europ. Essen), alte Stadt in dem Plateau, das vom Fuji-no-yama zum
Hakonegebirge herüberführt, Station für die Besteigung des Fuji (von
Yokohama mit der Bahn in 3 St. zu erreichen).-- Der berühmte Vulkan
*=Fuji-no-yama= (oder =Fuji-san=, kurz _Fuji_; das von den Fremden
allgemein gebrauchte Wort _Fuji-yama_ ist unjapanisch!), der höchste und
heiligste Berg Japans, oft als Motiv der japanischen Malerei (Hokusai)
und Dekorationskunst verwendet, erhebt sich als regelmäßige Pyramide mit
abgestumpfter Spitze bis 3778 m. Die ebenmäßige Form des Berges wird nur
durch einige kleine parasitäre Krater und durch radiale Wasserrinnen
etwas gegliedert. In den Gipfel ist ein Krater von 500 m Durchmesser und
180 m Tiefe eingesenkt. Seit 1708 ruht der Vulkan, darf aber keineswegs
als ganz erloschen gelten. Der letzte Ausbruch von 1707/08 war sehr
heftig und lieferte in der Hauptsache Asche, die namentlich das ganze
südwärts gelegene Gebiet bis 3 m hoch bedeckte. An der Südostseite des
Berges öffnete sich eine Spalte, der Lava entquoll; sie bildete den
parasitären Kegel _Hōei-zan_, an dem man beim Aufstieg von Gotemba
aus vorüberkommt. Die Kultur steigt in Suruga auf der Südseite (viel
Teebau) 600-700 m hoch; dann folgt blumenreiches, baumloses Gebiet
(Hara) bis 1500 m, Wald bis 2400 m, dann die Krummholzregion bis 2600 m
und schließlich die Region der Hochgebirgsflora, die aus arktischen und
alpinen Pflanzenarten gemischt ist. Der Gipfel ist nur im Juli und
August schneefrei und wird dann jährlich von 16-20000 buddhistischen
Pilgern erstiegen. Der Berg und Umgebung sollen in einen Staatspark
umgewandelt werden. Der Fuji-no-yama ist der auffallendste Gipfel in
einer Reihe von Vulkanen und aus jungvulkanischem Material aufgebauten
Bergen, die sich, längs einer Gebirgsspalte emporgequollen, durch
Mittelhondo von SW. nach NO. hindurchzieht und südwestwärts bis zu den
Bonininseln und den Marianen zu verfolgen ist. In nächster Nähe des
Fuji-san gehören zu diesen vulkanischen Erhebungen der Ashitakayama und
das Hakonebergland, weiterhin die Halbinsel Izu zwischen der Suruga- und
der Odawarabucht und die Shitshito (7 Inseln) südl. der letztern, von
denen mehrere tätige Vulkane sind.
Die =Besteigung des Fuji= von Gotemba aus erfordert zwei Tage Zeit;
nur vom 15. Juli bis 10. Sept. sind die Unterkunftshütten
(Nachtlager 1 Yen) geöffnet; beste Zeit 25. Juli bis 10. Aug.
Europäische Lebensmittel: Konserven, Tee, Schokolade, Hartbrot und
Wein bringe man aus Kōbe oder Yokohama reichlich mit (weil man bei
Nebel tagelangen Aufenthalt haben kann); auch warme Kleidung und
Wolldecken (letztere kann man auch in Gotemba mieten, aber sie
sind vielbenutzt!). Auf dem Gipfel friert es nachts im heißesten
Sommer! Führer (gōriki) tägl. 1-1/2-3 Yen, Träger, Pferde mit
europ. Sattel erhält man in Gotemba (von Gotemba ein Pferd bis
Umagaeshi 1,50, bis Tarōbō 2,10, bis Nigōme 2,50 Yen).
Wenn Zeit, braucht man nicht in Gotemba zu übernachten, sondern
kann mit Straßenbahn noch 10 km weiter nach _Subashiri_, am Osthang
des Fuji, fahren, von wo der Aufstieg etwas bequemer sein soll.
