aufgehenden Sonne (Leipzig 1907); _Franz Doflein_, Ostasienfahrt
(Leipzig und Berlin 1906); _Basil Hall Chamberlain_, Things
Japanese (London 1898); _Murray_, Handbook for Travellers in Japan
(London 1907); A Guide-book for Tourists in Japan, herausgegeben
von der _Welcome Society of Japan_ (5. Aufl., Tōkyō 1910).
17. Von Schanghai nach Nagasaki, durch die Binnenlandsee nach Kōbe,
über Ōsaka, Kyōto nach Yokohama, Tōkyō und Nikkō.
Vgl. die Karte bei S. 337.
=Reichspostdampfer des Nordd. Lloyd= (S. 247) von _Schanghai_ alle
14 Tage in 1 Tag nach (412 Seem.) _Nagasaki_ für I. Kl. 77, II. Kl.
48,40, III. Kl. 22 M.; weiter nach (389 Seem.) _Kōbe_ und (719
Seem.) _Yokohama_. Außerdem ein Zweigdampfer der
Austral-Japan-Linie des Nordd. Lloyd monatl. einmal von _Hongkong_
in 6 Tagen nach (1600 Seem.) _Yokohama_, von da nach 1 Tag
Aufenthalt in 1-1/2 Tag nach (346 Seem.) _Kōbe_, oder umgekehrte
Folge. --=Österreich. Lloyd= von _Schanghai_ monatl. einmal in 5-6
Tagen direkt nach (1031 Seem.) _Yokohama_, von da in 1-1/2 Tag nach
(346 Seem.) _Kōbe_.-- =Messageries Maritimes= von _Schanghai_
alle 14 Tage in 3-4 Tagen nach (755 Seem.) _Kōbe_, von da in
1-1/2 Tag nach (346 Seem.) _Yokohama_.--=Peninsular and Oriental
Steam Navig. Co.= (Zwischendampfer) unregelmäßig etwa alle 14 Tage
bis 4 Wochen von _Hongkong_ über _Schanghai_ nach _Yokohama_.--
=Canadian Pacific Railway and Steamship Line= alle 14 Tage von
_Hongkong_ über _Schanghai_, _Nagasaki_ und _Kōbe_ nach
_Yokohama_.--=Pacific Mail S. S. Co.= und =Tōyō Kisen Kaisha=
gemeinschaftlich abwechselnd alle 7-10 Tage von _Hongkong_ über
_Schanghai_, _Nagasaki_ und _Kōbe_ nach (2002 Seem.) _Yokohama_.
(Für die Fahrpreise beachte S. 411 u. 423.)--=Japanische Dampfer.=
Nippon Yūsen Kaisha: monatl. von _Hongkong_ über _Schanghai_,
_Moji_, _Kōbe_ nach (1101 Seem.) _Yokohama_; _Ōsaka Shōsen
Kaisha_ monatlich von _Schanghai_ nach _Japan_.
Von _Schanghai_ (Ausfahrt S. 266) führt der kürzeste Seeweg mit
ONO.-Kurs quer durch das Ostchinesische Meer (s. unten und S. 246)
zwischen den Inseln l. _Torishima_ und r. _Meshima_ (shima = Insel)
hindurch nach _Nagasaki_ (S. 349); oder mit östlichem Kurs durch die
_Van Diemenstraße_ zwischen den Inseln _Kyūshū_ und _Tanegashima_
hindurch, dann nö. bis vor den _Kiikanal_ (_Linschotenstraße_) und durch
diese nördl. in die _Ōsakabucht_ nach _Kōbe_ (S. 361); oder
schließlich nö. bis zur nördlichsten der _Sieben Inseln_
(_Shichi-tō_), die _Ōshima_ oder _Miharayama_ heißt, und dann
nördl. durch den _Uragakanal_ in die _Tōkyōbucht_ nach _Yokohama_
(S. 388).
Das =Ostchinesische Meer= (_Tunghai_) erstreckt sich von der
Formosastraße bis zur Koreastraße; seine Nordgrenze gegen
das _Gelbe Meer_ (_Hwanghai_) liegt zwischen der nördlichen
Yangtsemündung und der Insel _Quelpart_, seine Ostgrenze nach
dem Stillen Ozean hin (von dem es ein Randmeer ist) bilden die
_Ryū-kyū-Inseln_. Es ist überall tief und frei von besondern
Gefahren für die Schiffahrt, abgesehen von den _Taifunen_ (S.
