Kaisha_ (Agentur gegenüber American Hatoba), 14tägig nach Hongkong,
zweimal wöchentlich nach Schanghai und Yokohama. --_Canadian
Pacific R. & O. St. S._ (Agentur Mayemachi Nr. 14), 1-2mal monatl.
nach Vancouver bzw. nach Schanghai und Hongkong über Nagasaki.
--_Pacific Mail_ und _Tōyō Kisen Kaisha_ (Agentur Kyōmachi
Nr. 83 u. 81), abwechselnd etwa 3mal monatl. nach Yokohama,
Honolulu, San Francisco, Nagasaki, Schanghai, Hongkong und
Manila.--_Nippon Yūsen Kaisha_ fährt an der Küste; auch nach
Europa, Australien und Seattle (Vereinigte Staaten).--_Ōsaka
Shōsen Kaisha_ im japanischen Binnenmeer und nach Formosa und
Dalny (Port Arthur).-- _Agentur der Russischen Freiwilligen
Flotte_: Samuel, Samuel & Co.
=Banken=: _Deutsch-Asiatische Bank_, Kyōmachi 25.--_Yokohama
Specie Bank_, Sakaye Machi 8.--_Chartered Bank of India, Australia
& China_, alle drei Korr. der Deutschen Bank.-- _Hongkong &
Shanghai Bank_, Bund 2, Korr. der Allgem. Deutschen Creditanstalt
in Leipzig. Alle vier Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft.
=Theater=: _Daikokuza_.--_Bentenza_ in Hyōgo auf dem Minatogawa;
ebenda Kinematographen und Vergnügungsplätze.
=Fremdenführer=: _Oriental Guides Society_, 163 Kitanagasa
Nichōme. (Führer tägl. 4 Yen für 1-3 Pers., 1 Yen für jede
Person mehr); _Kōbe Kaiyūsha_, 4 Sannomiya-chō,
Nichōme, Preis ebenso.
=Deutsches Konsulat=: Higashi Machi Nr. 115; Konsul
_Thiel_.--=Deutscher Klub= _Concordia_ (gutes Lesezimmer), am
Ostende der Fremdenniederlassung (Settlement);--_Kōbe Club_
(international), ebenso. Tennis, Cricket, Rowing und Athletic Club.
Cricket- u. Tennisplatz. --_Deutscher Arzt_: Dr. _Quosig_, Ahashi
Machi Nr. 39 in Kōbe; internationales =Krankenhaus=.--Deutsche
=Apotheke=, Harimamachi Nr. 7 im Kōbe Building.
=Polizei= am Nordende der Fremdenniederlassung; Hafenpolizei an der
American Hatoba.
=Buchhandlungen=: _Thompson & Co._, Division Street 3 (für Kelly &
Walsh, Schanghai): für deutsche Bücher: _Kawase_,
Motomachi.--=Zeitungen= (in englischer Sprache): _Japan Chronicle_;
_Kōbe Herald_.--=Photographen=: _Ichida_ (für Porträte),
Motomachi, 2 chōme.-- _Tamamura_ (für Landschaften,
Volksszenen), Uramachi, Nordende der Fremdenniederlassung.
=Geschäftsadressen.= Japan. Kunstsachen: _Harishin_;--_Hamada_,
beide Motomachi, 2 chōme.--Silbersachen: _Nambu_ und
_Chodaisha_, Motomachi, 2 chōme.--Porzellan: _Shintō Kaisha_,
Motomachi, 2 chōme; _Taniguchi_ u. a.,
ebendaselbst.--Bambusarbeiten: _Iwamoto_, nahe beim
Nankotempel.--Seide: _Matsumoto_, Motomachi, 3 chōme.--
Lackwaren: _Nakamura_ (roter Loochoo-Lack), Motomachi.
=Spediteur=: _J. A. Christensen & Co._, Nakamachi 38, gegenüber der
Post.