Sowohl von Gotemba als von Subashiri breche man sehr früh (gegen 2
Uhr) auf, um beim Aufstieg den Sonnenaufgang zu genießen. Von
Gotemba reitet man bis _Tarōbō_ (1830 m) oder bis _Nigōme_
(d. h. »Zweite Station«); von Subashiri reitet man bis zum
_Umagaeshi_ (d. h. »Pferde zurücklassen«), läßt die Pferde dort,
die besonders nach dem anstrengenden Abstieg auf dem Rückweg sehr
zustatten kommen. Am meisten benutzt wird jetzt der Weg von Gotemba
über _Nakabata_ und Tarōbō; er ist in zehn Stationen geteilt,
Tarōbō (16 km von Gotemba) ist Nr. 1 in etwa 1830 m ü. M. In
Tarōbō rüste man sich mit Bergstock (Fujistock), hohen
Gamaschen, Strohsandalen (unter die eignen Bergschuhe gebunden!)
und bei unsicherm Wetter mit Strohregenmantel (Bauerntracht) aus.
Nun langsam stetiger Aufstieg. Man beachte, daß die besten
Unterkunftshütten des Gotembaweges auf Nr. 5, 6, 8 und 10
(Gipfelstation) sind (Übernachten kostet 1-1,20 Yen). Station Nr. 3
liegt 2160 m ü. M., von da über Nr. 4 (2420 m) bis Nr. 5 (2640 m)
führt der Weg um den _Hōei-zan_-Gipfel; auf Nr. 5 halte man
Mittagsrast. Nun beginnt der mühsame und steile Aufstieg; statt der
bisher feinkörnigen Lava steigt man über große lose Brocken; bei
Nr. 6 (2840 m) führt ein Seitenweg auf den _Hōei-zan_ (nicht
verlaufen!). Bei Hütte Nr. 8 (3230 m) stärke man sich mit heißem
Tee für den letzten, anstrengendsten Aufstieg über lose Asche und
Lavablöcke; in den Spalten findet man Schneereste, Schneefelder
fehlen. Auf Nr. 10 (3778 m), dem Gipfel, sind drei bequeme
steinerne Hütten, wo man sich sofort Schlafplätze sichere; sind
alle besetzt, muß man um den Gipfel herum nach der
Subashiri-Wegseite, etwa 1/2 km nördl. gehen, um dort Schlafplätze
zu suchen. Wenn Zeit, steige man noch in den Krater hinab, wo noch
heißes Wasser fließt und Dämpfe aufsteigen. Der Abstieg in den
Krater erfordert 1/2 St., der Aufstieg 3/4 St.; man nehme Führer
mit! Vor Sonnenuntergang ziehe man warme Kleidung in der Hütte an
und beobachte dann von einer Kuppe den Sonnenuntergang, ebenso den
Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Bester Aussichtspunkt (auch für
den Sonnenaufgang) ist der höchste Gipfel _Kenga-mine_; die
*_=Aussicht=_ auf Hakonesee (S. 386), Fujikawa, Surugabucht etc.
ist großartig.--Dann Abstieg (nicht rutschen, wie die Japaner!) auf
demselben Wege in 5 St. über _Tarōbō_ (Pferde besteigen) nach
Gotemba.-- Auf dem Subashiriweg sind die besten Stationen
_Chujiki-ba_, 1 km unterhalb Nr. 1, ferner Nr. 2, 6 und der Gipfel.
Bei Nr. 9 ist der Heiligenschrein _Mukai-Sengen_ (»Willkommen
heißende Sengen [Göttin des Fuji-Berges]«).
