wasser- und staubdichter Sack mit Bettzeug (weil Nachtfahrten oft
sehr kühl sind), wollene Decken, eine seidene Decke und
ein »Razai« (Baumwollsteppdecke, als Matratze dienend, zu 6 Rup.,
einige weiße Laken und Handtücher, Kopfkissen aus Leder mit
Überzug; gesamte Reisebettausrüstung ist in den größern
europäischen Geschäften der Hafenstädte für 20-25 Rup. zu kaufen);
sehr zu empfehlen ist die Mitnahme von Mundvorrat in geschlossenem
Frühstückskorb (_tiffin basket_), auch Rotwein, Sodawasser, einer
Flasche mit abgekochtem Wasser zum Mundspülen (in den Zügen
_=nicht=_ zu haben), Kognak und Teekocher oder kaltem Tee sowie
Körbchen mit Früchten, denn nur die Schnellzüge (_mail trains_)
haben zuweilen Speisewagen. Für alle Züge geben die Fahrpläne die
Aufenthaltsorte für Frühstück und Mittagessen an, aber die
Bahnhofswirtschaften (_refreshment rooms_) sind nur auf Hauptlinien
gut, sonst oft schlecht und gesundheitsgefährlich; rohe Milch
sollte man stets selbst abkochen. Mahlzeiten bestelle man in den
Bahnhofswirtschaften telegraphisch (gratis) beim Zugführer,
Schaffner oder Bahnhofsvorsteher voraus, da bei großem Andrang
diese Wirtschaften nicht genügend vorbereitet sind; meist wird
einige Stationen vorher angefragt, ob Vorausbestellung gewünscht
wird.
_=Gepäckträger=_ erhalten etwa 2 annas für nicht schweres Gepäck.
Die =Gasthöfe= sind in letzter Zeit besser geworden, auch in
kleinen Orten findet man jetzt meist gute Hotels. Man erkundige
sich unterwegs bei europäischen Geschäftsreisenden, die das Land
öfters besuchen, welche Häuser zurzeit am besten sind. Das Reisen
ist in Indien nicht unverhältnismäßig teuer, aber man braucht viel
Fahrgelegenheit, weil vieles Gehen in der Hitze
gesundheitsschädlich ist.
Die =Unterkunftshäuser= für Reisende (Dâk Bungalows) in den Dörfern
gehören der Regierung; man erkundige sich vorher, ob sie frei sind,
meist muß man nach 24 Stunden seinen Platz an Neuankommende
abgeben; einzelne haben einen Wärter, der gute Verpflegung (Tee und
Eier fast stets vorhanden) liefert sowie Beleuchtung, aber manche
sind fast leer und ohne Bedienung.
Ein =Reisediener= (Boy) muß mit Sorgfalt, womöglich durch
Vermittelung des Konsuls oder eines Reiseagenten (S. 54), am
besten durch _Cook_ oder den Hotelmanager ausgewählt werden und
zuverlässige Zeugnisse beibringen; man miete nur nach genauer
Prüfung des Dienstbuches, gebe außer 10 Rup. für Kleidung keinen
Gehaltsvorschuß und nur Geld für kleine Auslagen, die der Boy
billiger als man selbst macht. Auch als Dolmetscher muß der
Boy dienen. Gute Boys, die Englisch, Singhalesisch, Tamulisch,
Hindostanisch und Malaiisch sprechen, sind kaum unter 1-1/2 Rup.
tägl. zu haben; es empfiehlt sich (außer wenn man besonders
zufrieden ist), den jeweiligen Boy in Indien, Ceylon, Birma,
Siam etc. zu entlassen, um Reisekosten (hin und zurück für den
Boy) zu sparen. Der gewöhnliche Monatslohn ist 35-40 Rup., worin
Selbstbeköstigung inbegriffen, dazu beim Dienstantritt 10 Rup. für
»warme Kleidung«. Fahrkarte für den Boy auf den indischen Bahnen
kostet ein Viertel der Fahrkarte I. Kl.; Heimreise muß ihm voll
gezahlt werden. Einzelne gewandte Reisende mit nicht zu hohen
Ansprüchen sehen neuerdings vom Mieten eines Boys ab; sie helfen
sich für Gepäck etc. mit den in allen Hotels herumlungernden Boys,
die gegen kleines Trinkgeld sehr dienstwillig sind und meist auch
etwas Englisch verstehen. Nach Erfahrung einzelner Reisenden sind
die Fremdenboys »eine dauernd auf den Geldbeutel ihrer Herren
schielende, mit allen Hunden gehetzte Tagediebkaste«-- also ist
Vorsicht mit ihnen geboten. Bei gutem Dienst verspreche man ein
Extrageschenk zum Schluß. Diener aus dem Innern (_Up-country
servants_) sind oft zuverlässiger und billiger als die der
Hafenstädte; doch die Madras-Boys gelten als die besten in Indien.
