Südchinesische Meer (S. 214) ist sowohl im NO.-wie im SW.-Monsun des
Seeganges wegen unbequem und besonders unruhig beim Monsunwechsel. Bei
Ansteuerung der Westküste von _Luzon_ erkennt man meist zuerst den 1070
m hohen _Monte Agudo_ auf der Halbinsel, hinter der die kleine Bucht von
_Subic_ liegt, und erst später die 1300 m hohe _Sierra de Mariveles_ auf
der großen Halbinsel, die die große Bai von Manila nach W. abschließt.
Zwischen dem Kap Mariveles und der gefährlichen Klippe _La Monja_ und
der 1 km östlichern Felseninsel _Corregidor_ (mit Leuchtturm; diese
Insel und die Inseln Caballo, Carabao, Fraile in der Einfahrt sind sehr
stark befestigt) hindurch steuert man in die geräumige Bucht ein, deren
Küstenumfang etwa 150 km mißt. Der Leuchtturm auf der San Nicholas-Bank
bleibt r., dann erscheint r. die flache Waldküste von _Cavite_, und
voraus sieht man auf künstlichem Ufer neue große Gebäude der Manila
Hotel Co., des Army und Navy Club und Elk Club, dahinter die düstern
Festungsmauern, Kirchtürme und Häuser der Stadt _Manila_, im
Hintergrunde die Höhen von _San Mateo_.
Die =Philippinen=, die nördlichste Inselgruppe des Indischen
Archipels, im W. vom Chinesischen Südmeer, im O. vom Stillen Ozean
begrenzt, besteht aus 3146 größern und kleinen Inseln, darunter die
größten: _Luzon_, _Mindanao_, _Samar_, _Negros_, _Palawan_,
_Mindoro_, _Leyte_, _Cebu_, _Bóhol_, _Basilan_, _Panay_, _Masbate_,
mit (einschließlich der Suluinseln) 296310 (Italien 286682) qkm
Gesamtfläche. Die Küsten sind meist zerrissen und von
Korallenriffen umrahmt. Die Inseln werden von dichtbewaldeten
Bergketten durchzogen, die, wo sie nicht von Laven, Aschen und
Tuffen der Vulkane überdeckt sind, aus kristallinischen Schiefern
bestehen. Die zum Teil noch tätigen Vulkane bilden zwei Reihen,
eine östliche, die mit dem erloschenen _Butulan_ (1097 m) auf
Mindanao beginnt und sich über die erloschenen Vulkane _Malutun_
(2000 m) und _Apo_ (3200 m) bis zu der erst 1871 entstandenen, 1627
m hohen Insel _Camiguin_ und bis zu dem _Bulusan_, dem 2530 m
hohen, noch tätigen _Mayon_ oder _Albay_ in Südluzon fortsetzt, und
eines westliche, die von dem _Cotaboto_ auf Mindanao über den
tätigen _Canloon_ (2497 m) auf Negros und über den _Halcon_ (2700
m) auf Mindoro bis zu den Vulkanen bei Manila hin und weiter nördl.
sich erstreckt. Einige Vulkane sind erst in jüngster Zeit
entstanden, Erdbeben sind ziemlich häufig. Der Reichtum an Metallen
ist groß, aber noch wenig ausgenutzt, Gold ist auf fast allen
größern Inseln nachgewiesen; einige zwanzig amerikanische
Gesellschaften sind an der Arbeit. Mit Gold kommen Silber, Platin
(Kizal), Eisen, Kupfer, Blei und Zink (Camarines) vor, außerdem
Zinnober, Schwefel, Petroleum, Steinsalz, Kaolin u. a. Das
wichtigste Fossil ist eine treffliche Braunkohle, die auf der Insel
Batan gefördert und von den Küstendampfern viel benutzt wird.
