Wenn man von Kandy Wagen, Träger und Führer vorausbestellt, kann

man die Besteigung von Hatton in einem Tag ausführen; doch

übernachtet man gewöhnlich in einer Hütte auf dem Gipfel, um den

Sonnenaufgang und dabei den merkwürdigen Schatten des Piks zu

sehen. Proviant mitnehmen! Der Aufstieg wird jährlich von Tausenden

von Pilgern jedes Alters und Geschlechts ausgeführt, ist aber für

Personen, die an Schwindel leiden, nicht völlig sicher! Man fährt

mit Wagen von Hatton bis (22 km) _Laxapana_ (guter Gasthof); dann

ist noch Reitweg etwa 5 km (Pferde mitnehmen von Hatton).

Tragsessel sollen in Laxapana zu haben sein. Der steile Aufstieg

von etwa 460 m führt anfangs noch durch Teepflanzungen auf

ausgetretenen Wegen zum Tempelchen auf dem Gipfel.

Von Hatton führt die Bahn zunächst etwas bergab nach (41 M) _Talawakele_

und steigt von da gleichmäßig nach (54 M) _Nanuoya_ (1613 m), dann

umsteigen und auf Zweiglinie mit weiterer Steigung von 280 m in

zahlreichen Windungen bis zur Endstation

(61 M, 98 km) =Nuwara Eliya=, englisch abgekürzt _Nurelia_ (1893 m;

wegen Vorausbestellung der Unterkunft vgl. S. 110! _Grand Hôtel_

[deutscher Manager P. Werner], 122 Z. von 3-1/2 Rup. an, Lunch 2, Dinner

3, Supp. 1-1/2, Pens. [wenigstens 3 Tage] von 11 Rup. an, gut; _St.

Andrews Hotel_ [deutscher Besitzer Humbert], Pens 8-10 Rup., einfacher,

aber gut und in bester Lage; _New Keena House_, kleines Familienhaus,

zum Grand Hôtel gehörig, Pens. 12 Rup., 18 Z.; außerdem Pensionshäuser

und Klubhaus; _National Bank of India Ltd._, Korr. der Berliner

Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank), auf einer Hochebene

gelegen, besteht aus vielen, zum Teil im Wald oder Garten versteckten

Bungalows, darunter der Sommersitz des Gouverneurs. Von November bis

April ist es von den Europäern auf Ceylon sehr besucht; in dieser Zeit

heiße Tage, aber kalte Nächte. Von Mitte Mai bis Mitte September im

SW.-Monsun nasses und kaltes Wetter; Mitte Oktober bei Eintritt des

NO.-Monsuns Regen und Sturm. Das Klima ist sehr feucht, aber im

Gegensatz zum Tropenklima sehr gesund und erfrischend, die Gegend

fieberfrei; Luftwärme im Jahresmittel 14,1° C, im Januar 13,1°, im Mai

15,5°, im Juli 13,8°, im Oktober 14,4°; gelegentlich tritt Frost auf,

aber die Sonnenwirkung ist doch stets kräftig. 202 Regentage im

Jahre.--Nahe bei Nurelia eine Teefaktorei (_Naseby Estate_), wo man die

Bearbeitung des Tees beobachten kann (interessant).

Längerer Aufenthalt in Nuwara Eliya bietet Ausflüge zu Pferde oder

im Wagen auf der Hochebene nach dem _Rambodapaß_ (hin und zurück 10

km; jenseit des Passes Teefaktoreien, Betrieb gern gezeigt); um den

See (10 km); um die _Moon Plains_ (15 km); 2 Tage fordert ein

Ausflug zu Pferd nach den _Horton Plains_ (großes Rasthaus, sehr

gut, Platz vorausbestellen), 45 km von Nuwara Eliya, in wilder

Gebirgsgegend an schroffen Abhängen. Herrlicher *Blick in der

SW.-Ecke (2100 m) von Horton Plains, bei »_World's End_«, senkrecht

1500 m hinab ins Tiefland. Man hüte sich vor dem weichen Moorgrund,

der bei Nuwara Eliya häufig vorkommt. (Horton Plains und Elk Plains

sind Eldorados für Jäger: Hirsche, Rehe, Wildschweine, Hasen,

Fasanen, sogar Leoparden.)--Vom Grand Hôtel 3/4 St. bequemer Weg

auf den _Single Tree Hill_, herrliche Rundschau (man nehme einen

Jungen zur Führung mit, um sich nicht zu verlaufen).--Von Nuwara

Eliya mit der Bahn 3/4 St. (zu Wagen 1 St.) nach =Randapola= (2070

m), herrlicher Blick ins Tiefland.

