Die =Industrie= umfaßt viele Reismühlen und Zuckerfabriken, eine

Chininfabrik, eine Petroleumraffinerie, Arrakbrennereien, Seifen-,

Eis- und Mineralwasserfabriken und 52 Druckereien. _=Eisenbahnen=_

sind auf Java (1909) 4200 km (einschließlich Nebenbahnen) im

Betrieb.

=Verwaltung.= Die Insel Java ist in 23 Residentschaften geteilt. An

der Spitze jeder Residentschaft steht ein mit großer

Machtvollkommenheit ausgestatteter Resident mit

Assistent-Residenten und Kontrolleuren, sämtlich Niederländer,

dagegen sind die Vorsteher der Regentschaften, Distrikte und Dessa

(Gemeindebezirke, aus mehreren Kampongs bestehend) angesehene

Eingeborne, von denen die der beiden ersten von der Regierung

ernannt, die der letzten von den Gemeinden gewählt und vom

Residenten bestätigt werden.

In den beiden »Fürstenländern« Soerakarta und Djokjakarta regieren

einheimische Fürsten unter Oberaufsicht des Residenten. Der

Landbesitz einer Dessa ist Gesamteigentum der Gemeinde und wird

jährlich neu verteilt. Jeder Grundbesitzer hat Grundsteuer zu

entrichten und Frondienste zu leisten.

=Geschichte.= Java erscheint schon bei seinem ersten Auftreten in

der Geschichte (um 100-200 n. Chr.) als hochkultiviertes Land.

Später wanderten aus Nordindien _Hindu_ ein, die zwar als Rasse

nicht bestehen blieben, sondern in den Malaien aufgingen; aber sie

beeinflußten die Kultur und besonders die religiösen Verhältnisse

sehr stark und gewannen auch vielfach die politische Herrschaft.

Noch heute gehören die Ruinen sowohl der buddhistischen

(Boro-Boedoer; S. 206) wie der brahmanischen religiösen Bauwerke

mit zu den schönsten Beispielen indischer Bauweise. Politisch

zerfiel die Insel in eine Reihe von Hindureichen. Bis Ende des 15.

Jahrh. war das mächtigste Reich das von _Madjapahit_. Um 1400 wurde

von arabischen Kaufleuten der Islam eingeführt; Mohammedaner

gründeten die Reiche _Bantam_ und _Mataram_ und eroberten

Madjapahit um 1480. Bei Ankunft der Europäer auf Java bestanden

hauptsächlich die Reiche _Bantam_, _Jakatra_, _Tscheribon_ und

später _Mataram_, das mächtigste von allen. Um 1520 hatten die

Portugiesen Handelsverbindungen mit den Eingebornen angeknüpft;

aber 1596 erschienen die Holländer, verdrängten die Portugiesen und

siedelten sich an. Sie bemächtigten sich Jakatras, erbauten 1619

Batavia, wußten die einheimischen Fürsten durch Zwiespalt zu

schwächen und zu unterwerfen und verjagten auch die Engländer, die

ebenfalls Kolonisationsversuche gemacht hatten. 1684 nötigten sie

den Sultan von Bantam, ihnen seine Hauptstadt einzuräumen; um 1700

wurde Tscheribon unterworfen, und 1742 ward Bantam ein Lehen der

Holländisch-Ostindischen Kompanie. Vom Kaiser von Mataram gegen die

Makassaren und Maduresen zu Hilfe gerufen, zwangen ihn die

Holländer in ein Lehnsverhältnis. 1755 teilten sie das Reich in

zwei Hälften, deren eine sie dem rechtmäßigen Erben gaben, der nun

den Titel _Susuhunan_ führte, während sie über die andre einen

Seitenverwandten des Kaisers mit dem Titel _Sultan_ setzten. Die

Fürsten wurden in strengster Abhängigkeit erhalten und mußten an

ihren Höfen holländische Residenten aufnehmen, auch dulden, daß

die Holländer bei ihrer Residenz ein Fort besetzt hielten. 1811

kam die Insel in den Besitz der Engländer. Nach dem Pariser Frieden

erhielten die Holländer 1815 Java zurück. Eine der gefährlichsten

Erhebungen war die 1825 von Diepo-Negoro; 1846, 1848-49 und 1908

mußten gegen die benachbarte Insel Bali Kriegszüge unternommen

werden.