Das _=Klima=_ ist ein tropisch-insulares Monsunklima mit
gleichmäßig hoher mittlerer Wärme und zwei Jahreszeiten, einer
Regen- und einer Trockenzeit. Die Periode des NO.- Monsuns (Oktober
bis April), der für die Nord- und Ostküsten regnerisch ist, ist die
kühlere, die des SW.-Monsuns, der hauptsächlich der Westseite Regen
bringt, die wärmere Jahreszeit. Die Verteilung der Regen über das
Jahr ist an den einzelnen Orten je nach ihrer Lage zu den
Gebirgszügen sehr verschieden; Manila hat seine Regenzeit, in der
jeden Nachmittag ein starker Gewitterregen niedergeht, vom Juni bis
September. Sprichwörtlich (aber übertrieben): 6 Monate Staub, 6
Monate Schlamm. Manila: Januar 25°, Mai 28,6°; mittlere
Jahresextreme 36,3° und 17,1°; Regenmenge 1927 mm (davon Juni bis
November 1700 mm). Der Wechsel der Monsune (Mai-Juni und
September-Oktober) ist mit heftigen Wirbelstürmen verbunden. Die
nördlichen Inseln sind häufiger, die südlichen seltener furchtbaren
Zyklonen (Taifunen) ausgesetzt.
Die _=Pflanzenwelt=_ ist die malaiisch-tropische der Sundainseln
und besonders reich an Palmen; die Tierwelt gehört zwar ebenso der
malaiischen an, doch fehlen ihr fast sämtliche, auf den übrigen
Sundainseln allgemein verbreitete Großtiere; die Raubtiere sind nur
durch eine Viverre und eine Marderart vertreten.
Die _=Bevölkerung=_ zählt (1909) 8189760, davon 30000 Amerikaner,
100000 Chinesen, 650000 Negritos, d. h. Ureinwohner, die in den
entlegenern Gebirgsteilen leben; die Hauptmasse der Eingebornen
besteht aus (stark mit fremdem Blut gemischten) Malaien mit
zahlreichen Stämmen. Eine große Rolle spielen die Mestizen
(Mischlinge aus Malaien und Spaniern). Die christlichen Malaien von
Luzon nennt man Tagalen. Sie haben die Niederungen und Gebirge
zwischen ihren unter Kokospalmen versteckten Pfahlbaudörfern gut
angebaut mit Nahrungspflanzen (vor allem Reis), Zuckerrohr, Tabak
und der Bananenart Musa textilis, der Lieferantin der
Manilahanffasern. Gewerbebetriebe: Schnitzarbeiten,
Manilahanfverarbeitung zu Stoffen und Matten; Trepang- und
Perlenfischerei, Entenzucht. Ausfuhr: Manilahanf, Kopra, Zucker,
Tabak, Kaffee, Farbholz, Ilang-Ilang, Aloefaser, Gold. Der
Straßenbau in den Provinzen schreitet rüstig vorwärts. Auf Luzon
sind bis jetzt 600 km, auf Cebu 110 km, auf Panay 125 km
Eisenbahnen im Betrieb. Unter dem Zivilgouverneur stehen das
Oberhaus, bestehend aus neun von Washington aus ernannten Beamten,
das Unterhaus aus 81 gewählten Abgeordneten, ferner die 40
Provinzen mit vom Volke gewählten Gouverneuren; die Städte haben
Selbstverwaltung.
_=Geschichtliches.=_ _Magalhães_ entdeckte und besetzte die Inseln
1521 und taufte sie Inseln des heiligen Lazarus; 1543 wurde der
Name nach dem Kronprinzen (spätern König Philipp II.) in »Islas
Filipinas« umgeändert. 1645 erlitten die Philippinen ein schweres
Erdbeben. Im 18. Jahrh. begannen die Spanier eifrige
Plantagenwirtschaft und Missionstätigkeit durch geistliche Orden
(Augustiner, Dominikaner und Jesuiten); die Ordensgeistlichen
machten sich durch Härte verhaßt, so daß seit 1876 Aufstände unter
Führung aufgeklärter Filipinos kein Ende nahmen. Nach Beendigung
des spanisch-amerikanischen Kriegs 1898 trat Spanien die
Philippinen an die Vereinigten Staaten ab, die aber in der kurzen
seitdem verflossenen Zeit trotz großer Geldopfer die schweren, dem
Wirtschaftsleben der Inseln durch die spanische Mißwirtschaft
geschlagenen Wunden und das tiefgewurzelte Mißtrauen der
Eingebornen gegen die weißen Beherrscher noch nicht beseitigen
konnten. Die Eingebornen sind auch jetzt noch recht unruhig.
