=Ausflug= von hier mit Motoromnibus der Bahngesellschaft

(vorausbestellen) auf guter Landstraße durch das malerische Gebirge

und durch wilde Dschungeln über (44 M) _Raub_ (Rasthaus) nach (ca.

60 M) =Kuala Lipis= (gutes Rasthaus, tägl. $ 1,50, Verpflegung $

2,50), Hauptstadt des Staates Pahang am Jelai, Nebenfluß des

Pahang-Flusses. Der Sultan residiert in _Pekan_ (Rasthaus) an der

Mündung des Pahang, wohin man von Kuala Lipis mit malaiischem

Hausboot in etwa einer Woche gelangen kann. (Dieser ganze wilde und

romantische Ausflug von Kuala Kubu quer durch die Halbinsel Malakka

bis zum Südchinesischen Meer ist anstrengend und nicht ohne

Gefahren, daher nicht für jeden Weltreisenden zu empfehlen! Er

bietet aber Naturschönheiten und große Jagdgelegenheit seltener

Art.)--Von Pekan ist zuweilen Gelegenheit, mit Küstendampfer nach

Singapore zu gelangen, aber die Einschiffung ist bei Nordostmonsun

(Oktober bis März) oft wegen hohen Seegangs auf der Barre der

Flußmündung unmöglich; Rückkehr von Pekan über Land oder auf dem

Fluß sehr langwierig; vielleicht kann man im Notfall über _Kuantan_

(Rasthaus; Hafen im Bau) Dampfer erreichen oder mit Automobil auf

der (zum Teil 1911 noch im Bau begriffenen) Straße nach _Benta_ an

der Straße Kuala Lipis-Kuala Kubu zurückkehren. (Man ziehe vor

solchem Ausflug Erkundigung bei den englischen Behörden in Kuala

Kangsar und Kuala Lipis ein.) Von Kuala Lipis mit Motoromnibus

zurück nach Kuala Kubu.

Von Kuala Kubu führt die Bahn über (235 M) _Serendah_, (241 M) _Rawang_,

Bahnhof für den Ort _Bandar Baharu_, und (254 M) _Batu_, lauter

Minenstädte, nach

(259 M) *=Kuala Lumpur= (_Station Hotel_, neu, am Bahnhof, Pens. von

$ 6 an, mit Restaurant; _Empire Hotel_ und ein Rasthaus, tägl. $

1,50, Verpflegung $ 1,50), Hauptstadt der Malaiischen Bundesstaaten

mit etwa 35000 Einw., in schöner Lage, mit prächtigen Gärten im

europäischen Viertel und verhältnismäßig kühlem Klima. Residenz des

britischen »Resident General« der Malaiischen Bundesstaaten. Vor

einem schönen öffentlichen Park mit See das _Museum_ mit reichen

zoologischen (besonders Vögel und Fische) und ethnographischen

(besonders Tonwaren und Matten) Sammlungen. Kuala Lumpur ist für

längern Erholungsaufenthalt geeignet, hat gute Basare, Hospital

etc.--_=Ausflüge=_ nach (26 km) _Dusun Tua_, einem Bungalow mit heißer

Quelle in malerischer Landschaft an einem Fluß, wo man tropisches

Tierleben beobachten kann (fliegende Eidechsen, fliegende Hunde, Affen

etc.).

=Zweigbahn= von Kuala Lumpur durch den mit Gummiplantagen

bestandenen Klang-Distrikt nach (etwa 18 M) _Klang_ (Rasthaus beim

Bahnhof), Residenzstadt des Sultans von Selangor, Mittelpunkt des

Gummihandels, durch ein Hügelfort mit britischer Garnison

beherrscht, und von da nach (etwa 6 M) =Port Swettenham= (Rasthaus,

Post und Tel.), dem modern ausgebauten wichtigsten Hafen für

Küstendampfer zwischen Penang und Singapore, mit beträchtlichem

Seeverkehr; Dampfer nach Penang und Singapore.