=Literatur=: _J. Veth_, Java, geographisch, ethnologisch,

historisch (Haarlem 1896-1903); _J. Giesenhagen_, Auf Java und

Sumatra. Streifzüge und Forschungsreisen im Lande der Malaien

(Leipzig 1901); _Haeckel_, Aus Insulinde (Leipzig 1908).

Reisen in Niederländisch-Indien.

Beste =Reisezeit= ist Mai und Juni.

=Ausrüstung.= Reiseanzug im Gebirge wie in Deutschland, da die Nächte

kalt und der Witterungswechsel oft schroff ist. An der Küste und in der

Ebene ist Tropenausrüstung unentbehrlich, dazu Gesichtsschleier,

baumwollenes Unterzeug, reichlich Wäsche, seidene oder leinene

Jackettanzüge, dazu Tropenhelm. Abends trägt man in den Klubs und ersten

Hotels geschlossene weiße Anzüge; für Festlichkeiten leichter Frackanzug

ohne Futtereinlagen. Pyjamas und Sarong. In den Hauptplätzen auf Java

kann man jede Ausrüstung zu mäßigen Preisen beschaffen. Weiße Anzüge in

Singapore $ 2-1/2, in Batavia beim europäischen Schneider 8-10 Fl., beim

Chinesen 6 Fl., in 24 St. herstellbar. Verpackung der Vorräte muß gegen

Feuchtigkeit und Kakerlaken schützen, also am besten in Blechbüchsen.

=Geld= wie in den Niederlanden, 1 _Silbergulden_ (Fl.) etwa = 1,70 Mk.

= 100 _cents_ oder 10 _dubbeltjes_. -- _=Goldmünzen=_: 10-Guldenstücke.

-- _=Silbermünzen=_: _Rijksdaalder_ = 2-1/2 Fl., _gulden_ = 1

Fl., _halve gulden_ = 1/2 Fl., _kwartgulden, kwartje_ = 1/4 Fl.,

_dubbeltje_ = 1/10 Fl. -- _=Kupfermünzen=_: 2-1/2, 1 und 1/2 cent. --

_=Banknoten=_ der Niederländisch-Indischen Regierung und der Javasche

Bank sind vollwertig, Banknoten des Mutterlandes (Niederlande) gelten

etwas geringer. Falsche Rijksdaalder, Gulden und 1/2-Guldenstücke sind

häufig!

=Verkehrssprache=: Für die niederländisch-indischen Namen beachte

man, daß _oe_ = u im Deutschen, _ou_ = au, _ui_ = eu, _ij_ = e-i; für

Kenner des Plattdeutschen macht das Holländische keine allzu großen

Schwierigkeiten; die gebildeten Holländer verstehen meist Deutsch.

-- Die _=javanische Sprache=_, die von der Bevölkerung Mittel- und

Ostjavas (im W. der Insel spricht man Sundanesisch, im O. viel

Maduresisch), d. h. von etwa 18 Mill. Menschen gesprochen wird, ist

ein Zweig des malaiisch-polynesischen Sprachstammes. Sie ist die

Tochter der altjavanischen oder sogen. _Kawisprache_ und enthält

viele Lehnwörter aus dem Sanskrit. In der Umgangssprache ist der

Unterschied zwischen der vertraulichen und der höflichen Rede ungemein

scharf ausgeprägt. Die _=javanische Schrift=_ hat sich entwickelt

aus der alten Kawischrift, die einer altertümlichen indischen

Schrift entstammt. Die beste Grammatik des Javanischen ist _T.

