namentlich die Frauen oft überraschend schön. Die Hautfarbe wechselt
von Hellbraun oder Olivenfarbe bis ins Schwarze; die Augen sind
bisweilen lichtbraun, das Haar (in dem auch die Männer stets Kämme
tragen) meist schwarz (selten blond), lang und seidig. Polygamie ist
selten. Einfache Kleidung, fast nur vegetabilische Nahrung, Wohnung
in Hütten (oft hoch auf Bäumen). Die Toten werden beerdigt. Das
Kastenwesen ist hier nie in der Weise wie auf dem Festlande ausgebildet
gewesen; an Stelle der dortigen, auf Rassenunterschiede zurückgehenden
Kasten bestehen Berufskasten, von den vornehmen Goiwansa bis herab
zu den aus jeder sonstigen Gemeinschaft ausgeschlossenen Rodiya. Die
Singhalesen haben wohl einst die ganze Insel besessen, sind aber
dann von den vom Festlande nachdrängenden südindischen Drawidas
(Tamulen) auf den größern Südwestteil beschränkt worden. Der älteste
und interessanteste Bevölkerungsteil der Insel sind die _Weddas_;
sie sind noch kleiner als die Singhalesen, doch schlank, haben es
nie über einen sehr geringen Grad materieller Kultur hinaus gebracht
(sehr geringe Kleidung, mit Bogen und Pfeil bewaffnete Sammler und
Jäger), doch haben sie eine verhältnismäßig hochentwickelte Sprache und
ein strenges Sittengesetz. Heute sind sie auf wenige tausend Seelen
zusammengeschmolzen und von der Regierung in einigen Dörfern im SO. der
Insel fest angesiedelt. Herrschende _=Religion=_ ist der Buddhismus,
dem eine glanzvolle Priesterschaft vorsteht; doch ist auch hier die
ursprüngliche Lehre Buddhas verloren gegangen. Die Tamulen sind meist
Verehrer Schiwas, die Mauren Mohammedaner. 1891 zählte man 1877043
Buddhisten, 615932 Schiwaanbeter, 211995 Mohammedaner, 302127 Christen.
Das =Klima= Ceylons ist rein tropisch, d. h. gleichmäßig
feuchtheiß; nur mit der Erhebung über den Meeresspiegel nimmt die
Temperatur ab (Jahrestemperatur von Colombo an der Küste 26,7°, von
Kandy in 500 m Seehöhe 24,2°, von Nuwara Eliya in 1900 m Höhe
14,1°). Der kühlste und der wärmste Monat weichen in Colombo nur um
je 1,1° bis 1,2° von jener Mitteltemperatur ab. Die
_=Niederschläge=_ sind auf der ganzen Insel nicht gering, da auch
der Nordostmonsun, der auf dem Festlande trocken ist, sich vor dem
Eintreffen auf der Insel über dem Golf von Bengalen mit
Feuchtigkeit beladen hat. Jedoch ist die Westseite der Insel
regenreicher als die Ostseite, und erstere empfängt
merkwürdigerweise in der Zeit des Nordostmonsuns (Winter) mehr
Niederschläge als zur Zeit des Südwestmonsuns (Sommer), den sie
doch aus erster Hand erhält. Colombo hat zwei Regenzeiten, eine im
Frühjahr (Höhepunkt Mai) und eine im Herbst (Höhepunkt Oktober).
Die trockensten Monate (Januar, Februar und August) empfangen immer
noch so viel Niederschläge wie deutsche Orte in den Sommermonaten.
