Malakka bis zur Formosa-Straße (vgl. beifolgende Karte). Der südliche
Teil wie auch die Golfe von Siam und Tonkin haben weniger als 200 m
Tiefe, während im nordöstlichen Teil, zwischen den Philippinen und
Hongkong, mehr als 4000 m Wassertiefe gefunden sind. Sehr gefährliche
Korallenriffe findet man an vielen Stellen, besonders ausgedehnt westl.
von der Insel _Palawan_ bis 110° östl. L. Im nördlichen Teile liegen die
_Paracel-Inseln_, umgeben von Riffen und Bänken; östl. davon die große
_Macclesfield-Bank_ u. a. Die Strömungen im Südchinesischen Meere sind
von den herrschenden Winden abhängig: während des SW.-Monsuns setzt der
Strom zwischen Singapore und Hongkong sowie unter der Küste von Annam
nnö., während des NO.-Monsuns ssw. Der SW.-Monsun beginnt im Golf von
Tonkin Mitte April und weht im Juni, Juli und August überall zwischen
Singapore und Hongkong. Der NO.-Monsun ist am stärksten und
gleichmäßigsten im Januar, Februar und März. In der zweiten Hälfte des
SW.-Monsuns treten vor dem Golf von Siam, der Küste von Indochina und
dem Golf von Tonkin häufig heftige Gewitterböen mit dunklem Gewölk auf.
_Taifune_ kommen im Mai bis November, doch meist nur im August,
September und Oktober vor; bei westlichem Sturm ist die Gefahr, in die
Mitte des Taifuns zu geraten, für Schiffe, die von Singapore nach
Hongkong fahren, nicht groß, weil man sich wahrscheinlich an der linken
Seite der Sturmbahn befindet und nur beizudrehen braucht, bis das Wetter
besser und der Wind sw. geworden ist. Wenn der Barometerstand sich wenig
ändert, kann das Sturmgebiet an seiner Südseite umsteuert werden, mit
südlichen und östlichen Kursen. Bei südlichem Wind kann man den Kurs
beibehalten, muß sich aber hüten, der Sturmmitte zu nahe zu kommen. Am
unsichersten ist die Lage des Schiffes, wenn der Sturm aus Richtungen
zwischen NO. über N. bis NNW. weht. Nur wenn der Wind dann nach l.
dreht, oder wenn er gleich aus NNW. beginnt, kann man mit SW.-Kurs
abhaltend sicher sein, der gefährlichen Sturmmitte zu entgehen.
Hongkong.
Vgl. die beifolgenden Pläne.
=Ankunft zur See.= Der Hafen ist stark belebt mit großen Dampfern,
deren täglich bis zu 60 ein- und auslaufen (vgl. S. 223). Die
Hafenstadt _Victoria_ baut sich am Fuße des Pik der Insel Hongkong
stufenweise auf, ihre weißen, palastartigen Häuser liegen zwischen
schönen Gärten mit grauem Felsenhintergrund. Alle großen
Dampferlinien haben Festmachetonnen für Dampfer; die deutschen
Reichspostdampfer legen an dem Pier von _Kowloon_ an; Ausschiffung
erfolgt mit Dampfbarkassen der Gasthöfe oder mit Sampan (1/2 St.
Fahrt, 10 cents jede Person). Da Hongkong Freihafen ist, findet
keine Zolluntersuchung statt.
=Gasthöfe=: _Hongkong Hotel_, 170 Z., Pens. $ 6-12. --_Grand Hotel_
(deutscher Besitzer), Pens. von $ 5 an. -- _King Edward Hotel_, Ice
House Street, sehr mäßig (indischer Manager); 85 Z., F. 1, Lunch
1,25, Dinn. 1,25, Sup. 1, Pens. $ 6-12. -- _Astor House Hotel_,
Queen's Road Central. -- _Peak Hotel_, nahe dem Endpunkte der
Drahtseilbahn auf dem Pik, für Fremde zu empfehlen, die Zeit haben,
außerhalb der Stadt zu wohnen; Pens. von $ 5 an. -- _Connaught
Hotel_, Main Street; 90 Z., Pens. $ 5-15, monatl. $ 90-100. --
_Grand Carlton Hotel_ (Familienpension), Ice House Road 8 u. 10,
Pens. von $ 4 an. -- _Thomas Hotel._ -- _Kowloon Hotel._
-- _Privatpension Kingsclerc_, Kennedy Road, gelobt (deutsche
Besitzerin G. Sachse).
