warme Strömung des _Kuro Siwo_, das pazifische Gegenstück zum Golfstrom.
Weiter östl. ist auf der südl. Route von Meeresströmungen nicht viel zu
bemerken, da man sich in dem neutralen Gebiet zwischen dem westwärts
gerichteten Nordäquatorialstrom und der östl. Fortsetzung des Kuro Siwo
bewegt.
Die _=Oberflächentemperatur des Meerwassers=_ ist auf dem größten Teile
der Fahrt im Jahresmittel höher als 20° C, erst gegen die kalifornische
Küste hin nimmt sie rasch ab, da hier kaltes Auftriebwasser aus der
Meerestiefe zur Oberfläche empordringt. Die Lufttemperatur ist auch im
Winter nicht sehr rauh; in Hawaii erreicht man ja noch einmal die
Tropen.--Das durchfahrene Gebiet ist reich an Walen und andern
Seetieren, besonders Schweinsfischen (Delphine, Tümmler), sowie an
Albatrossen und Seeschwalben.
* * * * *
Von _Yokohama_ (S. 388) steuert man aus der Tōkyōbucht, wie S. 388
beschrieben; vom Südkap _Noshima saki_, der Einfahrt in den Uragakanal,
dampft das Schiff mit etwa Süd-zu Ostkurs in den Stillen Ozean, bis man
die =Datumgrenze=, 180° L., in etwa 30° nördl. Br. schneidet.
Der 180. Längengrad (östl. u. westl. von Greenwich, dem
Nullmeridian für die Seekarten) ist die Zeitrechnungsgrenze der
Erdbewohner. Wer der Sonne entgegenfährt, also ostwärts reist, hat
wegen seiner Eigenbewegung auf der Erdkugel in östl. Richtung
kürzere Tage und würde beim Schluß der Reise einen Tag früher nach
Europa kommen, als dort der Kalender angibt, weil er infolge seiner
Erdumsegelung eine Umdrehung der Erde um die Sonne, also einen Tag
mehr erlebte als die zu Hause Gebliebenen; deshalb wird der Tag, an
dem man, ostwärts fahrend, den 180. Längengrad überschreitet,
zweimal gerechnet, um die Übereinstimmung mit der Kalenderrechnung
wiederherzustellen. Wer westwärts reist, muß einen Tag ausfallen
lassen, wenn er den 180. Längengrad überschreitet, um mit dem
Kalender in Übereinstimmung zu bleiben. Die Datumgrenze war bisher
auf vielen Inseln des Stillen Ozeans verschieden, je nachdem die
ersten Entdecker von O. (Spanier) oder von W. (Portugiesen) die
Inseln erreicht hatten; so stimmte z. B. das Datum auf den
Philippinen noch bis Ende 1844 mit dem Datum Amerikas überein;
Verkehrsrücksichten führten dann zur Annahme des ostasiatischen
Datums (vgl. die Zeittafel, S. 14).
Vom 180. Längengrad führt osö. Kurs gut nördlich an kleinen
Koralleninseln und Riffen entlang, deren westlichste, die Insel _Kuré_
oder _Ocean Island_, auf 28° 26' nördl. Br. und 178° 30' westl. L. ein
unbewohntes Korallenatoll von etwa 5 Seem. Durchmesser ist. Etwa 50
Seem. östl. liegt das etwas größere Korallenatoll _Midway Island_,
bewohnt, mit Leuchtturm auf etwa 14 m hoher Düne, Telegraphenstation und
Landungsplatz des großen amerikanischen Kabels, das von San Francisco
über Honolulu, Midway Island und Guam nach den Philippinen führt. Fast
80 Seem. östl. liegt das Atoll _Hermes-Riff_ (_Pearl Reef_) von etwa 15
Seem. Länge. 145 Seem. sö. davon liegt die von großen Korallenriffen
umgebene _Lisiansky-Insel_ (unbewohnt) und 120 Seem. östl. von dieser
die bis 15 m hohe, 2 Seem. lange _Laysaninsel_ (bewohnt) mit kleinem
Leuchtfeuer, das aber nur im Winter brennt. Weiter nach OSO. liegen das
_Maroriff_, die 50 m hohe _Gardnerinsel_, dann eine 37 m hohe
Inselklippe, die von großen, gefährlichen Riffen umgeben ist und _French
Frigate Shoal_ genannt wird. Östl. davon liegt auf 23° 36' nördl. Br.
