=Yokohama=, bedeutendster Ausfuhrhafen Japans, liegt auf 35° 36' nördl.

Br. (etwa wie Tanger), inmitten der wichtigsten Tee- und Seidebezirke,

an der SO.-Küste der Insel Hondo, am SW.-Ufer der _Yokohama-Bai_,

einem westlichen Einschnitt der _Tōkyō_- oder _Yedobai_, 37 km von

der Einfahrt in diese durch die Uragastraße und ist durch Eisenbahn

mit dem 22 km nnö. gelegenen Tōkyō verbunden. Es hat eine gute Reede

und ein großes Hafenbecken, das von zwei Wellenbrechern mit durch

zwei Leuchttürme gekennzeichneter Einfahrt eingeschlossen ist und an

dem ein 600 m langer Hafendamm (Pier), große neue Kais mit geräumigen

Lager- und Zollschuppen, drei Trockendocks und ein Schwimmdock

(Yokohama Dock Co.) etc. angelegt sind. An den breiten Kai mit kleinern

Wellenbrechern, die die _English Hatoba_ (»Hafen«) und _French Hatoba_,

letztere nur für kleine Fahrzeuge bestimmt, bilden, schließt sich

die regelmäßig angelegte Stadt, die in drei Teile geschieden ist.

Im östlichen liegen die großen europäischen Waren- und Bankhäuser,

Gasthöfe und Klubhäuser, im mittlern die Präfektur, das Stadthaus,

Hauptpost- und Telegraphenamt (besondere Gebäude für die Auslandpost),

Zollhaus etc. in großen Gebäuden; im westlichen die japanische Stadt

aus den üblichen Holzhäusern, dazwischen hier und da die mit dicken

Lehmwänden gepanzerten feuersichern Speicher (_Dozō_), worin bei

Feuersbrünsten alle wertvolle Habe untergebracht wird. Die Stadt, bis

1855 ein kleines Fischerdorf, wurde damals infolge der mit dem Ausland

geschlossenen Verträge dem fremden Handel geöffnet und entwickelte

sich seitdem zur ersten Handelsstadt Japans mit (1911) 419630 Einw.,

darunter 9923 Fremde (6217 Chinesen, 1590 Engländer, 813 Amerikaner,

436 Deutsche, 258 Franzosen, 138 Portugiesen, 114 Schweizer). Es ist

Sitz einer Handelskammer, eines kaiserlichen Laboratoriums für Hygiene

und hat mehrere Kirchen, eine deutsche Schule und Kirche im »Deutschen

Haus« (Bluff 25), mehrere englische Schulen sowie das _St. Joseph's

College_ (von franz. Patres geleitet); ferner mehrere japanische

Krankenhäuser, das _Yokohama General Hospital_ für Europäer (Bluff 82)

und je ein deutsches, englisches und amerikanisches Marinelazarett.

-- Die Ausfuhr umfaßt Seide und Seidenstoffe, Tee, Kupfer, Holzwaren,

Porzellan, Streichhölzer, Lackwaren; die Einfuhr Baumwollengarne, Woll-

und Baumwollenstoffe, Zucker, Petroleum, Alkohol, Indigo, Metallwaren.

_=Rundfahrt.=_ Man fahre durch die Waterstreet und Mainstreet der

Fremdenniederlassung (_Yamashita-chō_), wo sich die besten Läden zu

Einkäufen, wie Seidenstoffe und Seidenstickereien, Lacksachen, Bronzen,

Cloisonné, Satsuma- und andres Porzellan, japanische Altertümer und

Kunstsachen, Elfenbeinschnitzereien etc., befinden. Zu billigern

Einkäufen hat man bessere Gelegenheit im japanischen Stadtteil,

Honchō-dōri und Benten-dōri. Am _Bund_, der Hafenstraße, liegen

das deutsche Konsulat, der United Club und die größten Hotels.

