ankommt, hat auf dem Bahnhof sofort Anschluß mit der
Dampfstraßenbahn nach Moentilan), 32 km nw.; 2 St. Fahrt mit
Automobil (stellt Hotel Toegoe für 65 Fl. für 5 Personen, hin und
zurück über Magelang); oder mit Dampfstraßenbahn, vom Bahnhof
Djokja abgehend, nördl. durch gut bebautes Land, meist Reisfelder,
Dörfer mit Märkten, bis nach (25 km) _Moentilan_; von da mit
Zweispänner (3,5 Fl.; Dreispänner [7 Fl.] kaum nötig, Fuhrwerk
bestelle man unterwegs beim Zugführer oder beim Bahnhofsvorstand)
in das Hochland von Kadoe, das »Paradies von Java«, in dessen Mitte
der wunderbare Tempel von Boro-Boedoer liegt, umgeben von Bergen,
darunter die Vulkane _Merapi_ (2875 m) und _Merbaboe_ (3145 m). Man
fahre zuerst zum Vortempel _Tjandi-Mendoe_, mit Riesensteinbild
Buddhas. Etwa 4 km weiter, nach 15 Min. Fahrt, erreicht man nach
Überschreiten eines Flusses den Hügelrücken, worauf, gegenüber dem
Haupttempel, das (14 km) _Rasthaus_ (_pesanggrâhan_) mit Wirtschaft
(gut zum Essen und Übernachten) steht. Wenn Zeit ist, übernachte
man dort, weil Sonnenunter- und -aufgang in Boro-Boedoer
unvergleichlich schön sind. Der Tempelwächter ist ein
Deutscher.--Der große *=»Tempel« von Boro-Boedoer= ist das
großartigste buddhistische Bauwerk auf Java, erbaut im 8. oder 9.
Jahrh., 1907-11 durch die Regierung gut renoviert. Er ist kein
eigentlicher Tempel, sondern ein kuppelförmiges Denkmal ohne
Innenraum zum Andenken Buddhas (Stupa). Auf quadratischer
Grundfläche von 153 m Seitenlänge erhebt sich »jenes in Terrassen
aufsteigende, seltsam grandiose Bauwerk, das an Mächtigkeit alle
andern buddhistischen Tempelbauten so weit überragt, wie das Land,
in dem es steht, an Schönheit den Standort jener übertrifft« (_Hans
Meyer_). Der Unterbau besteht aus fünf 20-eckigen, von 1,5 m hohen
Steinmauern eingefaßten Terrassen übereinander, jede mit
reichverziertem Tor in der Mitte, neben dem Treppenstufen zur
höhern Terrasse hinaufführen. Alle Terrassen sind mit
Buddhafiguren, Löwen und Stieren und reichen Ornamenten geschmückt.
Über der obersten 20eckigen Terrasse erheben sich noch drei
kreisrunde, die je 32, 24 und 16 (insgesamt 72) sitzende
Buddhafiguren unter offenen (teilweise eingestürzten) Kuppeldächern
(Dagobas) tragen. Als Krönung des ganzen Baues steht auf der
obersten 37 m hohen Terrasse eine 6 m hohe Dagoba; sie enthielt
früher einen Buddha, der jetzt vor dem Tempel steht. Leider sind
viele Steinfiguren barbarisch verstümmelt; man zählt über 400
Buddhabilder. Von den 1500 Basreliefs sind fast 1000 noch gut
erhalten und bilden den künstlerisch wertvollsten Teil des Ganzen;
man erkennt auf ihnen Segelschiffe mit zwei Masten, prächtige
Rüstungen, Speichenräder. *_=Aussicht=_ prächtig von der Kuppel des
Tempels, besonders bei Sonnenauf- und -untergang! (Beschreibung des
Tempels von Dr. _Groneman_ ist beim Tempelwächter zu haben;
ausführlicher ist das Werk: »Die Buddhalegende in den Skulpturen
des Tempels von Bôrô-Budur« von _C. M. Pleyte_, mit 120 Abbildgn.,
Amsterdam, Verlag de Bussy.)