Von _Gotemba_ führt die Bahn im Bogen um das Hakonegebirge durch wilde
Gebirgslandschaft mit vielen Tunneln und Brücken über (436 km)
_Yamakita_ (Gasthof Asahiya; 1/2 St. vom Bahnhof der 60 m hohe
Wasserfall _Hirayama-no-taki_), dann bergab im Tal des Sakawa-gawa nach
(452 km) =Kōzu= (Gasthof _Kōzu-kwan_), Ort am Strande der schönen
_Odawarabucht_ (von Yokohama 1-1/2 St. Fahrzeit), r. die Halbinsel
_Izu_, im Meere die Vulkaninsel _Ōshima_ und l. das Küsteninselchen
_Enoshima_ (S. 392). -- Man fährt von hier mit elektrischer Straßenbahn
in 1 St. auf der alten Heerstraße Tōkaidō vorbei an dem freundlich am
Seebadestrand gelegenen, aus einer ganzen Häusergruppe bestehenden
Gasthof _Shōtō-en_ (jap. und europ.) und über die Brücke des breiten
_Sakawa-gawa_ zur geschichtlich berühmten Seestadt =Odawara= (Gasthof
_Koiseya_), wo die Straßenbahn vor der Mauerruine der alten Burg hält.
Im malerischen Burghain liegt ein 1900 erbautes Schloß des Kronprinzen
(kein Zutritt). 10 Min. weiter im Hayakawatal erreicht die Bahn
=Yumoto= (Gasthof _Fukuzumi_, zum Übernachten wähle man den Gasthof
_Suzuki_, 45 Z., Pens. 3-5 Yen, im benachbarten Dorfe Tōnosawa, 1/2
km talaufwärts, beide Orte mit heißen Bädern). Nun mit Rikscha in 1
St. (mit zwei Kulis etwa 50 sen) oder zu Fuß, Gepäck tragen lassen, in
anmutiger Berglandschaft, zuletzt mit starker Steigung über _Dōgashima_
(heiße Quellen und Wasserfall) nach
=Miyanoshita= (420 m; _Fujiya Hôtel_, europ., gut, Pens. tägl. 7 Yen,
für 2 Pers. 11 Yen, heiße Bäder frei, sehr geeignet zum
Erholungsaufenthalt; _Hôt. Naraya_; _Umeya Hotel_, jap.; Photograph
_Shima_, neben Fujiya Hôtel), beliebter Sommerfrische für Europäer im
Talkessel des _Hayakawa_, in schöner Umgebung mit vielen Spazierwegen,
reinster Luft, schwach salzhaltigen heißen Quellen (für Rheumatiker).
Miyanoshita liegt mitten im =Hakone-Gebirge=, das durch den Sattel
von Gotemba mit dem Fuji-no-yama zusammenhängt. Wie unsre Karte
sehr schön zeigt, besteht es in der Hauptsache aus einem großen
Ringwall, einer alten Vulkanruine, in dem wieder ein kleineres
Vulkangebirge aufsteigt, ähnlich wie der heutige Vesuvgipfel
innerhalb der Somma. Der ringförmige Graben zwischen beiden ist im
W. vom Hakonesee ausgefüllt. Nach O. gegen Odewara hat der Ringwall
eine Öffnung, durch die die Straße über Yumoto heraufführt.
=Umgebung von Miyanoshita.= Nach _Kiga_ (1/4 St. talauf) zum
_Goldfischteehaus_, oberhalb davon an steilem Hang das Teehaus
_Miharashi_, d. h. »schöne Aussicht«; 1/4 St. weiter das Dorf
_Miyagino_ an beiden Ufern des Hayakawa; auf den *_Sengenyama_
hinter dem Fujiya Hôtel 1/4 St. bis zum Gipfel (mit Teehaus u.
*Aussicht); nach _Kowaki-dani_ (Mikawaya Hôtel, halbeurop., 78 Z.,
Pens. von 5 Yen an, verhältnismäßig gute Küche, Schwefel- u.