220 u. 246). Das Gebiet, in dem diese entstehen, liegt zwischen
den Marshallinseln und den Philippinen sowie auch zwischen den
Bonininseln und den Ryū-kyū-Inseln. Ziemlich selten beginnen
sie aber auch nahe westl. von den Philippinen. Gegen Anfang
und Ende des Jahres halten sie sich mehr im südl. Gebiet,
in der Haupttaifunzeit mehr im mittlern und nördl. Gebiet.
Nördl. von der Linie zwischen der Yangtseinündung, der Van
Diemenstraße und den Bonininseln sind die Bahnrichtungen der
Taifune in der Hauptzeit nördl. bis nö. Regeln zum Erkennen
der Bahnrichtung eines Taifuns sowie zum Manövrieren, um
der sehr gefährlichen Sturmmitte zu entgehen, sind in den
deutschen Seehandbüchern des Reichsmarineamts und der deutschen
Seewarte enthalten (diese Bücher sind an Bord aller deutschen
Dampfer). Über _Sturmwarnungsdienst_ in Ostasien vgl. S. 252
unter Zikawei. In allen japanischen Häfen besteht ein sehr
gut geregelter Wetterbeobachtungs- und Sturmwarnungsdienst;
vorzügliche tägliche Wetterkarten für die ostasiatischen
Gewässer werden vom Meteorologischen Institut in Tōkyō
herausgegeben, auf denen Wetterdepeschen von der chinesischen
Küste, von Formosa und den Philippinen mit verwertet werden.
Das internationale Zusammenwirken zum Schutze der Seefahrenden
ist in Ostasien wesentlich weiter entwickelt als in Europa,
dank der Tätigkeit der Jesuitenväter in Zikawei und Manila
sowie der japanischen, englischen (Hongkong) und der deutschen
(Tsingtau) Regierung.--Die Linie Yangtsemündung-Van Diemenstraße
bezeichnet ungefähr die Nordgrenze des _Monsungebiets_; man
trifft daher bei der Reise von Schanghai nach japanischen Häfen
veränderliche Winde, und zwar im Winter vorwiegend mäßige bis
frische NW.-Winde, die viel Kälte aus dem Innern Asiens bringen,
im Sommer vorwiegend schwache Südwinde. Die _Meeresströmung_
ist auf der westl. Hälfte des Weges schwach und veränderlich,
auf der östl. nordöstlich unter dem Einfluß des _Kuro-shiwo_
(Schwarzstrom), eines warmen Stroms, der am stärksten längs
der Süd- und Ostküste der japanischen Inseln, aber auch vor
Nagasaki und im südl. Teil der Koreastraße fühlbar ist und
sich durch blaues Wasser auszeichnet, während die aus dem Golf
von Petschili von November bis April ausströmende kalte, südl.
gerichtete chinesische Küstenströmung trübes, gelbliches Wasser
führt.
Auf der Dampferfahrt sieht man bei der Annäherung an die japanische
Küste zuerst l. die bergigen _Gotoinseln_, deren größte und
südwestlichste, _Fukae_, etwa 460 m hoch ist und an ihrer SW.-Spitze den
Leuchtturm von _Ose Saki_ trägt; nach etwa 3 St. Fahrt kommen die Berge
der Hauptinsel _Kyūshū_ in Sicht, man steuert auf den Leuchtturm
von _Iwo Shima_ zu, der auf einem kahlen Gipfel steht; die Insel bleibt
r., sie zeigt bis 107 m hohe Hügel. Nun führt östl. Kurs auf die äußere
Einfahrt der Förde von _Nagasaki_ zu, zwischen den Inseln _Kamino Shima_
und _Papenberg_ (_Takaboko_), beide l., und _Kagenoo_, r. hindurch. Auf
_Naginata Saki_, der Nordspitze von Kagenoo, steht wieder ein
Leuchtturm. Etwa 2 km nö. liegt die eigentliche, nur 550 m breite
Einfahrt in die nach NO. etwa 3,5 km tief einschneidende Hafenbucht von
_Nagasaki_. Das Landschaftsbild zeigt eine neue Welt: reich gegliederte
Küste mit Felsen und Bergen, deren Abhänge Nadelwälder bedecken;
dazwischen verstreut liegen am Strande Fischerdörfer, einzelne Hütten,
auf den Höhen Tempel und zierliche Landhäuser. Man glaubt auf einem
Gebirgssee zu fahren. Überraschend wirkt bei Sonnenschein die Buntheit
der japanischen Ansiedelungen zwischen dem grünen Gehölz. Im Hintergrund
r. liegt die Stadt in einem Seitentale, zieht sich aber auch an den
Anhöhen hinauf; gegenüber, l., liegen Schiffswerften und große
Trockendocks (_Mitsubishi Dock Yards_).