=Cafés= (mit kalter Küche): _Weismann_, Des Voeux Road. -- _Wiener
Café_, Queen's Road.
=Post=: Queen's Road, beim Uhrturm; Briefe nach Deutschland 10
cents, Postkarten 4 cents. -- =Telegraph=: New Praya, Connaught
Road. Die Preise für Telegramme schwanken nach dem Dollarkurs.
-- _=Kabel=_ nach Saïgon, Labuan, Manila, Schanghai und Macao.
-- =Telephon.=
=Wagen= gibt es nicht.
=Elektr. Straßenbahn= von _Westpoint_ bis _Shankiwan_ am Meeresufer
entlang, in 60 Min. für 40 cents, Teilstrecken 5 cents. Umsteigen
bei _Happy Valley_.
=Tragstühle= (_chair_) mit 2 Trägern, nach Tarif: in der Stadt 1/2
St. 20 cents, 1 St. 30 cents, 3 St. 70 cents; für den Tag $ 1;
außerhalb der Stadt mit 4 Trägern: 1 St. 60 cents, 3 St. $ 1, für
den Tag $ 2. Im Bergdistrikt die Hälfte höher.
=Rikschas=: 1/4 St. 5 cents, 1/2 St. 10 cents, 1 St. 15 cents, jede
Stunde mehr 10 cents. -- =Drahtseilbahn= (_Peak tramway_) von
Garden Road zum Pik in 7 Min., einfache Fahrt 30 cents, Hin- u.
Rückfahrt 50 cents; von 7-1/2 Uhr früh bis 8 Uhr abds. alle 10 u.
15 Min.; von 8-11-1/4 Uhr abds. jede 1/2 St. -- =Fahrräder=:
Verleihgeschäft in Queen's Road Central, westl. von New Praya. --
=Pferde= zu mieten in Kennedy Stables.
=Flußdampfer.= 1) _=Nach Kanton=_: _Hongkong, Canton and Macao
Steamboat Co._ 3mal tägl. (außer So.), 8 Uhr Vm. und 9 u. 10,30 Uhr
Nm.; Fahrpreis $ 8, jede Mahlzeit $ 1-1/2, F. 9 Uhr, Tiffin 1 Uhr,
Dinner 7-1/2 Uhr. Schlafkabine, wenn frei. _Französische Dampfer_
(vorzuziehen!) jeden Abend 5-1/2 Uhr (außer So.), Fahrpreis $ 5,
Mahlzeit $ 1-1/2; Schlafkabine. -- 2) _=Nach Macao:=_ _H. C. & M.
S. Co._ tägl. (außer So.) abds., Fahrpreis $ 4; _Wing-on Steamship
Co._ jeden Morgen 8 Uhr, Fahrpreis $ 3; Sonntags Sonderschiffe hin
und zurück $ 2, Aufenthalt ca. 4 St.
=Fährdampfer= (_Ferry launch_) von _Hongkong_, Ice House Street,
nach dem nördl. gegenüberliegenden _Kowloon_, Godown Wharf, in 9
Min. für 15 cents; von 5-1/2 Uhr früh bis 7-3/4 Uhr abds. alle 10
Min., bis 9-1/4 Uhr jede 1/4 St., bis Mitternacht jede 1/2 St.
=Seedampfer=: _Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd_ (Agentur:
Melchers & Co., Queen's Building I., Tel.-Adresse
»Nordlloyd-Hongkong«) alle 14 Tage nach Schanghai und Japan, ebenso
nach Singapore und Europa; Anschlußdampfer über Manila, Angaur,
Jap, Friedrich-Wilhelmshafen, Rabaul und Brisbane nach Sydney. --
_Österreichischer Lloyd_ (Agentur: Sander, Wieler & Co., Tel.-Adr.:
»Lloydiano Hongkong«) monatlich nach Schanghai, Yokohama, Kobe
sowie über Singapore nach Europa. -- _Messageries Maritimes_
(Agentur: de Champeaux, Tel.-Adr.: »Messagerie-Hongkong«) alle 14
Tage über Schanghai, Kobe nach Yokohama, ebenso über Saïgon,
Singapore nach Europa. -- _Peninsular and Oriental Co._ alle 14
Tage nach Europa und über Schanghai nach Japan. -- _Pacific Mail
Steamship Co._, _Great Northern S. S. Co._, _Toyo Kisen Kaisha_ und
_Nippon Yusen Kaisha_ etwa alle 10 Tage über Japan nach San
Francisco. -- Nach den Philippinen (Manila) vgl. S. 234.