Von Kuala Lumpur weiter durch Gummiplantagen über (274 M) _Kajang_

(Rasthaus), einem hübschen Dorf mit Zinngruben, nach (302 M) =Seremban=

(Rasthaus), Hauptstadt des Malaienstaates Negri Sembilan, in ähnlich

schöner Lage wie Kuala Lumpur, auch mit britischem Viertel.

=Ausflug= von Seremban mit Motoromnibus auf malerischem Weg über

das Gebirge nach (24 M) =Kuala Pilah= (Rasthaus), Residenz des Yam

Tuan von Sri Menanti, dessen *_Palast_ (_Astana_) in einem

prächtigen Seitental 8 km von Kuala Pilah liegt. Die Stadt Kuala

Pilah liegt am Muar-Fluß und an einer Zweigbahn nach Gemas (S.

166); auf dem höchsten Hügel (*Aussicht) in der Stadt ist das

Amtsgebäude des britischen Residenten; in der Hauptstraße der Stadt

ein Standbild des ersten britischen Residenten, Martin Lister, von

Chinesen gestiftet. Zurück mit Motoromnibus nach Seremban oder mit

Wagen (Gharries) auf ebenfalls schönem Gebirgsweg nach Tampin (s.

unten).

=Zweigbahn= von Seremban in 1-1/2 St. nach (etwa 22 M) =Port

Dickson= (Rasthaus), auch _Arang Arang_ genannt, Hafen für

Küstendampfer, mit guter Seebadegelegenheit, beste Badezeit

5-1/4--6-1/4 Uhr Nm.; man übernachte im Port Dickson Sanitarium

(Platz vorausbestellen), dicht am Badestrand.

Die Bahn führt von Seremban weiter durch gut bebaute Obstgärten und

Reisfelder und stark bevölkerte, wohlhabende Malaiendörfer über _Pedas_,

_Rembau_ und _Chengkau_ nach (334 M) _Tampin_ (Rasthaus). _=Fortsetzung

der Route=_ S. 166.

Von hier Zweigbahn (22 M) nach

=Malacca Town= (Rasthaus am Bahnhof, dem Seebad am nächsten; andres

Rasthaus an der Seeseite der Stadt), wichtiger Seestadt und

Hauptausfuhrhafen der Malaienstaaten, mit etwa 95000 Einw. Malacca Town

liegt auf 2° nördl. Br. und ist die älteste europäische Niederlassung

auf der Halbinsel, 1511 von den Portugiesen unter Albuquerque begründet

und zu einem wichtigen Gewürzhandelsplatz gemacht, 1641 von den

Niederländern und 1795 von den Engländern erobert, dann 1818

zurückgegeben, aber 1824 gegen Benkoelen von den Niederländern wieder

eingetauscht. Man trifft noch Nachkommen der Portugiesen sowie die

portugiesische Kirche Nossa Senhora do Monte auf dem Gipfel des St.

Pauls-Hügels, neben dem Leuchtturm am l. Ufer der Mündung des

Malacca-Flusses. Der Hügel ist mit alten Festungswerken umgeben. Mehrere

Brücken führen über den Fluß zu dem Stadtteil des r. Ufers. Malacca Town

ist Sitz der Regierung des britischen Malacca-Territoriums (Teil der

Kolonie Straits Settlements, vgl. S. 155). Am Fuß des St. Pauls-Hügels

liegen Schulen (darunter die sehenswerte Chinesenhochschule des Dr.

Morrison), Post und Telegraph, Gericht, Krankenhäuser etc.; sehenswert

ist an der Seeseite _Albuquerques Tor_. Die Stadt ist ziemlich gesund,

obgleich etwas wärmer als Singapore. --Etwa 8 km westl. von Malacca Town

liegt der hübsche Badeort *_Tanjong Kling_ (Regierungsbungalow,

Erlaubnis zur Benutzung für Seebadezwecke erteilt die Public Works

Office in Malacca Town). Malacca Town hat durch Inseln geschützte

Reede; lebhafter Verkehr von Küstendampfern nach Penang, Port

Swettenham, Port Dickson und Singapore.