=Kōbe=, erster Einfuhrhafen Japans und Hauptstadt des Hyōgo-Ken
(Präfektur) in der Provinz Settsu, an der Südküste der Hauptinsel
(Hondo), 36 km westl. von Ōsaka, mit dem es durch Eisenbahn sowie
durch elektrische Bahn verbunden ist, bildet mit dem westlicher
gelegenen _Hyōgo_ eine Doppelstadt von 387915 Einw. _Kōbe_ ist
eine neue Stadt mit tiefem, in großartigem Ausbau begriffenem Hafen, an
dem entlang das Fremdenviertel (_Settlement_) mit seinen
Geschäftshäusern und Villen und 3328 (davon etwa 250 Deutsche und 2000
Asiaten) eingewanderten Fremden sich ausbreitet, die nahen Hügellehnen
hinansteigend. _Hyōgo_, die ältere Stadt, mit rein japanischem
Charakter, ist ein sehr alter Seehafen, der schon im 12. Jahrh. blühte.
1868 dem Fremdenhandel eröffnet, hat es seitdem großen Aufschwung
genommen, ist Sitz vieler Handelsgesellschaften (122 europäische und
amerikanische Firmen, 4 europäische Banken), hat viele Reisschälmühlen,
eine große Baumwollspinnerei, viele Zündhölzerfabriken und andre
Fabriken.
[Illustration: Plan von Kōbe-Hyōgo.]
Die Mitsu Bishi Co. besitzt zwei große Docks in Wada bei Hyōgo, die
Kawasaki Co. Docks und Schiffsbauanstalt in Kōbe. Die Einfuhr umfaßt
Rohbaumwolle, Musselin, Eisenwaren, Maschinen, Petroleum, Zucker, die
Ausfuhr Reis, Tee, Baumwollengarn, Seide, Fische, Kampfer, Zündhölzer,
Porzellanwaren, Schirme. Die Stadt ist sehr gesund für Europäer, die
Umgebung sehr reizvoll. Die deutsche Einfuhr betrug 1910 rund 50 Mill.
Mk.--_=Rundfahrt.=_ Von Kōbe zunächst durch das Fremdenviertel und
über den _Bund_ zum *_Ikutatempel_, oberhalb des Bahnhofs Sannomiya
zwischen Kampferbäumen und Kryptomerien versteckt, erbaut im 3. Jahrh.
von der Kaiserin Jingō Kōgō nach ihrem Sieg über Korea; von da nach
den Wasserfällen Nunobiki (s. unten) und zurück zum Fremdenviertel,
dann nach W. durch die Hauptgeschäftsstraße Motomachi nach dem
Hauptbahnhof Kōbe zu. Wenig sehenswert ist der _Nanko_-(_Minatogawa_-)
_Tempel_ nördl. vom Hauptbahnhof, in dessen Nähe ein Aquarium und
ein Basar liegen.--Dann fahre man über eine der Brücken nach _Hyōgō_
zum *_Nōfukujitempel_, berühmt durch den großen _Bronzebuddha_,
japan. _Daibutsu_, eine riesige Bronzefigur von 16 m Höhe und 26 m
Leibumfang (1891 vom Papierfabrikanten Nanjo Shōbei gestiftet); im
Innern des 2,5 m langen Gesichts, durch Treppen zugänglich, ein Altar
für den Lichtgott Amida; wie im großen Tempel, hängen auch im Innern
des Daibutsu viele Metallspiegel, Weihgeschenke frommer Stifter.--In
der Nähe der _Shinkōjitempel_ mit künstlerischer Bronzefigur des
Amida vor einem Lotosteich. Gegenüber ein _Denkmal des Kiyomori_ aus
dem Tairageschlecht, des einst allmächtigen Premierministers (gest.
1181). --In der Nähe liegt der _Seifukujitempel_, und 10 Min. südl.
die Landzunge _Wada no Misaki_, mit schönem Blick aufs Meer.--Auf
der Rückfahrt besichtige man den Shintōtempel _Wada no Myōjin_.--
Auch ein _Handelsmuseum_ (_Shōhin Chinretsujo_) ist in Kōbe neben dem
Sannomiyatempel.
