_Formosastraße_ (S. 245) zwischen vielen Inseln und durch die
_Haitanstraße_ (innerhalb der großen Insel _Haitan_) zur Mündung des
_Minflusses_. Die Einsteuerung in den Fluß ist sehr schwierig und geht
über zwei Barren zur _Pagodenreede_ (_Pagoda Anchorage_), wo eine
siebenstöckige Pagode auf der Insel _Losing_ steht; am Westende der
Insel chinesische Marinewerft mit Trockendock. Die Ufer sind sehr
malerisch und von hohen steilen Felskuppen begleitet; hohe Berge bilden
das Nordufer. Nachdem der Dampfer geankert, fahren die Reisenden mit
einer Dampfbarkasse in 2 St. flußaufwärts nach
(510 Seem.) =Futschou= (_Brockett's Hotel_; _W. Brand's Boarding House_,
für längern Aufenthalt zu empfehlen, in der Fremdenniederlassung auf der
Insel _Nantai_, wo das Dampfboot anlegt; _Foochow Club_; _Hongkong &
Shanghai Bank_, _Chartered Bank of India_ [beide Korr. der Berliner
Disconto-Gesellschaft, letztere auch der Deutschen Bank in Berlin];
_Deutsches Konsulat_ [Konsul G. Siemssen]), engl. _Foochow_ (in der
Volkssprache _Hoktschiu_), Hauptstadt der chines. Provinz Fokiën, am l.
Ufer des schiffbaren Minflusses, 32 km von dessen Mündung, von
malerischen Hügeln umgeben, in fruchtbarer Ebene, eingeschlossen von 9 m
hohen, 4-7 m dicken Mauern, auf unebenem Boden unregelmäßig, aber
typisch »chinesisch« erbaut, hat 630000 Einw., wovon 10000 Mandschu, die
ein ummauertes Viertel bewohnen, und 200 Europäer (18 Deutsche) in der
Vorstadt _Nantai_ in schönen Villen mit Gärten auf dem r. Ufer. Die
Vorstädte ziehen sich bis an den Fluß, der eng besetzt ist mit
schwimmenden Wohnungen; über ihn führt eine 301 m lange Brücke
(die »Brücke der 10000 Lebensalter«), die längste in China, die auf 40
Pfeilern mit bis 14 m langen Steinplatten ruht. Futschou ist Sitz des
Vizekönigs von Mintsche (Fokiën und Tschekiang), des Gouverneurs von
Fokiën und des Oberbefehlshabers der Mandschutruppen; es hat große
Bauwerften für Dschunken, Fabriken für Seiden- und Baumwollengewebe und
Papier, auch ein deutsches Dampfsägewerk, und ist seit langem nächst
Hankau der erste Teemarkt Chinas für die Ausfuhr. Für Einkäufe zu
beachten: Seifenstein-Kunstgewerbe, gute und sehr originelle Lacksachen,
künstliche Blumen, Schnitzereien aus Teeholzwurzeln, Silbersachen.
Ferner werden Papier und Holz aus-, Opium, Baumwolle, Wollwaren, Garne,
Metalle, Kerosen eingeführt. Zwei Dampferlinien laufen zweimal wöchentl.
nach Hongkong.-- Futschou wurde 1842 dem Fremdenhandel geöffnet; 1884
wurde hier eine Abteilung der chinesischen Flotte durch französische
Kriegsschiffe vernichtet. In der Teezeit (Juni bis November) legen die
von Ostasien zurückkehrenden Reichspostdampfer in Futschou an.--
_=Rundgang=_ nur in Sänfte ausführbar (vgl. Kanton, S. 225), auch des
Schmutzes wegen. Über die Brücke (auf ihr kann man den Fischereibetrieb
mit Kormoranen beobachten) gelangt man durch die Südvorstadt, vorbei an
den Niederlassungen der amerikanischen, Methodisten- und
Dommikanermissionen, durch das Südtor in die Stadt. Dicht innerhalb des
Tores liegt r. der _Tempel des Kungfutsze_ (Tempel der Literatur),
dahinter in der SO.-Ecke der Stadt das Mandschuviertel. --An der
mittlern Hauptstraße, die vom Südtor zum Nordtor führt, liegen der
_Yamen des Vizekönigs_ und andre Paläste.-- Nahe dem Westtore liegt der
_Tempel des Kaisers_, im nördl. Stadtviertel ist eine Prüfungshalle für
Beamte und in deren Nähe ein Tempel der Schutzgötter der Stadtmauern.
