Stat. Noordwijk, in etwa 1-1/4-2-1/2 St., für I. Kl. 4-3/4, II. 3-1/4
Fl. Man fährt durch Reisfelder und Obstgärten, Kaffeeplantagen und
üppige Wälder mit hohen Palmen, Tamarinden, Banyans, Bananen, Farnen und
Bambusgebüschen. Herrliche Ausblicke auf das Bergland Javas; die Bahn
steigt durch die Vorberge bis (62 km) _Buitenzorg_.
=Führer= für Buitenzorg: Dr. _W. Burck_, »Wandelingen door den
Botanischen tuin«, auch in deutscher Übersetzung zu haben; »Gids
van Buitenzorg en Omstreken«, Verlag von Gr. Kolff & Co. in
Batavia; Führer des Touristenbureaus (S. 195).
=Buitenzorg= (spr. beutensorch, d. h. Ohnesorge = Sanssouci), 263 m
ü. M. (_Hôtel Bellevue_, sehr gerühmt, man nehme eine »bergkamer«,
Zimmer nebst Veranda, mit Aussicht aufs Gebirge [Vulkan Sálak], Pens.
tägl. 6-8 Fl., Wagen am Bahnhof, man fährt 10 Min. durch die Allee
Djalan besar; _Hôtel du Chemin de Fer_, am Bahnhof, Pens. 6 Fl.,
Restaurant), ist eine vornehme, entzückende Villenstadt, seit 1746
Residenz des Generalgouverneurs, mit Klubhaus, protestantischer Kirche,
großem Markt, Rennplatz. Vor dem schönen Palais des Generalgouverneurs
liegt eine große Wiese mit Gazellen und Hirschen. Zwischen 2 und 5
Uhr Nm. meist Gewitter mit starkem Regen in Buitenzorg, wonach man
sich mit den Ausflügen einrichten muß. Mehrere Besuche erfordert die
Hauptsehenswürdigkeit, der *=Botanische Garten=, der wissenschaftlich
wertvollste, schönste und reichhaltigste Tropengarten der Erde,
begründet 1817 von dem deutschen Botaniker _Kaspar Georg Reinwardt_,
1880-1909 unter Leitung des Prof. Dr. _Melchior Treub_, seit dessen Tod
ist Dr. _H. J. Wigman_ Direktor; ihm untersteht ein Stab von 24 meist
niederländischen Naturforschern, die in Laboratorien arbeiten. Zum
Garten gehören ein großartiges Herbarium, eine botanische Bibliothek
von 20000 Bänden, ferner der Kulturversuchsgarten von _Tjikömöh_
(72 ha, etwa 1/2 St. Fahrt von Buitenzorg) und der Gebirgsgarten
von _Tjibodas_ (mit Urwald 313 ha). Zum Besuch der Laboratorien
und Sammlungen ist Erlaubnis im Kontor am Haupteingang einzuholen.
Plan des Gartens erhält man gratis im Kontor. Der Garten ist nach
wissenschaftlichen Grundsätzen geordnet, Art bei Art, bietet aber
trotzdem wunderbare landschaftliche Bilder.