Beste _=Reisezeit=_ Januar und Februar.
=Manila= (vgl. den Plan S. 237).
=Ankunft zur See.= Seedampfer ankern innerhalb des Wellenbrechers,
Küstendampfer im Pasigfluß. Schiffe bis zu 10 m Tiefgang können
Passagiere und Ladung in den beiden Landungshallen absetzen.
Strenge Zolluntersuchung; Waffen werden, solange keine Erlaubnis
zum Tragen eingeholt ist, zurückbehalten.
=Gasthöfe= (sehr mäßig): _Delmonico Hôtel_, das beste am Platz,
Deutsch gesprochen; -- _Hôtel Métropole_, Plaza Goiti; -- _Hôtel
Bay View_, San José, Ermita; -- _Hôtel de France_, Escolta, in
allen Pens. 5-10 Pesos. -- _Manila Hotel_, modern, im Bau.--_H.
Wechsler_, deutsche Gastwirtschaft und Bierhalle, Anloague (an der
deutschen Flagge kenntlich); Mitt. $ 1 (2,10 M.).
=Post.= Brief nach Deutschland 10, Postkarte 4 centavos, über
Sibirien (besonders zu vermerken) 20 u. 8 centavos.
=Telegraph=: _Eastern Extension_, überall hin; _Pacific Cable Co._
nach Manila, Schanghai und San Francisco. Sämtliche
Philippinen-Inseln sind durch Kabel miteinander verbunden.
=Mietswagen= kosten für die erste St. 40 cts., jede folgende St. 30
cts. -- =Elektrische Straßenbahn= bis Malabon und Fort Mac
Kinley. -- =Eisenbahn= von Manila nach Camp I und San Fernando mit
Zweigbahnen, Manila-Batangas, Manila-Cavite, Manila-Antipolo, etwa
600 km.
=Dampfer=: Nach Hongkong s. S. 234; -- _Great Northern Steamship
Co._, monatl. über Hongkong, Schanghai nach Seattle; -- _Pacific
Mail S. S. Co._ (Agentur Castle Bros. Wolf & Sons) und _Tojo Kisen
Kaisha_, monatl. über Hongkong, Schanghai nach San Francisco;
-- _Norddeutscher Lloyd_ (Agentur Behn, Meyer & Co., Ltd.,
Tel.-Adr. Nordlloyd Manila), alle 4 Wochen nach Australien und
Neuguinea; -- Küstendampfer der _Philippine Steamship Co._ (Agentur
Warner, Barnes & Co.), nach allen Inseln des Archipels. -- Außerdem
Agenturen der _Hamburg-Amerika Linie_, _Messageries Maritimes_ u.
a.
[Illustration: Karte der Umgebung und Lageplan von Manila.]
=Geld=: 1 Peso = 1/2 $ Gold (Vereinigte Staaten, II. Teil, S. 2) =
2,10 M. -- =Banken=: _Hongkong & Shanghai Banking Corporation_ und
_Chartered Bank of India, Australia & China_; beide Korrespondenten
der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank;
_International Banking Corporation_; _Banco Español Filipino_.
=Sprache.= Mit Englisch kommt man gut aus.
=Vergnügungen=: Militärkonzerte an der Luneta (Reede), Hahnenkämpfe
etc.
=Konsulate=: _Deutsches Reich_, Dr. Zitelmann, Calle Real 346,
Malate etc. --_Österreich-Ungarn_, Konsul Peter Krafft.