Eisenbäder; Kaikatei Hotel) 1/2 St.; nach _Gora_ (heiße
Quellen). -- =Ausflüge= (1/2 Tag}: Auf den _Myōjōgatake_
(_Mukōyama_) gegenüber Miyanoshita (anstrengend). -- Auf den
*_Kamiyama_ (1440 m), den höchsten Gipfel des _Hakone_-Gebirges;
Aufstieg 2-1/2 St., zum Teil ohne Weg (für Damen nicht geeignet);
großartige *Aussicht auf die Surugabucht, die Sagamibucht und den
Fuji. -- Auf den _Otome-tōge_ (Jungfernpaß) zu Pferd (1/2 Tag 2
Yen, 1 Tag 3 Yen), in Sänfte (mit 4 Kulis hin und zurück 3,20 Yen)
oder zu Fuß 12 km bergauf über das Dorf _Sengoku_ (von hier
Aufstieg in 1 St. zum _Kintokisan_ mit schöner Aussicht), wo der
Aufstieg zum Paß beginnt; oben Blick auf die Ebene vor dem Fuji.
NB. Wer von Miyanoshita aus den Fuji besteigen will, reitet über
diesen Paß nach Gotemba (S. 384).
=Von Miyanoshita über den Hakonesee nach Atami= (Pferd 3-1/2 Yen,
Kuliträger je 1,50 Yen, Fußgänger nehmen Strohsandalen unter die
Stiefel), etwa 25 km, wofür 7 St. Zeit mit Ruhepausen nötig. Der
steile Bergpfad führt an _Kowaki-dani_ und am _Bentenyama_
(*Aussicht) vorbei nach (6 km) =Ashinoyu= (874 m; Gasthöfe:
_Matsuzakaya_, europ. Betten und Essen; _Kinokuniya_), besuchter
Badeort mit heißen Schwefelquellen (gegen Hautleiden und
Rheumatismus), öde Umgebung, kühl und nebelreich im Sommer. --Der
Weg ist weiterhin eben, l. drei Steindenkmäler für die beiden
Nationalhelden Gebrüder Soga und die schöne Kurtisane Tora Gozen,
und nahebei r. halb vom Gebüsch verdeckt ein Felsblock mit den
Bildern der *_Ni-jū-go Bosatsu_ (25 buddhistische Heilige), 1293
in den Stein gehauen. Etwas weiterhin liegt am Wege ein Felsen mit
dem Riesenrelief *_Rokudō no Jizō_ (Schutzheiliger der
Reisenden etc.), vor dem am 23. Aug. ein Fest gefeiert wird.--Nun
bergab zum
*=Hakonesee= (_Ashi no ko_), ein 6 km langer Bergsee am SW.-Abhang
des Kamiyama (s. oben); man erreicht zuerst das kleine Dorf
=Moto-Hakone= (Gasthof _Matsuzakaya_ auf einer Terrasse am
See, europ., empfohlen; Pens. 4-5 Yen tägl., in dessen Nähe am
Tōkaidō Teehäuser und der japanische Gasthof _Tsujiya_. Dann
auf einer hügeligen Halbinsel ein kaiserliches Sommerschloß
(Rikyū) in europ. Bauart (kein Zutritt), mit bestem Blick über
den See zum Fuji. Die Kryptomerienallee des Tōkaidō führt vom
Schloß zum Ort *=Hakone-machi= (725 m; _Hakone Hôtel_, halb
europ.), mit fleißigen Holzschnitzkünstlern, in herrlicher Lage am
See, 11 km von Miyanoshita. Man suche die See-Ecke, in der sich der
Fuji spiegelt (_Hakone no saka-Fuji_) auf. Europäische Familien
nehmen Sommerwohnung im Ort, führen Hausstand mit eigner
Dienerschaft. --Seitwärts vom Tōkaidō liegt 1/4 St. von
Hakone der stimmungsvolle Tempel *_Gongen_, zu dem Stufen mit
prächtiger Kryptomerienallee hinanführen, in uraltem Wald von
Pinien, Eichen, Föhren, Ahorn, Kastanien, mit Farren; viele Torii
und Steinlaternen. Unterhalb des Tempels stand am Tōkaidō bis
1871 das alte Straßensperrtor (_Hakone no seki_), wo die nach Yedo
(Tōkyō) Reisenden (auch der erste europäische Japanreisende
Kaempfer 11. März 1691) die Pässe vorzeigen mußten. --Von Hakone
kann man auf dem alten Tōkaidō über das Dorf _Hata_
(Wirtschaft) zu Pferd oder in Sänfte bequem in 4 St., zuletzt durch
schöne Landschaft zurück nach _Yumoto_ (S. 386), gelangen. Auf dem
Hakonesee Bootsfahrten.
