beim _Deputy Commissioner_ eingeholt werden, und zwar je ein Paß
für Ausreise und Rückreise für jeden Bungalow, den man besuchen
will. Man tut gut, die Kulis mit den Lebensmitteln einen Tag
vorauszuschicken. Mitnahme von Verbandstoffen und einer
Hausapotheke sowie Jagdgewehren ist zu empfehlen. Die erste
Tagereise führt durch einsame Täler und über größere Höhen als
Darjeeling bis zum Dâk Bungalow von (37 km) _Tanglu_ (3070 m; jede
Person über Nacht 1 Rup. und 2 annas für Brennholz), auf einem
schroffen Bergvorsprung mit *Aussicht mitten im Wald. Zweite
Tagereise durch wunderbare Gebirgslandschaft über Berg und Tal nach
dem Dâk Bungalow von (61 km) _Sandakphu_ (_Sindukphu_), 3630 m, mit
prachtvollem *Ausblick auf Mount Everest und Kanchanjanga. Dritte
Tagereise über stellenweise schmalen Berggrad zum Dâk Bungalow von
(82 km) _Phalut_ (3600 m). Vor Sonnenunter- und -Aufgang besteige man
den höchsten Vorsprung des Bergrückens (etwa 3660 m), wo fünf
spitze Steinhaufen mit tibetanischen Inschriften stehen. Die
Bergriesen erglühen rosig (Alpenglühen); man befindet sich nur noch
einen Tagesmarsch vom Kanchanjanga entfernt, sieht diesen
Bergriesen dicht vor sich, dazwischen ein Labyrinth von Tälern
unter gigantischen Abhängen, tief unten Dschungeln; *_=Blick auf
Mount Everest.=_ Wer weiter in die Gletscherwelt des Himalaja
eindringen will, studiere vorher die Reiseberichte von _Freshfield_
im »Alpine Journal« und von Dr. _K. Boek_ in dessen Werk »Indische
Gletscherfahrten«; sie rüsteten ihre großen Gebirgsreisen in
Darjeeling aus.--Rückreise von Phalut: 1. Tag nach Sandakphu, 2.
Tag bis Tanglu, 3. Tag Ankunft in Darjeeling. _Viel schöner ist die
Rückreise durch das Land Sikhim_ in 5 Tagen: 1. Tag von Phalut über
den Dâk Bungalow von (10 km) _Chiabhanjon_ (3150 m) nach dem Dâk
Bungalow von (21 km) _Dentam_ (2000 m); 2. Tag bis Dâk Bungalow von
(40 km) _Pamiongchi_ (1500 m); 3. Tag bis Dâk Bungalow von (56 km)
_Rinchinpong_ (1520 m); 4. Tag bis Dâk Bungalow von (75 km)
_Chakang_ (1550 m); 5. Tag zurück nach (107 km) Darjeeling (2180
m).
3) Nach =Teesta Bridge=, 2 Tage zu Pferd, etwas anstrengend
(Paßerlaubnis für Benutzung der Bungalows vorher in Darjeeling beim
_Deputy Commissioner_ und beim _Executive Engineer_ einholen), am
1. Tag zum Bungalow von (12 km) _Badatam_ (760 m), dort
übernachten, dann durch das Teesta-Tal über _Teesta Bridge_ (Dâk
Bungalow; 210 m) und (27 km) _Pashoke_ (Dâk Bungalow; 1000 m),
zurück nach Darjeeling. Man kann auch von Darjeeling über Pashoke
ins Teesta-Tal hinabreiten, dann über Teesta Bridge (dort im
Bungalow übernachten) nach _Riang_ (Dâk Bungalow) und (51 km)
_Kalithora_ (Dâk Bungalow; 170 m) nach Siliguri (S. 140) reiten und
von da mit der Bahn nach Darjeeling oder Calcutta zurück. (Näheres
siehe »Meine indische Reise« von _Eugenie Schaeuffelen_, Berlin
1906.)
