Tempel =Myōshinji= (1 der Umgebungskarte) der Zensekte, früher
Altenteil des Mikado Hanazono im 14. Jahrh. Die Tempelhallen
enthalten wertvolle Wandschirme, Kakemonos, Lackbüchsen etc.; im
Park stehen prächtige alte Kiefern, eine vom Jahre 1462. -- In der
Nähe der =Kitano Temmangū= (_Tenjin_), kaiserlicher Tempel (2
der Umgebungskarte), 947 gegründet, 1605 neugebaut, architektonisch
schön mit heiligem Garten. -- Gegenüber der sehr alte Shintōtempel
=Hirano-jinja= (3 der Umgebungskarte), fünf Göttern geweiht, mit
zur Kirschblütenzeit vielbesuchtem Park. -- Nahe nördl. liegt in
waldgrüner Umgebung der _Goldene Pavillon_, *=Kinkakuji=
(eigentlich _Rokuon-ji_), 1397 vom abgedankten Shōgun Ashikaga
Yoshimitsu erbaut als Buen retiro, dann buddhistischer Tempel der
Zensekte, steht zum Teil im Wasser eines Sees in schönem Garten und
hat eine dreistöckige Pagode mit vergoldeten Statuen von Amida,
Kwannon und Seishi, von Unkei geschnitzt, in der Mitte des
Unterstocks. Mönchsstatuen des Musōkokushi und Yoshimitsu auf
den Seitenaltären. Im Mittelstock eine Kwannonfigur und vier
Dämonenkönige. Der Oberstock war innen ganz vergoldet, wovon nur
noch Spuren sichtbar. Reizender Blick vom Pavillon auf den Garten;
der »Spiegelsee« (_Kyōko_) ist mit dichtem Gehölz umgeben. Man
beachte die von den größten Meistern gemalten Schiebetüren,
Faltschirme und Kakemono. Auf dem Hügel im nördlichen Garten steht
ein Teezeremonienhäuschen vorbildlichen Stils, das _Sekka-tei_.
Ausflüge von Kyōto.
Vgl. Karte auf dem Plan von Kyōto.
1) =Über den Hiyei-zan zum Biwasee=, lohnende Tagestour, etwas
Mundvorrat mitnehmen. Vom Kyōtohotel (C 3) fährt man mit Rikscha
über die *_Sanjōbrücke_ (CD 3/4; hölzern mit Steinpfeilern in
rein japanischem Stil), vorbei an der Universität und durch das
Dorf _Shirakawa_ (E 1/2) auf gutem Weg, etwa 6 km zum kaiserlichen
Sommerschloß =Shūgakuin-rikyū= (nur mit Erlaubnisschein, wie
Kaiserpalast, S. 371, zu besichtigen, der Schein gilt nur für die
Schlösser, die auf ihm verzeichnet sind!), 1629 dem abgedankten
Mikado Gomizunoo vom Tokugawa-Shōgunat angewiesen. In dem
prächtigen Park liegen drei feine kleine Paläste, _Ochaya_
(»erlauchte Teehäuser«, wegen ihres Baustils) genannt, jedes mit
Garten für sich. Das mittlere ist am reichsten mit Kunstschätzen
ausgestattet. Das oberste liegt nahe dem Drachenteich,
_Yokuryōchi_, umgeben von einem Labyrinth von Inseln, Halbinseln,
Klippen, Brücken, Gehölzen. In den reizenden Anlagen mit Treppen
und Pavillons am Berghang sieht man den größern »männlichen« und
den »weiblichen« Wasserfall, _Odaki_ und _Medaki_. Eine Hofdame
leitete die Anlage des Parks. -- Nö. von den Sommerpalästen steigt
man steil zu Fuß oder mit Tragstuhl mit zwei Kulis, etwa 4 km auf
den Gipfel des *=Hiyei-zan= (580 m), wo prachtvolle *Aussicht auf
den Biwasee und das Tal von Kyōto (oben sollte man frühstücken!).