=Ausflüge=: Vom Fremdenviertel nördl. auf der breiten
Takemichistraße in 20 Min. zu den beiden hübschen Wasserfällen von
_Nunobiki_, der untere _Men-daki_ (weiblicher Wasserfall), der
obere _On-daki_ (männlicher Wasserfall) genannt, beide mit
Teehäusern; weiter durch ein Tor in 10 Min. zu einem schönen
Stausee. Auch auf dem Hügel _Suwayama_, 8 Min. westl. vom Tor
Hotel, liegt ein Teehaus mit *Aussicht.-- 300 m östl. vom obern
Fall auf schmalem Bergpfad (schwer zu finden!) oder 20 Min. weiter
östl. hinter dem Friedhof Kasugano auf breitem Weg weitergehend,
gelangt man in etwa 2 St. zum höchsten Gipfel bei Kōbe, den
*=Mayasan= (750 m), auf dem ein Tempel der Maya (Buddhas Mutter),
irrtümlich _Mondtempel_ genannt, steht; prächtige *_=Fernsicht=_
über den Golf von Ōsaka; Teehäuser beim Tempel. Abstieg in 1-1/2
St. bis Kōbe.--Bequemer ist der Aufstieg auf den Bergkamm hinter
dem _Suwayama_ (etwa 1/2 St.), auch auf Bergpfaden hinter dem Tor
Hotel zu erreichen; *Aussicht.--Im Tale westl. vom Suwayama steigt
man in etwa 1 St. zum *=Futatabi-san= (500 m), mit schöner
Tempelanlage auf dem Gipfel und vorzüglicher *Aussicht.--Ausflüge
nach _Akashi_ (S. 360), _Maiko_ (S. 361), _Shioya_ (S. 361).
Mit Rikscha (2 Mann) in 40 Min. nach Gomotera, dann zu Fuß oder mit
Tragstuhl (3 Mann zu je 60 sen) auf den Kamm des =Rokkosan= (850
m), 8 km lang (Bergrücken westl. hinter Kōbe, oben 60
Sommerhäuser der Fremden, Golfklub und schlechte Teehäuser. Im
Sommer auch zu Pferd (1,30 Yen) oder zu Fuß von Oishi (elektr.
Bahnstation) über _Gomo_ nach Rokkosan.
_=Elektr. Eisenbahn=_ über _Nishinomiya_ und dann mit Rikscha; oder
Eisenbahn über (26 km) _Kanzaki_ (s. unten), dann Zweigbahn in 3/4
St. nach =Takarazuka= (_Takarazuka Hotel, Tansan Hotel_),
Sommerfrische mit vorzüglichen heißen Bädern und dem berühmten
Tansanmineralwasser. Von der nächsten Bahnstation _Namaze_
(hübscher, aber beschwerlicher) oder auch von Sanda mit Rikscha in
1-1/4 St. nach =Arima= (_Arima Hotel_; einf. Gasthöfe: _Sugimoto_;
_Masuda_), Sommerfrische der Fremden von Kōbe, etwa 430 m ü. M.,
in hübscher Landschaft gelegen; heiße Bäder; Ausflüge zum
_Takotori_ mit schöner Aussicht über das japanische Binnenmeer;
ferner elektrische Bahn über _Nishimomiya_ zum _Kabutoyama_
(Bismarckhügel genannt wegen vier einsamer auf seinem runden Gipfel
aufragender Bäume) und lohnender Fußweg von _Oishi_ (Station der
elektr. Bahn) über _Gomo_ nach _Rokkosan_ (s. oben).
Von Kōbe über Ōsaka und Nara nach Kyōto.
Die Tōkaidō-_=Staatsbahn=_ führt vom Bahnhof Sannomiya in
_Kōbe_ über (26 km) _Kanzaki_ durch Flußniederung nach
(33 km) =Ōsaka= (früher _Naniwa_), zweite Stadt des Reiches und mit
Tōkyō und Kyōto eine der drei Fu oder großen Hauptstädte, an
der Mündung des Yodogawa in die Idzumi Nada (Golf von Ōsaka).
=Gasthöfe=: _Ōsakahotel_, 12 Z., aber mäßig, Pens. etwa 7 Yen,
im Nakanoshimapark, 10 Min. vom Tōkaidōstaatsbahnhof.
