=Penang= (_Pulu Pinang_ = Insel der Betelpalme), von den Engländern

_Georgetown_ getauft, Stadt mit etwa 150000 Einw. (meist Chinesen,

Klings [Arbeiter aus Vorderindien] und Malaien), gehört seit 1785 den

Engländern, liegt auf 5° 25' nördl. Br., hat saubere Straßen, auch

im Chinesenviertel, und ein feines europäisches Villenviertel mit

prächtigen Gärten am Race Course und am Hafen; dort liegt das _Postamt_

mit großer Halle sowie das alte Fort mit Signalstation. Sehenswert

sind die _Markthallen_ und Beach Street; in Chulia Street und Campbell

Street sind _Teehäuser_ und ein _chinesisches Theater_. Penang hat

lebhaften Handel und starke Zinn- und Sago-Ausfuhr. 1910 liefen 2355

Schiffe mit 2956000 Reg.-Ton. in den Hafen ein. -- _=Rundfahrt=_ nach

dem =*Botanischen Garten= mit Wagen von Downing Street l. an der Schule

vorbei durch schattige Straßen des Villenviertels zur Northam Road,

dann am Rennplatz vorbei, durch M'calister Road, Sepoy Lines zum

Eingang des Gartens, der zwar klein, aber vorzüglich gepflegt und mit

seltenen, üppigen Pflanzen bestellt ist. Er liegt etwa 5 km vom Hafen

in einem von hohen Felsen umgebenen Talkessel; ein hoher Wasserfall

bewässert ihn. In reizvollen Gruppen findet man zahlreiche seltene

Tropenpflanzen, insbesondere prächtige Orchideen, Gewürznelkenbäume

(_Caryophyllus aromaticus_), Farne, _Ravenala_ (Baum der Reisenden

aus Madagaskar) u. a. -- Neben dem Eingange zum Garten führt ein

teilweise steiler Weg auf den =*Crag Hill=, von dessen Gipfel (834 m)

_=*Aussicht=_ über die Insel, den Hafen und das Meer; der Weg ist bis

zum Fuße des Hügels 5 km, der Aufstieg 7 km lang; Tragstühle erhält

man am Fuß des Hügels; Auf- und Abstieg im Tragstuhl 4 St. (eine Bahn

hinauf ist im Bau). Auf dem Gipfel das _Crag Sanitarium_ (Hotel;

kleine Zimmer, gute Verpflegung). Man sollte den Aufstieg, wenn man

irgend Zeit hat, nicht unterlassen. -- Auch ein Besuch des =*Großen

chinesischen Tempels= in Ayer Itam (am Endpunkte der elektrischen

Straßenbahn) ist sehr zu empfehlen; Führung durch den Priester, der

auch Erfrischungen anbietet; man gebe Tempelspende (1 $). Ein längerer

Aufenthalt (etwa eine Woche) auf der landschaftlich sehr schönen

Insel Penang, die etwa halb so groß ist wie der Bodensee, ist sehr

genußreich. -- _=Fortsetzung der Route=_ s. S. 160.

Seitentour Penang-Sumatra.

1) =Anschlußdampfer des Norddeutschen Lloyd= von Penang dreimal in 14

Tagen, sw. die Malakkastraße querend, nach _Belawan_ (Deli) in 16

St. -- Außerdem =Dampfer= der _Koninklijke Paketvaart Maatschappij_

(Fahrpläne veränderlich).