=Deutscher Klub=: General Solano 402, San Miguel, im Villenviertel;
von seiner Terrasse *Aussicht.
Die =Polizei= ist gut; die amerikanischen Polizisten geben höflich
Auskunft und zeigen den Weg.
=Deutscher Arzt=: _Dr. Bartels_, Calle Marina 67, Ermita.
=Deutsche Apotheken=: _Stahl & Rümcker_, Escolta 83; _Santos &
Jährling_, Plaza Goiti.
=Zeitungen.= _=Englisch=_: _Manila Times_, Abendzeitung; _Cablenews
American_, _Daily Bulletin_, Morgenzeitungen. _=Spanisch=_: _El
Comercio_, _El Mercantil_.
=Sehenswürdigkeiten=: Kathedrale und die alten Kirchen in
Intramuros, Museen, alte Festungswälle in Cavite, Bilibid Prison.
=Geschäftsadressen.= Viele deutsche Kaufleute leben in Manila; man
frage im Gasthof nach dem »Directory«.
=Zeiteinteilung.= Für Manila genügen einige Tage; für Ausflüge nach
Baguio 4 Tage, nach den Majayjay-Fällen 3 Tage, zur Insel und dem
Vulkan Taal 4 Tage, nach Sibul Springs 3 Tage, nach Los Baños 1-1/2
Tag.
=Geschichtliches.= Manila wurde 1572 begründet, 1590 als Festung
ausgebaut; 1643 wurde es von den Holländern, später von asiatischen
Piraten und aufständischen Eingebornen bedroht, aber nie
eingenommen. Am 1. Mai 1898 erzwang der amerikanische Admiral Dewey
die Einfahrt in die Bucht von Manila, zerstörte in der Bucht von
Cavite das aus kleinen, alten Schiffen bestehende spanische
Geschwader und blockierte Manila von der Seeseite, während die
verbündeten Filipinos sie von der Landseite einschlossen, so daß
die spanische Besatzung 13. Aug. 1898 kapitulieren mußte. Auch
während der Kämpfe, die bald zwischen den Amerikanern und den
Filipinos ausbrachen, wurde Manila wiederholt von letztern
angegriffen.
=Manila=, Hauptstadt und Haupthandelshafen der Philippinen, liegt im
Südteile der größten, nördlichsten Insel des Archipels, Luzon, am
Ostufer der prächtigen Bai von Manila, unter 14° 35' nördl. Br., hat
234409 Einw. (Tagalen, Mestizen, Spanier und etwa 30000 Ausländer, meist
Chinesen), macht den Eindruck einer südeuropäischen Stadt. Die meisten
Häuser sind wegen der Erdbeben aus Holz (nur das Erdgeschoß aus Stein),
aber darum den Wirkungen der Wirbelstürme preisgegeben; der letzte
Zyklon (1882) verwüstete in einer Stunde die halbe Stadt. Manila besteht
aus der alten, von moosbewachsenen Ringmauern umgebenen innern Stadt
(_Intramuros_) und den durch eine Stein- und drei eiserne Brücken mit
dieser verbundenen Vorstädten (_Extramuros_). Erstere, am l. Ufer der
Pasig, hat gerade Straßen, Palast des Erzbischofs, Rathaus, 10
reichgeschmückte Kirchen, viele Klöster, Hospitäler, Kasernen,
Observatorium (von dem berühmten Meteorologen und Taifunspezialisten
Jesuitenpater _José Algué_, Verfasser des Werks »The Cyclones of the Far
East«, vorzüglich geleitet). Die innere Stadt, an die sich die Vororte
_Ermita_, _Paco_ und _Malate_ und das _Fort Santiago_ eng anschließen,
ist Sitz des Zivilgouverneurs und des obersten Gerichtshofs und hat nur
etwa 20000 Einw.
[Illustration: Manila, Plan der Innern Stadt.]
Die Vorstädte _Binondo_ und _Santa Cruz_ am r. Pasigufer sind Sitze des
europäischen, amerikanischen und chinesischen Handelsverkehrs, dagegen
blüht in dem von Mestizen und Fremden bewohnten _Tondo_ der Kleinhandel.