Hat man solchen sprachkundigen Eingebornen als Diener, kann man
mit englischen Sprachkenntnissen überall auskommen. Den vollen
Lohn zahle man erst bei der Entlassung.
Die =Verpflegung= ist in Indien meist nicht gut, der Genuß frischer
Milch und Butter ist gefährlich, Wasser muß filtriert und abgekocht
werden (Filter allein genügt nicht!). Abseits von Hauptreisewegen
führe man stets gut gefüllten Eßkorb (_tiffin basket_, in allen
Ausrüstungsgeschäften zu haben) und Sodawasser mit, vgl. oben.
Die =Lebensweise= soll in allem mäßig sein; nicht zu viel Schlaf;
gymnastische Bewegungen zur Förderung des Blutumlaufs nicht
versäumen, aber nur morgens vor der großen Hitze; früh aufstehen,
zeitig zu Bett. Morgenspaziergänge und -ritte sind am besten,
abends kann man sich im starken Tau leicht erkälten. Nach den
Mahlzeiten ruhe man! Man bade täglich, aber nie mehr als zweimal.
Wollene Leibbinde sollte man namentlich nachts tragen; sie
schützt gegen Darmerkrankungen. Nachts schlafe man in Nachtanzug
(Pyjamas) aus Rohseide oder leichtem Wollen- oder Baumwollenstoff
und nie auf fremden Matratzen oder Kissen ohne reine Bezüge.
Man hüte sich vor Zugwind, weil Europäer in Indien viel unter
Rheumatismus zu leiden haben, und sitze nicht im Abendtau im
Freien! Nicht zu schwere Fleischkost, nicht viel Bier, überhaupt
wenig Alkohol. Unreife Früchte und rohe Früchte, deren Wirkung man
nicht kennt, saure Weine, auch rohe indische Austern, trotzdem sie
wohlschmeckend sind, sollte man stets meiden. Sehr stärkend für
den Magen ist der indische Curry mit Reis, auch wenn er dem, der
ihn noch nicht aß, zu scharf schmeckt. Sekt auf Ei (»Scrupkin«)
wird als Mittel gegen Dysenterie empfohlen. Durchfall soll man
nicht gleich stopfen, sondern nur durch Diät (nur Reis essen und
gekochtes Reiswasser trinken!) mildern; wo ein Arzt ist, ziehe man
ihn rechtzeitig zu Rate, weil er die klimatischen Einflüsse zu
beurteilen versteht; auch Verstopfung nicht vernachlässigen! Tee
genügt als Stimulans völlig.
=Landreisen= sind auf Hauptstraßen im Anschluß an die Bahn mit
Postwagen (Dâk) oder andern ortsüblichen Fuhrwerken ausführbar. Die
eigne Verpflegung nehme man mit, für die Eingebornen ist fast in
jedem Dorfe das Nötigste zu haben. Moskitonetz; übrige Ausrüstung
dem Reiseziel anpassen. Chinin ist nötig. Als Vorbeugungsmittel
wird Chinin in größerer Dosis (bis zu 1 g) an zwei
aufeinanderfolgenden Tagen wöchentlich oder jeden fünften Tag 1/2 g
zu nehmen empfohlen; kleine Dosen täglich sind unwirksam. Während
Fieberanfall nehme man Phenazetin nach ärztlicher
Vorschrift.--_=Empfehlungsbriefe=_ an englische Beamte oder Klubs
und an Radschas sind nützlich und bei Reisen in Birma
unentbehrlich.