=Sumatra= ist die zweitgrößte der Sundainseln. Bei einer

Längserstreckung von 1650 km (= Kopenhagen-Neapel) ist es mit den

benachbarten kleinern Inseln etwa so groß wie die vier deutschen

Königreiche zusammengenommen. Den Westteil der Insel durchzieht ein

landschaftlich schönes Gebirge, das als die Fortsetzung des

westbirmanischen Küstengebirges und des Inselbogens der Andamanen

und Nikobaren gilt und von einer Anzahl zum Teil noch tätiger

Vulkankegel überragt wird. Der Ostteil der Insel wird von einem

vielfach sumpfigen und ungesunden Flachland eingenommen. -- Das

_=Klima=_ ist rein tropisch (der Äquator durchschneidet die Mitte

der Insel), die Temperatur äußerst gleichmäßig, die Westseite noch

bedeutend regenreicher als die Ostseite. Keine Jahreszeit kann als

trocken bezeichnet werden, doch hat die Nord- und Ostküste

vorwiegend Herbst- und Winterregen, während an der Westküste

Höhepunkte des Niederschlags auf den April und den Oktober bis

November fallen; Februar und Juli sind auf der ganzen Insel relativ

trocken. -- Die _=Vegetation=_ ist von echt tropischer Üppigkeit,

doch ist das Waldkleid des Gebirges bei weitem nicht so lückenlos,

wie man es bei den hohen Niederschlägen erwarten sollte; große

Flächen sind von Savannen eingenommen, die zum Teil vielleicht erst

dem Menschen, der den Urwald rodete, ihre Entstehung verdanken. Das

östl. Tiefland ist dagegen, soweit nicht sumpfig, großenteils von

Urwald eingenommen, da das ungesunde Klima eine stärkere

Besiedelung nicht gestattet. -- Die _=Tierwelt=_ ist sehr reich und

der des hinterindischen Festlands so nahe verwandt, daß die

Abtrennung von ihm erst in ganz junger geologischer Vergangenheit

erfolgt sein kann. Nashorn, Elefant und Tiger sind vorhanden, dazu

der Orang-Utan und zwei andre große Affenarten (Gibbons), Halbaffen

(Makis), Tapir, Argusfasan und viele andre, weniger hervortretende.

--_=Bewohner=_ der Insel sind die _Malaien_, deren auf Pfählen

errichtete Dörfer (Kampongs) überall zwischen Reis- und

Baumwollfeldern sich verstecken. Daneben gibt es noch Reste älterer

Bevölkerungsschichten, wie die _Bataker_, die noch ein reines

Naturvolk sind. -- Die wichtigsten _=Welthandelsprodukte=_ sind

Tabak und Kaffee, von denen der erstere im östl. Flachlande, der

letztere im westl. Gebirgsland am besten gedeiht. Die beiden unten

beschriebenen Routen führen nach dem Bezirke des besten Tabaks

(Delideckblattabak) und des besten Kaffees (um Medan in den

Padangschen Hochlanden). Daneben liefert die Insel noch zahlreiche

wertvolle Wald- und Bodenprodukte, vor allem Kohle und Petroleum.

Sumatra beginnt erst seit kurzer Zeit einen raschen

wirtschaftlichen Aufschwung zu nehmen, da die Holländer, denen es

gehört, lange Zeit ihre Haupttätigkeit dem benachbarten Java

zuwandten und bis in die letzte Zeit hinein sich mit den

ungebärdigen Gebirgsstämmen des Nordteils der Insel, des

Malaienstaates Atjeh, in blutigen und kostspieligen Guerillakämpfen

herumschlagen mußten. Nachdem _Atjeh_ jetzt unterworfen ist, wird

es rasch ein wertvolles Plantagengebiet werden, doch ist die Insel

dem Touristenverkehr noch fast nicht erschlossen.

[Hand]Für Reisen auf Sumatra ist Erlaubniskarte nötig, die vom

Justizdepartement ausgestellt wird und durch das deutsche Konsulat

zu beschaffen ist.

