Arzt.--Dr. _A. Caddy_, Harrington Str. 2.--Frauenärzte: Dr. _Peck_,
Harrington Str. 6.-- Miß _Baumler_, Chowringhee Road 15.--
=Zahnärzte=: _Miller_, Chowringhee Road 35.--_Woods_, Chowringhee
Road 25. --=Apotheken=: _Bathgate & Co._, Old Court House
Street.--_R. Scott Thomson & Co._, Government Place 15.-- _Smith,
Stanistreet & Co._, Dalhousie Square, u. a.--=Krankenhäuser=:
_Presidency General Hospital_ (D6); _Eden Hospital_ (D3) u. a.
=Buchhandlungen=: _Thacker, Spink & Co._, Government Place (CD4).--
_W. Newman & Co._, Dalhousie Square.
--=Zeitungen=: »Englishman«; »Statesman«; »Indian Daily News« u. a.--
=Photographien=: _John Blees_ (Kodaks, frische Films etc.),
Chowringhee Road, neben Grand Hotel.--_Johnston & Hoffmann_,
Chowringhee Road 22 (D4/5).--_Bourne & Shepherd_, Chowringhee Road
8.
=Theater=: _Theatre Royal_ (Pl. 14, D4), Chowringhee Road, zum
Grand Hotel gehörig.--_Opera House_ (Pl. 15, D4), Lindsay
Street.--Indische Theater meist in Beadon Street.
=Geschäftsadressen=: Optiker: _Lawrence & Mayo_; _Solomons & Co._;
_Lazarus_. --Kleiderhändler: _Ranken & Co._, _H. Clark & Co._, Old
Court House Street 5, und andre Firmen, sämtlich Old Court House
Street.--Reiseartikel: _Whiteaway, Laidlaw & Co._, Esplanade, East
7.--Jagdgewehre etc.: _Manton & Co._, Old Court House Street 13 und
Mangoe Lane 1.--_F. Schonert & Co._ (Deutsche), Konserven, Wein,
Zigarren; besorgen Ausrüstung für Jagd- und Bergausflüge (gleich
als Trägerlasten verpackt).--Indische Juweliere: _Esoofally,
Hiptoolla & Co._, Chowringhee Road 6-2 und Radha Bazar 9-10;
_Hamilton & Co._, Old Court House Street; _Boseck & Co._, Wellesley
Place.--Hindubuchhändler: _Shambhu Chandra Addy_, Wellington
Street.
=Zeiteinteilung=: 1. Tag: Botanischer Garten, Museum,
Eden-Garten.--2. Tag: Basare, Zoologischer Garten, Kidderpur
Docks.--Zum Ausflug nach _Darjeeling_ rechne man mindestens 4,
besser 10-14 Tage. Ausflüge nach _Assam_ fordern mehrere Wochen.--
Nach _Puri Jagganath_, vgl. S. 133, mindestens 2 Tage.
=Geschichte.= Calcutta wurde 1686 durch englische Kaufleute, die
der Mogulstatthalter von Bengalen aus ihrer Faktorei Hugli
vertrieben hatte, im Dorfe Tschatanati gegründet, das mit Kali Ghat
(daher der Name) die Stelle der heutigen Stadt einnahm. Am 20. Juni
1756 wurde der Ort durch Suradsch ed Daulah eingenommen, wobei 146
englische Gefangene in das »Black Hole« eingesperrt wurden, in dessen
engem Raum 123 während der Nacht umkamen. Nachdem aber Clive 2.
Jan. 1757 die Stadt zurückerobert hatte, hob sich Calcutta rasch
wieder. 1772-1911 war es Sitz der britisch-ind. Regierung.