Die Steinfigur auf dem Berggipfel stellt den ersten buddhistischen
Abt von Hiyei-zan, _Dengyo Daishi_, dar (lebte um 800), der nach
dem Kaiserpalast in Kyōto hinstarrt. Bei ungünstigem Wetter
Unterkunft in einer Teehütte auf dem Abstieg nach Sakamoto; östl.
vom Gipfel liegen die alten buddhistischen Klöster _Kompon-chūdō_
und _Kōdō_, deren Mönche in den Bürgerkriegen des Mittelalters so
mächtig waren, daß der Mikado Shirakawa den Ausspruch tat: »Nur
dreierlei in meinem Reich kann ich nicht meistern: die Gewässer
des Kamogawa, Glücksspiele und die Bergmönche!« In Kyōto zwangen
die bewaffneten Mönche den Hofstaat, ihre Forderungen anzunehmen.
Die alten Bergtempel sind nur noch zum Teil erhalten. -- Auf dem
Abstieg nach Sakamoto (5 km vom Hiyei-zan) trifft man auf die
große Shintōtempelanlage _Sannō_ (_Hiyoshi_), in stiller,
romantischer Lage. Einige Minuten weiter erreicht man das Dorf
=Kami Sakamoto= (Speisehaus Fuyō-en) und südl. davon am Biwasee
das Dorf _Shimo Sakamoto_. Von da südl. weiter längs des Westufers
des *=Biwasees= (_Biwa-ko_), von der Größe des Genfer Sees, etwa
100 m ü. M., ein Einbruchsbecken füllend, berühmt durch
landschaftliche Schönheit. [Die japanische Poesie spricht von den
acht Schönheiten von Ōmi (_Ōmi Hak-kei_) des Landes, worin
der Biwasee liegt: Herbstmond vom Ishiyama gesehen; Abendschnee auf
dem Hirayama; Abendrot zu Seta; Abendglocke von Miidera; von Yabase
zurücksegelnde Boote; heller Himmel mit Brise in Awazu; Nachtregen
in Karasaki; Wildgänseflug in Katata.] Kleine Dampfer verkehren auf
dem Biwasee zwischen den Ortschaften.
Etwa 2 km südl. vom Dorf Shimo Sakamoto steht beim Dorfe
=Karasaki= eine tausendjährige heilige Riesenkiefer von 11 m Umfang
und 88 m Ausdehnung der Zweige, doch nur 27 m Höhe. Hütte
(Genji-no-ma) der Dichterin Murasaki Shikibu (lebte um das Jahr
1000) und Teehaus nahebei. Weiter längs des Seeufers 4 km nach
=Ōtsu= (Gasthof: _Hakkeikan_, halbeurop.), größte Stadt am
Biwasee, mit 39595 Einw., an der Tōkaidōstaatsbahn (1/2 St.
Fahrt bis Kyōto), Bahnhof _Baba_ am Ostende der Stadt. Auf einem
Hügel westl. der Stadt steht der buddhistische Tempel *=Miidera=,
675 begründet und der Kwannon geweiht. Oberhalb davon ein
Kriegerdenkmal (Obelisk) aus dem Satsuma-Aufstand 1877; dort
*Aussicht über den See. Die Glocke im Tempelpark soll einst ein
Riese auf den Hiyei-zan getragen haben.-- Von Ōtsu führt der
1885-94 vom Baron Kitagaki erbaute, 11 km lange _Biwaseekanal_ nach
Kyōto durch einen 2436 m langen und zwei kürzere Tunnel. Die
etwa 1-1/4stündige Bootsfahrt auf dem Kanal von Ōtsu nach
Kyōto ist zu empfehlen; oder man fahre mit Rikscha (10 km) auf
der alten Heerstraße _Tōkaidō_ in 2 St., vorbei am Grabhügel
des Kaisers Tenji, bewachsen mit Kiefern, mitten in Reisfeldern,
dann südl. am Kanal entlang nach Kyōto zurück. Statt der
Bergtour über den Hiyei-zan kann man auch mit Rikscha (2 Mann) nach
(15 km) Miidera fahren, von da zur (4 km) Karasaki-Kiefer (s.
oben), auf dem See mit Dampfer nach _Ishiyamadera_, mit schöner
*Aussicht vom Tempelplatz auf hohem Felsabhang; dann mit Rikscha
oder zu Fuß zum (5 km) Bahnhof Ishiyamadera und zurück mit Bahn.