Nachmittags fahre man auf den _Bluff_ (_Yamate-chō_), am Südende der

Stadt, wo in hübschen Gärten die Villen der Europäer und Amerikaner

liegen; dort auch das deutsche Marinelazarett (Bluff 40). Am Südende der

Mainstreet gelangt man über die Brücke _Maita Bashi_ zur

101-Stufentreppe, die steil auf den Bluff führt, oben bei einem

altberühmten Teehaus schöne *Aussicht über Stadt und Hafen. Vom Bluff

schöne Spazierfahrten südl. über _Kitagata_ zur _Mississippibucht_;

mehrere gute Teehäuser am _Mandarin-Bluff_; in _Hommoku_ viele Teehäuser

und guter Badestrand, auch in _Takigashira_ dicht am Strande, in

lebhaften Fischerdörfern; an der Mississippibucht schön gelegen ein

deutsches Gartenrestaurant (an Stelle des 1911 abgebrannten

Makado-Hotels, Besitzer C. Hahn). Weiterhin um den Rennplatz herum (bei

Negishi) ein schön bewaldeter Weg mit lieblichen Landschaftsbildern;

zurück über _Nakamura_ oder _Kuraki_.

Seitentour: Yokohama-Kamakura-Enoshima-Kanazawa-Uraga.

Man rechne für Kamakura und Enoshima und zurück nach Yokohama 1

Tag, außerdem für Kanazawa 1 Tag, Uraga 1 Tag, Misaki 2 Tage.

Mit der Tōkaidōbahn vom Hauptbahnhof in Yokohama sö. über (4 km)

_Hodogaya_ und (13 km) _Totsuka_ nach (18 km) _Ōfuna_, wo man meist

in die Zweiglinie umsteigen muß, die in die Sagami-Halbinsel nach

Yokosuka führt; erste Station ist *=Kamakura= (_Kaihin-in-Hôtel_,

gelobt, großartiger Neubau, europ., in einem Piniengehölz in

_Yuigahama_, 1/4 St. mit Rikscha oder Hoteldroschke, am schönen Strand

der Sagamibucht; _Mitsuhashi_, Japan. Gasthof, ebenfalls gut), alte

Hauptstadt Ostjapans im 12.-15. Jahrh., jetzt ein stilles Dorf und

beliebter Sommerausflug, berühmt durch den *_Daibutsu_, eine große

und schöne, sitzende Buddhafigur aus Bronze, 15 m hoch, 30 m Umfang,

Gesichtslänge 2,6 m, Nasenlänge 1,1 m; die Figur ist 1252 erbaut,

ihr Tempelumbau ist zweimal, 1369 und 1494, durch Erdbebenflutwellen

zerstört worden und seitdem nicht erneuert; im Innern Altäre und eine

Treppe bis zu halber Höhe der Statue (Trinkgeld dem führenden Bonzen).

Der Daibutsu steht in einem schönen Tempelpark mit Bambus, Kiefern,

Kirschbäumen u. dgl.; seitwärts ein hübscher Lotosteich. Ein Seitenweg

führt auf eine Anhöhe mit schöner *Aussicht zum _Kwannontempel_ (_Hase

no Kwannon_), mit braungoldiger Figur der Göttin in einer dunkeln

Nische, die der führende Bonze mit Kerzen beleuchtet; dicht beim Tempel

ist der steile Abhang _Inamura-ga-saki_. Der _Hachimantempel_ (Tempel

des Kriegsgottes), 1073 von Minamoto Yoriyoshi in Yuigahama erbaut,

wurde 1193 von Yoritomo auf den Hügel _Tsuru-ga-oka_ verlegt, wo er

jetzt steht. Vom Strand aus führt eine prächtige Kiefernallee und

breite Steintreppe mit drei Torii hinauf. In der Nahe ein 1000jähriger

Ichōbaum (Gingko biloba, eine Konifere, scheinbar Blätter tragend)

von fast 6 m Umfang, neben dem der Shōgun Sanetomo 1218 ermordet

wurde. Hinter dem Hachimantempel eine reichhaltige Waffensammlung.

-- Unter den vielen kleinern Tempeln im Gelände von Kamakura ist der

_Ennōji_ erwähnenswert, mit berühmter Holzfigur (_Arai-no-Emma_) des

Höllenfürsten _Emma-Ō_, geschnitzt von Unkei; die Figur wird nur auf

besonderes Verlangen vom Bonzen (gegen Trinkgeld) gezeigt. Auch ein

heiligen Tauben geweihter _Tempel_, dessen Tauben so zahm sind wie auf

dem Markusplatz in Venedig, ist sehenswert.

