=Rikschas= und für die Bergwege Sänften (kago), Tragstühle (Chairs)

und Reitpferde nach fester Taxe zu haben. -- =Führer= in den Hotels

zu haben, tägl. 2 Yen, für Ausflüge 2,50 Yen; sie besorgen die

Einlaßkarten für die Tempel (Eintritt 80 sen). Mitglieder des

_Hokō-kwai_ (Nikkō Preservation Society, 5 Yen Jahresbeitrag)

haben stets freien Zutritt zu allen Tempeln. Die Grabdenkmäler der

Shōgune sind von 8-4 Uhr offen, man muß beim Betreten der Hallen

die Schuhe ausziehen. -- =Tempelfeste= am 17. April, 1. und 2. Juni

und 17. Sept.

=Geschäftsadressen=: Kunstsachen (Spezialität: Aquarellmalereien,

Tischdecken, Landschaften etc.): _Kobayashi Sasaya_, Kobayashi

Shōichiro, bei der roten Kaiserbrücke; _Otake_, Shōbikwan.

Viele Läden mit Photos, Holzschnitzereien, Gemälden und Fellen.

=Nikkō= (610 m), Stadt mit 3500 Einw. in der Provinz Shimotsuke, ist

ein berühmter Wallfahrtsort mit herrlichen Tempeln in reizender,

vielbesuchter Umgebung am Abhänge des vulkanischen Gebirges _Nikkōzan_

(Berge des Sonnenglanzes) oder Nikkogebirges, am Fuße des erloschenen

Vulkans Nantaisan. Die Tempelstadt stammt aus dem 8. Jahrh. und wurde

vom 2. Shōgun der Tokugawafamilie zur Grabstätte seines berühmten

Vaters _Ieyasu_ (gest. 1616) gewählt; 1651 wurde hier noch der 3.

Shōgun, _Iemitsu_, begraben. Nikkō ist beliebter Sommeraufenthalt

und zeigt Anfang November prächtige Laubfärbung der Ahornbäume. Ein

japanisches Sprichwort sagt: Brauche nicht das Wort großartig, bevor Du

Nikkō gesehen! (»Nikkō wo minai uchi wa, kekkō to iu na!«).

_=Rundgang.=_ Man besucht zuerst den Palast (_Hombō_) des Abtes, meist

=Mangwanji= (auch _Rinnōji_) genannt; l. an der Allee der Westseite

dieser Anlage steht ein kleiner Palast _Chōyōkwan_, Sommeraufenthalt

der kaiserlichen Prinzessinnen Tsune-no-Miya und Kaneno-Miya. In der

Mangwanjianlage steht die »Halle der drei Buddhas« (_Sambutsu-dō_)

mit großen vergoldeten Figuren des Lichtgottes Amida in der Mitte, r.

die 1000händige Kwannon und l. die pferdeköpfige Kwannon. Dahinter im

Landschaftsgarten die kupferne Pfeilersäule *_Sōrintō_, 1643 gegen

den Einfluß böser Geister errichtet. Breite Stufen führen zu dem

1618 vom Daimyō von Chikuzen gestifteten granitenen Torii und zum

*=Ieyasutempel=, vor dem l. eine 31 m hohe, fünfstöckige Pagode steht.

[Illustration: Nikkō und Umgebung.]

Durch das Tor _Ni-ō-mon_ (die buddhistischen Ni-ō sind aber durch die

shintōistischen Ama-inu und Koma-inu ersetzt worden) gelangt man in den

Tempelhof; oben am Tore sieht man das Fabeltier _Baku_, das gegen böse

Träume schützt, und andre Tierschnitzereien: Löwen, Einhörner, _Takujū_

(sprachbegabte Fabeltiere, die nur in der Ära tugendhafter Fürsten

erscheinen sollen), Elefantenköpfe, Tapire, Tiger etc. Im Hof stehen

Vorratshäuser für Festgerät und Tempelschätze. L. vom Tor eine große

Kōyamakikonifere, die Ieyasu als kleine Topfpflanze gepflegt und auch

auf Reisen stets bei sich getragen haben soll. Daneben der Stall für

den heiligen Schimmel, dessen Tor die Affenschnitzerei (_Sambiki-saru_)