=Ausflug= nach =Hakgala=, 10 km sö., mit Wagen (Zweisp. 6 Rup. hin

und zurück; Rikscha 3,30 Rup.) am malerischen See entlang nach dem

kleinen Botanischen Garten von =Hakgala=, der sehr malerische

Ausblicke auf die Hakgala-Berge bietet. Von den Terrassen sieht man

hinter einem tiefen Tale den _Mamuna-Pik_.--Von Hakgala östl. guter

Fahrweg über (21 km) _Wilson's Bungalow_ (gutes Rasthaus) durch

tiefe Täler über (42 km) _Etampitiya_ (gutes Rasthaus) nach (60 km)

=Badulla= (gutes _Rasthaus_), der Hauptstadt der Provinz Uva, einer

der ältesten und malerischsten Städte Ceylons, mitten zwischen

Teepflanzungen.

=Besteigung= des *=Pedrotallagalla= (engl. _Pidauru Talagala_; 2538

m), des höchsten Berges auf Ceylon, nicht zu versäumen; von Nuwara

Eliya aus sehr bequem zu Fuß (auch für Damen) in 2 St. auszuführen.

Der sehr gute Promenadenweg führt am Keena House vorüber durch

hochstämmigen Rhododendronwald mit Keenabäumen zwischen dichtem

Gestrüpp von wilden Rosen und Farnen über verschiedene Bäche durch

Dschungeln. Oft trifft man Scharen schwarzer Affen.

»Die Spitze trägt eine kreisrunde Steinmauer mit einem

trigonometrischen Signalkreuz. Die *Aussicht trifft ringsum auf

Bergland; von unten blinkt der See von Nuwara Eliya herauf, um den

sich die Häuschen als dunkle Punkte gruppieren; die Straßen winden

sich wie Schlangen in die Berge« (_Hans Meyer_). Auch der Adam's

Peak und das Meer sind bei klarem Wetter zu sehen. Da der Berg

Wetterscheide ist, trifft man oben meist sehr kalten Wind (also

zuletzt langsam steigen und oben Decke oder Mantel benutzen!).

Achtung beim Abstieg, der lehmige, feuchte Boden ist oft sehr

schlüpfrig.

=Ausflug= nach =Bandarawela=: Mit der Bahn von Nuwara Eliya über

(16 km) _Nanuoya_ (S. 122) und weiter über (49 km) _Haputale_

(Rasthaus) und den höchsten Punkt der Bahn (1896 m) nach (71 km)

=Bandarawela= (guter _Gasthof_), einer aufblühenden Sommerfrische,

einfacher als Nuwara Eliya, aber mit dem angenehmsten Klima; von

hier mit Postwagen über (23 km) _Dikwella_ nach (etwa 30 km)

_Badulla_ (s. vorher).

Von Bandarawela sehr schöne =Autofahrt= (s. S. 110) über _Haputale_

(s. oben) nach (24 km) _Haldamulla_ (Rasthaus)--von hier Seitenweg

nach _Koslande_ (Rasthaus), am sehr schönen _Naulawasserfall_

vorbei in das Jagdgebiet von _Wellawaya_ (Rasthaus), dann zurück

nach Haldamulla und auf der Hauptchaussee weiter über (37 km)

_Beliholoya_ (Rasthaus) in romantischer Landschaft nach (56 km)

