_=Rundfahrt=_ durch die _Eingebornenstadt_, 3 km vom englischen Viertel.

Man kann über _Belipur_ fahren und dort den _Palast des Maharadschah von

Vijayanagrum_ besichtigen, falls Erlaubnis erteilt wird; *Aussicht vom

Terrassendach des Palastes über den Ganges; man sieht Aurangzebs Moschee

und den Goldenen Tempel. Dicht beim Palast liegen Dschain-Tempel.--Etwa

1 km südl. vom Palast liegt der _Durga-Tempel_, der finstern Gattin

Schiwas geweiht, die täglich blutige Opfer (früher Menschen, jetzt

Ziegen) fordert, *=Affentempel= genannt, weil darin die heiligen Hum-man

(Semnopithecus entellus) zu Hunderten hausen; der Tempel aus rotem Stein

mit gelben Ornamenten ist umgeben von hohen Mauern; im Haupteingang ein

Raum mit Musikinstrumenten: Glocken, Trommeln, Tamtams u. a.; neben dem

Tempel ein schöner Wasserbehälter.-- Man fahre bis zum _Dasaswamedh

Ghat_, eine der heiligsten Pilgerstätten von Benares (»Ghât« sind die mit

Tempeln, Palästen, Pavillons und Badeplätzen eingefaßten langen

Badetreppen, die zum Gangesufer führen), wo Brahma zehn Pferde geopfert

haben soll.-- In der Nähe die =Sternwarte=, ein schöner Bau mit

seltsamen Instrumenten (darunter ein Mauerquadrant Bhittiyantra, zwei

große Steinkreise, zwei Samrat Yantra zur Bestimmung der Polhöhe, ein

Chakrayantra zur Bestimmung der Deklination, ein Digamsayantra zur

Azimutbestimmung).--Auf dem Wege zum Dasaswamedh Ghat liegt der Tempel

des Regengottes _Dalbhyeswar_, dessen Abbild in einen Wasserbehälter

versenkt wird, solange der Gott seine Pflicht versäumt; seine Gefährtin

_Sitala_ heilt die Blattern.--Am bequemsten steigt man vom Dasaswamedh

Ghat in ein Boot (flacher Prahm mit Stühlen, von etwa sechs Mann

gerudert) und läßt sich zunächst eine Strecke stromauf rudern, um die

etwa zwei Dutzend Ghats oberhalb von Dasaswamedh Ghat vom Strom aus zu

betrachten; unter ihnen gehört das _Asi Ghat_ (das äußerste

stromaufwärts, 1. von oben) ebenfalls zu einer der fünf heiligsten

Pilgerstätten in Benares. Eins der schönsten und besuchtesten ist das

_Shivala Ghat_ (6. von oben); viele _Yogin_ (Dschogin), d. h.

brahmanische Büßer (meist mit den Fakiren, den indisch-mohammedanischen

Büßern verwechselt), sieht man auf den Badetreppen, deren Bußübungen

schon in den Sanskritwerken beschrieben und angeordnet sind. Beim

_Machan Ghat_ (9. von oben) ist eine Leichenverbrennungsstätte, die aber

weniger berühmt als die unten beschriebene beim Manikarnika Ghat

ist.--Beim _Kedar Ghat_ (11. von oben) liegt der _Kedarnath-Tempel_ mit

vielen Heiligtümern, dem Brunnen _Gauri Kund_ und dem

_Mansarovar_-Wasserbehälter, umgeben von 60 Heiligenschreinen. Beim

_Chauki Ghat_ (12. von oben) werden unter einem Pippalbaum Schlangen

verehrt; viele Schlangenbilder ringsum.--Die Stufen des (13. von oben)

_Chatr Ghat_ oder _Rajah Ghat_ führen zu einem großen Rasthause für

Fremde, vom _Rajah Amrita Rao_ erbaut.--Beim _Komeshwar Ghat_ (14. von

oben) steht der _Mondtempel_, der jede Krankheit heilt. Eine der

ältesten Badetreppen ist _Chausathi Ghat_ (20. von oben); die

malerischste ist das _Munshi Ghat_ (22. von oben) mit schönem Bau am

obern Ende. _Dasaswamedh Ghat_ (s. oben) ist das 25. von oben,

stromabwärts daneben liegt _Man Nandat Ghat_. Wenn Zeit, oder bei

zweiter Fahrt fahre man stromabwärts längs der untern Hälfte der Ghats

bis zur Schiffbrücke.