und 164° 40' westl. L. die bis 90 m hohe _Neckerinsel_, eine
vulkanische, etwa 1/2 Seem. lange und sehr schmale Felseninsel mit meist
steilen Küstenabhängen (unbewohnt). Der Kurs des Dampfers führt zuweilen
nicht weit nördl. von dieser Insel vorbei und dann nahe südl. von der
etwa 210 Seem. östlichern, fast ebenso langen, aber 275 m hohen Insel
_Nihoa_ (oder _Modu Manu_, auch _Bird Island_ genannt) vorbei, deren
Westgipfel, _Millers Pik_, nach W. fast senkrecht 275 m steil ins Meer
abfällt; auch die Nordseite der Insel ist sehr steil, während man an der
Südseite in der Adamsbucht landen kann. Etwa 190 Seem. osö. von Nihoa
erscheint die westlichste Insel der Hawaii-Inseln, _Niihau_; zwischen
dieser und der Insel _Kauai_ führt die _Kumukahistraße_ an der
Waimeabucht (S. 420) vorbei, um die Südspitze von Oahu nach _Honolulu_
(S. 416).
Die =Hawaii-= oder =Sandwichinseln= liegen auf etwa zwei Drittel
des Weges zwischen Japan und den Vereinigten Staaten, 2000 km von
der nächsten Inselgruppe und 4000 km vom nächsten Festland
entfernt, zwischen 18° 57'-22° 16' nördl. Br., also wenig südl. vom
Wendekreis, nahe der Nordgrenze der Tropen, und 154° 49'-160° 33'
westl. L. Sie bestehen aus acht größern, bewohnten Inseln:
_Niihau_, _Kauai_, _Oahu_, _Molokai_, _Lanai_, _Maui_, _Kahulaui_
(_Kahoolawe_) und _Hawaii_, und einigen kleinern, unbewohnten
Felseilanden, und umfassen insgesamt 16702 qkm Landfläche (Baden
15068 qkm), die Hauptinsel Hawaii allein zwei Drittel davon. Die
Inseln sind gebirgig und erheben sich auf Maui bis 3058 m und auf
Hawaii bis 4208 m (Mauna Kea). Sie sind ein Werk vulkanischer
Kräfte und längs einer in der Längsrichtung des Archipels
verlaufenden Spalte emporgequollen. Die Gesteine sind fast durchaus
jungvulkanisch, nur an einzelnen Stellen tritt Korallenkalkstein
auf. Auch Korallenriffe sind nicht stark ausgebildet, am wenigsten
an den Küsten der Hauptinsel Hawaii, die überhaupt den Eindruck
macht, als sei sie die jüngste Insel der Gruppe.
[Illustration: Karte des Hawaii-Archipels.]
Trägt sie doch auch die beiden einzigen heute noch tätigen Vulkane
der Gruppe, den Mauna Loa (4168 m) und den Kilauea (1231 m). -- Mit
Hawaii betritt der Weltreisende noch einmal ein tropisches Land.
Das _=Klima=_ ist mild und angenehm; das ganze Jahr hindurch weht
der Nordostpassat (vgl. S. 411), der im Winter durch südliche
(»kranke«) Winde geschwächt ist. Die Niederschlagsverhältnisse
wechseln auf den Inseln sehr stark und oft auf ganz geringe
Entfernungen. Die dem Passat zugewendeten Ostabhänge erhalten sehr
viel Regen, und zwar am meisten im Winter. Dagegen sind die im
Windschatten liegenden Inselteile, also vor allem die Süd- und
Westseiten, im allgemeinen trocken, ja zum Teil wüstenhaft. So hat
auch Honolulu selbst wenig Regen und seine Umgebung ist von Natur
ziemlich kahl; dagegen wird die hinter der Stadt aufsteigende
Gebirgswand durch den jeden Tag auftretenden Seewind genügend
befeuchtet. Oberhalb einer von 600-1200 m wechselnden Höhe bis
höchstens 2400 m aufwärts sind die Berge der hawaiischen Inseln
meist in Wolken (»Passatwolken«) gehüllt, über diese Wolkenschicht
ragen die großen Vulkane Hawaiis in die klare Luft hinaus. Soweit
die Inseln gut befeuchtet sind, tragen sie ein üppiges
_=Pflanzenkleid=_ von tropischem Charakter und großer Eigenart;
neun Zehntel aller vorkommenden Pflanzenarten sind endemisch. Auf
die tropischen Niederungen, die an der Küste Kokospalmen, Pandanus
