Papenstraße; Belegung von Dampferplätzen kann auch in dessen
Hauptagenturen, z. B. Berlin, Unter den Linden 5/6; ferner durch
Reisebureaus, wie das _Weltreisebureau Union_, Berlin, Unter den Linden
22; das _Amtliche Bayerische Reisebureau_ in München, Promenadeplatz 16;
_Thos. Cook & Son_, London, E. C. Ludgate Circus; _Schenker & Co._, Wien
I, Schottenring, u. a. erfolgen): Reichspostdampfer alle 14 Tage nach
Ostasien (abwechselnd von Hamburg und Bremerhaven) über Rotterdam (nur
die Dampfer von Bremerhaven), Antwerpen, Southampton, Gibraltar, Genua,
Neapel (hier können Reisende von Berlin 14 Tage nach Abfahrt des
Dampfers aus Deutschland ihn mit der Bahn noch erreichen), dann über
Port Saïd, Suez, Aden, Colombo, Penang, Singapore (Anschluß nach Bangkok
und Batavia etc.), Hongkong (Anschluß nach Manila), Schanghai (Anschluß
nach Hankau), Tsingtau (nur die Dampfer von Hamburg), Nagasaki (nur die
Dampfer von Bremerhaven), Kobe, Yokohama und ebenso zurück (ohne
Anlaufen von Rotterdam). Vgl. Reichskursbuch Nr. 697. Außerdem die
Australlinie bis Colombo, Reichskursbuch Nr. 707a. Schnellpostdampfer
zwischen Bremerhaven und New York alle 8-14 Tage, vgl. Reichskursbuch
Nr. 711a in 7 Tagen.--Eine _Weltfahrkarte des Norddeutschen Lloyd_
kostet 2695 M. I. Kl. für Tour 1 via China und Japan; die Reise kann
westwärts oder ostwärts gemacht werden, die Fahrkarte ist 2 Jahre gültig
und nicht übertragbar. Reiseunterbrechung ist in jedem Hafen gestattet,
doch Anmeldung beim Agenten der betreffenden Gesellschaft erforderlich
mit Angabe, wann die Weiterreise angetreten werden soll. Anspruch auf
freien Platz auf dem Dampfer für die Weiterreise hat der Reisende nicht.
Alle Kosten am Lande hat der Reisende selbst zu tragen. Verlust der
Weltfahrkarte wird nicht vergütet. Die Weltfahrkarte gibt Anrecht auf
einen Platz in Außenzimmern niedrigster Preislage, wenn der Platz
rechtzeitig bestellt wird; bei Benutzung eines Innenzimmers tritt keine
Preisermäßigung ein. Die Anweisung für die Reise über den Atlantischen
Ozean kann in New York durch die Firma Oelrichs & Co. (in Bremen durch
den Norddeutschen Lloyd) ohne Nachzahlung auf Wunsch des Reisenden auf
eine andre atlantische Linie übertragen werden. Wenn der Weltreisende
sich in Gibraltar, Genua oder Neapel ein- oder ausschifft, ermäßigt sich
der Preis der Fahrkarte um 88 M. Der Preis erhöht sich um 110 M., wenn
man von Port Saïd nach Bombay mit Dampfer des Österreichischen Lloyd
fährt. Die Reisekosten von Bombay durch Indien bis Colombo sind in den
Fahrpreis nicht mit eingeschlossen. Statt des Reichspostdampfers von
Colombo nach Singapore darf man einen Dampfer der British India S. N.
Co. (nicht empfehlenswert!) von Calcutta nach Singapore benutzen.
Gleiches gilt für die Westwärtsreise, auf der man schon bei der
Platzbelegung in Ostasien anmelden muß, falls man die Reise in
Singapore, Penang oder Colombo unterbrechen will; Meldung beim
Schiffszahlmeister vor Abfahrt von Colombo ist erforderlich, wenn man in
Suez oder Port Saïd die Rückreise unterbrechen will. Von Japan nach San
Francisco berechtigt die Weltfahrkarte zur Fahrt mit den Dampfern der
Pacific Mail S. S. Co. und der Toyo Kisen Kaisha, wobei
Reiseunterbrechung in Honolulu (bei den japanischen Schiffen nicht über
30 Tage) zulässig ist. Eisenbahnfahrten in Japan hat der Reisende selbst
zu bestreiten. Die Weltfahrkarte gestattet auch, mit Küstendampfer des
Norddeutschen Lloyd von Singapore über Bangkok (mit Fahrtunterbrechung
dort) nach Hongkong ohne Mehrkosten zu reisen. Für die Bahnfahrt von San
Francisco via Chicago oder via St. Louis oder via New Orleans nach New
York sind die Reisenden berechtigt, sich einen der vielen auf der
Fahrkarte genannten Reisewege auszuwählen; die Reise kann in weniger als
fünf Tagen ausgeführt, aber auch an jedem größern Platz unterbrochen
werden, wenn man dies dem Zugführer vorher anmeldet. Mahlzeiten und
Schlafwagenbenutzung (s. II. Teil, S. 4) hat der Weltreisende selbst zu
zahlen. Wenn die Eisenbahnfahrt von San Francisco nach New York nicht in
die Weltfahrkarte eingeschlossen werden soll, ermäßigt sich deren Preis
um 210 M.--Bei _Einschiffung_ für die Reichspostdampfer in Bremen oder
Hamburg müssen die Reisenden am Tage vor der Abfahrt des Dampfers in
Bremen (Papenstraße 5/6) oder in Hamburg (Baumwall 3) sich zwischen 10
Uhr vormittags und 5 Uhr nachmittags melden und Verladung des Gepäcks
(das vorausgesandt werden kann) veranlassen. In Rotterdam legen die
Dampfer (von Bremerhaven kommend) am Rynhaven am Kai an; die Reisenden
tun gut, schon am Tage vorher sich bei Wm. H. Müller & Co., Willemsplein
5, zu melden. Antwerpen verlassen die Reichspostdampfer der
ostasiatischen Linie Montags, sie liegen am Quai van Dyck 20 und 21;
Agentur in Antwerpen von Bary & Co., Place de Meir 23, die Reisenden
müssen sich meist schon am Abend vor der Abfahrt einschiffen. Reisende,
die die Seefahrt durch die nordeuropäischen Gewässer scheuen, benutzen
den _Lloyd-Expreßzug_ (täglich früh 6 Uhr 55 Min. von Altona, Hamburg
über Bremen, Düsseldorf, Köln, Wiesbaden, Straßburg, Basel, Luzern etc.