[Hand]_=Zur Beachtung=_: Unmittelbar vor Sonnenaufgang ist die

Stromfahrt am lohnendsten, weil dann das Baden und Beten der Büßer

und Pilger am lebhaftesten ist, während Vm. die Ghats von Händlern

mit Blumen, Obst, Futter (für die heiligen Kühe) etc. besetzt sind.

Bei Sonnenaufgang steigen zahllose Brahmanenpriester ins Wasser,

dann folgen die Pilger und daran schließen sich Andachten vor den

Priestern an; alles feierlich und schön, auch das züchtige Baden

der Hindumädchen.

Beim _Bachhraj Ghat_ (27. von oben) ist ein _Shivala-Götzenbild_,

daneben ein Hundebild; ein Brahmane mit Pfauenwedel beschützt durch

sein Wedeln die Besucher vor bösen Geistern und fordert dafür

Opfergeld. In der Nähe werden täglich Hunde gefüttert, an Festtagen

mit Butterkuchen und Zucker. Vom _Mir Ghat_ (28. von oben) aus kann

man nur zu Boot den _Nepalese-Tempel_ besuchen; malerisch, aber mit

sehr derb-naturalistischen Schnitzereien; viel von Frauen besucht,

um Nachkommenschaft zu erbitten. Hinter dem Tempel eine sehenswerte

Ringkämpferschule.--Zwischen _Lalita Ghat_ und _Jal Sain Ghat_ (31.