Roordas_ »Javaansche grammatika« (Amsterd. 1855), in kürzerer Fassung

desselben »Beknopte javaansche grammatika« (das. 1875, 4. Aufl. 1893),

Javanisch-Niederländisches Wörterbuch, ebenfalls von _T. Roorda_.

»Praktische Grammatik der javanischen Sprache« von _Bohatta_ (Wien).

-- Im Verkehr ist die _=malaiische Sprache=_ sehr üblich (s. unter

Singapore, S. 167); ein sehr nützlicher Sprachführer ist für Deutsche:

_Hüttenbach_, Anleitung zur Erlernung der malaiischen Sprache (Verlag

von J. Haltermann, Medan-Delhi, S. 158, Sumatra), auch in Batavia zu

haben, Preis 1 Fl.

=Lebensweise= vorsichtig wie in Indien (s. S. 51). Märsche, Ritte nur

morgens anzuraten; in der heißesten Tageszeit bleibe man im Hause oder

ruhe im Schatten. Bad morgens und nach Bedarf nachmittags.

[Illustration: BATAVIA.]

=Gasthöfe= gibt es jetzt auch in den kleinern Städten, sie sind

meist recht gut, mit luftigen Zimmern, vorzüglichen Betten,

Moskitonetzen. Empfohlen wird telegraphische Bestellung der Zimmer

(nach kurzem Code des Touristenbureaus). -- Die über das Land

verteilten staatlichen =Rasthäuser= (ähnlich den brit.-ind. Dâk

Bungalows), die sogen. Pesanggráhans, dienen nur den niederländ.

Staatsbeamten und sind von Reisenden nur mit Erlaubnis der

Provinzregierung zu benutzen.

=Eisenbahnen= (staatlich) sind in I. Klasse bequem und sauber,

größere Bahnhöfe mit guten Wirtschaften, auf kleinern sind stets

Früchte zu haben. (Man reist viel angenehmer als in Indien!) Nachts

fahren keine Züge. Europäer benutzen auf Java auch die II. Klasse;

in einigen Zügen Speisewagen. Freigepäck 30 kg, Handgepäck darf nur

20 kg wiegen.

=Führer= für Niederländisch-Indien: »Guide through Netherlands

India of the Royal Packet Company«, herausgegeben von der

Koninklijke Paketvaart Maatschappij (Amsterdam 1903).

=Touristenbureau= in Weltevreden (Batavia) und Rijswijk, Gang Pool,

gibt freie Auskunft, verschafft Karten und Fahrpläne (Sprechzeit

7-1/2-1 u. 4-1/2-7-1/2 Uhr), gibt auch den Reiseführer »_Trips in

the Isle of Java_« heraus.

=Paß.= Zum Reisen auf Java ist eine vom Residenten auszustellende

»_Toelatingskaart_« erforderlich. Das Touristenbureau (s. oben)

soll ermächtigt sein, diese Karte sofort auf Wunsch auszustellen.

Für Reisen auf Sumatra, Borneo, Molukken, Celebes ist

Reiseerlaubnis nötig, die vom Justizdepartement ausgestellt wird

und durch das deutsche Generalkonsulat zu beschaffen ist.

Batavia.

Vgl. den Lageplan S. 196 und den beifolgenden Stadtplan.

=Ankunft zur See.= Die meisten Dampfer laufen in den durch zwei

lange Molen geschützten Hafen von _Tandjong-Priok_ ein, der etwa 9

km östl. vom alten Hafenkanal vor der Stadt Batavia liegt. Aber

auch die Bai von Batavia, in der die größten Dampfer und Segler mit

feuergefährlicher Ladung ankern, ist durch Riffe und Inseln gut

gegen Seegang geschützt; von den Dampfern auf der Reede gelangt man

mit Dampfbarkassen zum Hafen. Die Dampfer der Koninklijke

Paketvaart-Maatschappij, überhaupt alle Passagierdampfer, machen

stets dicht am Kai im Hafen fest. Gepäck-Kulis erhalten 10 cents

für jedes Stück; zunächst etwas umständliche (aber loyale)

Zolluntersuchung im Zollamt (Zoll 6 Proz. vom Wert). Zur Einfuhr

von Waffen bedarf es einer vorherigen Erlaubnis des Residenten.