=Gefahren für Reisende.= _=Bisse wilder Tiere=_ (Pariahunde,
Schakale) muß man, falls Wutverdacht vorliegt, im Pasteur-Institut
in Kasauli nahe bei Kalka (S. 75) und in Coonoor (Nilgiris)
behandeln lassen. In Bombay wird ein Pasteur-Institut eingerichtet.
--Schlangen (namentlich Cobras, Brillenschlangen) zeigen sich
gelegentlich (auch noch auf Malabar Hill in Bombay), Europäer
verscheuchen die Tiere aber meist durch das Geräusch ihrer Schuhe.
Schlangenbisse werden ähnlich wie Kreuzotterbisse behandelt: man
verhüte, daß das Gift zum Herzen gelangt, durch Abschnüren des
gebissenen Gliedes; die Wunde öffnen, ausbluten lassen, auswaschen
mit Lösung von übermangansaurem Kali oder (falls dies nicht zur
Hand ist) mit heißem Eisen oder Pulver ausbrennen, dazu tüchtig
Bewegungen machen, Alkohol trinken etc., um das
Gift »auszuschwitzen«. Als Gegengift erhält man in Indien
»Calmette's Antivenene Serum« oder Chlorpastillen. -- Skorpionbisse
sind schmerzhaft, aber selten gefährlich; man wasche sie mit
Ammoniak oder Essig aus.--Bestreichen mit Eukalyptusöl schützt vor
den wegen Malaria-Ansteckung gefährlichen Moskitostichen, die man
auch mit Ammoniak oder Essig behandelt.
_=Krankheiten=_, denen Reisende in Indien ausgesetzt sind: Cholera
(Ansteckung meist durch Wasser); Verstopfung (man nehme
Cascara-Tabletten); Durchfall (nie vernachlässigen); Dysenterie;
Malariafieber; Augenentzündung; Typhus; Geschlechtskrankheiten.
--Die Pest (engl. _plague_) ist fast überall in Indien heimisch,
tritt unter den Eingebornen mehr oder minder stark auf, im März am
schlimmsten. Europäer bleiben ziemlich verschont, wenn sie nicht in
nahe Berührung mit dem Volke kommen. Die religiösen Feste der
Hindus tragen viel zur Verbreitung der Pest bei.
2. Bombay
Vgl. den beifolgenden Plan.
=Ankunft zur See.= Die meisten Dampfer ankern auf der Reede;
Reisende werden mit Dampfboot gelandet. Zolluntersuchung in der
Halle bei der Landungsbrücke. Schußwaffen, auch gebrauchte, zahlen
hohen Zoll (s. S. 49), wenn man sie nicht im selben Jahre schon in
Indien verzollt hat. Der Zoll wird bei der Abreise gegen Vorzeigen
der Quittung (Receipt) zurückerstattet. Meist erhält man schon auf
dem Dampfer oder im Zollamt ein Formular, in das jeder Reisende
Zahl der Gepäckstücke, Inhalt und Wert anzugeben hat. Wenn das
schwere Gepäck innerhalb 24 St. nicht untersucht ist, wird es nach
dem städtischen Zollamt (_Town Custom House_; C4) gebracht. 5 St.,
nachdem die Ankunft eines P. & O.-Dampfers signalisiert ist, gehen
Schnellzüge für Durchreisende nach dem Osten ab.--Beauftragte der
bessern Hotels sowie von Thos. Cook & Son kommen mit den
Zollbeamten an Bord und übernehmen Aufträge zur Besorgung des
Gepäcks. Falls der Dampfer nachts ankommt, bleibt man am besten bis
Tagesanbruch an Bord.
[Hand]Man hüte sich vor aufdringlichen Agenten unbekannter Firmen!
=Gasthöfe:= _Taj Mahal Palace Hôtel_ (Pl. e, C5), erstklassiges
Prachthotel (meist deutscher Direktor) mit europäischer
Einrichtung, der größte und schönste Gasthof in Indien, elektr.
Licht, Fahrstühle etc.; 400 Z., Pens. (bei 7 Tagen Aufenthalt) von
10 Rup. an.--_Majestic_ (Pl. e, B5), Wodehouse Road, 95 Z., Pens.
10-25 Rup., modern eingerichtet.--_Great Western Hotel_ (Pl. b,
C4), Apollostraße; bequem; Fahrstuhl, elektr. Licht.--_Apollo
Hotel_ (Pl. c, B5), Colaba Causeway, nahe dem gleichnamigen
Bootshafen. --Die größern Gasthöfe haben =Bars=, an denen man Bier
erhält.