von oben) liegt der berühmte =Goldene Tempel=, dem _Bisheshwar_

(Bisheshwar = Herr der Welt) geweiht, einer der ältesten und

wichtigsten Tempel für den Lingam-(= Phallus-)Kult zur Ehre Schiwas,

dessen Kuppeln mit dünnem Goldblech gedeckt sind, der aber leider

in Gassen und Mauern eingebaut ist. Gegenüber dem Eingang verkauft

ein Priester Opferblumen; man gebe Bakschisch, wenn er Blumen oder

andres als Geschenk überreicht. Der Bisheshwar-Tempel gilt als der

heiligste Hindutempel in Indien, weil er an der Stelle steht, wo

das Gangeswasser am heiligsten ist.--Neben dem goldenen Turme des

Bisheshwar-Tempels steht der rote, kegelspitze _Mahadeo-Tempel_,

umgeben von zahlreichen kleinen Spitzkuppeln, _Sikras_ oder _Vimanas_

genannt, wie sie bei Hindutempeln häufig sind. Zwischen beiden Tempeln

hängen neun prächtige Glocken an steinernem Rahmenwerk. Im Hofe auf

einer Plattform stehen aufrechte, ziemlich formlose Steinklötze

(Lingam), uralte Gegenstände der Anbetung. --Im Viereck zwischen dem

Goldenen Tempel und der schönen *=Aurangzeb-Moschee= (*Aussicht von

den Minarets, eine steile Mitteltreppe führt bis zum Dache) liegt

auch die kleine _Aurangzeb-Moschee_ und der *_Brunnen des Wissens_,

_Gyan Kup_, in dem Schiwa sitzen soll; ein Götzenbild soll von einem

Priester hineingeworfen sein, daher riesiger Pilgerzustrom zu dem

stinkigen Wasser; man hüte sich, in das Gedränge von Pilgern, Frauen

und Kühen auf der Plattform des Brunnens zu kommen. Interessante

Pilgerbräuche sind beim Brunnen zu beobachten. Der Blick in den

Brunnen ist nur Hindu erlaubt, und nur barfuß.-- Dicht außerhalb

des Goldenen Tempels ist der _Sanichar-Schrein_ und einige Schritte

weiter der Tempel der Nahrung spendenden Göttin _Annapurna_, bei dem

sich viele lästige Bettler aufhalten; je ein Schrein des Tempels ist

der Sonne, dem Elefanten- und Glücksgotte Ganesh, dem Gauri Shankar

und dem Affengotte Hanuman geweiht. --Zwischen diesem Tempel und dem

Weissagungstempel, _Sakhi Vinayak_, ist ein seltsames rotes Standbild

von Ganesh mit silbernen Händen und Rüssel auf einer Plattform.--Eins

der fünf größten Heiligtümer von Benares, von Hindupilgern stets

besucht (am stärksten im November), ist das *=Manikarnika Ghat= (33.

von oben); über seiner Treppenflucht steht der _Manikarnika-Brunnen_,

voll fauliger Blumenopfer zum Himmel stinkend, aber von Millionen

Pilgern jährlich besucht.--Daneben steht der _Tarkeshwara-Tempel_

und an dessen Wasserseite die größte _Leichenverbrennungsstätte von

Benares_ (Anblick und Geruch für schwache Nerven nicht zu empfehlen!),

wo ohne Feierlichkeit die Leichen zunächst ans Ufer mit den Füßen ins

Wasser gelegt werden, dann von den Angehörigen der (oft nur kleine)

Scheiterhaufen errichtet wird.

Sechs Mann der untersten Kaste (Domra, die aber reich werden wegen

ihres Monopols des Scheiterhaufenansteckens, wofür sie bis 1000

Rup. Abgabe erhalten) heben auf Bambusstangen den Toten aus dem

Fluß, einer flößt ihm den letzten Trunk Gangeswasser ein, dann wird

er auf den Scheiterhaufen gelegt und dieser angezündet. Während das

Feuer brennt, werden die Körperteile nach Bedarf mit Bambusstangen

ins Feuer gestoßen; schließlich wird die Asche, oft auch nur

halbverkohlte Stücke, in den Fluß geworfen. Totenkult kennt der

Brahmane nicht, die Leiche ist ihm nur unreiner Stoff, der zur

Läuterung der Seele von den Elementen vernichtet werden muß. Trotz

der Leichenwäsche baden und trinken die Hindu unmittelbar

stromabwärts davon im Fluß, weil die Stelle als besonders heilig

gilt.

Weiter stromabwärts liegt das allmählich sinkende _Sindhia's Ghat_ (34.

von oben); groß und schön ist _Ghosla Ghat_ (37. von oben).-- Oberhalb

_Panchganga Ghat_ (39. von oben) erhebt sich die stolze

_Aurangzeb-Moschee_ (S. 94), mit zwei Minarets.--Viele heilige Kühe

benutzen das _Gai Ghat_ (42. von oben), wo auch ein steinernes

Kuhstandbild steht.--Nebenan das _Trilochana Ghat_ soll zwischen seinen

Türmchen besonders heiliges Wasser haben.--Das unterste (47.) ist das

_Raj Ghat_, neben der Schiffbrücke.--Von da kann man zu Wagen noch den

_Palast Nandeshwar Kothi_ des Maharadschah von Benares (mit hübschem

Garten) auf der Rückfahrt durch Grand Trunk Road sehen (historisch

merkwürdig).

Vom Affentempel (S. 92) fahre man, falls Zeit genug, in den

=Anand-Bagh-Garten=, wo im 19. Jahrh. der Heilige von Benares,

_Swami Saraswati_, lebte, dessen Schüler, gelehrte Panditen, die zu

seinen Ehren errichtete _Sanskritschule_ leiten.--Das =Hindu

College=, wo Frau Annie Besant ihre Theosophie unter jungen

Hindu-Mystikern verbreitete, ist des Besuchs wert; es ist in einem

Palast des Maharadschah von Benares.--Auch das christliche

_Missionswaisenhaus_ (von einer Deutschen geleitet) wird manchem

sehenswert sein.

