wegen der Sonnenhitze gesundheitschädlich, man benutze die billigen
Droschken; nur Abendspaziergänge sind üblich und nicht nachteilig). Vor
_Colaba Point_, der Südspitze der Halbinsel, auf der die Stadt Bombay
erbaut ist, sieht man auf einem Riff den _Prongs-Leuchtturm_, der
nachts ein weißes Blinkfeuer zeigt, das wichtigste Hafenfeuer für die
Einsteuerung in den Hafen bei Nacht. Auf der äußersten Landspitze liegt
der alte englische Kirchhof und nördl. von ihm ein Irrenhaus (_Lunatic
Asylum_). Neben einem alten Leuchtturm steht östl. vom Kirchhofe das
magnetische, astronomische und meteorologische _Observatorium_. Folgt
man der Hauptstraße _Colaba Road_ nördl., so sieht man an beiden
Seiten die Kasernen (_Barracks_) der europäischen Besatzungstruppen
mit Familienwohnhäusern, Gärten und Schießplätzen; r. liegt eine
Landungsbrücke (_Pilots Bandar_) für Lotsenboote sowie der Schuppen
für das Rettungsboot. Dicht l. an der Straße folgt dann die hübsche
_St. John's-Kirche_ (»Afghan Memorial Church of John the Evangelist«),
zum Andenken an den Feldzug in Afghanistan (1838-43) erbaut; der
Kirchturm ist zum Teil vom Parsen Cowasjee Jehangir 1864 gestiftet.
Eine andre Stiftung der sehr wohltätigen und liberalen Parsen ist das
_Parsi-Sanatorium_ l. am schmalsten Teile der Colaba Road, dicht an
der Back Bay, mit Palmen umgeben. An dieser Stelle wird die Halbinsel
plötzlich breiter; l. breitet sich das neue Villenviertel _Colaba
Reclamation_ dicht am Meere aus, das durch die Brücke _Wodehouse
Bridge_ mit Queens Road verbunden ist; r. von der Straße liegt das
_Sassoon Dock_, das älteste künstliche Hafenbecken, jetzt fast nur zum
Landen von Truppen benutzt. Daneben liegen Baumwollager, in denen die
Baumwolle, zur Verschiffung in feste Ballen mit hydraulischen Pressen
(bis zu 800 Ton. Druck auf jeden Ballen) zugerichtet, aufgestapelt
liegt. Ein Baumwollballen hat über 100 Rup. (etwa 150 M.) Wert. Andre
Fabriken und Warenlager liegen in der Nähe des Colaba-Bahnhofs,
dessen Gleise bis zum Hafen führen. Colaba Station (B5) ist Endpunkt
der _Bombay, Baroda & Central Indian Railway_ (S. 53). -- Nördl. von
diesem Bahnhof heißt die Hauptstraße _Colaba Causeway_; sie führt am
Schuppen der Straßenbahn vorbei, wo der sehenswerte Baumwollmarkt
(jährlich über 4 Mill. Zentner) abgehalten wird. L. am Nordende des
Colaba Causeway stehen das _Apollo Hotel_ (Pl. c) und das _Majestic
Hotel_ an einem großen freien Platz mit dem neuen _Museum_ und den
Standbildern des _Königs Eduard VII._ (Pl. 13) und des _Königs Georg
IV._ Unweit davon in Wodehouse Road die römisch-katholische Kathedrale
und der Wohnsitz des (deutschen) Erzbischofs Dr. Juergens, S.J. -- R.