=Klima.= Die Lage Calcuttas im feuchtheißen, von dichter Vegetation
bedeckten Gangesdelta, nur 6 m über dem Meeresspiegel, ist
gesundheitlich wenig günstig. Cholera und Fieber sind endemisch,
doch ist in der Europäerstadt an sanitären Einrichtungen das
Mögliche geleistet. Man unterscheidet drei Jahreszeiten: die heiße
von Mitte März bis Mitte Juni, die Regenzeit bis Ende September und
die kühle Jahreszeit von November bis Anfang März. Der Sommer ist
wegen seiner feuchten Hitze sehr ungesund, deshalb leben alle
wohlhabenden Europäer, soweit es die Geschäfte erlauben, von Ende
März bis Oktober in der Sommerfrische in _Darjeeling_ (S. 141) oder
_Simla_ (S. 75), wo dann auch der Vizekönig residiert. Als höchste
Temperatur wurde 42,3°, als niedrigste 6,8° gemessen, als
Durchschnitt im heißesten Monat (Mai) 30°, im kältesten (Januar)
18°. Sehr stark ist der Regenfall; Zyklone (Wirbelstürme), die
gewaltige Sturmfluten im Hooghly hervorrufen, richten durch
Windwirkung und Überschwemmung gelegentlich große Verheerungen an;
neben Cholera und Malaria (s. oben) ist in Calcutta seit 1902 auch
die Pest stark aufgetreten.
=Calcutta= (spr. kalkatta; der Name bedeutet: Flußtreppe [Ghat] der
Kali, einer Göttin) ist im Gegensatz zu den zahlreichen uralten
indischen Kulturstädten eine Gründung der Europäer und in einer von
Natur sehr ungünstigen Umgebung (nahe dem Westrande des sumpfigen,
ungesunden Gangesdeltas am Hooghlyufer, weit über 100 km vom Meer
entfernt) erst emporgeblüht, nachdem 1772 der unbedeutende Ort zum Sitze
des Generalgouverneurs erhoben worden war. Seitdem hat die vortreffliche
strategische und kommerzielle Lage der Stadt ihre Wirkung entfaltet, und
heute ist Calcutta, das »Hamburg« Indiens, der Hauptausfuhrhafen des
Landes und eine wichtige Industriestadt geworden, deren weitere
Entwickelung auch durch die 1911 beschlossene Verlegung der
Zentralregierung nach Delhi nicht sehr wesentlich beeinflußt werden
wird. Es besteht aus drei Hauptteilen: die White town, die
Europäerwohnstadt, vom Charakter einer europäischen Großstadt, und die
Black town, die schmutzige Eingebornenstadt, liegen auf dem l.
Hooghlyufer. Ihnen gegenüber zieht sich die Fabrikstadt Howrah hin. Die
eigentliche Stadt, vom Fluß und der Circular Road eingeschlossen,
enthält die Esplanade, den _Maidan_ (CD5), an dem das =Fort William=,
1773 erbaut, einen Raum von 3 km Umfang einnimmt, mit großem Arsenal,
619 Geschützen und 25000 Mann. Im N. des Maidan der Palast des
Vizekönigs und das Rathaus. Die Stadt hat 27 protestantische (St.