Von der nördl. Stadtmauer, nahe der siebenstöckigen roten Pagode, hat
man guten Überblick über die Stadt. Interessanter *Rundgang auf der
Stadtmauer um die Stadt (6-8 St.).--Der Garten des deutschen Konsulats
am Siemssen-Bund mit schönen Orchideen ist Reisenden gern geöffnet.
Futschou nebst Umgegend bietet vielerlei Lohnendes für eine Woche
Aufenthalt. Das Klima ist gesund; Taifune sind selten.
=Ausflüge=: 1) Nach dem =Kuschan= und nach =Kuliang=, Sommerfrische
der Europäer im schönsten Hochwald mit 20° C im Sommer; erfordert 1
Tag. Man fährt mit Sampan oder Hausboot flußabwärts, landet am l.
Ufer und steigt auf bequemem Weg (etwa 3000 Stufen) bergan zum
buddhistischen _Mönchskloster_ (in halber Berghöhe, in 1 St. zu
erreichen), das über 200 Mönche aus allen Gegenden Chinas
beherbergt. Im Kloster herrscht überraschende Sauberkeit; man sieht
praktisch-moderne große Speisesäle und Küchenanlagen mit
Wasserleitung, Kesseln u. Backöfen. Im Haupttempel thront Fo
(Buddha) auf großem Altar, umgeben von vielen Untergöttern.
Tierstallungen und Fischteich liegen neben dem Kloster. (Man gebe
dem führenden Mönch ein Geldgeschenk.)--Vom Kloster Aufstieg auf
schmalem Fußweg auf die Höhe des _Kuschan_, wo die Wohnhäuser der
europäischen Sommerfrischler liegen. Auf dem Bergkamm prächtige
*Aussichten. Der 885 m hohe Gipfel des _Kuschan_ hat im Februar
zuweilen eine Schneekappe.-- 2) Zum =Leitschikloster= (Kloster der
Lehre vom alten Stein des Westens), nahe beim Nordende der Insel
Nantai, im 9. Jahrh. vom heiligen Tukma gegründet; es liegt nahe
dem Minfluß in uraltem Park, umgeben von Bergen. Das Heiligtum hat
sehr viele Statuen. --3) Dreitägiger Ausflug den Nebenfluß =Jungfu=
aufwärts, der bei der Mitte der Südseite der Insel Nantai in den
Min mündet; malerisch bewaldete Ufer mit Wasserfall, Bambuswald und
heißen Quellen; man besuche das *_Yungfu-(Yuenfu-)Kloster_, den
_Bambu Creek_, die Schwefelquellen (_Pokau_) und steige bergauf bis
*_Banker's Glen_.--4) Lohnende Ausflüge können mit Hausbooten oder
Dampfbarkassen gemacht werden, aufwärts bis _Schuikou_ (_Shuikow_),
Stadt 40 Seem. oberhalb Futschou am Zusammenfluß des Minkiang und
Hsiangki.