etc. tragen, folgt von 300-2000 m die Waldzone, die am schönsten in
ihrem mittlern Teil zwischen 700 und 1800 m ist, wo sie viele
Baumfarne enthält. Andre bekannte Bestandteile des Waldes sind die
_Koa_ (Acacia Koa) und der fast ausgerottete _Sandelholzbaum_
(Santalum album). Die im Regenschatten liegenden Teile der Inseln
tragen eine sehr dürftige Vegetation, zum Teil sind sie fast
wüstenartig. -- Auch ein großer Teil der _=Tierwelt=_ Hawaiis ist
endemisch; dazu kommen polynesische und amerikanische Formen. Unter
den Vögeln sind der berühmte, fast flügellose Moho ganz, der Mamo
fast ganz ausgerottet; beide lieferten das Material zu den schönen
gelben Federmänteln der Eingebornenhäuptlinge. Säugetiere waren auf
den Inseln mit Ausnahme einer Fledermaus ursprünglich nicht
vorhanden. -- Die _=Bevölkerung=_ der Inselgruppe wurde 1910 auf
191900 geschätzt, darunter 1/5 Eingeborne, 1/20 Mischlinge, 3/20
Chinesen, 2/5 Japaner, 1/5 Weiße. Die Chinesen und Japaner sind
meist als Arbeiter im Lande; die hohe Zahl der Japaner bereitet der
amerikanischen Regierung große Sorgen. Wegen des Überwiegens
männlicher Chinesen und Japaner sind 2/3 der Gesamtbevölkerung
männlichen, nur 1/3 weiblichen Geschlechts. Die eingeborne
Bevölkerung, die 1779: 300000 Seelen gezählt haben soll und sich
1823 noch auf 142000 belief, nimmt schnell ab (1900 nur noch 30000)
und wird in absehbarer Zeit wohl ganz ausgestorben sein. Die
_Hawaiier_, meist _Kanaken_ genannt, sind ein schönes polynesisches
Volk, von dem nicht sicher bekannt ist, wann und von woher es nach
dem entlegenen Archipel gelangt ist. Es hatte zurzeit der Ankunft
der Weißen eine achtungswerte Kultur erreicht, verstand z. B. durch
Anlage von Kanälen das Wasser aus den Bergen in die trocknen Ebenen
zu leiten und diese ertragfähig zu machen. Die Kanaken bauen Taro,
süße Kartoffeln, Yams, Zuckerrohr, Bananen, Kürbisse, früher auch
den Papiermaulbeerbaum zur Herstellung des Rindenstoffes Tapa und
die Kawapflanze (Piper methysticum) zur Bereitung des bei allen
Polynesiern beliebten berauschenden Getränks. Außerordentlich
geschickt sind sie als Schiffer und Fischer. Sie waren ein
kriegerisches Volk und lieben heute noch Faust- und Ringkämpfe,
Wettläufe, das Brandungsschwimmen, Musik, Gesang und Tanz. Sonst
aber ist von ihren alten Sitten und Eigenarten nicht viel übrig;
sie tragen europäische Kleidung und sind »zivilisiert« und
»Christen« geworden. Der Schulbesuch ist obligatorisch; es
bestanden 1908: 205 Schulen mit 694 Lehrern und 23445 Schülern. Man
zählte 1908 etwa 200 Kirchen; ein anglikanischer und ein
katholischer Bischof residieren in Honolulu. Wichtigste
_=Erwerbszweige der=_ auf den Inseln ansässigen _=Weißen=_ sind
Plantagenbau sowie Schaf- und Rindviehzucht. Etwa der 20. Teil der
Inseln ist kulturfähig; der Lavaboden wird durch Verwitterung sehr
fruchtbar; die fast ganz in deutschen Händen befindliche Insel
Kauai zeichnet sich besonders aus. Gebaut wird namentlich
Zuckerrohr auf 51 Zuckerplantagen mit 40500 Arbeitern; 1906 wurden
426000 Longtons Zucker ausgeführt. Das Zuckerrohr wird 2-11 m hoch
und bis 8 cm dick. Da es auf der SW.-Seite von Oahu (wo Honolulu
liegt) an Regen fehlt, so sind zahlreiche große Pumpwerke angelegt;
die deutsche Firma Hackfeld treibt täglich 300000 hl Wasser 190 m
hoch hinauf. An zweiter Stelle steht der Reisbau, von Chinesen, und
der Kaffeebau, von Japanern betrieben; ferner werden Bananen und
köstliche Ananas gezogen, und aus der Sisalagave wird sogen.