zeigt. Sehr schön ist das Weihwasserbecken (_On Chōzuya_) aus einem

Granitstück mit Drachendachschmuck. Dahinter steht eine Archivhalle,

_Kyōzō_ (_Warai-dō_), mit buddhistischen Schriften in prächtigen

Rotlackbüchergestellen. Im Innern Engelsbilder. Mitten im Hof ein

bronzenes Torii mit dem Tokugawawappen in Gold. Treppenstufen führen

zum zweiten Hof, in dem zwei Steinlöwen, ein Glockenturm und eine

Glocke sowie Bronzelaternen aus Korea, ein holländischer Kandelaber und

ein Trommelturm stehen. -- Am Ende l. steht der _Yakushitempel_, der

innen sehr farbenprächtig ist. Von hier führen Treppenstufen zu dem

prächtigen Tore _Yōmeimon_, von dem ein Pfeiler absichtlich, um den

Neid der Götter zu meiden, fehlerhaft geformt ist; er heißt _Ma-yoke no

Hashira_ (Böses abhaltender Pfeiler). Verschiedene Säulenkapitelle und

Architrave zeigen Einhorn- und Drachenköpfe, das Balkongeländer zeigt

spielende Kinder (_Karako-asobi_). Durch dieses Tor gelangt man in den

Festhof, in dem l. die Halle zur Aufbewahrung der schweren Palankine,

worin die Geister von Ieyasu, Hideyoshi und Yoritomo bei Prozessionen

umhergetragen werden; daneben ist eine Reliquienausstellung; r. hat

man die Bühne für den heiligen _Kaguratanz_ (vgl. S. 368), der sehr

sehenswert ist und gegen Geldopfer von der Priesterin ausgeführt wird.

Einige Stufen führen durch das Chinesische Tor (_Kara-mon_) zum

Vortempel (_Haiden_; Schuhe ausziehen!) mit Shintōgerät, Gohei und

rundem Spiegel, und von da durch prächtige Korridore zum _Honden_

(Allerheiligsten), dessen Seitenkapellen aber geschlossen sind. Zu

*=Ieyasus Grabmal= gelangt man vom Kara-mon und an der Kagura-dō

(Tanzbühne) vorbei an ein Tor an der Ostseite mit der berühmten

Schnitzerei von Hidari Jingorō, »die schlafende Katze« (_Nemuri no

Neko_); dann führt eine lange Steintreppe von etwa 200 Stufen zu dem

Hügelgrab. Das Grabmal ist sehr einfach, ein hellfarbiger Bronzeguß,

der einer kleinen Pagode ähnelt. Davor steht ein niedriger Steintisch,

worauf ein riesiger bronzener Storch steht, der im Schnabel einen

Messingleuchter trägt; daneben ein Rauchopferanzünder und eine Vase

aus Bronze, mit Lotosblüten und Blättern geziert. -- Nachdem man das

Mausoleum des Ieyasu wieder verlassen hat, wendet man sich r. und

gelangt durch die Allee und einen Torii zum Shintōtempel =Futaara

Jinja=, begründet 782 und dem Friedensgott Ōnamuji geweiht, in dessen

_Honden_ alte Schwerter, Lacksachen, Magatama (S. 399), Kostüme etc.

