefs an den Waenden;

wenig Architekturformen. Die Reliefs stellen dar: 1. Kunigundens

Feuerprobe, 2. Kunigunde bezahlt die Werkleute zum Bau der Stephanskirche,

3. Heinrich auf dem Krankenbette, 4. Heinrich durch den h. Benedikt von

seinem Steinleiden geheilt, 5. Heinrichs Seelenwaegung. -- _Sepultur der

Domherren in der h. Nagel-Kap._ Die Waende, soweit sie nicht von Altaeren

eingenommen sind, tragen in dichter Reihe und gleicher Groesse 64 ikon.

Bronzetafeln; 1414-91 besteht die Darstellung in blossen Umrissen,

1491-1550 in flachem Relief, nach 1550 war der Platz besetzt und wurden in

groesserer Hoehe blosse Wappentafeln angebracht; fuer eine Anzahl ist der Guss

in der Forchheimer Huette bezeugt; fuer welche anderen die _P. Vischer_sche

in Frage kaeme, waere noch zu untersuchen; wahrscheinlich ist es fuer die

Platte des Joh. v. Limpurg ({~DAGGER~} 1475), die dann die aelteste in der Klasse

der gravierten von _P. Vischer_ waere. -- Spgot. _Schnitzaltaere_ im noerdl.

Ssch. (aus Muehlhausen) und in der Nagel-Kap. -- _Kaiserglocken_ aus A. 14.

Jh. Die groessere nach Heinrich benannte bez. 1311, im Durchmesser 179 cm,

Hoehe 140 cm.

_Schatzkammer_ (seit 1907 in neuen Raeumen geordnet) ist in ganz

hervorragender Weise reich an _Textilien_: drei den Reichskleinodien

beigezaehlte Kaisermaentel, Rationale, Grabtuch des Bischofs Guenther

(saemtlich 11. Jh.), Mitra des h. Otto (12. Jh.), grosser Wandteppich mit

der Passion (15.Jh.), ferner Kleinodien aus _Metall_: zwei rom.

Tragaltaerchen mit Email und Elfenbeinschnitzereien, grosser Bronzeleuchter

fuer Osterkerze (12. Jh.), Kurvatur eines Bischofstabs mit Email (13. Jh.),

Reliquiarien und Monstranzen. Schuessel aus _Glasfluss_ (Opus Alexandrinum

1. Jh.). Gegenstaende aus _Elfenbein_: Messerscheide (spaetestens 9. Jh.),

Pontifikalkaemme (roman.), Ziborium (got.), Kruzifixe. -- Bis ins 16. Jh.

fand alle sieben Jahre die grosse "Heiltumsfahrt" (oeffentliche Ausstellung

der zahlreichen Reliquien) statt.

*Kreuzgang*. Der rom. Dom entbehrte eines solchen, wie Sockel und Lisenen

der SWand erkennen lassen. Der jetzt vorhandene ist spgot. An seinen

OFluegel stoesst das

*Kapitelhaus* 1731, angeblich von _Balth. Neumann_. Die Behandlung

prunklos, in schoenen ernsten Verhaeltnissen. Im Hauptsaal eine Stuckdecke

in zartem Relief, von eigentlichen Rokokoformen unberuehrt. 2 ehemals im

Dom befindliche _Altarbilder_ von _Merian_ und _Sandrart_.

*Alte Hofhaltung*. Weitlaeufiger Hof von malerischen Fachwerkhaeusern mit

Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen den Domplatz eine Hofmauer mit

praechtigem Einfahrtstor und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe,

so dass es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint; diese ist

durch die kuenstlerische Feinheit der asymmetrischen Gruppenbildung eine

der allergluecklichsten und bezeichnendsten Schoepfungen der deutschen

Renaissance, erbaut unter B. Voit v. Wuerzburg {~DAGGER~} 1577. Der entwerfende

Baumeister (_Erasmus Braun? Caspar Vischer?_) unbekannt. -- In demselben

Gebaeudekomplex eingeschlossen die Ueberreste der

*Andreas-Kap*., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die

*Katharinen-Kap*. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle.