=Ausflüge=: 1) Nach =Sarnath=, 6,5 km nördl. von Benares, der

Stätte, wo die alte Stadt Benares stand und Buddha lehrte; der Weg

führt über die Barnabrücke und längs der Ghazipur Road bis zum 3.

Meilenstein, dann l.; bald kommen zwei Türme, einer auf einem

Hügel, in Sicht. Ein Turm (39 m hoch) liegt in einem frühern

Wildpark, wo Buddha mit seinen fünf Jüngern im Beginn seiner

Lehrtätigkeit lebte und später (im 11. Jahrh.) ein großes

buddhistisches Kloster stand; er ist von Asoka als _Tope_ oder

_Dhamek Stûpa_ erbaut und enthält im Innern Buddhabilder und

Reliquien; er gilt als besterhaltener Tope in Bengalen. Nicht weit

davon ein zweiter Turm (33 m hoch), ebenfalls eine ehemalige

Stûpa.--Westl. von Dhamek Stûpa liegt ein Dschaintempel, bei dessen

Ostende der Torso eines Buddhagötzen; in der Nähe ein Brunnen,

_Ranis Bad_. In Sarnath finden jetzt Ausgrabungen statt, ein

archäologisches _Museum_ ist im Entstehen. --2) Nach =Ramnagar=

(dazu vorher Erlaubnis beim Sekretär des Maharadschah einholen) am

Gangesufer; beim Ramnagar Ghat Überfahrt über den Strom; vom Palast

*Blick auf Benares. Ein Wasserbehälter liegt 2 km nö. vom Palast,

daneben ein Tempel.

D. Eisenbahn von Benares nach Calcutta.

487 M (784 km) =East Indian Railway= von _Benares_ bis _Calcutta_

Schnellzug in 14-1/2 St. für I. Kl. etwa 36, II. Kl. 18 Rup.--Die

Fahrt geht durch die regenreichen, echt tropischen, äußerst

fruchtbaren (vor allem Reis-, Mohn-, Indigo- und Jute-Anbau) und

dicht besiedelten, aber auch cholera- und fiebergefährlichen Ebenen

_Bengalens_ bis an den Westrand des ausgedehnten Gangesdeltas.

Von _Benares_, Cantonment Stat., über die prächtige, fast 1,5 km lange

stählerne Brücke nach (10 M) _Mughal Sarai_ (Bahnwirtschaft; man

erkundige sich, ob Umsteigen nötig); von da nach (149 M) =Bankipur= (52

m; _Bahnwirtschaft_; guter _Dâk Bungalow_, nahe Bahnhof), am rechten

Gangesufer, mit dem Grab Schah Arganis (wo bei dem Maharremfest 100000

Menschen zusammenströmen); es ist westliche Vorstadt und Sitz der

Behörden der großen Handelsstadt =Patna= (53 m; _Dâk Bungalow_) mit

136470 Einw.; Patna hat neun Geschäftsviertel mit vielen Basaren; Handel

mit Opium, Indigo, Töpfer- und Baumwollwaren. _Bank of Bengal_, Korresp.

der Berliner Disconto-Gesellschaft in Bankipur. Patna war 450 v. Chr.

die wichtigste Stadt Indiens, jetzt schmutzig und eng, ohne

Sehenswürdigkeiten.