zu sehen sind. In einer Ecke des Tempelhofs steht die Bronzelaterne

_Bakemono Tōrō_, 1292 geschenkt, die nachts öfters Teufelsgestalt

annahm, bis ein tapferer Krieger ihr den noch sichtbaren Schwerthieb

über den Deckel gab. -- Nach l. hinabsteigend, erreicht man zwei

rotlackierte buddhistische Tempel (_Futatsu-dō_), durch gedeckte

Galerie verbunden, deren größerer Amida geweiht ist. Innen viele

buddhistische Bildnisse sowie die Gebeine von Yoritomo (daher der

Tempel auch _Yoritomo-dō_ heißt); ein zweites Grab von Yoritomo ist

aber in Kamakura (S. 391). -- Durch die Galerie gelangt man in eine

Allee, die zum Grabe des Abtes _Jigen Daishi_ (auch _Tenkai Daisōjō_

genannt) führt, das indische Stupaform hat und von lebensgroßen

Steingötzen bewacht wird; l. davon führt eine Treppe zu den einfachen

Gräbern der 13 Prinzäbte von Nikkō. -- R. vor der großen Steintreppe

liegt das Priesterhaus _Ryūkō-in_, dessen erstes Tor, ein _Ni-ō-mon_

(mit zwei Paaren Ni-ō, das eine Paar aus dem obenerwähnten Ni-ō-mon

des Ieyasu-Tempels hierher versetzt) zum =Grabmal des Iemitsu= führt,

vorbei an einem granitenen Wasserbecken mit Drachendach, dann eine

Steintreppe hinauf zum Tore _Niten-mon_; drei Treppen höher liegt

das Teufelstor _Yasha-mon_, dahinter der Grabtempel, von dem r. eine

Treppe auf den Grabhügel führt. Das Grabmal ist aus Bronze, ähnlich

dem des Ieyasu; die Bronzetore tragen Sanskritinschriften.

Die _=Umgebung=_ von Nikkō ist reich an schönen Spazierwegen, für die

meist Führer nicht erforderlich sind.

=Ausflüge=: 1) Zum *=Chūzenjisee=, der beliebteste Ausflug, im

Mai und Oktober besonders schön; zu Fuß 4-1/2-5 St. (zurück 2-1/2-3

St.), zu Pferde (2-1/2 Yen) oder in Rikscha (3 Kulis 3-1/2 Yen),

mit Sänfte (4 Kulis 4 Yen) in 3-1/2 St. Unterwegs mehrere Teehäuser

zum Rasten. Diesen Ausflug (am 4. Okt. 1904) beschreibt _Karl,

Prinz von Hohenzollern_: »In der erquickenden Morgenkühle schritten

wir rüstig einher auf gutem Sträßchen, l. den schäumenden Dayagawa

und bewaldete Höhen, r. schroffere Hänge, von bewaldeten Schluchten

durchzogen. Das Sträßchen führt 1-1/2 St. in mäßiger Steigung

aufwärts bis zum ersten Teehaus (_Misawa_). Nun verengt sich die

Schlucht, und an Stelle der grünen Hänge treten schroffe Abhänge

und Felswände, von denen Wasserfälle ihre Sprühregen erfrischend

herabsenden. Die Steigung wird größer, und bei einer Biegung haben

wir zum erstenmal den Blick auf die kupferrot bis violett gefärbten

Flanken des 2483 m hohen _Nantaizan_. Wir verlassen den über

kleinere Felsabsätze sich donnernd überstürzenden Dayagawa und

biegen in die trümmererfüllte Schlucht des _Hannyabaches_ ein; eine

starke und kurze Steigung, und wir stehen senkrecht 60 m über dem

Hannya auf der Felsterrasse des zweiten Teehauses (_Naka no

Chaya_). Worte können den herrlichen Blick, der sich dem Auge

bietet, schwer schildern; er ist lieblich, ernst und großartig

zugleich. Nach N. blicken wir in zwei Felsschluchten, deren Bäche

sich uns zu Füßen vereinigen. Die eine zerreißt die Hänge des 1560

m hohen, in scharfem Horn endenden _Tanzaiyama_, der oben eine

Rasenkappe trägt; in dieser stürzt der Hannyabach 40 m über eine

senkrechte Wand, den _Hannyadaki_ (Wasserfall) bildend; 300 m l.

davon, durch bewaldeten Rücken getrennt, hat sich der _Hodobach_

eine noch großartigere Schlucht in die Felsflanken des Nantaizan

gegraben, in der er vor seiner Vereinigung mit dem Hannyabach den

wasserreichen, sehr hübschen _Hododaki_ bildet. Im W. rauschte mehr

als 100 m unter uns der Dayagawa in seiner Felsschlucht. Auf

ordentlich gehaltenen Wegen geht es mäßig steigend durch schönen

Wald, Tannen und Bergahorn, aufwärts an den Ausläufern des

Nantaizan empor, bis wir in 1 St. das dritte Teehaus erreichen. Der

Blick in die Dayagawaschlucht ist großartig; fast 600 m unter uns

sieht man den Fluß wie eine milchige Masse zwischen finstern Tannen

und Felswänden hindurchrasen, und der Steilabsturz des Tanzaiyama

scheint ihm den weitern Weg versperren zu wollen. Doch aufwärts!