Paulskathedrale), 8 katholische Kirchen, ein theistisches Gotteshaus der
_Brahma Samaj-Sekte_, aber keine orthodoxen Hindutempel; ferner
zahlreiche Denkmäler. Die Bevölkerung beträgt: 890493 (mit Vorstädten
1216514) Köpfe (davon ca. 2/3 Hindu, ca. 30 Proz. Mohammedaner und etwa
6000 Europäer). Die Industrie ist auf _Howrah_ (B2, 3) konzentriert. Mit
diesem hatte Calcutta 1902: 26 Jutefabriken (die Hauptindustrie) mit
15132 Webstühlen und 80000 Arbeitern, 8 Baumwollspinnereien mit 324038
Spindeln, Papierfabriken, Zuckerfabriken, Indigofabriken etc. Der Staat
besitzt eine große Geschützgießerei in Kosipur. Großartig ist der
_Handel_, er wertete 1906/07: 1300 Mill. Rupien. Aus Deutschland kam
1902 für 11159460, dorthin ging für 82683580 Mark Ware. Die wichtigsten
Ausfuhrartikel sind Jute und Jutesäcke, Opium, Tee, Reis, dann Häute,
Baumwolle, Ölsaaten, Indigo, Rohseide, Gummi. Kohle wird aus Calcutta
stark ausgeführt (1905: 7 Mill. Ton.). Der Hafen für sehr große,
schwerbeladene Schiffe ist _Diamond Harbour_ (S. 134); die meisten
Schiffe können bis zur Stadt gelangen, deren Hafen sich 16 km lang am
Ufer hinzieht. Die über den Hooghly nach Howrah führende Schiffbrücke
wird zu bestimmten Stunden geöffnet. Es liefen 1910: 539 Schiffe mit
1550000 Reg.-Ton. ein. Die Stadt besitzt zahlreiche Bildungsanstalten,
darunter das Hindu College, Sanskrit College, Medical College, die
berühmte _La Martinière_ (Stiftung eines französischen Abenteurers, der
1808 als Millionär starb), einen prächtigen Botanischen und Zoologischen
Garten, ist Sitz der _Asiatic Society of Bengal_ (Park Street 57,
gegründet 1784, mit Bibliothek von 15000 Bänden, Münz-, Gemälde- und
Büstensammlung), des Lieutenant-Governors von Bengalen, vieler
Verwaltungsbehörden, eines katholischen Erzbischofs, eines
anglikanischen Bischofs und andrer Behörden.
_=Rundfahrt.=_ Man beginne morgens mit der _Chowringhee Road_ (D4/5), wo
gute Geschäfte sind und am Nordende der _Dhurrumtola-Basar_ (Pl. 16, D4)
liegt. Nun zur *=Esplanade= (CD5), dem _Maidan_, Exerzierplatz und
Promenade der eleganten Welt; an dessen Nordseite vorbei, r. zwischen
dem _Palast des Vizekönigs_ (CD4; Government House, erbaut 1804) und dem
_Rathaus_ (Town Hall; Pl. 1, C4) über den _Dalhousie Square_ (CD4) und
durch die Eingebornenstadt zur _Hooghly-_ (Schiff-)_Brücke_ (C3), von
deren Mitte prächtiger Blick über die Ufer, belebt mit Schiffen und
Booten sowie mit Badenden auf den Treppen der Ghats; auf dem rechten
Ufer sieht man _Howrah_ (B2, 3) mit Bahnhof, Werften, Docks und
Fabriken. Von der Brücke zurück und nach Süden am linken Ufer entlang;
r. Anlegebrücken der Seedampfer (Export and Import Jettis), l. vorbei am
_Zollamt_ (Custom House; Pl. 4, C3), dem _Generalpostamt_ (Pl. 2, C4),
der Bank of Bengal (Pl. 8, C4), dann l. der sehenswerte *=Eden-Garten=
(C4), ein hübscher kleiner Park, von den Misses Eden, den Schwestern
Lord Aucklands, angelegt und 1856 mit einer birmanischen Pagode aus
Prome geschmückt, am besten abds. (6-7 Uhr Militärmusik) zu besuchen.
Der weitere Weg, _The Strand_ (C4), führt dann westl. am großen _Fort
William_ (S. 136, nichts Sehenswertes) vorbei, läßt _Prinsep's Ghat_ r.,
dann über _Hastings Bridge_ auf die _Garden Reach Road_ (BC6), die am
Nordende des _Kidderpur-Docks Nr. 1_ (B6) vorbeiführt; man fahre nun
nach l. längs der Westseite dieses Docks, besichtige dort das Löschen
und Laden der zahlreichen Frachtdampfer (sehenswert!) und fahre über die
Brücke zwischen Dock Nr. 1 und 2 zurück durch Kidderpur zum
_Zoologischen Garten_ (C6) mit Prachtexemplaren von Königstigern,
Orang-Utans, schwarzen Panthern, Fasanen etc., der auch als
Picknickplatz beliebt ist (Konzerte So., Eintr. 1 Rup.).--Sw. liegt das
_Meteorologische Observatorium_, südl. von ihm der Palast _Belvedere_
(C6) des Lieutenant-Governors mit schönem Park und nahe sö. davon die
_Agri-Horticultural Gardens_. Vom Zoologischen Garten fährt man auf der
_Zeerut Bridge_ (CD6) über den _Tolly Nullah-Kanal_ (CD6), dann r.