=Restaurants:= _Victoria Station Restaurant_, im Hauptbahnhof.--_W.
B. Green & Co._--_The Apollo Hotel Restaurant_ (Pyrke).--_The
Majestic_ (gegenüber Apollo Hotel).--_Mongini_, Church Gate
Street.--_Cornaglia_, Konditorei, Meadow Street 83.
=Diener.= Je nach Bedürfnis nimmt man sofort nach Ankunft einen
Diener (_Boy_), jeder Europäer in Bombay hat ihn; Gehalt vgl. S.
51. Doch können Reisende in Bombay ohne Diener durchkommen, je nach
Ansprüchen auf Bequemlichkeit. Über Annahme etc. vgl. S. 51
(wichtig!).
=Post, Telegraph, Telephon= (B4) neben dem Victoria Terminus
(Hauptbahnhof) und in der Esplanade Road, etwa 10 Min. sw. vom
Hauptbahnhof. Ein _Post Office Guide_ und ein _Indian Telegraph
Guide_ (zu je 4 annas) sind bei jedem Amt zu haben.
=Wagen und Droschken:= Man frage den Hotelportier, wieviel man
zahlen soll, weil die Tarife zuweilen unverständlich sind. Die
_Autodroschken_ (Taxicabs) haben Fahrpreisanzeiger.
=Straßenbahnen= werden von Europäern wenig benutzt; ihre Endpunkte
sind Colaba Station und Sailors Home am Südende der Stadt; sie
laufen bis zum Nordende der Stadt, über Grant Road, nach Parell und
nach den Docks.
=Eisenbahnen.= Zwei Hauptlinien: 1) Die _Great Indian Peninsula
Railway_ (G. I. P.) vom Hauptbahnhof Victoria Terminus (C3) für
Fahrten nach Allahabad, Cawnpore, Lucknow, Agra und Delhi, Benares,
Calcutta, Poona, Hyderabad, Madras und nach dem Süden. Schnellzüge
nach Calcutta via Jubbulpore in 46 St., via Nagpur in 48 St.--2)
Die _Bombay, Baroda & Central Indian Railway_ (B. B. & C. I.), von
Colaba Station (B5) für Fahrten nach Ahmedabad, Ajmer, Jaipur,
Agra, Delhi, Lahore und nach dem Norden, hat mehrere Bahnhöfe in
Bombay; Reisende, die nahe dem Fort wohnen, benutzen _Church Gate
Station_ (B4) oder _Colaba Station_ (B5); die auf Malabar Hill oder
in Byculla wohnen, benutzen _Grant Road Station_. Man erhält
Rundreisekarten bei Thos. Cook & Son, s. S. 54.
=Dampfer:= _Österreichischer Lloyd_, Agentur: W. Denso
(Telegrammadr.: »Lloydiano-Bombay«, Church Gate Street 50; nach
Triest jeden Monat zweimal (Mai bis August nur einmal) in 16 Tagen;
ferner nach Colombo, Penang, Singapore, Hongkong und Schanghai
monatl.--_Messageries Maritimes_, alle 4 Wochen nach Marseille,
Agentur: Hornby Road, Albert Buildings; beide Gesellschaften haben
gemeinschaftliche Rückfahrkarten (S. 9).--_Peninsular & Oriental
S. N. Co._ (P. & O.), Agentur: 3 Rampart Row; jeden So. nach
Brindisi und London, 14tägig nach Colombo, China, Japan und
Australien; ähnlich _Ellerman Line_ und _Anchor Line_.--_Società
Nazionale di Servizi Marittimi_, Agentur Hornby Road 59, nach
Neapel und Genua.--_British India S. N. Co._, Agentur: Mackinnon,
Mackenzie & Co., Ballard Road; wöchentl. nach indischen
Küstenhäfen, Calcutta, Karachi, dem Persischen Golf, Birma und
der Ostküste von Afrika.--_Deutsche Ostafrika-Linie_ (Hamburg),
Agentur A. Strandes, 14tägig nach Ostafrika (Daressalam etc.).
--Fahrpläne geben die Tageszeitungen.