Die Ostküste hat vorwiegend Winterregen (Höhepunkt Dezember) und
einen relativ trocknen Sommer (April bis September). Zeiten fast
ununterbrochenen Regens und stürmischen, gewitterreichen Wetters
sind die ersten Wochen nach dem Ausbruche des neuen Monsuns, also
durchschnittlich Mai und Oktober; in den Zwischenzeiten ist das
Wetter besser. Für die Westküste ist die Zeit des Nordostmonsuns,
der als Landwind nach Colombo kommt und Krankheitserreger aus dem
Innern der Insel mitbringt, gesundheitsgefährlich; man tut in
dieser Zeit gut, möglichst rasch das Bergland des Innern
aufzusuchen.--
Dank dem feuchtheißen Klima ist das _=Pflanzenkleid=_ Ceylons von
einer solchen Üppigkeit, daß die Insel mit Recht immer wieder als
das _Urbild tropischer Landschaft_ gepriesen und geschildert wird
(vgl. _K. Günther_, Einführung in die Tropenwelt. Leipzig 1911. Mit
einer Karte von Ceylon. Auch als Führer bei einem Aufenthalt auf
der Insel zu empfehlen). Freilich ist nur der West- und Südteil der
Insel ursprüngliches Regenwaldland, der Ostteil aber mehr von
parkartigem, lichterem Trockenwald bestanden. Zum großen Teil hat
außerdem der Wald den Kulturen weichen müssen, denn Ceylon ist etwa
ebenso dicht bevölkert wie das gleichgroße Ost- und Westpreußen.
Doch bietet gerade die vorgeschrittene Kultivierung der Insel
bequeme und gefahrlose Gelegenheit zum Studium der Tropennatur, der
Botanische Garten von Peradeniya (S. 117) eine Zusammenstellung von
Tropenpflanzen, wie sie sonst nur in Java (S. 200) wiederzufinden
ist.--_=Ackerbau=_ ist Hauptbeschäftigung; Reis, Früchte, Fisch und
Gemüse sind die Hauptnahrung der Eingebornen. Die Insel ist die
Heimat der Zimtbäume (Cinnamomum ceylanicum), der Piper-Arten
(Chavica Roxburghii) und vieler Kukurbitazeen, während zahlreiche
Kulturgewächse andrer Länder zugleich eine fruchtbare Stätte
gefunden haben.--Früher wurde viel Kaffee gebaut; seitdem aber
dessen Pflanzungen durch den Pilz Hemileia vastatrix vernichtet
worden sind, sind die Teeplantagen an deren Stelle getreten; Tee
ist jetzt der wichtigste Ausfuhrartikel der Insel. Außerdem sind
wichtig: Kakao, Tabak, Zimt (Regierungsmonopol), Kautschuk,
Baumwolle, Kokosöl. Die Viehzucht ist beträchtlich. --Die
Landstraßen sind für Automobilfahrten geeignet.--_=Tierwelt:=_ Der
in Indien weitverbreitete Tiger fehlt (wahrscheinlich ausgerottet),
während der Panther noch vorkommt. Der Lippenbär (Ursus labiatus)
ist ein Charaktertier Ceylons. Der Elefant ist wild und gezähmt
vorhanden und spielt als Last- und Reittier eine wichtige Rolle. An
Reptilien ist die Familie der Schildschwänze (Uropeltidae), von
Amphibien die interessante Blindwühle (Ichthyophis glutinosus) zu
nennen.
Die Küsten werden manchmal von der indischen Seekuh (Halicore)
besucht, im Golf von Manár wird Perlenfischerei (stark
zurückgegangen) ausgeübt.
=Geschichtliches=: Schon die Griechen und Römer kannten das an
Edelsteinen und Gewürzen reiche, von ihnen _Taprobane_ genannte
Ceylon. Die Insel wurde seit 543 v. Chr. von Fürsten beherrscht,
die aus Nordindien stammten, und von denen bis 1815 im ganzen 165
herrschten. 245 v. Chr. wurde die Lehre des Buddha in Ceylon
eingeführt. Im 8. Jahrh. ließen sich mohammedanische Araber auf
Ceylon nieder. Seit 1505 begannen die Portugiesen regelmäßigen
Verkehr mit Ceylon, machten sich aber so verhaßt, daß der König die
Holländer zu Hilfe rief. Die Portugiesen wurden 1632-58 verdrängt,
und die Holländer besetzten das Küstenland. Im Kriege zwischen
England und Holland wurde Ceylon von den Engländern besetzt und
1802 förmlich an sie abgetreten; 1815 wurde die Insel nach
Beseitigung des eingebornen Fürsten englische Kronkolonie; ihre
Verwaltung ist durchaus unabhängig von der des festländischen
Vorderindien.