7. Von Calcutta nach Rangoon. Birma.
Vgl. Karte S. 155.
=Dampfer Calcutta-Rangoon=, 787 Seem.: _British India Steam Nav.
Co._ (Agent _Mackinnon, Mackenzie & Co._, Calcutta, Strand 16),
dreimal wöchentlich, So. Di. Fr., in 50 St. für I. Kl. 75, II. Kl.
37-1/2 Rup. Fahrkarte Calcutta-Singapore mit 4 Wochen Unterbrechung
in Rangoon I. Kl. 150, II. Kl. 75 Rup. Verpflegung und
Platzbesorgung für deutsche Reisende lassen zu wünschen; man
bestelle durch Cook Plätze voraus.
Von _Calcutta_ fährt man den Hooghly abwärts (S. 134), durchquert den
innersten Teil des Golfs von Bengalen mit SO.-Kurs bis zum _Kap
Negrais_, dann mit östlichem Kurs an den Mündungen des _Irawaddy_ (spr.
iráwadi) entlang, die sich durch lehmfarbige Trübung des Seewassers
ebenso wie die Gangesmündungen weit außerhalb der Küste kenntlich
machen. Schließlich steuert man mit NO.-Kurs in den _Golf von Martaban_
bis zur Mündung des _Rangoonflusses_, auf dem das Schiff aufwärts nach
(787 Seem.) _Rangoon_ (S. 145) fährt.
=Birma= (oder _Barma_, engl. _Burma_) erstreckt sich zwischen 27°
und 10° nördl. Br. von der Ostküste des Golfs von Bengalen aus
nordwärts in die hinterindische Halbinsel hinein. _Niederbirma_
(_Lower Burma_) ist seit 1826 und 1852, _Oberbirma_ (_Upper Burma_)
erst seit 1886 englisch. Zu letzterm rechnen noch Luschai- und
Katschinland sowie die Schanstaaten, so daß die gesamte jetzige
Provinz Burma, die einen Teil des Kaiserreichs Indien bildet, etwa
613000 qkm (Deutsches Reich 540778 qkm) mit 10500000 Einw. umfaßt.
Oberbirma und auch die Gebirgszüge Unterbirmas sind noch wenig
erforscht, so daß Touristenreisen im Lande sich auf die wenigen
unten beschriebenen Linien beschränken müssen. Das ganze Land
gliedert sich in nordsüdlich verlaufende Gebirgsketten und
dazwischen eingesenkte Täler, von denen nur eins, das untere
Irawaddytal, eine große Ebene bildet, die sich südwärts durch die
Deltabildung des Flusses noch ständig vergrößert. Der zweite große
Strom des Landes, der Salween, der wie der Irawaddy fern im N. im
Grenzgebirge Tibets seinen Ursprung hat, durchfließt bis zu seiner
Mündung ein verhältnismäßig schmales Gebirgstal.
Das _=Klima=_ weicht von dem Vorderindiens wenig ab. Wie dort
unterscheidet man drei Jahreszeiten: die kühle (Mitte November bis
Anfang März), die heiße (März bis Mai) und die Regenzeit. Das
Küstengebiet wird von Ende Mai bis Anfang Oktober durch den
Südwestmonsun mit großen Regenmengen überschüttet. Landeinwärts
läßt die Regenfülle, abgesehen von den Gebirgen, rasch nach, da ein
küstennaher Gebirgszug einen großen Teil der Feuchtigkeit abfängt.
Die _=Temperatur=_ nimmt in der kühlen Jahreszeit landeinwärts ab
(Rangoon Januar 23,7°, Mandalay 20,4°), in der heißen aber zu
(Rangoon April 29,4°, Mandalay 31,8°). Die _=Vegetation=_ des
Küstengebiets ist sehr üppig; die Inseln des Irawaddydeltas sind
großenteils von Sumpfwald und Röhricht bedeckt, die Berge von
tropischem Regenwald. Die dichten Wälder, die einen großen Teil des
Innern bedecken, bestehen vielfach aus Teakbäumen, die weniger
Regen bedürfen; ihr Holz bildet einen Hauptausfuhrgegenstand;
daneben gibt es Feigen- und Magnolienbäume sowie Brotfruchtbäume.