_=Fortsetzung der Hauptroute.=_ Von Tampin (S. 165) führt die Bahn über

einige unbedeutende Stationen nach (364 M) _Gemas_, Grenzstation des

Staates Negri Sembilan (Zweigbahn von Gemas im Betrieb über _Rompin_

nach [22 M] _Bahau_, von da im Bau nach _Temerloh_ im Staat Pahang;

Zweigbahn von Bahau nach [12 M] _Kuala Pilah_ [S. 165] im Betrieb), und

durch Urwald und Dschungeln des Staates Johor über mehrere kleine

Ortschaften nach (450 M) _Johor Bharu_ (S. 169); von da Fährdampfer nach

_Woodlands_ (s. unten) und Bahn nach (465 M) _Singapore_.

Singapore.

Vgl. beifolgenden Plan.

=Ankunft.= Die Ansteuerung des Hafens ist wegen vieler gefährlicher

Riffe und Bänke vor der Hafeneinfahrt schwierig; Handelsdampfer

laufen zum Teil, die Reichspostdampfer stets in den engen Hafen

innerhalb der Inseln und machen meist am _Tanjong Pagar-Kai_ dicht

am Lande fest. Am Landungsplatze stehen europäische und malaiische

Diener von allen Gasthöfen sowie reichliche Fahrgelegenheiten

(Wagen und Rikschas, auch elektr. Straßenbahn). Fahrt bis zur Stadt

etwa 20 Min. Keine Zolluntersuchung, aber Waffen dürfen ohne

Polizei-Erlaubnis nicht eingeführt werden!

=Gasthöfe=: _Raffles' Hotel_, Beach Road 2, nahe der Esplanade, 130

Z. --_Hôtel de l'Europe_ (Pl. 13), an der Esplanade, in besserer

Lage. Küche in beiden mäßig, Pens. etwa $ 8.-- _Hotel Adelphi_,

Colman Street, 100 Z., Pens. von $ 5 an.--_Hôtel de la Paix_,

Colman Street 3, 40 Z. $ 2-3, Tiffin 1-1/4, Dinn. 1-1/2, Pens. $

6-8.--_Hotel van Wijk Co. Ltd._, Stamford Road 2, 80 Z. 2, F. 1,

Lunch 1, Dinn. 1,50, Supp. 2, Pens. $ 5-6, Küche gelobt. --Die

meisten Gasthöfe sind zugleich =Restaurants=.

=Post= (Pl. 18), an der Südseite der Cavanagh-Brücke neben der

Börse. --=Telegraph=, Robinson Quai. Kabel führen nach Penang,

Saigon, Labuan, Soerabaya und Batavia.--=Wagen=: _Tikka gharries_

oder _Hackney Carriages_ nach gedrucktem Tarif.--=Rikschas=

ebenfalls mit fester Taxe.--=Reitpferde= zu

haben.--=Straßenbahnlinien= (s. den Plan), auch von Europäern

benutzt.--

=Eisenbahn=: _Singapore & Kranji Railway_ (Bahnhof Tank Road), vom

Landungsplatz der Postdampfer in 25 Min. mit Straßenbahn zum

Bahnhof, von da in 1-1/4 St. bis zur Endstat. _Woodlands_ (von wo

Fährboot nach Johor mit Anschluß an die _Federated Malay States

Railway_, S. 161).