Auf der _=Küstenfahrt=_ werden nördl. von Futschou zuweilen die
unbedeutenden Vertragshäfen _Santuao_ (8000 Einw.) in der Samsabucht, 10
km östl. von der größern Stadt _Ningteh_, und _Wentschou_ (_Wenchowfu_;
80000 Einw.) angelaufen; Wentschou am Wukiang, einem Fluß, der durch den
Sanpwan-Paß zwischen Inseln angesteuert wird; die Stadt zeichnet sich
durch Sauberkeit aus, ist aber geschäftlich still.--Dann steuern die
Küstendampfer durch den _Nimrodsund_ in den landschaftlich schönen
_Tschusanarchipel_ am SO.-Ende der großen Hangtschoubucht hinein, laufen
zuweilen den Ankerplatz von _Tinghai_ auf der Hauptinsel an und dampfen
von da in die Mündung des _Yungflusses_, wo sie je nach dem Wasserstand
vor der befestigten Hafenstadt _Tschinhai_ (mit 26000 Einw.) ankern oder
weiterlaufen bis zum Hafen von
=Ningpo=, Stadt mit 400000 Einw. in der Provinz Tschekiang, auf 29° 53'
nördl. Br., ist Sitz eines Taotai (etwa Regierungspräsident). Die
Bewohner sind fleißig, klug und friedlich, die Straßen reinlich.
Zahlreiche Tempel, buddhistische Mönchs- und Nonnenklöster,
Erziehungsanstalten und Versammlungshäuser. Die Chinesenstadt liegt auf
der Halbinsel zwischen den Flüssen _Yujao_ und _Funghwa_, die zusammen
den _Yung_ bilden. Über beide Flüsse führen Schiffbrücken. Die
_Fremdenniederlassung_ (Gasthof; Campoklub; britisches Konsulat; Dampfer
nach Tschinhai, Schanghai zweimal tägl. etc.) liegt nö. von der
Chinesenstadt auf der Halbinsel zwischen dem Yungfluß und dem Yujao.
Ningpo war 1522-42 portugiesische Niederlassung und wurde 1842 dem
Fremdhandel als erster Hafen eröffnet. Klima wie Schanghai, doch
gesünder. Einfuhr: Woll- und Baumwollwaren, Opium, getrocknete Früchte;
Ausfuhr: Tee, Baumwolle, Seidenwaren, Matten, Hüte, Fächer, getrocknete
Fische (Tintenfische). Lebhafter Dampferverkehr.--_=Rundgang.=_ Die
860-873 erbaute Stadtmauer ist 8 m hoch, 5 m breit und hat 8 Tore. Das
älteste Bauwerk ist der im 9. Jahrh. erbaute sechseckige, siebenstöckige
_Himmelsturm_ (_Tienfengta_), auf dessen Plattform eine Wendeltreppe mit
150 Stufen führt. Aus dem 12. Jahrh. stammt der _Tempel der
Himmelskönigin_ (_Tiengheukong_), ein Heiligtum der Seefahrer; er zeigt
sehr schöne Skulpturen.
Von Ningpo gehen die Küstendampfer nördl. durch die _Hangtschou-Bai_ und
folgen dem Dampferweg zur Yangtsemündung nach _Wusung_ und (930 Seem.)
_Schanghai_ (S. 246).
* * * * *
B. Die =Reichspostdampfer= fahren von _Hongkong_ nö. durch die
=Formosa-= (oder =Fukiën-=)=Straße=, außerhalb (östl.) der
_Ockseuinseln_ und der _Turnaboutinsel_ östl. Haitan (beide mit
Leuchttürmen). Diese Gewässer sind reich an Seetieren; man kann
Menschenhaie, auch Hammerhaie, Walfische und große Fliegende Fische
sowie Delphine beobachten, außerdem große dunkelbraune Möwen und andre
Vögel. Die See ist meist lebhaft bewegt, so daß sich bei nicht seefesten
Reisenden zuweilen nochmals Seekrankheit einstellt; dann empfiehlt es
sich, die frische Luft an Deck als bestes Heilmittel zu genießen, denn
auf der Höhe von Swatau tritt man beim Überschreiten des Wendekreises
des Krebses aus dem Tropengürtel in die gemäßigte Zone. Der NO.-Monsun
bringt frischkühles Wetter.
