Noch vor Sonnenuntergang sollte man eine Spazierfahrt durch den

künstlerisch angelegten =*Victoria Park= mit _Zoologischem Garten_ und

_Agri-Hortikultur-Garten_, dann durch den schönen _Dalhousie-Park_ um

den _Royal Lake_ herum machen, der durch Bougainvillea-Hecken eingerahmt

ist und kaum 1 km östl. von der großen Pagode liegt; die goldene

Pagodenspitze ist im Hintergrund des Parks zu sehen.--Um _birmanische

Klöster_ kennen zu lernen, wende man sich an den liebenswürdigen alten

Mönch _Uthilawuntha_, der dicht beim Bahnhof Pazundaung eine gute Schule

leitet und gern europäische Besucher empfängt. Dort ist man in der Nähe

der Reismühlen, deren Besichtigung zu empfehlen ist; Erlaubnis wird

meist gern gegeben.

=Ausflüge:= 1) Nach dem =Victoria-See=, etwa 13 km nördl. der

Stadt, an der Landstraße (in der trocknen Jahreszeit sehr staubig)

nach Prome; die Landschaft ist hübsch, man fährt durch große,

schattige Ananasgärten zurück auf der Kokine-Straße, insgesamt 24

km in etwa 4 St.--2) Nach =Syriam=, wo die Raffinerien der _Burma

Oil Co._ liegen, mit Dampfbarkasse, von der Landungsbrücke beim

Zollamt, Strand Road, etwa 5,5 km östl. zum l. Peguufer, wo eine

Landungsbrücke ist; das jetzige Dorf war die erste portugiesische

Ansiedelung in Birma, später holländische Faktorei (1631-77);

Ruinen dieser Niederlassung sind noch zu sehen.

--10 km von Syriam steht eine große Pagode auf einem Hügel.--3)

Nach _Pegu_ (sehr lohnend) s. unten.

Von Rangoon nach Oberbirma.

Zusammenstellung von Fahrscheinheften besorgt _Cook's Office_ in

Rangoon (S. 146); z. B. die Tour Nr. 5 für 10 Tage: Bahnfahrt

Rangoon-Mandalay-Katha; Dampferfahrt Katha-Bhamo-Mandalay-Prome;

Bahnfahrt Prome-Rangoon; Fahrpreis I. Kl. 157-3/4, II. Kl. 83 Rup.

=Burma Railway=, Expreßzug von _Rangoon_ (ab 11 Uhr Vm.) nach (386

M, 620 km) _Mandalay_ (an früh) in 20 St., für I. Kl. 30 Rup. 3

annas, II. Kl. 18 Rup. 1-1/2 annas. (Man achte auf sein Gepäck und

verriegele das Abteil, wenn man schläft, es wird viel gestohlen!)--

Die Bahn läuft nicht in der Irawaddy-Ebene aufwärts, sondern wendet

sich über die südl. Ausläufer des die Irawaddy-Ebene ostwärts

begrenzenden _Pegu-Yoma-Gebirges_ dem zwischen diesem und dem

ostbirmanischen Gebirgslande verlaufenden breiten Talzuge zu.

Dieser wird in seinem größern Südteile (von Yamethin ab) durch den

_Sittangfluß_ südwärts zum Golf von Martaban entwässert, im

Nordteil aber nordwärts durch den _Isamonfluss_, der bei Ava (S.

153) in den Irawaddy mündet.

Abfahrt in _Rangoon_ vom Terminus (Phayre Street) über (1 M) _Pazundaung

Stat._ durch wasserreiches, gut bebautes Flachland, aus dessen üppigem

Pflanzenwuchs viele Pagoden aufragen.