Manilahanf hergestellt. Der _=Handel=_ richtet sich vorwiegend nach
den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Einfuhr besteht in
Manufakten, Eßwaren, Bauholz, Maschinen, Tabak, Metallwaren,
Spirituosen, Kali (aus Staßfurt), Ammoniak u. a.; die Ausfuhr in
Zucker (1908 für 39,8 Mill. $), Kaffee, Reis, Bananen, Ananas,
Häuten, Fellen, Wolle, Honig u. a. Fast der ganze Handel geht über
Honolulu. _=Eisenbahnen=_ bestehen auf Hawaii (ca. 150 km), Maui
(25 km), Oahu (175 km) und Kauai (19 km), zusammen ca. 370 km,
Telegraphen und Telephon finden sich auf den Hauptinseln, die jetzt
auch durch drahtlose Telegraphie untereinander verbunden sind.
Kabel nach den Vereinigten Staaten und nach Manila.
_=Geschichte.=_ Die Inselgruppe wurde 1527 zuerst von strandenden
Spaniern, dann 1555 von Juan Gaetano entdeckt; Cook suchte sie 1778
auf und benannte sie nach seinem Gönner, dem Grafen John Sandwich
(Cook wurde auf Hawaii 14. Febr. 1779 erschlagen). Damals war die
Gruppe unter drei Staaten verteilt, die nach langen Kriegen durch
Kamehameha von Hawaii, den »Napoleon der Südsee«, 1795 zu Einem
Staat vereinigt wurden. Kamehameha I., der Große (1781-1819), hob
den Handel, ordnete die Verwaltung und bereitete die Einführung der
christlichen Lehre vor, die unter seinem Sohn Kamehameha II.
(1819-24) erfolgte. Die ersten (protestantischen) Missionare kamen
1820 von Amerika. Kamehameha III. (1824 bis 1854) gab dem Lande
1840 eine Konstitution. Mit Kamehameha V. starb 1872 der letzte
männliche Nachkomme des ersten Kamehameha; man wählte zum
Nachfolger Lunalilo, einen Enkel Kamehamehas I., und nach dessen
Tod David Kalakaua (1874-91), unter dem das Reich zwar Fortschritte
machte, sich aber auch große Schulden aufbürdete. Als er kinderlos
starb, folgte ihm seine Schwester Liliuokalani. Ihr Versuch, die
Verfassung abzuändern, hatte 1893 eine Revolution zur Folge: 17.
Jan. wurde Hawaii zur Republik erklärt; doch bereits 1897 vollzog
sich der von der amerikanischen Partei auf Hawaii längst erstrebte,
von Japan vergeblich bekämpfte Anschluß an die Union
(Flaggenheißung 1898), und seit 14. Juni 1900 ist Hawaii ein
Territorium der Vereinigten Staaten, mit einer Volksvertretung, die
aus einem Senat von 15 Mitgliedern und einem Repräsentantenhaus von
30 Mitgliedern besteht. Der Gouverneur, sein Sekretär und die
Richter aller Gerichtshöfe werden vom Präsidenten der Vereinigten
Staaten ernannt. Die Exkönigin erhielt 1903 von der Union eine
Entschädigung zugebilligt. Hauptstadt und Regierungssitz sowie
Haupthafen ist _Honolulu_ auf Oahu; der einige Kilometer nw. davon
gelegene _Pearl Harbour_ ist zu einem wichtigen Stützpunkte für die
Flotte der Vereinigten Staaten ausgebaut (s. S. 420).
Honolulu.
=Ankunft zur See.= Von Yokohama kommend, steuert man durch die
Kaulaka-Straße längs der Südküste der Insel Kauai auf die Südküste
der etwa 120 Seem. osö. gelegenen Insel _Oahu_ zu; von San
Francisco kommend, steuert man mit SW.-Kurs auf die SO.-Spitze der
Insel Oahu zu und durch die _Kaiwi_-Straße an die Südseite der
Insel. In beiden Fällen erblickt man schon von weitem den 1228 m
hohen Gipfel des _Kaala_ an der Westküste der Insel und erkennt
beim Näherkommen das schroffe Vorgebirge _Diamond Head_, einen
alten Vulkan (233 m) mit Leuchtturm an der Südspitze der Insel,
etwa 7 km sö. von Honolulu. Vor der Hafeneinfahrt sieht man die
schöne Gartenstadt sich terrassenförmig am Berghang erheben, r.