=Belawan-Deli=, der Hafen von Deli, liegt Penang gegenüber an der

flachen Nordküste Sumatras, an der Mündung des _Koeala Belawan_, dessen

Ufer mit Mangroven bewachsen sind. Nur kleine Dampfer können über die

Barre und ankern dicht beim Bahnhof der _Delibahn_; Zollamt auf der

Landungsbrücke. Übernachten in Belawan ist wegen Malariagefahr ungesund;

man fahre 1/2 St. mit der Bahn nach _Kampong Besar_, wo der Agent des

Norddeutschen Lloyd zuvorkommend für Unterkunft sorgt. Die Europäer

wohnen meist in _Laboean Deli_ und _Medan_. Der Zug fährt bald nach

Ankunft des Dampfers in etwa 2 St. über die 380 m lange Brücke über den

Fluß und durch Tabakfelder hindurch nach (etwa 20 km)

=Medan= (_Orange Hotel_; _Medan Hotel_; PT; Klub: _De Witte

Sociëteit_), Hauptstadt des Residenten der Ostküste von Sumatra und

eines eingebornen Sultans, mit etwa 15000 Einw. Große chinesische

und andre Geschäfte, Hauptort der Tabakausfuhr. Bank: _Nederlandsche

Handels-Maatschappij_, Korr. der Deutschen Bank und der Berliner

Disconto-Gesellschaft. Deutsches Konsulat (Konsul Karl Hick). Mehrere

Bahnlinien führen ins Innere des Ostküstengebiets von Sumatra.

Sehenswert ist der _Palast des Sultans_ und der chinesische _Tempel_.

Die sehenswerten _Tabakpflanzungen_ der Deli-Maatschappij werden meist

mit chinesischen Kulis bearbeitet. Die Tabakblätter erfahren eine

außerordentlich umständliche und sorgfältige Behandlung, bis aus ihnen

die vortrefflichen Delideckblätter entstanden sind. Im Gebirge kann

man die _Batak-Stämme_ (s. oben) kennen lernen und hat Gelegenheit zu

Jagden auf Elefanten, Tiger etc.

2) =Dampfer des Rotterdamsche Lloyd= fahren alle 14 Tage über

_Marseille_, Port Said, Suez in 20 Tagen direkt nach _Padang_. --

Die =Stoomvaart Maatschappij Nederland= alle 14 Tage von _Genua_

in 20 Tagen direkt nach _Sabang_, _Singapore_, _Batavia_. In Sabang

direkter Anschluß an die =Dampfer der Koninklijke Paketvaart

Maatschappij=, die alle 14 Tage im Anschluß an die

Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd von _Penang_ über

_Sabang_ nach _Padang_ in 7 Tagen fahren.

Der Dampfer fährt von _Sabang_ (S. 155) längs der gebirgigen,

landschaftlich sehr schönen Westküste Sumatras, läuft unterwegs mehrere

unbedeutende Hafenplätze an, passiert nun den Äquator (S. 191) und

steuert dann in die von felsigen Hügeln umgebene _Koninginnen-Bai_

(unter etwa 1° südl. Breite), deren Ufer dicht bewaldet sind und

malerische Dörfer (Kampongs) zeigen. Dann legt der Dampfer an den

schönen Kais im _Emmahaven_ dicht am Bahnhof (mit Bahnwirtschaft) an;

alle 2 St. fährt ein Zug in 17 Min. für 1/4 Fl. auf 100 m langer Brücke

über den Padangfluß nach

=Padang= (_Oranje Hotel_, Pens. 5-6 Fl.), Hauptstadt des

niederländischen Gouvernements Westküste von Sumatra, in flacher Gegend

an der Mündung des Padangflusses. Diese älteste Niederlassung der

Niederländer auf der Insel (seit 1666) ist Sitz der obersten Zivil- und

Militärbehörden, eines deutschen Konsuls (Joh. Schild) und vornehmster

Ausfuhrplatz für die reichen Produkte (Kaffee, Stuhlrohr, Zimt,

Muskatnüsse, Gummi, Benzoe, Häute, Kopra, Tabak, Gambir) der Westhälfte

von Sumatra, mit 47607 Einw., darunter 5103 Chinesen, 1784 Europäer.