Gezogene Gewehre unter 9-1/2 mm Kaliber und ebensolche

Repetierpistolen dürfen nur mit Erlaubnis des Generalgouverneurs

eingeführt werden, deshalb empfiehlt es sich, solche größern

Kalibers mitzunehmen. --Der Bahnhof zur Fahrt nach Batavia liegt

neben dem Zollamt. Man kann sich telephonisch Gasthofswagen zum

Bahnhof _Noordwijk_ in _Weltevreden_ bestellen; dann nehme man

Fahrkarte bis dahin; nach 20 Min. umsteigen in Stat. _Batavia_, in

der Unterstadt. Wer in _Alt-Batavia_ zunächst Geschäfte hat

(Geldwechseln), steige schon da aus. Neuerdings ist Weltevreden

direkt mit Tandjong-Priok durch Bahn verbunden; man nimmt

Fahrkarten bis Stat. _Kemajoran_ in Weltevreden.

=Gasthöfe= liegen in Weltevreden; _Hôtel der Nederlanden_

(deutscher Bes. Merten) in Rijswijk, in bester Lage (Pl. 1, B4),

empfohlen; 100 Z., Pens. 6-10 Fl.; stellt Auto.--_Hôtel des Indes_

(Pl. 2, B4), Molenvliet; 150 Z., gut, gelobt, Pens. von 6 Fl.

an.--_Grand Hôtel Java_ (G. G. Lion), Rijswijk (Pl. 3, B4) bei

Stat. Noordwijk; 70 Z., F. 1, Lunch 1,50, Din. 2, Pens. 6

Fl.--_Hôtel Wisse_ (Pl. 4, B4), Noordwijk, Ecke Molenvliet.

--Bescheidener: _Hôtel Ort_ (Pl. 5, B4), Molenvliet; Z. 2,50-4 Fl.

Überall Pension tägl. von 6 Fl. an, bei längerm Aufenthalt

billiger; Deutsch wird meist gesprochen. Neben europäischem

Gabelfrühstück die gute »_Reistafel_«, Curryreis mit vielen scharfen

Zutaten: Huhn, Fisch, Gemüse, Früchte etc., sehr gesund und

nahrhaft.

=Pensionen=: _Tramzicht_; _Weltevreden_; _Molenvliet_; alle in

Molenvliet Ost.

=Restaurant=: _Restaurant-Hôtel der Nederlanden_ in der

Benedenstad.

=Post=: In der Benedenstad, nahe Stat. Batavia, in

Binnen-Nieuwpoortstraat (A2); in Weltevreden, Schoolweg, neben dem

Theater und auf Rijswijk, Tanah abang, nahe Klub Harmonie, geöffnet

8-6 Uhr, an Posttagen bis 8 Uhr abds. Poste restante-Briefe gehen

zum Postamt Weltevreden.-- =Telegraph= im Postamt. Kabel nach

Singapore, Banka und über Billiton nach Borneo.--=Telephon= in

allen Gasthöfen; öffentliches Amt in Kali Besar Unterstadt.

=Wagen=: _Sádo_ (aus: dos-à-dos); auch gedeckte Wagen (_ebro_ und

_ropo_), 1 St. 1 Fl.; Sänften (_planki_) nur in der Unterstadt.

--Gasthofswagen.