das _Royal Alfred Sailor's Home_ (BC5), Seemannsheim mit Schlafstätten,
und einige noch freie Bauplätze, daran schließt sich die _Marinewerft_
(Dockyard, C5), 1767 vom Parsen Lowji Naushir begründet; hier wurden
von parsischen Schiffbaumeistern und Zimmerleuten viele vorzügliche
große Segellinienschiffe aus Teakholz erbaut; jetzt enthält die Werft
6 Docks und mehrere Schiffbauhelgen. -- Eine Seitenstraße führt vom
Seemannsheim sö. nach dem _Apollo Bandar_ (C5), Bootsanlegeplatz
mit Flutmesserhäuschen, vor dem das _Haus des Jachtklubs_ (C 5) mit
Signalmast steht und vor dessen Strand nur Jachten ankern dürfen;
an zwei Abenden der Woche versammelt sich dort bei Musik die
»Gesellschaft« Bombays. -- Vom Seemannsheim führt der Weg um den
vorerwähnten Platz zur _Rampart Row_, an deren SO.-Ende, Ecke der
Marine Street, die 1818 erbaute schottische _St. Andrew's Kirk_ (C4)
steht. Daneben der ehemalige Eiskeller aus der Zeit, als das Eis noch
in Segelschiffen von Nordamerika nach Indien gebracht wurde. Gegenüber
der Rampart Row liegt _Sassoon's Mechanic's Institute_ (Pl. 14, B4),
eine Gewerbeschule mit guter Bibliothek (auch für Fremde benutzbar),
neben Watson's Hotel. Dicht dabei steht _Elphinstone College_ (B4)
zur höheren Bildung Eingeborner, nach dem berühmten Gouverneur Sir
Mountstuart Elphinstone benannt und hauptsächlich von dem Parsen
Sir Cowasjee Jehangir Readymoney gestiftet, mit Freistellen für
begabte unbemittelte Schüler. Die Rundfahrt führt um das Südende des
_Institute of Science_ in die Mayo Road, wo der erste Prachtbau r.
in venezianisch-gotischem Stil das =Presidential Secretariat= (B 4)
ist, der Regierungspalast des Governor und der Members of Council,
zugleich die Amtsräume der Finanz- und Rechtsverwaltung. Sw. davon
liegt am Strande der Back Bay die Schwimmanstalt (B 5) und die
Station für drahtlose Telegraphie; auf dem Platz in der Nähe ist eine
Halle für die Musikkapelle, die hier abends spielt. Dahinter einige
Sportklubs: _Commercial Gymkhana_, _Princess Victoria Gymkhana_,
_Japanese Club_. -- Der nächste Prachtbau neben dem Regierungspalast
ist die =Universität= (_University Hall_, B 4), auch von Sir Cowasjee
Jehangir gestiftet; ihr prächtiger Glockenturm (oben hübsche Rundsicht
über Bombay) ist gestiftet vom Parsen Premchand Raichand und zum
Andenken an dessen Mutter _Rajabai Tower_ genannt; die Halle neben
dem Turm enthält die Universitätsbibliothek. Diese »Universität« ist
nur eine Prüfungsanstalt; Vorlesungen werden nicht gehalten; in den
hübschen Gartenanlagen zwischen ihr und Esplanade Road sollen große
Prüfungshallen erbaut werden. -- Der nächste Prachtbau, in englischer
Frühgotik, ist der _High Court of Justice_ (höchster Gerichtshof, Pl.
6); hinter ihm liegt an der Esplanade Road der Bombayklub (S. 55). Der
nächste Bau in Mayo Road ist das _Public Works Secretariat_ (Pl. 7),
Regierungsamt für öffentliche Arbeiten (in der Nähe Standbilder von Sir
Rich. Temple [Pl. 5] und Lord Reay [Pl. 4]), dessen Vorderseite nach
der Querstraße Church Gate Street zeigt, an deren Westende dicht am
Strande _Church Gate Station_, Verwaltungsgebäude und Bahnhof der B. B.
& C. I.-Bahn, B 4) liegt. Folgt man nördl. der Mayo Road, so passiert
man r. das alte _Postamt_ (Post Office, B 4) mit drei weiten Hallen
in venezianisch-gotischem Stil (Hauptamt östl. vom Victoria-Bahnhof
kürzlich fertiggestellt), dann folgt das modern-gotische
_Telegraphenamt_ (Telegraph Office), vor dessen Nordende ein gutes
_Marmorstandbild der Königin Victoria_ (B 3/4) von Noble steht,
gestiftet von dem indischen Fürsten Khande Rao Gaekwar.--Nun fahre
man die Esplanade Road südl. zurück bis zur _Floral-Fontäne_ (Pl.