=Banken=: _Deutsch-Asiatische Bank_, Tel.-Adr. »Teutonia«, Queen's
Road Central Nr. 7, Korr. sämtlicher deutschen Großbanken; --
_Hongkong-Shanghai Bank_ und _Banque de l'Indochine_, beide Korr.
der Berliner Disconto-Gesellschaft.
=Theater=: Im Winter zuweilen eine europäische Truppe; außerdem
chinesische, eins (_Koshing_ in Queen's Road West), wo stets
gespielt wird, auch Singspielhallen; mitunter Promenadenkonzerte am
Drahtseilbahnhof.
=Reisebureau=: _=Thos. Cook & Son=_, Des Voeux Road Central 16,
gibt gratis: »_Information for Travellers landing at Hongkong_«;
liefert Fahrkarten für Führung und Fahrt nach Kanton,
empfehlenswert.
=Konsulate=: _Deutsches Reich_, Konsul Dr. E. A. Voretzsch, Wyndham
Street 8 u. 10, etwa 5 Min. von Blake Pier, mit Lesezimmer für
deutsche Seeleute. -- _Österreich-Ungarn_, Konsul Ritter v. Wiser,
Princes' Buildings. -- =Deutscher Klub= »Germania«, Kennedy Road,
nahe Union Church und Drahtseilbahn; _Hongkong Club_ (engl.), am
Hafen, Connaught Road, New Praya. -- =Deutscher Gottesdienst=
(deutscher Pfarrer) in der Kapelle des Berliner Findelhauses, So.
11 Uhr. -- =Deutsche Schule=, Kennedy Road, hinter Union Church.
=Polizei=: Hauptamt (Central Police Station) Old Bailey Street,
südl. vom katholischen Dom.
=Deutsche Ärzte=: Dr. _Müller_; Dr. _Justi_, Mansion House; Dr.
_Hoch_. -- =Deutsche Apotheke=: _Medical Hall_ (Inhaber E.
Niedhardt & H. Kammel), Ecke Ice House Str. u. Des Voeux Road.
-- =Krankenhäuser=: _Civil Hospital_, Queen's Road West; _Peak
Hospital_.
=Buchhandlungen=: _Kelly & Walsh Ltd._ -- _W. Brewer & Co._ --
=Presse=: _Hongkong Daily Press_; _China Mail_; _Hongkong
Telegraph_; _South China Morning Post_. -- =Photographien=: Viele
Geschäfte, die auch Platten und Films in gutem Tropenverschluß
liefern, z. B. _Long Hing & Co._, Queen's Road Central. [Hand] Das
Photographieren der Festungswerke und Marineanlagen ist streng
verboten.
=Geschäftsadressen=: Queen's Road ist Hauptgeschäftsstraße.
_=Optiker=_: _Charles J. Gaupp & Co._ (deutsch), Alexandra
Building. -- _N. Lazarus_, im Hongkong Hotel. -- _=Zigarren=_,
_=Ansichtskarten=_: _Kruse & Co._ (deutsch), Mansion House. --
Warenhaus _Lane Crawford & Co._, Ecke Ice House Street und Chater
Road. -- _=Kleider-=_ und _=Wäschehändler=_: _Tak Cheong_, Queen's
Road Central; _Bon Ton_, D'Aguilar Street 2. -- Curios und
japanische Waren: _Kun & Komor_, Hongkong Hotel Building (sehr
gut); _Loong Shing Co._, Queen's Road Central 26. -- Seidenspitzen
und Grasleinen: _Madame Flisch & Co._ -- Blackwood-Möbel:
_Lok-Hing_; _Kwong Hing_. -- Porzellan: _Wing Hing_. -- Juwelier
_J. Ullmann & Co._, Queen's Road Central 34, gegenüber Hauptpost.
-- Silbersachen: _Wang Hing_; _Wing Nam_, sämtlich Queen's Road
Central. -- Man kauft sehr preiswürdig schöne Seidenstickereien,
Goldstickereien auf Seide u. Samt, Grasleinenstickereien,
Blackwood-Kunstmöbel und andre Kunstschnitzarbeiten in Elfenbein,
Ebenholz, Speckstein, Cloisonné-(Metallemaille-)Kunstsachen,
Bronzen, Silberarbeiten verschiedenster Art, goldene Ringe etc.,
Eisenschmiedearbeiten, Korb- u. Strohflechtereien, mottensichere
Kampferkisten, chinesische Bilder auf Reispapier und in Öl etc.
