unter der Tropenhitze gelitten haben; wer von Kandy weiter ins Gebirge
hinauf will, nehme warme Kleidung und wollene Decken mit! Wer Zeit hat,
widme mindestens eine Woche dem tropischen Berglande. Die genußreiche
Fahrt führt zunächst über den Kelanifluß und weiter durch herrliche
Tropenlandschaften mit vielen Palmenarten und Riesenblumen (Talipot),
Brotfruchtbäumen, Jak, Frangipani etc. über (9 M) _Ragama_ (von hier
Zweigbahn nach Negombo, s. S. 114) und _Mahara_ (mit Steinbrüchen
für den Hafenbau) nach (16 M) _Henaratgoda_; 1,5 km vom Bahnhof
sind die _Government Tropical Gardens_ (für Botaniker wichtig!) für
tropische Pflanzen. Dann fährt die Bahn etwa 26 km durch dichten
Kokospalmenbestand nach (34 M) _Ambepussa_, schon im Hügelland in
ungesunder Sumpfgegend gelegen, wo dichte Dschungeln die Bahn umgeben.
Dann folgen angebaute Flächen, Kokospalmen und Teepflanzungen. --(45 M)
_Polgahawela_ (Bahnwirtschaft und gutes Rasthaus; 74 m); hier zweigt l.
die Northern Railway nach Anuradhapura (S. 119) ab. Unsre Bahn führt
weiter nach (52 M) _Rambukkana_, wo der Aufstieg ins Gebirge beginnt.
Die Bahn steigt nun 22 km lang mit 1:45 Steigung bis zu 517 m Höhe.
Prächtiger Pflanzenwuchs und überraschende Ausblicke (_Sensation Rock_)
an jeder Biegung der Bahn; viele Tunnels und senkrechte Felswände,
an denen die Bahn entlang führt. Zuweilen Blick auf das Tiefland von
Colombo, dann über zerklüftete Täler. Bei (65 M) _Kadugannawa_ ist
die Höhe des Ghats erreicht, die Luft wird schon kühler. Jenseit
des Bahnhofs sieht man den Belungalahügel (775 m), der früher als
Wachtposten diente. Nun senkt sich die Bahn wieder 40 m bis nach (71
M) _Peradeniya_, mit den berühmten *_Royal Botanic Gardens_ (S. 117);
hier teilt sich die Bahn, die Hauptlinie läuft südl. ins Gebirge,
eine Zweiglinie nördl. über Kandy nach Matale.--Die Bahn fährt am
Botanischen Garten vorbei nach
(75 M) =Kandy= (512 m; _Queen's Hotel_, gut, 112 Z. von 3 Rup. an, Lunch
2-1/2, Dinn. 4, Pens. 8-25 Rup.; _The Firs Hotel_, am See reizend
gelegen, Pens. 7-15 Rup.; _Florence Villas Hotel_, klein, aber bequem,
Pens. 5 Rup.; _Wagen_ in den Hotels, eine Fahrt Vm. oder Nm. 4-1/2-6
Rup.; Klub, am See; _=Banken=_: _Mercantile Bank of India Ltd._ und
_National Bank of India Ltd._ [beide Korr. der Berliner
Disconto-Gesellschaft, letztere auch der Deutschen Bank]; Reisebedarf
bei _Miller & Co._; _Cargills_; photographische Artikel bei
_Apothecaries & Co._ und _Skeen & Co._; Ärzte: Dr. _Hay_, Dr. _Anderson
Smith_), die alte singhalesische Hauptstadt von Ceylon, mit 26519 Einw.,
darunter viele Europäer, malerisch an einem kleinen, vom Gebirge
halbumschlossenen See gelegen; hat einen 1600 erbauten, jetzt
halbverfallenen großen Königspalast, 4 Hindutempel, 12 Buddhatempel,
darunter den sehr heiligen mit dem Zahn Buddhas (Dalaba). Abgesehen vom
Eingebornenviertel ist Kandy modern angelegt; während die
Eingebornenhäuser dicht beieinander auf der Talsohle stehen, sind die
Bungalows der Europäer rings an den Berghängen im Grünen versteckt. Vor
Queen's Hotel breitet sich der malerische See von Kandy aus. Das Klima
von Kandy ist erfrischend, obgleich bei Tage die Hitze noch empfindlich
wird; Abende und Nächte sind kühl; Zimmertemperatur im Dezember 20-25°
C.--Der Zahntempel zu Kandy, *=Dalaba Maligawa=, ist eins der großen
buddhistischen Heiligtümer; durch eine zinnengekrönte Umfassungsmauer
mit Graben gelangt man in eine große Vorhalle und von da in den innern
Hof, wo auf niedrigem Unterbau der eigentliche Tempel, die _Vihara_,
steht (zudringliche Priester und Bettler, man gebe einmal eine
Kleinigkeit; vgl. Tempelgelder S. 112).