_=Tierwelt=_ wie in Ostindien, dazu vier Arten Nashörner. Vögel und
Reptilien sind sehr farbenprächtig.
_=Bevölkerung.=_ Das herrschende Halbkulturvolk der _Birmanen_ ist
wohl ein Mischvolk aus mongolischen, vorderindischen und
malaiischen Elementen. Sie sind klein, hellbraun, wohlgestaltet,
sehr lebhaft und geschäftlich rührig, gegen Fremde meist höflich
und gastfrei, aber unzuverlässig und verschlagen. Männer und Frauen
sind sehr putz- und vergnügungssüchtig und in ihrem Leben und
Gebräuchen wesentlich von den Hindu verschieden. Die _=Kultur=_ ist
vom benachbarten Vorderindien aus stärker beeinflußt als von China
her. Aus Vorderindien ist sowohl der Brahmanismus gekommen, der
zahlreiche schöne Tempelbauten, namentlich in Oberbirma,
hinterlassen hat, wie auch der heute herrschende Buddhismus, der
übrigens mit brahmanischen Ideen ganz durchsetzt ist. Jeder Mann
muß eine Zeitlang als Mönch leben; Klöster, _Phoongyi-Kyaung_,
findet man in jeder Stadt und jedem Dorf, ältere sind oft prächtig
aus Teakholz geschnitzt und mit Spitztürmen, _Pyathats_, geziert.
Die Priester, kahlgeschoren und mit gelben Seidengewändern, sind
hochangesehen, worauf der Reisende stets Bedacht nehmen muß, um
sich vor Unannehmlichkeiten zu bewahren. Der Oberpriester,
_P'ha-T'hena-Baing_, ein hoher Reichswürdenträger, hat seinen Sitz
in Mandalay. Die Tempel, _Phra_, sind Prachtbauten, die Pagoden
stets pyramidenförmig. Die Priester sind gegen höfliche Fremde sehr
artig und zeigen alles gern. Öffentliche Theateraufführungen
(_Pwe_), die abds. 8 Uhr im Freien beginnen und oft über Nacht
dauern, sind sehenswerte Volksfeste.
Den _kulturellen Mittelpunkt_ des Landes bildet das
_=Irawaddytal=_, in dessen Ebenen große Mengen von Reis, Baumwolle,
in viel geringerm Umfang auch Erdnüsse, Tabak, Zuckerrohr und Sesam
gebaut werden; die Ausfuhr von Reis (nach China) ist sehr stark. Im
nördl. Gebiet kultiviert man Mais, Weizen, Hirse, Hülsenfrüchte,
Ölsaat; im Gebirge auch Tee, der teils als Gemüse gegessen, teils
eingesalzen zur Getränkbereitung benutzt wird. Viehzucht ist
unbedeutend, man hält nur Zug- und Lasttiere: Pferde, Büffel,
Elefanten, Rinder. Wichtig ist der _=Bergbau=_ auf Edelsteine
(besonders Rubine und Saphire), Petroleum und Kohle.
Der _=Handelsverkehr=_ findet vorwiegend auf den schiffbaren
Flüssen statt, auf dem Irawaddy mit Dampfern der Irawaddy Flotilla
Co. bis Bhamo, 1180 km von der Mündung, und auf dem Chindwin.
Außerdem mehrere Bahnlinien, s. S. 145 und 150.
Der Ostteil Oberbirmas wird von dem wilden Gebirgslande der sogen.