Die Ostseite der Formosastraße bildet die Insel =Formosa=, von den
Chinesen und Japanern =Taiwan= genannt, 395 km lang und etwa so
groß wie Ostpreußen. Abgesehen von der kultivierten Küstenniederung
im W., die von Chinesen bewohnt wird, ist die Insel noch sehr wenig
bekannt. In dem gebirgigen, bis über 4000 m aufsteigenden Innern
wohnen malaiische Stämme, wohl auch noch ältere Stämme bisher nicht
sicher erforschter Herkunft. Seit 1895 gehört die Insel den
Japanern, die Eisenbahnen, Landstraßen und Telegraphen angelegt
haben. Wichtigster Seehafen ist _Kiirun_, am Nordende der Insel,
mit vorzüglichem, von den Japanern stark befestigtem Hafen,
Hauptstadt ist _Taihoku_ mit etwa 100000 Einw.--Ein Besuch der
landschaftlich sehr schönen Insel ist wohl lohnend, wird aber wohl
kaum für den flüchtigen Weltreisenden in Betracht kommen, zumal die
Unterkunftsverhältnisse auf der Insel noch sehr primitiv sind und
der Reisende vielfach auf die Gastfreundschaft ortsansässiger
Kaufleute u. a. angewiesen ist.
Vor der Westküste von Formosa liegen die basaltischen
_Pescadoresinseln_ (japanisch _Hōko rettō_), die auf der
Insel _Ponghau_ (_Hōko tō_) den vorzüglichen Schutzhafen
_Makung_ (_Makyū kō_ oder _Bakō kō_) haben, der als
japanischer Flottenstützpunkt ausgebaut ist; sein Besuch ist
Europäern nicht erlaubt.
Nördl. von Turnabout erreicht man das =Ostchinesische Meer=, das
ähnliche Windverhältnisse wie das Südchinesische Meer (S. 220) hat; doch
weht der NO.-Monsun im November und Dezember als voller Sturm. Die
besten Monate sind Februar, März und April mit meist heiterm Himmel.
_Taifune_ sind im Mai bis September nicht selten, Hauptzeit ist August,
September und Oktober. Im Ostchinesischen Meer ist die Bahnrichtung der
Taifune meist nördl. bis nö. (doch kommen auch andre Richtungen vor),
deshalb sind die gefährlichen Windstriche andre als im Südchinesischen
Meer, und dementsprechend ändern sich die Regeln zur Vermeidung der
Sturmmitte.--Von Turnabout steuern die Postdampfer östl. der Insel
_Hieschan_ und dann zwischen den Felseninseln _Tongting_ und _Piting_
durch; dann wird der Leuchtturm der _Steepinsel_ angesteuert und
zwischen dieser Insel und andern durch auf die 118 m hohe südlichste
_Bonhaminsel_ (mit Leuchtturm) zugedampft. Nachdem die _Bonhamstraße_
zwischen den Bonhaminseln und der Insel _Pirie_ durchlaufen ist, steuert
man auf die kegelförmige, etwa 80 m hohe _Gützlaffinsel_ (mit
Leuchtturm) zu, die wichtigste Ansteuerungsmarke für die Yangtsemündung;
sie ist Signalmeldestelle für Schiffe, fünf Telegraphenkabel landen auf
der Insel, davon laufen zwei nach Schanghai, eins nach Amoy, zwei nach
Nagasaki. In der Nähe der Insel sichtet man das _Tungscha-Feuerschiff_,
das auf der großen Yangtsebank die Einfahrt in die seichte Flußmündung
bezeichnet; dort kommt der Lotse an Bord (falls er nicht schon in
Hongkong sich einschiffte) und führt den Postdampfer in die an
schmutziggelbem Wasser kenntliche Mündung des Riesenstroms, des
_Yangtsekiang_, hinein, wo man anfangs nur Feuerschiffe und Seezeichen,
später l. auch einen ganz flachen und öden Küstenstreifen sieht. Große
Dampfer ankern bei niedrigem Wasserstand im Huangpu auf der Reede von
=Wusung= (_Woosung Forts Hôtel_), als Vorhafen für Schanghai wichtig,
liegt an der Mündung des _Huangpu_ in den Yangtse; die alte Stadt ist
durch Überschwemmungen zerstört; jetzt sieht man nur einige Häuser und
Lagerschuppen. Die 16 km lange Bahn nach Schanghai wurde 1876 erbaut,
1877 durch fanatische Chinesen zerstört (die in der Lokomotive eine
Verhöhnung des Drachengottes sahen) und erst 1898 neu gebaut. Am Flusse
sind Schiffbauwerften. Chinesische Kanonenboote und Zollkreuzer liegen
vor Wusung.