=Automobile= stellen Hotel der Nederlanden, Hotel des Indes, Hotel

Wisse, ferner »_Het Centrum_« (Noordwijk) und _Fuchs_ (Parapatan und

Tanah abang).

[Illustration: Lageplan von Batavia.]

=Straßenbahnen=: Dampftram (_trem setum_) von der Unterstadt bis

Meester-Cornelis alle 10 Min.--Elektrische Bahn nach Rijswijk und

Tanah abang (A5) alle 10 Min.

=Eisenbahnen=: _Staatsspoor_ (»S. S.«) nach Oberstadt (Pasar Senèn,

C5), Meester-Cornelis, Bekasi, Keedoenggedeh und je eine Linie nach

Tandjong-Priok und Anjer.--_Nederland. Indie Spoorweg_ (»N. I. S.«)

zur Oberstadt (Stat. Noordwijk und Koningsplein), Meester-Cornelis

und nach Buitenzorg, von da Anschluß an das große staatliche

javanische Bahnnetz, [Hand] Man kaufe den neuesten Fahrplan!

=Dampferagenturen=: _Norddeutscher Lloyd_, Behn, Meyer & Co.

(Tel.-Adr.: Nordlloyd Batavia. Passagekontor Kali Besar

West.--_Koninklijke Paketvaart Maatschappij_; _Stoomvaart Mij.

Nederland_, beide Weltevreden, nahe Sluisbrug, auch Kali Besar Ost

und Tandjong-Priok.--_Rotterdamsche Lloyd_: Internationale

Crediet- en Handelsvereeniging »Rotterdam« in Weltevreden, nahe

Sluisbrug und Kali Besar Ost.--_Messageries Maritimes_: Reynst &

Winju (Tel.-Adr.: Messageries-Batavia), Kali Besar Ost.

=Reisebureau=: Weltevreden, Koningsplein (O5), besorgt Fahrkarten

etc.; vgl. auch S. 195: »Touristenbureau«.

=Banken=: _Javasche Bank_ (A2), gegenüber der Post in der

Unterstadt.-- _Nederlandsche Handel-Maatschappij_, Korresp. der

Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank.--

_Nederlandsch-Indische Handelsbank_, Unterstadt und

Noordwijk.--_Nederlandsch-Indische Escompto Maatschappij_

(Wechselstube in der Oberstadt bei Sluisbrug und in Tandjong-Priok

am Landeplatz).--_Chartered Bank of India_, Korr. der Berliner

Disconto-Gesellschaft. --_Hongkong & Shanghai Banking Corporation_,

Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft u. der Allg. Deutschen

Creditanstalt in Leipzig; die beiden letzten in Kali Besar West.

=Theater= (C4) am Komedieweg.

=Konzerte= in der Harmonie und im Konzertgarten am Waterlooplein,

So. 5-1/2 bis 6-1/2 Uhr Nm., auch abds. im Botanisch-Zoologischen

Garten (C5).

=Konsulate=: _Deutsches Reich_, in Weltevreden, Koningsplein West,

nahe dem Museum, Generalkonsul Dr. Lettenbauer; Sekretär

Schleifenbaum. Tel.-Adr.: »Germania«.--_Österreich-Ungarn_, Konsul

Th. Quellhorst, Noordwijk, gegenüber Java-Hôtel.--_Schweiz_, Konsul

A. E. J. Buß (in Firma Maintz & Co.), Kali Besar West.

=Vereine=: _Deutscher Turnverein_.-- Vornehmster niederländischer

Klub: _Harmonie_, Rijswijk; Militärklub _Concordia_, Waterlooplein

(C4).

=Ärzte.=--=Apotheken.=--=Krankenhäuser=: Militärhospital am

Hospitaalweg (C5); Diakonissenhaus _Tjikini_.