--_Nippon-Hotel._-- =Restaurants=: europäische: _Shinkaite_,
_Naniwa_, empfohlen; japanische: _Hanaya_ u. a. -- =Stadtbahn=
umgibt die Stadt, mit vielen Stationen, darunter _Umeda_ (nahe dem
Ōsakahotel), der Hauptbahnhof für Kōbe, Shimonoseki, Kyōto,
Nagoya und Yokohama; _Minatomachi_-Bahnhof für Nara, Nagoya;
_Namba_-Bahnhof für Sakai, Hamadera, Wakayama und der Hafenbahnhof
_Ajikawaguchi_. -- =Eisenbahnen= nach _Kōbe_, _Kyōto_, _Wakayama_,
_Maizuru_ und _Nara_. -- =Elektr. Bahnen= 50 km Stadtbahnnetz;
Fernbahn nach Kyōto (Keihandensha) und nach Takarazuka mit
Zweiglinie nach dem Ahorndorf _Mino_. -- =Dampfer= der Nippon Yūsen
Kaisha und der Ōsaka Shōsen Kaisha nach allen japanischen,
koreanischen und chinesischen Häfen. -- =Banken=: nur japanische.
-- =Theater= (gut): Fünf große im Dōtombori-Stadtviertel;
Geishavorstellungen. -- =Photographische Apparate=: _Kuwada_,
Shinsaibashi. -- =Geschäftsadressen.= Satsumaporzellan: _Yabu
Meizan_, 197 Naka Nichōme, Dōjima; -- Seidenstoffe: _Takashimaya_,
Shinsai-bashi-suji; -- Kunstsachen: _Yamanaka_, Kōraibashi und
Naniwabashi-dōri. -- Gute Geschäfte aller Art in
Shinsai-bashi-suji; auch die Basare (Kwankoba), besonders _Furitsu
Hakubutsu-jō_ nahe Umedabahnhof, sind gut.
_Ōsaka_ liegt in der Deltaebene des Jodogawa und wird von vielen
Kanälen durchschnitten (»japanisches Venedig«), hat berühmte Tempel, ein
schön gebautes, aber unbedeutendes Fremdenviertel in Kawaguchi, die
Ruine eines alten Schlosses und (1910) 1226590 Einw. Für den
Binnenverkehr ist Ōsaka die erste Handelsstadt des Reiches,
namentlich für Reis, Baumwolle und Seidenwaren. Neuerdings verliert
Ōsaka seinen spezifisch japanischen Charakter aber sehr rasch,
obgleich wenig Europäer hier wohnen, und entwickelt sich immer mehr zu
einer von hastigem Leben erfüllten rauchigen Industriestadt; große
Textilindustrie (Baumwollspinnereien, Teppichwebereien) und
Zündholzfabriken.
[Illustration]
Im J. 1909 zerstörte ein Brand mehrere Stadtviertel zwischen
Nakanoshima und Umeda-Bahnhof. Ein großer _Hafen_ ist fertig, muß aber
wegen Versandung jährlich gebaggert werden und wird vorläufig meist nur
von kleinen Dampfern angelaufen. Die Stadt ist wegen ihres Sumpfgrundes
nicht gesund, Epidemien sind nicht selten. -- _=Rundfahrt.=_ Vom
Gasthof fahre man mit Rikscha über die große _Naniwa-bashi Brücke_
(r. schwimmende Teehäuser im Fluß) zum *_Temmangū_ (Tempel des Gottes
_Tenjin_), im 10. Jahrh. erbaut, dessen kleiner Heiligentempel _Taishi_
schöne Bronzen und Schnitzereien enthält, auch eine fünfstöckige
Pagode und ein Tempel der Kwannon (Göttin der Gnade), ein Teich mit
Schildkröten und Störchen. Tempelfeste am 25. Juli und 25. Okt. --
Eine andre große Tempelanlage, _Sakura-no-miya_, ist gegenüber der
großen _Kaiserlichen Münze_ (_Zōheikyoku_; Besuch interessant). --