_Balangoda_ (Rasthaus); von da durch prächtige, abwechselungsreiche

Tropenflora nach (102 km) *=Ratnapura= (gutes Rasthaus),

Provinzhauptstadt mit berühmter Edelsteingewinnung (Katzenaugen,

Rubine, Türkisen, Opale, Saphire, Topase) durch Auswaschung des

Lehmbodens; schönste Landschaftsbilder bieten Blicke vom Gipfel des

Forts, von der Hängebrücke und der Circular Road; nahebei auf dem

Saumpfad, der von der Brücke nach Gilimale führt, prächtiger

*Ausblick auf den Adam's Peak (S. 121), der auch von Ratnapura aus

bestiegen werden kann: Man reitet bis (11 km) _Gilimale_, einem

großen Dorf, wandert von da zu Fuß über (8 km) _Palabaddala_,

Pilgerhaltestelle, steigt dann steil nach (21 km von Gilimale)

_Heramitipana_ (großer Pilgerbungalow) am Fuß des Peaks und hat

dann noch 5 km steilen Aufstieg zum Gipfel (S. 121).

Von Ratnapura Rückfahrt über _Pussella_, _Avisawella_, _Hanwella_

und _Kaduwella_ (Orte mit Rasthäusern) nach Colombo.

Die =Rückfahrt= von _Nuwara Eliya_ nach _Kandy_ über (64 km)

_Gampola_ (Rasthaus), Wagenfahrt auf guter Straße meist bergab,

bietet bessere Gelegenheit als die Bahnfahrt, die Veränderungen des

Pflanzenwuchses nach der Höhenlage zu beobachten. Etwa halbwegs in

_Ramboda_ (gutes Rasthaus mit Verpflegung) liegt etwa ein Dutzend

schöner Wasserfälle nahe beieinander. Von _Gampola_ mit der

_=Bahn=_ zurück nach _Kandy_.

Nach _Lanka Telika_ s. S. 118.

Küstenfahrt rund um Ceylon.

=Dampfer= der _Ceylon Steamship Co._ (Agent _Walker, Sons & Co._,

Colombo) von _Colombo_ jeden zweiten Mi. u. Fr. Nm. abwechselnd

nach Norden oder nach Süden; Fahrzeit etwa 8 Tage; Fahrpreis 125

Rup.

Die Nordrundfahrt führt zunächst nach =Pambam= auf dem Westende der

Insel Rameswaram, am Westende der _Adamsbrücke_, einer 23 km langen

Kette kleiner Inseln und großer Riffe zwischen der Westspitze der

Insel _Manár_ und der Ostspitze der flachen, sandigen Insel

_Rameswaram_ (Eisenbahnüberbrückung nach Indien im Bau). Nach

mohammedanischem Glauben soll Adam über die Adamsbrücke aus dem

Paradiese (Ceylon) vertrieben sein. Pambam liegt an der einzigen

Durchfahrt (_Pambam Passage_) zwischen dem Golf von Manár und der

Palkstraße.

*=Rameswaram= (_Ramisseram_), Überfahrt von _Mandapam_ (Endpunkt

der Zweigbahn von Madura, S. 126) mit Dampfboot, hat den schönsten

drawidischen *Tempel Indiens mit berühmten Heiligtümern, die von

großen Pilgerscharen besucht werden. Der große Tempel steht im

nördl. Teil der Insel, südl. von ihm liegt ein Frischwassersee;

besonders schön sind die fast 120 m langen Tempelhallen.

Von Pambam nordwärts dampfend, erreicht man am nächsten Morgen

_Kankesanturai_, den Hafen von =Jaffna= (_Rasthaus_), einer

blühenden Stadt mit alten holländischen Forts und Kirchen, Sitz

amerikanischer Missionsgesellschaften. Jaffna hat sehenswerte

Hindutempel sowie schöne Umgebung. _=Eisenbahn=_ von Jaffna über

_Pallai_ nach _Anuradhapura_ (S. 119).--_Point Pedro_, der nächste

Anlegeplatz des Dampfers, bietet nichts.--Dann steuert der Dampfer

sö.

=Trincomali= (_Rasthaus_); Postautomobile nach Anuradhapura (S.