Bank: _Nederlandsche Handels-Maatschappij_, Korr. der Berliner

Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank. Padang ist mit den

Hafenplätzen Emmahaven und Pulu Ajer sowie mit dem Hochlande durch

Staatsbahn verbunden. Das Europäerviertel ist eine ruhige, anmutige

Gartenstadt mit angenehmem Klubleben (zwei _Sociëteiten_). Die

Besteigung des nahen _Affenbergs_ (_Goenoeng' Monjet_) bietet schöne

*Aussicht auf die Stadt und das Meer.

=Ausflug= ins =Padangsche Oberland= mit dem »Staats

Spoorweg« (teilweise Zahnradbahn) zunächst durch reich mit

Reisfeldern, Bananenpflanzungen und Kokospalmen bebaute Ebene

(zuletzt ansteigend) bis _Kajoe-Tanam_ (143 m), von da (mit

Zahnradhilfe) durch die prachtvolle Schlucht _Anei-Kloof_ von 15 km

Länge (das tropische Gegenstück zur Gotthardstraße von Göschenen

nach Andermatt!); l. Ausblick auf die Vulkanriesen _Tandikat_ (2438

m) und _Singgalang_ (2877 m), r. auf den Ambatjang (959 m); l. der

25 m hohe _Ajer-Mantjoer-Wasserfall_. Auf dem Hochland sieht man

den _Merapi_ (s. unten) vor sich; vorbei an vielen Kampongs, mit

zierlichen Reisscheunen (_rankiang_) seltsamer Bauart, gelangt man

nach 4 St. Fahrt nach =Padang-Pandjang= (_Hotel Merapi_, klein,

aber gut) am Knotenpunkt der Bahn (man lasse sich in den sehr

angenehmen Militärklub einführen).

Von Padang-Pandjang führt die Zahnradbahn, 19 km, in 1-1/4 St. am

Vulkan Merapi (s. unten) vorbei nach =Fort de Kock= (921 m;

_Sawah-Hotel_, 2 Min. vom Bahnhof), Hauptort des Padangschen

Oberlands; von hier beste Gelegenheit zu vielen lohnenden

Ausflügen: zum interessanten Malaiendorf _Kota-Gedang_; zum

Wasserfall von _Soengei-Poear_, am Hange des Merapi; zu den Grotten

von _Kamang_, 12 km vom Fort de Kock; mit Karre nach dem frischen

Schwimmbad (4-1/2 km) _Soengei Tanang_.--*Schöner Tagesausflug vom

Fort de Kock über _Simpang_ nach (18 km) _Matoer_ (Rasthaus), von

da mit Karre nach =Padang-Galanggang=, hier prächtiger Ausblick auf

den _*Manindjau-See_. Zurück durch das seltsame =*Karbouwengat=

nach (15 km) Fort de Kock.--Zur Besteigung des noch tätigen Vulkans

=*Merapi= (2891 m) fährt man mit Karre (_bendy_) am besten von Fort

de Kock 1 Uhr Nm. in 4 St. über Soengei-Poear zum Rasthaus

_Pagolèan_ (1800 m), dort übernachten. Früh 5 Uhr Aufstieg steil in

2-1/2 St. zum Krater (_Kapoendan_). Oben kalter Wind! Prächtige

_=*Aussicht=_ frühmorgens, sonst meist bewölkt.

Von Fort de Kock mit der Bahn oder durch schönere Landschaft mit

Karre (7 Fl.) nach _Paja-Kombo_ (kleiner, guter Gasthof, Ankunft

telephonisch von Fort de Kock melden!); der *Markt hier So. früh

ist berühmt (malaiische Waffen, Kleider, Schmucksachen), noch

berühmter die Schönheit der Frauen des Ortes. Von hier mit Karre

für 3 Fl. in etwa 2 St. zu dem riesigen Wasserfall *_Batang-Harau_.