=Zeiteinteilung= auf 5 Tage. I. Tag: Hongkong, Fahrt auf den Peak;
Queen's Road; Nachtfahrt nach Kanton. -- 2. Tag: Kanton. -- 3. Tag:
Kanton. -- 4. Tag: Früh Rückfahrt nach Hongkong; Nm. Park und
Promenade Kennedy Road oder Bowen Road (Wasserleitung). -- 5. Tag:
Vm. Happy Valley, Nm. Einkäufe. -- _=Auf 8 Tage=_: 1.-4. Tag wie
vorher. -- 5. Tag: Früh nach Macao. -- 6. Tag: Macao, Nm. Rückfahrt
nach Hongkong. -- 7. Tag: Happy Valley, Nm. Einkäufe. -- 8. Tag:
Fahrt auf den Peak, zu Fuß Nm. zurück.
=Hongkong=, chines. _Heung Kong_ (»Tal der reichen Wasser«), britische
Insel östl. der Einfahrt in den Kantonfluß, ist 15 km lang, 7-8 km
breit, 75 qkm groß mit (1905) 377850 Einw., von denen nur 17977
Nichtchinesen (Engländer, Portugiesen, Inder, etwa 300 Deutsche etc.).
Dazu kommt auf der gegenüberliegenden Halbinsel _Kowloon_ (Kaulun) ein
seit 1898 gepachtetes Gebiet von 974 qkm mit 85011 Einw. Die ganz aus
Granit und Basalt bestehende Insel erhebt sich im _Victoria Peak_ 551
m ü. M. Das Klima kann mit einer mittlern Jahrestemperatur von 22°
(Februar 14,3°, Juli 27,6°) noch als tropisch bezeichnet werden, wenn
auch die jährliche Temperaturschwankung schon stark (absolute Extreme
etwa 35° und 2°) ist. Doch hat Hongkong unter den kalten trocknen
Landwinden nicht so stark zu leiden wie das benachbarte Festland. Die
Regen fallen hauptsächlich im Sommerhalbjahr. Europäern ist das Klima
Hongkongs nicht sehr zuträglich; die angenehmste Zeit ist November
bis Januar, August und September sind wegen der feuchten Hitze sehr
ungesund. Die Pflanzenwelt war auf der Felseninsel ursprünglich
dürftig, trägt aber nun in den von den Engländern geschaffenen
Gartenanlagen tropischen Charakter. Auch vermag Hongkong seinen
Bedarf an Gemüse sowie etwas Reis, Yams, süße Kartoffeln zu erzeugen;
Mango-, Birn- und Orangenbaum sind heimisch. Von Tieren finden sich
die Wildkatze, Ameisenfresser, zahlreiche Vögel, Landschildkröte,
einige Schlangen (auch giftige), das Holzwerk zerstörende Termiten
(»weiße Ameisen«). Taifune richten zuweilen großen Schaden an. Die
Hauptstadt der Insel, =Victoria=, an der Nordküste, ist in 7 km Länge
terrassenförmig am Abhang des Gebirges aufgebaut, hat einen Palast
des Gouverneurs, Stadthaus, Theater, Museum, Bibliothek, Kasernen,
Marinehospital, Marinedepot, Marinedock, Sternwarte, Kohlenmagazine,
ist Sitz eines anglikanischen Bischofs, des Vizeadmirals der englischen
Flottenstation für China (etwa 60 Schiffe), des kommandierenden
Generals der Truppen (139 Offiziere, 3659 Mann), hat eine Polizeitruppe
von 1018 Mann (Engländer, Sikh, Chinesen) und 83 öffentliche und
mehrere private Schulen, darunter eine deutsche Vorschule der
deutschen Kirchen- und Schulgemeinde. Die Stadt ist sehr reinlich und
ordentlich, unregelmäßig gebaut ist nur das westliche Chinesenviertel.