Von Kamakura fährt man mit elektr. Straßenbahn etwa 6 km erst durch eine

malerische Schlucht, dann längs des Strandes der prächtigen Sagamibucht

durch die Dörfer _Koshigoe_ und _Katase_ zur heiligen Insel *=Enoshima=

(Gasthöfe: _Iwamoto-in_ u. _Ebisuya_ im Dorfe; _Kinkirō_ höher über

dem Dorfe, besser), die bei Niedrigwasser durch eine trockene Sandbank

mit dem Lande verbunden ist; eine schmale, hölzerne Brücke führt zur

Insel. Auf ihr das malerische Fischerdorf _Enoshima_ (Seebad), wo

Muscheln, Korallen und maritime Seltenheiten feilgeboten werden; ferner

ein Wäldchen, Tempelhaine und Gärten. Die Insel ist der Glücksgöttin

Benten geweiht (welche die Insel von einem Drachen befreite, indem sie

ihn heiratete!). In der 113 m langen und im Eingang 9 m hohen Höhle an

der Seeseite (in der der Bentendrache hauste) stehen Verkaufsbuden und

kleine Shintōschreine. -- Den Rückweg von Enoshima kann man mit Rikscha

oder elektr. Bahn über das Seebad _Kugenuma_ (Gasthof Kōshōkwan)

nach (4 km) Stat. _Fujisawa_ und von da mit Bahn nach Yokohama nehmen.

Von Yokohama kann man auch mit Rikscha (2 Mann) auf 10 km ebenem

und dann 8 km hügeligem Weg über den Ort _Seki_ nach Kanazawa

fahren; hinter Seki, beim Orte _Tanaka_, führt r. ein Seitenweg von

3 km auf den Hügel _Mine_, oben prächtige *Aussicht; dann führt der

Weg von Tanaka durch liebliche Landschaft (»Plains of Heaven«,

Himmelsebenen von den Fremden genannt) zum Teehaus _Nokendo_, das

unter der »Pinsel-Wegwerfe-Kiefer« _Fude-sute-matsu_ steht (nach der

japanischen Legende vom Künstler, der einst seinen Pinsel

verzweifelt hier fortwarf, weil er die allzu schöne Landschaft

nicht malen konnte). Bald wird das Seebad =Kanazawa= (Gasthöfe:

_Chiyo-moto_; _Azumaya_) an der kleinen Mutsurabucht erreicht,

berühmt durch das *Landschaftsbild _Hakkei_ vor dem Dorfe. In der

Nähe, bei _Nojima_, liegt ein besuchter Päoniengarten (mit

300jährigen Pflanzen). Von Kanazawa kann man mit Rikscha längs der

Küste der Tōkyōbucht nach Yokohama zurückgelangen, etwa 30

km.

An der Ōfunazweigbahn (S. 391) ist die nächste Station hinter

Kamakura _Zushi_, der Bahnhof für das reizende Seebad _Hayama_

(Gasthöfe: _Hirayama Hotel_; _Chōjaen_), das 2,5 km sw. von Zushi an

der Sagamibucht liegt. Etwa 3 km sö. von Hayama liegt das vorzügliche

Seebad *_Chōjasaki_ mit gutem Gasthof; in der Nähe ein Winterschloß

des Kronprinzen. Endstation der Ōfunazweigbahn ist =Yokosuka=

(Photographieren verboten! Gasthof: _Mitomiya_; europ. Restaurant:

_Kaiyō-ken_, nahe der Marinewerft), wichtige Marinestation mit großer

Werft und Stadt von 25000 Einw.; auf dem Hügel 1/2 St. vom Bahnhof

*Aussicht und Grab von Will. Adams, des ersten Engländers, der von 1600

bis 1620 in Japan lebte. Von Yokosuka fährt man mit Rikscha auf schönem

Wege (halbwegs in _Ōtsu_ eine Wirtschaft an gutem Badestrand) 7 km

bis =Uraga= (_Gasth. Tokudaya_ in Higashi-Uraga), Hafenstadt an beiden

Seiten einer schönen, schmalen Bucht, mit zwei großen Trockendocks und

lebhaftem Schiffsverkehr; Dampfergelegenheit nach Tōkyō täglich;

Fahrzeit 4 St. Von Uraga Ausflug mit Rikscha 16 km nach =Misaki=

(_Gasth. Aoyagi_) am Südende der Sagamihalbinsel; etwa 3 km nördl. davon

liegt das Maritimbiologische Laboratorium (_Misaki Rinkai Jikken-jō_)

der kaiserlichen Universität von Tōkyō. -- Von hier kann man längs

der Küste der Sagamibucht mit Rikscha 20 km nach _Chōjasaki_ (s.

oben) und dann über _Zushi_ nach _Yokohama_ zurückgelangen.