Nach 100 m weitern Steigens befinden wir uns auf einem Sattel, und

dumpfes Donnern schlägt an unser Ohr. In lichtem Walde schreiten

wir fast eben rüstig vorwärts und biegen (l.) auf einen Fußpfad ab,

der sehr steil uns auf eine mit Geländer versicherte Felskanzel

führt. Wir stehen vor einem herrlichen Schauspiel. Vor uns stürzt

in einem gewaltigen Sprunge (80 m tief) der Dayagawa als Ausfluß

des Chūzenjisees in einen Felskessel. _Kegon-no-taki_ heißt

dieser herrliche Wasserfall. Noch 1/4 St. haben wir zu gehen, und

wir stehen am blauen Spiegel des Sees von Chūzenji.«

=Chūzenji= (_Lake Side Hotel_, gute europ. Küche, Mitt. 1-1/2

Yen, Pens. von 5 Yen an, Privattelephon zum Kanaya Hotel in

Nikkō; jap. Gasthof _Komeya_; europ. Boote auf dem See tägl. 2

Yen, 1 St. 50 sen; jap. Boote stündl. 40 sen), Ort am gleichnamigen

See, 1316 m ü. M., eingebettet zwischen Bergen von 1600-2483 m

Höhe, beliebte Sommerfrische für Europäer, im Juli und August von

etwa 10000 buddhistischen Pilgern besucht, die den erloschenen

Vulkan =Nantaizan= (2483 m) besteigen. Der Aufstieg führt durch das

Tempeltor am Ende des Dorfes (den Japanerinnen ist der heilige Berg

verboten!), ist sehr steil und erfordert 3 St., oben besonders bei

Sonnenaufgang wundervolle Aussicht. Man beginne mit Laternen zu

steigen und nehme Strohsandalen unter die Stiefel! Bei klarem

Wetter kann man den Fuji sehen.

Ausflug zum =Yumotosee=, von Chūzenji mit Rikscha (2 Mann, 2

Yen) in 2 St. oder zunächst in 1 St. im Boot über den 6 km langen

und 2,5 km breiten malerischen =Chūizenjisee= nach _Shōbu-no-Hama_,

von da zu Fuß in 10 Min. zum Drachenkopfwasserfall

(_Ryūzu-ga-taki_) und quer durch die große Schlachtfeldheide

(_Senjō-ga-hara_), auf dem 1389 die Ashikaga-Shōgune gegen die

südliche Mikadodynastie kämpften, eine von Wäldern eingefaßte

Einöde, in 1-1/2 St. vorbei am »heißen« Wasserfall _Yu-no-taki_

zum schönen

=Yumotosee=, an dessen Nordende das Dorf =Yumoto= (1520 m;

_Namma Hotel_, europ., Pens. 3,50-5 Yen, und andre japanische), mit

zehn heißen Schwefelquellen, alles öffentliche Bäder. -- Von Yumoto

Aufstieg zum (1889 noch tätigen) Vulkan =Shiranesan= (2680 m), in

4-1/2 St. mit Führer, sehr steil und beschwerlich; 1 voller Tag

erforderlich zur Besteigung, da die Gipfelbesichtigung Zeit

fordert; Lebensmittel und Wasser mitnehmen! -- Von Yumoto kann man

auch bequemer als von Chūzenji in 4-1/2 St. auf den Gipfel des

_Nantaizan_ (S. 407) gelangen, doch nur mit Führer.

Der Rückweg von Chūzenji nach Nikkō dauert kaum 2-1/2 St.