=Reisepläne für Ceylon.= Auf 3 _=Tage=_. 1. u. 2. Tag: Colombo und
Fahrt nach Peradeniya und Kandy. 3. Tag: Colombo, Kelanitempel,
Museum, Mount Lavinia.--_=Auf 5 Tage.=_ 1. Tag: Peradeniya und
Kandy. 2. u. 3. Tag: Nuwara Eliya mit Pedrotallagalla. 4. Tag:
Rückfahrt über Kandy nach Colombo. 5. Tag: Colombo mit Mount
Lavinia.--_=Auf 10 Tage.=_ 1. Tag: Colombo. 2. Tag: Peradeniya und
Kandy. 3. Tag: Kandy, Zahntempel, Lady Horton's Walk. Nm. Fahrt
nach Matale, dort über Nacht. 4. Tag: Post über Dambulla nach
Anuradhapura. 5. Tag: Anuradhapura. 6. Tag: Rückfahrt über Dambulla
und Matale nach Kandy. 7. Tag: Fahrt nach Nuwara Eliya. 8. Tag:
Nuwara Eliya, Besteigung des Pedrotallagalla. 9. Tag: Rückfahrt
über Kandy nach Colombo. 10. Tag: Colombo.--_=Auf 14 Tage.=_ 1.
Tag: Colombo. 2. Tag: Fahrt nach Nuwara Eliya. 3. Tag: Nuwara
Eliya. 4. Tag: Besteigung des Pedrotallagalla. 5. Tag: Fahrt nach
Kandy und Peradeniya. 6. Tag: Kandy. 7. Tag: Fahrt nach Matale. 8.
Tag: Fahrt nach Dambulla, Felsentempel. 9. Tag: Fahrt nach
Anuradhapura. 10. u. 11. Tag: Anuradhapura. 12. Tag: Rückfahrt mit
Bahn nach Colombo. 13. Tag: Bahnfahrt nach Point de Galle und
zurück. 14. Tag: Colombo.
[Hand] Wer die Kosten nicht scheut, mache die Reise durch Ceylon
(oder einen Teil derselben) mit _=Automobil=_, durch Cook & Son
oder die Hotels in Colombo (s. unten) zu beschaffen, womöglich
schon von Aden aus telegraphisch zu bestellen; man benutze
möglichst leichte Wagen mit besten Reifen. Benzin ist in jedem
größern Ort zu haben.
Colombo.
Vgl. den Plan S. 111.
=Ankunft zur See.= Die Postdampfer machen an den Tonnen im Hafen
von Colombo fest, der durch Wellenbrecher gut geschützt ist. Boote
mit Händlern, Zauberern umschwärmen sofort das Schiff und kommen an
Bord (Kabine abschließen, da die Tamulen tüchtig stehlen!). Die
Landung geschieht mit Tendern der Dampfergesellschaften (frei) oder
mit kleinen Booten; man achte auf sein Gepäck und weise die
unverschämten Forderungen der Bootsführer zurück. 10 Min. Fahrt bis
zur Landungsbrücke am Südende des Hafens kostet 1/4 Rup. = 25
cents, nach 7 Uhr Nm. 40 cents; dort liegt das Zollamt;
Zolluntersuchung für Vergnügungsreisende meist ohne Schwierigkeit,
die Zollbeamten sind höflich und gefällig. Beim Zollamt nehme man
eine Rikscha zur Fahrt nach dem Gasthof.