Sö. davon liegt die Hauptsehenswürdigkeit, die große Daimyōburg
*=O-shiro= (Erlaubnis zum Besuch erteilt das _Ōsaka Fu_, Stadtamt,
1/4 St. vom Gasthof; So. geschlossen, Sa. nur bis mittags), ein
mächtiges, finsteres, fünfstöckiges Schloß (tenshu) mit gewaltigen
Granitmauern, jetzt Riesenkaserne, früher Shōgunsitz, 1538 von
Hideyoshi erbaut, zugänglich durch ein einziges Bronzetor; von der
obersten Plattform schöne *Aussicht über Stadt und Umgebung. -- Von
der Burg fährt man mit 2 Kulis durch Tee- und Maulbeerpflanzungen
zur Tempelanlage von *=Tennōji=, im SO. der Stadt, um 600 begründet;
durch das Südtor eintretend, liegt r. der _Taishi-dō_ (Schrein
des Gründers, des Kronprinzen _Shōtoku-taishi_, der sich in der
Regierungsära der Kaiserin Suiko um Einführung des Buddhismus und
der chinesischen Kultur hochverdient machte), gegenüber l. der
Schrein mit der Seelengeleitglocke (Indō no kane), weiterhin eine
Halle mit Steinbecken, in das aus steinerner Schildkröte Wasser
fließt; dahinter ein Teich mit Schildkröten, daneben eine Tanzbühne,
die zum _Rokuji-dō-Tempel_ führt. In der Nähe eine fünfstöckige
Pagode mit sehr urwüchsigen Holzschnitzereien, ebensolche im Bethaus
daneben.--Rückfahrt durch das Vergnügungsviertel _Dōtombori_, das
nachts besonders belebt ist; Schaustellungen aller Art, Seiltänzer,
Schießbuden, Zuckerbäckerbuden, Affenbuden, eine Straße voller
Theater etc. (das St. Pauli von Ōsaka!). -- Nicht weit davon liegen
in Shinsai-bashi-suji zwei Tempel der buddhistischen Hongwanji-Sekte:
_Higashi Hongwanji_, 1615 erbaut, und _Nishi Hongwanji_, mit
schönem Torweg (Chrysanthemumarabesken!) und Amida-Altar. Unterwegs
besichtige man eine Werkstätte der Satsuma-Porzellanmaler und besteige
den siebenstöckigen Turm _Ryō-un Kaku_. Sehenswert sind auch die
Shintōtempel _Kōzu-no-miya_ und _Ikudama Jinja_ sowie der Blumengarten
von _Kichisuke_, besonders im November zur Chrysanthemumausstellung
(Kwangiku-en, Chrysanthemumschaugarten).
=Ausflüge= mit der Nankaibahn vom Bahnhof _Namba_ nach (5 km)
=Sumiyoshi= mit berühmtem, den drei Meergöttern geweihtem und
besonders von Seeleuten und Fischern aufgesuchtem Tempel; ferner
nach (10 km) =Sakai= mit schönem Seestrand (Teehäuser) und (63 km,
2-1/2 St. Fahrt von Ōsaka) =Wakayama= (_Gasthof Fujigen_; europ.
Speisehaus _Shugatei_) mit schöner *_Daimyōburg_
(Eintrittsgeld), dem Tempel von *_Kimii-dera_, 770 erbaut, mit
prächtiger Aussicht auf den Strand von *_Waka-no-ura_, ein nach
japanischem Geschmack, der sich mehr für das Sanftliebliche als für
das Wildromantische u. Gewaltige entscheidet, idealschönes
Landschaftsbild; man fährt mit Rikscha dahin zunächst nach
_Ashibe-no-ura_ (Gasthof); andre Lieblingspunkte von Waka-no-ura
sind: _Imose-yama_, _Shio-gama_, _Tamatsu-shima_, _Tengu-yama_
(*Aussicht), der Hügel von _Dejima_ und _Gongen-yama_ (*Aussicht).