=Buchhandlungen=: _G. Kolff & Co._, Batavia, Benedenstad, Kali

Besar 24. --In Weltevreden: _Noordwijk_, gegenüber dem

Java-Hôtel.--_H. M. van Dorp & Co._, Benedenstad, gegenüber dem

Bahnhof der N. I. S. (Reiseführer vorrätig).--=Zeitungen=: _Het

Bataviaasch Nieuwsblad_; _Java Bode_; _Het Nieuws van den Dag_.

=Photographen=: _Charls & van Es_; _Koene & Co._ (beide Firmen

deutsch).-- =Geschäftsadressen=: _van Arcken & Co._, Uhrmacher und

Juwelier.--Verkaufsstelle für Kuriositäten, Landeserzeugnisse »_Ost

und West_« (staatlich unterstützt) in Weltevreden, nahe der

Harmonie.

=Zeiteinteilung für Java.= _=Auf 7 Tage=_: 1. Tag Batavia; 2. Tag

Buitenzorg; 3. Tag Fahrt nach Garoet; 4. Tag Besteigung des

Papandajan; 5. Tag Bandoeng; 6. Tag Besteigung des Tangkoeban

Prahoe; 7. Tag Rückfahrt nach Batavia.--_=Auf 14 Tage=_: 1. Tag

Batavia; 2. Tag Buitenzorg; 3. Tag Fahrt nach Maos; 4. Tag

Djokjakarta; 5. Tag Ausflug nach Boro-Boedoer; 6. Tag Fahrt nach

Soerabaja; 7. Tag Fahrt nach Pasoeroean und Tosari; 8. Tag

Besteigung des Bromo; 9. Tag Rasttag in Tosari; 10. Tag Rückfahrt

nach Soerabaja; 11. Tag Fahrt nach Maos; 12. Tag Fahrt nach Garoet;

13. Tag Besteigung des Papandajan; 14. Tag Rückfahrt nach Batavia.

Andre Reisepläne im Touristenbureau in Batavia und bei den

Agenturen von Thos. Cook & Son in andern Plätzen (nicht in Batavia)

zu erkunden.--Wer die reizende, weiche javanische Landschaft, über

die ein lichtes wunderschönes Grün gebreitet ist

(daher »Smaragdinsel«), aus dem die großen vereinzelten

Vulkanpyramiden aufsteigen, genießen will, mag gern einen Monat auf

Java verwenden.

=Geschichte.= Der niederländische Generalgouverneur Pieter Both

legte 1610 bei Jakatra eine Faktorei an, die der berühmteste seiner

Nachfolger, Jan Pieterzoon Coen, anstatt Amboinas 1619 zur Residenz

machte.

Von den Engländern unterstützt, versuchten 1618 die Fürsten von

Bantam und Jakatra die niederländische Besatzung zu vertreiben;

doch 1619 besiegte Coen den Fürsten von Jakatra und besetzte sein

Reich. Ein Fort wurde zum Schutz der nun Batavia getauften Stadt

angelegt, das alle Angriffe des Susuhunan von Mataram, des

Herrschers über Zentral- und Ostjava, überstand und sich schnell

entwickelte. Als aber infolge eines Erdbebens 1699 die Mündung des

Tjiliwong verschüttet und das Uferland sumpfig wurde, verlegte 1809

der Generalgouverneur Daendels die Residenz nach der 6 km landwärts

gelegenen Ebene von _Weltevreden_ und ließ die Befestigungswerke

abtragen. 1811 wurde die Stadt von den Engländern besetzt, aber

1816 an die Niederlande zurückgegeben.