_Schanstaaten_ eingenommen, die erst in ihrem Nordteil durch die
bis nahe an die Grenze der chinesischen Provinz Yünnan führende
Eisenbahn ein wenig erschlossen, im ganzen aber noch ziemlich
unerforscht sind. Die Staaten der Schanvölker, die dieses Gebiet
hauptsächlich bewohnen, stehen zu England im Verhältnis von
Schutzstaaten. Die Schan sind ein Naturvolk, aber mit einer nicht
ganz geringen Kultur, und leisten im Ackerbau (Tee und Baumwolle)
und Viehzucht Tüchtiges. Sie sind mongolischen Ursprungs, also
Verwandte der Chinesen.
Beste _Reisezeit_ nach der Regenzeit, etwa von Mitte November bis
Ende Februar; aber auch der März ist oft noch angenehm kühl und
sehr geeignet für Ausflüge.
Die Hauptreize einer Reise ins Innere Birmas bestehen in der Fahrt
auf dem majestätischen Irawaddystrom, die den Genuß der Tropennatur
unter den angenehmsten Verhältnissen ermöglicht, und im Studium der
äußerst liebenswürdigen Bewohner und ihrer Kultur, besonders ihrer
religiösen Bauwerke.
Rangoon.
Vgl. den Plan S. 147.
=Ankunft zur See.= Bei _China Bakir_ kommt der Lotse an Bord, dann
dampft man auf dem _Rangoonfluß_ (dem östlichsten Mündungsarm des
Irawaddy) aufwärts und ankert nach etwa 2 St. Fahrt vor der Stadt,
24 Seem. oberhalb der Mündung. Beide Flußufer zeigen reichen
Pflanzenwuchs; von weitem sieht man Schornsteine und die
goldglitzernde Dachspitze der Shwe Dagon-Pagode, später erkennt man
Warenschuppen und Holzlager und Häuser der Stadt. Landung erfolgt
mit Dampfbarkassen der betr. Dampfergesellschaft oder mit Booten
der Eingebornen (»sampans«; 4 annas für 10 Min. Fahrt). Bei hohem
Wasserstand legt der Dampfer am Ufer vor der Mitte der Stadt an.
Zolluntersuchung wie in Indien (S. 49); von indischen Häfen
kommende Reisende haben keinen Zoll zu zahlen.
=Gasthöfe=: _Minto Mansions Hotel_, im Cantonment nahe Gymkhana; 80
Z., neu und besteingerichtet, gute Verpflegung, Din. 3 Rup., Pens.
9-15 Rup., Oktober bis April 15-17 Rup.--_Strand Hotel_ (Pl. a), in
schöner Lage, empfohlen. --_Royal_ (Pl. b), Pens. von 10 Rup.
an.--_Criterion Hotel._--Viele =Boarding Houses=: _Allendale_, im
Cantonment, _Aberdeen House_ u. a.; Pens. 5-11 Rup.
Vorausbestellung von Zimmern ist zweckmäßig. Man kann auch auf den
Irawaddy-Dampfern gut übernachten. --=Restaurants= in den großen
Gasthöfen; ferner _Chiesa_, italienische Konditorei; _Vienna
Bakery_, Fytche Square.
=Post u. Tel.= in Strand Road.
=Wagen=: _Ticca gharries_ nach Tarif. Man beachte, daß die Kutscher
meist »Madrassis« sind, die Hindostanisch verstehen, aber weder
Straßen-noch Geschäftsnamen kennen! Man nehme den Stadtplan mit!
=Straßenbahnen= (elektr. Bahn mit 2 Klassen). Eine Linie von Strand
Road zur großen Shwe Dagon-Pagode; eine andre zum Dalhousie Park,
eine dritte Linie nach Pazundaung.