Durch das alte Steintor beim Chinesischen Marktplatz am
Haupteingang, wo die Direktorialgebäude etc. liegen, gelangt man in
eine vom Hortikulturist Teysmann 1828 angepflanzte Allee; jeder der
hellen Riesenstämme trägt eine Schlingpflanze, meist Aroïdeen und
Orchideen, darunter die Riesenorchidee _Grammatophyllum speciosum_
(die bis 3000 Blüten gleichzeitig hat!) und _Philodendron_ mit
durchlöcherten Blättern. R., hinter dem Hause des Torwarts,
findet man die riesige Liane (_Entada scandens_). In dem Fahrweg,
der nach r. führt, wächst die _Amherstia nobilis_ mit roten
Blütenzweigen und großen, flachen Schoten, ferner die _Saracca_ mit
gelbem Blütenbüschel; in der Nähe _Pithecolobium_ und ein sehr
großer Schattenbaum, _Schizolobium excelsum_. L. vom Wege stehen
Farngruppen und ein Baum mit auffällig runder Krone, _Xanthophyllum
vitellinum_ (eine Polygalee); auch die schraubenförmig gewachsenen
Pandanus-Arten sind sehr bemerkenswert. In der Nähe, unter den
Zykadeen, ist eine große Orchideenkultur unter schattenspendenden
Bäumen, der _Plumeria acutifolia_, der auf javanischen Kirchhöfen
vielfach angepflanzt ist.-- In der prächtigen Palmensammlung r. vom
Seitenfahrwege fällt an einer Wegecke die ungewöhnlich hohe und
schlanke Niboeng-Palme (_Oncosperma filamentosa_) auf, und
weiterhin die rote Pinang (_Cyrtostachys Rendah_), dann die
stachlige _Zalacca_, die aufrechtwachsende Königspalme (_Oreodoxa_)
aus Brasilien, verschiedene _Phoenix_-Arten, darunter die
Dattelpalme (_Ph. dactylifera_), viele Varietäten von Kokospalmen
(_Cocos nucifera_), die Ölpalme (_Elaeis Guinensis_), Sagopalmen
(_Metroxylon_) und die berühmte Coco-de-mer (_Lodoicea
Sechellarum_) mit riesigen Wedeln und eigenartigen großen schwarzen
Früchten. Von den Palmen l. stehen tropische Nadelbäume,
Araukarien, Damara-Arten mit breiten blattartigen Wedeln u. a.--Im
untern Garten, am Tjiliwong-Flusse, wachsen Mangroven
(_Rhizophorae_), in der SO.-Ecke die _Sonneratia acida_, ein
Sumpfriesenbaum, wie die Mangroven, mit Luftwurzeln, und der
ägyptische Papyros (_Cyperus papyrus_).--Weiterhin am Fluß, nahe
dem Badeplatz des Generalgouverneurs, stehen Myrtazeen, darunter
Gewürznelkenbäume, Djamboes und Eukalyptus; gegenüber die
Lontarpalme, der Eisenholzbaum und Ficus-Arten.--Am Nordende des
Gartens findet man den Advokaatbaum, verschiedene Zimtbaumarten,
Kroton- und Cearagummibäume, dazwischen Kassavasträucher (_Manihot
utilissima_, »Mandiok«); in der Nähe Eisenholzbäume, der Paranußbaum
(_Bertholletia excelsa_), blühende _Barringtonia_,
Sandelholzbäume und verschiedene zu den Anonazeen gehörende
indische Fruchtbäume sowie süßduftende Magnoliazeen. Gleichzeitig
Blüten und Früchte trägt der _Stelechocarpus Burahol_; schönen Duft
verbreitet die _Myristica Horsfieldii_. Zwischen den
Diospyros-Arten (Ebenholzbaum, Kaki-Fruchtbaum, _Styrax Benzoin_
und Gutta percha) und giftigen Apocyneen sieht man nahe dem Palast
des Generalgouverneurs die _Kigelia pinnata_ (mit wurstförmigen,
etwa 40 cm langen und 10 cm dicken Früchten) und in einem Teich, am
Nordende der alten Allee, die riesige _Victoria regia_, am Ufer die
zierliche _Urostigma Rumphii_. Zwischen _Sapindus Rarak_ (Frucht
als Seife verwendbar) und andern Sapindazeen, wie das _Filicium
decipiens_ aus Ceylon, die amerikanische _Cecropia_; in der Nähe
ein kleiner Teich mit Nymphäen, beschattet von einer riesigen
_Ficus elastica_ (mit Luftwurzeln). In der Nähe Mahagonibäume, ein
_Urostigma giganteum_ und der Cocabaum (_Erythroxylon Coca_).--Am
untern Ende der großen Allee steht ein Baum mit Früchten wie
Wachskerzen (_Parmentiera cerifera_).--Am Ende des großen Teiches
mit schönen Lotosblumen steht der sogenannte »Baum der Reisenden«,
die imposante Musazee _Ravenala Madagascariensis_.--Eine prächtige
Livingstonia-Palmenallee führt zum Rosengarten, wo ein Denkmal
Teysmanns steht. In der Nähe Rohrarten und der giftige Upasbaum
nahe dem Orchideenhause; dort findet man außer zauberhaften
Orchideen auch Passifloren, Maranten, Calatheen, Bromeliazeen,
Dieffenbachia- und Anthurium-Arten. --(Haeckel, Haberlandt,
Giesenhagen u. a. haben den Botanischen Garten ausführlich
beschrieben.)