=Bankgeschäfte:= _Hongkong and Shanghai Banking Corporation Ltd._,
Church Gate Street 40;--_Chartered Bank of India Australia & China
Ltd._, Elphinstone Circle, gegenüber Telegraphenamt. --_National
Bank of India Ltd._ (Korr. der Deutschen Bank und der Allgem.
Deutschen Creditanstalt in Leipzig), Rampart Row;--Mercantile Bank
of India, Esplanade Road; alle Korr. der Berl.
Disconto-Gesellschaft.
=Sprache.= Englisch wird in allen Hotels, auch in den meisten
Rasthäusern (Dâk Bungalows) gesprochen. Von den vielen neuindischen
Sprachen, die in den verschiedenen Gebieten Vorderindiens
gesprochen werden, ist das _Hindostani_ oder _Urdu_ die
verbreitetste; es ist ein Hindudialekt mit vielen persischen und
arabischen Beimischungen, auch einigen malaiischen, portugiesischen
und englischen Wörtern. Grammatik und Wörterbuch von _Forbes_
(London 1855 und 1846) gelten noch jetzt als beste Sprachführer.
Zum Gebrauch für Reisende genügt aber der »_Hindustani Manual for
Beginners_« (Times of India-Press, Bombay), der viele Wörter und
Sätze enthält; ferner: »_Marlborough's Hindustani Self Taught_« (2
Rup. 4 annas); »_How to speak Hindustani in a Month_« (1
Rup.).--Betreffs der Aussprache englisch geschriebener
geographischer Namen sei bemerkt, daß u im allgemeinen wie a
gesprochen wird: Kalkatta (geschrieben Calcutta), Dschamna
(geschrieben Jumna), Lackno (geschrieben Lucknow) etc.
=Reisebureaus, Agenten.= _Norddeutscher Lloyd:_ Thos. Cook &
Son.--_Hamburg-Amerika Linie_, Volkart Brothers. --_Thos. Cook &
Son_ (B4), Esplanade Road 13 (Lesezimmer); geben »Cooks India.
Information for Travellers landing at Bombay and Calcutta« mit
Angaben über Reisewege und Fahrpreise heraus, ein sehr nützliches
Heft. Fahrkarten sind oft für die Bahn billiger und schneller in
Cooks Office zu haben als auf den Bahnhöfen. Cook gibt auch
Hotelcoupons, für ganz Indien gültig, aus, seine Fahrkarten können
getauscht oder zurückgegeben werden. Es empfiehlt sich, Briefe aus
der Heimat an Cook schicken zu lassen, der sie dem Reisenden nach
Verabredung nachschickt (Deutsch wird aber im Bureau nicht
gesprochen!).--_=Reiseagenten=_, die Reise- und Geldgeschäfte, auch
eingeborne Diener besorgen, Briefe nachsenden etc., sind: _Latham &
Co._ (empfohlen), Apollo Street; _King King & Co._, Standard
Buildings, Hornby Row; _Grindlay, Groom & Co._, Hornby Road.
(Vorsicht ist bei Agenten geboten!)
=Konsulate:= _Deutsches Reich_ (B5), Konsul Dr.
Heyer.--_Österreich-Ungarn_ (B5), Konsul Graf Thurn.
=Polizei= (_Police Courts_; C3) gegenüber dem Victoria-Bahnhof.
Polizeiwache neben Apollo Hotel. Polizeipräsidium gegenüber
Crawford Market.
=Bäder= in allen Gasthöfen. Seewasserbäder zum Schwimmen in _Back
Bay_ (B5) und _Breach Candy_ (im NW.); Badezeit im Hotel erfragen
=Ärzte:= Dr. _Alphons Mayr_ (Deutscher), Konsulatsarzt, Roosevelt
House, Apollo Reclamation (gegenüber Taj Mahal Hotel), zu
empfehlen.--Zahnärzte: Dr. _Barr_, Mayo Road; Dr. _Davison_,
Landsdowne Road.
=Apotheken:= _Thompson & Taylor_, Esplanade Road; _Kemp & Co._,
Elphinstone Circle (C4), Sassoon House und im Taj Mahal Hotel.
=Buchhandlungen:= _Taraporevala_, Meadow Street; _Thacker & Co._;
Esplanade Road (B4);--_Combridge & Co._, Esplanade Road.--_Presse:_
_The Times of India_; _The Bombay Gazette_; _Advocate of India_
(Abendblatt).