=Eisenbahnen=: _Burma Railway_, Hauptlinie nach Mandalay und
Myitkyina mit Zweiglinien nach Moulmein, Myingyan, Alon, Lashio
und Katha; außerdem Linie Rangoon-Prome mit Zweiglinie nach
Bassein (vgl. Karte »China und Japan« und die bei S. 155). Der
Hauptbahnhof (Terminus) liegt Ecke Phayre Street und Montgomery
Street; die Prome-Linie hat noch Nebenstationen bei Godwin Road,
Prome Road und Alon sowie eine große Station im Vorort Kemmendine;
die Mandalay-Linie hat den Bahnhof Pazundaung.--Lokalverkehr
besteht zwischen Rangoon-Hauptbahnhof-Pagoda
Road-Lanmadaw-Cantonment-Gymkhana-Mission
Road-Kemmendine-Kamayut-Okkyin-Tamaing-Gyogon und Insein und
zurück.
=Dampfer=: _British India Steam Nav. Co._ (Agent Bulloch Bros.,
Strand Road), nach Calcutta 3mal wöchentl.; nach Madras (Fahrzeit 4
Tage), nach Tavoy und Mergui, nach Penang und Singapore
wöchentl. -- _Norddeutscher Lloyd_ (Agent: Krüger & Co., Ltd.,
Tel.-Adr. »Nordlloyd, Rangoon«), durch Zweiglinie der British India
Steam Nav. Co. alle 14 Tage nach Penang (Fahrzeit 3 Tage,
Aufenthalt in Penang etwa 3 Tage), dort Anschluß an die aus- und
heimreisenden Reichspostdampfer. -- _Bibby Line_, nach Colombo alle
14 Tage (Fahrzeit 4 Tage).--_Österreichischer Lloyd_ (Agent Società
an. Coloniale di Trieste, Tel.-Adr.: »Lloydiano-Rangoon«), einmal
monatl. nach Calcutta (von Colombo und Madras kommend) und von da
nach Triest.--_Henderson Line_, 14tägig über Port Said nach London.
=Geld= wie in Indien, s. S. 49; aber indisches Papiergeld muß in
Birma mit Verlust gewechselt werden; Banknoten des Rangoon Treasury
gelten in ganz Birma. 1 £ = 15 Rup. -- =Banken=: _Bank of Bengal_,
Strand Road. --_Hongkong and Shanghai Banking Corporation_; Korr.
der Allg. Deutschen Creditanstalt in Leipzig. -- _National Bank of
India_, Phayre Street; Korr. der Deutschen Bank; alle drei der
Berl. Disconto-Gesellschaft. -- _Nederlandsche Handels
Maatschappij._ -- _Cook's Office_ (s. unten) besorgt ebenfalls
Bankgeschäfte.
Die =Sprache= der Birmanen ist ein Glied der indochinesischen
Sprachfamilie. Man beachte _Judson_, »Grammar of the Burmese
language« und dessen »Dictionary«. Englisch wird jedoch in den
Gasthöfen und auf den Eisenbahnen gesprochen.
=Theater=: Reisende europäische Gesellschaften geben zuweilen in
der _Jubilee Hall_ in Pagoda Road Vorstellungen. -- Nationale
Vergnügungen (Pwes) suche man zu erkunden: _Zat Pwe_ ist
Vorstellung mit Gesang, Tanz und Ulk; _Yokthwe Pwe_ ein
Marionettentheater; _Yein Pwe_, Ballettänze mit Musik und Gesang,
finden nur bei besondern Festlichkeiten statt, sind frei (werden
vom Veranstalter des Festes bezahlt) im Freien von 8 Uhr abds. die
Nacht hindurch.
=Reisebureau.= _Thos. Cook & Son_, östl. Ecke der Phayre Street und
Merchant Street (Tel.-Adresse: »Coupon, Rangoon«), besorgt
zusammenstellbare Fahrscheine für alle Ausflüge mit Bahn oder
Flußdampfer und erledigt auch alle Geldgeschäfte. (Nützlich ist
_Cook's Handbook Burma_.) -- _Scott & Co._, Merchant Street.