Nach der Mittagsrast in Hakone südl. bergauf und bergab (Führer
unentbehrlich) zum *=Jikkoku-tōge= (Zehnprovinzenpaß), 980 m,
mit prächtiger *Aussicht auf den Stillen Ozean und zehn japanische
Provinzen sowie auf den Fuji. Die Paßhöhe liegt etwa 10 km von
Hakone, etwas weiter unterhalb ein Teehaus; dann folgt steiler
Abstieg etwa 4 km nach =Atami= (_Atami Hôtel_, europ.; _Fujiya_ und
andre jap.), besuchtem Badeort (Hauptzeit im Winter) an der
Meeresküste, mit heißen Quellen und einem *_Geiser_ (_Oyu_); er
sprudelt alle 4 St. mitten im Ort aus der Erde hoch, ist aber
gefaßt und hat eine Inhalationshalle (Kyūkikwan) für
Kehlkopf- und Lungenleidende. Der Geiser wurde schon 749 vom
buddhistischen Abt Mangwan besucht. Vor Atami liegt die Insel
_Ōshima_ mit Vulkan. --Von Atami am nächsten Tage mit Kleinbahn
(_Keiben Tetsudō_) in etwa 3 St. 28 km längs der _Japanischen
Riviera_ an der gebirgigen Küste der schönen Odawarabucht, vorbei
an den malerischen Fischerdörfern _Izusan_, _Yugawara_ (4 km
landein heilkräftige Thermen gleichen Namens), _Yoshihama_,
_Fukuura_, _Manazuru_ (am gleichnamigen Kap), _Enoura_, _Nebukawa_
und _Komekami_ (sämtlich mit Teehäusem zum Erfrischen) nach
_Odawara_ (S. 385): von da in 1/2 St. mit elektr. Straßenbahn nach
_Kōzu_.
Von _Kōzu_ (S. 385) führt die Tōkaidōstaatsbahn über (484 km)
_Ōfuna_ (Zweigbahn nach Kamakura, S. 391) nach (502 km) _Yokohama_
(S. 388), wo Fernschnellzüge nicht am Hauptbahnhof, sondern auf dem
Vorortbahnhof _Hiranuma_, 3 km nördl. von der Stadt, halten.
* * * * *
=Dampferfahrt Kōbe-Yokohama= in etwa 28 St. Von _Kōbe_ (S. 361)
mit SW.-Kurs durch die Idzumi Nada (S. 358) und die malerische
_Yurastraße_ zwischen dem Ostkap von _Awaji-shima_ und der kleinen Insel
_Tomoga-shima_ hindurch, dann südl. bis Kap _Hiino Misaki_, von da durch
den Kiikanal sö. längs der Küste nach (100 Seem.) Kap _Shiwo Misaki_ mit
Leuchtturm; nahebei die mit Fischerdörfern dicht besetzte Insel
_Ōshima_, Mittelpunkt des japanischen Walfischfanges, von der ab
durch den Stillen Ozean auf Kap _Irosaki_ (Südspitze der Halbinsel Izu
an der Ostseite des Surugagolfs) mit ONO.-Kurs gesteuert wird, bis der
Leuchtturm der (174 Seem.) Felseninsel _Mikomoto_ umsteuert ist; diese
Fahrt wird oft durch Seegang unbequem. Nun läuft der Dampfer zwischen
der Ostküste von Izu und der vulkanischen _Vriesinsel_ (_Oshima_) mit
dem 760 m hohen, stets rauchenden Vulkan _Mihara_ durch und mit nö.
Kurs in den Uragakanal ein, der in den Golf von Tōkyō führt; in
ihm liegt der (348 Seem.) Hafen von Yokohama.
Yokohama.
Vgl. den beifolgenden Plan.
=Ankunft zur See.= Von _Kannonsaki_, dem Kap am NW.-Ende des
Uragakanals, in dessen Nähe die Seestadt _Uraga_ (S. 392) liegt,
steuert man am Kriegshafen _Yokosuka_ (S. 392) l. vorbei mit nw.