Schöne Wege auch nach _Fort van der Capellen_.

Von Padang-Pandjang (s. oben) führt die Bahn längs des Nordufers

des 21 km langen, schönen Bergsees _Singkarah_ in etwa 4 St. nach

=Solok= (387 m; einfacher _Gasthof_); von hier durch

abwechselungsreiche prächtige Berglandschaft in das Tal von

_Sawah-Loentoe_, Bahnfahrt etwa 1-1/2 St.; Besichtigung der mit

javanischen und malaiischen Kulis und Sträflingen betriebenen

_Oembilin_-Kohlengruben, wo täglich bis 1000 Ton. gefördert werden.

Alle Ausflüge in das kühle Hochland von Padang sind von

unvergleichlichem Reiz.

Von Padang nach Batavia.

Mit Dampfern des »Rotterdamsche Lloyd« und der »Koninklijke Paketvaart

Mij.« über _Benkoelen_ und vorbei an der vulkanischen Insel

=Krakatau= (_Poeloe Rakata_), die bei einem Ausbruch durch eine

gewaltige Explosion am 27. Aug. 1883 zum größern Teil vernichtet

wurde, während durch die Auswurfmassen die umliegenden Küsten und

Fahrwasser verändert, durch eine gewaltige Flutwelle etwa 40000

Menschen getötet, Schiffe hoch ins Land hinein geworfen wurden etc.

Die Explosion war das in seinen Wirkungen am weitesten reichende

vulkanische Ereignis, das jemals bekannt geworden ist. Sie wurde

wahrscheinlich dadurch hervorgerufen, daß Meerwasser in das Innere

des durch vorhergehende Eruptionen teilweise ausgeräumten

Magmaherdes Zutritt fand und sich durch die hier herrschende hohe

Temperatur in Dampf verwandelte. Die Wirkungen waren furchtbar.

Eine in der nähern Umgebung der Explosionsstelle bis zu 30 m hohe

Meeresflutwelle verwüstete die Küsten der umliegenden Inseln,

namentlich Javas und Sumatras, wurde aber an allen Küsten des

Indischen Ozeans und sogar noch an der Westküste Nordamerikas (San

Francisco) und stellenweise am Atlantischen Ozean wahrgenommen. Der

Schall der Explosion drang bis nach Ceylon, Saigon, Neuguinea und

Australien. Ungeheure Massen von Asche (zerstäubte Lava) und

Bimsstein wurden ausgeworfen und bedeckten nach dem Niederfallen

eine Fläche größer als das Deutsche Reich; die feinsten

Staubteilchen wurden bis zu 60 km Höhe emporgeschleudert und von

Luftströmungen um die ganze Erde herumgeführt, überall Monate

hindurch merkwürdige optische Erscheinungen-- Blaufärbung der

Sonne, den »Bishopschen Ring« um diese und prachtvolle

Dämmerungserscheinungen--hervorrufend. Die durch die Explosion

erzeugten Luftwellen umkreisten mehrmals die ganze Erde, wozu sie

jedesmal etwa 36 St. brauchten. Jetzt sieht die zersprengte

Kraterinsel wie eine Haifischflosse aus, schroff abstürzend nach

einer Seite und hier einen prächtigen Durchschnitt durch einen

Vulkanberg zeigend, soweit nicht die Vegetation schon wieder davon

Besitz genommen hat.

Nach Passieren der Insel Krakatau läuft der Dampfer nun durch die

Sundastraße nahe an der Insel _Dwars in den Weg_ vorbei um die

NW.-Ecke Javas, die _Sankt Nikolaas-Huk_, ostwärts längs der Küste

und an kleinen grünen Inseln vorbei nach =Batavia= (S. 195).

Von Penang nach Singapore.