*Neue Residenz*. Nachdem die Bischoefe abwechselnd im Geierswoerther Schloss

(an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts) und in einem

verschwundenen Schloss auf dem Michelsberg residiert hatten, wurde 1695 von

B. Lothar Franz v. Schoenborn der gegenwaertige Bau begonnen. Baumeister

_Leonhard Dientzenhofer_. Stueckweise geplant und nicht vollstaendig

ausgefuehrt; Abschluss 1704. Zwei lange Fluegel stossen im rechten Winkel

aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der Schulregel die 3 antiken

Ordnungen sich folgen; im uebrigen sind sie fast gleichwertig behandelt; es

fehlt die rhythmische Bewegung und der Abschluss durch ein nachdrueckliches

Kranzgesims. Der Gesamteindruck bleibt monoton, ja selbst von

Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nuechtern, an Klosterbauten der Zeit

erinnernd, ist auch die innere Einteilung. Bedeutsamer nur der grosse

Festraum, der Kaisersaal; noch ist der, in diesen Gegenden wohl zuerst von

Dientzenhofers juengerem Bruder Johann in Pommersfelden getane Schritt, die

Durchlegung durch 2 Geschosse, nicht gewagt; so bleibt der Raum in der

Weise der aelteren Architektur im Verhaeltnis zu seiner Ausdehnung sehr

niedrig, und erscheint es noch mehr durch den schweren Prunk der

Dekoration.

*Domherrenhoefe*. Auf dem uebrigen Teil des Domberges, soweit er nicht durch

die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen ist, breiten sich die

Wohnsitze der Domherren aus. Sie scheinen die gemeinschaftliche Wohnung in

der Klausur in frueher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den Mangel

eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten, im Laufe der

Zeiten natuerlich mannigfach umgestalteten Kurien mit ihren von Galerien

umgebenen Hoefen und ihren terrassierten Gaerten ist von grossem Reiz. Viele

haben ihre Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen Stadtrentamt gegenueber

dem Kapitelhaus) ist noch rom., die uebrigen got. Architektonisch am

bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die Domdechantei von _J. M.

Kuechel_, einem Gehilfen Neumanns (jetziges erzbischoefl. Palais) und aus

16. Jh. der Jungkindshof. Das Bild der geistlichen Stadt vervollstaendigt

sich durch die Absteigequartiere der Aebte aus der Dioezese: erhalten der

*Langheimer Hof* und der *Ebracher Hof*, beide noch M. 18. Jh. von _J. M.

Kuechel_.

*Antoniterhof* mit *Laurenzi-Kap.*, got. Anlage, 1629 umgebaut,

unbedeutend.

*Clarissen-Klst.*, gegr. 1341, profaniert.

*Dominikaner-K.* (jetzt Militaer-Depot). Chor 1380-87 in der gewoehnlichen

polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher Hoehe mit flachen Decken.

(Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang verwuestet.

*S. Gangolf*. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern gehoeren

einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit rom. Fenstern. Die Arkaden

got. erweitert, an die Sschiffe got. Kapellen angebaut. Das Ganze got.

eingewoelbt. Sprom., oben in got. Formen uebergehend die Doppeltuerme der

Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. -- In den sehr

verbauten Stiftsgebaeuden Reste eines rom. Kreuzgangs.

*S. Elisabeth*. Kleiner spgot. Bau, willkuerlich neugot. rest. -- Ein paar

_Holzfigg._ aus der Schule _Riemenschneiders_.

*Franziskaner-Klst.* Die K. abgebrochen, die Konventsgebaeude als

Landgericht umgebaut.

*S. Getreu* (S. Fides?). Gruendung des h. Otto, 1727 ff. gaenzlich erneuert,

unansehnlicher Barockbau. In ihm grosse _Kreuzigungsgruppe_, welche

Endpunkt von _Stationsbildern_ war, die sich von S. Elisabeth den Berg

heraufziehen; gestiftet zwischen 1503-1505; weitgehende Anlehnung an _Adam

Krafft_, die Auffassung ins Spiessbuergerliche und Grelle gezogen.

*Dominik.-Nonnen-Klst. zum h. Grabe*. Als Militaerlazarett umgebaut.

*S. Jacob* (ehem. Kollegiatstift), gew. 1109. Dieser Bau im wesentlichen

erhalten; die got. und bar. Ueberarbeitung des Innern seit 1866 entfernt;

anspruchslos im rom. Sinn restauriert, stoerend die neurom. Ausstattung. --

Flachgedeckte doppelchoerige kreuzf. Basilika, nach dem Vorbild des Doms

das Qsch. im W., die Tuerme im O. Im Lhs. 8 schlank proportionierte

Saeulenarkaden; steile att. Basen ohne Eckblatt; das Mittelglied von der

normalen Form abweichend; Wuerfelkaptt. mit einfacher 2gliedriger

Deckplatte. Die oestl. Apsis durch Barockfassade von 1771 maskiert. Die

Erdgeschosse der Tuerme, die als Eingangshallen dienten, mit Gwbb. im

Ueb.-St., sonst sind die Tuerme got., nur einer erhalten. Der WChor einfach

got. erneuert; die Krypta zugeschuettet, ihre rom. Fenster hinter den

Chorstuehlen erkennbar. An der OWand des Qsch. Apsidiolen; ihre sehr

schlicht behandelten Bgfriese sind die einzigen rom. Formen, die der

Aussenbau sich noch bewahrt hat.

Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 · 第 3 / 20 题