(47 M) =Pegu= (_Bahnwirtsch.;_ Wagen zu haben), Stadt von 14000 Einw.,

angeblich 573 begründet, war im 16. Jahrh. eine blühende Großstadt,

wovon noch sehenswerte Spuren vorhanden. Vom Bahnhof sieht man an der

Westseite die ruhende Riesenfigur Buddhas, den _Shwethayaung_ (55 m

lang, 15 m hoch) und nahebei die 1476 erbaute Ordinationshalle für

Mönche, _Kalyanisima_, mit Pali- und Talainginschriften, sowie die

_Kyaikpun-Pagode_ mit vier Buddhafiguren, 27 m hoch, mit den Rücken

gegeneinander sitzend. Größtes Heiligtum ist die _Shwemodo-Pagode_, auf

einem Hügel malerisch gelegen und von 128 kleinen Pagoden umgeben. In

der SO.-Ecke der Stadtmauer steht die _Shweaungyo-Pagode_, *Aussicht

über Pegu und Vorstädte. --Etwa 1,5 km westl. liegt die

_Shweguzale-Pagode_ mit 64 Buddhafiguren, 1588 erbaut. (Zur Besichtigung

von Pegu fahre man mit dem Frühzug von Rangoon ab, dann hat man bis zur

Ankunft des Expreßzugs etwa 4 St. Zeit.)

Der Expreßzug fährt dann über (88 M) _Pyuntaza_, (166 M) _Toungoo_, (226

M) _Pyinmana_, (275 M) _Yamethin_, (306 M) _Thazi Junction_ (Zweigbahn

nach Myingyan am Irawaddy), (359 M) _Kyaukse_, sämtlich mit

Bahnwirtschaften, nach (383 M) _Myohaung Junction_ (Zweigbahn nach

Amarapura, S. 153).

=Zweigbahn= von hier nö. nach (181 M) =Lashio=, Hauptstadt der

nördl. Schanstaaten, und _Kung-Lon_ am Salween, nahe der Grenze der

chinesischen Provinz Yünnan. Ein sehr empfehlenswerter 1-1/2tägiger

Ausflug von Mandalay (s. unten) führt auf dieser Zweigbahn mit

Kehren durch sehr schöne Gebirge (ähnlich Darjeeling, S. 141) bis

(83 M) =**Gokteik Gorge= (Rasthaus der Bahngesellschaft auf

vorherige Anmeldung beim Station Master der Abfahrtstation

verfügbar, doch nehme man Lebensmittel mit), einer großen Schlucht

in wunderbarer Landschaft, überbrückt von einem der höchsten

Bahnviadukte der Erde, einem Meisterwerk der Technik, etwa 700 m

lang, 100 m hoch, auf etwa 15 schlanken Pfeilern. Darunter eine

herrliche Schlucht, worin der Fluß die Felswand in einer Höhle mit

zahllosen Stalaktiten und Stalagmiten durchbricht; man steigt

steil etwa 300 m zur Höhle hinab, deren Ein- und Ausgang man sieht;

sie ist etwa 1200 m lang, 100 m hoch und 60 m breit. Fahrzeit von

Myohaung bis _Gokteik Viaduct_ etwa 8 St., bis _Lashio_ etwa 23

St., weil der Zug in (124 M) _Hsipaw_ übernachtet, auch auf der

Rückfahrt von Lashio.

Der Expreßzug von Rangoon erreicht nach 20 St. (386 M) _Mandalay_.

Mandalay.

=Gasthöfe:= _Salween House Hotel_, Pens. 12 Rup.--_Gale's Hotel_,

neben dem Postamt, beide mäßig.--Schlafgelegenheit auch im _Dâk

Bungalow_, gut, gegenüber dem Bahnhof (nur mit Erlaubnis des

Distriktskommissars), und im _Upper Burma Club_ im Palastviertel,

wenn man Empfehlung hat (auch Damen können eingeführt werden). Wer

mit Dampfer weiterfährt, kann sofort auf dem Dampfer (sehr gut)

wohnen.