Nagasaki.
Vgl. beifolgenden Plan.
=Ankunft.= Die Dampfer ankern sw. von der frühern Insel _Deshima_,
etwa 5-10 Min. Bootsfahrt nach der Landungsbrücke beim Zollamt;
Ausschiffung geschieht meist stündlich auf kleinen Dampfbooten
gratis, sonst jederzeit mit Sampan (Ruderbooten): 1 Pers. ohne
Gepäck 20 sen, je ein Gepäckstück 5 sen; man landet beim Zollamt.
Die _=Zolldurchsicht=_ ist streng, man hüte sich, etwas zu
verheimlichen; getragene Kleider etc sowie gebrauchte Sportsachen,
Fahrräder, Kameras zum eignen Gebrauch sind zollfrei, auch wird
üblich je eine Kiste Zigarren und Zigaretten zollfrei
durchgelassen, aber sonst darf Tabak, weil Staatsmonopol, nicht
eingeführt werden; alle Handelssachen müssen verzollt werden. An
japanischen Festtagen (S. 346) ist das Zollamt geschlossen.
=Gasthöfe=: _Cliff House_, Pens. tägl. 4-6 Yen.--_Bellevue_, 3-5
Yen.--_De France_, 2,50-4 Yen.--_Du Japon_, 3,50-5 Yen.
=Restaurants.= Europäisches Essen: in obigen
Gasthöfen.--Japanisches Essen: _Fukiro_ in Suwa Matsunomori;
--_Koyote_ in Kami Chikugo Machi;--_Fujite_ in Ima Machi. Als
Getränk zu empfehlen: Sake (Reiswein), warm; sonst Bier.
=Post und Telegraph= am Bund (Hafenstraße). Das japanische
Postwesen ist nach europäischem Muster eingerichtet. --=Telephon= 5
sen für 5 Min. innerhalb der Stadt.
=Rikschas= (_Kuruma_): 1 St. mit 1 Kuli 25 sen, jede St. mehr 7-1/2
sen; 1 Tag 1 Yen; für 2. Kuli doppelter Preis; auf schlechten Wegen
10 sen mehr stündl. --=Sänften= (_Kago_), unbequem, doch für Damen
bei Bergbesteigungen brauchbar; =Tragstühle= (_Chairs_) etwas
bequemer. --=Reitpferde.=
=Eisenbahn= nach (262 km) _Moji_, an der Shimonosekistraße, in 7-10
St., I. 5,30 Yen, II. 3,18 Yen; hat durch Fährdampfer nach
Shimonoseki Anschluß an das Bahnnetz von Nippon, also nach
Miyajima, Kōbe, Ōsaka, Yokohama etc.; nach Kagoshima und Oita
auf Kyūshū.
[Illustration: Plan von Nagasaki.]
=Dampfer= (vgl. S. 347) nach Schanghai wöchentl.
einigemal;--_Ōsaka Shōsen Kaisha_ und _Nippon Yūsen
Kaisha_ nach Moji, Kōbe und Yokohama wöchentl. einigemal; nach
Formosa (Kilung) 14tägig; nach Korea (Fusan, Tschimulpo, Gensan),
Dairen (Dalny), Port Arthur (Ryōjunkō) monatl. 4mal; nach
Tschifu, Taku etwa 14tägig; nach Niutschwang 2mal wöchentlich; nach
Wladiwostok wöchentlich. Außerdem kleine Dampfer mit wechselndem
Fahrplan nach den Nachbarhäfen und Inseln, z. B. nach den
Gotōinseln wöchentl., nach Sasebo tägl.; nach Kagoshima 2mal
wöchentlich etc.-- Dampferagenturen: _Norddeutscher Lloyd_: H.