=Photographien:= _Metzker_ (Deutscher, gelobt), Hornby Road,
Whiteways Building.--_Bourne & Shepherd_, Esplanade Road 18,
liefern Films und Platten jeder Art;--_Clifton & Co._ (Mitbesitzer:
Schultz), Meadow Street, sprechen Deutsch.
=Geschäftsadressen.= _=Indische Kuriositäten:=_ _Tarachund_, Meadow
Street;--_Ramswamy_, ebenda;-- _Hurjimuli_ und in den Läden in der
Kalbadevi Road und deren Nebenstraßen. --_=Reiseausrüstung:=_ _Army
& Navy Stores_; _Badham & Pile_; _Asquith & Co._; _Whiteway,
Laidlaw & Co._; _Hoar & Co._; sämtlich Esplanade Road.
=Vergnügungen, Theater= (nur zeitweise): _Royal Opera House_,
Queens Road; _Gaiety Theatre_ und _Novelty Theatre_ (BC 3), nahe
Victoria-Bahnhof. --_Native Theatre_ (A1), Grant Road.--
_=Öffentliche Musik=_ an bestimmten Tagen im Yacht Club und
am »Bandstand« (Musiktempel); Sa. in Byculla, Victoria Gardens;
ebenda _Botanischer_ und _Zoologischer Garten_ und _Museum_.
=Klubs, Vereine:= _Deutscher Klub_, Kennedy Sea Face.--_Byculla
Club_, Bellasis Road, Byculla, mit Schlafgelegenheit. _Bombay
Club_, 26 Esplanade.--_Yacht Club_, Apollo Bandar (C5).--_Bombay
Gymkhana and Golf Club_, Esplanade Road.--_Ladies' Gymkhana_, The
Ridge, Malabar Hill, abds. sehr besucht.
=Zeiteinteilung.= 1. Tag Vm.: Wagenfahrt Fort, Europäerstadt und
Native Town (Eingebornenstadt), bequem in 4-5 St. zu durchfahren;
Nm. 2 Uhr: Mit Cooks Dampfer (s. S. 61) nach Elephanta, zurück 7
Uhr;--2. Tag Vm.: Wagenfahrt nach Malabar Hill zu den Türmen des
Schweigens (7-1/2-9) mit Eintrittskarte vom Hotelportier; Nm.:
Native Town-Basar »shopping« und Wagenfahrt nach Victoria Gardens und
Museum. Abendspaziergang zum Studium des Volkslebens gegen 6
Uhr;--3. und 4. Tag: Ausflug nach Ellora (S. 61);--5. Tag früh:
Autofahrt nach Mahim und Vehar Lake. Weitere Ausflüge s. S. 62.
=Geschichtliches.= Bombay wurde 1530 vom Sultan Balladur, dem König
von Gujarat, an die Portugiesen abgetreten, die dort eine
befestigte Handelsfaktorei einrichteten. Bei der Heirat Karls II.
von England mit der portugiesischen Infantin Katharina ging Bombay
als Mitgift an die englische Krone über, wurde aber schon 1668 der
Ostindischen Kompanie gegen einen Pachtschilling von 10 £ jährlich
übergeben. Diese Kompanie verstand die günstige Lage des Platzes zu
würdigen und auszunutzen; schon 1686 wurde der Sitz der westlichen
indischen Statthalterei aus Surate nach Bombay verlegt,
gleichzeitig Postamt und Münze errichtet. Durch geschickte
Maßregeln, Zoll- und Religionsfreiheit für die Ansiedler, Ausbau des
Hafens entwickelte sich der Platz und übertraf schließlich den
alten Handelsplatz Surate bedeutend. Im 19. Jahrh. bewirkte die
Steigerung der Baumwollausfuhr infolge des nordamerikanischen
Sezessionskrieges schnelles Aufblühen Bombays. Seit Eröffnung des
Suezkanals ist Bombay die zweite Handelsstadt Indiens geworden, hat
aber seit 1896 durch Mißernten und Pest gelitten.