=Dampfer=: _Norddeutscher Lloyd_ (Agent: Behn, Meyer u. Co.,

Tel.-Adr. »Nordlloyd Singapore«): Reichspostdampfer alle 14 Tage

nach Ostasien und Europa; Anschlußdampfer nach Bangkok und Deli

sowie nach Britisch-Nordborneo, Makassar, Menado (auf Celebes),

Süd-Philippinen und Neuguinea (über Batavia)--_Koninklijke

Paketvaart Maatschappij_ (Agent: J. Deandels & Co.):

Anschlußdampfer an die deutschen Reichspostdampfer nach u. von

Batavia, Samarang und Soerabaya. --_Stoomvaart Maatschappij

Nederland_ (Agent: J. Daendels & Co.) alle 14 Tage nach Batavia und

nach Europa über Sabang.--_Österreichischer Lloyd_ (Agent:

Rautenberg, Schmidt & Co.), monatlich einmal nach Ostasien und

Europa.--_Messageries Maritimes_ (Agent: C. Tournaire;

Telegrammadresse: »Messageries Singapore«) alle 14 Tage über Saigon

nach Ostasien und über Colombo nach Europa; Anschlußdampfer nach

Batavia. --_Peninsular & Oriental Co._ alle 14 Tage nach Ostasien

und Europa, mit Anschlußlinien nach Java, Sumatra, Celebes u.

a.--_British India Steam Nav. Co._ alle 14 Tage nach Vorderindien.

=Geld.= Einheitsmünze ist der _Straits-Dollar_ ($) = 2,40 Mark oder

2 sh. 4 d.; Silbermünzen außerdem zu 50, 20, 10, 5 cents. 1 $ = 100

cents. Außerdem Kupfergeld.--=Banken=: _Deutsch-Asiatische Bank_,

Korr. sämtlicher deutschen Großbanken.--_Hongkong & Shanghai

Banking Corporation_, Korr. der Berliner

Disconto-Gesellschaft.--_Chartered Bank of India, Australia &

China._-- _Nederlandsche Handels-Maatschappij._ Beide letztere

Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank.

=Sprache= ist malaiisch, die allgemeine Verkehrssprache Hinter- und

Insulindiens.

=Theater=, malaiische sind besuchenswert.

=Konsulate=: _Deutsches Reich_, Generalkonsul Feindel, Vizekonsul

Dr. Saunier. --_Österreich-Ungarn_, Dr. Erwin Ritter von

Zach.--=Deutscher Klub=, sehr schön gelegen.

=Polizeiamt=: South Bridge Road und North Bridge Road, letzeres

nahe dem Hôtel de l'Europe.--=Ärzte=: an 30; deutsche Ärzte Dr.

_Werner_, Medical Hall; Dr. _Wertheim_.--=Zahnarzt.=-- =Deutsche

Apotheken.=--=Krankenhaus=: _General Hospital_.--=Buchhandlungen=:

_Kelly & Walsh_, Raffles Place.--_Fraser & Neave._--=Zeitungen=:

_Straits Times_; _Government Gazette_; _Singapore Free Press_;

_Colonial Press_. Einige malaiische, tamulische und chinesische

Zeitungen.

=Photographieren= von Festungswerken (die oft _nicht_ zu erkennen

sind) ist streng verboten und wird mit 1 Jahr Zuchthaus bestraft,

da Singapore Kriegshafen ist. (Deutsche Liebhaberphotographen

werden mit Vorliebe böser Absichten verdächtigt!)

=Einkäufe=: Korallen, Muscheln, Korbstühle, Ananas frisch und

konserviert (sehr billig).

=Zeiteinteilung.= 1. Tag: Markt in der Chinesenstadt, Museum,

Botanischer Garten, Esplanade.--2. Tag: Fahrt nach Johor.--3. Tag:

Ausflug nach dem Sea View Hotel, östl. von Singapore, an der See.

=Geschichte.= Das alte Singapura soll in der 2. Hälfte des 12.