2) Zum =Kirifuri-no-taki=. Von der roten Kaiserbrücke _Mihashi_

steigt man zunächst am r. Ufer des Dayagawa bis zu dem Stromwirbel

_Gamman-ga-fuchi_, wo an schroffer Felswand das Sanskritwort

_Hâmmam_ steht; in der Nähe mehrere luftige Teehäuser und 40

Amidafiguren in einer Reihe; von da zurück zur nächsten Brücke und

durch den zierlichen Landschaftsgarten _Dainichi-dō_ um den Fuß

des Hügels _Toyama_ (Aufstieg in 3/4 St., oben prächtige *Aussicht)

herum in 1-1/4 St. zum fast 100 m hohen Staubnebelwasserfall

_Kiri-furi-no-taki_. Vom Teehaus auf dem Hügel über dem Wasserfall

schöner Blick auf den Fall und von dem Felsblock über dem Teehaus

großartige *Aussicht; ein rauher, steiler Pfad führt zum Fuße des

Wasserfalls.

3) Die Besteigung des =Nyohō-zan= (2470 m) erfordert von

Nikkō aus einen vollen Tag, sehr früher Aufbruch nötig; der

bequemste Weg führt über den _Fujimi-tōge_; man kann bis zu den

Torii am Berghang reiten (Träger für Mundvorrat und Wasser etc.

mitnehmen, Strohsandalen, warme Decken). Von Nikkō führt der Weg

bis zum ersten Hause r. unterhalb _Urami_ und ist dann auf 6 km

Strecke sehr schlecht (im Dunkeln nicht zu machen), dann mehrere

Kilometer durch Wald, der 2 km vom Fuße des Nyohō-zan zauberhaft

schön wird. Nach 3 St. erreicht man die Torii, dann windet sich der

Pilgerpfad meist unter dem Schatten schöner Bäume in 2-1/2 St. zum

Gipfel des Nyohō-zan, auf dem ein Schrein des Gottes Onamuji

steht. Prächtige *Aussicht über das Gebirge. Abstieg in 3 St. --

Ein andrer Weg führt von Nikkō über die »Sieben Wasserfälle«

(_Nana-taki_), er ist beschwerlicher, aber noch schöner, erfordert

5-1/2 St. Zeit zum Aufstieg. (Nur bis Nana-taki und zurück kann

der Weg in 5-6 St. gemacht werden.) Zur Besteigung auf jedem der

beiden Wege ist ein zuverlässiger Führer erforderlich.

Von Nikkō nach Ashio, Ikao, Haruna, Myōgi und Karuizawa.

A. Entweder auf der _=Eisenbahn=_ (in etwa 6 St.) von Nikkō über

_Utsunomiya_, nach (69 km) _Oyama_ (S. 403), dort umsteigen in den Zug

der Ryōmōlinie nach (151 km) =Maebashi= (Gasthof _Shiroiya_;

europ. Speisehaus _Akagi-tei_), wichtige Handelsstadt für Rohseide mit

34000 Einw., am l. Ufer des _Tonegawa_, alter Daimyōsitz. -- Von hier

mit _=Rikscha=_ in 15 Min. bis zum Endpunkt der _=Straßenbahn=_ (die auf

Vorausbestellung bei der »Basha Tetsudō Kwaisha« auch Wagen am Bahnhof

bereitstellt), dann mit dieser in etwa 1-1/2 St. bis _Shibukawa_, von da

in 2 St. mit _=Rikscha=_ (2 Kulis) bergauf nach _Ikao_ (s. unten).

B. Oder _zu Fuß_ frühmorgens (mit Gepäckträger als Führer) von Nikkō

in 2 Tagen (67 km Fußmarsch) sw. längs des Abfalls des Nikkōgebirges

durch das Tal des Watarasegawa; am 1. Tag auf schlechten Wegen über den

(13 km) _Hosootōge_ mit 1250 m Paßhöhe. Beim Dorfe _Miko-uchi_ folge

man der l. abbiegenden Bergwerksbahn, weil deren Weg meist besser sein

soll; man erreicht gegen Mittag (30 km) =Ashio= (700 m; _Hotel

Chōwakwan_, 24 Z., Pens. 4-7 Yen, europ. Küche), Ort mit berühmtem

Kupferbergwerk, in einem tiefen Tal. Die drei Bergwerke sind: _Honzan_,

das größte, nördl. von Ashio; _Kotaki_ westl. und _Tsudo_ dicht beim

Gasthof. Der Betrieb ist lebhaft und modern, in Privatbesitz (_Furukawa

& Co._, Tōkyō) und sehenswert. Man übernachte in Ashio nach

Besichtigung des nächsten Bergwerks.