=Seitentour= nach *=Buddh Gaya=. Mit der Patna Gaya Railway von

_Bankipur_ südl. nach (57 M, 92 km) Stat. =Gaya= (_Dâk Bungalow_,

fast 2 km vom Bahnhof, Wagen 2-1/2 Rup. für 1/2 Tag), Stadt mit

71288 Einw.; 5 km östl. vom Bahnhof liegt ein Hindutempel und 2,5

km von diesem der Tempel _Bishn Pad_ (Wischnus Fußtritt) in der

alten Stadt. Hauptziel für Buddhaforscher und Archäologen ist der

=Tempel von Buddh Gaya= (11 km südl. von der Stadt Gaya), eine

neunstöckige Pagode (nahebei ein Dâk Bungalow. Betten, Essen und

Sodawasser mitbringen!); er ist 543 v. Chr. erbaut und ist als

Wiege des Buddhismus die heiligste Stätte für einen großen Teil der

Menschheit; von Pilgern viel besucht. Der Tempel ist voll von

Überlieferungen aus dem Leben Buddhas. Man fährt in 2 St. bis vor

den Tempel, meist durch schattige Straße; zur Besichtigung etwa

1-1/2 St. erforderlich. Asoka umgab den Tempel mit prächtiger

Pfeilermauer (älteste indische Skulpturen: Kentauren,

Lotosornamentik, Seejungfrauen, märchenhafte Krokodile mit

Elefantenohren, Pferdekopfmenschen). Hinter dem Tempel auf einer

Plattform der heilige _Bo-_ oder _Pippalbaum_ (_Ficus religiosa_).

In der Nähe der Palast eines Maharadschah, wo Fremde um 4 Uhr

empfangen werden.--Nw. ein kleiner, sehr alter Tempel mit stehendem

Buddhastandbild.

Von Bankipur sö. weiter nach (305 M, 490 km) Stat. _Madhupur_.

Ausflüge von hier ins _Parasnath-Gebirge_ auf tempelreicher

Pilgerstraße bis 1365 m ü. M. in malerischer Landschaft mit vielen

Aussichtspunkten; Eisenbahn (24 M, 39 km) bis _Giridh_, dann guter

Fahrweg 29 km bis zum Fuß der Berge; Träger zum Aufstieg (2-3/4

St.) sind in _Madhuban_ zu haben.

Dann über (366 M) Stat. _Raniganj_, am Ostende der großen Kohlenfelder

von Bengalen (viele Fossilien, besonders Farren, ähnlich denen in den

australischen und englischen Kohlenflözen, sind dort gefunden). --Bei

(463 M) _Hooghly Junction Station_ überschreitet die Eastern Bengal

Railway auf schöner Brücke den Hooghly-Fluß, während unsre East Indian

Railway auf dem rechten Ufer bleibt und über (466 M) _Chandernagore_ (S.

139) und _Serampore_ die Endstation (487 M, 784 km) =Calcutta=, _Howrah

Terminus_ (S. 135), erreicht.

4. Von Bombay nach Madras.

Vgl. die Karte S. 96.

=Eisenbahn= von Bombay nach (793 M, 1278 km) Madras: Great Indian

Peninsula Railway und Madras and Southern Mahratta Railway nächster

Weg; Schnellzüge (mail trains) mit durchgehenden Wagen I. und II.

Kl. in 32 St. für I. Kl. etwa 59, II. Kl. 29-1/2 Rup.

Die Bahnstrecke führt in sö. Richtung quer durch das südl.

_Dekhan_, dessen Aufbau man gut verfolgen kann: die schmale westl.

Küstenebene, den hohen gebirgsartigen Westrand, das langsam gegen

O. sich senkende Hochland, das keinen eigentlichen Gebirgscharakter

trägt, und den im Verhältnis zu den Westghats niedrigen Ostrand,

dem aber eine breite Küstenebene vorgelagert ist.--Der Einfluß der

wechselnden Niederschlagshöhen macht sich in der Vegetation

geltend, die am üppigsten an den feuchten Westghats, auf dem

Hochland aber streckenweise beinahe steppenartig ist.