Jahrh. von dem aus Sumatra eingewanderten Radschah Sang Nila Utama

begründet sein; sein Nachfolger Sikander wurde von den Javanen

vertrieben und gründete die Stadt Malakka, während die javanischen

Herrscher zum Islam übertraten (jetzt Hauptreligion der Malaien)

und das Sultanat Johor begründeten. Sir Stamford Raffles drang

darauf, daß das im Anfang des 19. Jahrh. zum Seeräuberschlupf

gewordene Singapore englisch werde; 1819 wurde die britische Flagge

auf der Insel gehißt, entwickelte sich aber erst mit dem Aufblühen

der Dampferfahrt zu einem der wichtigsten Stapelplätze und

Stützpunkte für den Seeverkehr nach und von Ostasien.

Das =Klima= ist heiß, doch nicht ungesund, mit sehr gleichmäßiger

Temperatur, auch für Kinder gut. Mittlere Jahrestemperatur etwa 27°

C; höchste im Jahre vorkommende Temperatur durchschnittlich 38°,

die niedrigste 17,5°. Stürmisches Wetter herrscht meist beim

Monsunwechsel (SW.-Monsun im April bis Oktober), aber nur kurze

Zeit. Die Regenmenge ist beträchtlich (2350 mm); es regnet in

Schauern mindestens zweimal alle 3 Tage, am stärksten im November

und Dezember. Dem Regen ist der üppige Pflanzenwuchs zu danken. Die

Sonne geht stets gegen 6 Uhr auf und unter.

=Singapore= (bedeutet entweder Löwenstadt = singa puru, oder

Raststadt--sing gah pura), die Hauptstadt der Straits Settlements (S.

155), liegt auf der gleichnamigen Insel unter 1° 16' nördl. Br., mithin

nur 141 km vom Äquator. Die vorzügliche Lage am Hauptseeweg von Europa

nach Ostasien sowie zwischen dem Golf von Bengalen und der Chinasee und

in der Nähe der großen Sundainseln und der Philippinen haben die Stadt,

die schon frühzeitig zum Freihandelsgebiet erklärt wurde, zu einem

blühenden Stapelplatz für den Seehandel und einem wichtigen Kohlen- und

Ausrüstungshafen für zahlreiche, stetig wachsende Dampferlinien im

Indischen und Stillen Ozean gemacht. Für die englische Kriegsflotte ist

Singapore ein wichtiger Stützpunkt außerhalb der europäischen Gewässer.

Es ist seestrategisch äußerst günstig gelegen.--Die Stadt zeigt

europäisches Großstadtgepräge und hat etwa 250000 Einw., davon sind 4/5

Chinesen, 1/8 Malaien, 3/80 Europäer (etwa 250 Deutsche) und Eurasier,

3/80 Indier (insgesamt 3/4 Männer, 1/4 Frauen); darunter auch Klings

(Arbeiter aus Vorderindien), Araber, Armenier, Parsen, Juden, Birmanen,

Siamesen etc. Die Chinesen spielen also der Zahl nach die Hauptrolle;

sie leben hier nicht nur als Kulis und Kleinhändler, sondern auch ein

großer Teil des Handels liegt in ihren Händen.--Der neue _Hafen_ von

Singapore ist nach S. durch die Inseln _Blakan Mati_ und _Pulubrani_

geschützt, mit guten Kaianlagen, Kohlenlagern und Warenschuppen

reichlich versehen. --Die _=Ausfuhr=_ umfaßt Zinn, Kautschuk, Pfeffer,

Stuhlrohr, Reis, Tapioka, Kopra, Sago, Lack, Patschuli, Zitronellaöl;

Einfuhr: Kohle, Petroleum, Eisenwaren, Baumwollwaren. 1908 liefen 5187

Schiffe mit 6984980 Reg.-Ton. in den Hafen ein.-- Das Stadtgebiet teilt

sich in die Chinesenstadt, das Europäerviertel und das Malaienviertel.

Drei Hügel, _Pearls Hill_ (49 m), _Government Hill_ (48 m), gekrönt vom

Palast des Gouverneurs, und _Mount Sophia_ (33 m), überragen die Stadt.