* * * * *

=Eisenbahn Yokohama-Tōkyō= (29 km), die älteste Bahnstrecke Japans,

1872 eröffnet, jetzt zur Tokaidōbahn gehörig; Fahrzeit 28-54 Min. Vom

Hauptbahnhof über die Vorstadt (3 km) _Kanagawa_ (das einst an Stelle

des jetzigen Yokohama dem Fremdhandel diente) _Higashi-Kanagawa_

(Zweigbahn nach _Hachiōji_), _Tsurumi_, _Kawasaki_, _Kamata_

(Irisgärten), _Ōmori_ nach (24 km) _Shinagawa_ (umsteigen, wer die

Vorortbahn oder die Nordbahnen von Tōkyō benutzen will). Die Fahrt

bietet l. schöne Ausblicke auf den Fuji (S. 384), auf Dörfer, Brücken,

Reisfelder und Kirschbaumpflanzungen (während der Blütezeit ein

liebliches Bild). Kurz vor Tōkyō r. Ausblick auf die Tōkyōbucht und die

Hafenbefestigungen (alte, von Niederländern gebaute Forts). Dann durch

Vorstädte mit vielen Fabrikschornsteinen und vorbei am Shibapark und

dem Sommerpalast Hama Rikyū zum Hauptbahnhof (_Shimbashi_) von (29 km)

_Tōkyō_.

Tōkyō.

Vgl. beifolgenden Plan.

=Ankunft mit der Bahn=, von Yokohama kommend am Shimbashibahnhof,

von Nikkō kommend am Uenobahnhof, 7 km nördl. von ersterm; über

Stadtbahn s. unter Eisenbahnen.

=Gasthöfe=: _Imperial_, japanisch _Teikoku Hotel_ genannt (A.-G.;

Pl. a), unter japanischer Leitung, nahe dem Kaiserpalast, dem

Shibapark und den Gesandtschaften in Uchiyamashitachō, 5 Min.

mit Rikscha vom Shimbashibahnhof; 100 Z. 4-15, F. 1, Lunch 1,50,

Dinn. 2, Pens. 7-20 Yen; vergrößerter Neubau in der Nähe, für 250

Z., beabsichtigt. -- _Central_ (im Fremdenviertel), Tsukiji 12

(europ. Leitung); 25 Z., Pens. 5-8 Yen. -- _Seiyōken_, in

Tsukiji, Uneme-chō 33 und im Uenopark. -- _Atago_ (Tōkyō

Hôtel) auf dem Atago-Berge (berühmte Fernsicht), sehr gut, Pens. 5

Yen.

=Restaurants=: Europäisches Essen: _Shimbashi-Bahnwirtschaft_ (eine

Treppe hoch im Bahnhof). -- _Yūraku-en_, gegenüber dem Bahnhof,

von europäischen Kaufleuten besucht, gutes Essen.--

_Fūgetsu-dō_, Minami Nabe-chō, bei der

Ginza-Straße. --_Seiyōken_, im Uenopark, gut. -- _Kwagetsu Kwadan_,

am Ende der Mukōjima-Allee. -- _Sanen-tei_, im

Shibapark. -- _Fujimi-ken_, auf dem Kudanhügel (gegenüber

Shōkonshapark), mit Zweighaus nahe der britischen

Gesandtschaft. -- _Matsumoto-rō_, Hibiyapark. -- Japanisches Essen:

_Shin-Kira_, Kobiki-chō, Nähe des Shimbashibahnhofs. -- _Yaozen_,

in San-ya, Asakusa. -- _Yaomatsu_, in Mukōjima; _Hirasei_, in

Fukagawa. -- _Tokiwaya_, in Hamachō, Kyū Hana-Yashiki.

=Post, Telegr. u. Fernspr.=: Hauptamt Yedo-bashi, Nebenämter in

jedem Stadtteil.