119) und Dambulla (S. 119), wichtiger Kriegshafen in der Geschichte

der Seekriege des 17. und 18. Jahrhunderts, wurde 1622 den

Malabaren von den Portugiesen entrissen, 1639 von den Holländern

erobert, 1673 den Franzosen, 1674 den Holländern, 1782 den

Franzosen, 1783 den Holländern und schließlich von den Engländern

seit 1795 behauptet. Im innern Hafen eine Marinewerft; der Ort ist

stark befestigt und hat etwa 10000 Einw. Guter Fahrweg nach (92 km)

Anuradhapura (S. 119).--In der nächsten Nacht läuft der Dampfer

nach

=Batticaloa= oder _Baticalia_ (_Rasthaus_), Hauptstadt der

Ostprovinz Ceylons, mit berühmten Webereien, auf einer Insel in

einem tief einschneidenden Meeresarm; im Gewässer nahe der Stadt

leben die berühmten _=singenden Fische=_ (Cerithium palustre), eine

Art Muschelfisch, deren volle, sonore Töne man in den Nächten vor

und nach Vollmond im Boot belauschen kann (sehr wirkungsvoll, wenn

man das Ohr durch einen Stock oder Zweig mit dem Wasser

verbindet).-- Der Dampfer fährt weiter nach =Hambantota=

(_Rasthaus_), einem kleinen, schlechten Hafen; in dessen Nähe an

der Küste nö. liegt (34 km) =Kirinde= (_Rasthaus_), von wo ein Weg

nach (13 km) _Tissamaharama_, einer der ältesten verlassenen

Königsstädte von Ceylon mit sehr alten, sehenswerten Ruinen, führt.

13 km nö. von Kirinde liegt =Palutupane= (_Rasthaus_), ein

vorzüglicher Platz zur Jagd auf Elefanten, Büffel, Bären,

Leoparden, Rehwild und Fasanen; in den Dschungeln trifft man viele

sehr alte Ruinen. Von Palutupane guter Reitweg nach (209 km)

_Batticaloa_ (s. oben). Das Waldgebiet des Flusses _Yala_ ist

besonders schön.--Von Hambantota läuft der Dampfer nach =Matara=

(_Gasthof_ und bequemes _Rasthaus_), einer großen blühenden Stadt,

Endpunkt der Küstenbahn nach Colombo.--Nach kurzer Dampferfahrt

erreicht man =Point de Galle= (_Oriental Hotel_), meist nur _Galle_

genannt, sehr alte Seefestung mit 30000 Einw., aber schlechter

Reede, daher seit dem Hafenbau von Colombo nicht mehr

Dampferknotenpunkt. Die Umgebung ist sehr schön, der Palmenbestand

wird als schönster auf Ceylon gerühmt. Landungsplatz an der

Nordseite des Hafens. Mehrere Buddhistenklöster sind sehenswert.--

Rückfahrt von Galle nach _Colombo_ mit Dampfer oder mit Bahn (119

km) über _Bentota_, _Kalutara_ und _Mount Lavinia_.

6. Von Colombo über Madras(-Ootacamund) nach Calcutta. Darjeeling.

Vgl. die Karten bei S. 96 und 64.

=Dampfer= der _British India Steam Nav. Co._ meist mangelhaft,

Verpflegung etc. mäßig. Von =Colombo= nach (180 Seem.) =Tuticorin=

in 13 St., dann =South Indian Railway= nach (443 M, 713 km)

=Madras= in 22 St. Abfahrt von Colombo gegen Abend, Ankunft in

Tuticorin etwa 7 Uhr Vm.; Ankunft in Madras (Egmore) am nächsten

Morgen; Fahrpreis Tuticorin-Madras I. Kl. etwa 28, II. 14 Rup.