Man steigt auf enger Treppe ins Allerheiligste, wo die Reliquie auf
silbernem Tischchen unter glockenförmigem, goldenem Behälter, der
mit Diamanten und Perlen besetzt ist und auf goldener Lotosblume
ruht. (Der »Zahn Buddhas« soll so groß wie ein Krokodils-,
Ochsen- oder gar Elefantenzahn sein; über seine Echtheit bestehen um
so mehr Zweifel, als die Reliquie 1560 in portugiesische Gewalt
fiel und vom Erzbischof von Goa feierlich verbrannt wurde, trotzdem
der König von Pegu 20 Mill. Francs Lösegeld geboten haben soll;
König Wikrama Bahu von Ceylon ließ aber bald darauf durch Priester
verkünden, der echte Zahn sei gerettet, die Portugiesen hätten
einen falschen verbrannt.) Die Reliquie wird selten gezeigt.--Die
bunten Fresken im Tempel stellen die Höllenstrafen, besonders für
die Untugenden des weiblichen Geschlechts, dar.-- Sehenswert sind
die kostbar gebundenen heiligen Schriften auf präparierten
Talipotpalmblättern in einem achteckigen Pavillon des Tempels (man
gebe dem Priester 1 Rup. für die von ihm überreichten Buddhasprüche
auf solchem Palmenblatt).--In der Nähe ist in kleiner Kapelle ein
großer Buddha zu sehen. Neben dem Tempel steht der renovierte
Königspalast (jetzt Besitz des Gouvernements, von dem
Gouvernementagenten bewohnt; sehenswert ist die alte Audienzhalle
mit herrlich geschnitzten Säulen, jetzt Gerichtssaal, ferner ein
_Museum_ mit altsinghalesischer Kunst (dort wird vor den Besuchern
gewebt, geschnitzt etc.).
Spazierfahrt über _Lady Horton's Walk_ und _Lady Gordon's Walk_ ist
gegen Abend sehr lohnend; der Weg führt rings um den See und den
Talkessel an den Höhen hinauf mit vielen prächtigen Ausblicken auf Kandy
und das Tal des Mahawelli Ganga. _Gregory Road_ führt durch herrlichen
Wald mit Ausblicken auf den See. _Lady Black's Walk_ führt nach
Peradeniya.--Eine Rikschafahrt gegen Abend bis zum Flusse nach dem
Elefantenkral bietet Gelegenheit, (zahme) Elefanten baden zu sehen; dann
fahre man über die Mahawelli Ganga-Brücke bis zu dem interessanten Dorfe
_Katugastota_. In einem Park in Kandy liegt der schöne Wohnsitz (_King's
Pavillon_) des Gouverneurs von Ceylon. [Hand] _Schlangen kommen in der
Umgegend von Kandy vor, besonders Cobra und Carawilla, auch_ _Blutegel
und Skorpione_, die sich im Unterzeug festsetzen, weshalb man nach
Spaziergang auf Rasen oder in weglosem Wald und Garten nachsehen sollte.