Schanghai.
Vgl. beifolgende Pläne.
=Ankunft zur See.= Die Postdampfer laufen jetzt meist durch das
ausgebaggerte _Asträa-Fahrwasser_ bis Schanghai; müssen sie
gelegentlich in Wusung ankern, so befördern sie ihre Reisenden mit
Tendern (Dampfbooten) nach _Schanghai_; da in der Hauptreisezeit
die Gasthöfe in Schanghai oft überfüllt sind, tut man gut, auf
seinem Dampfer zu bleiben, wenn man erst Nm. in Wusung ankommt und
nicht Zimmer telegraphisch von Hongkong vorausbestellt hat.--Die
fast zweistündige Fahrt im Huangpufluß bietet wenig Sehenswertes,
da die Ufer flach und eintönig sind; der Dschunkenverkehr auf dem
Fluß ist sehr lebhaft. Vor Schanghai wimmelt der Fluß von
Fahrzeugen und Schiffen. Am l. Ufer liegt die Stadt an der starken
Krümmung des Flusses. Man passiert zuerst Schiffswerften,
Petroleumniederlagen, Fabriken, besonders Baumwollspinnereien und
dann das Stadtviertel Hongkiu und landet meist am Bund, gegenüber
den Geschäftshäusern und Dampferagenturen an einem neuen Ponton.
Zolluntersuchung findet bei der Landung statt; verboten ist Einfuhr
von Waffen und Munition, Morphium, Kokain.
=Ankunft mit der Bahn= von _Wusung_, etwa jede 2. St. in 30 Min.
für I. 60, II. 40 cents, nur bis 8 Uhr Nm.; Bahnhof in Schanghai in
Hongkiu, mit Rikscha, Wagen oder Straßenbahn zum Gasthof in 15 Min.
=Gasthöfe=: _Hotel Kalee_ (geleitet von Alfr. Mildner, Deutscher,
sehr aufmerksam), Ecke Kiukiang Road und Kiangse Road, 130 Z. (Bad
bei jedem Zim.), Pens. $ 6-10; sehr beliebt und zu empfehlen.
--_Astor House_, Ecke Broadway, gegenüber dem deutschen
Generalkonsulat, vergrößert, sehr komfortabel, I. Ranges, Pens. $
7-10.-- _Palace Hotel_, am Bund, Ecke Nanking Road, besonders
amerikanischer Verkehr, Pens. $ 9.--_Hôtel des Colonies_, im
französischen Viertel, Rue du Consulat, 80 Z., Pens. $ 5-12.
=Pensionen=: _Leechu_ (Frau A. Lührs), Quinsan Gardens 6-7; Frau
_H. Diederichs_, North Szechuan Road 11-12; Frau _M. Schütz_, North
Szechuan Road 15; Frau _A. Schubert_ (Mount Pleasant), North Honan
Road 24.