Zusammengestellte Fahrscheine, 2 Monate gültig, sind nur in Cook's

Office zu haben, desgleichen solche für 2 Monate, mit Erlaubnis,

überall die Reise zu unterbrechen, für die Fahrt von Colombo über

Madras nach Calcutta. Fahrzeit Madras-Calcutta 43 St. auf der neuen

Ostküstenroute (_New East Coast Route_). Eisenbahnzeit (_Standard

Time_) ist 9 Min. früher als Madras-Ortszeit. (Über indische

Bahnverhältnisse s. S. 49.) In allen Schnellzügen ist bei Tage Eis

und Selterwasser zu bekommen. Die Bahnwirtschaften der South Indian

Railway sind meist gut.

[_Eisenbahn nach Indien über die Adamsbrücke_ ist im Bau (vgl. S.

124); die neue Linie wird über Anuradhapura (S. 119) führen und bei

Medawachehiya nach Manár abzweigen, dann über Rameswaram nach

Mandapam und Madura; dort Anschluß an die South Indian Railway, die

über Döndigul und Trichinopoly nach Madras führt. Die Linie soll in

einigen Jahren in Betrieb kommen.]

=Dampfer Colombo-Madras=: _British India Steam Nav. Co._

wöchentlich, wobei sie Küstenhäfen anlaufen.

=Österreichischer Lloyd= monatl. von _Colombo_ über _Madras_ (3

Tage) und _Rangoon_ (8 Tage, 2 Tage Aufenthalt) nach _Calcutta_ in

14 Tagen.

=Dampfer Colombo-Calcutta=: wie nach Madras; außerdem: _Messageries

Maritimes_, monatliche Zwischendampfer laufen Pondichéry

an;--_Peninsular & Oriental Co._ Zwischendampfer alle 14 Tage.

=Geographisches.= Die Ostküste der vorderindischen Halbinsel, die

_Koromandelküste_, ist ganz flach, sandig, teilweise mit Dünenzügen

besetzt, von Nehrungen begleitet und ohne alle natürlichen Häfen.

Die Flüsse des Dekhans schütten vor ihr meist Deltas auf, ein

Zeichen dafür, daß die Küste in langsamer Hebung begriffen ist.

Hinter ihr breitet sich bis zum Abfalle der Ostghats eine

durchschnittlich 100 km breite, sandige Küstenebene aus, die

außerhalb der Regenzeit meist dürr und gelb aussieht und zum Teil

nur mit Hilfe künstlicher Bewässerung bebaut werden kann. Sie ist

reizlos und ungesund. Landschaftliche Schönheiten bieten sich dem

Reisenden erst wieder dar, wenn er die Nilgiriberge (S. 128)

aufsucht.

Auf der Überfahrt von _Colombo_ in NW.-Richtung über den _Golf von

Manár_ hat man meist bewegte See; man sieht christliche Fischerboote

mit rotem Kreuz im Segel und mit Ausliegern. Die Dampfer ankern in

_Tuticorin_ 8 km außerhalb vom Lande, die Landung geschieht auf kleiner

Dampfbarkasse, die bei bewegter See 3/4 St. bis zum Landungsplatze

fährt. In Tuticorin _=Zolluntersuchung=_ (S. 49); für Waffen jeder Art,

auch Jagdgewehre, ist Zoll zahlbar und Passierschein erforderlich.

[Illustration: Grosser Tempel in Madura.]

=Tuticorin= (_Robert's Hotel_, gut; _Royal Hôtel_; _Dâk Bungalow_;

_Bahnwirtschaft_; wenn der Dampfer verspätet eintrifft, wird Frühstück

im Zuge angerichtet), Stadt mit 28000 Einw., Baumwollpressen und

Spinnerei; _National Bank of India Ltd._, Korr. der Berliner

Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank. Die frühere Perlfischerei

ist jetzt nur noch unbedeutend (die Perlen haben keine gute Farbe).