=Gasthöfe=: _Galle Face Hotel_ (deutscher Direktor: G. Peters), an
der Galle Face Esplanade, etwa 2 km vom Landungsplatz, in schöner,
ruhiger Lage am Meer, mit Garten und Seeterrasse, für längern
Aufenthalt geeignet, gut geleitet; 250 Z., Pens. 10-15 Rup. (Pens.
vorher vereinbaren!), Z. 4, Tiffin 1-1/2 Uhr 2,50 Rup., Dinner
7-1/2 Uhr 4 Rup.; Schwimmbad.--_Grand Oriental Hotel_, beim Zollamt
an der Landungsbrücke bequem gelegen, Küche gerühmt; 154 Z. 4-6,
Lunch 2-1/2, Dinner 4, Pens. 10 Rup.--_Bristol Hotel._-- _British
India Hotel_, schöne Lage am Meer neben dem Fort, II. Ranges, aber
von einzelnen Herren viel besucht, Pens. 5 Rup.--_Mount Lavinia
Grand Hotel_, s. S. 114. Man beachte, daß alle Gasthöfe auf Ceylon
zeitweise stark überfüllt sind, z. B. bei Rennen und Sportwochen in
Nuwara Eliya (S. 122), bei Besuch größerer Reisegesellschaften
etc., daher ist stets Voraussicherung der Unterkunft im Innern
Ceylons sehr zu empfehlen!
=Post u. Tel.=: Queen's Street, 5 Min. vom
Landungsplatze.--=Telephon= in allen Gasthöfen und Geschäften.
=Wagen= und =Rikschas= nach Tarif (s. unten).
=Straßenbahnen=: Zwei Linien; eine führt vom Landungsplatz nach
Kelani, die andre südl. nach Borella. Beide werden fast nur von
Eingebornen und Mischlingen benutzt; Fahrpreis I. Kl. 10 cents die
engl. Meile.
=Kraftwagen= (für 2-6 Reisende) zu Ausflügen ins Innere sind durch
_Cook's Office_ oder die Hotels und bei Walker Sons & Co., Fort, zu
mieten; bei andern Unternehmern sollen die Preise sehr willkürlich
sein (man kann ungefähr 1-1/4 Rup. für jede engl. Meile
rechnen).--=Postautomobilverbindungen= (vgl. die Karte S. 107),
meist recht gut, bestehen auf der Insel Ceylon bereits viele Linien
und werden fortwährend vermehrt; man erkundige sich bei der
Postverwaltung.
=Eisenbahnen.= _Hauptbahnhof_ (_Maradana Junction_) der Linie nach
Kandy sowie über Anuradhapura nach Jaffna, etwa 2 km osö. von der
Landungsbrücke.-- _Fort Station_, am Hafen, dient der Linie über
Mount Lavinia nach Point de Galle und Matara.--_=Eisenbahnzeit=_
wie in Indien, S. 50. Fahrpläne (_Fare tables_) auf allen Stationen
für 10 cents, enthalten auch Tarife für Wagen und Rikschas für alle
Orte. Europäer fahren stets nur I. Kl. So. weniger Züge als
wochentags.
[Illustration: Colombo 1:60000]
=Dampfer=: _Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd_ (Agentur
Freudenberg & Co., Tel.-Adresse: Nordlloyd-Colombo) alle 2 Wochen
nach Ostasien über Penang und Singapore bzw. nach Europa, alle 4
Wochen nach Australien.--_Österreichischer Lloyd_ (Agentur Darley,
Butler & Co.), nach Bombay, Calcutta, Ostasien und Europa.
--_Messageries Maritimes_ (Agent P. de Bure, Telegrammadresse:
Messageries-Colombo), nach Indochina, Ostasien, Australien, Europa;
Zweiglinie nach Pondichéry und Calcutta.--Außerdem zahlreiche
englische Linien (_Peninsular & Oriental Co._, _Orient Line_,
_British India Line_, _Bibby Line_ etc.) nach allen europäischen,
indischen und ostasiatischen Häfen. Fahrpreise und Fahrpläne sind
häufig Änderungen unterworfen.