8), dann l. in die Church Gate Street bis zu dem Platz _Elphinstone
Circle_ (C 4) mit Gartenanlagen, vor der =Town Hall= (C 4), die große
Versammlungsräume enthält, darunter einen für die wissenschaftliche
_Bombay Asiatic Society_, mit großer, 10-5 Uhr auch für Fremde (mit
Empfehlungen) geöffneter Bibliothek und Museum mit Gemälden und
Standbildern verschiedener Governors. Die _Anthropological Society_
und _Bombay Geographical Society_ sind mit der Bombay Asiatic Society
verbunden. Auch Konzerte finden in der Town Hall statt. -- Gegenüber
der Town Hall liegt die =Kathedrale=, _Cathedral of St. Thomas_ (Pl.
9, C 4), erbaut 1718; im Schiff historische Gedenksteine: für den
Governor Duncan; für Kapitän Hardinge, der 1808 in einem siegreichen
Seegefecht fiel; für Oberst Campbell, der die Festung Mangalur
monatelang gegen Tippu Sahibs Übermacht hielt; für den Admiral Sir
Frederic Maitland, der Napoleon I. auf dem Bellerophon nach St. Helena
brachte, u. a. -- Nahebei in der Apollo Street Nr. 6 das kleine Museum
der _Natural History Society_. Südl. neben der Town Hall das _Zollamt_
(C 4), wohl das älteste Gebäude Bombays, das 1665 noch portugiesische
Kaserne war. Dicht nördl. von der Town Hall die _Münze_ (The Mint,
C4); daneben an der Ballard Road ist das _Hafenamt_ (Port Trust, C4)
mit Signalmast und vor diesem die alte Landungsbrücke (Ballard Pier,
C4); dort werden Sturmsignale und andre Hafensignale gegeben, die am
Centre Dock-Signalmast am Victoria Dock wiederholt werden. Nördl. von
Ballard Pier wird ein riesiges neues Hafenbecken, _Alexandra Docks_,
ausgeschachtet. -- Vor der Münze liegt ein rundes Süßwasserbecken,
südl. davon die alte _Zitadelle_ (The Castle, C4), von der nur noch die
Seeseite erhalten ist; auf dem Uhrturm fällt täglich 2 Uhr indischer
Einheitszeit (Indian Standard Time) der Zeitball zum Uhrvergleich für
Schiffe und Stadt. Mit dem Castle verbunden ist ein _Arsenal_ (C4),
Zeughaus mit Waffensammlung. Nun zurück durch Church Gate Street
zur _Floral-Fontäne_, dann nördl. in die Straße r., die Hornby Row,
bis zum _Rathaus_ (Municipal Buildings, BC3) mit 76 m hohem Turm.
Daneben in Cruikshank Road das _Polizeigericht_ (Police Court), dann
das _Kamahospital_ (Stiftung von Pestonji Hormusjee Kama, für Frauen
und Kinder, von weiblichen Ärzten geleitet), weiter _St. Xavier's
College_ (Pl. 1, B3), eine vorzügliche Jesuitenschule; weiterhin
folgen _Elphinstone High School_, eine Hochschule mit 28 Klassen für
den Mittelstand der Eingebornen, wo unterrichtet wird in Englisch,
Guzerati, Sanskrit, Latein und Parsisch; daneben _St. Xavier's High
School_, von deutschen Patres geleitet, an der Carnac Road. --
Weiter das _Gokaldas Tejpal-Hospital_ (nach dem Stifter benannt),
für Eingeborne bestimmt, das jährlich an 13000 Kranke behandelt. Das
Eckhaus von Carnac und Hornby Road ist das Polizeipräsidium; ihm
gegenüber an der Hornby Road liegt der =Crawford Market= (C2) mit
Markthallen, in deren Mitte ein Brunnen, gestiftet von Sir Cowasjee
Jehangir Readymoney; sehenswerte Verkaufsstände mit indischen Früchten,
Blumen, Gemüsen und Fischen (den Bombay duck [gedörrter Fisch] ißt man
zum Curry; sehr gut ist auch der Sargutali oder Pomfret). In derselben
Straße folgen die _School of Arts_ (C2), eine 1857 errichtete Kunst-
und Kunstgewerbeschule, und daneben, gegenüber dem Victoria-Bahnhof,
die _Anjuman-i-Islam School_ (Pl. 3, C3), eine mohammedanische
höhere Schule (eröffnet 1893). An der Ostseite der Hornby Road liegt
*=Victoria Terminus= (C3), ein gotisch-indischer Prachtbau; er gibt
ein Bild vom Reichtum der Stadt und ist einer der schönsten Bahnhöfe
der Erde. Gegenüber vom Bahnhof liegt der Neubau des Hauptpostamts und
weiterhin, östl. vom Bahnhof, an der Frere Road, liegt das auch für
Reisende empfehlenswerte Krankenhaus _St. George's General Hospital_,
begründet 1889. Rückfahrt über Esplanade Road zum Hotel.