In der Nähe der Stadt große Salzfaktorei.--Hier beginnt die _South

Indian Railway_ (die Wagen stehen auf der Landungsbrücke); sie fährt

über (19 M) _Maniyachi_ in 5 St. durch die sandige Küstenebene nach

(99 M) *=Madura= (148 m; _Bahnwirtschaft_ mit 9 Betten, gut; guter

_Dâk Bungalow_, am Bahnhof; _Bank of Madras_. Fahrgelegenheiten knapp,

zeitig bestellen; _Einkäufe_: Messingsachen und Gewebe in Seide und

Wollmusseline, tüchtig handeln), Distriktshauptstadt mit 105984 Einw.,

einst Hauptstadt des Königreichs _Karnatak_. Madura, das »Athen«

Südindiens, mit großartigen Trümmern und gut erhaltenen Tempeln, gilt

als sehenswerteste Stadt Indiens nächst Benares (S. 90). Der *=große

Tempel Meenachi= (1,5 km westl. vom Bahnhof) ist das größte religiöse

Bauwerk der Erde und bildet eine kleine Stadt für sich; er ist von neun

»Gopuras« (reich mit Bildsäulen geschmückte pyramidale Turmbauten,

Eingangstore für die Gottheiten) umgeben, deren höchste 46 m hoch ist.

Am Nordende liegt die berühmte _Halle der 1000 Säulen_ (_Sahasrastambha

Mandapam_), von denen nur drei fehlen. Hunderte von Priestern halten

sich in den vielen großen Räumen ständig auf. Die westl. Anlage

ist Schiwa geweiht, hier _Sundareshwar_ genannt; die östl. der

_Minakshi_, der fischäugigen Gattin Schiwas. Innerhalb des letztern

Tempeltores liegt der gemalte Säulengang der _Ashta Lakshmi_, nach

acht Statuen dieser Göttin benannt, die das Dach stützen. In der Nähe

der Wasserbehälter (_Teppa Kulam_) »Tank der goldenen Lilien« (_Swarna

pushpakarini_), umgeben von einem Säulengang. Es ist schwierig, sich im

Tempel zurechtzufinden, man nehme einen Führer und besuche die Anlage

zweimal, wenn Zeit vorhanden, womöglich einmal abends, bei wunderbarer

Beleuchtung durch Tausende von Öllämpchen, besonders bei hohen

Festtagen (z. B. Anfang Dezember); auch kann man sich den Juwelenschatz

zeigen lassen (Auslegung kostet bei Vorausbestellung 15 Rup.), ziemlich

sehenswert. Prächtig ist die neue Halle _Tirumala's Choultry_ östl.

vom Tempel.--Der stilvolle _königliche Palast von Tirumala Nayak_ (2

km westl. vom Bahnhof) dient als englisches Regierungsgebäude.--Nördl.

von der Stadt liegt jenseit des _Vaigai-Flusses_ das _Tamkam_, eine

Arena für Kämpfe mit wilden Tieren, auch vom König Tirumala erbaut,

jetzt Steueramt.-- 5 km östl. vom Bahnhof und nördl. vom Fluß ist ein

Teppa Kulam (heiliger Wasserbehälter), in dessen Mitte eine Insel mit

Tempelanlage; schöne Fahrstraße führt durch prächtige Banyanallee

dahin. Der größte dieser Banyanbäume (_Ficus indica_) beschattet eine

Fläche von 55 m Durchmesser.

Die Bahn führt von Madura über (138 M) _Dindigul_ (Bahnwirtschaft),

Stadt mit Tabakmanufaktur und alter Felsenfestung, nach (184 M)

_Trichinopoly Junction Station_ (Bahnwirtschaft).