2) =Zu den Stromschnellen des Hōzugawa= (früher meist
_Katsuragawa_ genannt). Man fahre mit Rikscha zum Bahnhof Nijō(A
3, 4) am Westende der Stadt, von da mit _=Eisenbahn=_ durch sehr
malerisches Gelände in etwa 3/4 St. nach _Kameoka_, dann in 10 Min.
mit Rikscha zum Dorfe _Hōzu_, wo man ein Boot besonderer Bauart
mit 4-5 Ruderern für 6,50 Yen (für 6 Pers.) mietet (Nm. für jeden
Mann 50 sen mehr!). Über die Fahrt schreibt _Julius Meurer_: »Die
Fahrt selbst ist hochinteressant, aber nicht ganz harmlos, denn der
Wildbach ist reißend und sein Bett voller Felsblöcke und Steine,
zwischen denen hindurchzusteuern nur der Kraft und Geschicklichkeit
der japanischen Bootsführer, dieser gebornen Schiffer, möglich ist.
Es soll bei diesen tollen Fahrten fast nie ein Unglück vorkommen.
Landschaftlich ist die Fahrt entzückend, wir glaubten uns in unsre
Alpen versetzt.«
Man fährt etwa 1-1/2 St. bis zu dem dreistöckigen Teehause
_Sangenya-Arashiyama_ (gute Küche). Von hier Rückfahrt mit Rikscha
(zwei Kulis) in 1 St. nach Kyōto oder in 1/4 St. zum Bahnhof
_Saga_, von da mit Bahn nach Nijōbahnhof oder mit der
Elektrischen zum Westende der Stadt. Wenn Zeit, lasse man sich mit
dem Boot zur Bergseite hinübersetzen, wo hübsche Teehäuser liegen.
3) Zum kaiserlichen Sommerpalast *=Katsura no Rikyū=, nahe dem
untern Hōzugawa, fährt man in etwa 1 St. von Kyōto auf der
Straße westl. vom Nishi Hongwanjitempel (S. 373; Erlaubnis wie für
den Kaiserpalast erforderlich!), mit prachtvollem Landschaftspark,
umgeben von uralten Bäumen und Bambuswald. Die Sommerhäuser im Park
sind im vornehmsten Cha-no-yu-Stil (Teezeremoniell) ausgeführt.
Durch drei Tore gelangt man in die Empfangshalle _Okuruma-yose_,
dann zur alten Halle _Kosho-in_, dann zur Mittelhalle
_Chūsho-in_, mit feinstem Bilderschmuck in drei Räumen. Unter
den Pavillons sind der des »glitzernden Mondes« (_Geppa-rō_), der
der »Blumenbewunderung« (_Shōkwa-tei_), der der »Harfe in der
Kiefer« (_Shōkin-tei_), dann die Wartehalle _Machiai_ und der
Inselpavillon _Enrin-dō_ sowie die Villa _Shōiken_ zu
bewundern. Der Park gilt als schönste Zieranlage Japans, er enthält
7 Pavillons, 16 Brücken, 25 Steinlaternen.
4) Zum =Momoyama= fährt man von Kyōto, Shichijōbahnhof (B 6),
in 1/2 St. nach =Fushimi=, der Flußhafenvorstadt von Kyōto, oder
besser bis zum Bahnhof _Momoyama_; noch besser benutzt man die
Elektrische, die von der Gojōbrücke nach Ōsaka fährt. Man
besteigt den kleinen Hügel, auf dem früher ein großes Kaiserschloß
lag; _Kinjō-Kaku_ (Pavillon des Goldenen Schlosses) auf dem
Gipfel des =Momoyama= ist noch teilweise erhalten, von hier
*Aussicht. In der Nähe nw. der Grabhügel des Kaisers Kwammu,
Gründers von Kyōto.