=Native Town= (_Black Town_; A-C1), die Eingebornenstadt, dicht
bevölkert, mit meist engen, oft krummen Gassen, beginnt nördl.
vom Crawford Market; sehenswerte _Basare_, allerdings mit viel
Trödel, aber mit interessantem Menschengetriebe an Indern (Hindus
und Mohammedaner), Parsen, Afghanen, Arabern. Man achte auf die
verschiedenen Kopfbedeckungen. Gelegenheit zur Teilnahme an parsischen
Hochzeitsfesten oder hinduistischen Götterfesten (z. B. zu Ehren der
Glücksspenderin Lakschmi) sollte man ausnutzen, um das Volk kennen
zu lernen. Mitten im Eingebornenviertel liegt _Pinjrapol_ (B1/2),
ein Tierasyl (sehenswert, aber nichts für schwache Nerven), wo altes
Rindvieh, Ziegen, Schafe, Esel, Büffel und Hunde das Gnadenbrot
erhalten; als Weihgeschenke sind auch gesunde starke Tiere dort.
Verschiedene Wasserbehälter mitten in der Stadt sind mit Tempeln
umgeben. -- Im nördlichen Teile der Native Town liegt das _Grant
Medical College_ (C1), eine medizinische Hochschule zur Ausbildung
von Indern zu Ärzten; damit verbunden ist das große _Sir Jamsetjee
Jeejeebhoy Hospital_ (für Parsen getrennt, doch auch für Brahmanen und
Mohammedaner), ein Hospital für Unheilbare mit Baracken für ansteckende
Krankheiten. -- An der Queen's Road, 10 Min. nördl. von Marine Lines
Station, sind die _Leichenverbrennungsstätten_ (A2, Hindu Burning
Ground), längliche Höfe mit Warteräumen, in deren Mitte auf eisernen
Gabelständern der Leichnam mit Holz umgeben wird (bei Reichen kostbare
Hölzer!); Asche und Knochenreste werden nachher ins Meer geworfen.
=Umgebung:= 1) =Malabar Hill= (etwa 6 km von Colaba Station, zu
erreichen mit Wagen vom Hotel aus, oder mit Bahn von Colaba bis Grant
Road Station, wo man frühmorgens in der Bellasis Road die Araberställe
und -pferde besichtige, die von Arabern nach Bombay zum Verkauf
gebracht werden, dann mit Wagen) auf der Halbinsel an der Westseite
der Back Bay; Fahrweg dahin sehr schön längs des Strandes. Auf der
Südspitze der Halbinsel _Malabar Point_ stehen die Villengebäude des
Gouverneurs; in ihrer Nähe eine Batterie. Die Spazierfahrt längs
der Westseite des Malabar-Hügels bis nach Breach Candy ist eine der
schönsten von Bombay und abends von Wagen und Reitern viel besucht.