=Wagen=: _Tōkyō Basha Kaisha_, beim Shimbashibahnhof; _Toda_,

im Grundstück des Imperial Hôtel; andre Gesellschaften in Tsukiji

und Kanda. Preise: Victoria einspänn. 1/2 Tag 3,50, 1 Tag 6 Yen;

zweispänn. 1/2 Tag 5, 1 Tag 7-8 Yen; Landau zweispänn. 1/2 Tag

5,50-6, 1 Tag 9-10 Yen. -- =Automobile=: _Ōkura Motor Car Co._,

_Tōkyō Motor Car Co._ (Yūraku-chō 1, chōme 3),

_Yamaguchi_, Tsukiji, sehr teuer, für Fahrten innerhalb der Stadt

wenig empfehlenswert. -- =Rikschas= werden allgemein benutzt.

Preise stündl. wenigstens 20 sen mit 1 Kuli, 40 sen mit 2 Kulis

(vorher ausmachen); das Imperial Hôtel hat bestimmten gedruckten

Tarif für Entfernungen. Zweckmäßig ist es, am Shimbashibahnhof eine

Rikschafahrkarte mit Preisangabe für die betreffende Strecke zu

nehmen und Kuli rufen zu lassen. -- =Straßenbahnen= in zahlreichen

Linien fast nach allen Punkten der Stadt (sehr zu empfehlen), von

Shimbashi ohne Umsteigen nach Ueno, Asakusa, Shinagawa etc.;

Fahrpreis überallhin 5 sen (Fahrscheinhefte mit Ermäßigung; man

verlange vom Schaffner Umsteigebillett, _nori-kae-gippu_, wo

erforderlich).

=Eisenbahnen=: Vom _Shimbashibahnhof_ die Tōkaidōbahn nach

Yokohama und Kyōto. Von der _Gofuku-bashi-Station_ im Zentrum

der Stadt (unweit Nippon Ginkō) die Ringbahn, die innerhalb der

Stadt als Hochbahn läuft, nach der Karasumori-Station beim

Shimbashibahnhof, von da durch die Vororte nach (26 km) Akabane an

der Nordbahn und von da nach dem Ueno- Bahnhof. -- Von der

_Yorozuyobashi-Station_ (Kanda, bei Suda-chō) die Stadtbahn nach

Shinjiku (Anschluß an die Ringbahn), von da nach Kōfu. -- Vom

_Ueno-Bahnhof_ die Nordbahn nach Nikkō und (735 km) Aomori sowie

nach Mito (Ostküstenbahn) und Sendai. -- Vom _Ryōgoku-Bahnhof_

eine Linie nach Chiba, Ohara etc.; vom _Asakusa-Bahnhof_ über

Kanegafuchi nach Ashikaga und Isezaki (Tōbubahn). -- Fahrpläne in

den Hotels. -- _The East Asiatic Commercial Intelligence Institute

of the South Manchuria Railway Company_, in Tōkyō, Azabu-Mamiana

Nr. 4, gibt Auskunft über die unter japanischer Verwaltung stehende

Südmandschurische Bahn, vgl. S. 324.

=Dampfer= (klein und unbequem) tägl. nach Yokosuka, Uraga (S. 392)

und allen Plätzen im Golf von Tōkyō.

=Banken=: _Yokohama Specie Bank_ (Korresp. der Deutschen Bank, der

Berliner Disconto-Gesellschaft und der Allg. Deutschen

Creditanstalt in Leipzig); _Nippon Ginkō_ (»Bank von Japan«) und

viele andre.

=Theater=: _Kabukiza_ (Pl. 22), Kobiki-chō. -- _Meijiza_,

Hama-chō. -- _Hongō-za_, Haruki-chō. -- _Tōkyō-za_, Misaki-chō.

-- _Shintomi-za_, Shintomi-chō. -- Ganz in europäischem Stil das

_Yūraku-za_ und das 1911 eröffnete moderne Theater _Teikokuza_,

in der Yūraku-chō (Zentrum der Stadt, unweit Imperial Hôtel,

gegenüber der Rückseite des Kaiserpalastes. Ringkampfspiele

bei _Ekō-in_, Honjō, je 10 Tage im Frühling und Winter. --

=Teehäuser= (mit Tanzaufführungen): _Kōyō-kwan_ (_Red Maple

Club_) im Shibapark, Einführung besorgt der Gasthofsbesitzer.