=Geld.= Landesmünze für Ceylon ist die Rupie (S. 49), geteilt in
100 cents. Im Umlauf sind folgende Geldstücke: Pfund Sterling
englisch in Gold = 15 Rup.; Silbermünzen zu 1 Rup., 50, 25 und 10
cts.; Nickel zu 5 cts.; Kupfer zu 1, 1/2 und 1/4 cts. Papiergeld:
1000, 100, 50, 10 und 5 Rup.-Scheine. Schecks werden nur solche auf
Ceylon-Bankhäuser in Zahlung genommen. _=Kreditbriefe=_, vgl. S. 7.
Indisches Papiergeld ist nur mit Verlust anzubringen, dagegen wird
indisches Silbergeld genommen, nur nicht die Zwei-Annasmünzen.
=Banken=: _Freudenberg & Co._, Korr. der Deutschen Bank, Dresdner
Bank, Disconto-Gesellschaft und Deutsch-Asiatischen
Bank;--_National Bank of India_, Korr. der Allg. Deutschen
Creditanstalt in Leipzig;--_Chartered Bank of India, Australia &
China;_ --_Hongkong & Shanghai Bank;_-- _Mercantile Bank of India
Ltd.;_ sämtlich Korrespondenten der Berliner
Disconto-Gesellschaft.--Größere Beträge lasse man sich
hauptsächlich in 50 und 100 Rup.-Scheinen, _nicht_ nur kleinen (5
und 10), zahlen.
=Sprache.= Das Singhalesische (Elu) ist mit Indisch durchsetzt,
daneben ist auch das Tamul (Sprache der Tamulen) vorherrschend,
außerdem Hindostani. Die Nachkommen der Portugiesen sprechen
verdorbenes Portugiesisch, die Mauren verdorbenes Arabisch. Die
kirchlichen und philosophischen Schriften der (buddhistischen)
Singhalesen sind in Pâlisprache abgefaßt.
=Tempelgelder.= In buddhistischen Klöstern und Tempeln liegt meist
ein Fremdenbuch aus; man trage sich ein und gebe dabei (für 1-2
Personen) 1 Rup., weise dann andre Gabenforderungen ab.
=Reisebureau=: _Thos. Cook & Son_, 1 Victoria Arcades, York Street;
besorgt auch Automobile (womöglich schon von Aden aus telegraphisch
zu bestellen); hier sind Reisehandbücher (_Cook's Handbook Ceylon_)
zu haben.-- =Führer= tragen dunkelblaue Röcke mit grünen
Aufschlägen und müssen Zeugnis und Tarif (_pocket register_)
vorzeigen; Lohn für die erste Stunde 50 cts., jede Stunde mehr 25
cts. Man sehe sich vor bei der Wahl des Führers.
=Literatur=: _Henry W. Cave_, The Book of Ceylon, reich illustriert
(Lond. 1908); _Norddeutscher Lloyd_, Automobiltouren auf Ceylon
(Bremen 1910).
=Konsulate=: _Deutsches Reich_, Konsul Reinhart
Freudenberg.--_Österreich-Ungarn_, beauftragter Konsul R.
Freudenberg.
=Polizeiamt=: Belästigungen und unverschämte Forderungen von
Kutschern, Kulis etc. melde man sofort dem nächsten Polizisten; die
Polizei ist streng und gefürchtet.
=Ärzte=: Prof. _Castellani_ u. Dr. _Gordon_ im Galle Face Hotel;
_Llewellyn Thomas_; _Jas. Craik_; _J. Rockwood_; Zahnarzt Dr.