=Konsulate=: _Deutsches Reich_, Konsul C. Kauffeld. --
_Österreich-Ungarn_, Konsul Michael Sevastopulo. -- =Deutscher
Klub= in Commissioners Road.
=Polizeiamt= in der Pagoda Road beim Bahnübergang und an andern
Plätzen.
=Ärzte=: Die Zivilärzte im Cantonment; Dr. _de Souza_, Dalhousie
Street; Dr. _Pearse_, Dr. _Pedley_, beide Signal Pagoda Road. Die
Ärzte haben Sprechstunden in den Apotheken.--=Zahnärzte=: Dr.
_Panhans_ (deutsch), Solay Pagoda Road; _Osborn_ (Amerikaner),
Phayre Street.--=Apotheken=: _De Souza & Co._, Dalhousie Street
215.--_Rangoon Medical Hall_, Merchant Street 72. --=Krankenhaus=:
_General Hospital_ in der Commissioners Road; Ärzte: Major _Barry_,
Major _Röst_.
=Buchhandlung=: _Myles Standish & Co._, Merchant Street
75.--=Zeitungen=: _Rangoon Gazette_; _Rangoon Times_; _Burma
Herald_.--=Photographien=: _P. Klier & Co._, Signal Pagoda Road 3
und Merchant Str., Ecke der Phayre Street. --_D. A. Ahuja_ (für
photographische Artikel), Sule Pagoda Road.
=Geschäftsadressen.= Reiseartikel und europäische Bedürfnisse:
_Laidlaw & Whiteway_.--_Rowe & Co._, Fytche Square.--_Watson, Allen
& Roberts_, Merchant Street 73.--_W. Macfie &_ _Co._, Merchant
Street 16.--Kuriositäten, Ebenholzschnitzereien, Elfenbein-,
Gold- und Silberwaren: _Klier & Co._, Merchant Str., Ecke der Phayre
Street.--Goldschmiede und Holzschnitzer in Godwin Road; gute
Schnitzarbeiten liefert auch das Hauptgefängnis (_Central Jail_),
Old South Boundary Road; Buddhafiguren in Bronze und Alabaster und
andre Spezialitäten im Vorort Kemendine.--=Basare=: _Suratee
Bazaar_ in China Street.--_Rangoon Bazaar_ gegenüber; außerdem
öffentliche Märkte (_Municipal Bazaars_), Strand Road u. in
Kemendine.
=Zeiteinteilung für Birma.= a) _=Für 10 Tage=_ (die gewöhnliche
Zwischenzeit zwischen zwei Dampferabfahrten): Ankunftstag früh
Stadt Rangoon, Nm. Bahnfahrt nach Katha, von da am 3. Tag früh mit
Dampfer nach Bhamo;-- 4. Tag Bhamo;--mit demselben Expreßdampfer am
5. Tag früh zurück, Nm. an Katha, mit Bahn von da nach
Mandalay;--6. Tag: Mandalay;--7. Tag: früh ab nach Gokteik Gorge,
Nm. dort an;--8. Tag: Vm. ab Gokteik Gorge nach Rangoon;--9. Tag:
abds. Ankunft Rangoon;--10. Tag: Vm. Rangoon, mitt. Abfahrt mit
Dampfer.
b) _=Bei längerm Aufenthalt:=_ 1. Tag: Rangoon;--2. Tag: Bahnfahrt
nach Mandalay;--3. u. 4. Tag: Mandalay; --5. Tag: Amarapura und
Ava; --6. u. 7. Tag: Gokteik Gorge;-- 8. Tag: Bahnfahrt nach
Katha;--9. Tag: Dampferfahrt nach Bhamo;-- 10. Tag: Bhamo;--11. bis
etwa 20. Tag: Dampferfahrt Bhamo-Mandalay-Prome-Rangoon. Der
Reiseplan ist abhängig vom Fahrplan der Irawaddy Flotilla Co.