Vom Tempel zurück kann man mit der Dampfstraßenbahn ab Moentilan 16
km nach =Magelang= (_Hôtel Loze_) fahren und von da mit Wagen in
die Hochebene von _Diëng_ (2171 m; gutes Rasthaus), die mit dem
amerikanischen Yellowstone Park (II. Teil, S. 151) verglichen
wird.--Sehr schön ist die Wagenfahrt (17-20 Fl.) von Magelang durch
das paradiesische *_Kedoetal_ über den _Pinggit-Paß_ (686 m) nach
(35 km) =Ambarawa= (_Hotel van Rheeden_, genannt _di Atas_, gute
Verpflegung, Pens. 4 Fl.; _Hotel di Bawa_), einem idyllischen
Landstädtchen; von dort Eisenbahn nach Samarang (s. S. 207).
Von Djokjakarta fährt die Bahn durch Reisfelder und große Dörfer am
Fuße des Vulkans Merapi entlang, r. die scharfzackigen Felsen der
südlichen Gebirge, nach dem Bahnknotenpunkt
(620 km) =Soerakarta= oder _Solo_ (104 m; _Hotel Slier_, weit vom
Bahnhof, Wagen zu haben), Hauptstadt des gleichnamigen Vasallenstaats
mit 109459 Einw., darunter etwa 5000 Chinesen und 1200 Europäer, Sitz
des Susuhunan (Kaisers) des ehemaligen Reiches von Mataram und des von
diesem unabhängigen Prinzen _Mangkoe Negoro_ sowie eines beide
überwachenden niederländischen Residenten. Der _Kraton_, die
Kaiserstadt, ist mit hohen Mauern umgeben; Eintrittserlaubnis erhält man
durch ein Schreiben an den Residenten. Gelegenheit zur Teilnahme an
Hoffesten mit interessanten, Jahrhunderte alten Hofbräuchen und schönen
Tänzen der kaiserlichen _Bedojohs_ (Tänzerinnen fürstlicher Abkunft),
dazu Gamelang-(Orchester-) Spiel, »wajang-wong« (Schattenspiele; vgl. S.
192) und »topèng« (Maskentanz). Der Kaiser erscheint stets von Zwergen,
Lanzen- und Schildträgern und großem Hofstaat umgeben. (Gesuche um
Audienz müssen vom Generalgouverneur befürwortet sein und mindestens
vier Tage voraus beim niederländischen Residenten in Soerakarta
angemeldet werden.)--_=Rundfahrt=_ durch die Stadt sehr lohnend wegen
des bunten Volkslebens; morgens besuche man den Markt (pasar).
Sehenswert der schöne Palast (_dalem_) des Prinzen Mangkoe Negoro,
mehrere Tigerkäfige und der Elefantenstall des Kaisers; kleiner
Zoologischer Garten mit schönen Schlangen, Affen und Tigern. Prächtige
Tamarindenalleen führen zum holländischen Fort _Vastenburg_, in der
Mitte des Europäerviertels. Auch das lebhafte Chinesenviertel ist
besuchenswert.
=Von Soerakarta nach Samarang.= Von der Hauptroute zweigt eine nördliche
Linie ab und führt über _Goendih_ und _Kedoengdjatti_ (Zweigbahn nach
Ambarawa, s. oben) nach
(125 km) =Samárang=, Seehafenstadt mit 96000 Einw. (5000 Europäer).
=Gasthöfe=: _Hôtel du Pavillon_, am Bodjongweg, Pens. 5,5-6,5
Fl.;--_Hôtel Jansen_, Heerenstraat, beide gut.-- _Hôtel Tjandi_,
für längern Aufenthalt, oberhalb der Stadt, Dampfstraßenbahn bis
Djomblang, dann mit (voraus zu bestellendem) Gasthofswagen
hügelaufwärts. Viele =Pensionen=; gute =Restaurants=.
=Post u. Tel.= neben dem Rathaus, =Telephon= neben dem
Rathaus.--=Wagen= zu haben.--=Straßenbahnen=: vom Bahnhof zur
Zentralstation und von da am Rathaus vorbei den Bodjongweg entlang
zur Wohnung des Residenten; vom Bahnhof durch Oengaran-Allee
südwärts bis Djomblang.-- =Eisenbahn= nach _Cheribon_
(Anschlußstrecke nach Krawang im Bau, zur Herstellung einer
direkten Linie Batavia-Samarang) und über Soerakarta nach
_Soerabaja_.--=Dampfer= der _Koninklijke Paketvaart Mij._,
wöchentlich in 2 Tagen nach und von Batavia und in 1 Tag nach und
von Soerabaja Landung in Samarang mit Dampfbarkassen (2 Fl.) oder
Segelprauen (1-1/2 Fl.). Im Westmonsun ist die Landung oft
gefährlich. --=Dampferagenturen=: _Norddeutscher Lloyd_, C. A.