vorbei am _Rennplatz_ (Race Course; C5/6), wo das ganze Jahr Wettrennen
stattfinden, dann schräg über den _Maidan_, vorbei an der _Victoria
Memorial Hall_ und den Standbildern von Lord Dufferin (Pl. 21) und
Outram (Pl. 26), zum =Imperial Indian Museum= (Pl. 6, D4; Chowringhee
Road 27 und 28; guter Katalog am Eingang zu haben; geöffnet 10-4 bzw. 5
Uhr), 1866 erbaut; es enthält wertvolle Fossilien- und
Mineraliensammlungen (darin prächtige Edelsteine aus dem Bundelkund und
Südindien), ferner eine Antiquitätensammlung, besonders buddhistische
Altertümer aus der Tope von Bharhut, aus Muttra und Gandhara (Punjab),
die zum Teil griechisch-klassische Schönheit erreichen. In einem Anbau,
vom ersten Stock des Museums zu erreichen, eine sehenswerte
kunstgewerbliche Sammlung. In der Fossiliensammlung beachte man den
Hyänenbär (Hyänoarktos), den Amphikyon, den Machairodos (Säbelzahntiger
mit 18 cm langen Zähnen), die Siwalikkatze (so groß wie ein Tiger), den
Megaloscelornis (ein Siwalikstrauß); ferner Knochen vom Dinormis, den
Kolossochelys (eine Siwalik-Riesenschildkröte) und viele andre
Seltenheiten.-- Zum _=Botanischen Garten=_ (11 km sw., Wagenfahrt in
1-1/2 St. hin, auch den ganzen Garten besichtigt man im Wagen, insgesamt
1/2 Tag Zeit nötig, 9 Rup.) fährt man über die Hooghlybrücke, am Bahnhof
Howrah vorbei, dann l. südl. am r. Flußufer auf dem Grand Trunk Road
durch die Vororte _Howrah_, _Ramkrishnapur_ (B4) und _Sibpur_ nach den
*=Government Botanical Gardens= (A5, 6), die am rechten Hooghlyufer
gegenüber dem _Garden Reach_ (A6) liegen. Es sind herrliche Parkanlagen
mit tropischen Bäumen, Blumenparketts, Sträuchern, Wiesenflächen,
Teichen und Bewässerungskanälen. Breite Fahrstraßen durchkreuzen den
Park. Am NW.-Eingang stehen drei Prachtbäume, ein Banyanbaum in der
Mitte, je ein Bobaum (Ficus religiosa, unter dem Buddhas Erleuchtung
stattfand) an jeder Seite; ersterer ist den Brahmanen, letztere sind den
Buddhisten heilig! Eine Palmyrapalmenallee führt nach r., eine
Mahagonibaumallee nach l.; man bleibe auf der mittlern Fahrstraße, die
durch Kasuarinenbäume mit Kletterpalmen darauf in die Palmenpflanzung
führt. Dann gelangt man über eine Brücke r. in den Blumengarten mit
Orchideenhäusern etc. Ein breiter Weg führt dann zum Flußufer, das man
l. läßt, um auf den *_großen Banyanbaum_ (Ficus indica) zuzufahren, der
mit mehreren hundert stammartigen Luftwurzeln eine Fläche von 80 qm mit
etwa 300 m Umfang bedeckt; man geht unter dem Baum, der von weitem wie
ein dichtbewaldeter Hügel aussieht, wie in einem Gehölz spazieren.
Westl. vom _Botanical Garden Ghat_ (A5), wo man mit Boot über den
Hooghly nach Garden Reach ans linke Ufer sich übersetzen und von da mit
Wagen über Kidderpur-Docks (S. 138) zurückfahren läßt, liegt das
Direktorgebäude (_Superintendent House_) am Fluß, und in seiner Nähe das
berühmte große Herbarium mit etwa 40000 Pflanzen (vom Direktor Dr.