-- _Nakamura-rō_, in Ryōgoku. -- (NB. Die großen Theater mit

berühmten Schauspielern sind im Sommer geschlossen; in jedem

Theater spielen entweder nur Männer oder [seltener] nur Frauen,

man frage vorher.)

=Reisebureaus:= _T. Minami & Sons_, Tourist Agency, Rogetsu-chō

3, Shibaku (Fernsprecher: Amt Shimbashi, Nr. 3370), besorgt

Fahrkarten für alle Dampferlinien und Bahnen; stellt Reiseführer,

besorgt Post, Telegramme, Bankgeschäfte, Gepäck; hält

Reisehandbücher vorrätig, gibt »_The Excursion Journal_« heraus

(beachtenswert!). -- _Welcome Society_, Yūrakuchō Itchōme 1

(in der Tōkyō-Handelskammer; vgl. S. 345). -- »_Guide-Book for

Tourists of Japan_« der Welcome Society, 5. Aufl. 1910 (gut). --

_The Musashino_, Monatsschrift für Fremdenverkehr, herausgegeben

vom Imperial Hôtel (ein Heft 10 sen). -- =Fremdenführer:= _G.

Iguchi_, Meguro Shinfuji 1; Liste andrer, auch Deutsch sprechender

Führer im Hotel; vgl. auch S. 345.

=Gesandtschaften:= _Deutsches Reich_ (Pl. 1), Botschafter _Graf

Rex_. -- _Österreich-Ungarn_ (Pl. 2): Botschafter _Freih. Call v.

Rosenburg_. -- _Schweiz:_ Gesandter _de Salis_.

=Polizei= in jedem Stadtviertel.

=Arzt:= Dr. _Teusler_ im _St. Luke's_ Hospital. -- Die Professoren

der medizinischen Fakultät der kaiserl. Universität sprechen

sämtlich Deutsch und sind fast alle in Deutschland ausgebildet;

darunter sind gute Spezialisten.

=Buchhandlungen:= _Z. P. Maruya & Co. Ltd._ (_Maruzen Kabushiki

Kaisha_), Nihombashi, Tōri Sanchōme. -- _Geiser u. Gilbert_,

deutsch, Kanda-ku, Kaji-chō 23. -- _Kyōbunkwan_ (Methodist

Publishing House), Ginza Shichōme. -- _Nankōdō_, Hongō,

deutsche Bücher. -- _Hasegawa_, Shitaya-ku, Kami-Nogishi 17 (jap.

Kunstdrucksachen); für farbige Holzschnitte: _Kobayashi_, Asakusa

Komakata. -- =Zeitungen:= _Japan Times_ (tägl.; jap.); _Japan

Advertiser_ (amerik.-engl.); vgl. auch Yokohama, S. 389.

=Klubhaus= der _deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde

Ostasiens_: Kanda, Imagawa-kōji Itchōme 8, unterm Kudanhügel.

Daselbst sehr wertvolle Bibliothek über Ostasiatica.

=Deutsche Stube= mit Bücherei und Leseraum ist im Seminar für

fremde Sprachen eingerichtet.

=Photographen:= _Oka_, Kojimachi, Dotei sambancho 8 (spricht

Deutsch). -- _Maruki_, Azabu. -- _Okamoto_, Ginza, Sanchōme (nahe

dem Shimbashibahnhof); auch Kakemonoverkauf und Dunkelkammer

verfügbar. -- _Ogawa_, Kyōbashi Hiyoshi-chō 13. -- Photographische

Artikel: _Asanuma & Co._, Honchō Nichōme. -- _Kimbei_,

Takekawa-chō, Ginza.

=Geschäftsadressen:= Basare (_Kwan-kōba_) mit festen Preisen an

der Shimbashibrücke, im Shibapark, im Uenopark (_Shōhin

Chinretsu-jō_) etc. -- Europäische Lebensmittel: _Kameya_, Ginza

Takekawa-chō. -- Japanische Kunstsachen (Curio dealer): _Ikeda_,

Owari-chō Nichōme 13; _Jōkō_, Kyōbashi Yomi-chō; _Kōko-Dō_,

Nakabashi Izumichō, und viele andre in Naka-dōri (parallel zur

Hauptstraße zwischen Kyōbashi und Nihombashi). --

Elfenbeinschnitzereien: _Maruki_, Sukiya-chō Nihombashi 6;

_Toyama Shōten_, Ginza, Nichōme, Kyōbashiku; _Kaneda_, Naka-dōri.