Gegenüber der Reede liegen die europäischen Geschäftshäuser, einige

Klubs und nahe der _Johnston Pier_ die _Börse_ (Pl. 17) und das

_Postamt_ (Pl. 18). Auf der _Esplanade_ steht das Gymkhana-Klubhaus und

in der Mitte ein Standbild des _Sir Thomas Stamford Raffles_ (Pl. 10),

gegenüber die _St. Andrews-Kathedrale_ (Pl. 7). Von der Esplanade führt

die High Street nw. zu dem alten _Fort Canning_ (jetzt Signal- und

Salutstation); sw. von diesem liegt am linken Ufer des Singaporeflusses

der _Kampong Malacca_ und ihm gegenüber auf einer Insel der _Kampong

Saigon_. Die Chinesenstadt liegt südl. vom Flusse, den viele Brücken

überschreiten; sie enthält viele Buddhatempel, chinesische Läden und

einen großen Basar. Viele reiche Chinesen haben außerhalb der Stadt

prächtige Besitzungen.

_=Rundfahrt.=_ Morgens fahre man über die Cavenaghbrücke in die

Chinesenstadt auf den *_Markt am Raffles Quai_ oder einen andern Markt,

wo seltsame Fische, andre Seetiere und Tropenfrüchte, wie Ananas, Mango,

Mangustins, Rambutans, Brotfrucht, Zuckerrohr u. v. a. verkauft wird;

dann nach Wahl durch einige enge Straßen der Chinesenstadt westl. zur

Havelock Road, über die Brücke r. durch _Kampong Saigon_ und _Kampong

Malacca_, nördl. durch Mirabeau Road, Tank Road und Orchard Road, oder

Tank Road über _Government House Hill_ (nahe am Gouvernementshaus

vorbei), Cavenagh Road, Bukit Timah Road (an alten Friedhöfen vorbei),

Scotts Road (am Teutonia Club vorbei) und Orchard Road zum *=Botanischen

Garten= (Fahrt 1 St. nnw. vom Dampfer-Anlegeplatz), der auserlesene

tropische Bäume und Gewächse zeigt, z. B. Sago- und Kokospalmen,

Muskatnußbäume, Kaffeebäume, Kroton- und Kakaobäume, Bananen (auch die

_Ravenala_ aus Madagaskar, Baum der Wanderer), Farne (darunter die

zierlichen Baumfarne), Lianen, Orchideen, Calamus-Rotang (spanisches

Rohr) etc. Nm. zwischen 4 und 5 Uhr besucht die vornehme Welt Singapores

den Botanischen Garten; Rückfahrt durch _Orchard Road_, eine prächtige

Allee, zum _Raffles Museum_ (Pl. 9), 1887 begründet, mit

naturhistorischen und ethnographischen Sammlungen und wissenschaftlicher

Bibliothek. Vor Sonnenuntergang besuche man die _Esplanade_ und _Raffles

Plain_, den Sportplatz, wo um diese Zeit eleganter Wagenkorso

stattfindet.

=Ausflüge=: 1) Nach =Sea View Hotel= 9 km östl. vom Postamt in

Singapore, im Palmenwald an der See, mit Ausblick auf die östl.