* * * * *
_=Ausflug=_ nach =Gadok=, etwa 12 km von Buitenzorg, zu Wagen auf
guter Landstraße, vorbei an malerischen malaiischen Dörfern
(Kampongs) über _Batoe-Toelis_ (Inschriftenstein) mit schönem
Ausblick auf die Umgegend.
Ausflug nach _Sindanglaja_ (S. 202), etwa 30 km von Buitenzorg, mit
Wagen soll lohnend sein.
Von Buitenzorg durch die Preanger-Regentschaften nach Soerabaja.
=Eisenbahn= (vgl. S. 196) von _Batavia_ (Weltevreden) nach
_Soerabaja_ I. Kl. 39,25, II. Kl. 25 Fl.--_=Touristenkarte=_:
Batavia-Soerabaja-Pasoeroean-Soerabaja (60 Tage gültig) I. Kl.
55,35 Fl.--_=Rundreisekarten=_: Batavia-Djokjakarta-Batavia (30
Tage gültig) I. Kl. 60,95 Fl.; Batavia-Garoet-Batavia (30 Tage
gültig) I. Kl. 28,20 Fl.-- _=Speisewagen=_ in den Zügen zwischen
Batavia und Soerabaja sowie im Java-Expreß Bandeng-Soerabaja;
Mahlzeiten 1,50 Fl.--Da nachts keine Züge fahren, dauert die Reise
bis zum Ostende der Insel 3 Tage. Man kaufe den neuesten Fahrplan.
Die _Javanische Staatseisenbahn_ (von Buitenzorg ab) »Staatsspoor« (S.
S.), die Java in der ganzen Länge durchzieht, läuft von _Buitenzorg_
durch Hügelland über Brücken und Viadukte erst nach S., übersteigt den
Paß zwischen dem _Sálak-Vulkan_ (2215 m) und dem dreigipfeligen
_Gedeh-Vulkan_ (3023 m), wendet sich dann nach O., durchläuft Kaffee- und
Teepflanzungen und Wälder mit schönem Blick auf die südlichen Vorberge
(r. sitzen!) und erreicht nach 4 St. Fahrt
(60 km) =Soekaboemi= (d. h. Entzücken der Welt), 650 m ü. M. (_Hotel
Sela Batoe_, mit Schwimmbad, Familienpavillons, Billardsaal, *Aussicht
auf Baros und den Gedeh, 28 Z., F. 1, Lunch 1,50, Dîn. 2,50, Pens. 6
Fl., gelobt; _Viktoria Hotel_ [deutscher Besitzer Lenné], in Park mit
Einzelvillen, Pens. 6 Fl.; Wagen am Bahnhof). Der entzückende, als
Erholungsaufenthalt beliebte Ort, zu längerm Aufenthalt geeignet, mit
Rivieraklima, liegt in den _Preanger-Regentschaften_, der größten,
reichsten und landschaftlich reizvollsten Residentschaft Javas, mit etwa
21000 qkm und 2 Mill. Einw.; Männer und Frauen haben auffallend schöne
Körperformen. Das _Javanische Märchentheater_ (vgl. S. 192) ist
sehenswert. In der Nähe (10 Min.) das gute Hotel und Sanatorium _Sela
Batoe_ (1700 m).--_=Ausflüge=_ mit Wagen (3-6 Fl.) nach dem Kratersee
*_Sitoe Goenoeng_ (1300 m); zum Wasserfall _Tjibeureum_ von 130 m Höhe;
zur Barosbrücke (Aussicht); zum schmucken Javanendorf _Tjisaët_ u. a.
Die Bahn führt weiter durch einen Tunnel und über eine kleine Schlucht
nach (100 km) _Tjiandjoer_ (579 m; guter Gasthof), unbedeutendem Ort in
einem heißen Talkessel voller Reisfelder; _=Fortsetzung der Bahn=_ s.
unten.--Von hier fährt man, ohne sich aufzuhalten, mit Sádo (4-5 Fl.)
oder Wagen (11 Fl.) auf prachtvollem Bergweg nach *=Sindanglaja= (1074
m; _Hotel Sindanglaja_, in herrlicher Lage, Pens. 6 Fl., vorzüglich,
Arzt), einer ausgezeichneten Sommerfrische. In der schönen Umgebung
liegt das (20 Min.) Sommerschloß _Tjipanas_ des Generalgouverneurs;
nahebei heiße Quellen zum Baden. Vom _Poentjak_, dem höchsten Punkte der
Landstraße nach Buitenzorg, hat man schöne *Aussicht über das
Preangerland; schöner Ruheplatz etwas weiterhin am _Telaga Warna_ (d. h.