Wenn man 1 Tag länger in Ashio bleiben kann, besteige man den

=Kōshin-zan=, dessen Klippen etwa 10 km nw. von Ashio, bei

_Bessho_, 1370 m ü. M., sehr sehenswert sind. Von _Mi-harashi_

schöner Blick in die Tiefe. Die Klippen tragen Namen:

_Sanjū-sangen_ sind der Kwannon geweihte Abhänge; _Kinoko-seki_,

die Pilzklippe; _Yagura-seki_, die Mauertürme; (_Urami-ga-taki_,

ein Wasserfall); _Goshiki no seki_, die Fünffarbenklippe etc. Auf

dem Gipfel _Oku-no-in_ (1660 m) sind 3 Höhlen mit

Heiligenschreinen. Abstieg von da in 2-1/2 St. Nur Schwindelfreie

können den anstrengenden Weg, der oft an Abgründen vorbeiführt,

machen.

Von Ashio frühmorgens Wanderung durch das romantische Tal des

_Watarase-gawa_ abwärts über (40 km) _Sōri_ (Gasthof) nach (49 km)

_Gōdo_ (Gasthof Tamaya, Mittagessen). Nm. weiter über (53 km)

_Hanawa_ (Gasthof) nach (67 km) =Ōmama= (_Hotel Hayashi-rō_, am

Bahnhof; _Toyoda-kwan_, in der Stadt), einer langgestreckten Stadt am

Fuße des Akagisan. -- Von hier mit _=Eisenbahn=_ (25 km) in 3/4 St. nach

(92 km) _Maebashi_ (S. 408); von da mit Rikscha, wie oben beschrieben,

nach.

=Ikao= (_Ikao Hotel_, europ.; _Budayu_; _Ishizaka_, europ. Küche, u. a.,

jap.; gutes Teehaus), kleiner Bergstadt am NO.-Abhang des Harunasan,

760-826 m ü. M. Die malerische Hauptstraße besteht aus Treppenstufen;

westl. hinter den Häusern liegt der steile Abhang _Yusawa_, wo ein

Gießbach schäumt. Ikao ist beliebte Sommerfrische, reich an schönen

Aussichten auf das Nikkōgebirge und das Tal des Tonegawa und besitzt

heiße, eisenhaltige Quellen von 45° C. Spaziergänge in prächtiger Gegend

nach _Yumoto_ (1/4 St.); auf den _Kompirasan_ (1/4 St.); nach _Mushi-yu_

(3/4 St.); über (1/4 St.) _Nanae-no-taki_ (siebenfacher Wasserfall) zum

(1 St.) _Benten-daki_; nach _Mizusawa no Kwannon_ (3/4 St.).

Von Ikao steil bergauf 7 km zum =*Harunasee= (etwa 1000 m), einem

Kratersee zwischen Felswänden mit vorzüglichen Lachsen. Am Südufer

entlang (gutes Teehaus, wo man übernachten kann) und l. 1/2 km hinauf

gelangt man zum _Tenjin-tōge_, einer Paßhöhe von etwa 1100 m mit

schöner *Aussicht, wo ein kleines Teehaus _Haruna_ liegt. 4 km steil

abwärts steht in prächtigem Wald in freundlichem, idyllischem Tal der

kleine =*Tempel von Haruna= mit kunstvollen Holzschnitzereien.