=Zweigbahn= (nach Erode) nach (3 M) =Trichinopoly=,

_Tritschinapalli_ (66 m; _Bahnwirtschaft_; _Dâk Bungalow_, 1,5 km

vom Bahnhof; _Robert's Hotel_ in Cantonment; Spencer & Co.'s

Erfrischungsräume, gut; Schlafgelegenheit im Bahnh.), Stadt von

104721 Einw., aus 17 Dörfern bestehend; Gold- u. Silberarbeiten,

Webereien, Tabakmanufaktur. Nahe dem Bahnhof, im Fort am Nordende

der Stadt, erhebt sich ein schroffer, 83 m hoher Felsen, Zugang zur

Treppe von der Südseite, am Eingange steinerne Elefanten und

Säulen; 290 weiße, steile Stufen führen hinauf; oben ein kleiner

Tempel mit prächtiger *Aussicht auf Stadt, Tempel, Palmenhaine, im

Hintergrund Gebirge. Adler und Geier umstreichen den

Felsen.--_=Ausflug=_ mit Wagen nach (3 km) _Sri Rangam_ über die

Brücke des Coleroon (_Cauvery_); etwa 1,5 km nw. von der Brücke

liegt der große _Tempel von Sri Rangam_ mit schöner Umgebung,

ähnlich der Tempelanlage in Madura. Eine der Hallen ist mit

Edelsteinen geschmückt. Ein schöner, kleinerer _Tempel des

Jambukeshwar_ liegt noch 1,5 km weiter. --Sehenswert sind auch die

_Anikuts_, Dämme im Coleroon zur Bewässerung, etwa 15 km westl. und

östl. von Trichinopoly. --Seitentour von Trichinopoly nach

_Ootacamund_ s. S. 128.

Von Trichinopoly Junction fährt der Schnellzug in 1-1/4 St. nach

(226 M) *=Tanjore=, _Tandschur_ (111 m; _Bahnwirtschaft_ mit

Schlafgelegenheit für 10-12 Pers.; unbequemer _Dâk Bungalow_ am

Bahnhof, östl. vom Kleinen Fort, wo Ponys und Bullockwagen zu haben),

Stadt mit 58000 Einw., Kunstgewerbe in Gold und Silber, Kupfer,

Teppichen, Seide, an der Wurzel des Cauvery-(Coleroon-)Deltas gelegen.

Der _Palast der Prinzessin von Tanjore_ im Großen Fort ist etwa 1550

erbaut; im dritten Hof ein achtstöckiger Bau, früher Waffenkammer; im

Versammlungsraum (Teluga Durbar) ein Standbild des letzten Radschah und

eine Sanskritbibliothek von 18000 Handschriften, davon 8000 auf

Palmblättern.--Der _Große Tempel von Tanjore_ im Kleinen Fort ist der

älteste und schönste Bau dieser Art, er stammt zum Teil aus dem 11.

Jahrh., ist später erneuert und aus einem Wischnuheiligtum in einen

Schiwatempel verwandelt worden; in der NW.-Ecke der äußern

Umfassungsmauer ist der prächtige Schrein (_Subrahmanya Kovil_) des

_Karttikeya_, des Kriegsgottes und Sohnes von Schiwa, des Schutzheiligen

der Brahmanen; Pilger trinken das über die Statue des Gottes gegossene

Wasser. Im Tempel zahllose Lingam, auf dem Vorhof ein *Riesenbulle.--Die

_Schwartz's Church_ ist zum Andenken an einen alten dänischen Missionar

erbaut; daneben der _Shivaganga Tank_ mit kleinem Park.

Von Tanjore über (250 M) =Kumbakonam= (_Bahnwirtschaft_; _Dâk

Bungalow_); Stadt mit 60000 Einw. und großer elfstöckiger Pagode, in

deren Nähe der _Mahamokam Tank_, umgeben von 16 kleinen malerischen

Pagoden, liegt, der nach dem Volksglauben alle 12 Jahre vom Ganges

Wasser bekommt.--Dann über (290 M) _Chidambaram_ (Dâk Bungalow, 2,5 km

vom Bahnhof), Stadt mit den ältesten südindischen Tempeln und Pagoden,

nach (299 M) _Porto Novo_, der ersten portugiesischen Niederlassung an

der Koromandelküste; die Bahn läuft längs des Strandes bis (316 M)

=Cuddalore=, Stadt mit 52000 Einw., Indigo- und Zuckerfabrikation, Handel

mit Reis und Zucker; der südliche Bahnhof, _Old Town Station_, hat

Bahnwirtschaft, die 3 km nördlichere _New Town Station_ ist näher dem

Dâk Bungalow und den Behörden. Dampferstation der British India Steam

Nav. Co. Für Weltreisende ist der Ort ohne Belang.--Bei (345 M)

_Villupuram_ (Dâk Bungalow; Bahnwirtschaft) Zweigbahn westl. (24 M) nach

der französischen Stadt _Pondichéry_, deren Besuch nicht lohnt; dann

über (409 M) _Chingleput_ (Zweigbahn nach Conjeeveram, S. 104) nach (443

M) =Madras= (_Egmore Station_), S. 100. _=Fortsetzung der Bahn=_ vgl. S.