=Restaurants=: _Rich. Neumann_, Astor Road (nahe dem Astor House),
Frühstücksstube (Schlächterei), vorzüglich. --_Café Riche_, Rue
Montauban.-- _Sweetmeat Castle-Konditorei_, Nanking Road
36.--_Social Shanghai Tea Rooms_, Kiangse Road 39.--_=Teehäuser=_:
_Mandarinenteehaus_ in Alt-Schanghai.-- _=Gartenwirtschaften=_:
_St. Georges Farm_, Ende der Bubbling Well Road. --_Point-Hotel_, 4
km vom Astor House.
=Post=: _Deutsches Postamt_, Ecke Szechuan Road und Foochow Road;
außerdem englisches, französisches, amerikanisches, russisches,
japanisches und chinesisches Postamt.--=Telegraph= am Bund,
Deutsch-Niederländische Telegraphengesellschaft im deutschen
Postamt. Landlinien nach Peking, Hankau etc.
=Wagen= jeder Art sind zu mieten; Rikschas, 1 Meile 5, 1 St. 25
cents; Sampans (Boote), 1/2 St. 25 cents.-- =Reitpferde= sind zu
mieten, auch =Fahrräder= (1 St. 50 cents).--=Automobile= $ 6 je 1
St.
=Straßenbahnen=: mehrere Linien; eine französische nach Zikawei,
mit Zweiglinie nach Lokawei; im Internationalen Settlement Linien
nach Bubbling Well, Railway Station, Public Park und Yangtsepoo
(sehr gut und regelmäßig).
=Dampfer=: _Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd_ (Agent:
Melchers & Co., Tel.-Adr.: »Nordlloyd Schanghai«), alle 14 Tage nach
Europa bzw. Japan, jeder 2. Dampfer über
Tsingtau.--_Hamburg-Amerika Linie_ Schanghai-Tsingtau-Dienst
(Agentur Kiukiang Road 2a), zweimal wöchentl. nach Tsingtau.
Dieselben Reichspostdampfer jeden Mi. nach Chefoo-Tientsin, jeden
Sa. nach Dairen-Tientsin und zurück (laufen im Winter Dairen statt
Tientsin an).--_Yangtse-Linie_ (Agenten: Melchers & Co.), wöchentl.
nach Hankau, dorthin auch englische, französische, chinesische und
japanische Linien, so daß fast jeden Tag ein oder mehrere Dampfer
fahren.-- _Österreichischer Lloyd_ (Agent: Sander Wieler & Co.),
einmal monatl. nach Kobe und Yokohama sowie nach
Europa.--_Messageries Maritimes_ (eigne Agentur, Tel.-Adr.
Messageries Schanghai), alle 14 Tage nach Kobe und Yokohama sowie
nach Europa.--_Peninsular & Oriental Co._, alle 14 Tage nach Japan
und Europa. --_Pacific Mail Co._ und _Toyo Kisen Kaisha_, etwa
10tägig nach San Francisco, _Canadian Pacific Co._ (gelobt), etwa
alle 3 Wochen nach Vancouver (alle drei Linien über Yokohama).--
Direkte Postdampfer der _South Manchurian Railway_ (Bureau der
Nippon Yusen Kaisha oder bei Ackermann & Co.) zweimal wöchentl.
nach Dairen (S. 326) zum Anschluß an die sibirische Route (kürzeste
Verbindung mit Europa in 16 Tagen).--[Hand] Man beachte, daß der
Überfahrtspreis nach Amerika der gleiche bleibt, wenn man erst in
Yokohama an Bord geht.--Außerdem wöchentl. japanische Dampfer nach
Japan und Korea.--NB. Die Zeitungen in Schanghai enthalten tägliche
Listen über die Fahrzeiten und Bestimmungshäfen aller
Dampferlinien, auch für die chinesischen, japanischen, englischen
und französischen Flußdampfer auf dem Yangtse und die
Küstendampferlinien. Bevor man aber fremde Linien benutzt,
erkundige man sich bei deutschen Firmen.