Hauptindustrie ist Zigarrenfabrikation und Verarbeitung von Manilahanf;
daneben Verfertigung von Nanking, Flechtarbeiten, Teppichen,
Goldschmiedearbeiten und andern Metallwaren; durch europäische und
amerikanische Unternehmer sind Zuckerraffinerie, Maschinenfabriken,
Brennereien und Zündhölzchenfabrik entstanden. Der Handel liegt meist in
den Händen von Engländern, Deutschen und Amerikanern. Die Einfuhr umfaßt
Baumwollengewebe, Eisenwaren, Petroleum, Seiden- und Wollwaren, Papier,
Kohlen, Kupfer, Reis, Wein, Schirme etc., Ausfuhr Zucker, Hanf, Tabak,
Zigarren, Kopra, Kokosnußöl u.a. Der Handel richtet sich größtenteils
nach den Vereinigten Staaten und England. Von Unterrichtsanstalten
besitzt Manila eine Universität, höhere Schulen, Lehrerseminar für
Eingeborne, Sternwarte, bürgerliches und militärisches Hospital. Das
Klima ist trotz Feuchtigkeit gesund (Durchschnittstemperatur 27°, Januar
25°, Mai 28,6°), Cholera und Pest aber haben zahlreiche Opfer gefordert.
Zyklone und Erdbeben haben die Stadt wiederholt schwer heimgesucht.
--_=Rundfahrt.=_ Man besuche die Geschäftsstraße _La Escolta_; sie ist
Hauptsitz des Handels- und Schiffsverkehrs, lebhafter Verkehr bei
Geschäftsschluß an der großen Pasigbrücke, Puente de España; von dort
wandert man zum Strande. Der _Bagumbayan_ und die _Luneta_, wo
Militärmusik spielt, sind beliebte Spaziergänge. Auf der _Plaza_ steht
das _Standbild Isabellas II._, in der Nähe der alten Festung, bei der
Brücke, die _Magalhães-Säule_ und vor dem frühern erzbischöflichen
Palast, jetzt Sitz des amerikanischen Truppenbefehlshabers, das _Denkmal
Karls IV_. Sehenswert sind die Zigarrenfabriken und die Barbierläden
sowie die Vororte der Eingebornen, die Tabakpflanzungen, Bambushaine und
Kokospalmenhaine in der Umgebung.
=Ausflüge=: Lohnend ist ein Ausflug nach dem Kratersee _Laguna
encantada_ (bezauberter See) und nach dem Wasserfall in der
prächtigen Schlucht bei _Santa Cruz_ (bequem mit Auto, die Stunde
4-6 Pesos), ferner nach dem Kriegshafen _Cavite_ mit Bahn in 1-3/4
St., zurück mit Fährdampfer 1 St.; mit Bahn westl. nach _Laguna de
Bay_ zum Kurort _Los Baños_ (gutes Hotel) mit heißen Quellen; in
die Berge von _San Mateo_, _Montalbani_ und _Antipolo_. [Hand] Vor
größern Ausflügen ziehe man Erkundigungen über den Reiseweg ein.
=Ausflug nach Baguio= (4 Tage erforderlich): Mit Frühzug der
_Dagupan Railway_ nordwärts Manila durch die Provinzen Rizal,
Bulacan, Pampanga, Tarlac und Pangasinan, gut angebautes, ebenes
Land mit Reis- und Zuckerrohrfeldern, dann durch Wälder von
Nipa-Palmen und sandige Moore mit 5-8 m hohem Cogan-Gras. Hinter
_Dagupan_ steigt die Bahn etwa 100 m zum vorläufigen Endpunkt _Camp
One_; hier beginnt das Gebirgsland der Provinz _Benguet_ (man fährt
ab Camp One mit staatlichen Gebirgsautomobilen); die
Benguet-Landstraße steigt in der Talschlucht des Bued-Flusses
durchschnittlich 1: 25 etwa 40 km in prächtigem Alpenpanorama
empor; erste Haltestelle (20 km) _Twin Peaks_ (Bungalow mit
Erfrischungen). Von da in 2 St. auf großartigem Weg zum Gebirgskamm
(eine der schönsten Landschaften der Erde); halbwegs hört die
Tropenflora auf, Myrten und Nadelholz beginnen, die Luft wird kühl.