Farbe wechselnder See, 200 m Tiefe).
=Ausflüge.= Die Umgegend bietet Gelegenheit zu schönen Ausflügen:
nach =Kandang-Badaq= (d. h. Nashorns Lust), eine Schutzhütte mit
Ausblick in den Bergen, 2392 m ü. M., in 2-1/2 St. zu erreichen,
mit Pony und Kulis als Führer und Wegbahner durchs Dickicht; von da
in 1-1/2 St. auf den Gipfel des Vulkans =Pangerango=
(_Mandalawangi_, 3022 m) oder auf den gefährlichern Kraterrand des
=Gedeh= (2962 m), zu dessen Besteigung man bei Vollmond abds. von
Sindanglaja aufbreche, um bei Sonnenaufgang oben anzukommen;
großartige *Aussicht und seltsam geformter, riesiger Krater von 250
m Tiefe und 700 m Breite. Wegen Ausrüstung und bester Zeit zum
Aufstieg hole man Rat im Hotel.--Beim Abstieg vorbei an dem
Wasserfall des _Koeripan_-Wildbachs in tiefer Schlucht. --Von
Sindanglaja aus besuche man den 14 km entfernten botanischen
Berggarten =Tjibodas= (1425 m), zu Pferd oder mit Sänfte; hier ist
ein herrlicher Park mit Zedern, Araukarien, Baumfarnen, Grasbäumen
(_Xanthorrhoea australis_); dahinter ein Urwald mit drei 130 m
hohen Wasserfällen, Lianen, Vogelnestfarnen, grauen Gibbonaffen und
Felswänden.--Ferner Ausflüge nach _Goenoeng Kasoer_; nach den
Wasserfällen von _Tjibeureum_, _Tjikoendoel_ und vielen andern
Punkten.
Von Tjiandjoer (S. 202) führt die Bahn (r. sitzen!) über einen Viadukt
über den _Tjisokan_-Fluß, r. prachtvoller Wasserfall, dann über die
Schlucht des _Tjitaroem_-Flusses und über den Goenoeng Mesighit an
steilen Abhängen entlang in das Tal hinunter nach
(160 km) =Bandoeng= (700 m; _Hotel Preanger_, Pens. 6 Fl.; _Hotel
Homann_, 50 Z., Pens. von 6 Fl. an; beide sehr gut; deutsche Zeitungen;
Wagen am Bahnhof; _Hotel Wilhelmina_, Mitte der Stadt, Pens. 5 Fl.),
Hauptstadt der Preanger-Regentschaften mit etwa 22000 Einw., breiten
Straßen mit Villen, vor dem großen Platze das luftige Regierungsgebäude
(Mesighit), nebst Park; in der Nähe der Markt (pasar), ein Seminar für
javanische Lehrer und ein Rennplatz (Rennen im Juli), von dem aus guter
Blick auf die südlichen Bergketten. Bei Bandoeng ein Sanatorium. Gute
Badeanstalt mit frischem Bergwasser in _Tjiampelas_, etwa 3 km vom
Regierungsgebäude, mit Sänfte (1/2 Fl.) in 20 Min. zu erreichen (Bad 10
cents). Fahrt in 1/2 St. (2-1/2-3 Fl.) zum Wasserfall _Tjoeroeg_ (13 m
hoch), landschaftlich schön.