Kurs in den Hafen Yokohama, wobei man öfter den Fuji (S. 384)
sieht. Der Dampfer läuft dann durch die großartigen Molenbauten in
den gut geschützten Hafen. Die Postdampfer des Nordd. Lloyd und der
Canadian Pacific legen an dem neuerbauten Kai und neuen
Zollschuppen (Zolldurchsicht; vgl. S. 349) der Nippon Hatoba, die
der Messageries Maritimes an der etwa 600 m langen Pier im südl.
Teil des Hafens an, was bequemes Ausschiffen der Reisenden
ermöglicht; Aus- und Einbooten fällt weg. An der Wurzel dieser
Brücke liegt an der _English Hatoba_ (Bootshafen) das alte
_=Zollamt=_ (hier Zolldurchsicht für an der Pier anlegende
Dampfer). Ausschiffung mit Sampan von nicht am Kai oder Pier
anlegenden Dampfern etwa 25 sen 1 Pers., mit Gepäck 50 sen.
=Ankunft mit der Bahn=, von Kōbe kommend (S. 361), am
Hauptbahnhof der Tōkaidōbahn nahe der Nippon Hatoba und der
neuen Zollschuppen; Fernschnellzüge halten nur auf dem
Vorortsbahnhof _Hiranuma_.
=Gasthöfe=: _Oriental Palace Hôtel_, Bund 11 (Pl. a, E 3), gut
eingerichtet, gutes Essen; 80 Z. mit Bad, Ged. 1, 1,50 u. 2, Pens.
von 7 Yen an; Dampfpinasse zu jedem Dampfer, Wagen zu haben. --
_Grand Hôtel_ (A.-G., amerikan. Manager), Bund 18-20 (Pl. b, E 3),
Dampfpinasse zu jedem Dampfer, Pens. 7-10 Yen. -- _Club Hôtel_,
Bund 5 (Pl. c, D 3), älter und weniger gut eingerichtet (Neubau
beabsichtigt), Pens. 5-10 Yen; Dampfpinasse zu jedem Dampfer. --
_Royal_, Mainstreet 87 (Pl. a, E 3); 50 Z., Pens. 4-5 Yen;
Kegelbahn. -- _De Paris_, Mainstreet 80 (Pl. d, D 3), gute Küche,
deutscher Verkehr. -- _Wright's Hotel_, Waverley House Nr. 40 (Pl.
f, D 3); 30 Z., Pens. 4,50-6 Yen; Dampfpinasse zu jedem Dampfer.
-- _The Pleasanton_, Nr. 17 (Pl. g, E 3). -- _Windsor_, Nr. 32.
-- _Imperial_ (A. Richter), Yama-shita-cho 133a (Pl. h, D 3), 10
Z. zu 1, F. 0,80, Ged. 1,20, Pens. 4 Yen; bescheiden (Seeleute).
-- _Bluff Hôtel_, Bluff 2 (Pl. i, E 5). -- _Mankako_, Sakai-chō
36, japan., billig.
=Restaurants= in den meisten Gasthöfen; außerdem am Hauptbahnhof, 1
Treppe. -- Japanisches Essen: _Chitose_, in Sumiyoshi-chō,
Roku-chōme und _Yaomasa_, in Aioi-chō, San-chōme. --
=Teehaus= »Zu den 101 Stufen«, sehenswerte Fremdenbücher;
altberühmt.
=Brauerei=: _Kirin_, Bluff 123, die bedeutendste Brauerei Japans,
deutscher Braumeister (E. Eichelberg).
=Post, Telegr. und Fernspr.=: Hauptamt und Präfektur (Kenchō) im
Raum zwischen dem Fremdenviertel und der japanischen Stadt, nahe
beim Zollamt. -- Kabel über Bonininseln nach Guam (Marianen).