_Sidney Same_.--=Apotheke= im Warenhaus _Cargill's & Apothecaries
Co._
=Buchhandlungen=: _H. W. Cave & Co._ (Reisehandbücher für Ceylon)
und im Warenhaus _Apothecaries Co._
=Photographien=: _Plate_ (Deutscher), hat hübscheste Ansichten,
verkauft Films etc. und entwickelt; _Colonial Photographic Co._,
Victoria Arcade, Fort (gegenüber Grand Oriental Hotel), auch Films
und Platten etc.--_Colombo Apothecaries Co._, neben Grand Oriental
Hotel; stellen Reisenden Dunkelkammer frei und haben Ansichten,
Volkstypenbilder etc.--_Skeen & Co._, Chatham Street.
=Geschäftsadressen=: In der Geschäftsstraße an der Landungsbrücke
Basare mit Teppichen, Ebenholzschnitzereien, Sandelholzsachen,
Gold- und Silbersachen, geschliffene Steine; beim Einkauf besonders
von Steinen ist Vorsicht geboten, da vieles unecht ist, und man
stets stark herunterhandeln muß. Schildpattschmucksachen,
Mondsteine, Katzenaugen, Kuriositäten, Ebenholzsachen etc. bei _D.
F. de Silva_, Chatham Street 7, und _Don Theodori & Co._, Chatham
Street 40. Steine gut und reell (aber handeln!) bei _Caffoore_ im
Bristol Hotel.
=Vereine=: _Deutscher Verein._--_Colombo Club_, Galle Face
Esplanade.-- _Golf Club._
=Zeiteinteilung.= 1. Tag: Vm. Fahrt durch die Stadt nach Kelani;
Nm. nach Mount Lavinia.--2. Tag: Victoria Park und Museum. Längern
Aufenthalt benutze man zum Ausflug ins Gebirge.
=Geschichtliches.= Colombo wurde 1505 von den Portugiesen zur
Handelsniederlassung gemacht, dann 1518 befestigt. Nach langer
Belagerung eroberten die Holländer 1658 den Platz und befestigten
ihn stark. 1796 bemächtigten sich die Engländer des guten
Seehafens, der erst seit den 70er Jahren des 19. Jahrh. an Stelle
von Point de Galle zu Bedeutung gelangte.
=Klima= (vgl. S. 108). Die Sonnenwärme in der freien Sonne ist in
Colombo fast stets so groß, daß Europäer sich durch Tropenhelm und
Tropenkleidung, Sonnenschirm und Sonnenbrille etc. dagegen schützen
müssen. _Man meide es, ohne dringende Ursache zwischen 10 Uhr Vm.
und 4 Uhr Nm. auszugehen!_ Sonnenstich und andre Schäden sind
besonders bei frisch aus Europa gekommenen Fremden nicht selten;
Alkoholgenuß ist vor Sonnenuntergang zu meiden. Man richte sich bei
längerm Aufenthalt nach der Lebensweise gebildeter, am Orte
akklimatisierter Europäer!
=Colombo=, von den Engländern zur Hauptstadt Ceylons gemacht, hat etwa
180000 Einw., meist Singhalesen (S. 106), dann Tamulen (von der
Malabarküste), die kräftiger und arbeitsamer sind, und Mauren; ferner
Parsen, Juden, Malaien und Mischlinge. Das Volksleben ist bunt und sehr
interessant.--Die Stadt liegt unter 6° 56' nördl. Br. an einer Bucht,
die durch einen 1,5 km langen Hafendamm nach W. und einen Wellenbrecher
nach N. gegen Seegang geschützt wird. Ein großes Trockendock sowie andre
Einrichtungen zur Ausbesserung von Seeschiffen sind vorhanden. Nördl.
von der Hafenbucht mündet der Fluß _Kelani_ (Kelaniya Ganga). Das
europäische Viertel am SW.-Ende des Hafens hat ein _Fort_, neben dem der
hohe _Leuchtturm_, zugleich Uhrturm, steht; dicht dabei die
Zeitsignalstation und südl. davon ein freier Platz, die _Esplanade_, an
der die Residenz des Gouverneurs, _Queen's House_ (Pl. 1), mit der
Vorderseite nach See liegt. Kasernen liegen südl. vom Palast. Colombo
besitzt mehrere Kirchen, Buddha- und Schiwatempel, ein Museum, zwei
Bibliotheken und große Wasserwerke, die das Wasser 48 km weit herleiten.