-- Cloisonné-Sachen: _Ando_, Motosukiya-chō Ginza; _Namikawa &

Co._, 8 Shin-Yemoncho, Nihombashi; _Ueda_, 2 Saegi-chō, Kyōbashi.

-- Porzellan: _Mikawaya_, Owari-chō, Itchōme; _Kōno_, 18 Shiba

Tamachi, Shichōme (für Satsuma). -- Bronzewaren: _Mikawaya_,

Sotokanda, Hatago-chō Itchōme; _Miyao_, 1 Nihombashi,

Hon-Shirokane-chō. -- Silberwaren: _Miyamoto Shoko_, Kyōbashi,

Yazaemon-chō 2. -- Gemälde, Kakmonos, Farbenholzschnitte etc.:

_Suwa_, Tatami-chō 2, nahe Kyōbashi; _Shimbi Shein_,

Shinsakawa-chō 13. -- Lacksachen: _Kuhei Hayashi_, Nihombashi,

Muromachi; _Kuroeya_, Tōri Itchōme. -- Bambusarbeiten:

_Fujimura_, Kojimachi Itchōme. -- Seidenstoffe: _Iida,

Takashimaya_, 1 Nishikonya-chō, Kyōbashiku; _Mitsukoshi_,

Nihombashi, Suruga-chō; _Shirokiya_, an der Nihombashibrücke;

_Mizushima_, Honchō Itchōme; _Hattori_, nahe Imperial Hôtel;

_Nishimura_ u. a. -- Alte Seidenstickereien: _Shimizu_, 1

Inabachō, Higashi-Naka-dōri; _Iwamoto Denshichi_,

Naka-dōri; _Morita_, Nihombashi Sanai-chō 8. -- Fächer:

_Haibara_, 1 Nihombashi, Tōri Itchōme. -- Spielsachen:

_Jikkendana_ (Ausstellung am 3. März, Mädchenfest, und 5. Mai,

Knabenfest).

=Zeiteinteilung=: 1. Tag: Shōkonshatempel, Uenopark nebst

Museum, Asakusa-Kwannontempel. -- 2. Tag: Shibapark, Red Maple Club

und Gräber der 47 Rōnin. -- 3. Tag: Geschäftsstraßen, Atagoyama,

Mukōjima und Yoshiwara. (Das altberühmte ist aber im Frühjahr

1911 durch Brand vollständig vernichtet worden. Man richte sich

nach der Jahreszeit, wegen der Blüten- und Tempelfeste.)

=Festlichkeiten=: Von den vielen Tempel- und Volksfesten sind die

sehenswertesten: am 17. u. 18. jedes Monats _Kwannonfest_ im

Asakusatempel; 9. April _Feuergang (Hiwatari)_ im Ontake-jinja,

Imagawa-kōji, Kanda; 17. April: _Tōshōgūfest_ im Shiba- und

Uenopark; 18. April: _Sanja Matsurifest_ in Asakusa; etwa

20. April: _*Sakura- (Kirschblüten-)Fest_ im Kaiserpark

(Einladungen bewirkt die Botschaft, Anzug: Gehrock und Zylinder

oder Uniform, Damen elegante Promenadentoilette); 6.-8. Mai:

Shōkonsha-Fest mit Rennen und Ringkämpfen etc. in Kudan; 3.-14.

Juni: _Tennō Matsurifest_ in Shinagawa, Yotsuya, Asakusa; Mitte

Juli (oder Anfang August): _Kawa-birakifest_, Eröffnung des

Sumida-gawa, in Ryōgoku; 9. u. 10. Juli: _Shiman Rokusen

Nichifest_ im Asakusatempel; 15. Sept. _Kanda Myōjin_ in Kanda;

17. Sept.: _Feuergang (Hiwatari)_ im Ontaketempel; 11.-20. Sept.:

_Shimmei Matsuri_ im Shibapark; 12. u. 13. Okt.: _O Eshikifest_ in

Ikegami und Hori-no-uchi. Anfang November: _Chrysanthemumfest_ im

Aoyamapalast des Kronprinzen (nur auf Einladung); 3. Nov:

Geburtstag des Kaisers, Parade auf dem Rempeiba; 22.-28. Nov.: _O

kō Mairi_ und im November _Tori no Machi_ beim

Asakusatempel. -- _=Messen=_ (_ichi_) am 17. und 18. Dez. im

Asakusatempelbezirk, am 22. und 23. in Shiba; Näheres gibt die

»Japan Times« bekannt.