=Wagen:= Minderwertige Ticca gharries zu festen Preisen.--=Dampfer=

der _Irawaddy Flotilla Co._ zweimal in der Woche flußaufwärts bis

_Bhamo_, flußabwärts bis _Rangoon_.--=Bank:= _National Bank of

India_, Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen

Bank in Berlin.--=Theater:= Gelegentlich sehenswerte Yein Pwes (S.

146).--=Ärzte:= mehrere englische.-- _Apotheken:_ _Burma Medical

Hall;_ _Mandalay Medical Hall._--=Zeitungen:= _Mandalay Herald_;

_Mandalay Times_.-- =Photograph:= _Johannes & Co._

=Geschäftsadressen:= Reiseartikel und europäische Bedürfnisse:

_Moses & Friends_; _E. Solomon & Co._; _Rowe & Co._ Kunstsachen:

_Samuels_. Seidenstoffe (feinste, handgewebte Seide der Erde):

_Makkim_.

Die Stadt _Mandalay (Pattaniapura)_, 96 m, hat 183816 Einw. und war

1857-85 Hauptstadt des Königreichs Birma; die Stadt besteht aus drei

ineinandergeschobenen Vierecken, von denen die innern noch mit Mauern

umgeben sind. Stark befestigt und bewacht ist das englische Cantonment,

_*Fort Dufferin_ genannt, das alte Palastviertel, von den Birmanen »Mitte

des Weltalls« genannt, vom König Mindon Min 1857 erbaut; die alten

Paläste des Königs, der Königinnen, die geheime Ratskammer, das

Königskloster, die Audienzhallen sind mit reich vergoldeten

Schnitzereien geziert und werden von den Engländern als

Regierungsgebäude und Kasernen benutzt. Das _Government House_ liegt im

großen Wachtturm auf der Mauer des Palastviertels. Eine 2,5 km lange, 9

m hohe weiße Zinnenmauer umgibt die Königsstadt, über den sie

umschließenden Graben führen fünf Brücken, davon die nördliche,

die »Brücke des Todes«, nur für Leichenzüge. Im breiten Wassergraben

wachsen rote Lotosblumen. Schöne Reste von Ziergärten. Von einem runden

Aussichtsturm überblickt man das Palastviertel.--Vom _*Mandalayhügel_

prachtvoller Überblick über die _*450 Pagoden_ (jetzt 729 kleine weiße

Pavillonpagoden, die am Fuße des Hügels einen großen Mitteltempel

umgeben); man sieht bis Amarapura (S. 153); in der Nähe das

_Glasskloster_.--Nahe dem Bahnhof das schönste und größte Kloster von

Birma, das _*Goldene Kloster der Königin_ (mit unzähligen Tis,

phantastischen Figuren, Balkonen und Säulenpfosten, ein Musterwerk

birmanischer Holzschneidekunst), Priester dienen gern als Führer. In

derselben 85. Straße liegt die _Saik Yah Theehahpagode_ mit großer

Marmorfigur Buddhas.--Der _*Basar_ ist wegen seiner Volkstypen

sehenswert, und weil man sehr gute Seidenstoffe und gelegentlich auch

Antiquitäten preiswert kauft; Gelegenheit zu photographischen Aufnahmen

des Volkslebens.--

[Illustration: Plan von Mandalay.]

Die =*Arrakanpagode= (_Maha Myat Muni_) ist nächst der Shwe Dagon in

Rangoon (S. 148) die heiligste und größte in Birma; ihr sehr schönes,

berühmtes bronzenes Buddhastandbild soll nach der Legende von Buddha

selbst zusammengefügt sein; es ist 1784 von Akyab über die Berge nach

Mandalay geschafft. (Sehr besuchter Wallfahrtsort.)--Außerdem enthält

Mandalay noch viele Sehenswürdigkeiten, deshalb ist mehrtägiger

Aufenthalt für Reisende, die birmanisches Leben kennen lernen wollen,

sehr empfehlenswert.