=Geschichte.= Der Platz, wo Rangoon steht, ist seit alters heilig
durch die Shwe Dagon-Pagode. In den Kämpfen zwischen den Ländern
Ama und Pegu vertrieb der Bauer Alompra die Bewohner Pegus und
machte 1753 Rangoon zur Hauptstadt der letzten Königsdynastie von
Birma. Der Übermut des Königs Phagyidan führte zum Kriege mit
England, Rangoon wurde 1824 von den Engländern erobert, aber erst
1852 zur Hauptstadt von Britisch-Birma gemacht. Seitdem hat sich
die Stadt zu einem wichtigen Ausfuhrhafen für Reis und Teakholz
entwickelt.
[Illustration: Lageplan von Rangoon.]
_Rangoon_, Hauptstadt von Britisch-Birma und Sitz des Lieutenant
Governor's, mit 234881 Einw., liegt auf 16° 47' nördl. Br. am Ostrande
des Irawaddydeltas, am linken Ufer des _Rangoonflusses_ (Hlaing), des
östlichsten Mündungsarmes des Irawaddy, dicht oberhalb der Einmündung
des _Peguflusses_ und nach O. begrenzt von dem schmalen Wasserarm
_Pazundaung Creek_ (an dessen Ufern die meisten Reismühlen liegen). Die
Stadt ist weitläufig gebaut mit regelmäßigen Straßen. Im W. liegt das
_Chinesenviertel_, im NW. das _Cantonment_, zugleich Europäerviertel,
mit breiten Straßen und schönen Gärten sowie vielen Kasernen. Im
nördlichen Teile dieses Viertels liegt die große Tempelanlage der _*Shwe
Dagon-Pagode_ (s. unten) und östl. davon der prächtige _*Dalhousie Park_
mit den _*Royal Lakes_. Südl. angrenzend der _*Victoria Park_, in dem
sich die _Agri-Horticultural Gardens_, das kleine _Phayre Museum_ und
der _Zoologische Garten_ befinden. Erwähnenswerte Gebäude sind das
Seemannsheim (_Sailor's Home_) und der _Chinesische Tempel_ in Strand
Road, das _Sekretariat_ in der Dalhousie Street, das _General Hospital_
in Commissioners Road, das _Gouvernment House_ in Kemmendine Road, die
_Kathedrale_ und das _Rangoon College_ mit Bibliothek, alten Pali- und
Birmahandschriften auf Palmenblättern in China Street. Nicht alle
Straßen haben Namen und Hausnummern, was das Zurechtfinden in der Stadt
erschwert. Die Sägewerke für Teakholz (in denen Elefanten zum
Lastentragen verwendet werden) liegen meist in Aloon, am Westende der
Strand Road. Man versäume nicht, die arbeitenden Elefanten (wood piling
elephants) am Fluß anzusehen, früh 6-9, dann 3 Uhr bis abends.