Besteigung des =Tangkoeban-Prahoe= (2075 m). Aufbruch von Bandoeng
abds. (oder frühmorgens) mit Wagen auf guter Kunststraße über eine
Bambusbrücke bis (24 km) _Lembang_ (Hotel Bergzicht, deutscher
Besitzer, Pens. 5 Fl, bei längerm Aufenthalt billiger, ein Monat
120 Fl.); dort Reitpferd nach dem Krater für 3,50 Fl., Sänfte 5 Fl.
Nun vorbei an Chinarindenbaumpflanzungen im dichten Urwald bergauf;
nach 2 St. erreicht man einen 2 km langen und 1 km breiten, 200 m
tiefen Krater; bald erblickt man westl. daneben noch einen kleinern
Krater von etwa 100 m Tiefe. Der größere, _Kawa Ratoe_ (2000 m),
ist noch tätig, aus der braunen Schlammfüllung steigen
Schwefeldämpfe auf; am Ostrande sind Solfataren mit schönen
Schwefelblumen. Die Wand zwischen beiden Kraterbecken ist schmal,
man hüte sich vor dem Abrutschen! Der Abstieg, auch mit Führer in
den westlichen Krater, _Kawa Oepas_ (Giftkrater), ist gefährlich
und sehr ermüdend. Vom Rande des _Tangkoeban-Prahoe_ (d. h.
gekentertes Boot) *Aussicht über Krawang auf die Sunda-See vor der
Nordküste Javas.
Von Bandoeng durch das malerische (200 km) _Tjitjalengka_, in prächtiger
Gebirgslandschaft mit zahlreichen Vulkanen, noch steigend bis (220 km)
_Tjibatoe_ (850 m; umsteigen in die Zweigbahn nach Garoet).
_=Fortsetzung der Hauptroute=_ S. 204.
=Zweigbahn= (20 km) südl. nach
=Garoet= (710 m; _Touristenhotel Papandajan_ [Bes. A. Hacks, Hamburger,
steht mit Rat und Tat zur Seite, sorgt in allem für seine Gäste],
vortrefflich, empfohlen, mit Badeanstalt, 20 Z., Pens. 6 Fl.; _Van
Horcks Hotel_, Pens. 5 Fl., schöner Garten, gelobt; _Klub_, für Fremde
zugänglich; _Automobile_ zum Besuch der Ausflugsorte), Bergstädtchen in
schönster Lage, Gelegenheit zu schönen Spaziergängen; Fahrt in 40 Min.
zum malerischen See *_Sitoe Bagendit_, Überfahrt über den See auf
bedachtem Floß nach der andern Seite, wo man einen Hügel besteigt, von
dem aus Blick auf 7 große Vulkane (in der Umgebung von Garoet sind 14
Vulkane, von denen der _Goenoeng-Goentoer_ [Donnerberg; 2244 m] der
unruhigste ist. Fahrt in 1-1/2 St. (3 Fl.) zum Wasserfall _Tjitis_ am
Fuße des Goenoeng-Goentoer.
Besteigung des =Papandajan= (2600 m). Aufbruch früh 5 Uhr von
Garoet mit Dreigespann-Wagen (5 Fl.) in 2-1/2 St. Trabfahrt bis zum
Dorfe _Tjiseroepan_ (1222 m), 18 km südl. von Garoet; dort
(Mundvorrat mitnehmen oder Frühstück [2 Fl.] in _Villa Pauline_)
mit vorausbestellten Pferden (3,50 Fl.), für Damen Tragsessel
(_Tandu_, 3,50 Fl.), Führer (75 cts.) und Kuli (50 cts.) aus dem
Rasthause (_pesanggrâhan_) an Datura-Hecken entlang und dann im
dichten Urwald steil bergauf; in etwa 2-3 St. gelangt man an einen
gelblichen Hang von Lavagestein und Schwefelasche, dann zu Fuß
durch eine abgestürzte Kraterwand in einen dampfenden Kraterkessel,
der von drei Seiten noch Wände hat; aus zahllosen Spalten dringen
zischend Säulen gelblicher Schwefeldämpfe empor. Unter Vorantritt
der Führer kann man den Kraterboden stellenweise betreten, aber
Vorsicht! der Boden ist hohl und bricht stellenweise leicht durch,
auch kann man bei umspringendem Winde von den Schwefeldämpfen stark
belästigt werden. Der Kraterrand wurde abgesprengt bei einem
mächtigen Ausbruch des Papandajan 1772, wobei 40 Dörfer verwüstet
und 3000 Menschen umkamen. Gute Bergsteiger sollten vom
Kraterbecken an der Windseite bis zum obersten Kraterrande (noch
270 m höher) steigen, wo sie vom geodätischen Signal in 2600 m Höhe
prächtige *Aussicht über die Gebirgsketten haben, soweit der
Schwefeldampf es zuläßt. Am Fuße des Kraters liegt das _Todestal_
(s. unten). Auf- wie Abstieg sind wegen des lockern Lavagerölls
schwierig.