Wallich um 1829 angelegt) nebst Bibliothek. Dem Botanischen Garten ist
unter anderm die Akklimatisation und Kultur der Teepflanze im Himalaja
und in Assam zu danken.
Ausflug auf der Bahn nach =Chandernagore= (_Hôtel de France_, gute
Weine), einer 30 km nördl. von Calcutta gelegenen kleinen
französischen Kolonie.
Von Calcutta nach Darjeeling
Vgl. die Karte bei S. 64
=Eisenbahn= von =Calcutta= nach (379 M) _Darjeeling_ in 19-1/2 St.
für I. Kl. 49 Rup. 12-1/2 annas; II. Kl. 24 Rup. 14-1/4 annas;
Rückfahrkarten mit 14 Tagen Gültigkeit I. Kl. 66 Rup. 6 annas, II.
Kl. 33 Rup. 3 annas. Schnellzug: ab Calcutta Nm.; an Darjeeling
Mitt.; Bettzeug, wollene Decken und warme Kleidung, auch Schleier
oder Rauchbrille mitnehmen. Schlafplätze für den Nachtzug von Sara
Ghat aus am besten bei Cook & Son vorausbestellen oder
telegraphisch von Calcutta aus.--Die Bahnwirtschaften sind
verhältnismäßig gut; bei der Rückfahrt Dinner in Siliguri. --Bei
der Ankunft in Siliguri (auf der Bergfahrt) sichere man sich sofort
einen Platz in der Kleinbahn, ehe man zum Morgenkaffee in den
Wartesaal geht.
=Geographisches.= Durch die heißen, ziemlich einförmigen und
kahlen, aber vortrefflich angebauten Ebenen Unterbengalens, die von
dem gewaltigen, in seiner Breite fast unüberschaubaren Ganges
durchflossen werden, geht es bis an den Fuß des Himalaja. Ein Saum
von dicht verfilztem, ziemlich niedrigem Sumpfwald (Tarai)
umkleidet ihn und leitet bald in üppigen tropischen Regenwald über,
der die untern Berghänge verhüllt. Bei etwa 1000 m Seehöhe beginnt
der prächtige subtropische Bergwald mit seiner mannigfaltigen
Zusammensetzung (die aber von der des östl. Himalaja in der Gegend
von Simla ziemlich stark abweicht) aus mancherlei Laubbäumen,
Palmen, Bambus etc., zu denen weiter oberhalb noch die schönen
Baumfarne treten. Darjeeling selbst bietet gute Gelegenheit zum
Studium dieses Waldes wie der mongolischen Bevölkerung des
indisch-tibetischen Grenzgebietes (eine große Straße führt von hier
nach Tibet hinein) und des Aufbaues des Himalaja aus einer Reihe
schmaler paralleler Gebirgsketten (vgl. S. 44).
Von _Sealdah Stat._ im O. von Calcutta mit der »Eastern Bengal State
Railway« vorbei am Vororte (5 M) _Dum-Dum_ (spr. damdam), bekannt durch
seine Gewehrmunitionsfabrik, in der zuerst die berüchtigten
Dum-Dum-Geschosse mit Sprengwirkung angefertigt wurden; dann über (14 M)
_Barrackpur_, mit Landsitz des Vizekönigs und alten Kasernen, nach (46
M) _Ranaghat Junction_ (Bahnwirtsch.) und über (58 M) _Bogoola_
(Bahnwirtsch., 10 Min. Aufenthalt zum Nachmittagstee) nach (103 M)
_Poradaha Junction_ (von hier Zweigbahn [47 M] nach _Goalanda Ghat_,
nahe der Vereinigung des Ganges mit dem Brahmaputra, dann mit
Flußdampfer und Bahn über _Dacca_, die alte Hauptstadt Bengalens, nach
dem Seehafen _Chittagong_).--Die Bahn erreicht den Ganges bei (120 M)
_Damukdia Ghat_; hier umsteigen auf die Dampffähre, die in 25 Min. über
den sehr breiten Gangeshauptstrom setzt; währenddessen Abendessen an
Bord. Die Dampffähre landet bei (132 M) _Sara Ghat_ gegen 21 Uhr; man
beachte an den Wagentüren des Zugs die Zettel mit Namen, wenn man
telegraphisch Schlafplatz bestellt hat. Dann mit der »Northern Bengal
State Railway« in kleinen Wagen von 1 m Spurweite über (156 M) _Nattore_
(bei Rückfahrt wird hier stark geläutet zum Wecken der Fahrgäste, ehe
sie zur Fähre kommen) nach
(244 M) _Parbatipur_ (Bahnwirtschaft).