Solange man auf Kieswegen und Straßen bleibt, besteht keine Gefahr!
=Ausflug= nach (5 km) *=Peradeniya= (gutes _Rasthaus_ mit
Betten), mit Bahn in 10 Min. zu erreichen, am besten mit Wagen
(1/2 St.) durch eine hübsche Vorstadt von Kandy, wo jedes Haus
von Palmen, Brotfruchtbäumen und Kaffeebüschen umgeben ist und
auf den Dächern Ananas wachsen. Am Bahnhofswege liegen die
Bungalows der am Botanischen Garten angestellten Naturforscher.
Die *=Royal Botanic Gardens in Peradeniya=, gegründet 1819, sind
60 ha groß und enthalten eine nahezu vollständige Sammlung aller
wichtigen Tropenpflanzen der Erde. (Ein guter Plan des Gartens
nebst Führer ist am Eingang zu 25 cts. zu bekommen.) Der Garten
enthält Denkmäler der verdienten Direktoren Dr. _Gardiner_ und
Dr. _Thwaites_. Einzelne Singhalesengärtner sind gute Führer für
den Park.--Den Eingang bildet ein großer Dom alter Gummibäume
(Ficus elastica) mit wirren, freiliegenden Wurzeln. Vor dem Portal
stehen drei Baumriesen: ein Mahagonibaum, ein südamerikanischer
Fruchtbaum (_Chrysophyllum_) und ein Nutzholzbaum (_Pterocarpus
indicus_) aus Birma. Man fahre nun langsam durch den Garten
und steige gelegentlich aus, um kleine Ausflüge zu Fuß auf den
Promenadenwegen seitlich von den Fahrwegen zu machen. Zu beiden
Seiten der Einfahrt stehen zwei mächtige westafrikanische Ölpalmen
(_Elaeis guineensis_), dicht dabei eine Gruppe einheimischer
und fremder Palmen: die Kokospalme (_Cocos nucifera_); _Areca
Catechu_: die kubanische Königspalme (_Oreodoxa regia_); die
Dattelpalme (_Phoenix dactylifera_) aus Nordafrika; _Areca
concinna_; _Loxococcus rupicola_ und die wundervolle Coco de
mer (_Lodoicea sechellarum_) von den Seychellen, deren Frucht
früher als heilkräftig galt. Der _Mahawelli Ganga_ umgibt mit
einer starken Windung den Park von drei Seiten. Eine lange,
gerade Allee von hohen, schattigen Bäumen mit vielen Zierblumen
dazwischen führt quer durch den größten Teil des Parks; von
ihm zweigt sich ein andrer Fahrweg ab, der zur Wohnung des
Direktors, auf kleiner Anhöhe gelegen, führt; dieser Bungalow
ist von den seltensten Pflanzen mit den farbenprächtigsten
Blüten umgeben. Sehr sehenswert ist der *_Farngarten_ an einem
Bach im Schatten großer Bäume mit den seltsamsten kleinen und
Riesenfarnen; ferner die Orchideen, blühenden Schlingpflanzen,
Lianen, Trompetenblumen, Ipomoeen (Trichterwinden), die _Bauhinia
scandens_ und _racemosa_ (wie ein Ankerkabel aussehend). Am Ufer
des Mahawelli Ganga stehen hohe Bambusgebüsche, darunter der bis
40 m hohe birmanische Riesenbambus (_Dendrocalamus giganteus_),
dessen Wurzelschößlinge nach der Regenzeit (im Juni) austreiben
und in 2-3 Monaten diese enorme Höhe erreichen. In der Nähe ist
eine prachtvolle Oreodoxa-Palmenallee. In einem Teich wachsen
Lotosblumen, Wasserrosen und andre Nymphäen sowie die mächtige
_Victoria regia_; in der Nähe Nutzpflanzen: Kakao-, Kaffee-
und Gewürznelkensträucher, Zimtbäume, Vanille, Erythroxylon
coca (Kokain), Manihot (Tapioka), Pfeffer, Sagopalmen,