Bertsch (Tel.-Adr.: Nordlloyd, Samarang); _Rotterdamsche Lloyd_,
Internationale Credieten Handelsvereeniging »Rotterdam«; _Stoomvaart
Mij. Nederland_ und _Koninklijke Paketvaart Mij._; _Messageries
Maritimes_.
=Bank=: _Javasche Bank_; _Nederlandsche Handels-Maatschappij_,
Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen
Bank.--=Konsulat=: _Deutsches Reich_: Generalkonsulat in Batavia.
Die alte Stadt Samarang, nahe der Mündung des Ngaran oder
Samarangflusses, war bis 1824 befestigt, wovon noch das _Fort Prins van
Oranje_ erhalten ist. Der neue Stadtteil liegt hauptsächlich an der von
Kanarienbäumen und Tamarindenbäumen beschatteten _Bodjong-Allee_. Im
Stadtgarten Mi. und So. Konzert. Eine Oberstadt liegt auf einem 100 m
hohen Hügel etwa 3,5 km südl. von Samarang in _Tjandi_; dorthin führt
die schöne Oengaran-Allee bis _Djomblang_, einen Teil des
Chinesenviertels durchschneidend. Lohnende Wagenfahrt nach dem
chinesischen Felsentempel _Gedong Batoe_. Am Westende der Stadt liegt
das arabische und javanische Viertel, das bei Westmonsun früher oft
überschwemmt wurde. Samarang bietet wenig für Vergnügungsreisende, ist
aber der zweitgrößte Handelsplatz Javas; lebhafte Ausfuhr von Kaffee,
Zucker, Kopra, Indigo und Büffelhäuten.
=Von Soerakarta nach Soerabaja= führt die Hauptbahnlinie durch die
mitteljavanische Ebene zwischen den nördlichen Hügelketten und den
südlichen Vulkangebirgen hindurch nach (95 km) _Madioen_ (Hotel Madioen)
und weiter über (175 km) _Djomblang_ und (215 km) _Modjokerto_ nach
(265 km) =Soerabaja= (_Surabaya_), Seehafenstadt mit (1905) 163611
Einw., darunter 8000 Europäer und 11200 Chinesen.
=Ankunft zur See.= Mit Dampfer der _Koninklijke Paketvaart Mij._
von Batavia dampft man, wenn im SO. der weiße Leuchtturm von
Soerabaja in Sicht und der Lotse an Bord, durch das schwierige und
sehr seichte Fahrwasser der _Madoera-Straße_, r. Java, l. die
gebirgige, von den unzuverlässigen Maduresen bewohnte, mit üppigem
Grün bewachsene Insel _Madoera_, vorbei an vielen ins Wasser
hineingebauten Fischerdörfern, vor denen zahllose Fischerprauen
segeln oder treiben, auf die mit Dampfern und Seglern meist
dichtgefüllte Reede von Soerabaja, wo der Dampfer bei dem weißen
Wachtschiff ankert, dicht beim Landungsplatz _Oedjong_, an der
Mündung des Flusses _Kalimas_, beim _Wilhelminatoren_. Man landet
im Tambangan (Ruderboot, wie Sampan) für 1/2 Fl. beim Zollamt
(kleine Boom), wo stets, auch wenn man von Batavia kommt,
Zolluntersuchung stattfindet; Einfuhr von Schußwaffen ist nur mit
Erlaubnis (S. 195) gestattet. Viel Gepäck lasse man mit Boot zum
Gasthof schaffen; sonst nehme man beim Zollamt einen Wagen.
=Ankunft am Bahnhof=: Man steige womöglich an Hst. _Stat. Goebeng_
bei Simpang aus, oder an Hst. _Soerabaja_ (Kotta), je nach Wahl des
Gasthofs.
=Gasthöfe=: _Oranje Hotel_, am Simpangweg; 72 Z. mit Bad u.