=Batavia=, Hauptstadt Niederländisch-Ostindiens und der gleichnamigen

Residentschaft Javas, mit (1905) 138500 Einw. (darunter über 8000

Europäer und 28000 Chinesen), liegt nahe dem Westende der Nordküste,

unter 6° 7' südl. Br., an der Südseite einer geräumigen, durch 17 kleine

Koralleninseln geschützten Bai und am Flüßchen Tjiliwong, inmitten

ausgedehnter Reisfelder und Kokospflanzungen. Die Unter- oder Altstadt

(_Benedenstad_, AB2) enthält das große Stadthaus, eine Kirche, die

Javasche Bank, die Zollgebäude, ein für Chinesen und ein für Eingeborne

bestimmtes Hospital sowie ein Gefängnis für letztere, die Magazine der

Regierung und der Niederländischen Handelsgesellschaften, die Kontore

und Speicher der großen Handelshäuser und der Schiffsagenturen, ist aber

nur noch von Malaien, Javanen, Arabern und Mauren, Mischlingen und

Chinesen (im chinesischen Kampong) bewohnt, während die Europäer ihre

ehemaligen Wohnhäuser in der Unterstadt nur während der Geschäftsstunden

aufsuchen, sonst aber in dem neuen Stadtteil _Weltevreden_ (=

Wohlzufrieden; C4/5) wohnen, wohin der fast 4 km lange, gleichfalls

europäische Stadtteil _Molenvliet_ (AB3) über die Stadtteile _Noordwijk_

und _Rijswijk_ (B4) hinüberführt. Die luftigen großen Häuser, mit

Veranden, liegen getrennt zwischen Zierbäumen. In Rijswijk das

großartige Harmoniegebäude, das Palais des Generalgouverneurs, südl.

angrenzend der schöne Rasenplatz _Koningsplein_ (B4, 5), der ringsum von

schönen Gebäuden, darunter die armenische Kirche, das Gebäude der

Naturhistorischen Vereinigung, das Museum der Gesellschaft für Künste

und Wissenschaften und die Wilhelmskirche, umgeben ist. An die NO.-Ecke

von Koningsplein schließt sich die Zitadelle _Prinz Frederik Hendrik_

(B4) und das neue Gebäude der _Koninklijke Paketvaart Maatschappij_.