A. Über See.

Der Dampfer (S. 155) fährt in Sicht der Küste von Malakka anfangs mit

südlichem, dann südöstlichem Kurs vorbei an den kleinen Häfen _Port

Weld_ (S. 163), _Telok Anson_ (S. 164), _Port Swettenham_ (S. 165),

_Port Dickson_ (S. 165) und _Malacca Town_ (S. 165), die alle

Bahnanschluß nach dem Innern haben, zur Verschiffung von Gummi und

Zinn.--Die Fahrt durch den südlichen, engsten Teil der Malakkastraße,

_The Straits_, führt zwischen Korallenriffen und Koralleninseln vorbei

am Kap _Tanjong Bulus_, dem südlichsten Punkte des asiatischen

Festlandes, und nördl. von den größern, zum Teil vulkanischen

_Riouw-Inseln_ nach =Singapore= (S. 166).

B. =Über Land= (vgl. die Karte S. 162).

=Eisenbahn.= Mit der _Federated Malay States Railway_ tägl. 8 Uhr

früh von Penang in 23 St. für I. Kl. $29,83 nach (465 M) Singapore;

Schlaf- und Speisewagen (F. 75 c., Tiffin 1, Dinn. $1,50) im Zuge;

Freigepäck 133 Pfund engl.; man achte auf richtige Abfertigung des

Gepäcks.

Die Bahnfahrt gibt Gelegenheit, die landschaftlich sehr schöne,

noch wenig bereiste Halbinsel Malakka mit ihren großartigen

Zinngruben und Gummiplantagen kennen zu lernen. Man sollte 10-14

Tage für die lohnende und interessante Tour verwenden. Moskitonetz

mitnehmen!

Der Westteil der =Malaiischen Halbinsel= (_Malakka_) ist der Typus

eines Tropenlandes, reich befeuchtet durch den Südwestmonsun, mit

hoher, äußerst gleichmäßiger Temperatur und entsprechend üppigem

Pflanzenkleid. Ein dichtbewaldetes Gebirge mit nordsüdl.

verlaufenden Bergketten durchzieht die Halbinsel, erreicht aber

nicht sehr große Höhen. Als höchste Erhebung gilt der 2172 m hohe

_Kerbau_, den man am 2. Tage der unten beschriebenen Fahrt durch

die Halbinsel etwa 50 km östl. läßt. Das Gebirge enthält mit die

größten Zinnlagerstätten der Erde. Zinnerz bildet denn auch den

Hauptausfuhrgegenstand der Halbinsel, daneben Waldprodukte, vor

allem Guttapercha (auch schon aus Pflanzungen gewonnen) und Kopal,

sowie Gewürze. -- Die _=Bevölkerung=_ ist, wie in ganz

Hinterindien, stark gemischt, doch überwiegt in den heutigen

Bewohnern der niedrigem Landesteile der malaiische Einschlag bei

weitem, während in den entlegenem Gebirgsgegenden noch Naturvölker

hausen, wie vor allem der Stamm der blasrohrbewaffneten _Sakei_

(S. 164). Die Städte bergen noch zahlreiche Bauwerke, die unter

dem Einfluß altindischer, brahmanischer Kultur entstanden sind;

umgekehrt findet jetzt in immer stärkerm Maße chinesische

Einwanderung statt. -- In den unten angeführten malaiischen

Ortsnamen bedeutet _Bukit_ Berg, _Gunong_ Gebirge, _Kuala_ Mündung,

_Pulo_ Insel.

_=Zeiteinteilung für 9 Tage=_: 1. Tag: früh ab Penang, Fahrt

unterbrechen (3 St.) in Taiping, dann nach Kuala Kangsar;--2. Tag:

nach Ipoh; --3. Tag: nach Kuala Kubu;--4. Tag: nach Kuala

Lipis;--5. Tag: nach Kuala Lumpur;--6. Tag: Kuala Lumpur;--7. Tag:

über Seremban nach Kuala Pilah und zurück nach Seremban;--8. Tag:

nach Port Dickson, zurück über Seremban nach Malacca Town;--9. Tag:

nach Singapore.