=Eisenbahnen=: 1) Nach _Wusung_ (S. 246).--2) Über Sutschou
(_Soochow_) und _Tschinkiang_ (_Chinkiang_) nach _Nanking_, durch
an Seiden-, Reis- und Baumwollbau reiche Gegend; Schnellzug in 2 St.
nach Sutschou, in 7 St. nach Nanking. Fahrgäste der Lloyddampfer
nach und von Hankau dürfen die Strecke Schanghai-Nanking oder
zurück mit der Bahn fahren.--3) Nach _Hangtschou_ (_Hangchow_) s.
S. 252.
=Geld= (s. S. 217) empfiehlt sich nur so viel zu wechseln, wie man
am Platze braucht, und zwar bei einer europäischen Bank.--=Banken=:
_Deutsch-Asiatische Bank_, Bund 14 (Hauptgeschäft, mit Filialen in
Berlin, Hamburg, Tsingtau, Calcutta, Hongkong, Tientsin, Peking,
Singapore, Tsinanfu, Hankau, Yokohama und Kobe), Korresp. der
Disconto-Gesellschaft, der Deutschen Bank und der Allg. Deutschen
Creditanstalt in Leipzig; vermittelt Bankgeschäfte nach allen
Plätzen der Erde. Man erbitte dort Auskunft über die
Geldverhältnisse.--_Hongkong & Shanghai Bank. Corp._, Korresp. der
Berliner Disconto-Gesellschaft.--_Chartered Bank of India,
Australia & China_, Korr. der Deutschen Bank in Berlin.
--_International Banking Corporation._ --_Sino Belgian
Bank._--_Imperial Bank of China._--_Nederlandsche Handels
Maatschappij._--_Yokohama Specie Bank._
=Sprache=: Chinesisch, vgl. S. 218; in Gasthöfen und im
Handelsverkehr wird überall Englisch, oft auch Deutsch gesprochen.
=Theater=: Im Winter spielen zuweilen durchreisende europäische
Gesellschaften oder Dilettanten (Deutscher Theaterverein sowie je
eine englische und französische Gesellschaft) im _Theatre Lyceum_
(nahe dem englischen Konsulat, Soochow Road).--_American_
_Cinematograph_ und _Victoria Hall_ jeden Abend
Spezialitätenvorstellung. _Symphoniekonzerte_ der vorzüglichen
städtischen Kapelle (deutscher Kapellmeister Prof. Buch) in der
Stadthalle, Nanking Road, So. Nm. 4-1/2-6 Uhr, Eintritt frei, nur
im November bis Juni, sehr besucht!--_Chinesische Theater_ in
Canton Road, Foochow Road, Hankow Road und am chinesischen Bund.
--_Teehäuser_ mit »Singsong Girls« (chinesische Sängerinnen) in der
Foochow Road, sehr interessant.
=Fremdenführer= (nötig) im Gasthof zu erhalten oder am Eingange zur
Chinesenstadt (Preis nach Vereinbarung, etwa 50 cents).
=Reiseführer=: _C. Fink_, Führer durch Nord- und Mittelchina (sehr
zu empfehlen!); _The Palace Hotel_: Guide to Shanghai.
=Konsulate=: _Deutsches Reich_, Generalkonsul Wirkl. Legationsrat
von Buri, Konsul Dr. Ney, vier Vizekonsuln, zwei Dolmetscher etc.,
Whangpoo Road 9 und 10, an der Einmündung des Soochow Creek,
gegenüber Astor House. --_Österreich-Ungarn_, Generalkonsul Dr.
Bernauer, Avenue Paul Brunat.
=Klubs=: Deutscher Klub _Concordia_ (mit Lesezimmer und
Bibliothek), am Bund, sehenswert.--_Shanghai Club_ (international),
am Bund (Pl. 13). In beiden sind für Mitglieder und eingeführte
Herren sehr bequeme, modern eingerichtete Zimmer zum Wohnen zu
mieten.--_Shanghai Race Club_; _Masonic Club_; _Deutscher
Gartenklub_, Avenue Paul Brunat; englischer _Country Club_,
Bubbling Well Road--alle mit eignen Klubhäusern.