Telephon, modern, Pens. 7-12 Fl., Auto.--_Hotel Embong Malang_
(_Wijnveld_), gut; 40 Z., Pens. 6 Fl., am Djalan Embong-Malang,
nahe Stat. Goebeng.--_Hotel Sarkies_, Pens. 6 Fl.--_Hotel Simpang_,
am Simpangweg; 40 Z., Pens. 6 Fl.--_Hôtel des Indes_, in der untern
Stadt; 50 Z., Pens. 5 Fl.--_Hotel-Pension van Vlooten_,
Simpang.--_N. V. Hotel & Pens. v. d. Blij_, Embong Malang, Pens. 5
Fl.--=Restaurants=: _Restaurant Grimm_ und _Hellendoorn_, die
besten Kaffeehäuser auf Java, nahe dem Stadtpark und Stat.
Soerabaja (Kotta).--=Bierhaus= eines Chinesen, beim
Bültzingslöwen-Denkmal, europäisches Faßbier.
=Post u. Tel.= nahe dem Stadtbahnhof. --=Telephon= ebenda.--Kabel
nach Celebes, Singapore, Australien, Borneo.--=Wagen=: Zweisp.
(_Kosongs_) sind kaum teurer als Sádos.--=Straßenbahn=: vom Hafen
zum Südende der Vororte.--=Eisenbahn=: nach Batavia über
Soerakarta, nach Samarang etc.
[Illustration: Plan von Soerabaja.]
=Dampfer= der Koninklijke Paketvaart Mij. wöchentl. in 3-4 Tagen
nach und von Batavia über Samarang. --=Dampferagenten=: _Koninkl.
Paketvaart Mij._, Geschäftshaus: Willems Kade.--_Norddeutscher
Lloyd_, Behn, Meyer & Co., Societeitstraat (Tel-Adr.: Nordlloyd,
Soerabaja).-- _Rotterdamsche Lloyd_, Internationale Crediet-en
Handelsvereeniging »Rotterdam«. --_Stoomvaart Mij. Nederland._
--_Messageries Maritimes_, Anemaet & Co.
=Banken=: _Javasche Bank_; _Nederlandsche Handels-Maatschappij_,
Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank;
_Hongkong & Shanghai Banking Corporation_; _Chartered Bank of
India, China & Australia_; _Ned. Ind. Escompto Mij._, Korrespondent
der Deutsch-Asiatischen Bank (Behn, Meyer & Co.).
=Theater=: Javanische und chinesische im Hafenviertel, sind nicht
empfehlenswert. --=Zeitung=: »_Soerabaja Handelsblad_«.
=Konsulate.= _Deutsches Reich_: Konsul G.
Rademacher.--_Österreich-Ungarn_: Vizekonsul Bernhard Wolf.
--=Vereine=: _Simpangsche Societeit_ (_Club_) und _Concordia_,
beide international; _Deutscher Verein_ (eignes Haus in Genteng,
deutschen Reisenden sehr zu empfehlen).--=Ärzte=: Dr. _Grün_,
Genteng; Dr. _van Steden_, ebenda; Dr. _van Hasselt_, Simpang
Doekoe.--=Zahnarzt=: Dr. _Schöppe_, Kaliassin.--=Apotheke=: _De
Vriendschap_, Dir. P. C. Gilde in Aloen-Aloen.--_Simpangsche
Apotheke_, Simpang.--=Krankenhäuser=: Militärkrankenhaus, auch für
Zivilisten; Zivilkrankenhaus Ngemplak.
_Soerabaja_ ist die erste Handelsstadt Niederländisch-Indiens und liegt
auf 7° 14' südl. Br. Am schönsten ist das Stadtviertel _Simpang_ mit
dem *_Simpang_- und _Scheepsmakerspark_ und schönen Villen, darunter
das Haus des Residenten. In der Nähe des schönen Restaurant Grimm
ist ein Denkmal zu Ehren des tapfern freiwilligen Krankenträgers
_v. Bültzingslöwen_. In der eigentlichen Stadt stehen die Häuser
nahe beieinander, auch sind die Wohnungen, Geschäftsräume, Läden der
Europäer kaum von denen der Eingebornen getrennt, infolgedessen die
Straßen schmutzig und häßlich sind. Reger Handelsverkehr herrscht
auf dem Flusse _Kalimas_, an dem die Warenspeicher und großen
Exportgeschäfte liegen. Am Nordende der Stadt liegt das alte _Fort
Prins Hendrik_, nördl. davon am Hafen eine große Marinewerft mit
Trockendocks und vielen Werkstätten sowie dem Kasino _Modderlust_.