Auf Malabar Hill ist das gesündeste und vornehmste Viertel mit Villen
und Gärten. Dicht beim Gouvernements-Bungalow sind die malerischen
Tempelanlagen von _Walkeshwar_, ein berühmtes Hinduheiligtum. Gibbs
Road, die nördliche Fortsetzung der Ridge Road, führt nach dem Gipfel
des Malabar Hill. Dort nordöstlich der Villenanlage die
*=Türme des Schweigens= (_Towers of Silence_), die Begräbnisstätte der
Parsen, die größte Sehenswürdigkeit Bombays (Eintrittskarten zur
Besichtigung [7-1/2-9, 2-1/2-4-1/2 Uhr] besorgt der Hotelportier). Der
Eingang führt durch ein modernes eisernes Tor, eine steinerne Freitreppe
hinauf in einen schönen Garten durch eine innere Mauer; von da nimmt ein
Parsi-Priester die Führung. Bei dem steinernen Bethaus, in dem das ewige
heilige Feuer brennt, hat man einen prächtigen Rundblick über ganz
Bombay und die See. Der Führer zeigt ein Modell der Türme.
Es sind fünf Türme, die _Hans Meyer_ wie folgt beschreibt: »
... sie können besser runde Terrassen genannt werden. Jeder hat
nur einen Eingang, der durch einige Stufen von außen zugänglich
ist. Nur den die Leiche begleitenden Trägern und Priestern ist
der Zutritt zum Turm gestattet. Die innere Einrichtung ist sehr
einfach. Der Turm ist in drei konzentrische Ringe geteilt, in
deren jedem eine gewisse Anzahl von Mulden ausgehöhlt ist. In die
Mulden des äußern Ringes werden die männlichen Leichen, in die des
mittlern die weiblichen und in die des innersten die Kinderleichen
gelegt. Nach dem Zentrum hin sind die Ringe etwas geneigt. Dort
ist ein runder Schacht in das Mauerwerk eingelassen, in den das
Regenwasser abfließt und der später die Gebeine aufnimmt.« Sobald
eine Leiche in den Turm gelegt ist, fallen Scharen von Geiern
über sie her und fressen in kaum einer Stunde alles Fleisch
auf. Beim Ausbruch der Pest mußten mit großen Kosten mehr Geier
herbeigeschafft werden. Die Knochen werden in den Schacht geworfen
und zerfallen da. Das aus dem Schacht abfließende Regenwasser wird
durch eine Kohlenschicht geleitet und desinfiziert, ehe es in See
fließt. Der größte Turm hat etwa 7,6 m Höhe und 84 m Umfang.«
-- Diese Bestattungsweise der Parsi entspricht dem Gebote des
Zendavesta, der Bibel der von Zoroaster gegründeten iranischen
Nationalreligion, daß die Elemente nicht durch Berührung mit
Verwesungsstoffen verunreinigt werden dürfen, und daß im Tode
reich und arm sich begegnen müssen.
Auf demselben Bergrücken, der die Türme des Schweigens trägt, liegt der
Sportplatz _Ladies' Gymkhana_, mit Tennis- und andern Spielplätzen,
abends sehr besucht; Ehrenmitglieder werden zugelassen. -- Nördl. von
Malabar Hill liegt _Camballa Hill_ (88 m), ebenfalls mit vielen hübschen
Bungalows und Villen besetzt und nahe bei Grant Road Station. Man achte
in den Gärten auf Schlangen!
2) =Byculla= (etwa 4 km mit Bahn von Victoria Stat.), an der Parel
Road das _Albert- und Victoria Museum_, mit Standbild des
Prinzgemahls, im =Victoriapark= (_Victoria Gardens_), einem schönen
Botanischen Garten mit Tiergarten; zweimal wöchentl. Militärmusik.
-- In =Parel= (4 km nördl. von Byculla, an derselben Bahn) wird der
alte Gouverneurspalast als Laboratorium für Pestuntersuchungen
benutzt.
3) =Elephanta= (Fahrt von Apollo Bandar mit Cooks Dampfer in 1-1/2
St., 7 Rup. die Person, meist tägl. Nm. 2 Uhr ab Taj Mahal Hotel,
Rückkehr 7 Uhr), eine kleine Felseninsel, 9,5 km östl. von Bombay,
ist wegen ihres alten Hinduhöhlentempels sehenswert, der aus dem 8.
Jahrh. stammt. Prächtige, aber meist heiße Fahrt durch den Hafen.