Etwas unterhalb des Tempels ragt die merkwürdig geformte Klippe

_Kurakake-iwa_, auf; einige Minuten weiter liegt das Dörfchen, wo

die Frauen und Kinder der Priester wohnen. -- Nun bergab auf schönem

Wege über _Sannokura_ nach (32 km von Ikao) _Matsuida_ (Bahnhof der

Karuizawabahn); von da mit Rikscha etwa 4 km in das kleine Dorf =Myōgi=

(Gasthöfe: _Hishiya_, 25 Z., Pens. 1-3 Yen), in prächtiger Felsengegend

am Fuße steiler, bewaldeter Bergzacken; über dem Dorfe nahe dem Gasthof

eine alte malerische _Tempelanlage_ aus dem 10. Jahrh.; von der

Haupthalle führt eine Steintreppe zum _Oku-no-in_ (Allerheiligsten).

Von da steigt der Fels steil an.

[Illustration: Ikao-Haruna.]

Tüchtige Felskletterer können mit zuverlässigem Führer (aus

Myōgi) und Strohsandalen nebst Bergstock zu dem an langer Stange

befestigten Buchstaben (chines. dai = groß), der wie A aussieht,

hinaufklettern, der auf dem Bergzacken =Haku-un-zan= (Gipfel

_Myōgi Jinja Chōjō_ genannt) aus Bambusstangen

aufgerichtet ist. Die Kletterei ist gefährlich und ohne Anseilen

nicht anzuraten; man braucht gut 2-1/2 St. bis zum Gipfel und muß

lange Strecken von Baum zu Baum hochklettern; zuletzt ist ein enger

Kamin zu überwinden. Auf der Haku-un-zan-Spitze prachtvolle

*Aussicht über Berge und Wälder des _Myōgi-san_ bis nach Haruna.

Der Abstieg ist schwieriger als der Aufstieg. -- Weniger gefährlich

ist der Aufstieg zum =Daikoku-san=, 2-1/2 St. von Myōgi (Führer

nötig), und zum =Kinkei-san=, ungefährlich, erst 1 St. eben nach

dem Dorfe _Sugawara_, dann 1-1/2 St. steiler Aufstieg.

Rückweg von Myōgi nach _Matsuida_, von da mit der Bahn über (6 km)

_Yokokawa_ nach (19 km) =Karuizawa= (_Mikaza Hotel_, _Karuizawa

Hotel_, _Mampei Hotel_, _Auston Hotel_, sämtl. Pens. 3-9 Yen), Dorf und

beliebte Sommerfrische für Europäer aus Yokohama und Tōkyō auf einer

Hochebene 1150 m ü. M.; im Sommer Klubs, Konzerte, Bälle. Von hier sehr

lohnende, aber anstrengende Besteigung des höchsten aktiven japanischen

Vulkans, des =*Asama-yama= (Führer erforderlich); man reitet in 2-1/2

St. (Pferd mit europ. Sattel 3 Yen) zum Fuße (18 km); in _Oiwake_, etwa

10 km unter dem Krater, ist im Sommer Unterkunftsstation im Betrieb;

das Donnern des Lavastroms wird als großartig geschildert. Zurück mit

der Bahn über (25 km) _Takasaki_ (Gasthof am Bahnhof), eine blühende

Gewerbestadt am Karasugawa, alter Daimyōsitz, und (96 km) _Ōmiya_ (S.

403) nach (125 km) _Tōkyō_ (S. 393) und von da zurück nach _Yokohama_

(S. 388).

18. Von Yokohama über Honolulu nach San Francisco.

=Dampfer= der _Pacific Mail Steamship Co._ in San Francisco und der

_Toyo Kisen Kaisha_ in Yokohama, Generalagent in Hamburg: Rud.

Falck, Amerikahaus, abwechselnd etwa alle 7-10 Tage von _Yokohama_

in etwa 10 Tagen nach (3400 Seem.) _Honolulu_ und von da nach 12-24

St. Aufenthalt in etwa 6 Tagen nach (2100 Seem.) _San Francisco_;

Gesamtweg 5500 Seem. Fahrpreis von Yokohama (oder von Manila,

Hongkong, Schanghai, Nagasaki und Kobe) nach London, Liverpool oder

Southampton I. Kl. £ 71,10; Rückfahrkarte I. Kl. für 6 Monate £

120, für 2 Jahre £ 125.