liegt der _Puowaina_ oder _Punch Bowl Hill_, fast 150 m hoch,
ebenfalls ein alter Vulkan; hinter der Stadt erheben sich die
Gipfel _Konahuanui_ (946 m) und _Lanihuli_ (846 m). Die enge
Einfahrt durch das Korallenriff ist schwierig und sehr interessant;
die tiefe Rinne ist kaum 100 m breit, so daß dicht r. und l. vom
Schiff gewaltige Brandung (auch bei gutem Wetter) über das Riff
rauscht und schäumt. Fahrwassertonnen und Baken bezeichnen die
Ränder der Riffe. Nach wenigen Minuten gelangt der Dampfer in
ruhiges Wasser und ankert in dem vorzüglich geschützten Hafen
direkt an der Werft oder festen Landestelle. _=Zollbehandlung=_ wie
in amerikanischen Häfen (II. Teil, S. 1). Mit Schiffsbooten oder
Booten der Kanaken werden die Reisenden nur bei Quarantäne
gelandet.
=Gasthöfe:= _Pleasanton Hotel_ (Besitzerin Witwe des deutschen
Konsuls H. A. Isenberg; Direktor E. G. Duisenberg), Ecke Punahou
Street und Wilder Avenue, mit Logierhaus in herrlichem Park, feines
Haus, von Deutschen sehr gelobt, Schwimmbad (Süßwasser), deutsche
Küche; Pens. von $3 an (für Monat Ermäßigung). -- _Moana Hotel_
(deutscher Direktor J. H. Hertsche), am Strand von Waikiki (mit
elektr. Straßenbahn 30 Min. Fahrt), Seebad in großartiger Brandung,
Seesteg und schöne Terrassen; 150 Z., Pens. von $5 an. --
_Alexander Young Hotel_ (dieselbe Leitung wie Moana und Royal
Hawaiian), mitten in der Stadt, modern und feuerfest, mit
Dachgarten (Aussicht); 250 Z. von $2 an, keine Pension. -- _Royal
Hawaiian Hotel_ (Leitung wie vorher), nahe dem vorigen, mit schönem
Garten; 125 Z. von $1,50 an, keine Pension. -- Einfacher: _Seaside
Hotel_, am Strand von Waikiki (elektr. Straßenbahn in 30 Min.),
Pens. von $2,50 an. -- _Boarding Houses_ sehr zahlreich: _Hau
Tree_, Waikiki, Pens. von $2,50, Woche von $15 an. -- _Cassidy_,
Waikiki; _Cressaty's_, ebenda; _The Donna_, Beretania Street; --
_Vida Villa_, _Mrs. Gray_, _Mrs. McDonald_, sämtlich King Street,
ähnliche Preise. _Möblierte Zimmer_: Woche $3-7, Monat 10-25;
Nachweis im Reisebureau (s. unten). -- =Restaurants:= _Alexander
Young Café_ und _Union Grill_, King Street (nahe Fort Street);
Lunch 50 cts.
=Post:= Ecke Bethel Street und Merchant Street; vgl. den
Plan. -- =Telegraph:= _Intern. Island Wireless Telegraph Co._, Fort
Str., zwischen Queen und Merchant Str. -- _Commercial Pacific Cable
Co._, im Alexander Young Building, Bishop Str. -- =Telephon= fast
nach jedem Privathaus. -- Telegraphenkabel nach San Francisco und
über Midway Island und Guam nach Manila, Japan, Schanghai, Menado
etc.
=Wagen= (Droschken) und =Automobile= nach (hoher) Taxe. --
=Straßenbahn= (elektrisch, 5 cts.) führt mehrere Linien durch die
weitläufig gebaute Stadt überallhin, zum Kapiolanipark und nach
Waikiki. -- =Reitpferde:= $2,50 für 1/2 Tag.
=Eisenbahn= (Bahnhof am Nordende der Stadt) längs der Südküste und
Westküste der Insel Oahu und um deren Nordkap bis zur Laiebucht;
etwa 110 km; Zweigbahn von Pearl Harbour nach Wahiawa in der Mitte
der Insel.