5) Vom Bahnhof Nijō (A 3) in 3 St. nach =Maizuru=
(Photographieren verboten!), Marinestation am Japanischen Meer, von
da mit Dampfer in 1 St. (Fahrpreis 50 sen), oder mit Rikscha in
2-1/2 St. auf schönen (der Riviera ähnlich) Wegen nach =Miyazu=
(_Hotel Araki_), gutem Seehafen, in dessen Nähe (2 km) eins der
drei berühmtesten Landschaftsbilder Japans liegt, die *=Ama no
Hashidate=, »Himmelsbrücke«, eine schmale, mit Bäumen bewachsene
felsige Riffbrücke; man fahre mit Boot (60 sen) von Miyazu nach
_Ichinomiya_ und steige 10 Min. nach _Ipponmatsu_ hinauf, dort
beste *Aussicht.
Eisenbahn von Kyōto nach Yokohama.
Die Bahn Kyōto-Nagoya kreuzt das Becken des Biwasees, übersteigt
sodann den Bergzug, der die nur 90 km breite Einschnürung Hondos
zwischen der Wakasa- und der Owaribai nordsüdl. durchzieht und erreicht
die Deltaebene des Kisogawa, in der Nagoya liegt. -- Mit der
Tōkaidōstaatsbahn fährt man (l. sitzen!) vom Kyōtohauptbahnhof
_Shichijō_ (Bahnwirtschaft) über (3 km) _Inari_ (S. 376), (8 km)
_Yamashina_ nach (16 km) _Baba_, Bahnhof für _Ōtsu_ (S. 378), dann
über das Südende des Biwasees, wobei man r. die alte berühmte lange
Brücke (_Seta no Nagahashi_) bei _Seta_ sieht, dann nordöstl. nahe dem
Seeufer über (26 km) _Kusatsu_ und (66 km) _Hikone_ (Gasthof
Rakuraku-tei, mit europäischem Essen) mit Daimyōburg l. auf
bewaldetem Hügel, weiter durch schöne Berglandschaft mit vielen
Ausblicken auf den Biwasee nach (72 km) _Maibara_, wo die Bahn den See
verläßt, sich östl. ins Gebirge wendend.
=Zweigbahn=: Von Maibara nördl. in 2 St. nach (67 km) =Tsuruga=
(_Tsuruga Hôtel_), einem sehr lebhaften, wichtigen Seehandelshafen,
von wo dreimal wöchentlich Dampfer der Ōsaka Shōsen Kaisha
und der Russischen Freiwilligen Flotte (Agentur N. Federoff,
Tel.-Adr. »Flot«) nach Wladiwostok laufen, mit Anschluß an die
Sibirischen Luxuszüge (S. 301); Fahrkarten für alle europäischen
Hauptstädte sind in der Agentur Tsuruga zu bekommen. (Fahrzeit bis
Wladiwostok zwei Nächte und einen Tag.) Sehenswert ist in Tsuruga
der große Shintōtempel _Kebi-jinja_ mit schönem Torii; Ausflüge
zum _Kanagasaki-jinja_ und zur Insel _Bentenjima_ (4 km).
Von Maibara weiterfahrend, sieht man l. öfter den Gipfel des
_Ibuki-yama_ (etwa 1300 m), eines der »Sieben hohen Berge« Mitteljapans.
Starke Steigung bis (83 km) _Nagaoka_, dann bergab bis (94 km)
_Seki-ga-hara_ (altes Schlachtfeld und Sperrfeste der Heerstraße) und
weiter in ebenem, gut bebautem Lande über (108 km) _Ogaki_, mit
Daimyōburg r. und Blick auf den fernen _Hakusan_ (2680 m) l., nach
(122 km) =Gifu= (Gasthöfe: _Tamaiya_; _Tsu-no-kuni-ya_, beide 20 Min.
vom Bahnhof), Hauptstadt der Provinz Gifu mit 40168 Einw., berühmt
durch seine Fabrikation von Papierlaternen und Papier (Minogami); vom
Hügel nö. der Stadt *Aussicht; in der Umgegend viel Seidenraupenzucht.