=Rikschas= nach fester Taxe, stündl. 30 sen mit 1, 60 sen mit 2
Kulis. -- =Straßenbahnen= mehrere Linien, eine über Kanagawa bis
Tōkyō, vgl. den Plan. -- =Reitpferde= zu haben.
=Eisenbahnen.= Die Tōkaidōstaatsbahn führt nach Tōkyō und Kōbe mit
Zweiglinie nach Yokosuka und Anschlüssen an das japanische
Bahnnetz; vgl. S. 345.
=Dampfer=: _Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd_ alle 14 Tage
Sa. über Kōbe und Nagasaki oder Tsingtau nach Schanghai und Europa;
Agentur: H. Ahrens & Co. Nachf., Waterstreet 29; (Tel.-Adresse:
Nordlloyd); Spediteure: Helm Brothers, Bund 43, und Nickel & Co.,
Nr. 40. -- _Hamburg-Amerika Linie_ (Agentur: C. Illies & Co.),
Tel.-Adr.: »Paketline«. -- _Österreichischer Lloyd_, monatlich über
Kōbe nach Europa; Agenten Samuel Samuel & Co., Nr. 27. --
_Messageries Maritimes_, alle 14 Tage über Kōbe nach Europa; Agent
P. de Champmorin, Bund 9. -- _Chargeurs Réunis_, etwa alle vier
Wochen nach San Francisco, Mexiko etc.; Agent Oppenheimer Co.,
Yamashita-chō 167. -- _Peninsular & Oriental Co._, etwa alle 14
Tage bis 4 Wochen über Schanghai nach Europa; Agent Abbot, Bund 15.
-- _Canadian Pacific Railway & Ocean Steamship Service_, je alle
14 Tage über Kōbe, Nagasaki und Schanghai bis Hongkong u. nach
Vancouver; Agent Payne, Bund 14. -- _Pacific Mail S. S. Co._, u.
_Tōyō Kisen Kaisha_, abwechselnd alle 7-10 Tage über Kōbe,
Nagasaki und Schanghai bis Hongkong und über Honolulu nach San
Francisco; Agent Howard, Waterstreet 4 (wegen der Fahrpreise
beachte S. 347). -- _Nippon Yūsen Kaisha_ (Billettagentur Bund
10), jeden 3. Tag nach Otaru, anlaufend alle Häfen der japanischen
Westküsten, und nach Kōbe; alle 14 Tage nach Europa über
Schanghai, nach San Francisco u. nach Australien; monatlich nach
Bombay. -- _Great Northern S. S. Co._, über Manila nach Hongkong u.
nach Seattle; Agentur Nippon Yūsen Kaisha, Bund
10. -- Abfahrtszeiten aller Dampfer enthalten die Tageszeitungen!
=Gepäck= kann gut und sicher gegen geringe Abgabe in dem eisernen
Schuppen der Neuen Kaianlage (Nippon Hatoba) gelagert werden; man
wende sich an die Landungsagenten des Norddeutschen Lloyd.
=Banken=: _Deutsch-Asiatische Bank_, Nr. 180. -- _Yokohama Specie
B. Ltd._ (japan. _Shōkin-Ginkō_), Minami Nakadōri; beide Korr. der
Deutschen Bank. -- _Hongkong & Shanghai Bank_, Nr. 2. -- _Chartered
Bank of India, Australia & China_, Nr. 179. Alle vier Korr. der
Berliner Disconto-Gesellschaft. -- _Russo-Asiatic Bank_, Nr. 77,
und viele andre. Alle nur von 10-3 Uhr, Sa. nur 10- 12 geöffnet.
=Theater=: _Minato-za_, Sumiyoshi-chō. -- _Hagoromo-za_,
Hagoromo-chō. -- Singspielhallen in Basha-michi-dōri und
Isezaki-chō. -- Europäische =Konzerte= und Theateraufführungen
gelegentlich im Gaiety Theatre, Bluff 257.