Vom Landungsplatz vor der Ostseite der Insel führen bequeme
Steinstufen zu dem Höhlentempel, der etwa 76 m über dem Meere
liegt, 43 m breit und lang sowie 4 m hoch ist; er war durch 42 aus
dem Felsen gehauene Säulen gestützt, die zum Teil zerstört sind.
Gegenüber dem Haupteingang ein 6 m hohes Brustbild der
Dreieinigkeit Brahmas, Wischnus und Schiwas; die
vielverschnörkelten Riesenreliefs sind schwülstig und ohne
künstlerischen Wert, aber die Technik des Baues ist zu bewundern.
Giftschlangen sollen zahlreich auf Elephanta vorkommen. Der
Hinduname für Elephanta ist _Gharapuri_ (Felsen- oder Höhlenstadt).
(Andre Höhlentempel findet man in _Kanhari_ in der Mitte der Insel
Salsette; in _Montpezir_, Bahnstation Borivli; in _Jogeshivar_,
Bahnstation Goregaon.)
4) *=Ellora= (_Elura_), ein Ausflug auf 2-3 Tage, beschwerlich,
aber sehr lohnend; mit Great Indian Peninsula-Bahn von Victoria
Station in etwa 9 St. zu erreichen; Fahrpreis I. 14 Rup., II. 7
Rup.; Entfernung 212 M. Erlaubnis zur Benutzung der Rasthäuser
(Rest houses) in Ellora erhält man auf Antrag vom Residenten in
Hyderabad. -- Die Fahrt zwischen Bombay und Igatpuri ist eine
äußerst malerische Strecke und sollte bei Tage gemacht werden;
man fahre mit Mittagszug bis Igatpuri dem Schnellzug, der abends
fährt, voraus. Bei _Riva_ verläßt die Bahn die Insel Bombay und
führt über einen Damm (_Sions Causeway_) nach (10 M) _Kurla_ mit
früher berühmten Baumwollmühlen, dann an der Ostküste der Insel
_Salsette_ nach (21 M) Stat. =Thana= (_Tanna_; Rasthaus), einer
sehr alten portugiesischen Niederlassung (1298 erwähnt schon
Marco Polo den damals blühenden Handelshafen), die im 16. Jahrh.
blühende Seidenindustrie hatte, jetzt von Katholiken bewohnt;
viele portugiesische Nachkömmlinge. Die Bahn führt südl. von Thana
über eine Brücke zum Festland und dann am l. Ufer des Usher- und
Ulhasflusses nach der sehr alten Stadt (34 M) Stat. =Kalyan=
(_Bahnwirtschaft_), wo r. die Madras-Bahnlinie (S. 96) abzweigt.
Dann steigt die Bahn nö. hinan auf das Dekhan-Hochland durch den
Bergpaß _Thal (Thull) Ghat_; bei (75 M) Stat. _Kasara_ beginnt der
Aufstieg mit Berglokomotive, Steigung von 320 m auf 9-1/2 M; er
endet bei (85 M) Stat. =Igatpuri=, Sommerluftkurort für Bombay,
mit Bungalows für die Bahnbeamten. Man befindet sich hier schon
an der Wasserscheide der Halbinsel, die sich von hier an langsam
ostwärts nach dem Golfe von Bengalen senkt. Im September ist der
Pflanzenwuchs hier sehr schön. -- Dann ebene Strecke mit niedrigen
Bergen bis --(117 M) Stat. =Nasik= (580 m); die hochheilige alte
Hindustadt am Oberlauf des Godavery, des 1800 km (Rhein 1300 km)
langen Hauptflusses des Dekhan (mit 35000 Einw., darunter 1300
Brahmanenpriester), liegt 10 km nw. vom Bahnhof (Straßenbahn
dahin; Dâk Bungalow; Tongas zu mieten); sie hat viele sehenswerte
Tempel, darunter der _Kapáleshwar_, der _Sundar Narayan_, Rama's