=Abstecher nach Assam=; _Zweigbahn_ von Parbatipur nach (90 M)
_Dhubri Ghat_, dann Dampferfahrt (wegen Anschluß vorher bei Cook
erkundigen!) auf dem =Brahmaputra=, dem »indischen Rhein«, in 4
Tagen nach =Dibrugarh= (123 m; _Dâk Bungalow_), das schon nicht
mehr allzu weit von der Austrittsstelle des Brahmaputra aus dem
Himalaja entfernt liegt. Der Brahmaputra, ein gewaltiger Strom,
fließt durch Assam in einem weiten bewaldeten Tale, meist in
zahlreiche Arme aufgelöst. Bei Gauhati (s. unten), wo er nicht
geteilt ist, ist er 1-1/2 km breit. Sein Hochwasser, gespeist aus
der Schneeschmelze im fernen Tibet und aus den gewaltigen
Regenmengen, die im Sommer über Assam niedergehen, reicht von Mitte
März bis in den September. Nahe seinem l. (südl.) Ufer beginnen die
Vorhügel der Khasiaberge, eines schönen, niederschlagsreichen u.
gut bewaldeten Gebirges mit reichen Teepflanzungen. An der
Südseite, südl. von Shillong, liegt Cherra Punji, der regenreichste
Ort der Erde (jährlicher Niederschlag 11600 mm).
Die Brahmaputrafahrt gibt Gelegenheit zu Ausflügen nach _Shillong_,
Hauptquartier der Regierung von Assam, 1200 m ü. M., und in die
prächtigen Waldberge des _Khasiagebirges_; sie sind aber
beschwerlich, langwierig und teuer; nähere Auskunft gibt _Cook's
Office_ in Calcutta.
Von Parbatipur weiter über (305 M) _Jalpaiguri_ nach (328 M) =Siliguri=
(_Bahnwirtsch._, gut; _Dâk Bungalow_). Hier beginnt die
_Darjeeling-Himalayan Railway_, eine kleine Gebirgsbahn von 60 cm
Spurweite, sehr schmale Wagen, I. und II. Klasse geschlossen oder offen.