Indigo- und Jutepflanzen, Citronellagras u. a.; ferner eine
Muskatnußbaumallee. Auch die tropischen Giftbäume sind vertreten;
der javanische Upas (_Antiaris toxicaria_), der Pfeilgiftbaum
(unter den man sich nicht stellen soll) u. a., ferner verschiedene
Gattungen von Kautschuk- und Guttaperchabäumen (_Castilloa
elastica_, _Hevea brasiliensis_); außerdem prächtige Gruppen von
Agaven, Cycas, Eucalyptus und (am Ende des Gartens) seltsamen
Pandanusarten. Von merkwürdigen Pflanzen seien noch erwähnt:
die _Mimosa pudica_, die insektenfressenden _Nepenthes_-Arten
mit riesigen kannenähnlichen Blättern, der nachts seine Blätter
schließende südamerikanische Regenbaum (_Pithecolobium Saman_),
der Sandbüchsenbaum (_Hura crepitans_), dessen Früchte mit lautem
Knall platzen, der Kanonenkugelbaum (_Couroupita guianensis_).
Von den zahllosen Palmenarten ist eine der schönsten die in
mehreren Alleen angepflanzte, in Ceylon heimische Talipotpalme
(_Corypha umbraculifera_); ihr kerzengerader weißer Stamm
wird mehr als 30 m hoch, ihre Gipfelkrone entwickelt riesige
Blattfächer; im Alter zwischen 50 und 80 Jahren blüht die Palme
ein einziges Mal und stirbt dann ab. Sehr interessant ist der
sogen. »Baum der Reisenden« (_Ravenala madagascariensis_), eine
prächtige Musazee, die in ihren Blattscheiden schmackhaftes,
kühles Wasser ansammelt. Der Garten ist voll tropischer Vögel,
Eichhörnchen und Fliegender Hunde.
Im Garten ist ein sehenswertes *_Museum_ (tropische Hölzerarten,
Pflanzenfasern, Drogen, getrocknete Früchte u. a.) und daneben eine
_botanische Versuchsstation_ (sehenswert, mit riesigem Garten für
sich, Direktorwohnung und Wirtschaftsgebäuden) für
landwirtschaftliche, chemische und zoologische Untersuchungen (auch
für Mikroskopie und Photographie), dessen Benutzung auf Antrag beim
Direktor des Gartens (_J. C. Willis_) auch fremden Forschern
gestattet wird. Man fährt vom Hauptgarten in kleinem Boot über den
Fluß und meldet sich im Kontor des Direktors, nachdem man sich an
der Landungsstelle in ein Buch eingeschrieben hat.
Gegenüber vom Bahnhof eine Teepflanzung nebst Fabrik und in der
Nähe die Kakaopflanzung _Gangaruva_.
=Ausflug= nach =Lanka Telika=. Die Umgebung von Kandy bietet
Gelegenheit zu lohnenden Ausflügen, worüber »_Burrow's local guide
to Kandy_« Auskunft gibt. Rikschafahrt (etwa 1-1/2 Rup.) zum
Mahawelli Ganga, dann mit Fähre übersetzen und 20 Min. zu Fuß zum
Felsentempel (_Rock temple_), wo in Granithöhle ein 10 m langer
schlafender Buddha aus dem Felsen gehauen, grell bemalt.--Drei ganz
verschiedene Buddhatempel kann man besuchen, indem man von Kandy
zunächst 8 km auf der Straße nach Kadugannawa zu fährt, dann auf
schmalem Pfad reitet, zunächst zu dem neuen, aber schön zwischen
Felsenhängen gelegenen Tempel von _Gadaladenya_, dann zu dem alten,
halbverfallenen Tempel von _Galangolla_ und schließlich zu dem
architektonisch seltsamen, auf dem Gipfel eines Felsens erbauten
Tempel von _Lanka Telika_. Den Wagen trifft man auf Verabredung
wieder 14 km von Kandy auf der Straße nach Gampola.