_Rundfahrt:_ Bei wenig Zeit beginne man mit der Arrakanpagode, dann zum

Goldenen Kloster der Königin, dann Saik Yah Theehahpagode, Fort Dufferin

und Mandalayhügel mit den 729 Pagoden und dem Glasskloster. Man beachte,

daß der Basar gegen 1/2-5 Uhr Nm. schließt.

=Ausflüge:= 1) Nach den Hügeln von =Yankintaung=, zu Pferde (weil

schlechter Weg für Wagen), etwa 8 km östl. von Mandalay; man sieht

viele Klöster und Pagoden und ein Buddhastandbild in einem tiefen

Bodenspalt.--2) Nach den Hügeln von =Maymyo=, zunächst mit der Bahn

bis (31 M) _Thondaung_ an der Lashiozweigbahn, dann mit

Reitgelegenheit in die Berge, zurück über Stat. _Maymyo_ (42 M von

Mandalay) mit der Bahn.--3) Nach =**Gokteik Gorge= vgl. S. 150.--4)

Nach =*Amarapura= (mit Bahn über Myohaung [S. 150], 10 km von

Mandalay, Stationsvorsteher von Amarapura besorgt ortskundigen

Führer); diese alte Hauptstadt von Birma ist voll malerischer

Ruinen von Königspalästen und Pagoden, unter letztern die

_Shinbinkugyi-Pagode_ und die schöne _Patawdawgyipagode_ auf fünf

Terrassen, mit teilweise humoristischen und grotesken

Marmorreliefs. Südl. vom _Taungthamansee_ ist ein riesiger

sitzender Buddha, der _Mahasakyavansa_.-- 5) Nach =Ava=, 6,5 km sw.

von Amarapura, am Zusammenfluß des Irawaddy mit dem Bergfluß

Mjitnge, älteste Hauptstadt von Birma, mit vielen Pagoden, aber

wenig alten Ruinen.-- 6) Nach =*Mingoon= (10 km oberhalb Mandalay)

mit Lokaldampfer, am r. Irawaddy-Ufer stromaufwärts. In Mingoon

eine unvollendete Riesenpagode mit der größten (nicht gesprungenen)

Glocke der Erde, von 81 Ton. Gewicht; sie ist 4 m hoch und hat

unten 5 m Durchmesser; die Glocke ist in einem Pavillon nahe über

dem Erdboden aufgehängt und muß mit schweren Balken durch neun Mann

geläutet werden.

Von Mandalay nach Bhamo und zurück nach Rangoon.

[Hand]Abfahrtstag ist abhängig vom Dampferfahrplan!--=Burma

Railway= über (3 M) _Myohaung Junction_ und (6 M) _Amarapura_ nach

(9 M) _Amarapura Shore Stat._, Überfahrt auf Fährdampfer über den

Irawaddy nach (13 M) _Sagaing_, Distriktshauptstadt mit vielen

sehenswerten Pagoden (Erlaubnis zum Besuch erteilt der Deputy

Commissioner in Sagaing), am r. Irawaddy-Ufer. --Dann mit der Bahn

durch Prärien und Dschungeln, an Hügeln vorbei über (66 M)

_Shwebo_, (112 M) _Kanbalu_ und (166 M) _Wuntho_, sämtlich mit

Bahnwirtschaft, und durch die malerische Schlucht zwischen (181 M)

_Nankan_ und (197 M) _Meza_ nach (212 M) _Naba Junction_

(Bahnwirtschaft); von hier Zweigbahn nach (227 M) =Katha=, am

rechten Irawaddy-Ufer in schöner Landschaft.

[Die Hauptbahnlinie führt nördl. weiter bis (344 M) =Myitkyina=,

einem wichtigen Ort für den Karawanenverkehr mit Tibet und China,

am r. Irawaddy-Ufer, von wo bei günstigem Flußwasserstand ein

kleiner Dampfer durch prächtige Landschaft und die »Erste

Stromenge« (_First Defile_) abwärts nach _Bhamo_ läuft.]