Vom Bahnhof Minatomachi in _Ōsaka_ fährt man durch liebliche
Landschaft (an Thüringen erinnernd) über (11 km) _Yao_ (mit berühmtem
Tempel auf dem Hügel _Shigi-sen_) nach (24 km) _Ōji_ (Zweigbahn nach
_Takada_ und _Sakurai_); dann folgt
(41 km) =Nara= (_Nara Hôtel_, 75 Z., prächtig gelegen, im Winter
geschlossen; halbeurop. Gasthof: _Kikusui-rō_, am Park, recht gelobt;
Teehaus _Musashino_, mit europ. Küche), jetzt eine stille Stadt,
altertümlich und idyllisch, mit 34000 Einw., die rote Lacksachen,
Tusche und Waffen anfertigen; früher, von 709-784 Hauptstadt Japans,
während der Glanzzeit des japanischen Buddhismus, daher die prächtigen,
gut erhaltenen Tempel. -- Zahllose Läden mit Reiseandenken, da Nara
von Japanern sehr viel besucht wird. -- _=Rundfahrt=_ vom Gasthof in
den riesigen _Naturpark_, in dem die Hügel Mikasa und Wakakusa liegen
und vorzügliche Wege von Tempel zu Tempel führen. An der Südseite des
Mikasayama führt ein Weg in urwaldähnlichen Forst. Tausendjährige
Baumriesen säumen die Wege ein und beschatten die Tempelanlagen;
Kryptomerien, andre Kiefern, Kampferbäume, Steineichen, Glyzinien in
prächtigen Formen; Rudel von kleinen Hirschen folgen der Rikscha und
lassen sich mit flachen Kuchen, die Verkäufer feilbieten, füttern.
Zahlreiche Bronze- und Steinlaternen bezeichnen die Tempelanlagen,
deren Bauten alle rot lackiert sind. Zuerst besucht man den 767
erbauten Tempel *_Kasuga-jinja_, am obern Ende einer romantischen
Schlucht (Tempelfest am 17. Dez.); r. vom Haupttempel, am Ende
einer langen Laternenallee, steht der *_Wakamiyatempel_, wo stets
junge Mädchen bereit sind, unter Aufsicht und Musikbegleitung
alter Priester (für 1,50 Yen »Opfergeld«) den uralten *Tempeltanz
»Kagura« in seltsamer Tracht zu tanzen. Auf dem Hofe des Haupttempels
verschiedene Heiligtümer, darunter ein Wunderbaum, der an einem
Stamme sieben Pflanzen, Kamelien, Kirschen, eine Wistaria u. a.,
dicht verwachsen miteinander, trägt. (Wer Zeit hat, steige [180 m
Steigung] auf den Gipfel des Mikasa-yama hinter dem Kasugatempel,
oben bei einem Stein schöne *Aussicht.) Vom Kasugatempel gelangt
man zu dem halbverfallenen Tempel _Tamuke-yama no Hachiman_ und zu
dem schönen Tempel _Ni-gwatsu-dō_, schon 752 erbaut und der Göttin
Kwannon geweiht, 1898 erneuert; in der Nähe im Tempelhof _Tōdaiji_ die
732 gegossene *_Riesenglocke_ von 37 Tonnen Gewicht (das Anschlagen
kostet 5 sen). Hügelabwärts gelangt man dann zu einer Tempelanlage,
in deren Haupthalle große Buddhafigur aus Bronze, _Daibutsu_, von
über 16 m Höhe, 749 erbaut (der älteste in Japan), der Kopf im 16.
Jahrh. erneuert, die Göttin Roshana (Skr. Vairochana) darstellend;
im Vorhof schöne Bronzelaterne. Hinter dem Daibutsu im Gehölz das
frühere kaiserliche Vorratshaus *_Shōsō-in_, jetzt durch sein Alter
zum Archäologischen Museum geworden (Besichtigung nur ausnahmsweise
gestattet). Man gelangt vom Daibutsu durch die Tore _Nitenmon_ und
_Niō-mon_ (mit Riesenfiguren der _Ni-ō_, der beiden Tempelwachtgötter
Indra und Brahma, gegen 1095 vom Künstler Kwaikei geschnitzt) zum
*Museum (_Hakubutsu-kwan_) mit vielen wertvollen Altertümern. Dahinter
liegt am Wege l. der Tempel *_Kōfukuji_, 710 begründet, doch 1717 zum
Teil verbrannt.