Von Kandy nach Anuradhapura.
=Northern Railway= von _Kandy_ über _Polgahawela_ nach (111 M)
_Anuradhapura_ in 5-1/2 St. Von Colombo direkt in 5-3/4 St.
Von Kandy nach (30 M) _Polgahawela_ s. S. 115. Von hier geht die
Northern Railway nördl. über (43 M) =Kurunegala= (_Rasthaus_), der
Hauptstadt der NW.-Provinz, die auf einem vereinzelten, über 300 m hohen
Felsen mitten in der Ebene liegt (*Aussicht).--Nicht weit nö. das alte
Buddhistenkloster _Ridi Vihare_, sehr malerisch auf einer
Anhöhe.--Weiter führt die Bahn über (70 M) _Maho_ (von hier Ausflug nach
[7 km, davon etwa 2 km Fußweg durch Dschungeln] =Yapahu=, wo einer der
malerischsten alten Tempel, der _Malagawa_, früher Aufenthalt des
heiligen Zahns von Buddha, liegt; der Tempel hat prächtige
Treppenanlagen und seltsame Fenster mit reichem Bildhauerschmuck; man
bitte den Station Master der Abfahrtstation in Maho-Station einen Wagen
[Bullock car] telegraphisch vorauszubestellen).--Die »Northern
Railway« führt weiter nach (111 M) _Anuradhapura_ (s. unten) und über den
_Elephant Pass_ (Meerenge) nach (230 M) _Jaffna_ (S. 124) an der
Nordspitze Ceylons sowie bis zur Hafenstadt (241 M) _Kankesanturai_ (s.
124); Fahrzeit von Colombo bis Jaffna 12-1/2 St., bis Kankesanturai 13
St.
Um das Innere Ceylons kennen zu lernen, fährt man von _Kandy_ am besten,
wenn man die Kosten nicht scheut, mit Privatautomobil (s. S. 110), eine
herrliche Fahrt, bis Anuradhapura auf guter Fahrstraße; oder zunächst
mit der Bahn nach (26 km) _Matale_ (Rasthaus gut, Ankunft vorausmelden;
Verpflegung zu haben), einem blühenden Dorf mitten in Teepflanzungen.
Von Matale nach Dambulla fährt täglich ein Postautomobil (etwa 10 Uhr
Vm. ab) in 4-1/2 St., Fahrpreis 6 Rup., von da weiter nach Trincomali in
18 St., Fahrpreis 15 Rup. Der Weg führt bald hinter Matale an dem
sehenswerten Buddhatempel _Alu Vihara_ vorbei, dessen Kloster über der
Straße malerisch zwischen Felswänden liegt. Kurzer Aufenthalt in (48 km)
_Nalande_ (Rasthaus gut, mit Verpflegung, liegt unter einem riesigen
Tamarindenbaum versteckt); dann folgt schöne Berglandschaft, bis (72 km)
_Dambulla_ (Rasthaus so gut wie ein Gasthof), großem Dorf am Abhang
eines dunkeln Felsens mit Höhlentempel. (Ausflug mit Automobil oder
Bullockcar nach (24 km) *=Sigiri=, senkrechter Felsen mit herrlichen
Ruinen aus der Ebene aufsteigend, einst starke Feste, aus dem 5. Jahrh.,
mitten im Wald; nach Sigiri floh König Kasyapa, nachdem er seinen Vater
Dhatu Sena ermordet hatte. Der Rasthauswart von Dambulla hilft bei
Anordnungen für den Ausflug; in Sigiri ist auch ein Rasthaus.) Dann mit
Privat-Bullockcar (beim Rasthauswart in Dambulla vorausbestellen) weiter
auf hoher Brücke über den _Mirisgoni Oya_ nach (93 km) _Kekerawa_ (gutes
Rasthaus); von hier kann man auf gutem Fahrweg (13 km) den großen
Wasserbehälter von _Kalawewa_ besuchen (Staudamm erbaut im Jahre 460 vom
König Dhatu Sena), der mehr als 100 Dörfer und die Stadt Anuradhapura
mit Wasser versorgt. Von Kekerawa durch einförmigen Wald über (113 km)
_Tirapane_ (Rasthaus) nach
(135 km) =Anuradhapura= (_Hotel Anuradhapura_, gut, Pens. 10 Rup.;
Führer und Auskunft zu haben; in der Nähe wohnt der englische Government
Agent; Postautomobil tägl. nach Trincomali, gegen 2 Uhr mitt. vom Hotel,
Fahrpreis etwa 30 Rup.; man erkundige sich vorher, vgl. S. 110), jetzt
großes Dorf, ehemals Hauptstadt von Ceylon, wurde um 500 v. Chr. vom
König Anurado erbaut (von Ptolemäus _Annurogrammum_ genannt) und war
dann viele Jahrhunderte die prächtigste Kultusstätte des Buddhismus.