In der Nähe, auf dem Nagarafluß, *Fischfang mit Kormoranen. -- Hinter
Gifu kreuzt die Bahn den _Kisogawa_ und läuft durch fruchtbare
Reisfelder nach
(153 km) =Nagoya= (_Nagoya Hôtel_, 30 Z., Pens. 6-10 Yen tägl., europ.,
gut; jap. Gasthof _Shinachū_; schöne Teehäuser: _Tōyō-kwan_;
_Shin Kimpa_; Theater: _Misono-za_, _Suehiro-za_; Porzellan:
_Tashiroya_, _Suzuki_, _Katō_; Cloisonnéarbeiten: _Hayashi_,
_Kumeno_, _Andō_, _Kawaguchi_; Curios: _Nakarin_, _Asahina_),
Hauptort des Aichi Ken und der Provinz Owari, an der seichten Bucht von
Owari, Bahnknotenpunkt, in der Tokugawazeit Sitz der Daimyō von
Owari. Die Stadt hat ein großes Schloß des frühern Daimyō (jetzt
Kaserne), Präfektur, Hospital, Postamt in europäischem Baustil, großen
Tempel und nahezu 400000 Einw., die Rohseide, schöne Stickereien,
Emaillierung von Kupfer und Porzellan anfertigen, auch das Porzellan von
Seto vertreiben.
_=Rundfahrt.=_ Mit Rikscha zur großartigen *=Daimyōburg= _Rikyū_
(_O Shiro_), umgeben von Zyklopenmauern mit seltsam bedachtem,
fünfstöckigem Hauptbau, 1610 erbaut, eine der Hauptsehenswürdigkeiten
Japans. Die geschweiften Dächer sind gekupfert, der Bau ist aus
Holz. Oben *Aussicht auf Stadt und Meer. Wer mit Erlaubnisschein
(S. 371) versehen, kann die kaiserlichen Gemächer besichtigen, mit
kostbaren Goldlackschiebewänden, Alkoven (Tokonoma), Wandschirmen,
Kakemono erster Künstler, mit geschnitzten Kasten etc. aus Kampfer-
und Kamelienholz, und schönsten Bronzekunstwerken (Malerei meist
Kanōschule). Den von Tan-yū mit chinesischen Szenerien dekorierten
prächtigsten Raum benutzte der Shōgun, wenn er den Daimyō des
Owarigeschlechts besuchte. Die Anlage der Burg erkennt man vom
Oberstock; im Schloßgraben wird zahmes Wild gehegt. (Trinkgeld wird
vom Schloßwart meist nicht angenommen.)-- Sehenswert ist auch der
vornehm-stolze buddhistische Tempel *_Higashi Hongwanji_, abgeschlossen
von hohen Mauern, mit uralten Kiefern im Tempelhof. Das doppeldachige
Torhaus hat drei reichgeschmückte Portale, die Haupthalle ist ein
Meisterwerk modernen Tempelbaues mit vielen Kunstschätzen im Innern.
-- An der NO.- Grenze der Stadt liegt der Tempel der _Go-hyaku Rakan_,
beachtenswert wegen einer ergötzlichen Sammlung von 500 etwa 60 cm
hohen Holzfiguren, Jünger Buddhas (Rakan) darstellend, auf einer
Hintergalerie aufgestellt, alle in Ausdruck, Haltung und Attributen
voneinander verschieden.
[Illustration: Plan von Nagoya.]
=Ausflug nach Yamada= (=Ise=) nach S., entlang der Westseite der
großen Owaribucht. Mit der Kwansaibahn 60 km bis _Kameyama_
(Wirtschaft Arakiya am Bahnhof, mit europ. Essen); dann umsteigen
in die Sangubahn nach
(117 km) =Yamada= (_Gonikaihotel_, ganz gut; _Yamadahôtel_,
beide 10 Min. vom Bahnhof, europäisch, Pens. 4-5 Yen; Japan.