=Ausflüge von Nara.= Nach dem berühmten romantischen Waldkloster
*=Kōya-san=: 3 St. Bahnfahrt bis _Kōya-guchi_ an der Linie
nach Wakayama, dann Rikscha über den Fluß zum Fuß des Bergs und 4
St. Aufstieg; oben Übernachten als Klostergast (gegen 4-6 Yen
Gastgeschenk!). Die Sehenswürdigkeiten des Klosters _Kongō-buji_
(816 gegründet von Kōbō Daishi) beanspruchen 1/2 Tag Zeit
(sehr lohnend). Wer Zeit hat und gut zu Fuß ist, wandere zurück
durch prächtige wilde Wälder über _Dorogawa_ (58 km) und _Yoshino_
(Gasthof _Kadoya_), berühmt zur Kirschblüte, die man von _Hitome
Senbon_ (d. h. 1000 Bäume mit einem Blick) genießt; nahebei der
Bergtempel _Zōōdō_.
Ausflug in 1/2 Tag nach _Hōryūji_ (Station der Bahn nach
Ōsaka), dem ältesten Buddhatempel in Japan, 607 von
Shōtoku-taishi erbaut; wertvolle Tempelschätze; Ausflug von
Hōryūji in 3/4 St. Rikschafahrt nach dem Tempel _Yakushi-ji_,
wo einige prachtvolle alte Bronzen koreanischer Arbeit.
Von Nara läuft die Kyōto-Nara-Bahn in 2 St. durch sehr gut angebaute
hügelige Landschaft mit Teepflanzungen (die in der wärmern Jahreszeit
zum Schutz gegen den Sonnenbrand mit Bastmatten überdeckt werden; der
beste Tee Japans wird hier gewonnen), Bambus- und Maulbeerwäldchen und
vielen hübschen Dörfern zum (42 km) Bahnhof _Shichijo_ (gute
Bahnwirtschaft) von _Kyōto_.
Kyōto.
Vgl. beifolgenden Plan.
=Gasthöfe=: _Miyako Hôtel_ (E3), Awata-guchi, mit herrlicher
Aussicht über nördl. Stadt und Gebirge, europäisch, mehr für den
Sommer, gut geführt; Informationsbureau und Handbuch für Reisende
im Hotel; Deutsch gesprochen; 100 Z. von 2 Yen an, F. 1, Lunch
1,50, Dinn. u. Sup. je 2, Pens. von 6 Yen an.--_Kyōto Hôtel_
(C3), gegenüber dem Rathaus, in Kawara Machi, mehr für den Winter,
hat Zimmer mit Bad; Pens. von 6 Yen an, F. 1, Lunch u. Din. 1,50
Yen. Beide schicken Vertreter zum Bahnhof.-- Japanische Gasthöfe:
_Nakamura-rō_, Gion.--_Tawaraya_; _Hiiragiya_ und _Sawabun_,
sämtlich in Fuyachō (C3, 4).
=Restaurants=, europäische, zahlreich; japanische: _Tawaraya_;
_Hachi-shin_; _Hirano-ya_ u. a.
=Post, Tel., Fernspr.= (BC3, 4), Sanjō-dōri
Higashi-no-Tōin.--=Rikschas= haben Polizeitaxe, die auf jedem
Zahlzettel (Ticket) steht; diese Zettel erhält man nur am Bahnhof.
=Wagen= (Landauer und Victoria) im Kyōto- und Miyako-Hotel.
=Straßenbahnen= durch die Stadt und nach Fushimi, vgl. den Plan.
Fahrpreis für jede Teilstrecke von etwa 0,8 km ist 2
sen.--=Eisenbahnen=, vier Staatsbahnlinien: Nach Maipuru, Ōsaka,
Nara und Tōkyō (S. 393). Neue Bahn über Ayabe nach Maipuru
(für Ama-no-Hashidate). --=Elektrische Bahnen= nach Ōsaka und
nach Arashiyama fertig, nach Ōtsu und dem Biwasee im Bau.
=Banken=: _Kyōto Shōko Ginkō_, _Kyōto Ginkō_,
_Dai-ichi Ginkō_, _Nippon Ginkō_ und andre.
=Theater=: Mehrere gute in Shin-Kyōgoku u. eins in Shijō
Hashizume.