Der Handelshafen wird neu ausgebaut. Für Vergnügungsreisende bietet
Soerabaja nichts. Der Handel der Stadt ist sehr bedeutend, Ausfuhr
umfaßt Zucker, Tabak, Kaffee, Kopra; Einfuhr europäischer Waren ist
groß.--Nahe südl. von Soerabaja liegen am Strande von Kalangandjar zwei
_Schlammvulkan_-Hügel. (Von Soerabaja beste Dampfergelegenheiten zu
Ausflügen nach Borneo, Celebes und den Molukken.)
Von Soerabaja auf den Bromo.
=Eisenbahn= bis _Pasoeroean_; dann mit =Sádos= (Zweispänner) für
2-1/2 Fl. in 1-1/2 St. nach _Pasrepan_ und weiter mit =Bergwagen=
für 3 Fl. (2 Personen) nach _Poespo_. Von hier zu Fuß oder zu Pferd
(auch Tragsessel für Damen) in 3 St. nach _Tosari_, wo man
übernachtet, um am andern Morgen vor Sonnenaufgang die Besteigung
(am besten zu Pferd) des _Bromo_ unternimmt.
Man kann auch an bestimmten Tagen mit =Automobil= von Soerabaja
nach Tosari fahren (Mi. und Sa. Nm. für 75 Fl., zurück Do. und Mo.
früh für 60 Fl.)
[Hand] In Pasoeroean oder Soerabaja bestelle man telegraphisch
Zimmer für die Nacht in Tosari, weil oben oft alles besetzt ist;
der Agent in Pasoeroean besorgt auch Karten für 6 Fl. zur Fahrt
nach Tosari.
Von Soerabaja mit der Bahn (Automobilverbindung s. oben) über
_Sidhoardjo_ und _Bangil_ in etwa 3 St. nach (65 km) =Pasoeroean=,
»Betelgarten« (_Marine-Hotel_; _Hotel Morbeck_), einer hübschen
Hafenstadt mit 35000 Einw. (500 Europäer), Hauptstadt der gleichnamigen
Residentschaft, die bei _Malang_ den besten Kaffee und Tabak Javas sowie
Zucker und Indigo liefert. Bank: Nederlandsche Handels-Maatschappij
(Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft).
Von Pasoeroean im Sádos-Zweispänner (s. oben) durch schattige Alleen auf
guter Straße durch das Dorf _Gondang-wètan_, mit lebhaftem Markt, in
1-1/2 St. nach _Pasrepan_ am Fuße des Berges; von da mit kleinem
Bergwagen (s. oben; wenig Gepäck, wollene Decke und Überzieher
mitnehmen!) durch dichten tropischen Urwald steil bergauf nach _Poespo_
(kleiner Gasthof und Sanatorium), 630 m. Nach Einnahme des
Reistafelfrühstücks geht man in 3 St. hinauf bis _Tosari_; wem die Hitze
zu groß, nehme Reitpferd (2 Fl.) nebst Saumpferd (2 Fl.) für Gepäck
(größere Koffer werden von Poespo durch Kulis [je 60 cts.]
hinaufgetragen), oder für Damen Tragsessel (3,60 Fl.) mit 6-8 Trägern
(je 60 cts.). Ein guter Weg führt in vielen Windungen bergan durch den
mit großen schwarzen und grauen Affen und überraschend buntfarbigen
Vögeln belebten Urwald, zuletzt durch Felder, mit europäischen Gemüsen
und Kartoffeln, Mais und Zwiebeln.
=Tosari= (1777 m; _Sanatorium Tosari_, 1845 begründet, Dir. und Arzt Dr.
_Fangmann_, vorzüglich, angenehme Geselligkeit, Zimmer telegraphisch
vorausbestellen, Telephon nach Pasoeroean, Pasrepan und Poespo, 104 Z.,
F. 2, Lunch 2, Din. 2,50, Pens. 7 Fl.; noch etwas höher das _Kurhaus
Tengger_ [1840 m], Inhaber _J. Elfferich_, Z. 5-6 Fl.), die höchste
Sommerfrische Javas, wird wegen seines frischen und trocknen Bergklimas
(Luftwärme zwischen 10 und 20° C) viel von Erholungsbedürftigen besucht.