Von _Bombay_ (S. 53), Victoria Stat., bis (34 M) _Kalyan_ s. S. 61; hier

zweigt die Madraslinie sö. ab, erreicht (54 M) _Neral_ (gute

Bahnwirtschaft mit Bädern etc.).

=Kleinbahn= von Neral in 2 St. nach (13 M) *=Matheran= (Gasthöfe:

_Rugby Hotel_, in freier Lage; _Gymkhana Hotel_, mit schöner

Aussicht; _Granville Hotel_; Reitpferde zu haben), 800-1100 m ü.

M.; sehr lohnender und beliebter Ausflug von Bombay, vgl. S. 63 (im

Sommer Sa. bis Mo. stark besucht), bewaldetes Hochland mit

prachtvollen Ausblicken auf wilde Felspartien, in die Ebene und

bis zum Meer. Schönste Punkte: *_Panorama Point_ im N., *_Chaux

Point_ im S.; außerdem lohnend zu besuchen: _Louisa Point_ und

_Alexandra Point._

Nun steigt die Bahn nach Maschinenwechsel bei (62 M) _Karjat_ das _Bore

Ghat_ (550 m; Wasserscheide) steil (1:42 bis 1:37) hinauf durch schöne

Gebirgslandschaft (bei Tage fahren!). Bei 410 m ü. M. hält der Zug, um

die Maschine ans andre Ende zu setzen, und erreicht dann (78 M) Stat.

=Khandala= (550 m; _Dâk Bungalow_ am Rande der Schlucht; _Glendale

Hotel_, gut; _Khandala Hotel_; _Convalescent Hospital_ der All

Saints-Schwestern), schöne Sommerfrische (Wasserfall von 90 m Höhe, sehr

schön in der Regenzeit) der reichen Bewohner Bombays. Nahebei liegt (80

M) =Lonauli= (_Lanauli_ oder _Lonavla_; Bahnwirtschaft; zwei Gasthöfe 5

Min. vom Bahnhof), der Platz, von wo man nach dem Höhlentempel von Karli

in Tonga fährt.

Der *=Höhlentempel (Karli Cave)=, einer der größten und

besterhaltenen Indiens, ist in eine fast senkrechte, über 250 m

hohe Felswand 38 m tief hineingearbeitet; er liegt etwa 3,5 km nw.

vom Dâk Bungalow und 11 km vom Bahnhof Karli (ebenso weit vom

Bahnhof Lonauli). Der Bau erinnert sehr an frühchristliche Kirchen

mit Chor etc.; er ist wahrscheinlich um 200 v. Chr. errichtet und

künstlerisch ausgeschmückt.-- 5 km südl. vom Karli-Bahnhof liegen

die alten Hügelfestungen _Lohogarh_ und _Visapur_.--Andre sehr alte

Höhlentempel liegen 3 km südl. von Karli in _Bhaja_ und in _Bedsa_,

9 km östl. von Bhaja.

Von Lonauli mit der Hauptbahnlinie über (85 M) Karli (Dâk Bungalow)

durch malerische Landschaft mit blühenden Dörfern.-- (119 M) =Poona=,

Puna (554 m; _Connaught Hotel_, bestes; _Royal Family Hotel_; _Napier

Hotel_ und _Poona Hotel_; _Bombay Bank_; _Droschken_ nach Tarif;

_Automobile_ nach Mahabaleshwar der _West India Motor Co._, 3 Pers. 75

Rup., 6 Pers. 120 Rup.; Zeitung: »_Deccan Herald_«; Photographen:

_Metzker_, _Stewart_; europäische Geschäfte; _Western India Club_ u.

a.), ein Hauptsitz der Brahmanenkaste, mit Angehörigen über ein Drittel

der einheimischen Bevölkerung), alte Mahrattenhauptstadt, jetzt Residenz

des Gouverneurs von Bombay während der Regenzeit und das größte

Militärkantonnement für die Bombay-Armee, seitdem die Pest in Bombay

herrscht (ist aber auch nicht pestfrei), hat 157666 Einw., berühmte

Gold- und Silberarbeiten; auch Fächer und Tonfiguren sind zu kaufen.