Gasthof _Aburaya_; Museum, Besuch empfohlen; schöne Teehäuser,
dort graziöse und religiöse Tänze »Ise Ondo« 3,50 Yen, »Shō
Kagura« 5 Yen, »Dai Kagura« 10 Yen, »Dai-dai Kagura« 20 Yen;
in den Straßen wird »O Sugi O Tama« für 5 sen getanzt), stark
besuchter Wallfahrtsort mit 29000 Einw., den am 17. Febr., 14.
Mai, 17. Juni, 14. und 17. Okt., 23. Nov., 17. Dez. Tausende
von Pilgern besuchen. Reinigungsfest (_Ō-barai_) am Letzten
jeden Monats. Man nehme Rikscha für den ganzen Tag (etwa 1,70
Yen), fahre vom Gasthof zum *=Gekū= (»äußerer Schrein«), einer
großen shintōistischen Tempelanlage in schönem Park, der Erd-
und Nahrungsgöttin _Ukemochi-no-Kami_ geweiht, mit vielen
Heiligtümern; die Hallen zeigen noch die älteste und einfachste
japanische Tempelbauart, unbeeinflußt vom chinesischen Stil.
([Hand] Man hüte sich, den weißen Vorhang an dem strohgedeckten
Tor, gegenüber dem Eingangstor, zu berühren, durch den Vorhang
dürfen nur Mitglieder der Kaiserfamilie gehen; der japanische
Minister Freiherr Mori hob den Vorhang 1888 mit seinem Stock und
wurde deshalb in Tōkyō kurz darauf von dem strengen Shintōisten
Nishino Buntarō ermordet; das Grab des sofort erschlagenen Mörders
aber ist eine Pilgerstätte ihm Gleichgesinnter geworden.) Die
ganze Tempelanlage wird alle 20 Jahre abgebrochen und nebenan
auf freiem Platz wieder aufgebaut (letzter Neubau und Einweihung
[_Sengū_] im Oktober 1909). Die eigentliche Tempelanlage liegt
hinter der Halle für die Kaguratänze. Die Pilger, die täglich
Lebensmittel als Opfer bringen, erhalten Amulette, --Vom Tempel
fährt man weiter auf bequemem Weg etwa 8 km nach *=Futami-ga-ura=
(Gasthöfe: _Taiyōkan_, _Futami Hotel_, 50 Z. mit Seebad), Dorf
in malerischster Lage an der Owaribucht; hier sieht man die
Klippen _Me-oto-ishi_ (Mann und Frau Fels), verbunden durch ein
Strohseil, das die eheliche Vereinigung symbolisiert, aber auch
Seuchen fernhalten soll.--Nach erfrischendem Seebad 8 km weiter
auf schönem, hügeligem Weg nach =Toba= (Gasthöfe: _Ōsaka-ya_,
20 Z., einfach; _Kinbokan_), stillem Hafenstädtchen, von wo
man den nicht hohen *_Hiyori-yama_ besteigt, dessen Aussicht
über das Meer, den Fuji-no-yama, Hakusan und viele andre Berge
berühmt ist.-- Gegenüber von Toba, auf der Insel _Tōshi-jima_,
wie auch an andern Orten derselben Inselprovinz, sind die Weiber
als Taucherinnen tätig, um Quallen und Seegras zu fischen.--Gute
Fußgänger sollten auf dem Rückweg den *_Asama-yama_ (400 m)
besteigen; auf dem Gipfel, beim Teehaus _Tōfuya_, wundervolle
Aussicht auf Meer und die Berge Mitteljapans. Man steige bis zum
_Oku-no-in_ des heiligen Berges, der Aussieht wegen, dann sehr
schöner Abstieg, wieder am Teehaus vorbei, in der Richtung auf
das Dorf _Uji_ zu und zum *=Naigūtempel=, dem heiligsten Tempel
Japans, der Sonnengöttin Amaterasu geweiht, mitten in einem *Hain
alter Kryptomerien u. Kampferbäume am Isuzuflüßchen. Eine große,
in Weihaiwei erbeutete Kanone liegt dort als Weihgeschenk für die
Göttin. Die Tempelanlage ist ähnlich dem Gekūtempel, aber größer;
sie wurde 1909 umgebaut.