Schöner »europäischer« Garten am Kurhaus. Im April und Mai sowie Oktober
und November ist Tosari am stärksten besucht. Spaziergang zum
*_Nymphenbad_ mit prächtigem Wasserfall in 40 Min.
=Besteigung des Bromo.= Von Tosari Aufstieg zum *=Bromo= (2300 m)
möglichst früh vor Sonnenaufgang zu Pferde (besser als im
Tragsessel); zu Fuß hin und zurück ist etwas anstrengend, da man
sowieso zu Fuß klettern muß. Führer 90 cts.; Zeit zur Besteigung
etwa 3-4 St. Die Gegend zeigt anfangs europäisch-alpinen
Pflanzenwuchs (Wolfsmilch, Brombeeren, Kamillen, Rhododendron,
Alpenveilchen, Edelweiß, Baldrian, Erdbeeren, Vergißmeinnicht
etc.). Auf halber Berghöhe prächtiger Ausblick nach S., auf den
höchsten Berg Javas, den Vulkan _Semeroe_ (3676 m), dessen ovaler
Riesenkrater von 9 km Durchmesser in 2125 m Höhe mit Asche
ausgefüllt ist (nur der Kilaueakrater, S. 422, ist noch größer).
Nach etwa 2 St. Ritt erreicht man den _Moenggal-Paß_ (2482 m); der
Weg teilt sich, l. erreicht man nach kurzer, steiler Steigung eine
kleine Fläche, auf der eine Hütte steht; dort, am innern, schroffen
Abhang, *Blick auf den etwa 200 m tiefer liegenden _Sandsee_ des
alten _Tengger-Vulkans_, dessen Riesenkrater von etwa 8 km
Durchmesser mit Sand gefüllt ist; im Sandsee (_Dasar_) erheben sich
vier kleine Vulkankegel: der _Widodarèn_, der _Giri_ (von N.
gesehen, hinter ersterm), der stets tätige _Bromo_ und der
alleinstehende _Batok_. Nun etwa 200 m mühsamer Abstieg (Pferde
besser führen) zum Sandsee, dann Ritt über den Sand in 3/4 St.
westl. und nw. um den Fuß des Batok zum Fuße des Bromo bis zu der
neuen Steintreppe, die mit etwa 250 Stufen zum obern Kraterrand
führt, wo die Pferde mit Kulis zurückbleiben. Dann Aufstieg zum
obern Kraterrand des =Bromo= (2300 m). Auf 3/4-Höhe hört man schon
das grollende Donnern und Dröhnen des Bromo; man glaubt, der
Krustenrand zittere. Oben ist eine breite Fläche, wo man das von
den Kulis heraufgebrachte Frühstück verzehrt. Ein etwa 1/2 m
breiter Fußpfad (nur Schwindelfreien zu empfehlen) führt in 1 St.
um den 200 m tiefen Kratertrichter herum, dessen Anblick _Hans
Meyer_ wie folgt beschreibt:
»Aus dem Boden heben sich wiederum zwei kleinere Kegel, die zurzeit
von kleinen, schmutziggrünen Teichen ausgefüllt sind und bisweilen
große Blasen treiben. Dicht daneben aber gähnt unter einem
überhängenden Fels ein feuriger Schlund, so furchtbar großartig,
daß die Phantasie eines Höllenbrueghel keinen greulichern
Höllenschlund hätte ersinnen können. Daraus fährt sausend, zischend
und heulend eine Glutflamme, angefacht wie von Tausenden von
Hochofengebläsen und tobend, daß man mühsam seine fünf Sinne
zusammenhalten muß, und hoch über uns verdichten sich die
Wasserdämpfe zu jener weißen Wolke, die wir schon vom Rande des
großen Kraters aus beobachtet hatten. Ich machte trotz der
Einwendung meines Führers einen Versuch, in den Krater
hinabzuklettern, fand aber an der abschüssigen Wand und in dem
nachrutschenden Sandschlamm so wenig Halt, daß ich schleunigst
umkehrte.« In der Nähe von Tosari liegt ein *_Tenggeresen-Dorf_,
dessen Bambushütten viele kleine Kammern haben. Die Tenggeresen
sind Ureinwohner, die noch der alten javanischen Naturreligion treu
geblieben sind; sie sind ein sittsamer, friedlicher und fleißiger
Volksstamm, deren Andachtsstätte der Bromo ist, in dessen Sandmeer
sie sich an jedem zwölften Vollmond mit ihren Priestern (Dunkun's)
in Festkleidern versammeln, dort Gelübde erfüllen (z. B.