=Ausflüge=: 1) Mit Wagen (sehr anstrengend) nach (24 km sw.)

=Sinhgarh=, einer berühmten Hügelfeste in schöner Landschaft.--2)

Nach *=Mahabaleshwar=. Mit Auto (s. unter Poona) oder der »Southern

Mahratta Railway«, die bei Poona abzweigt, bis (109 km) Stat.

_Wathar_ (Bahnwirtsch., Mittagessen vorausbestellen!); von da mit

vorausbestelltem Wagen (beim Postagenten in Mahabaleshwar für 20-30

Rup.) in 5 St., schöner, doch sehr anstrengender Bergweg; durch (29

km) _Wai_ (guter Dâk Bungalow), schönes Landstädtchen mit riesigem

Banyanbaum in 13 km Entfernung am Fuße des Hügels Wairatgarh (der

30 Ar Schatten wirft); dann ins Gebirge steigend durch das große,

von Europäern viel bewohnte Dorf _Panchganni_ nach (64 km)

*=Mahabaleshwar= (1438 m; _Race View Hotel_, Pens. 7 Rup.;

_Fountain Hotel_, ebenso, beide gut, *Aussicht; _Mahabaleshwar

Hotel_; _Ripon Hotel;_ Klub mit Schlafgelegenheit; Postagent [Mail

Contractor] _Ardeshir Framjee_, in Poona Civil Lines), eine gesunde

und regenreiche Sommerfrische; in der Nähe die _Yena-Wasserfälle_

und die *Aussichtspunkte _Lodwick Point_ und _Elphinstone Point_.

An letzterm stürzt der Felsen etwa 600 m sehr steil zum Tiefland

ab. Prachtvoller Ausblick gegen Sonnenuntergang auf die wilde

Felslandschaft und das Meer.

Ausflug von Mahabaleshwar nach _Pratabgarh_; hübsche Fahrt 10 km

zum Fuß des Felsenhügels, dann steiler und schwieriger Aufstieg zu

der malerischen Burg des Mahrattenkönigs Shivaji; _Pratabgarh_ ist

um 1656 erbaut.

Von Poona führt die Eisenbahn weiter durch bergige Gegend über (283 M)

Stat. =Sholapur= (483 m; _Dâk Bungalow_), Stadt mit 55212 Einw., nach

(292 M) _Hotgi Junction Station_.

=Seitentour= mit der »Southern Mahratta Railway« nach (59 M, 95 km)

Stat. *=Bijapur=, _Vidjajapura_ im Sanskrit = Siegesstadt (510 m;

_Dâk Bungalow_, in der Stadt; _Bahnwirtsch._; Tongas 2 Rup. für 1

Tag), Distriktshauptort mit 17000 Einw. Bijapur, eine uralte

Siedelung, gelangte erst unter den Fürsten der Adil Shahi-Dynastie

(1489-1686) zu hoher Blüte als Millionenhauptstadt, die in ihren

hohen Steinmauern einst 1600 Moscheen und viele prächtige Paläste

einschloß; begründet 1489 vom Adil Shah Jusaf Khan, verlor sie die

Selbständigkeit durch den Mogulkaiser Aurangzeb. Sehenswert der

runde _Dom Gol Gumbaz_ dicht beim Bahnhof (innerhalb der

Stadtmauer; seine Grundfläche ist größer als die des Pantheon in

Rom); die _Hauptmoschee Jama Masjid_; ferner das Schloß _Gagan

Mahal_ und das Mausoleum (_Ibrahim Roza_) von Ibrahim II. Adil Shah

nebst Königin Taj Sultana, ein großes Fort mit 109 Türmen innerhalb

der Ringmauer, u. a. Die Umgebung der Stadt ist sehenswert.

Weltreise. Erster Teil: Indien, China und Japan · 第 14 / 63 段