Von Katha mit Dampfer der _Irawaddy Flotilla Co._ (I. Kl. sehr gute

Verpflegung und gute Kammern) flußaufwärts durch die »Zweite

Stromenge« (_Second Defile_), eine schmale Felsenstraße, nach

=Bhamo= (107 m) am l. Ufer des Irawaddy (1180 M oberhalb seiner

Mündung), einem von verfallenen Palisaden umgebenen Handelsplatz

mit 14000 Einw., an der Karawanenstraße nach der chinesischen

Provinz Yünnan, deren Grenze 50 km östl. liegt; auf dem Basar

verkehren die Bergvölker der Schanstaaten und aus Katschin.

Sehenswert ist die _Theindawgyi-Pagode_ (spr. tenndotschi) und das

reichgezierte chinesische _Joß-Haus_ am Nordende der Hauptstraße.

Ein schöner Weg (1-1/4 St. zu Fuß) führt auf der Landstraße nach

China durch Dschungeln zu den _Sojima-Pagoden_; unterwegs begegnet

man vielen Karawanenzügen und Schan- und Katschin-Leuten. Man

übernachtet und ißt auf dem =Dampfer=, der nach Einnahme der

chinesischen Ladung seine =*Talfahrt auf dem Irawaddy= beginnt, die

in 1-1/2-2-1/2 Tagen nach _Mandalay_ führt, wenn niedriger

Wasserstand nicht unvorhergesehenen Aufenthalt verursacht. Unter

den Ortschaften, die der Dampfer anläuft, ist am l. Ufer

=Thabeitkyin= (guter Dâk Bungalow), der Hafen für die Rubinengruben

in _Mogok_, etwa 80 km östl. Früh gegen 6 Uhr geht ein Motoromnibus

(Fahrpreis I. Kl. 30, II. 15 Rup., Europäer können II. Kl. fahren,

da für Eingeborne noch III. Kl. da ist) in 6 St. nach _Mogok_

(guter Dâk Bungalow). Besichtigung der Rubinenminen erfordert einen

Tag. Meist kann man mit dem nächsten Dampfer weiter fahren.

Wer Zeit hat, kann die Irawaddyfahrt von Mandalay nach Bhamo auf

Frachtdampfer machen, Verpflegung und Unterkunft ist gut; diese

Dampfer halten längere Zeit an vielen Plätzen, haben auch Basar an

Bord, der von den Eingebornen überall zu Einkäufen viel besucht

wird. Rückfahrt wie oben mit Expreßdampfer.

In _Mandalay_ (S. 151) haben auch die Expreßdampfer meist einen Tag

Aufenthalt; dann Weiterfahrt auf dem Irawaddy, vorbei an den

Pagoden und Ruinen von Amarapura (S. 153) und Ava (S. 153) l. und

Sagaing (S. 153) r.--Erste Anlegestelle ist l. in =Myingyan= (74

m), einer großen Baumwollenhandelsstadt, die durch Zweigbahn mit

der Hauptlinie Rangoon-Mandalay verbunden ist. Zwischen Myingyan

und Nyaungu mündet von r. der Chindwin, der größte Nebenfluß, der

ebenfalls für Dampfer schiffbar ist. In _Nyaungu_

(Regierungs-Bungalow) schiffen sich die Reisenden für Pagan aus.