Östl. vom Tjiliwong liegen um den großen Platz _Waterlooplein_ (C4) die

römisch-katholische Kirche, das Theater, die Freimaurerloge, das

Gefängnis für Europäer, das Regierungsgebäude (_Het Paleis_), das

Laboratorium, Infanterie- und Artilleriekaserne (Kavallerie im Stadtteil

Rijswijk); südl. das große Militärhospital und das Arsenal (C5). Hieran

schließen sich die von Eingebornen und Chinesen bewohnten Kampongs.--

Die Industrie beschränkt sich auf Kalkbrennerei, Ziegelfabrikation,

Töpferei, Gerberei und Destillation von Arrak; Hausindustrie ist die

Matten- und Korbflechterei, Batiken etc. Der Fluß Tjiliwong ist in ein

Kanalnetz zerlegt, von dem Batavia durch- und umzogen wird. Da in der

seichten innern Reede nur flachgehende Schiffe ankern können, hat man 9

km östl. bei _Tandjong-Priok_ einen Hafen angelegt, der durch Kanal,

Eisenbahn und Fahrstraße mit Batavia verbunden ist.--Ausfuhrartikel

sind Kaffee, Zucker, Tabak, Gewürze, Pfeffer von Sumatra, Zinn aus

Bangka und Billiton, Damaraharz, Indigo, Reis, Rotang, Gambir, Kopra,

Bambushüte, Häute, Tee, Arrak, Palm- und Kajeputöl, Teakholz,

Büffelhörner und Büffelhäute, Chinarinde, Kampfer, Kassia, Sandel- und

Sapanholz, Tamarinden, während die Einfuhr in europäischen Manufakturen,

Eisen, Luxusartikeln, Wein, Butter, Konserven besteht. Die Hälfte des

Umsatzes fällt auf das Mutterland. Der Schiffsverkehr ist lebhaft.-- Zu

den Bildungsanstalten gehören das Gymnasium Wilhelm III., je eine höhere

Bürgerschule für Knaben und Mädchen, 13 andre Regierungsschulen, 5

Privatschulen, die Parapatan-Waisenstiftung. Für Nichteuropäer bestehen

30 Schulen, außerdem 1432 mohammedanische Schulen. Eine medizinische

Bildungsanstalt für eingeborne Ärzte (Doctors Djawa) ist am

Militärhospital. Weiter sind zu nennen die Batavische Gesellschaft für

Künste und Wissenschaften (1778 gegründet), die Gesellschaft für

indische Sprach-, Länder- und Völkerkunde, die Gesellschaft für Landbau

und Industrie, die Gesellschaft für Minenwesen (mit großen

mineralogischen Sammlungen).--Batavia ist Sitz des Generalgouverneurs

und der höchsten Regierungs-, Gerichts- und Militärbehörden, eines

katholischen Erzbischofs, einer Handelskammer.--Die Umgebung ist bedeckt

mit den von Eingebornen und Chinesen bewohnten Dörfern (Kampongs)

inmitten ausgedehnter Kokospflanzungen und Reisfelder.

_=Rundfahrt.=_ Früh zwischen 6 und 9 Uhr fahre man durch die schönen

Straßen von Weltevreden im Wagen (durch Tanah abang, Kebon Sirih,

Tjikini, Pegangsaan, Matraman, Kramat, Waterlooplein, Koningsplein) oder

um 6 Uhr mit der Dampfstraßenbahn in die Benedenstad und gehe zum

_Kleine Boom_ (A1) durch das alte Tor des Bataviakastells, wo die alte

Kanone _Merians besar_ (oder _djagoer_) liegt, die von der eingebornen

Bevölkerung als Fruchtbarkeitsspenderin verehrt wird. Nicht weit davon

ist der sehenswerte Fischmarkt _Pasar Ikan_; dann über eine Zugbrücke

und durch _Kali Besar_, wo die alten holländischen Kaufhäuser stehen;

zurück zur Straßenbahn durch das chinesische Viertel (A2). Dann kann man

Kaufleute etc. in der Altstadt im Geschäftsviertel besuchen, hierauf

fahre man zum *=Museum= (B5) am Koningsplein (8-3 Uhr geöffnet, Mi. und

So. frei); es enthält eine vollständige javanische ethnographische

Sammlung: Häusermodelle, Hausgerät, Waffen, interessante

Musikinstrumente, besonders das Gamelang (16 Kupferplatten über zwei

Bambustragbalken, in C-Dur ohne halbe Töne), große und kleine Gongs in

Holzgerüsten, groteske Wajang-Puppenfiguren für das javanische

Schattenspiel, kunstvolle Sarongs, bunte Stroharbeiten, Modelle von

Folterwerkzeugen und Hinrichtungsarten; in einer Schatzkammer sind

Schmucksachen, mit Edelsteinen besetzte Kris, ein goldener Sultansthron.

Auch die Archäologische Sammlung ist sehenswert; berühmt ist die

*_Münzensammlung_. Vor der _Bibliothek_ (Mi. und Sa. 7-1/2-9 Uhr Vm.,

So. 8-11 Uhr) steht ein kleiner Bronzeelefant (Geschenk des Königs von

Siam).--Nach der Reistafel, zwischen 1-5 Uhr Nm., ruhen alle Holländer

der Hitze wegen, die Straßen sind leer; nach 5 Uhr unternehme man

Spazierfahrten in den prächtigen Straßen Weltevredens (s. oben) zu den

Plätzen, wo die Musik spielt und die vornehme Welt Batavias promeniert.

Dabei sieht man die Denkmäler von Jan Pieterzoon Coen, den Begründer der

Stadt, das Waterloo-Denkmal mit Löwen, ein Siegesdenkmal mit Eisernem

Kreuz, das Denkmal des Generals Michiels, letztere drei auf dem

Waterlooplatz.

Von Batavia nach Buitenzorg.

Weltreise. Erster Teil: Indien, China und Japan · 第 28 / 63 段