Einfahrt zur Reede. Man fährt dahin mit Wagen G der Straßenbahn, ab

Tanjong Pagar durch die Hauptverkehrsstraße der Stadt, oder mit

Automobil oder Wagen.--2) Nach =Johor=; täglich fünf Züge

der »Singapore and Kranji Railway« vom Bahnhof Tank Road in etwa

1-1/4 St. nördl. nach _Woodlands_. Fahrplan in der Zeitung; die

Bahn führt durch das nw. Villenviertel der Stadt, dann durch

Malaiendörfer, Gärten, Ananasfelder und Wälder an die Nordküste der

Insel Singapore; ein kleiner Dampfer fährt von da über den schmalen

Wasserarm _Selat Tabray_ in 8 Min. auf das Festland der

Malakkahalbinsel und landet vor dem kleinen Orte =Johor-Bahru=

(_Johore Hotel_, am Strande, modern, preiswürdig, elektr. Licht,

gute Verpflegung; 41 Z. 2, F. 1,50, Lunch 2, Dinn. 2, Pens. $ 6-7),

der neuen, mit Grün umgebenen Hauptstadt des Sultans von Johor in

malerischer Lage. Mit Rikscha fährt man zu dem auf der Höhe

gelegenen *_Palast des Sultans_ (_Istana_), umgeben von schönem

Palmenpark; er enthält nüchtern-europäisch eingerichtete

Empfangsräume; sehenswert sind die wertvollen Waffen und mancherlei

malaiisches Rüstzeug. Schöner Blick von der Anhöhe, auf der die

große neue _Moschee_ nahe dem Palaste steht. Im Park einige Käfige

mit Raubtieren. Im Chinesenviertel des Ortes Johor ist eine

*_Spielbank_ mit kleinen Spieltischen; So. Nm. großer Betrieb

(englischen Offizieren verboten!); daneben ist ein _chinesisches

Theater_ (mit lärmender Musik). Im Ort ein _Postamt des Sultans_

mit eignen Johor-Briefmarken (für Sammler!).

9. Siam. Indochina.

Von Singapore nach Bangkok.

Vgl. die Karte bei S. 155.

=Anschlußdampfer des Norddeutschen Lloyd= gehen bald nach Ankunft

des Reichspostdampfers von _Singapore_ in 4-5 Tagen nach _Bangkok_.

Das Schiff geht mit östlichem Kurs um die SO.-Spitze der Halbinsel

Malakka ins Südchinesische Meer (S. 214), dann mit NNW.-Kurs an mehreren

kleinen Küsteninseln, darunter die 1050 m hohe Insel _Tioman_, vorbei

längs der Ostküste der Halbinsel Malakka, die zuletzt beim _Kap Laboha_

(Labuan) auf etwa 4-1/2° nördl. Br. gesichtet wird; östl. von diesem Kap

liegt die 283 m hohe Insel _Teng-gol_. Dann gelangt man in den _Golf von

Siam_, dessen Ostseite die Küste von Kambodja bildet; im innern,

nördlichsten Teile des Golfs passiert man r. beim _Kap Liant_ (r.)

kleine grüne Inseln, ehe das Flachland des Menamflusses in Sicht kommt.

Die Menammündung ist nur für kleinere Dampfer mit etwa 4 m Tiefgang

zugänglich, weil eine seichte Barre ihr vorgelagert ist; größere Schiffe

müssen auf der Reede von Koh ti Chang oder Ang Hin ankern. Das

Fahrwasser ist mit Seezeichen und Leuchtfeuern gut versehen, ein

Feuerschiff bezeichnet die Barre. Die Flußfahrt (s. die Karte auf S.