=*Pagan=, am l. Ufer des Irawaddy, alte heilige Hauptstadt von

Birma vom 5.-13. Jahrh., mit vielen Tempelruinen, deren jetzt noch

etwa tausend vorhanden sind, darunter das älteste Denkmal indischen

Stils, die _*Kyaukku Onhmiu-Pagode_, mit reicher und sehr grotesker

Ausschmückung und fast arischem Buddhabildnis. Ebenfalls aus

grünlichem Sandstein ist der _Maunha-Palast_ erbaut, der im

Thronsaal feine Schnitzereien zeigt. Die zahlreichen Pagoden in

Pagan weisen andre Bauart auf als in Niederbirma; sehenswert sind

die _*Ananda-_, _Sinbinthayaung-_, _Gaudapallin-_ und

_Thapinyu-Pagoden_ aus dem 11. und 12. Jahrh. Man besteige die

Terrasse einer der höchsten Pagoden, um die Trümmerstadt Pagan zu

überblicken. (NB. Zur Besichtigung von Pagan und Benutzung des

Regierungs-Bungalows in Nyaungu ist die Erlaubnis des Deputy

Commissioner in Myingyan erforderlich!)-- Ungefähr 50 km wsw. von

Pagan erhebt sich der Vulkan _Popa_ etwa 1400 m über die

Irawaddy-Ebene.

Beim Anlegeplatz _Yenangyaung_ (l. Ufer) sind die wichtigen

Petroleumquellen der _Burma Oil Co._; das Petroleum wird durch eine

Röhrenleitung direkt in die Schiffe geführt. Die Flußufer zeigen

auffällige fossile Baumstämme am Grund. In hübscher Landschaft die

Stadt _Minbu_ (r.); einige Minuten vom Landungsplatz liegen

Schlammvulkane. Dann folgt r. _Minhla_, alte befestigte Grenzstadt;

von hier bis etwa 160 km weiter abwärts durchläuft der Irawaddy

dicht bewaldetes Hügelland, das stellenweise an die Rheinufer

erinnert. In schönster Landschaft liegt am l. Ufer, am Fuße schöner

Hügel.

=Prome=, schon vor Christi Geburt Hauptstadt eines großen

Königreichs, mit etwa 27000 Einw.; Eisenbahn nach Rangoon. Die

größte Pagode in Prome, die _Shwe Sando_, erhebt sich auf einem

Hügel etwa 300 m sw. vom Bahnhof; sie ist völlig vergoldet und etwa

55 m hoch und umgeben von 83 kleinen vergoldeten Tempeln; am

Eingang zwei Löwenungeheuer. Ebenfalls sehenswert sind die _Shwe

Mokto-_ und _Shwe Bongan-Pagode_, letztere am rechten Ufer. Etwa 10

km östl. von Prome die Ruinen der alten Stadt _Sirikhetra_, jetzt

_Yathemyo_ genannt, und etwa 25 km südl. von Prome die _Shwe

Nattaung-Pagode_ auf einer Anhöhe. --Flußabwärts von Prome bei

_Thomboo_ ein hoher, senkrechter Uferfelsen, der reich mit

Buddhabildern in Nischen versehen und von einer Pagode gekrönt

ist.--Der Dampfer passiert die Städte _Myanoung_, _Henzada_,

_Donabew_; bei _Yandoon_ beginnt das Delta des Irawaddy, die

Gegend ist ganz flach und reich bebaut; reichster Ort ist _Maubin_.

In der Mündung des _To-Flusses_ (oder _China Bakir_) biegt der

Dampfer in Sicht der offenen See scharf nach l. in den _Bassein

Creek_, durch den man nach kurzer Fahrt in den _Rangoon_-Fluß und

zur Mandalay Wharf in _Rangoon_ gelangt.

_=Eisenbahn Prome-Rangoon=_ (259 km, in 10 St. für I. Kl. 12 Rup. 9

annas, II. 7 Rup. 8-3/4 annas) Schnellzug ab Prome abds. über (84

M) _Letpadan Junction_, Bahnwirtschaft [Zweigbahn r. nach (115 M)

=Bassein=, wichtiger Seehafen für die Reisausfuhr, in ungesunder

Lage am Bassein-Flusse, mit 30000 Einw.; deutsches Konsulat; sehr

alte _Shwe Mudo-Pagode_] nach (161 M) =Rangoon= (S. 145).