Ahrens & Co. Nachf. (Tel.-Adr.: »Nordlloyd«);--_Hamburg-Amerika
Linie_: C. E. Boeddinghaus (Tel.- Adr.: »Paketline«); außerdem
mehrere englische, amerikanische, russische und japanische
Linien.--Abfahrt und Ankunft aller Dampfer werden in der »Nagasaki
Press« tägl. angezeigt.
=Banken=: _Deutsch-Asiatische Bank_, --_Hongkong-Shanghai-Bank_;
beide Korresp. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Allg.
Deutschen Creditanstalt in Leipzig.--_Yokohama Specie Bank_
(_Shōkin-Ginkō_), Korresp. der Deutschen Bank.
=Theater=: _Maizuru-za_, Shin-Daikumachi.
=Fremdenführer= durch Vermittelung der Gasthöfe; sie erhalten etwa
2-1/2 Yen tägl. für 1-2 Pers., 1/2 Yen für jede Person mehr, dazu
Verpflegung und freie Fahrt. Wer etwas Japanisch versteht, tut
besser, einen Diener (Boy), der kochen kann, auf Reisen ins Innere
mitzunehmen.
=Konsulate=: _Deutsches Reich_, Amt am Bund, Konsul Dr. Ohrt;
ferner britisches, amerikanisches und russisches Konsulat.
=Vereine=: _Nagasaki Club_, am Bund; _International Club_ in
Deshima.
=Ärzte=: Ein amerikanischer Arzt. Von den japanischen haben einige
in Deutschland studiert.--Katholisches _Krankenhaus St. Bernard_.
=Zeitung=: »_Nagasaki Press_«, täglich.
=Photographen=: _Tamemasa_, Moto Kago-machi; _Ueno_ in Deshima;
_Tenyōkwan_ in Shikkui Machi.
=Geschäftsadressen=: Hauptgeschäftsstraßen sind die Moto Kago-machi
und deren Verlängerung bis zur Moto Shikkui Machi sowie deren
Querstraßen Hamano Machi, wo alle Spezialitäten Nagasakis käuflich
sind: Schildpattwaren bei _Yesaki_ in Imauwono Machi und _Sakata_
in Moto Kago-machi u. a. (man hüte sich vor Nachahmungen aus
Kuhhorn!); Lackrahmen bei _Yamamoto_ in Moto Kago-machi; Porzellan
bei _Koransha_ in Deshima; japanische Curios (Raritäten) bei _Sato_
in Moto Kago-machi und _Ikeshima_ in Togiya Machi. Es empfiehlt
sich aber, mit Einkäufen bis Kōbe, Kyōto, Yokohama und
Tōkyō zu warten, wo Auswahl reicher und Preise häufig
billiger.
[Hand] _Photographieren_ ist in Nagasaki streng verboten! Vgl. S.
347.
=Nagasaki= (_Nangasaki_), Hauptstadt der Provinz Hizen und des
Regierungsbezirks (ken) Nagasaki, dem Fremdenverkehr geöffneter Hafen an
der Westküste der Insel Kyūshū, unter 32° 43' nördl. Br. (etwa wie
Jerusalem), am Ende einer langen, schmalen Bucht prächtig gelegen, einer
der tiefsten und sichersten Häfen von Japan, auf drei Seiten von 300-400
m hohen Hügeln, auf der vierten, westlichen, durch die Insel Takaboko
geschützt, von deren steiler Höhe nach einer Legende einst viele hundert
Christen hinabgestürzt worden sein sollen, von den Holländern deshalb
Papenberg (»Pfaffenberg«) genannt. Die Stadt hat (1909) 177000 Einw.,
darunter 300 Europäer und Amerikaner und 700 Chinesen; die Straßen sind
eng, auch im Chinesenviertel, doch ist das Fremdenviertel an der Küste
und auf den Hügelabhängen geräumig und sauber. Öffentliche Anstalten:
Hospital, medizinische Schule, zwei Handelsschulen, Taubstummen- und
Blindenanstalt, Schiffswerft (drei große Trockendocks der
Mitsubishi-Gesellschaft), Gefängnis, Land- und Oberlandesgericht, mehrere
Missionsgesellschaften. Der Handel tritt jetzt gegen den von Yokohama,
Moji und Kōbe weit zurück. Die Einfuhr besteht hauptsächlich aus
Ölkuchen und Knochen (als Dungmittel), Rohbaumwolle, Reis, Maschinen,
Schiffbaumaterial und Petroleum (über 8 Mill. Yen). Die Ausfuhr umfaßt
Meereserzeugnisse (ohne Fische) und Pilze nach China, Kohle und