[Illustration: Penang-Singapore.]

Von Station Penang (S. 156) fährt eine Dampfbarkasse der

Bahngesellschaft von der Fahrkartenausgabe am Hafen (wo auch

Gepäckannahme) in 1/2 St. zur Festlandstation _Prai_. Von hier geht

nun die Bahn durch Reisfelder, Zuckerpflanzungen etc. über die

englische Grenzstation (25 M) _Parit Buntar_ (Rasthaus, tägl. $1,50,

Verpflegung $2,50), durch die künstlich bewässerte, fruchtbare Ebene

des Krian-Distrikts im Staat Perak bis (34 M) _Bagan Serai_ (Rasthaus,

tägl. $ 1,50, Verpflegung $ 1,50), hier Oktober bis März früh und

abends Gelegenheit zur Schnepfenjagd; weiter über _Bukit Merah_, wo

die Bahn durch einen Hügel schneidet und ein Bewässerungs-Staubecken

kreuzt, durch hügeliges Land vorbei an den größten (von über 4000

Chinesen bedienten) offenen Zinngruben der Erde, zwischen _Krian Road

Station_ und (53 M) _Kamunting_ nach (56 M) =Taiping= (Rasthaus, tägl.

$ 1,50, Verpflegung $ 1,50), einer der malerischsten Malaienstädte, mit

schattigen Straßen voller gelb blühender Angsena-Bäume (_Pterocarpus

indicus_), einem englischen und einem chinesischen Viertel. Auf einem

Hügel das Haus des britischen Residenten für Perak, oberhalb der roten

Gebäude des Staatsgefängnisses und nicht weit von dem weißen *_Museum_

(_Perak State Museum_) mit sehenswerten zoologischen, geologischen

und ethnographischen Sammlungen der Malaiischen Halbinsel. Nahe dem

Sportplatz (_Recreation Ground_) mit zwei Klubhäusern (_Perak Club_ und

_New Club_) liegt ein sehr schöner öffentlicher Garten mit See, in der

Nähe ein schöner Wasserfall. Vom Schießplatz der malaiischen Garnison

führt ein guter Weg am Teegarten-Bungalow vorbei durch Dschungeln auf

den *_Larut-Hügel_, mit schönen Ausblicken auf die Perak-Landschaft;

auf dem Gipfel sieben Bungalows. -- Schwierig und unsicher ist von da

der Aufstieg zum _Gunong Hijan_ (1448 m), der weite Aussicht bieten

soll (man erkundige sich vorher und nehme Führer mit). Für Ärzte ist

das Eingebornen- Krankenhaus beim Bahnhof sehenswert.

=Zweigbahn= von Taiping über (7 M) _Matang Fort_, das im britischen

Perak- Feldzug 1876 Hauptstützpunkt war, nach (11 M) =Port Weld=,

Seehafen für kleine Dampfer am Sungi Sengar Besar, wo Zinn aus- und

Reis eingeführt wird; tägl. Dampfer nach Penang.

Die Hauptlinie führt von Taiping durch schöne Hügellandschaft über

_Bukit Gantang_ mit Fortruine (Umgegend reich an Tigern), steigt dann

durch mehrere Tunnels auf die Höhe eines Passes und über eine eiserne

Brücke mit schönem Ausblick auf die hohen Felsen von _Gunong Pontok_,

deren Höhlen die schwarze Ziegenantilope bewohnt, über (71 M) _Padang

Rengas_ nach

(79 M) =Kuala Kangsar= (Rasthaus $ 1,50, Verpflegung $ 1,50), Hauptstadt

und Residenz des Sultans Idris von Perak (ein hochgebildeter

Mohammedaner, ausgezeichneter Herrscher und Vater seines Landes) und des

britischen High Commissioner der Verbündeten Malaienstaaten, am r. Ufer

des Perak-Flusses, der die untere Stadt öfters überschwemmt; höher

liegen die drei Paläste des Sultans, Regierungsgebäude und die Häuser

der britischen Beamten sowie die malaiische Hochschule _Malay College_,

nach dem Muster der Eton-Schule; ferner eine *_Kunstschule_ (wo schöne

Silberarbeiten etc. zu kaufen sind).