=Dampfer:= _Pacific Mail Steamship Co._ und _Toyo Kisen Kaisha_
alle 7-10 Tage nach Japan, China, Manila und San Francisco. --
_Matson Navigation Co._ etwa 14tägig nach San Francisco. --
_Oceanic S. S. Co._ alle 20 Tage nach San Francisco. --
_Canadian-Australian Royal Mail S. S. Co._ monatlich nach Vancouver
und über Suva (Fidschi-Inseln) nach Australien.
=Geld= wie Nordamerika, vgl. II. Teil, S. 2. =Banken:= _Bishop &
Co._; _Yokohama Specie Bank_ (beide Korr. der
Disconto-Gesellschaft, Berlin); _Bank of Hawaii_ u. a. --
=Deutsches Geschäftshaus:= _H. Hackfeld & Co._ u. a.
=Reisebureau:= _The Hawaii Promotion Committee_ (Sekretär Wood)
gibt bereitwilligst jede Auskunft über Ausflüge, Dampferfahrpläne
etc., auch in deutscher Sprache.
=Sprache:= Englisch wird fast allgemein verstanden.
=Theater:= vorhanden. -- =Konzerte= einer guten hawaiischen Kapelle
unter Leitung eines deutschen Kapellmeisters tägl. außer Fr. im
Stadtpark.
[Illustration]
=Konsulate:= _Deutsches Reich_, Konsul W. Pfotenhauer. --
_Österreich-Ungarn_, Konsul). -- =Vereine=: _Pacific Club_;
_Commercial Club_; _University Club_. -- =Polizei=: _Police
Station_ schräg gegenüber dem Postamt in Merchant Street.
=Ärzte=: Dr. _G. F. Straub_ (Deutscher) und 40-50 andrer
Nationalität. -- =Krankenhaus= am Ostende der Stadt.
=Zeitungen:= _Pacific Commercial_; _Advertiser_; _Hawaiian Star_;
_Evening Bulletin_; erscheinen täglich.
=Zeitteilung=: 7 Tage Honolulu. -- Ausflüge nach den Inseln Kauai
(Waimea) und Hawaii (Hilobucht, Kilauea) sind abhängig vom Fahrplan
der sechs Dampfer der hawaiischen _Inter-Island Steam Navigation
Co._ und erfordern etwa je 4-7 Tage.
=Honolulu=, Hauptstadt der Hawaii-Inseln, unter 21° 18' nördl.
Br. und 157° 50' westl. L., an der Südküste der Insel Oahu, deren
vorgelagerte Korallenriffe einen für die größten Schiffe brauchbaren
Hafen bilden, liegt sehr schön, von Laub- und Fruchtwäldern umrahmt und
von schön geformten Bergen überragt. Es ist Sitz der Regierung, eines
anglikanischen und eines katholischen Bischofs, hat breite, mit Lava
oder Korallenkalk belegte und mit Mangobäumen, Akazien, Mimosen, Palmen
eingefaßte Straßen, einen 1882 vollendeten königlichen Palast, jetzt
Regierungssitz (Kapitol), ein großes Parlamentsgebäude, viele Schulen,
Waisenhaus, amerikanisches Missionsseminar, Wasserleitung, elektrische
Straßenbeleuchtung, Feuerwehr, 7 Zeitungen und etwa 45000 Einw. (davon
10000 Weiße). Die Industrie (Eisengießerei, Maschinenwerkstätten,
Schiffbau) und der sehr bedeutende Handel liegen in den Händen der
Weißen. Honolulu ist eine wunderbar schöne Gartenstadt, _einer der
schönsten Punkte der Erde_, und verdient unbedingt einen Besuch,
wenn es auch eigentliche Sehenswürdigkeiten wenig gibt. Es ist zu
einem Erholungsaufenthalt sehr geeignet und wegen seines milden,
fast das ganze Jahr gleichbleibenden Klimas (Mitteltemperatur des
Januar 21,2°, des August 25,3°, höchste im Jahr durchschnittlich
eintretende Temperatur 30°, niedrigste 13° C; Niederschlagsmenge
gering) ein besuchter Luftkurort für Lungenkranke. Die Vegetation
weist alle Arten von Palmen auf, in langen Hecken blüht die »Königin
der Nacht« und im Wasser zahllose Lotosblumen. Charakteristisch für
Honolulu ist der Sonnenregen; bei schönstem Sonnenschein fällt feiner
Wasserstaub, der wie Millionen Perlen glänzt. -- _=Rundfahrt.=_ Da
Droschken teuer, benutze man die verschiedenen Linien der elektrischen
Straßenbahn, um die weitläufig gebaute Stadt, deren Straßen meist
reizende Gärten zeigen, kennen zu lernen. Vor dem alten Königspalast
(einem einfach-stattlichen Verandenbau) steht ein Denkmal des Königs
Kamehameha I., des Großen. Sehenswert ist das _Polynesische Museum_
(_Bernice Pauahi Bishop Museum_) mit ethnographischer Sammlung, das
ein vollständiges Bild der Kanakenkultur gewährt. Von da fahre man zum
_Kapiolanipark_ am Meeresstrand, in dessen Nähe das Strandhotel Moana
liegt. Dann zu Fuß auf den etwa 150 m hohen _Punch Bowl Hill_, einen
alten Vulkan, der guten Überblick über Stadt und Umgebung gewährt.