Holzkohle, Kartoffeln und Gemüse sowie Papier. Der Hafen war zuerst den
Portugiesen, seit 1639, und bis 1859 nur den Holländern und Chinesen
geöffnet. Die erstern hatten auf der künstlichen, jetzt infolge
Aufschüttungen im Innern der Stadt liegenden ehemaligen Insel _Deshima_
ihre Warenlager nebst Gefängnis, während die chinesische Faktorei, von
einer Mauer umschlossen, im Innern der Stadt lag.--_=Rundfahrt.=_ Von
der Landestelle oder vom Gasthof fahre man mit Rikscha am _Bund_
(Hafenstraße) entlang, wo europäische Häuser (Konsulate, Geschäftshäuser
etc.) stehen, nach _Deshima_ oder durch die Hauptgeschäftsstraße _Moto
Kago-machi_, entweder gleich zum Ō-Suwa-Tempel oder, wenn hinreichend
Zeit, zunächst nach der nahen _Tera Machi_ (Tempelstraße), an der eine
Reihe buddhistischer Tempel liegen, dahinter am Hang des
Kasagashirabergs malerische alte Friedhöfe. Der Aufstieg durch die
Grabanlagen bis zum Berggipfel (schönster *Ausblick in Nähe der Stadt)
ist außerordentlich lohnend; er liegt auf dem Weg zum berühmtem, viel
besuchten *=Ō-Suwa-Tempel= und Park. Dieser Shintōtempel, der
gegenüber Kasagashira über den Terrassenstraßen der Stadt am Hange des
Kompiraberges im Hintergrund des Hafens liegt, wird auf mächtiger
Freitreppe unter prächtigen _Torii_ (Tempeltoren) aus Stein und Bronze
erreicht; man steigt hinauf zum Tempelgarten, der wie der untere
Tempelhain durch sehr alte Kampferbäume und Kiefern beschattet ist.--Von
der ersten Terrasse gelangt man r. zum _Matsunomoritempel_ (mit
berühmten Holzschnitzereien).--Bei weiterm Aufstieg über die Freitreppe
sieht man auf dem Tempelhof vor dem Ō-Suwa-Tempel ein großes
bronzenes Pferd, Weihgeschenk eines Daimyō, dabei allerhand
Kriegstrophäen; die Tempelanlage zeigt verschiedene Hallen und
Nebengebäude, Priesterwohnungen, Opferplätze etc. Das letzte Tor führt
zu einem einfachen Hauptgebäude nach Art eines Shintōtempels; dahinter
und l. liegt der _Ō-Suwa-Park_ mit guter *Aussicht über den Hafen.
Unterhalb des Parks liegt das sehenswerte _Handelsmuseum_. Tempelfeste,
die in Nagasaki durch feierliche Umzüge besonders prunkvoll begangen
werden, sind: das _Suwa no Matsuri_ oder _Kunichi_, am 7., 8. und 9.
Okt., mit Tänzen von Kindern und Geishas; das _Bon Matsuri_, ein
Totenfest (Allerseelen) auf den Kirchhöfen an den Berghängen im August
mit charakteristischen Laternenprozessionen; das _Gion Matsuri_ im Juli.
Interessant ist auch das nicht religiöse _Drachenfest_ im April auf dem
Gipfel des _Kompira-yama_, zu dem man vom Ō-Suwa-Tempel in 3/4 St.
hinaufsteigt; *Rundblick oben noch schöner und umfassender.
=Ausflüge=: 1) Mit Rikscha (2 Kulis, 2 Yen) in etwa 1-1/2 St. nach
(8 km sö.) *=Mogi= (_Gasthof Katsutaro_, F. 1, Lunch u. Dinn. je
1,50, Z. 3,50 Yen, und _Nagasaki-Hotel_), einem malerischen
Fischerdorf am _Golf von Obama_. Der Weg führt über einen
Bergsattel (oben Teehaus) mit schöner Aussicht auf den Hafen, dann
bergab durch ein schönes Tal. Von Mogi fährt ein kleiner Dampfer
tägl. in 3 St. nach =Obama= (_Hotel Ikkaku-rō_, Pens. 3 Yen;
_Obama Hotel_), einem hübschen Fischerort an der Ostküste des
Obamagolfs. Von Obama Besteigung des =Unzen-dake= (oder
_Onsenga-take_, 1483 m); zuerst 1-1/2 St. steil bergan zu einem
Teehaus, dann in 1-1/2 St. auf ebenerm Wege nach _Shinyu-Unzen_
(Yumei- u. Shinyu-Hotel, Pens. 3 Yen), einem kleinen Badeort mit
heißen Schwefelquellen, umgeben von Wald.