Rauchbrille oder Schleier zum Schutz gegen den Rauch der Lokomotive
sowie warme Decken sind erforderlich. L. sitzen, ein Eckplatz im offenen
Wagen gewährt beste Aussicht, man schwebt aber zuweilen über Abgründen;
der Mittelplatz ist weniger zugig. Der Temperaturwechsel macht sich
stark fühlbar, je höher die Bahn steigt; die Fahrt (51 M) dauert 6 St.,
anfangs durch Flachland mit Feldern, bald aber Aufstieg in dichtem
Urwald (der sogen. »Tarai«) meist längs der alten Fahrstraße; in den
Dschungeln hausen Tiger, Elefanten, Rhinozerosse, Leoparden und andres
Wild. An Waldlichtungen sieht man auch zuweilen Holz schleppende
gezähmte Elefanten. Man übersieht Schluchten mit Himalajazedern (Cedrus
Deodara), Palmenwäldern, Feigen- und Mandelbäumen und riesigen
Rhododendronbüschen. Bei scharfen Kurven sind Schleifen (_loops_)
angelegt, an andern Stellen Kopfstationen (Spitzkehren), wo die
Lokomotive an das Ende des Zugs gesetzt wird. In größerer Höhe werden
die Zedern und Eichen seltener, häufiger die Baumfarne (_Ferntree_, bis
10 m hoch, wie Palmen aussehend).--In (360 M) =Kurseong=
(_Bahnwirtsch._, gut; _Clarendon Hotel_; _Dâk Bungalow_), einem
Hauptplatz der Teeplantagen, etwa 1500 m ü. M., ist 19 Min. Aufenthalt
zum Frühstück. Der Wald macht Teepflanzungen Platz. (Auf der Rückfahrt
kann man von Kurseong einen Teil des Abstieges auf einem Richtweg zu Fuß
machen, sehr lohnend; man erkundige sich beim Station Master in
Kurseong.)--Auf dem weitern Anstieg wird es kühl. Bald hinter Kurseong
erster Blick auf den Kanchanjanga (8582 m), dann noch einmal kurz vor
Ghoom.--In (376 M) _Ghoom_, 2600 m ü. M., erreicht die Bahn den höchsten
Punkt; gelegentlich Ausblicke auf die Himalaja-Bergkette, dann bergab
nach
(379 M) =Darjeeling= (2184 m), tibetan. _Dar-rgjas-glin_ (d. h. Land des
diamantenen Donnerkeils des Lamas), Stadt mit 13000 Einw., Endstation
der Bahn.
=Gasthöfe=: _Woodland's Hotel_, gut. --_Woodland's Annex Hotel_,
sehr gut, Pens. 8-15 Rup., 2 Pers. 14-18 Rup., Abfahrt 24 St.
vorher anmelden.-- _Boscolo's Hotel Oakfield_ (neu), am Chaurasta;
_Central Hotel_ (neu), Post Office Road, gut, Pens. von 5 Rup. an.
--_Drum Druid Hotel._--_Grand Hotel Rockville_, das ganze Jahr
geöffnet; 44 Z., Pens. von 8 Rup. an.--_Jones Hotel_ und
_Restaurant_.--_Boardinghouses Ada Villa_; _Bellevue_; _Himalaya
Cottage_.--=Droschken= nach Tarif.-- =Photographen=: _Baar_,
Deutsch-Österreicher; _Burlington Smith_.--=Bank.=--
=Apotheken.=--=Antiquitäten= bei verschiedenen Firmen.--=Skating
Rink=, bei der Kirche, gegen Abend Konzert.
_Darjeeling_, Hauptstadt des gleichnamigen britisch-indischen Distrikts,
an der Grenze von Sikhim, zwischen Nepal und Bhutan, liegt auf den
Vorbergen des Himalaja, ist Sommersitz des Lieutenant-Governors von
Bengalen, vielbesuchte Sommerfrische (für Reisende, die in Benares oder
Calcutta einen Malariaanfall erleiden, ist schleunigste Reise nach
Darjeeling die beste und schnellste Kur) mit dem vorzüglichen
_Eden-Sanatorium_, mehreren Schulen und einem Pensionat zur Ausbildung
von Forschungsreisenden und Dolmetschern. Mittlere Jahrestemperatur
11,5° C (Januar 4,5°, Juli 16,4°), größte Kälte-6,7°, größte Wärme etwa
27° C. Das Klima ist regenreich (3200 mm, etwa das Fünffache wie in
Deutschland); die Regenzeit beginnt Anfang Juni. Die Hauptstraße _The
Mall_ mit Musikhalle (April bis November spielt Mi. und Sa. Musik) führt
zum _Observatory Hill_; dort *Aussicht über die Bergketten von Sikhim
hinweg auf den _Kanchanjanga_ (8582 m) und andre Gipfel des Himalaja
(großartigste Hochgebirgslandschaft der Erde). In den Basaren und auf
dem Markt *Sonntag früh interessantes Volksleben (Mongolen, Tibetaner,
Bhutias, Leptschas, Lopos, Nepalesen neben Hindu, Parsen u. a.). Da die
Gebirge bei Tage häufig durch Nebel verdeckt sind, suche man die
Aussichtspunkte bei Sonnenauf- oder -Untergang auf.--Etwa 1,5 km östl. und
300 m steil bergab liegt das malerische Dorf _Bhutia Busti_ mit
tibetanischem Tempel, vor dem mannsgroße bunte Gebetsmühlen stehen (auf
den Papierstreifen der Mühlen steht das Gebet: »Om mani padme hum' = O,
du Kleinod im Lotos, Amen!«; jede Umdrehung rechnet als ein Gebet!). Auf
dem Rückwege sieht man eine Stûpa (oder Dagoba = Grabhügel), umgeben von
weißer Mauer.-- Der _Botanische Garten_ unterhalb des Eden-Sanatoriums
enthält eine Sammlung von Himalajapflanzen, auch schöne Sammlung von
Himalajaschmetterlingen, -vögeln und Eiern.