Der chinesische Pilger _Fa Hiam_ schilderte 412 n. Chr. seinen
Besuch der Stadt; er staunte über »die Pracht der Bauwerke, den
Reichtum der edelsteinbesetzten Statuen, die überwältigende Größe
der Dagobas, die Zahl der Priester, die in der Stadt mehr als 5000,
im Kloster zu Mihintale an 2000 betrug«. Etwa 2 Jahrhunderte später
schreibt das singhalesische Buch Lankawistariyaye: »Die Entfernung
vom Haupttor zum Südtor beträgt 4 Stundenmärsche, ebenso vom Nord-
zum Südtor. Hauptstraßen sind die Mondstraße, die König
Hingururek-Straße und die Mahawellastraße, deren erstere an 11000
Häuser zählt, viele davon zwei Stockwerke hoch. Kleinere Straßen
gibt es unzählige. Der Palast hat lange Reihen von Gebäuden, manche
2-3 Stockwerke hoch, und seine unterirdischen Gänge sind von großer
Ausdehnung« (nach _Hans Meyer_). Mit den Einfällen der Tamulen und
Malabaren verschwand die Stadt aus der Geschichte und wurde von
Urwald überwachsen; seit 1872 hat der Gouverneur Gregory das
Dickicht lichten und die wichtigsten Ruinen freilegen lassen.
[Illustration: Plan von Anuradhapura.]
_=Rundfahrten=_ am besten mit Wagen (Bullockcar) 1) im Innern der Ruinen
(inner circle), 2) im »Außenring« (outer circle), 3) nach Mihintale; nach
Bedarf aussteigen. Zuerst besuche man die Palastruine _Lowamahapaya_
(»Brazen Palace«, d. h. Bronzepalast [Pl. 1], genannt), ein Wald von
etwa 1000 monolithischen vierkantigen Pfeilern in Reihen von 40 zu 40
(mit 9 Stockwerken und 1000 Klausen vor 2000 Jahren vom König Datagamana
für die Priester erbaut). Dahinter steht eins der größten buddhistischen
Heiligtümer, der Riesenbaum (umgeben von einer Mauer) _Siri-maha Bodhin
Wahanse_, _der heilige Bo-Baum_ (Pl. 2), ein Abkömmling des Baumes,
unter dem Gautama erleuchtet (d. h. Buddha) wurde; der Baum stammt aus
Buddh Gaya (S. 95), wurde 245 v. Chr. vom König Dewananpiya Tissa
gepflanzt, ist also der älteste historische Baum auf der Erde; Priester
beschützen ihn und verschenken (Gegengeschenk angebracht) seine Blätter.