Tänzerinnen tanzen lassen); schließlich wird auf ein Zeichen des
Oberpriesters unter Vorantritt aller Priester von Tausenden von
Männern, Frauen und Kindern der etwa 220 m höhere Kraterrand des
Bromo erstürmt; oben werden als Opfer Früchte, Hühner, Kleider,
Münzen, Kuchen niedergelegt, von den Priestern gesegnet und dann
in den Krater geworfen (wobei Jungen aber im innern Kraterrand
auffangen, was sie fassen können). Das Opfer gilt für die Seelen
der Verstorbenen, die ein Fegfeuer im Bromokrater durchmachen
müssen, ehe sie auf den Gipfel des benachbarten, 1000 m höhern
Seméroe, wo ihr Gott-Vater Batoro Guru lebt (die Walhalla!),
gelangen.
Wer vom Tengger-Gebirge noch mehr sehen will, kehrt nicht nach
Tosari zurück, sondern reitet durch den Sandsee nach dem Passe von
_Ngadisari_, nach etwa 200 m Aufstieg wird der Oberrand des
Tenggerberges wieder erreicht, auf dessen äußerm sanften Hang das
von grünen Wiesen und Bäumen umgebene höchste Tenggeresendorf
=Ngadisari= liegt. Nach 1-2 St. gelangt man weiter auf
landschaftlich sehr schönem Gebirgsweg (mit vielen steilen Abhängen
und schwierigen Stellen) nach =Soekapoera=, wo man in dem
prachtvoll gelegenen Rasthaus, _pasanggrâhan_, übernachtet (gute,
reine Betten). Man telegraphiere schon von Tosari zum Residenten
von Pasoeroean um Erlaubnis zum Übernachten im Rasthaus. In
Soekapoera bestelle man telegraphisch von Probolinggo einen Wagen
zum Fuß des Gebirges. --Am andern Morgen recht früh zu Wagen (6
Fl.) in etwa 6 St. nach =Probolinggo= (_Hotel Egener_, gut),
Bahnstation und kleiner, malerischer Seehafenplatz mit 8000 Einw.,
an der Madoerastraße, mit schönen Tamarinden-Alleen. Von hier
zurück mit der Eisenbahn (100 km) über _Soerabaja_ (S. 208) nach
_Batavia_ (S. 195).
* * * * *
Von Tosari sind sehr viele schöne Ausflüge auf guten Pferden (Tarif
im Sanatorium) zu machen; die Leitung des Sanatoriums gibt
Auskünfte und besorgt alles. Man muß stets sehr früh aufbrechen, da
mittags meist Nebel eintritt. Sehr schön und bequem ist der Ritt
nach dem *_Penandjaan_ (2780 m); man hat das Sandmeer tief unter
sich und schaut in den Bromokrater hinein. Prächtiger Rundblick!
II. China, Philippinen, Sibirische Bahn, Korea, Japan.
11. _=Südchina=_: _Von Singapore nach Hongkong.
Kanton. Macao.
Philippinen: Manila_ S. 214-240
Südchines. Meer S. 214. -- Südchina S. 215. --
Hongkong S. 220. -- Kanton S. 225. -- Macao
S. 233. -- Von Hongkong nach Manila S. 234. --
Philippinen S. 235.
12. _Von Hongkong nach Schanghai. Yangtse-Fahrt_ S. 240-265
Swatau. Amoy S. 241. -- Futschou S. 243. --
Kuschan. Jungfu. Ningpo S. 244. -- Insel Formosa
S. 245. -- Ostchines. Meer. Schanghai S. 246. --
Yangtse-Fahrt Schanghai-Hankau-Itschang S. 254.
-- Nanking S. 256. -- Minggrab S. 257. --
Kiukiang S. 258. -- Hankau S. 259. -- Itschang
S. 262. -- Tschungking S. 263.
13. _=Nordchina=_: _Von Schanghai nach Tsingtau,
Tientsin und Peking_ S. 265-280
Kiautschou S. 266. -- Tsingtau S. 267. --
Lauschangebirge S. 270. -- Tsinanfu S. 272. --
Küfu S. 273. -- Tientsin S. 275. -- Weihaiwei.