[Hand] Die in Japan gemachten Einkäufe schicke man direkt nach

Europa, da deren Einführung in Amerika hoher, rigoroser Besteuerung

unterliegt.

Der =Stille Ozean= (_Pacific_) hat seinen Namen 1521 von Ferd. Magalhães

erhalten, der ihn vom Feuerland bis zu den Philippinen in etwa 100 Tagen

durchquerte, ohne stürmisches Wetter zu erleben. Schon 1513 hatte Bilbao

ihn die _Südsee_ genannt, ein Name, der noch jetzt für den südlicheren

inselreichen Teil des Ozeans bei den Seefahrern allgemein üblich ist.

Der Stille Ozean ist das größte Weltmeer; er bedeckt fast ein Drittel

der Erdoberfläche. Seine größte bisher aufgefundene Tiefe von 9636 m

liegt sw. der Marianen. Zwischen Japan und dem gegenüberliegenden Teil

Nordamerikas beträgt die Meerestiefe im allgemeinen 5000-5500 m, bei der

Annäherung an Nordamerika sinkt sie etwas, östl. der japanischen Inseln

erreicht sie dagegen im »Kurilengraben« auf große Strecken mehr als 6000

m. Unter den _=Winden=_, die über dem Stillen Ozean wehen, ist der

wichtigste der _Nordostpassat_, dessen Nordgrenze im Sommer etwa unter

33°, im Winter unter 25° nördl. Breite liegt. Die Passatwinde (engl.

trade-winds; der Name Passat kommt vom span. passata = Überfahrt) wehen

in den Meeren zu beiden Seiten des Äquators gegen die Zone der stärksten

Erhitzung hin; dort steigt die erwärmte Luft auf und von beiden Seiten

wird beständig Luft zum Ersatz herangesaugt, so daß zwei Zonen sehr

gleichmäßig gegen den (thermischen) Äquator wehenden Windes vorhanden

sind. Die Passatluftströmung wird aber durch die Erddrehung abgelenkt

und tritt daher auf der Nordhalbkugel nicht als reiner Nordwind, sondern

als NO.-Wind auf. Da die Zone der größten Erwärmung mit dem

Sonnenstande wandert, so verschiebt sich auch die Zone des Passats vom

Nordsommer zum Nordwinter südwärts. Innerhalb der Passatzone weht ein

zuweilen recht kräftiger, aber stetiger Wind, der der Schiffahrt, auch

der Dampfschiffahrt, natürlich viel willkommener ist als die

unregelmäßigen Windverhältnisse der weiter nördlicher liegenden Zone mit

ihren wandernden Luftdruckwirbeln und den diese begleitenden Stürmen. So

ist es erklärlich, daß die _=direkte Strecke=_ von San Francisco nach

Yokohama, die, 4530 Seem. lang, im _größten Kreise_ den Ozean

überschreitet und ostwärts nur etwa 14 Tage, westwärts (wegen östl.

Stromversetzung durch den Kuro Siwo, s. unten) 17 Tage beanspruchen

würde, von den Dampferlinien gemieden wird; denn sie erreicht unter 170°

westl. Länge eine höchste Breite von 48° (nur 300 Seem. südl. der

Alëuten) und führt durchweg durch das meist windige, häufig stürmische

Gebiet außerhalb der Passatgrenze. Dagegen macht der Seeweg über

Honolulu zwar einen Umweg nach S. zu, erreicht aber im Sommer schon in

etwa 145° östl. L. die Zone des NO.-Passats und verbleibt in ihr bis

etwa 130° westl. L.; im Winter, in dem die Nordgrenze des Passats

südlicher liegt, hat man zwar auf dem ersten Drittel des Wegs von

Yokohama nach Honolulu mit stürmischen Westwinden zu rechnen, kommt aber

weiterhin meist durch ruhige und vor allem auch warme Gebiete, so daß

der Weg über Honolulu in jeder Jahreszeit empfehlenswert ist.

Weltreise. Erster Teil: Indien, China und Japan · 第 59 / 63 段