Der Weg führt dann zurück vorbei an umgestürzten Buddhabildern,
Wischnustieren etc. nach den _sieben Dagobas_ (erbaut vom 4. Jahrh. vor
bis zum 3. Jahrh. nach Chr.), die im Umkreis von 2 St. über das alte
Stadtgebiet verstreut sind; sie heißen nach der Größe _Abhayagiriya_
(Pl. 3; jetzt nur noch 100 m, früher 123 m hoch), _Jaytawanarama_ (Pl.
8), _Ruwanwella_ (_Ruanwelli_; Pl. 6), _Miriswetiya_ (Pl. 7),
_Thuparama_ (Pl. 4), _Lankarama_ (Pl. 9) und _Kujjatissamara_ (Pl. 5).
Die Thuparama, die älteste, ist mit drei Reihen geschmückter Säulen
umgeben, enthält das rechte Schulterblatt Buddhas als Reliquie. Die
Ruwanwella-Dagoba (140 v. Chr. erbaut) hat noch künstlerischen Wert,
ihre Terrasse ist mit Altären, Götterbildern und Säulen wie der Vorhof
eines klassischen Tempels bestellt; darunter sind zwei männliche,
zurzeit infolge Einsturzes der Seitenwand verschüttete Statuen den
ältesten Erzeugnissen griechischer Kunst zur Seite zu stellen.
Stellenweise stört ungeschickte Ausbesserung (nach _Hans Meyer_).--Auch
die großen alten _Badebecken_ in der Umgebung der Stadt, die zur
Wasserversorgung und als königliche Bäder dienten, _Pokunas_ genannt,
sind sehenswert, namentlich die großen von _Tissawewa_ (Pl. 10),
_Nuwerawawa_ und _Basawakulam_ (Pl. 11); in der Nähe des erstern ist der
kleine Felsentempel _Isuruminiya_. Sehenswert sind auch eine
_Buddhastatue_, der _Pfauenpalast_, die _Mondsteine_ etc.
(vgl. »Baudenkmäler aus ältester Zeit in Ceylon«, nach dem Englischen des
Henry W. Cave, deutsch von Anna, Gräfin von Zech, Berlin 1901).
13 km östl. von Anuradhapura liegt der heilige Felsenhügel
*=Mihintale= (Rasthaus), gekrönt von zwei sehr alten Dagobas und
völlig bedeckt mit Ruinen von Tempeln, Klöstern und Einsiedeleien.
Die Chaussee dahin führt durch Dschungeln; man sieht im Walde
Dschungelhühner, Nashornvögel, Pfefferfresser, Papageien, Affen.
_Rasthaus_ am Fuße des Hügels. Eine riesige Freitreppe von fast
2000 Stufen führt in drei Fluchten zum Gipfel, vorbei an der
kleinen seltsamen _Ambastalawa-Dagoba_, welche die Asche des
Buddhaapostels Mahindo, 3. Jahrh. v. Chr., enthält, von 50 Säulen
mit dem Bilde der heiligen Gans umgeben (man besichtige auch das
aus dem Felsen gehauene schöne Badebecken _Naka Pokuna_ und die
Felsenzelle, _Mahindos Bett_ genannt, wo der Apostel schlief) und
zur _Mahaseya-Dagoba_ (vom König Bhatiya Tissa über einem Schrein
erbaut, der ein Haar von Buddhas Stirn enthält). Ein Pfad führt um
die Dagoba, der prächtigen *Ausblick auf den Wald, die Dagoba von
Anuradhapura und die fernen Berge von Matale gewährt.
_=Rückfahrt=_ von Anuradhapura am besten mit der Northern Railway
(S. 118) direkt nach Colombo oder _Kandy_; man kann aber auch von
Anuradhapura mit Postautomobil (s. oben) über (53 km)
_Horawapotana_ (Rasthaus) und (80 km) _Pankulam_ (Rasthaus), mit
den heiligen heißen Quellen von _Chimpiddi_, nach (105 km)
_Trincomali_ (S. 124) durch wilde Tropenlandschaft fahren, von da
zurück nach _Colombo_ (S. 110).