Die Eingebornenstadt _Pettah_ mit engen Straßen liegt nö. vom
Europäerviertel längs der Ostküste des Hafens.--Der Handel von Colombo
ist sehr bedeutend, da fast die ganze Einfuhr (Reis, Kohlen,
Baumwollwaren, gesalzene Fische etc.) sowie die Ausfuhr (Tee, Zimt,
Kokosöl, Kokosnüsse, Kaffee, Graphit, Chinarinde, Kopra, Kautschuk etc.)
für Ceylon über Colombo geht. Er befindet sich fast ganz in englischen
Händen.
_=Rundfahrt=_ (mit Rikscha) durch die Stadt kann fast planlos geschehen,
weil Colombo reich an malerischen Wegen ist; man beachte, daß das
Geschäftsleben sich nahe dem Hafen abspielt. Von der Landungsbrücke der
Boote gelangt man in die _York Street_; l. Marmorstandbild der Königin
Viktoria, r. Grand Oriental Hotel und l. Victoria Arcades. Dann am
Postamt (Pl. 2) vorbei über die Esplanade zum Galle Face Hotel. Weiter
am Strand entlang an den Kasernen vorbei zum Standbild von Sir E.
Barnes, dann r. an einem alten holländischen Glockenturm (Pl. 4) vorbei
über den Marktplatz mit dem Rathaus (_Town Hall_, Pl. 5). Dort führt l.
die _Sea Street_ zu zwei malerischen kleinen Hindutempeln, während nach
r. die _Wolfendahl Street_ zu der alten hochgelegenen holländischen
_Wolfendahl-Kirche_ führt (*Aussicht auf Stadt und Hafen). Dann nö.
weiter nach der katholischen _Kathedrale St. Lucia_ und an andern
Kirchen vorbei zu dem (r.) schönen Hause _Uplands_ und weiter durch die
malerische Fischervorstadt _Mutwal_ bis zum Fluß und zurück durch _Grand
Pass Road_ bis _Skinners Road_, nun l. diese Allee entlang bis zum
Maradanabahnhof; von hier westl. bis zum Süßwassersee und an diesem
entlang zum Gasthof zurück.--Ein andrer Rundweg führt vom Galle Face
Hotel über die Brücke, dicht hinter dem Hotel, nach _Slave Island_ und
dann am Rande des malerischen Sees vorbei an dem hübschen Wohnsitz des
kommandierenden Generals für Ceylon in den _Victoria Park_. Man beachte
vorher den kleinen malerischen Buddhatempel über dem See, ungefähr
gegenüber vom Generalshaus. Der Park liegt auf dem Platz alter
Zimtgärten (_Cinnamon Gardens_) und ist reich ausgeschmückt. Im Park das
*_Museum_ (1877 erbaut), das wertvolle historische, kultur- und
naturhistorische Sammlungen für Ceylon und eine Bibliothek enthält;
originelle Sammlung _Kandy-pottery_ (wunderliche Tonfiguren), ferner
Teufelstänzermasken gegen jede Krankheit; Inschriftensteine aus
Anuradhapura (von den deutschen Gelehrten Dr. Goldschmidt und Dr. Müller
entziffert); ein Buddhazahn. Auf dem Flur ein Riesenlöwe aus Pollonarua,
der als Königsthron diente, und ein *Fenster aus den Ruinen von Yapahoo.
Vor dem Museum ein Standbild des Gouverneurs Gregory.