Man sieht r. einen Durchhau nach _Camp John Hay_ und erreicht 100 m
weiter _Hill Side_ (*Aussicht) und bald darauf *=Baguio= (_Hotel
Pines_, gelobt, in prächtiger Lage), die Sommerresidenz der
amerikanischen Beamten mit frischem, gesundem Bergklima, 1456 m ü.
M., in schönster Landschaft gelegen, als Kurort sehr beliebt. Die
höchste in 4 Jahren beobachtete Temperatur beträgt nur 26,4°, die
niedrigste 6,8°, die Niederschlagsmenge aber nicht weniger als 4000
mm, der meiste Regen fällt im Mai-Oktober, Dezember-März sind ganz
trocken.--Etwa 5 km weiter liegt _Gibraltar_ und weiter l.
_Topside_, die Residenz des Zivilgouverneurs mit Park und
Sportplatz. L. vom Hotel liegt der Bezirk _Brook Side_.
12. Von Hongkong nach Schanghai. Die Yangtse-Fahrt.
Vgl. die Karte S. 215.
=Dampfer= (Österr. Lloyd, Messageries Maritimes und P. & O. Line)
in 3-4 Tagen von Hongkong nach Schanghai, vgl. S. 221.--Die
=Reichspostdampfer= (s. S. 245 B.) gehen von _Hongkong_ in 3 Tagen
nach (870 Seem.) _Schanghai_ und laufen auf der Rückreise zur
Teezeit _Futschou_ an. Fahrpreise Hongkong-Schanghai I. Kl. $ 66,
II. Kl. $ 44.--Außerdem _Pacific Mail Steamship Co._, _Canadian
Pacific Steamship Co._, _Toyo Kisen Kaisha_ und _Nippon Yusen
Kaisha_.--Nach _Formosa_ gehen Dampfer der _Osaka Shosen Kaisha_
über Swatau, Amoy und Futschou nach (930 Seem.) _Schanghai_ in 7
Tagen.-- =Küstendampfer= (s. unten A.), darunter die _Deutsche
Reederei M. Jebsen_, die _Douglas Steamship Co._, die _Indo-China
Steam Nav._ u. a., berühren Swatau, Amoy, Futschou und Ningpo.
Näheres in den Tageszeitungen in Hongkong.
A. Die =Küstenfahrt= zwischen Hongkong und der Yangtse-Mündung wird nur
von kleinen Dampfern ausgeführt, da der große Bogen der südchinesischen
Küste zwar außerordentlich viele Buchten besitzt und zum Teil in
Inselscharen aufgelöst ist, aber wenige tiefe Häfen besitzt. Die
Buchten sind entstanden, indem das Land sich senkte und das Meer in die
Täler des bisherigen Küstenlandes eindrang; nachträglich sind sie zum
Teil durch Sinkstoffe der Flüsse wieder verschlammt worden. So bestehen
auf der ganzen langen Strecke nur drei bedeutendere Hafenorte, bei denen
wie bei Kanton Flußmündungen die Stelle von Häfen vertreten: Swatau,
Amoy und Futschou. Sie alle haben es nicht zu größerer Bedeutung bringen
können, weil ihre Hinterländer zwar sehr reich und mit guten Wasserwegen
ausgestattet, aber nicht allzusehr ausgedehnt, sondern gegen das Innere
durch eine höhere Gebirgsschranke abgeschlossen sind. Kleinere, dem
Fremdenhandel zugängliche Häfen sind Santuao, Funing, Wentschou.--Man
verläßt Hongkong durch den _Lyemun-Paß_, läuft zwischen den Küsteninseln
und nahe unter Land bis zum _Kap Gute Hoffnung_ (_Good Hope Cape_), 50 m
hoch, mit kleinem weißen Leuchtturm an der Mündung des _Han-Flusses_;
zwischen Inseln und Klippen steuert man durch das Zuckerhut-Fahrwasser
(_Sugarloaf Channel_) über die Barre in den mit Fischerbuhnen besetzten