Empfehlenswerte Erfrischung ist ein Elefantenritt auf gutem Weg (5

km) nach einem flachen Wasserfall, wo man baden und dabei den Fall

hinabgleiten kann. Menggelunchor nennen die Malaien diesen Sport

(man bade nicht ohne Badehose oder ähnliches).--Beliebt sind

Ausflüge mit Hausbooten von Kuala Kangsar auf dem Perak-Flusse

stromab bis Telok Anson (S. 164); sie fordern aber mindestens 3-4

Tage (Hausbootmiete nach Übereinkunft, mit Hilfe des

Distriktsoffiziers, sieben Mann Besatzung erhalten je 50 c. tägl.,

man gibt etwas Vorschuß zum Einkauf von Nahrung; ein Steuermann

nach Übereinkunft; für Damen ist ein richtiges, geschlossenes

Hausboot erforderlich). Moskitonetze u. Verpflegung, auch Getränke

und Jagdgewehre sind mitzunehmen. Wegen der Krokodile sei man sehr

vorsichtig beim Baden, befolge genau den Rat des malaiischen

Steuermanns. Nachts ankert man meist mitten im Strom, um die

Malariastechmücken (Anopheles) zu meiden. Unterwegs ist reichlich

Jagdgelegenheit auf Schnepfen, Enten, Krokodile etc., am besten bei

_Parit_, _Bota_ und _Pulau Tiga_; Fischen mit malaiischen Netzen.

Rückkehr von Telok Anson s. S. 164.

Die Bahn führt von Kuala Kangsar bei (83 M) _Enggor_ zur Pontonbrücke

über den Perak-Fluß, dann über (93 M) _Sungei Siput_ und (101 M)

_Chemor_ nach

(111 M) =Ipoh= (Rasthaus, tägl. $ 1,50, Verpflegung $ 1,50, und ein

Gasthof), aufblühende Handelsstadt im Kinta-Tal, gesund gelegen,

Mittelpunkt der Zinngruben, deren Besichtigung sehenswert ist, da nach

allen Systemen mit chinesischen Kulis und elektrischen Maschinen dort

gearbeitet wird.--In der Umgebung, bei _Gunong Rapat_ und _Sungei Raia_,

schöne Kalksteinfelsen mit sehenswerten chinesischen Felsentempeln. In

Ipoh originelle *malaiische, tamilische und chinesische Theater.--Im

Kinta-Distrikt leben an den Abhängen des 2172 m hohen _Gunong Kerbau_,

etwa 35 M östl. von Ipoh, die _Sakei_, ein Stamm scheuer Ureinwohner

hellerer Hautfarbe, die noch lange Blasrohre (sumpit) mit vergifteten

Bolzen benutzen und nackt in offenen Pfahlhütten leben.

Die Bahn führt von Ipoh über mehrere kleine Stationen nach (149 M)

_Tapah Road_ (Rasthaus); Zweigbahn nach (35 M) =Telok Anson=, einem

Hafen für Zinnausfuhr am Perak-Fluß mit Küstendampferverkehr nach Penang

und Singapore; Telegraph. Durch reich angebautes Plantagenland, dann

durch dichte Dschungeln und Wälder mit tropischen Nutzhölzern über

unbedeutende Stationen nach

(221 M) =Kuala Kubu=, kleiner, hübsch gelegener Malaienstadt im Staate

Selangor.

Weltreise. Erster Teil: Indien, China und Japan · 第 23 / 63 段