8. Von Colombo über Penang nach Singapore. Sumatra.

Vgl. beifolgende Karte »Hinterindien«.

=Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd= alle 14 Tage von

_Colombo_ in 6 Tagen über _Penang_ (etwa 5 St. Aufenthalt) nach

_Singapore_. Fahrpreise: Colombo-Penang I. Kl. 214-1/2, II. 165

Rup., Colombo-Singapore I. Kl. 274-1/2, II. 181-1/2 Rup.

Rückfahrkarte 1-1/2facher Preis.--=Österreichischer Lloyd= einmal

monatl. von _Colombo_ über _Penang_ in 8 Tagen nach _Singapore_.

Fahrpreise: Colombo-Penang Salonklasse 110 Rup., Colombo-Singapore

Salonklasse 132 Rup.--=Messageries Maritimes= alle 14 Tage von

_Colombo_ direkt nach _Singapore_; =Peninsular and Oriental Steam

Nav. Co.=, ebenso. =Stoomvaart-Maatschappij Nederland= alle 14 Tage

von _Suez_ (in 14 Tagen) über _Sabang_ (in 3 Tagen) _nach

Singapore_ (in 17 Tagen von Suez).-- =British India Steam Nav. Co.=

von _Calcutta_ (S. 134), _Madras_ (S. 100) und _Rangoon_ (S. 145)

über _Penang_ nach _Singapore_.

Von _Colombo_ (S. 110) geht der Dampfer zunächst an der Südküste von

Ceylon entlang, nahe an Point de Galle (S. 125) vorbei, läuft dann an

der Südseite des Golfs von Bengalen, auf 6° nördl. Br. entlang, östl.

auf _Atchin Head_ (seemännischer Name der Nordspitze der Insel Sumatra)

zu, wobei auch die südlichste Insel der _Nikobaren_, Groß-Nikobar, meist

nicht in Sicht kommt. Auf der kleinen Insel _Poeloe Weh_, die einen

guten Leuchtturm trägt und dichtbewaldete Hügel zeigt, liegt mitten in

tropischem Urwald der wichtige niederländische Kohlenhafen =Sabang= (S.

158), der von mehreren niederländischen Dampferlinien regelmäßig besucht

wird; in der Nähe sind noch mehrere kleinere Inseln dem gebirgigen

Nordende Sumatras vorgelagert, dessen 1726 m hoher kegelförmiger

_Goldberg (Seulawai Agam)_ weithin sichtbar ist.--Der Kurs bleibt auch

weiterhin östl., bis die _Insel Penang_ in Sicht kommt, die auf etwa

5-1/2° nördl. Br. 5 km vor der Küste der Halbinsel _Malakka_ liegt und

den Nordeingang in die Malakkastraße bezeichnet; sie liegt 1268 Seem.

von Colombo, 360 Seem. von Singapore.

=Straits Settlements= sind die englischen Niederlassungen an der

Straße von Malakka, die eine Kronkolonie mit etwa 1 Mill. Einw.

bilden; es sind: _Penang_ mit _Wellesley_, _Dindings_, _Malacca_

und _Singapore_; dazu eine Anzahl malaiische Schutzstaaten (_the

Federated Malay States_), nämlich Pérak, Selángor, Negri Sembilan

und Pahang, deren Sultane durch englische Residenten überwacht

werden, sowie fünf andre Malaienstaaten: Kedah, Kelantan,

Trengganu, Johor und Perlis, deren Sultane durch englische Ratgeber

(Adviser) beeinflußt werden. Sehr viele Chinesen wandern in die

»Straits« ein, um sich als fleißige Arbeiter und tüchtige

Geschäftsleute meist schnell zu bereichern. Gewonnen wird Kaffee,

Zucker, Pfeffer, Zinn und Zinnerz, Bauholz, Tapioka, Sago,

Rohgummi, Kopra, Gold etc., Gesamthandel 1909: 14,3 Mill. £.