Das =Klima= von Bombay ist in der Trockenzeit nicht so heiß wie in
andern indischen Plätzen. Der SW.-Monsun (Regenzeit) setzt etwa in
der zweiten Juniwoche ein, der Regen dauert regelmäßig bis Ende
September. Mai und Oktober sind die heißesten Monate, aber auch
dann wird die Hitze durch kühle Seebrise gemildert, anderseits
macht sie sich infolge der großen Luftfeuchtigkeit und der geringen
nächtlichen Abkühlung oft fühlbarer als im Innern des Landes. Die
mittlere Jahrestemperatur beträgt 26,3° C, zwischen 23,6° im Januar
und 29,2° im Mai. Die mittlere jährliche Regenmenge beträgt 1880
mm, wovon 1800 mm allein in der Zeit von Juni bis Ende September
fallen.
=Bombay=, nach der Göttin Mumba benannt, wichtigster Seehafen der
indischen Westküste und Hauptstadt der gleichnamigen Präsidentschaft des
britisch-indischen Kaiserreichs, unter 18° 55' nördl. Br., liegt auf der
55 qkm großen Insel _Bombay_, die durch einen schmalen Sund von den
Inseln _Salsette_ und _Trombay_ getrennt ist; von Bombay führen zwei
Eisenbahnbrücken und eine Straßenbrücke (_Sion Causeway_) über diesen
Sund. Der Ghodbandar-Fluß trennt die Salsette-Insel vom Festlande. Die
Südküste der Bombay-Insel ist tief eingebuchtet; die malerische, aber
seichte _Back Bay_, mit gefährlichen Riffen, begrenzt die eigentliche
Stadt Bombay nach W.; _Malabar Hill_, der SW.-Zipfel der Insel Bombay,
schließt die Back Bay nach NW. ab. An der Ostseite der Stadt liegt die
Reede mit Ankerplätzen für die größten Schiffe, mit Hafenanlagen,
Werften und Trockendocks. Am _Apollo Bandar_ (C5) ist das neue
Europäerviertel; dort liegt der Yacht Club. Die Hauptgeschäftsstraße,
_Esplanade Road_ (B3, 4), trennt das (östliche) Geschäftsviertel, _The
Fort_ (BC3, 4) genannt, von den öffentlichen Gebäuden an der Westseite.
Nördl. vom _Victoria-Bahnhof_ (Terminus; C3) dehnt sich bis zu den
Fabrikvorstädten _Mazagon_ und _Byculla_, die dichtbevölkerte
Eingebornenstadt (_Native Town_ A-C1), aus. Nördl. davon liegt der
Vorort _Parel_.--Der gesündeste und malerischste Vorort liegt auf
_Malabar Hill_; dort ist das Villenviertel der Europäer und wohlhabender
Eingeborner, in dessen Mitte die Türme des Schweigens (S. 60) liegen.
Nahe der Südspitze von Malabar Hill, auf _Malabar Point_, steht das Haus
des Statthalters (_Government House_) neben dem heiligen Hindutempel von
_Walkeshwar_ (S. 60).--Küstenbefestigungswerke liegen auf _Elefanta_,
auf _Oyster Rock_ östl. von Colaba, auf _Middle Ground Shoal_, auf
_Cross Island_ und auf _Colaba Point_; ferner im W. der Stadt bei
_Mahalakschmi_ und auf _Malabar Point_ (man hüte sich, in der Nähe der
Festungswerke zu photographieren). Nö. von Malabar Hill, auf _Camballa
Hill_ und an dessen Seeseite, _Breach Candy_, liegen ebenfalls Villen.
Bombay hatte 1911: 972930 Einw. (davon 20000 Europäer, 50000 Parsen, 2/3
Hindu, 1/5 Mohammedaner). Die Industrie umfaßt Baumwollfabriken,
Kunstgewerbe, Holzschnitzereien. Bombay ist Ausfuhrhafen für die
Präsidentschaft Bombay und für das westliche Dekhan; die Ausfuhr umfaßt
Baumwolle, Getreide (besonders Weizen) und Hülsenfrüchte, Ölsamen,
Opium, Schafwolle, Häute und Felle; die Einfuhr Baumwollwaren,
Wollen- und Seidenstoffe, Metallwaren, Glas, Porzellan, Leder, Zucker,
rohe Seide, Tee u. a. Im Jahre 1909 liefen 897 Schiffe von 1963000
Registertonnen in den Hafen von Bombay ein.