132.

Seitentour nach Ootacamund.

Vgl. die Karte bei S. 96.

A. =Eisenbahn= von =Madras= mit der _South Indian Railway_ über

(302 M) _Podanur_, dann mit Zweigbahn nach _Mettupalaium_ und mit

Gebirgsbahn (_Nilgiri Mountain Railway_) über _Coonoor_ nach

_Ootacamund_ (29 M von Mettupalaium) in 18-1/2 St. (336 M),

ungefährer Fahrpreis I. Kl. 31, II. 16 Rup. --B. =Eisenbahn= von

=Trichinopoly= über _Erode Junction_ (umsteigen!) und _Podanur_

über Coonoor nach (198 M) Ootacamund, in etwa 17 St. für etwa I.

Kl. 22, II. 11 Rup.--Zusammenstellbare Fahrscheine besorgt Th.

Cook's Office.

Die _Nilgiriberge_, durch eine breite Senke von dem südlichern

Kardamumgebirge getrennt, aber nordwärts mit dem Dekhan (Staat

Mysore) unmittelbar zusammenhängend, sind der südl. Eckpfeiler des

gebirgigen Westrandes (Westghats) des Dekhans. Sie bilden

einen Gebirgshorst, dessen allseitig steil abfallende bewaldete

Flanken von schluchtartigen Erosionstälern zerfurcht sind, während

sich oben ein verhältnismäßig wenig zerschnittenes Hochplateau

ausdehnt, mit breiten, flachen Tälern und parkartiger Vegetation.

Von _Trichinopoly_ (S. 127) schmalspurige Eisenbahn bis (88 M; 243 M von

Madras) _Erode Junction_ (165 m; Bahnwirtschaft; gute Schlafgelegenheit

im Bahnhof); umsteigen auf die Hauptlinie der _South Indian Railway_

(Madras-Calicut-Mangalore); die folgenden Entfernungen sind von Madras

gerechnet. In (302 M) _Podanur_ zweigt unsre Linie nach den

Nilgiribergen r. ab (man frage, ob Umsteigen nötig!) und erreicht,

allmählich durch prächtige Gegend ansteigend, über (305 M) _Coimbatore_

(436 m), Stadt mit 40000 Einw., in der Nähe die schöne Pagode von

_Perur_, den Endpunkt der Hauptbahn (327 M) _Mettupalaium_

(_Matipolliam_; Bahnwirtschaft), 451 m ü. M. Von hier führt eine

schmalspurige Zahnradbahn (Nilgiri Mountain Railway), l. sitzen!, durch

herrliche Gebirgslandschaft mit wilden Bächen und Wasserfällen, Ausblick

auf blaue Berge und dichtbewaldete Hügel, nach (344 M) =Coonoor= (1860

m; _Bahnwirtschaft_; _Glenview Hotel_ [deutscher Besitzer Wutzler],

Pens. von 6 Rup. an; _Gray's Hotel_; _Hill Grove Hotel_; sämtlich gut;

Pasteursches Institut für Südindien), eine besuchte, windgeschützte

Sommerfrische mit etwa 18° C mittlerer Jahreswärme und 1400 mm

Regenmenge im Jahr; _Sim's Park_ und Umgegend sehr schön, besonders der

etwa 11 km entfernte, 90 m hohe _Kartairi-Wasserfall_.--Von Coonoor

fährt die Zahnradbahn über _Wellington_ (Militärlager 5 km von Coonoor)

und mehrere kleine Haltestellen durch prächtige Berglandschaft aufwärts

in 1-1/2 St. nach

Weltreise. Erster Teil: Indien, China und Japan · 第 18 / 63 段