Regierungseinnahmen 2,9 Mill. £

Penang (Georgetown).

=Ankunft zur See.= Die schöne, mit Wald und Palmen bewachsene, bis

834 m hohe =Insel Penang= (_Prince of Wales Island_) umsteuert der

Dampfer, um zwischen der Insel und dem Festland auf der Reede zu

ankern oder, während der Sumatra-Tabakernte (Dezember bis März), am

Kai festzumachen. An der Malakkaküste ist flacher Strand mit

Palmenwald, dahinter erheben sich mehrere Bergketten, darunter der

Kedah Peak; dieses Gebiet ist die ebenfalls englische Provinz

_Wellesley_ und der Malaienstaat Kedah. Die Dampfer halten meist

nur 5 St., im Dezember bis März länger (bis 12); man erkundige sich

genau nach der Abfahrtszeit, ehe man mit dem Tender des Nordd.

Lloyd (Überfahrt frei) oder mit Sampan an Land fährt (einfache

Fahrt 10 cents). Penang ist Freihafen, daher keine Zollbelästigung;

Spirituosen einzuführen ist verboten.

=Gasthöfe:= _Eastern and Oriental Hotel_, in guter Lage am Strande,

Farqhar Street 10. -- _Raffles Hotel_, mit Restaurant; -- _Crag

Hotel;_ -- _Sea View Hotel;_ -- _Hôtel de l'Europe;_ -- _Runnymede

Hotel;_ in allen Pens. von 8 Rup. an. -- =Post u. Tel.= -- Kabel

nach Medan, Madras, Bangkok und Singapore. -- =Wagen:= _Tikka

gharries_ oder _Hackney Carriages_. -- =Rikschas.= -- =Elektrische

Straßenbahn.=

=Dampfer= (vgl. S. 155): _Norddeutscher Lloyd_ (Agent: Behn, Meyer

& Co. Ltd., Tel.-Adresse: Nordlloyd Penang). -- _Österreichischer

Lloyd_ (Agent: Schmidt, Küstermann & Co., Tel.-Adr.: »Lloydiano

Penang«). -- _Stoomvaart Mij. Nederland_ und _Koninkl. Paketvaart

Mij._ (Agent: Hüttenbach, Liebert & Co.); _Messageries Maritimes_

(Agent: Boustead & Co.); _Peninsular & Oriental Co._ (Agent:

Gilfillan, Wood & Co.); _British India Steam Nav. Co._ (Agent:

Hüttenbach, Liebert & Co.). -- =Ortszeit.= Penang rechnet nach der

Zeit von Singapore.

=Eisenbahn= s. S. 161.

=Geld:= vgl. S. 167. -- =Banken:= _Hongkong & Shanghai Banking

Corporation;_ -- _Nederlandsche Handels-Maatschappij._ Beide Korr.

der Berliner Disconto-Gesellschaft. -- _Chartered Bank of India,

Australia & China._ Beide letztere Korrespondenten der Deutschen

Bank. -- =Sprache:= vgl. S. 167. -- =Konsulate:= _Deutsches Reich_,

Vizekonsulat (Behn, Meyer & Co.) in der Office des Nordd.

Lloyd. -- =Zeitungen:= »_Pinang Gazette_«; »_Straits Echo_«.

Das =Klima= ist tropisch heiß, im Mittel etwa 27° C, doch bis 33°

und mehr, morgens kühl bis 16°; auf den Bergen im Mittel 21° C. Der

Niederschlag ist groß, Dezember bis März sind verhältnismäßig

trocken, im Sommer zwei Regenzeiten, die kleinere im Mai, die

Hauptregenzeit von August bis Oktober.

Weltreise. Erster Teil: Indien, China und Japan · 第 22 / 63 段