-- Die Industrie ist jung; Werft und Dock in Kowloon, zwei große
Zuckerraffinerien, Baumwollspinnerei, Stuhl-, Hanfseil-, Zement- und
Seifenfabrik; berühmt sind die Hongkongstühle aus geflochtenem Rattan
(span. Rohr). Die Bedeutung der Stadt liegt in Handel und Schiffahrt;
die Insel beherrscht den Zugang zur Mündung des Hsikiang, des
Hauptflusses und Hauptverkehrsweges Südchinas, und hat vor Schanghai
die sichere Lage voraus. Als Freihafen begünstigt, steht es mit Europa
und den Seehäfen des Stillen und Indischen Ozeans in lebhaftem Verkehr.
Die Einfuhr umfaßt Reis, Zucker, Baumwolle, Opium, Salz, Öl, Tee,
Seide; da Hongkong Umschlagshafen ist, werden dieselben Waren auch
wieder ausgeführt.
_=Rundfahrt=_ (in den untern Straßen mit Rikscha, in den obern mit
Tragstuhl). Vom Landungsplatz bei der Ice House Street in die große
Geschäftsstraße _Queen's Road Central_, vorbei am _Stadthaus_ (City
Hall), neben dem mehrere Bankgebäude stehen, weiterhin der Uhrturm
neben dem _Postamt_ und vorbei an der _Zentralmarkthalle_ bis zur
Queen's Road West im Chinesenviertel; von da am Hafen längs Connaught
Road oder durch eine der obern Straßen, z. B. Holywood Road, zurück
zum Park (_Public Gardens_), an dessen Nordseite in schönem Garten
der _Palast des Gouverneurs_ liegt. In der Nähe ist der Bahnhof der
Drahtseilbahn (S. 221), die hinaufführt nach *=Victoria Peak= (551 m);
Auffahrt sehr malerisch mit prächtigen Ausblicken; vom obern Bahnhof
führt eine Treppe zum _Peak Hotel_; der Weg r. führt an Kasernen vorbei
zum Gipfel mit Signalstation (20 Min.), wo herrliche *Aussicht auf
das Meer im S. mit den Inseln und auf den Hafen. Zurück gehe man die
steile Peak Road bergab, oder wende sich vom obern Bahnhof nach l.
um die kleine Bergkuppe nach O. und kehre auf Bowen Road zur Stadt
zurück. Oder man steigt sw. hinab vorbei am Wasserbehälter und dem
französischen Kloster _Pok Fulum_ (Erholungsstation) und wendet sich
um die SW.-Ecke der Insel, erreicht nach etwa 3 St. anstrengendem
Marsche die Chinesenstadt und kehrt auf der Game Road oder Bonham Road
zurück. Man beachte, daß alle diese Wege, da sie viele Windungen und
Zickzacklinien machen, länger sind, als man sie vom Gipfel des Peak
schätzen kann. Den Peak besuche man öfters, lasse sich nicht durch
trübes Wetter abhalten, da man oben stets reine, frischere Luft (und
gute Verpflegung im Hotel) findet. Auf allen Wegen kann man sich ohne
Führer auf den Zickzackwegen leicht verlaufen und zu sehr großen
Umwegen gezwungen sehen. Auch hüte man sich, einen photographischen
Apparat zu zeigen. -- Schöne Spaziergänge bieten _Kennedy Road_ und
_Bowen Road._ -- _=Ausflug=_ nach _Happy Valley_ mit Rikscha oder
elektrischer Straßenbahn bis Stat. »Bowen Road«, bis Robinson Road,
dann l. auf der schönen Bowen Road 6 km; oder (event. im Tragstuhl)
vom Uhrturm am stattlichen _Army Hospital_ vorbei bis zum _Rennplatz_
(Race course), an dessen Westseite nebeneinander der mohammedanische,
katholische, protestantische, parsische und hindustanische _Friedhof_
liegen. An Renntagen im Frühjahr versammelt sich ganz Hongkong auf
dem Rennplatze; die Gasthöfe und Klubs haben Tribünen dort. In der
Nähe liegt der Spielplatz (_Recreation Ground_) des Golf Club und
östl. davon der hübsche _East Point Hill._ Rückfahrt am bequemsten
durch das östliche Chinesenviertel (_Wanshai_), vorbei am _Royal Naval
Hospital,_ und durch die Queen's Road East, an der r. die englische
_Marinewerft_ mit Werkstätten, Vorratslagern und Trockendock liegt. --
Mit Fährdampfer (S. 221) in 9 Min. hinüber nach _Kaulun_ (_Kowloon_);
Rikschas sind zu haben; dort liegen die großen Waren- und Kohlenlager,
Werftanlagen mit Docks und Kasernen für englisch-indische Truppen. Der
Ort ist ohne Sehenswürdigkeiten, aber wichtig für den Seehandel. Etwa
3 km nördl. liegt der chinesische Fischereihafen _Yaumati_, wo auch
Dschunken gebaut werden.