Fluß und gelangt nach 1 St. Fahrt nach
(175 Seem.) =Swatau= (_Astor House Hotel_, Pens. $ 6-12; _Swatow Hotel_,
an der Landestelle, mäßig), _Scha-tou_, Hafenstadt der Provinz
Kwangtung, dem fremden Handel seit 1858 geöffnet, auf 23°22' nördl. Br.,
also etwa unterm Wendekreis gelegen, mit etwa 48000 Einw. (unter 250
Ausländern etwa 30 Deutsche), hat bedeutenden Seeverkehr, namentlich als
Mittelpunkt der Rohrzuckererzeugung, und europäische Niederlassungen an
beiden Ufern des Hanflusses 8 Seem. innerhalb der Mündung; deutsches
Konsulat (Dr. v. Borch) und deutsches Postamt am Nordufer, größere
Niederlassung auf der Insel _Kakchioh_ am Südufer zwischen schönen
tropischen Gärten und felsigen Hügeln; je ein (internationaler) Klub auf
jedem Ufer (Einführung durch Mitglied). Einkäufe: Zinkteebüchsen,
Zigarrenkasten, Grasleinengewebe, Fächer und Curios. Chinesische
Flußdampfer fahren bis zu der volkreichen Industriestadt
_Tschautschoufu_ (_Chaochowfu_; bis hierher auch Eisenbahn, 48 km,
täglich 3 Züge) und _Kityang_, dem Mittelpunkte des Zuckerrohrbaues. Auf
dem Fluß im Winter Jagdgelegenheit auf Wildenten und Wildgänse etc.
Nördl. von Swatau gelangt man in die _Formosastraße_, die im NO.-wie
SW.-Monsun meist starken Seegang hat; man fährt in Sicht der Küste an
vielen Inseln vorbei und biegt, nachdem man die _Nantai Wuschan-Pagode_
auf 524 m hohem Berggipfel erblickt hat, in eine weite Bucht; im Innern
liegt
(310 Seem.) =Amoy= (_Hsiamen_, in der Provinz Fukiën), dem fremden
Handel seit 1842 geöffnet, auf etwa 24° 30' nördl. Br., mit 114000 Einw.
(30 Deutsche), Sitz eines Titu (Admirals), eines Taotai und eines
Haifangting (Seepräfekt), auf der Insel _Amoy_, die, 15 km lang und 11
km breit, von 400000 Menschen in 136 Ortschaften bewohnt ist und an der
Mündung des Drachenflusses (_Kiulungkiang_) liegt. Letzterer bildet eine
gute Wasserstraße ins Hinterland. Die Bedeutung des Ortes als
Handelsplatz ist stark zurückgegangen, seitdem Japan die
gegenüberliegende große Insel Formosa besetzt hat und der Verkehr
zwischen dieser und dem Festland gering geworden ist. Die Innenstadt,
in der die Yamen der chinesischen Beamten liegen, ist mit Mauern
umgeben. Vor dem Südtor eine alte Ehrenpforte mit Steinfiguren, die eine
im 17. Jahrh. vom Vizekönig in Futschou empfangene holländische
Gesandtschaft darstellen, und Inschriften, wonach den Holländern
gestattet wurde, in Amoy Handel zu treiben. Reste der Mauern um die alte
holländische Niederlassung hinter dem New Amoy Dock. Amoy wurde 1544 von
Portugiesen besucht; später war den Spaniern dort der Verkehr
gestattet.--Bei _Amingkang_, Dorf 1 km südl. von Amoy, liegt das _Grab
des Prinzen Lu Wang_, der 1660 auf der Flucht vor den Mandschus in Amoy
starb, daneben zwei Steinfiguren und ein steinernes Pferd, die Symbole
der Abstammung vom Herrscherhaus.--An den Bergabhängen ein weißer
Grabstein neben dem andern, aus der Taiping-Rebellion herrührend.