=Polizei=: _Central Police Station_, Ecke Foochow Road und Honan
Road.
=Deutsche Ärzte=: Dr. _Krieg_, Dr. _v. Schab_, Dr. _Kurt Schultze_,
Dr. _Gerngroß_, Dr. _Birt_, sämtlich nahe dem deutschen
Generalkonsulat und Astor House, außerdem Dr. _Blumenstock_, Dr.
_Liese_. _=Zahnarzt=_: Dr. _Mosberg_, Kiukiang Road
2.--=Apotheken=: _Pharmacie de l'Union_ (Inhaber Voelkel &
Schröder, deutsch), Nanking Road 37.--_Bubbling Well Dispensary_
(deutsch), Ecke Nanking Road und Lloyd Road.--_Watson &
Co._--_Medical Hall, Llewellyn Co._, Nanking Road
4.--=Krankenhäuser=: _General Hospital_, North Soochow
Road.--_Victoria_; _Nursing Home_.
=Buchhandlungen=: _Max Noeßler & Co._, Nanking Road 38, deutsche,
auch englische und französische Literatur. --_Kelly & Walsh_,
Bund.--_Öffentliche Bibliothek_ in der Stadthalle, Nanking
Road.--=Zeitungen=: _Ostasiatischer Lloyd_ (Chefredakteur C. Fink,
Nanking Road 24a, Sprechzeit 9-12 Vm.), erscheint einmal
wöchentlich, mit täglicher Ausgabe europäischer und asiatischer
Depeschen. Täglich erscheinen: _North China Daily News_, _Shanghai
Times_ und _Echo de Chine_ morgens. _Shanghai Mercury_ und _China
Gazette_ abds.--- Fremde Wochenschriften: _North China Herald_ u.
a.; chinesische Zeitung: _Hsieh-ho-pao_ etc.
=Photographien=: _Mactavish & Lehmann_, gegenüber Astor House;
_Burr Photo Co._ und mehrere chinesische Firmen, von denen _Ying
Cheong & Co._, Canton Road, als beste gilt (entwickeln
Liebhaberaufnahmen).--_Denniston & Sullivan_ (Amerikaner), Nanking
Road.
=Geschäftsadressen=: Optiker, Uhrmacher und Juwelier: _C. Ismer &
Co._ (deutsch); _Hirsbrunner & Co._, beide Nanking
Road.--Schneidergeschäft: _Wilck & Mielenhausen_, Nanking Road
26.--Reiseausrüstung: _Weeks & Co._; _Hall & Holtz_; _Lane,
Crawford & Co._; _Whiteaway, Laidlow & Co._, sämtlich Nanking
Road.--Seidenhaus: _Laou Kai Fook & Co._, Ecke Kiukiang Road und
Honan Road 8/9.--Silberwaren: _Luen Wo_, Nanking Road.--Japanwaren
und Kuriositäten: _Kuhn & Komor_, Nanking Road 2, im Palace Hotel.
--Holzschnitzereien: am Broadway. --Rohseide, Pongeen, Spitzen
etc.: _Industrial Mission Depot_ (Deutsch gesprochen), Nanking Road
21.--Grasleinensachen: _Young La Woo_, Broadway A, Nr. 1288.
=Zeiteinteilung= für Schanghai und für die Yangtsefahrt: Schanghai
2-4 Tage; Hangtschou 3 Tage; Schanghai-Nanking und zurück 2 Tage;
Schanghai-Hankau und zurück 12 Tage. [Hand] Weltreisende tun gut,
von Schanghai zunächst nach Tsingtau zu fahren, von da mit Bahn
über Tsinanfu-Tientsin nach Peking, von da mit Bahn nach Hankau,
zurück mit Yangtsedampfer bis Nanking, von da mit Bahn nach
Schanghai, dann direkt nach Japan.