=Eisenbahn Kaulun-Kanton= (170km; I. Kl. $ 5,40, II. 2,70; Fahrzeit
des Schnellzugs 5 St.). Die 1910 fertiggestellte Bahn beginnt im
Nordzipfel der östl. an Kowloon grenzenden _Hongham Bay_. Um Raum
für die Bahnhofsanlagen und Kais zu gewinnen, mußte ein Teil der
Bucht zugeschüttet werden. Die vorgelagerte Bergkette
durchschneidet die Bahn in dem 2198 m langen Beacon Hill-Tunnel und
läuft am _Tolohafen_ entlang in NW.-Richtung über _Lofa_, wo das
chinesische Gebiet beginnt, und _Schaklung_ (der einzigen Station
des Schnellzugs) nach _Kanton_ (S. 225).
1. Seitentour: Hongkong-Kanton.
=Dampfer=, s. S. 221 (die französischen Schiffe haben bessere Küche, die
englischen bessere Kabinen); 90 Seem.; Fahrzeit etwa 7 St. bei Tage, 12
St. nachts. Für die Nachtfahrt Schlafkoje vorausbestellen. Eilige fahren
am besten nachts nach Kanton, verbringen hier den Tag und kehren 5 Uhr
abds. mit dem gleichen Dampfer nach Hongkong zurück, da Nachtlager in
Kanton nicht zu empfehlen. Ankunft Mitternacht, man schlafe auf dem
Dampfer bis früh. -- Cook & Son geben Fahrkarten für Kanton einschl.
Dampferfahrt und Führung aus; zu empfehlen. -- =Eisenbahn= s. oben.
Die Fahrt ist landschaftlich schön; zunächst mit westl. Kurs zwischen
den Inseln _Mahwan_ und _Lantao_ durch, dann nördl. in die 30 km breite
Mündung des _Kantonflusses_, eigentlich eine Meeresbucht, die von W. her
durch das Delta des Sikiang schon großenteils ausgefüllt ist. Man sieht
anfangs nur einzelne kleine Inseln, bis die kahle Küste mit
geschwungenen Berglinien näher tritt, das Wasser gelb wird und die Ufer
in der _Bocca Tigris_ zusammentreten; diese Enge wird von Inseln
gebildet, auf denen chinesische Küstenwerke, meist verfallen, zu sehen
sind. Durch die Enge gelangt man in den _Perlfluß_, dessen Ufer gut
bebaut sind; man sieht in der Ebene Bananen, Obstbäume und Reisfelder.
Zum Abgeben von Post und Reisenden stoppt der Dampfer bei =Whampoa=
(_Huangpu_), chinesischer Stadt mit verfallenen Werftanlagen, Marine- und
Militärakademie, Torpedo- und Seeminenabteilung; es ist der Ankerplatz
für große Seeschiffe mit Ladung für Kanton. Weiter oberhalb wird das
Fahrwasser flach (3,5 m Tiefe). Die Zahl der Dschunken und Sampans nimmt
zu, das Getümmel und Getöse wirkt sinnverwirrend; die Dampfpfeife muß
ununterbrochen heulen, um eine schmale Fahrrinne zu erzwingen. Einzelne
Türme von Kanton erscheinen: etwa 100000 Kantonesen leben auf dem Wasser
in Booten aller Art, in zehnfachen Reihen dicht nebeneinander.
Schmutzige Holzhütten und ärmliche Steinhäuser, Speicher, Pagoden,
einzelne Gärten, ein Stück Stadtmauer mit Wachttürmen, das ist der
Anblick der Riesenstadt vom Fluß aus; das schönste Wahrzeichen ist der
Turm der französischen Kathedrale.
Kanton.
Vgl. die Karte S. 226.
=Ankunft.= Der Dampfer legt im Stadtgebiet nicht weit von der Insel
Schamien an; man gelangt mit Tragsessel oder wegen des Gepäcks mit
Sampan (5-10 cents) nach dem Gasthof. Für eintägigen Aufenthalt
(genügt!) vermittelt der Dampferkapitän Führer mit Tragsessel; der
Dampfer gibt Tiffin mit (das man an der fünfstöckigen Pagode
verzehrt), in der Stadt erhält man nichts für Europäer Eßbares.