Tschifu S. 278. -- Tongku S. 279.
14. _Peking und Umgebung_ S. 280-301
Große Chinesische Mauer S. 295. -- Minggräber
S. 296. -- Jehol S. 297. -- Peking-Hankau S. 299.
15. _Von Berlin nach Moskau und auf der Sibirischen
Bahn über Charbin nach Wladiwostok, Dairen u.
Peking_ S. 301-329
Moskau S. 305. -- Tomsk S. 314. -- Krassnojarsk.
Jenissei. Irkutsk S. 315. -- Baikalsee S. 316.
-- Amurfahrt Srjetensk-Chabarowsk S. 317. --
Charbin S. 318. -- Wladiwostok S. 320. --
Chabarowsk S. 323. -- Von Charbin nach Dairen
S. 323. -- Mukden S. 324. -- Chienshan. Dairen
S. Port Arthur S. 327. -- Von Charbin nach
Peking S. 328.
16. _=Korea=_ S. 330-337
Von Mukden nach Söul S. 331. -- Tschimulpo S.
332. -- Söul S. 333. -- Von Söul nach Fusan
und Shimonoseki S. 336.
17. _=Japan.=_ _Von Schanghai nach Nagasaki, durch
die Binnenlandsee nach Kōbe, über Osaka,
Kyōtō nach Yokohama, Tōkyō und
Nikkō_ S. 341-411
Ostchines. Meer S. 348. -- Nagasaki S. 349. --
Eisenbahn Nagasaki-Moji. Kagoshima. Dazaifu.
Hakata S. 353. -- Von Nagasaki durch die
Binnenlandsee nach Kōbe S. 354. --
Shimonoseki S. 355. -- Eisenbahn von Kōbe
über Osaka und Nara nach Kyōtō S. 356. --
Eisenbahn von Shimonoseki nach Kōbe S. 358.
-- Kōbe-Hyōgo S. 361. -- Kyōtō S.
369. -- Über den Hiyei-zan zum Biwasee S. 377.
-- Hozugawa S. 378. -- Momoyama. Eisenbahn von
Kyōtō nach Yokohama S. 379. -- Yamada.
Futami S. 382. -- Kunozan S. 383. --
Fuji-no-yama S. 384. -- Mianoshita. Über den
Hakonesee und den Jikkokutoge nach Atami S.
386. -- Yokohama S. 388. -- Kamakura S. 391.
-- Enoshima. Kanazawa S. 392. -- Tōkyō
S. 393. -- Nikkō S. 404. -- Chuzenjisee
S. 407. -- Yumotosee. Nyohō-zan S. 408. --
Ikao. Harnausee. Harunatempel S. 409. --
Asama-yama S. 411.
18. _Von Yokohama über Honolulu nach San Francisco_ S. 411-423
Stiller Ozean S. 411. -- Haiwai- (Sandwichs-
Inseln) S. 413. -- Honolulu S. 416. -- Kilauea.
Mauna Kea. Mauna Loa S. 420.
Südchina.
China wird durch das Tsinlinggebirge und seine niedrigere östl.
Fortsetzung, das Hwaigebirge, die sich aus Innerasien heraus bis
nahe an die Meeresküste bei Nanking erstrecken, in zwei Hauptteile
zerlegt, Südchina und Nordchina, die sich in den mannigfachsten
Beziehungen unterscheiden.
=Südchina=, auf dessen Betrachtung wir uns zunächst beschränken,
umfaßt von den 18 Provinzen, in die das eigentliche China geteilt
ist, folgende zehn: _Yünnan_, _Szetschuan_ und _Kweitschou_ im SW.,
_Kwangsi_ und _Kwangtung_ im SO., _Hunan_, _Hupeh_ und _Kiangsi_ in
der Mitte, _Fukien_, _Tschekiang_ und den _Südteil von Nganhwei_ im
NO. Für den Weltreisenden kommen fast nur die Küstenprovinzen
Kwangtung (mit Kanton und Swatau), Fukien (mit Amoy und Futschou)
und Tschekiang (mit Ningpo und Hangtschou) sowie die Provinzen des
untern Yangtsegebiets: Kiangsu, Nganhwei (Anhwei) und Hupeh in
Betracht.