=Tōkyō= (auch _Tōkei_, spr. _tōkē_, »Osthauptstadt«), Hauptstadt des

japanischen Reiches und Residenz des Kaisers, früher _Yedo_ genannt,

am NW.-Ende der seichten _Tōkyōbucht_ (Yedobucht; daher Yokohama die

Hafenstadt von Tōkyō trotz dessen Lage am Meer) und am Südende der

größten Ebene Hondos, an der Mündung des Sumidagawa, über den fünf

große Brücken (Azuma-, Umaya-, Ryō-goku-bashu, Ōhashi, Eitai-bashi)

führen, durchschnitten von Kanälen, Ausgangspunkt von Bahnen nach sechs

Richtungen. Die Stadt, mit 2186079 Einw., wird von dem Sumidagawa in

zwei Teile geschieden, einen kleinern östlichen, der bis zum Nakagawa

reicht, und einen größern westlichen, den eine Mauer bis zum Fluß

und zur Tōkyōbucht umgibt, und der den _Palast des Kaisers_ (S.

397) enthält. Diesen Stadtteil umschließt ringsum die eigentliche

Stadt, zum größten Teil noch aus einstöckigen Holzhäusern bestehend,

daher sehr ausgedehnt und oft durch Feuersbrünste heimgesucht. Die

Geschäftshäuser in den Hauptstraßen bestehen daher gewöhnlich aus

feuersichern Lehm- oder Backsteinspeichern, und auch die vornehmern

Privatwohnungen sind meist mit solchen Dozō versehen (ähnlich im ganzen

Lande). Unter den seltenen großartigern Gebäuden japanischer Bauart

sind zu nennen einige prächtige buddhistische Tempel mit kunstvoller,

vergoldeter Holzschnitzerei, Klöster, Grabdenkmäler der letzten

Shōgune in Shiba und Ueno (S. 398). Im westl. Teil der Stadt wohnen

die Botschafter von Deutschland (Pl. 1), England (Pl. 3), Rußland

etc., und hier steht unweit Shimbashi der _Palast Hamagoten_, der für

fremde fürstliche Gäste des Kaisers bestimmt ist. Tōkyō ist Sitz der

Regierung, des höchsten Gerichtshofs, des kaiserlichen Gardekorps und

der ersten Division der Armee und der geistige Mittelpunkt des Reiches.

Außer einer kaiserlichen Universität (_Teikoku Daigaku_, in Hongō

gelegen) besitzt es mehrere stark besuchte Privatuniversitäten, ein

Realgymnasium (Erste Kōtō-Gakkō), eine höhere Normalschule, Blinden-

und Taubstummenanstalt, Handelsakademie, Gewerbeschule, Ackerbau- und

Forstschule, Musikschule, zahlreiche Mittelschulen, Lehrerseminare

etc., eine kaiserl. Akademie der Wissenschaften mit 60 vom Kaiser

ernannten Mitgliedern, eine Kunstschule und ein Museum im Uenopark,

eine öffentliche Bibliothek von 300000 Bänden, eine zweite von 30000

Bänden in europäischen Sprachen, Geographische Gesellschaft, 316

Zeitungen und Zeitschriften, darunter die »Transactions of the Asiatic

Society of Japan« und die »Mitteilungen der deutschen Gesellschaft

für Natur- und Völkerkunde Ostasiens«. Die sehr bedeutende Industrie

erzeugt namentlich Seiden- und Lackwaren, Fayence, Porzellan, Email;

es bestehen große Schiffswerften und Maschinenbauwerkstätten. Der

Handel mit dem Inland ist sehr bedeutend, während der mit dem Ausland

meist über Yokohama geht. Die Stadt ist seit 1869 dem Fremdenverkehr

geöffnet. -- _Yedo_ ist aus einem Fischerdorf entstanden, bei dem 1456

Ōta Dōkwan ein großes Schloß baute; die Stadt blühte erst auf, als der

erste Tokugawa Shōgun Ieyasu 1603 seine Residenz hierher verlegte.

Weltreise. Erster Teil: Indien, China und Japan · 第 57 / 63 段