=Gasthof=: _Hotel Victoria_, auf der Insel Schamien; 20 Z., Pens. $
8-12, Ged. $ 1-1/2, Hausboot zum Dampfer 50 c.; als Nachtquartier
nicht zu empfehlen. Die sogen. _Blumenboote_ (_Flower Boats_), wo
halb chinesische, halb europäische Gastmahle zu haben waren, sind
1909 abgebrannt und nicht erneuert worden.
[Hand] Europäer werden dringend davor gewarnt, sich ohne Begleitung
bekannter Chinesen in einem Boot auf dem Fluß aufzuhalten!
=Post=: Deutsches, englisches, französisches, japanisches Postamt
auf der Insel Schamien, chinesisches in der Stadt. -- =Telegraph=
chinesisch auf Schamien.
=Tragsessel= (_chair_) mit 3 Trägern $1-1/2-2-1/4 für den Tag. --
=Sampans= (Boote) für Flußfahrten nach Zeit, etwa $ 1 stündlich.
=Dampfer= nach _Hongkong_: Abfahrt 8 Uhr Vm. (Fahrzeit 7 St.); 5
Uhr Nm. (Fahrzeit 7-12 St.). Fahrpreise: englische Dampfer $ 8,
französische 5, chinesische 4, ohne Mahlzeiten; -- nach _Macao_:
jeden Wochentag 8 Uhr Vm. für $ 5; -- nach den Vertragshäfen
_Samschui_ und _Wutschau_ am Westfluß dreimal wöchentl., für $ 15,
hin und zurück $ 25.
=Eisenbahn=: Kanton-Samschui in 2 St.; Kanton-Hankau im Bau, 90 km
im Betrieb; Kanton-Kaulun (S. 224).
[Illustration: Plan von Kanton.]
=Banken=: _Hongkong & Shanghai Banking Corp._; _Banque de
l'Indochine_, Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft;
_Deutsch-Asiatische Bank_ im Hause der Herren Arnold Karberg & Co.;
_Carlowitz & Co._, Korr. der Deutsch-Asiatischen Bank, sämtlich auf
der Fremdenniederlassung Schamien.
=Fremdenführer= sind unentbehrlich, man nehme aber nur solche mit
guten Empfehlungen durch Vermittelung von Thos. Cook in Hongkong
(s. S. 221), der die alte Führerfamilie _Ah-Cum_ (_John_ und
_Ah-On_) als zuverlässigste empfiehlt, oder des Dampferkapitäns
oder des Gasthofs; sie erhalten etwa $ 2 und einen Tragsessel für
den Tag, größere Gesellschaften nach Übereinkunft; man überträgt
ihnen am besten die Gestellung der Tragsessel nebst je drei Kuli
(zu etwa $ 2); Besichtigungsplan verabrede man vorher mit dem
Führer womöglich mit Hilfe eines ortsansässigen Europäers. Der
Führer ist auch bei Einkäufen nicht gut zu entbehren, aber nicht
stets zuverlässig; auch chinesische Speise- und Spielhäuser kann man
mit ihm besuchen. [Hand] Wegen des oft fremdenfeindlichen Pöbels
gehe man nicht ohne Führer und Tragsessel in die Stadt und meide
jede Volksansammlung. Besuch öffentlicher Hinrichtungen ist des
gebildeten Europäers unwürdig und ekelhaft.
=Konsulate=: _Deutsches Reich_, Konsul. Dr. W. Rößler, Dolmetscher
Tigges.
=Klub=: _Canton Club_, auf Schamien, international für Europäer,
Einführung durch Mitglieder.
=Krankenhaus=: Ein französisches und ein amerikanisches Hospital.
=Einkäufe=: Die Gewerbe liegen meist gassenweise zusammen. Man
findet: Jade-Schmucksachen (Nephrit), Silber, alte und neue
Seidenstickereien, Specksteinschnitzereien, Schwarzholz- und
Elfenbeinschnitzereien u. a. Die Preise sind meist billiger als in
Hongkong und Schanghai; viele der dortigen Waren werden in Kanton
hergestellt, doch ist in Schanghai die Auswahl für europäischen
Geschmack leichter. Für Europäergeschmack bestimmte Waren (Seide,
Silber, Elfenbein) in der Sai Hing Gei (2 Minuten von der Brücke).