=Ausflüge=: 1) Nach *=Tiger Hill= (2600 m), 10 km vor Darjeeling,
500 m Steigung auf Reit- oder Fußwegen, mit Führer in 2 St.; am
besten zu Pferde (im Gasthof bestellen, hin und zurück etwa 5
Rup.), Damen im Tragstuhl. Äußerst lohnend! Um den Sonnenaufgang
zu beobachten, ist Aufbruch mit Laternen früh 4 Uhr nötig. Man
nehme Feldstecher mit! Bei günstigem Wetter (früh am wenigsten
Wolken oder Nebel) ist der Sonnenauf- oder -Untergang unvergleichlich
großartig; man übersieht die Hochgipfelkette des Himalaja vom
_Mount Everest_ (8750 m) im NW. in riesigem Bogen über den
_Kanchanjanga_ (8582 m) und _Donkia Ri_ (7051 m) bis im O. an die
Grenze von Bhutan und Tibet; überraschend ist die Schärfe der
Umrisse wie das wunderbare Farbenspiel auf den Schneeflächen. Die
Schneegrenze liegt bei 4500 m. Der *Blick auf den Himalaja ist das
wunderbarste Hochgebirgsbild der Erde.
2) Nach =Phalut= (3600 m), 82 km nördl. von Darjeeling, quer durch
Sikhim; beschwerlich, da der Weg quer zu den ostwestl. laufenden
Bergketten verläuft, aber sehr lohnend für Alpentouristen zu Fuß,
mit Führer, der, zugleich Koch und Dolmetscher, tägl. 2 Rup.
erhält, und mindestens 10 Kulis zum Proviant- und Gepäcktragen, für
Tag und Mann 12 annas; man kann auch Saumpfade benutzen, dazu ein
Pony (mit Wechsel) 4 Rup. tägl. oder für Damen eine Dandy,
Tragstuhl mit stellbarem Wachstuchdach nebst 8 Kulis zum Tragen; in
dieser Art kostet der Ausflug, in 6-7 Tagen mit dem
empfehlenswerten Führer _Nadar Sirdar_ und 27 Kulis gemacht, für
ein Ehepaar etwa 250 Rup. mit Trinkgeldern etc. Wenn man von Phalut
über Rinchinpong durch Sikhim zurückkehrt, dauert der Ausflug 10
Tage: Woodlands Hotel übernimmt die Ausrüstung, Stellung der Pferde
etc. für zwei Personen für 440 Rup.; mit Trinkgeldern und Getränken
kann man dann 500 Rup. rechnen. Proviant besorgt F. Schonert & Co.
in Calcutta, Anwerbung der Pferde und Kulis der zuvorkommende
Manager des Woodland-Hotels. Wer selbst die Ausrüstung übernehmen
will, nehme einen Führer an (zu empfehlen auch _Keschur Sing
Markar_), der auch Pferde etc. stellt. Ohne Führer kann man weder
mit den Pferden (die im Gebirge leicht erkranken) noch mit den
Kulis fertig werden, die Sprachkundige zur Beaufsichtigung
erfordern.