Ausflug in die Japanischen Alpen.
Die sogen. =Japanischen Alpen= (der Ausdruck ist insofern recht
unglücklich, als das Gebirge weder im Aufbau noch nach den äußern
Formen mit unsern europäischen Alpen Ähnlichkeit hat) sind für den
Geologen und Geographen besonders interessant, weil sie in dem
Teile Hondos liegen, wo die »sinische« und die »sachalinische«
Streichrichtung in der Gebirgsauffaltung einander begegnen. Die
ältern Gesteine von Nordhondo sind von Kräften zusammengepreßt und
aufgefaltet, die von W. und O. her wirkten, so daß nordsüdlich
verlaufende Gebirgszüge entstanden; in Westhondo wirkten die
gebirgsbildenden Kräfte in andrer Richtung, so daß hier von WNW.
nach OSO. (wie in Südchina, daher sinische Streichrichtung)
gerichtete Bergzüge entstanden. Sehr verwickelt ist die Gestaltung
des Gebirgsbaues natürlich in Mittelhondo, zwischen Nagoya und
Tōkyō, um so mehr, als in diesem Gebiet auch eine sehr starke
vulkanische Tätigkeit einsetzte. Von den unten genannten
Hauptgipfeln der Japanischen Alpen sind der Ontake und der Norikura
aus jungvulkanischem Gestein (Trachyt) aufgebaut, der Yarigatake im
Hidagebirge aus Granit. Auch pflanzengeographisch ist das hohe
Gebirgsland im N. von Nagoya sehr interessant. Die höchsten Gipfel
und selbst die hohen Pässe werden selten ganz frei von Schnee, doch
gibt es keine Gletscher.
Man fährt mit der neuen Nakasendōbahn nordostwärts durch hügeliges
Gelände über eine niedrige Wasserscheide ins Tal des Kisogawa und
in diesem aufwärts über _Nakatsu-gawa_ und Oukushima, dann über
einen Paß ins Tal des Saikawa nach _Shiojiri_ (Gasthof Kawakami),
dort schließt die Kōbulinie an, die über _Kōfu_ (Präfekturstadt
mit 44188 Einw.) laufend in Tōkyō, Bahnhof Iidamachi, endet.
Gute Unterkunft in _Fukushima_ (Gasthöfe: Tawaraya und Tsudaya);
von hier schöner Weg (9 km) nach _Agematsu_ (Gasthof Hakuchi) in
sehr schöner Berglandschaft; von hier oder von Fukushima über
_Ōtaki_ Ersteigung des *=Ontake= (3185 m), des zweithöchsten
Gipfels Japans; Entfernung von Fukushima bis zur Unterkunftshütte
nahe beim Gipfel etwa 37 km, bei Frühaufbruch in einem Tag zu
machen. Im Juli bis September (beste Zeit zur Besteigung) sind
viele Hütten für Pilger auf dem Bergweg, ähnlich wie auf dem
Fuji-no-yama (vgl. wegen Ausrüstung etc. S. 384). Ein andrer
schöner Weg führt von _Tsumagō_ bei Nakatsugawa über _Hirose_
und _Ōdaira-tōge_ über einen Gebirgszug nach _Iida_ (Gasthöfe:
Shōgodō, Ryūshi-kwan), eine blühende Landstadt; von da mit Rikscha
(10 km) nach _Tokimata_ (Gasthof _Umenoya_); dann mit Boot die
*_Tenryugawa-Stromschnellen_ in großartiger Landschaft in 10-20
St. etwa 150 km stromab bis nahe zur Stat. _Hamamatsu_ (Gasthof
Ōgomeya) der Tōkaidōbahn. Besonders großartig, aber beschwerlich,
nur im Sommer und mit wenig Gepäck ausführbar ist die Partie
durch das Herz der Japanischen Alpen: 1. Tag: Von Shimashima bei
Matsumoto (nördl. von Shiojiri im Saikawatal; Gasthof Marumo,
gelobt) über _Shirahone_ und den _Abotōge_ (1840 m) nach dem
Badeort _Hirayu_, mit Besteigung des _Norikura_ (3075 m, sehr
lohnend); 2. Tag: Von Hirayu nach _Funatsu_ (Nakaya Hotel, Gasthof
Ōya); von hier Rikschaweg nach _Toyama_ (Toyama Hotel) an der
Westküstenbahu; 3. Tag: Von Funatsu nach (28 km) _Gamada_; 4. Tag:
Von Gamada nach _Kamikoji_ (mit Besteigung des Yarigatake und
Hodakayama); 5. Tag: Von Kamikoji über den Tokugotōge (2400 m)
nach Shimashima zurück. Näheres vgl. _W. Weston_, Mountaineering
and Exploring in the Japanese Alps 1891 till 1894, Preis 0,50 sen.