Von da in etwa 4 St. beschwerlicher Aufstieg auf meist schlechtem
Wege auf einen der drei Gipfel des Unzen-dake, mit Vorliebe auf den
Fugen-dake. Die Besteigung fordert 2 Tage Zeit: 1. Tag bis
Shinyu-Unzen, 2. Tag Aufstieg und zurück nach Obama.--2) Fahrt nach
(9 km) =Aba= über den Bergpaß des *_Himitoge_, etwa 5 km östl. von
Nagasaki, mit schöner Aussicht über den Golf von Obama (1-1/2 St.
Spaziergang dorthin schon lohnend). Vom Fischerdorf Aba gelangt man
in 1 St. über Yagami zum _Kwannontempel_, mit einem durch seine
Azaleenblüte berühmten Park und Wasserfall. Ein schöner, aber
beschwerlicher Weg führt in 3 St. nach Mogi.
* * * * *
=Eisenbahn Nagasaki-Moji (und Kagoshima)= 262 km in 7 St.--Der
Bahnhof in Nagasaki liegt am innersten Ende des Hafens. Man fährt
über (5 km) _Michinoo_ (in der Nähe das Solbad _Urakami no Onsen_
in hübscher Gegend, wo in _Narutaki_ der Japanforscher v. Siebold
lebte) nach (29 km) _Isahaya_ am SO.-Zipfel der Ōmurabucht, dann
an deren Ostküste entlang über (42 km) _Ōmura_, das früher Sitz
eines Daimyō war und noch dessen Schloß zeigt, ferner über (77
km) _Haiki_ (von hier Zweigbahn nach [9 km] _Sasebo_, wichtigem
Kriegshafen mit Marinewerft), dann (96 km) _Arita_ (alte
Porzellanindustrie mit Verkaufsläden, deren Erzeugnisse,
_Arita-yaki_, vom 13 km entfernten Hafen _Imari_ ausgeführt werden,
daher _Imari-Porzellan_ genannt) nach (104 km) =Takeo= (Gasthöfe:
_Tōkyō-ya_; _Tōyōkwan_; _Hill-side Hotel_), Stadt mit
heißen Quellen und öffentlichen Bädern, von schönen Bergen umgeben.
Dann über (123 km) _Ushizu_ (Zweigbahn zum Kohlenausfuhrhafen
_Karatsu_ [Gasthof Hakataya; tägl. Dampfer nach Fusan, Korea] mit
heißen Seebädern) nach (132 km) =Saga= (_Gasthof Matsukawaya_),
alte Stadt mit Ahnenschloß des Nabeshimageschlechts und dem schönen
_Shimbabapark_ mit Mausoleen und Lotosteichen. --(156 km) _Tosu_.
_=Zweigbahn=_ (Kyūshū-Südbahn) von Tosu über _Kumamoto_
(Gasthof Togiya; 60000 Einw., Hauptstadt einer Präfektur; östl. der
1500 m hohe Vulkan Aso-take mit 20 km langem Ringwall nach (200 km)
=Kagoshima= (Gasthöfe: _Okabe_; _Ikebata_; europ. Speisehaus
_Kakumeikwan_), Hauptstadt eines Ken und der japan. Provinz
Satsuma, an der SW.-Küste der schönen Bai von Kagoshima gelegen,
Sitz eines Gerichtshofs; Fabriken für weltberühmte Fayence und
Waffen, Baumwollspinnerei und 63700 Einw. Früher Residenz des
mächtigen Daimyō von Satsuma, Shimazu, wurde es 1864 durch eine
englische Flotte beschossen und fast ganz zerstört. Die Umgebung
der Stadt bietet schöne Spaziergänge. Die Umgebung des
Kagoshimagolfs ist ein ganz vulkanisches Gebiet und als das
Nordende des vulkanischen »Kurilenbogens« zu betrachten. Nö. des
Golfs, von der Bahn durchschnitten, erhebt sich das Vulkangebirge
des _Kirishima-yama_ (1688 m) mit Kratern, Solfataren usw.; im
Golfe selbst, der Stadt gegenüber, liegt die aus einem Vulkan
bestehende Insel _Sakura_ (900 m), und am Westausgange des Golfs
der Vulkan _Kaimon_ (920 m). Südl. der Bucht das sogen.