=Fremdenführer=: Durch die Gasthöfe erhält man Führer der _Oriental
Guides Society_ (_Tūyū tsūben kyūkwai_) zu 4 Yen tägl.
für 1-2 Pers., 50 sen für jede Pers. mehr; dazu die Reisekosten.
Ausführliche Beschreibung von Kyōto und Umgegend enthält das
Buch: _Kyōto, Japan_, zusammengestellt vom Stadtrat von
Kyōto, und die guten Handbücher (englisch) des Kyōto- und
Miyako-Hotels. Vgl. S. 345.
=Reisebureau= in Furumonzen, Telegrammadresse »Advisory«. Vgl. S.
345.
=Polizei= im Präfekturgebäude (B2), Shimodachiuri, westl. vom
Kaiserpark.
=Buchhandlung=: _Daikokuya_, gegenüber dem Kyōto-Hotel;
_Nankōdō_, in Sanjōdōri, westl. der Brücke; _Maruzen_,
östl. vom Postamt, in Sanjōdōri.-- =Zeitungen=: Fünf
japanische.
=Photographen=: _Nakai_, beim Giontempel. --_Hori Marumi_, Tera
Machi.-- Photographische Apparate: _Asanuma & Co._, Minami Bukkoji
Machi.
=Geschäftsadressen.= Porzellan: _Kinkōzan Sōbei_, Sanjō,
östl. von Shirakawabashi; _Yasuda_, am Shirakawa. --Stickereien:
_Nishimura Sozaemon_, Sanjō, Karasu-maru; _Iida Shinshichi_,
Karasumaru, Takatsuji.--Cloisonné-Sachen: _Namikawa Yasuyuki_,
Sanjō, Kita-ura, Shirakawa-bashi; _Kin-un-ken_,
Sanjō-dōri, Shirakawa-bashi.--Bronzen und Stahl: _Kuroda_,
Tera Machi Shijō sagaru; _Jōmi Eisuke_, Tera Machi, Shijō;
_Nogawa Noboru_, Shijō, östl. von Tera Machi; _Komai
Otojiro_, Furumonzen, Yamato-ōji; _Inouye_, neben Kinkōzan.
--Lackwaren: _Nishimura Hikobei_, Tera Machi Ayanokōji.--Fächer:
_Hirano Kyūgoro_, Tominokōji, Gojō; _Nishida_,
Higashi-no-Tōin, Shichijō-- Puppen: _Shimizu Katsuzō_,
Tominokōji, Shijō.--Farbenholzschnitte: _Matzuki_,
Shimmonzen.--Alte Kunstsachen: _Ikeda Seisuke_, Shimmonzen 114;
*_Benten Co._, Shimmonzen; _Hayashi Shinsuke_, Furumonzen 39;
_Yamanaka_, Sanjō Goten mae. Viele andre in der Straße
Manjūji-dōri.--Man besuche in Kyōto die Hauptwerkstätten
der größern Geschäfte!
=Zeiteinteilung=: 1. Tag: Kaiserpalast, Nijōburg und
Katsura-rikyū-Sommerpalast. --2. Tag: Tempel Higashi-Hongwanji,
Nishi-Hongwanji, Sanjūsangendō, Hōkōji, Yasakapagode,
Giontempel. --3. Tag: Hōzugawa-Stromschnellen, Arashiyama,
Kinkakuji, Kitano Tenjin.--4. Tag: Shugakuin-Sommerpalast,
Hiyeisan, Chūdōkloster, Sannōtempel,
Sakamoto-Karasaki-Ōtsu. --5. Tag: Museum, Gewerbeausstellung,
Sporthalle, Kaufläden in der Stadt.--6. Tag: Tempel: Inari,
Kiyomizudera, Chion-in, Awatapalast, Maruyamapark.--7. Tag: Keage,
Nanzenji, Eikwandō, Ginkakuji; Shinnyodō, Yoshidayama,
Kurodani; abds. Shijōbrücke und Kyōgoku.-- [Hand]Bei nur
kurzem Aufenthalt nehme man einen Führer, gebe ihm aber genau an,
was man sehen will, damit man durch allzuviele Tempelbesichtigungen
nicht ermüdet wird; die im Text mit * bezeichneten Tempelanlagen
genügen, um ein Bild des japanischen Rom zu geben.