Ausflug zum =Telaga Bodas=. Aufbruch früh 5 Uhr von Garoet mit
Wagen (hin und zurück 3,50 Fl.) bis (11 km) _Wanaradja_, dort
Reitpferd (4,50 Fl.), Tragsessel mit 4 Kulis (5,50 Fl.) und Führer
(1 Fl.); man steigt durch Kaffeepflanzungen und Urwald bis 1724 m
ü. M. und erreicht dann den von hohen Kraterwänden eingeschlossenen
_Weißen See_ (_Telaga Bodas_), dessen milchige, grünlichweiße Farbe
durch Schwefel und Alaun erzeugt ist. Man kann in 1/2 St. um den
fast runden See von 600 m Durchmesser herumgehen, der den Krater
des _Geloenggoeng_ ausfüllt, und sieht dabei einen Wasserfall,
heiße Quellen und eine Solfatara. Seit 1822 hat kein Ausbruch
stattgefunden. Beim Abstieg geht man durch das 150-250 m tiefere
kleine _Todestal_ (_Pedjagolan_) an der NW.-Seite des Berges, von
Gebüsch umgeben, mit kahlem, graugelblichem Boden, auf dem giftige
Gase lagern, die kleine Tiere sofort töten.
Ausflug zum =Tjangkoewang-See=. Früh 1/2-6 Uhr mit Dreispänner (10
Fl.) über (9 km) _Tjiboejoetan_ (Badeplatz mit kaltem Wasser) und
_Tjitjapar_ (kalter Schwimmplatz) zum See von *_Lèlès_
(_Tjangkoewang_): von da zurück am See _Sitoe Bagandit_ (s. oben)
vorbei und über _Tjipanas_ (heiße Quellen) nach Garoet (Ankunft
gegen 1 Uhr mittags).
Besteigung des *=Kawa Kemodjang=, eines sehr aktiven Kraters, mit
prächtiger Aussicht und auf großartig schönem Weg zu erreichen.
Aufbruch 1/2-5 Uhr vom Hotel mit Dreispänner (4-5 Fl.) zum Dorf
_Tjiparai_; von da mit Reitpferd (3 Fl.) oder Tragstuhl (4 Fl.)
nebst Kuli zum Tragen der Frühstückstrommel und Führer. Rückkehr
nach Garoet gegen 3 Uhr Nm.
Die _=Hauptbahnlinie=_ führt von _Tjibatoe_ (S. 203) weiter über
Tjamis bergab durch die fruchtbare Ebene von _Tasik-Malaja_, den
üppigsten Teil des Preanger-Landes, und dann durch die Tiefebene der
Residentschaft Banjoemas durch wildreiche Dschungeln und Sümpfe nach
(380 km) =Maos= (guter _Gasthof_ am Bahnhof u. a.), wo die Züge von
Batavia und Soerabaja kreuzen. Der _Java-Expreßzug_ geht von Bantoeng
früh ab, kommt Nm. in Djokjakarta und abds. in Soerabaja an. [Hand] Man
schütze sich in dieser Malariagegend besonders vor Moskitostichen durch
Schleier und Rauchen!
=Zweigbahn= von Maos nach =Tjilatjap=, ein unbedeutender Seehafen
und verrufenes Fiebernest, an der landschaftlich schönen Südküste
Javas, der die lange »Blumeninsel« (_Noesa Kembangan_) vorgelagert
ist.
Weiter über _Gombong_, _Koboemen_, _Koeto Ardjo_; nach 5-1/2 St. Fahrt
(560 km) =Djokjakarta= (meist kurz _Djokja_ genannt; _Hotel Toegoe_ [A.