--Gegenüber Amoy die alte _Nan tai wu-Pagode_.--Vier große Forts
verteidigen die Stadt.--Im Hafen sehr lebhafter Handelsverkehr; Einfuhr
hauptsächlich Opium und Baumwollwaren, Ausfuhr schwarzer Tee und Zucker.
_Eisenbahn nach Tschangtschoufu_ (_Changchowfu_) im Bau. Gelegenheit zu
billigen Einkäufen (man muß stark handeln!) chinesischer Kuriositäten:
Katzenaugen, Schnitzereien aus Pfirsichkernen, hölzerne Götzenfiguren,
Speckstein. Sehenswert sind auch die Fabriken für Spitzen, künstliche
Blumen, Porzellan und Seide, die Markthallen, Malerwerkstätten und der
Fischmarkt, Teehandlungen. Amoy ist eine der schmutzigsten Städte
Chinas, man nehme Riechsalz mit; auch herrschen Cholera und und Pest
dort häufig.--Gegenüber dem Hafen von Amoy liegt =Kulangsu=, eine kleine
Insel mit der sehr gesunden und malerischen internationalen
Fremdenniederlassung unter eigner Verwaltung, dem _Sea view Hotel_ und
dem _New Amoy Hotel_, dem _Amoy Club_, der _Masonic Hall_, dem
_Deutschen Postamt_, ferner den Banken: _Hongkong & Shanghai Banking
Co._ (Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft) und _National Bank of
China/_; _Deutsches Konsulat_ (Konsul Dr. Merz). Spaziergang (2 St.)
rund um die malerische Insel auf bequemem Weg, beliebte Promenade der
Europäer, die auf Kulangsu international zusammenhalten und sehr
gastfrei sind.
=Ausflüge= von Amoy (Überfahrt mit Sampan von Kulangsu; man nehme
Führer vom Hotel mit, nach der Landungsstelle bei der Asiatic
Petroleum Co.) zum =Weißen Hirsch- und Tigertempel= in schöner
Landschaft, in 1 St. auf gutem Weg mit Ausblick auf Stadt und
Hafen.--Unterhalb des Tigertempels lag der _Wackelstein_, ein
schwerer, früher beweglicher (jetzt umgeworfener) Felsen.--Beim
Rennplatz, vom Seeräuberkönig _Koxinga_ (der Mitte des 17. Jahrh.
die Holländer aus Formosa verdrängte) angelegt, liegt der
_Lamputan-Tempel_. Vor dem Tempel stehen von Schildkröten getragene
Grabsteine berühmter Chinesen; hinter dem Tempel ein Park mit
Grotten. Im Innern des Tempels stehen in der großen Vorhalle vier
riesige Holzbildwerke, r. ein Lautenspieler, daneben ein Krieger in
goldenem Panzer, gegenüber zwei andre Tempelwächter, von denen
einer eine Schlange erdrückt, der andre eine Pagode in der Hand
hält. Im Heiligtum steigt man eine Treppe hinauf in eine Halle, wo
ein milder Buddha einer goldenen Lotosblume entsteigt, ihm zur
Seite betende Gestalten. An den Wänden stehen hinter Glas
Götzenbilder. Auf der Bergkuppe oberhalb des Tempels *Aussicht.
Lohnend ist auch ein Ausflug etwa 20 Seem. flußaufwärts zu der 330
m langen, aus gigantischen Steinblöcken erbauten Brücke, deren
Bau ein technisches Wunder darstellt. Ferner zu empfehlen eine
Fahrt auf der zum Teil schon im Betriebe befindlichen Bahnlinie von
Amoy nach der großen Binnenstadt Tschangtschoufu.