Lohnende Ausflüge zu Pferd auf den 600 m hohen _Mount Tantalus_ (oben
prachtvolle *Aussicht) oder nach dem Vorort _Kaimuki_ zwischen Bergen
hinter Diamond Head.
Vor dem Kapiolanipark am Strand von Waikiki (die elektrische Bahn führt
in 20 Min. [5 cts.] dahin) liegt das hochinteressante =Aquarium=,
mit tropischer Meeresfauna. -- Lohnend ist eine Rundfahrt (Wagen oder
Auto) um den _Diamond Head_ (230 m), einen alten Krater, auf dem der
Leuchtturm und starke Befestigungswerke zum Schutz der Hafeneinfahrt
liegen. -- Den Abend verbringe man im Seebad von _Waikiki_ (Moana
Hotel).
=Ausflüge=: 1) Zur *=Palischlucht= mit Auto, Wagen oder zu Pferd,
erfordert 1/2 Tag; man fährt im _Nuuanutal_ etwa 11 km bergauf; das
Tal ist reich an Farren und Bäumen (Bananen, Königspalmen); oben
prachtvolle *Aussicht. Der Paß ist eine tiefe Felsschlucht, die
dadurch eine traurige Berühmtheit erlangt hat, daß Kamehameha I.
bei den Kämpfen um die Aufrichtung seiner Alleinherrschaft über die
Inseln das Heer der Oahuleute über den Steilabsturz in den Tod
jagte. Heute führt eine gute Straße zwischen den steilen,
rötlichen, bis 900 m hohen Felswänden durch. Die Zunahme der
Niederschlagshöhe vom Stadtgebiet zum Paß beträgt auf 9 km
Entfernung nicht weniger als 2800 mm (von 850 mm auf 3650 mm). Auf
der Nordostseite steil bergab zur Nordküste der Insel nach dem
kleinen Fischerdorf und Hafen _Kaneohe_, 16 km von Honolulu,
umgeben von Zuckerrohrpflanzungen am klippenreichen Strand.
2) Nach *=Haleiwa= mit der _Oahu Railway_ morgens gegen 9 Uhr oder
Nm. gegen 3 Uhr, Fahrzeit 2-1/2 St. rings um die Süd- und Westküste
der Insel, stets dicht am Strand entlang, vorbei an grünen Tälern
(mit Reisfeldern, Sisal- und Bananenpflanzungen) nach (56 M)
=Haleiwa= (_Haleiwa Hotel_), reizend gelegenem feinen Strandhotel
mit Seebad, Pens. $ 3-4, wöchentl. $ 21; für Ruhebedürftige zu
längerm Aufenthalt sehr empfohlen. Rückweg mit Wagen (im Hotel zu
haben) in 1-1/2 St. durch die größten _Ananaspflanzungen_ der Erde
im Mitteltal der Insel nach (18 M) _Wahiawa_, dann mit der Bahn in
1 St. nach Honolulu. Sehr lohnend ist der Ausflug nach Haleiwa mit
Automobil, als =Rundfahrt um die Insel= (1 Tag erforderlich; 1-4
Pers. $ 50, jede Person mehr $ 5) auf guten Straßen, hin über die
Palischlucht (s. unter 1), Lunch im Haleiwa Hotel, dann zurück über
Wahiawa, Besichtigung des im Ausbau begriffenen, schon für große
Kriegsschiffe benutzbaren Kriegshafens =Pearl Harbour=, wo große
Trockendocks und Marinewerften im Bau sind; er gilt als
Flottenstützpunkt gegen Japan.