=Polizei=: Hauptamt im Kenchō. -- =Fremdenführer= der _Oriental
Guides Society_, Tōyō Tsūben Kyōkwai, Yamashita-chō 32, erhalten
2,50 Yen tägl. für 2 Pers., 50 sen tägl. mehr für jede weitere
Pers., dazu freie Reise und Verpflegung. -- _Kaiyūsha_ (Guides'
Association), Motomachi, Itchōme 76 (Telephon Nr. 829), 3 Yen tägl.
für 1-2 Pers., 50 sen für jede Pers. mehr, dazu Reise- und
Verpflegungskosten.
=Reisebureau=: _Thos. Cook & Son_, Water Street 32. --
_International Sleeping Car Co._, Bund 6.
=Konsulate=: _Deutsches Reich_, Bund Nr. 17; Generalkonsul v.
Syburg. -- _Österreich-Ungarn_, Konsul Koller. -- =Deutscher Klub=:
_Germania_, Mainstreet Nr. 235; Einführung durch ein Mitglied;
Lesezimmer, Kegelbahn, Billards. -- _Yokohama United Club_, Bund
4b. -- Freimaurerloge (_Masonic Temple_), Mainstreet 78.
=Ärzte=: Dr. _Reidhaar_ und Dr. _Paravicini_ (Office: Mainstreet
74). -- =Zahnarzt:= Dr. _F. Wolf_, Mainstreet 50 I, 9-5
Uhr. -- =Deutsche Apotheke= (_Normal Dispensary Ltd._), Mainstreet
77, _L. Kiefer_. -- _Bretts Pharmacy_ von _Brett & Co._, Mainstreet
60. -- _North & Rae_, Mainstreet 79.
=Buchhandlungen=: _Geiser u. Gilbert_, Mainstreet 77; deutsches
Haus. -- _Kelly & Walsh_, Mainstreet 60. -- _Maruya_, Benten-dōri.
-- =Zeitungen=: _Deutsche Japanpost_, Redaktion Yamashita-chō 60
(Mainstreet), wöchentlich, jede Nr. 40 sen. -- Tagesblätter:
_Japan Daily Advertiser_ (jetzt in Tōkyō herausgegeben), _Japan
Gazette_, _Japan Herald_, _Japan Mail_, _Japan Times_ (in Tōkyō).
-- Wochenschriften: _Box of Curios._ -- =Photographen=: _Tamamura_,
Benten-dōri 2. -- _Kimbei_, Honchō-dōri. -- _Farsari_, Waterstreet
32.
=Geschäftsadressen= (man kaufe in Yokohama Seide, Altertümer,
Elfenbein): Europ. Reiseausrüstung: _Lane, Crawford & Co._,
Mainstreet 59. -- Mundvorräte für Reisen: _Curnow_, Mainstreet 82,
_Langfeldt Co._, Mainstreet 71, _Lane Crawford_. -- Ausfuhr von
Japan. Pflanzen und Samen: _L. Boehmer & Co._, Bluff 28; --
_Nursery Company_, Nakamura Bluff. -- Huthandlung: _Omiya & Co._,
Sakaichō 24, 25, 32. -- Japanische Kunstsachen (Curio Dealers):
_Arthur & Bond_, Waterstreet 38, _Samurai Shōkwai_, Honchō Itchōme,
und viele andre. -- Seide: _Iida Takashimaya_, Mainstreet 81; --
_Nozawaya_, Benten-dōri; -- _Yamamoto_, Benten-dōri 1 und
Honchō-dōri 17; -- _Shieno_; Honchō-dōri 19; _Iwata_, Honchō, und
viele andre. -- Cloisonné-Sachen: _Gotō_, Uchida-machi. --
_Musashiya_, Honchō-dōri. -- Bronze: _Katō_, Benten-dōri,
_Hashimoto_, Ōtamachi. -- Porzellan: _Tashiroya_, Benten-dōri; --
_Watano_, Benten Bashi 8; -- _Matsuishiya u, Echigoya_,
Honchō-dōri. -- Spielsachen: _Nagai_, Honchō-dōri. -- Bambussachen:
_Moriyasu_, Benten-dōri; -- _Tanabe_, Motomachi. -- Papierwaren:
_Hasegawa_, Hōrai-chō; -- _Ishii_, Ōtamachi.