172) dauert 3 St. und zeigt schon die Reize des seltsamen Landes; in der

schönen Landschaft tauchen die weißen, sonderbaren Tempelbauten, _Wat_

genannt, mit vergoldeten Spitzen und merkwürdigen Giebeln auf. Am

linken Ufer liegt die Zollstation _Paknam_ (PT, Zollamt, Bahnhof, Bahn

nach Bangkok) mit einem Küstenfort. Auf dem Fluß ist reger Verkehr von

Fischerbooten, kleinen Dampfern und Seglern. Die Ufer zeigen Reisfelder,

Dörfer, Zuckerplantagen, Fischbuhnen, Fischereihallen und Festungswerke

zwischen Palmen. Gegenüber von Paknam sieht man zwei Inseln mit dem Fort

_Sua-Son-Lek-Tin_ (Tiger mit verborgenen Klauen) und prächtige

Tempelbauten (_Wat Phra-tschedi_), zu denen im Oktober beim Thot

Kathin-Fest siamesische Pilger wallfahren. Weiter aufwärts liegt an

einer Schleife des Flusses der Ort _Paklat_; man passiert erst

_Unter-Paklat_, umfährt große Orangegärten am rechten Ufer und erreicht

dann _Ober-Paklat_ in der Nähe großer Palmenhaine. Die gute Landstraße

_Chareun Krung_ führt von Paklat nach (etwa 16 km) Bangkok. Bei der

nächsten Biegung des Flusses gelangt man vorbei an Schiffswerften und

Docks, an Gärten und Reismühlen im Vorort _Bang Koläm_, und biegt an der

letzten Krümmung in das Stadtgebiet von _Bangkok_ ein, wo die

Kriegsschiffe und Königsjachten vor Anker liegen, neben zahllosen

schwimmenden Häusern; dahinter moderne Fabrikschlote und siamesische

Tempel.

=Siam= ist ein unabhängiges Königreich (Pufferstaat) zwischen dem

englischen Birma im W. und dem französischen Indochina im O., das

letzte Gebiet Hinterindiens, das noch nicht unter europäischer

Herrschaft steht; es umfaßt heute nur noch das Gebiet des

Menamflusses und einen Teil der Halbinsel Malakka, etwa 314000 qkm

mit 6,7 Mill. Einw. Die allermeisten Reisenden werden ihren Besuch

auf Bangkok nebst Umgebung und Ayuthia beschränken, d. h. auf den

untersten Teil der Menamebene, die von diesem Fluß aufgebaut ist

und noch jetzt alljährlich von ihm weithin überflutet wird. Der

Menam hat einen viel kürzern Lauf (700-800 km) als die andern

großen Flüsse Hinterindiens; er entspringt im Nordteil Siams, dem

gebirgigen Laosland, das die südl. Fortsetzung der Schanstaaten

Ostbirmas bildet, und durchfließt in seinen untern Teilen eine

große Ebene, die ebenso ein Kulturzentrum geworden ist wie die

Ebene des Irawaddyflusses, Unterbirma. Das _=Klima=_ der Menamebene

ist tropisch-warm, wenn auch nicht so gleichmäßig wie in Penang und

Singapore. Die Niederschläge werden auch hier vom SW.-Monsun

gebracht, der von Ende April bis September weht; bald nach seinem

Beginn (im Mai) und gegen sein Ende zu (im September) sind die

Regen am stärksten. Dementsprechend beginnt auch der Menam Ende Mai

oder Anfang Juni zu steigen und verbreitet sich von Anfang August

bis zum November weithin über die umgebende Niederung, ihr

fruchtbaren Schlamm und die nötige Feuchtigkeit für die Reiskultur

zuführend. Da die Niederschläge und die Überschwemmungshöhe von

Jahr zu Jahr ziemlich stark schwanken, haben die Siamesen zur

Regelung der Überflutungen zahlreiche Kanäle (_=Klongs=_) angelegt.

Das herrschende _=Volk=_ des Landes, die _Siamesen_, sind ein

Mischvolk wie alle Völker Hinterindiens, doch überwiegt der

mongolische Einschlag bei ihnen. Sie sind klein und kräftig, aber

als Buddhisten ziemlich indolent, sehr abergläubisch und

vergnügungssüchtig; die Frauen sind tüchtiger als die Männer.

Musik, Theater, Tierspiele und Geldspiele sind sehr beliebt, jede

Gelegenheit wird benutzt, um Feste zu feiern (vgl. S. 176). Neben

den Siamesen spielen im Wirtschaftsleben Siams die _Chinesen_ eine

wichtige Rolle. Während die Siamesen vor allem dem Reisbau, der in

Siams Volkswirtschaft bei weitem die wichtigste Rolle spielt,

obliegen, haben die Chinesen die Verarbeitung und Verwertung des

Reises in Händen und sind Handwerker und Arbeiter. Auch einige 1000

Europäer leben im Land als Regierungsbeamte und Kaufleute; zum Teil

sind sie mit der Ausbeutung der Teakholzwälder Nordsiams

beschäftigt.

Weltreise. Erster Teil: Indien, China und Japan · 第 24 / 63 段