=Ausflüge=: 1) =Kelaniya=. Wagenfahrt (etwa 1 St. hin) zunächst
durch die enge, heiße und staubige Eingebornenstadt _Pettah_ (etwa
6 km), dann über den Kelanifluß und durch Kokospalmenpflanzungen
bis (10 km) zu einem alten _Buddhatempel_ (1240 erbaut über einem
306 v. Chr. errichteten Reliquienschrein des Prinzen Yatalatissa)
mit im Nirwana weltfernen Buddha, dem die weißen Blüten des
Sakakibaums dargebracht werden. Beim Maivollmond hier großes
Tempelfest. Auf der Rückfahrt kann man gegen SO. einen Umweg machen
(2 St. Fahrt).
2) *=Mount Lavinia= mit der _Sea Coast Railway_, deren sechs
Bahnhöfe in Colombo sind: _Pettah_, _The Fort_ (beim Hafen), _Slave
Island_ (etwa 1/2 km vom Galle Face Hotel), _Kollapitiya_,
_Bambalapitya_ und _Wellawatta_; die Bahn fährt teils durch
Palmenwald, teils am Strand nach (11 km) *=Mount Lavinia= (_Grand
Hotel_, Z. von 3 R. an, Tiffin 2-1/2, Dinn. 3, Pens. von 7 Rup.
an), in entzückender Lage am Meer auf malerischem Vorgebirge. In
der Nähe ein Buddhatempel. Sehr beliebter Ausflugsort, auch für
längern Aufenthalt. Die Fahrt dahin im Wagen (Einsp. 10 Rup.) vom
Galle Face Hotel an der Kollapitiya (Colpatty) Road entlang durch
reizende Eingebornenvororte und Palmenhaine, fortgesetzt im
Schatten, ist sehr lohnend.--Die Bahnlinie führt weiter über _Point
de Galle_ (S. 125) nach _Matara_.
3) *=Negombo=, 37 km nördl. von Colombo, lohnender Automobilausflug
(Eisenbahn von Colombo über Ragama, außerdem zweimal tägl. _Coach
service_ (_Autobus_), etwa früh 7 Uhr und 2 Uhr Nm. ab Colombo,
Fahrzeit 3-1/2 St., ab Negombo etwa früh 7 Uhr und 3-3/4 Uhr Nm.
Fahrpreis 3 Rup.) an der Westküste Ceylons durch malerische Dörfer,
Kokospalmenwälder und Zimtgärten, für Künstler und
Liebhaberphotographen eine Fülle landschaftlicher Schönheit
bietend; die kleine Hafenstadt _Negombo_ mit vorzüglichem Rasthaus
hat 20000 Einw.; sie liegt zwischen Meer und Lagune, zeigt
altholländischen Charakter mit Kanälen und verschiedenen Bauten
(altes Tor, sehr malerisch).
[Illustration: Mittel-Ceylon. Maßstab 1:1000000]
Von Colombo nach Kandy.
=Colombo-Kandy Railway= vom Hauptbahnhof; Morgenschnellzug bis (75
M = 121 km) _Kandy_ 3-3/4 St., I. Kl. hin und zurück 9 Rup.,
Abfahrt von Kandy Nm., Ankunft in Colombo gegen Abend. _Cooks
Reisebureau_ gibt Rückfahrkarten I. Kl. 15 Rup. einschließlich 1.
und 2. Frühstück im Speisewagen und Wagenfahrt in Kandy.
Für eine kurz dauernde Inselreise nehme man Rückfahrkarte
Colombo-Kandy, fahre mit Morgenzug, steige in Peradeninya aus, mit
nächstem Zug weiter; von Kandy Rückfahrkarte nach Nurelia, auch
Rückfahrt mit beiden Karten bis Polgahawela, dort Fahrt
unterbrechen (Bescheinigung nötig), dann mit Rückfahrkarte
Polgahawela-Anuradhapura und schließlich zurück nach Colombo. Man
achte darauf, daß von Nurelia das Gepäck richtig bis Anuradhapura
aufgegeben wird (sagen, daß man Fahrkarte in Polgahawela
nachkauft).