Herscheit], am Bahnhof, 40 Z., F. 1, Dej. 1,50, Din. 2, Pens. 5-6 Fl.,
gelobt; _Hotel Centrum_; _Hotel Mataram_, alle drei nahe dem Bahnhof),
Hauptstadt des gleichnamigen Vasallenstaats, Sitz des Sultans und eines
niederländischen Residenten mit starker Garnison im holländischen
Fort _Vredenburg_ und etwa 60000 Einw., davon 4000 Chinesen und 2000
Europäer. Der Sultanssitz, _Kraton_, ist ein mit 4 m hohen und 5 m
breiten Mauern umgebenes Stadtviertel, in dessen Straßen 15000 zum
Hofstaat des Sultans gehörige Javaner leben; mitten im Kraton, hinter
zwei Toren und Gittern, ist der Palast des Sultans mit großem Harem.
(Erlaubnis zum Besuch des Kraton ohne Audienz wird durch den Residenten
gern erlaubt, wenn man ein kurzes Schreiben an ihn rechtzeitig
einreicht; beste Besichtigungszeit Vm.; die Residentschaft stellt einen
niederländischen Unterbeamten, der Deutsch spricht, zur Führung). Das
Stadtleben ist sehenswert. -- _=Rundfahrt.=_ Vom Gasthof morgens mit
Wagen 3 Fl.) durch eine Allee zum *_Waterkastell_, die Ruine eines
mit Graben umgebenen märchenhaften Lustschlosses mit Bädern, Teichen,
Irrgärten, Hallen und Türmen. (Man nehme einen Jungen als Führer.) Dann
weiter über den großen Paradeplatz, wo sich abends bei Militärmusik die
Europäer zeigen, in den _Kraton_ (soweit ohne Erlaubnis zugänglich),
ein Labyrinth von Höfen, Gärten und Tempeln, Häusern, Leibwachträumen,
Elefantenställen, Leopardenkäfigen etc. Der Platz vor dem Schloß ist
schön, die Schlösser sind nicht sehenswert. Man versäume nicht, über
einen Markt in der Stadt (pasar) zu fahren und das Malen der Sarongs
(_Batiken_) vor den Hütten anzusehen.
=Ausflüge=: 1) Nach =Prambanan=; mit der Bahn (Rückfahrkarte I.
1,75, II. 1 Fl.) von Djokja in 40 Min. nach dem Dorf Prambanan, der
dritten Station der Bahnlinie Djokja-Solo, dann zu Fuß oder mit
Wagen in 1/4 St. zum alten *=Hindutempel von Prambanan=; beim
Tempel gutes Rasthaus mit Kaffeehaus. Drei Mauern umgeben die
riesige Anlage; mitten zwischen 157 kleinen Dagobas stehen auf
quadratischer Terrasse acht große Tempel, gopuraartige Aufbauten
mit breiten Treppen. Der größte Tempel hat noch zwei Seitentreppen,
im obern Tempelraum ist eine Schiwafigur, im Nebenraum seine Gattin
Durga auf getötetem Stier; die Javanen nennen das schöne
Erzbild »Lora Djonggrang«, eine Märchenprinzessin, der sie
Frucht- und Blumenopfer bringen. Im dritten Tempelraum ist der
elefantenköpfige Sohn beider, Ganesa. In einem andern Tempel ist
ein großen Reichtum spendender steinerner Zebustier. Das Schönste
sind die kunstvollen, oft naiv-lustigen Steinfriese an den
Außen- und Innenwänden der Haupttempel; sie stellen die brahmanische
Götterlehre und das indische Epos Ramâyana dar; vorzüglich erhalten
ist die Geschichte vom treuen Affen Hanumân. Der Nebentempel zeigt
groteske Darstellungen zu Ehren der Göttin der Fruchtbarkeit. Die
Tempelanlage gilt als Grabstätte der alten hindustanischen Kaiser
von Mataram, etwa im 8. Jahrh. erbaut. -- Rückweg zum Bahnhof nehme
man über die _Tausend Tempel_ (_Tjandi Sèwoe_), 20 Min. nördl., mit
einem großen Mitteltempel, umgeben von 240 kleinen in vier Reihen;
der Haupttempel ist beim Erdbeben 1867 beschädigt, zeigt aber noch
vorzügliche Götterbilder; erwähnenswert sind die schönen
Frauenfiguren an den Treppenmauern der Westseite, die eine Vision
Buddhas darstellen. (Beschreibung des Tempels von Dr. _Groneman_
beim Tempelwächter zu haben.)