Von Kandy nach Nuwara Eliya.
=Eisenbahn= von _Kandy_ in 6 St. nach _Nuwara Eliya_; Speisewagen
im Zug. In der Reisezeit im Oktober bis Februar Zimmer
vorausbestellen! Man versehe sich mit warmer Kleidung und wollenen
Decken; die Zimmer werden geheizt. --Die Gebirgsfahrt ist sehr
reizvoll; man beobachtet die Änderung des Pflanzenwuchses innerhalb
kurzer Strecken: Tropenwald, Teepflanzungen, angepflanzte
Eucalyptus, Grevillea, Casuarina; in feuchten Tälern Baumfarne,
Moose, Flechten; in 2000 m Meereshöhe weite Strecken mit niedrigem
Rhododendron, einzelne hohe Farnbäume, hochstämmiger Laubwald und
hohe pinienähnliche Keenabäume (Calophyllum tomentosum), Aloen,
auch noch Tee- und Chinchonapflanzungen sowie Reisfelder.
Die Bahn führt von _Kandy_ (S. 115) über _Peradeniya_ (S. 117) nach (34
M) =Hatton= (_Hatton Hotel_; _Adams Peak Hotel_, Pens. 8 Rup.; Arzt _Dr.
Thomas_ in [7 km] Norwood; _Hatton Bank;_ Wagen und Reitpferde zu
haben), 1263 m ü. M.; nahebei große Teepflanzungen in den Tälern von
_Dickoya_, _Dimbula_ (wo bis 1870 reiche Kaffeepflanzungen lagen, die
durch einen Pilz, Hemileia vastatrix, zerstört wurden) sowie in
_Maskeliya_.
=Besteigung= des =Adam's Peak= (2262 m) von Hatton aus (32 km) am
bequemsten, auch schon von Damen ausgeführt, obgleich nicht
ungefährlich. Besteigung ist nur lohnend, wenn der Himmel ganz
wolkenfrei ist, also meist im Februar und März. Der
zuckerhutförmige Gipfel ist allen Religionen heilig (vgl.
_Haeckels_ »Indische Reisebriefe«); auf ihm wölbt sich ein kleiner
Tempel über der _Sripada_ (heiligen Fußstapfe). Die Pilger verehren
hierin je nach ihrem Bekenntnis die Fußspur Adams, Schiwas, Buddhas
oder des heiligen Apostels Thomas; es herrscht dabei erstaunliche
Eintracht zwischen allen Bekennern. Nach arabischer
(mohammedanischer) Sage soll Ceylon das Paradies gewesen sein, aus
dem Adam vom Engel auf den Berg getrieben wurde, wo Adam so lange
stand, bis sein Fuß sich in den Gneisfelsen bohrte; seine Tränen
flossen zu einem kleinen See zusammen, dessen Wasser noch heute als
wundertätig und heilwirkend gilt. Ehe Buddha in den Himmel
zurückkehrte, berührte sein Fuß zum letzten Male den Gipfel des
_Samanala_ (so wird der Adam's Pik von den Buddhisten genannt).
Ähnliches erzählen die Tamulen und Malabaren von Schiwa, die
Christen vom heiligen Thomas. Die erste Beschreibung einer
Besteigung des Piks stammt vom arabischen Arzt Ibn Batuta (1340);
schon damals führten zwei Pilgerwege hinauf: der rauhe
beschwerliche Baba- (Adams-) Weg und der bequemere Mama-(Evas-)
Weg; ersterer führt zuletzt auf eingehauenen Stufen eine steile
Felswand hinauf, für die fromme Pilger Festhalteketten gestiftet
haben; die letzte ist die »Kette der Erkenntnis«, weil sie plötzlich
einen Ausblick in einen Abgrund gewährt (nach _Cäcilie von
Rodt_, »Reise einer Schweizerin um die Welt«).