_=Rundfahrt.=_ Morgens 1/2-8 Uhr beginne man mit den Basaren (S. 146),
insbesondere dem _Suratee Bazaar_ in der China Street und dem _Municipal
Bazaar_ am Strand; dann ist die beste Zeit, um die Tätigkeit der sehr
geschäftsgewandten, Riesenzigarren rauchenden interessanten Birmaninnen
zu bewundern; die Basare werden viel besucht, nur um Erkundigungen
einzuziehen, zu schwatzen und zu flirten. Dann fahre man durch China
Street bis zur Commissioners Road, in diese l. zum sehenswerten neuen
_General Hospital_, gegenüber das _Rangoon College_ und der _Deutsche
Klub_; von da weiter zum _Central Jail_ (eins der größten Zuchthäuser im
britischen Reich), das Verkaufsräume der Sträflingsarbeiten (meist
schöne Holzschnitzereien) hat und auch innen sehenswert sein soll;
Erlaubnis zur Besichtigung beim Superintendent im Gefängnis.--Dann durch
Dalhousie Street bis zum Fytche Square, wo die achteckige
_Sule-(Solay-)Pagode_ steht; ihr äußerer Bau ist kaum 70 Jahre alt, aber
die Stûpa im Innern soll aus dem 1. Jahrh. stammen und schließt noch
eine kleinere Stûpa von der Königin Schinsobu ein. Auf der Terrasse der
Pagode interessante Reliquienschreine und Statuen.--Die
Hauptsehenswürdigkeit Rangoons, die =*Shwe Dagon-Pagode=, besichtigt man
am besten 4 Uhr Nm. Man fährt vom Strand durch China Street und Pagoda
Road bis vor ihren nach S. gelegenen Haupteingang. Sie ist der heiligste
Buddhatempel in ganz Hinterindien, wahrscheinlich fast 2-1/2
Jahrtausende alt (588 v. Chr. erbaut) und steht mitten auf befestigten
Terrassen auf einem Hügel des Pegu Jomagebirges. Eine schöne Allee
führt von der Stadt zum Haupteingang mit reich verziertem, von
fabelhaften Ungetümen aus weißem Stuck bewachtem Tor, zu dem man auf
breiter Freitreppe hinansteigt. Auf der Treppe Verkäufer aller Art;
Gebetfähnchen, Opferkerzen, Puppen, Tempelblumen, Gongs und Glocken,
Eßwaren, dazu Führer und Bettler in Menge. Innerhalb des Tores öffnet
sich der farbenprächtige Tempelplatz, in dessen Mitte die große, im
untern Teil mit Blattgold, im obern Teil mit Goldplatten bedeckte Pagode
über achteckiger Grundfläche von 413 m Umfang sich in vielen Abstufungen
flaschenförmig 98 m hoch erhebt. Ihre Spitze trägt als Herrscherzeichen
ein goldenes Schirmgestell, reich mit Edelsteinen, besonders den
prächtigen birmanischen Rubinen, verziert und mit goldenen und silbernen
Glöckchen behängt, und »_Ti_« genannt; der letzte Ti von 14 m Höhe und 4 m
Durchmesser und 1,2 Mill. Mk. Wert wurde 1871 vom König Mindun Min von
Oberbirma gestiftet. Acht Haupthaare Gautamas (Buddhas) im Innern der
Pagode werden von unzähligen Pilgern jährlich verehrt.
Die Vergoldung der Pagode ist verschwenderisch dick, die
Edelsteine, mit denen die Pagode und ihre zahlreichen Buddhastatuen
und andern Figuren u. Tempel früher geschmückt waren, sind seit
Besitznahme des Landes durch die Engländer fast sämtlich
verschwunden. Die Pagode (auf deren Sockel noch im Jahre 1903 ein
wilder Tiger, der sich zur Stadt verlaufen hatte, geschossen wurde)
ist rings umgeben von kleinern Tempeln und Altären mit
Buddhastatuen aus Teakholz geschnitzt oder aus Stuck oder Marmor;
dazwischen stehen Elefanten, Löwen und phantastische
Manotthika-Figuren aus Stein und reichem Holzschnitzwerk, ferner
heilige Pfosten, wie Flaggenstangen mit langen Eisenbändern, und
gekrönt mit dem Adler Wischnus, Karaweik; dazwischen wachsen
heilige Bo-Bäume und Palmyra-Palmen.--Diese seltsame Tempelanlage
wird von Priestern und Mönchen, Bettlern, Musikanten,
Wahrsagerinnen, hübschen, aber geschwätzigen Weibern, Krähen und
Hunden bevölkert, während stets zahllose Glöckchen läuten. Man
besuche dieses »Märchenbild« öfters und zu verschiedenen Tages- und
Abendstunden und wird stets neue Reize entdecken.--Am Osteingang
steht die fast 40 Tonnen schwere Glocke, die in den Fluß fiel, als
die Engländer sie als Beute mitnehmen wollten, später aber wieder
von den Birmanen gefischt und zum Tempel gebracht wurde.