Von Nagoya führt die Bahn durch wildes Gebirge mit vielen Tunneln,
häufig Fernblicke auf den Fuji, nach (193 km) _Okazaki_, Geburtsort des
großen Shōguns Ieyasu; zwischen (225 km) _Toyohashi_ und (231 km)
_Futagawa_ steht ein Bronzebild der Kwannori l. auf einer Felsenspitze.
Bei (241 km) _Maizaka_ erreicht die Bahn die hier flache Küste, l. liegt
eine große Lagune, im Hintergrund Berge, r. sieht man die Brandung des
Stillen Ozeans. Dann über (261 km) _Hamamatsu_ (gute Gasthöfe am
Bahnhof) und (290 km) _Kakegawa_ nach
(354 km) =Shizuoka= (_Daitōkwan Hotel_, europ., gelobt, Pens. 7 Yen
tägl.; _Kiyō-kwan_), Hauptstadt der Provinz Suruga mit 48744 Einw.
und bedeutender Lackindustrie, Bambusflechtwerk und Teebau in der
Umgegend. Sehenswert sind die buddhistischen Tempel _Rinzaiji_, _Sengen_
(von dessen 105 Stufen hohem Oku-no-in *Aussicht) u. _Hodai-in_.
Ausflug mit Rikscha nach (12 km) *=Kunō-zan=, einer sehr alten
Tempelanlage auf einem Hügel, nicht weit vom Meere, zu der etwa
1000 steile Stufen hinaufführen (bei heißem Wetter trotz des
Baumwuchses unbequem). Man glaubt eine Bergfestung zu sehen; Führer
ist für den Zickzackweg nötig. Oben großartige *Aussicht. Die erste
Tempelhalle ist der Stall des heiligen (hölzernen) Pferdes, davor
ein heiliger Brunnen, weiter r. ein Trommelturm, l. ehemaliger
Standort einer von den Shintōeiferern entfernten fünfstöckigen
Pagode; noch höher der Kaguratanzplatz und die Schatzkammer mit
kostbaren Rüstungen und Priestergewändern, dann die außen rote
Haupthalle, innen gold und schwarz, mit Bildern der 36
Dichterheiligen (die Bonzen erwarten Geldgeschenke). Auf der
höchsten Höhe der achteckige Grabstein des Shōguns Ieyasu, der
hier begraben lag, ehe das Mausoleum zu Nikkō für
ihn errichtet wurde.--Abstieg zum Dorf _Nekoya_ (Gasthof
Ishibashi), dann mit Rikscha 11 km zum Bahnhof =Okitsu= (_Tōkai
Hotel_, halbeurop.).
Von _Shizuoka_ mit der Bahn weiter über _Okitsu_ (s. oben) längs der
Küste der schönen *_Surugabucht_ über (364 km) _Kambara_, dann durch
Zuckerrohrfelder und bei (368 km) _Iwabuchi_ über die Brücke des
_Fuji-kawa_ (hier schönster *Anblick des Fuji) durch Marschland längs
des Strandes bis (393 km) _Numazu_ (Seebad); dann biegt die Bahn nördl.
nach (402 km) _Sano_ (1,6 km vom Bahnhof ein Gasthof am schönen
Wasserfall _Sano-no-taki_) und erreicht