_Satsumameer_, in dem eine Anzahl z. T. erst zwischen 1780 und 1800
entstandener Vulkaninseln liegt. Heiße Quellen nahebei.
_=Hauptbahn.=_ Von Tosu nordwärts durch Hügelland nach (171 km)
_Futsukaichi_, Station für die historisch berühmte Pilgerstadt
*=Dazaifu=, 2 km nördl. vom Bahnhof, mit alten
Shintō-Tempelanlagen, _Temmangū_ (sehenswerte Bronzefiguren),
früher Hauptstadt der Generalstatthalter der Insel Kyūshū,
deren berühmtester, Sugawara-no-Michizane, hier 903 als exilierter
Kanzler gestorben, noch jetzt als Gott der Kalligraphie unter dem
Namen Tenjin verehrt wird. (Sein Bild auf den Zehn-Yen-Scheinen.)
Die Bahn erreicht dann wieder die Küste bei--(186 km) =Hakata=
(Gasthof _Matsushimaya_, mit europ. Essen), Hafenstadt der alten
Stadt _Fukuoka_ mit schönem alten Schloß und Stadtpark sowie
berühmten Seidenwebereien (für _Hakata-ori_ und _E-ori-komi_,
Bild-Einweberei), Takatoriporzellan, Tonfiguren Hakata ningyō;
Medizinschule. Im Stadtpark ein Denkmal zum Andenken an den 6.
Shikken von Kamakura, Hōjō Tokimune, unter dessen Regentschaft
1274 und 1281 die Angriffe des mongolischen Eroberers Kublai-Chan
(japan. Koppitsu-retsu) abgeschlagen wurden. Etwa 2 km vom Park
liegt der prächtige Shintōtempel _Hakozaki Hachiman-gū_; etwa
5 km weiter ein sehr alter Tempel, der Göttin Benzaiten geweiht, an
prächtigem Aussichtsplatz; am Strand unterhalb des Tempels liegen
Bruchstücke einer versteinerten Kiefer, der Sage nach die Masten
der Dschunke der Kaiserin Jingō, die hier bei der Rückkehr aus
dem siegreichen Feldzug gegen Korea um 200 n. Chr. Schiffbruch
erlitten haben soll. Auf dem Rückwege besuche man den
buddhistischen Tempel _Sōfukuji_.-- Nach dem Besuch des Hakozaki
Hachimantempels mit großem steinernen Torii und schönem Nadelwald
kann man zur Weiterfahrt die Bahnstation (190 km) _Hakozaki_
benutzen; die Bahn bietet sehr schöne Blicke aufs Meer (_Genkai
Nada_) zwischen der Insel Ikishima und der Shimonosekistraße und
steigt zwischen (218 km) _Akama_ und (230 km) _Ongagawa_ bis 90 m
ü. M. über einen Bergkamm mit schönen Aussichten r. und gelangt
dann über (250 km) _Kokura_, eine lebhafte Geschäftsstadt, früher
Daimyōsitz (Abzweigung der _Kyūshūbahn_, fertig bis Usa,
im Bau bis =Oita= [Gasthof _Yaoya_], einem beträchtlichen
Handelsplatz und Seehafen, in dessen Nähe in schöner Landschaft die
heilkräftigen heißen Bäder von _Beppu_ [Gasthof Hinako] liegen),
nach (262 km) =Moji= (S. 355).
Von Nagasaki durch die Binnenlandsee nach Kōbe.
Die *=Fahrt durch die Binnenlandsee= ist ein Glanzpunkt der Reise
in Japan.--=Dampfer=, vgl. S. 349. Fahrzeit der großen Dampfer
28-32 St.; lohnender, aber zeitraubender (bis zu 6 Tagen) ist die
Fahrt mit japanischen Küstendampfern, die viele Häfen der
Binnenlandsee anlaufen. Fahrpläne geben die japanischen Zeitungen
in Nagasaki und Kōbe sowie die Agenturen der Nippon Yūsen
Kaisha und Ōsaka Shōsen Kaisha.