Kund; die Missionsschule Sharanpur; die Lena-Höhlentempel in
einem Hügel 5 M sw. von Nasik.--Dann folgt (162 M) Stat. =Manmad=
(_Manmar_; _Bahnwirtschaft_; _Dâk Bungalow_), Kreuzungspunkt,
wo man in den Zug nach Aurangabad umsteigt; man fährt aber nur
bis (212 M) Stat. =Daulatabad=, wo man auf dem Bahnhof speisen
kann; man bestelle von Bombay aus vorher beim Stationsvorsteher
telegraphisch einen Wagen (Tonga), Preis 12 Rup. Von Daulatabad 16
km Wagenfahrt nach
=Ellora= (_Rasthaus_, für jedermann zugänglich, Verpflegung ist
mitzubringen). Die berühmten Höhlentempel von Ellora besuchte schon
1306 Aladdin; sie sind in einen halbkreisförmigen, 2,5 km langen
Abhang aus dem Fels herausgearbeitet. Am Südende liegen die
ältesten buddhistischen Tempel, dann folgen brahmanische, zum
Schluß Dschaintempel. Am prächtigsten ist der dravidische Tempel
_Kailasa_, aus dem 8. Jahrh.; er ist von einem 45 m breiten und 84
m tiefen Hof umgeben, der innen 32 m hoch ist. Vor dem Hof ist ein
steinerner Vorhang mit Riesengestalten Schiwas und Wischnus
geschmückt, mit kleinem Eingang in der Mitte. Im Hofe steht der
Tempel, aus einem einzigen Felsen gehauen, umgeben von riesigen
Steinbildern von Elefanten, Löwen und Greifen. -- 16 Höhlentempel
liegen südl. vom Kailasa und fast ebenso viele nördl. Unter den
buddhistischen sind wichtig: der _Dherwara_ (der älteste), der
_Vichwakarma_, der _Don Tal_ (mit 2 Stockwerken), der _Tin Tal_
(mit 3 Stockwerken). Eine der schönsten Hindutempelhöhlen
ist der _Dumar Lena_ (46 m lang und breit). Von diesen Tempeln
führt ein Fußsteig (1,5 km) nach den Dschaintempelhöhlen
_Jagannath_ und _Indra Sabhas_. [Hand] Wer Ellora gesehen hat,
braucht weiter keine Höhlentempel zu besuchen!
Etwa 1 km vom Ellora-Rasthaus liegt das besuchenswerte, mit
Ringmauer umgebene Städtchen _Roza_ oder _Khuldabad_ (2200 Einw.),
600 m ü. M., Hauptwallfahrtsort für die südindischen Mohammedaner;
neben der großen Moschee das unscheinbare Grab Aurangzebs, des
letzten bedeutenden Großmoguls (gest. 1707), sowie die Gräber Husan
Shahs, des letzten Königs von Golkonda, und Asaf Shahs, des
Begründers der jetzigen Dynastie von Hyderabad. Auf dem Hin- oder
Rückweg von Ellora fahre man bis zur Bergfeste _Daulatabad_, um den
höchsten Punkt der bis 180 m aus der Hochebene aufragenden
Basaltfelsen der uralten Zitadelle zu besteigen (Erlaubnis erteilt
der Stationsvorsteher von Daulatabad). Dann folge man der
Hauptstraße nach (25 km von Ellora) =Aurangabad= (Dâk Bungalow,
gut, doch klein; 38000 Einw.), 1610 gegründet, Kaiser Aurangzebs
bevorzugte Residenz, jetzt betriebsame Handelsstadt, im Dekhan mit
prächtigem Mausoleum der Lieblingsgattin _Rabi'a Durrani_ des
Kaisers Aurangzeb (Nachahmung des Taj Mahal in Agra). Außerdem
sehenswert der _Pan Chakki_, ein Schrein, die große Moschee und
viele holzgeschnitzte Häuserfronten.
5) =Mahim= und =Vehar Lake=, Ausflug von Bombay mit Auto, Vm.
über Queen's Road, dann quer durch die Insel Bombay und den
sehr schönen *_Palmenwald von Mahim_ in ihrer Mitte, der den
Reisenden den ersten großen Eindruck der Tropenflora gibt; am
Wege prachtvolle hängende Gärten. Das Dorf Mahim liegt malerisch
am Nordweststrande der Insel; dort ist ein 1859 begründetes
schottisches Waisenhaus (_Scottish Orphanage_). Mahim ist auch
Station der B. B. & C. I.-Eisenbahn (14 km von Bombay). Die
Landstraße führt dann über den _Sion Causeway_, einen Damm,
auf die Insel Salsette, wo etwa 27 km von Bombay der künstlich
aufgestaute See _Vehar Lake_ mit dem großen Wasserwerk der Stadt
Bombay; der Weg führt durch dichte Dschungeln, die früher reich an
Tigern waren; jetzt sind diese »_man eaters_« (Menschenfresser)
dort seltener. Auch andres Wild ist frühmorgens dort zu treffen;
der See ist sehr fischreich. 3 km nördl. liegt der Stausee _Tuki
Lake_ und nochmals 3 km weiter die 109 Höhlentempel von _Kanhari_
(weniger sehenswert als die von Ellora, S. 62).
_=Andre Ausflüge=_ (bei längerm Aufenthalt sehr zu empfehlen!) nach
*_Bassein_ (S. 64), *_Matheram_ (S. 96), _Khandalah_ und _Karli_,
_Poona_ und *_Mahabaleshwar_ (S. 97).
3. Von Bombay über Jaipur, Agra, Delhi und Benares nach Calcutta.
Vgl. die Karten bei S. 96 und 64.
=Eisenbahn von Bombay nach Calcutta.= 1) _Bengal-Nagpur Railway_,
die kürzeste Verbindung durch die südl. Zentralprovinzen, 1221 M
(1965 km), sogen. _Calcutta-Mail_ (Schnellzug) über Bhusawal,
Nagpur in 41-3/4 St., Fahrpreise: I. Kl. 91 Rup. 1 anna, II. 45
Rup. 9 annas; Rückfahrkarten I. Kl. 171 Rup. 8 annas, II. Kl. 80
Rup. 8 annas, III. Kl. 15 Rup. 10 annas. Abfahrt von Bombay,
Victoria Terminus Stat. mittags, Ankunft Calcutta (Howrah) Vm.
2) _Great Indian Peninsular Railway_ und _East India Railway_, 1400
M (2253 km), sogen. _Midland Route_ durch die nördl.
Zentralprovinzen über Nasik, Jubbulpore, Allahabad in 42-1/4 St.;
Fahrpreise: I. Kl. 99 Rup. 1 anna; II. Kl. 45 Rup. 14 annas; III.
16 Rup. 6 annas (für Diener). Auf dieser Strecke läuft wöchentlich
ein Sonderzug (_Special Train_) mit Speisewagen nach Ankunft des P.
& O.-Dampfers in Bombay in 40 St., Fahrpreis 6 £ 12 sh, mit nur 32
Plätzen, daher Anmeldung vor Ankunft in Aden nötig.
3) _Bombay, Baroda and Central Indian Railway_ und _East Indian
Railway_ durch Radjputana und Hindustan über Jaipur, Delhi, Lahore,
Agra, Allahabad, Benares; die Radjputana-Route kombiniert mit der
East India-Route. Es ist der beste Reiseweg für Weltreisende,
zugleich die bestgeleitete Bahnlinie Indiens; wo die Unterkunft in
den auf dieser Strecke gelegenen sehenswerten Städten zu mangelhaft
ist, findet man im Stationsgebäude gute Verpflegung und bequeme
Schlafräume (zuweilen etwas lärmend) mit Bädern.
Von Bombay nach Delhi.
Vgl. die Karten bei S. 96 und 64.
=Eisenbahn:= Linie 3) (s. oben). Abfahrt von Bombay von _Colaba
Station_ (am besten, um guten Platz zu bekommen, l. sitzen!).
Schnellzug bis (849 M, 1367 km) _Delhi_ mit Bombay Baroda & Central
Indian-Bahn in 35 St. für I. Kl. etwa 62 Rup. 7 annas, II. Kl. 31
Rup. 4 annas, Diener 8 Rup.