nach Genua in 28 Stunden, Fahrpreis Hamburg-Genua 168,40 M.).
Empfehlenswert ist Platzvorausbestellung bei den Lloydagenturen, der
Internationalen Schlafwagengesellschaft, bei Thos. Cook,
Union-Weltreisebureau oder Schenker & Co. für den Lloydexpreßzug. Das
_eingeschriebene_ Gepäck der Passagiere, die mit Lloyddampfer von Genua
weiterfahren, unterliegt im Lloydexpreßzug keiner Zollrevision; man
mache den den Zug begleitenden Beamten der Internationalen
Schlafwagengesellschaft darauf aufmerksam. Diese Beamten übernehmen
Überführung des Gepäcks von Genua-Bahnhof an Bord des Dampfers gegen
1,50 Fr. Gebühr für jedes Gepäckstück. Genua verlassen die
Reichspostdampfer der Ostasiatischen Linie jeden Donnerstag Mittag 12
Uhr, 1 Stunde nach Ankunft des Lloydexpreßzugs. Wer den Lloydexpreßzug
nicht benutzt, schifft sich am besten in _Neapel_ ein; Abfahrt des
Dampfers von dort Freitags um Mitternacht, 14 Tage nach Abfahrt aus
Deutschland. Während der Bahnfahrt sollten diese Reisenden die
Zolluntersuchung ihres Gepäcks an der italienischen Grenze _selbst_
überwachen und sich vergewissern, daß es mit ihrem Zuge wirklich
mitkommt, da sonst ihr Gepäck [Hand] _trotz gegenteiliger Zusicherung
der Bahnbeamten oft nicht rechtzeitig nach Neapel kommt_! In Neapel
melde man sich sofort bei Aselmeyer & Co., Corso Re Umberto I
(Rettifilo) Nr. 6; dort erhält man eine kostenfreie Fahrkarte für den
Tender, der zu jeder vollen Stunde von Land zum Dampfer fährt. (Genauere
Angaben enthält das neueste »Handbuch des Norddeutschen Lloyd für die
Reichspostdampferlinien nach Ostasien und Australien«.)
_Hamburg-Amerika Linie_ (Hamburg, Ferdinandstraße 58/62 und Alsterdamm
25, Abteilung: Personenverkehr, Reisebureau in Berlin, Unter den Linden
8, s. S. 4). In Ostasien Anschlußlinie (Reichskursbuch Nr. 697) von
Schanghai nach Tsingtau, Tschifu und Tongku (Tientsin) sowie nach
Dairen; im Winter statt Tientsin nur Dairen (Dalny). Außerdem sind
mehrere Dampfer des ostasiatischen Frachtdampferdienstes zur Aufnahme
von Reisenden eingerichtet; diese Dampfer laufen von Hamburg nach
Penang, Singapore, Manila, Hongkong, Schanghai, Tsingtau, Tongku
(Tientsin), Yokohama und Kobe, einzelne auch bis Wladiwostok; auch die
Dampfer des arabisch- persischen Dienstes, die Port Sudan, Djibouti,
Aden, Maskat, Bender-Abbas, Lingah, Bahrein, Buschir, Basra, Mohammerah
anlaufen, nehmen gelegentlich Reisende mit.--Schnelldampfer zwischen
Hamburg und New York s. Reichskursbuch Nr. 711 a.
_Österreichischer Lloyd_ (Triest, Kommerzielle Direktion; Berlin,
Generalagentur: Unter den Linden 47) unterhält die Linien: Triest-
Bombay, monatlich zwei-(Mai-August ein-) mal, in 15-16 Tagen;
Triest-Calcutta (über Port Saïd, Suez, Port Sudan, Djibouti, Aden,
Karachi, Colombo, Madras und Rangoon) in 40-44 Tagen, am 12. und 25.
jedes Monats; Triest-Kobe (über Port Saïd, Suez, Aden, Bombay, Colombo,
Penang, Singapore, Hongkong, Schanghai, Yokohama, Kobe in 70-72 Tagen) am
27. jedes Monats ab Triest (Reichskursbuch Nr. 700). Auswechselbare
Rückfahrkarten mit den Messageries Maritimes. Billige Fahrpreise: nach
Bombay Salonkl. 33,6 und 30 £, je nach Kabinenlage; Intermed.-Kl. 23,6
£, nach Colombo 36 £, nach Rangoon 38,10 £, nach Calcutta 40,3 £, nach
Hongkong 44 £, nach Schanghai 47,6 £, nach Kobe und Yokohama 50,1 £.
Rückfahrkarten für alle Plätze mit zweijähriger Gültigkeit. (Man wähle
eins der neuern Schiffe.)
_Messageries Maritimes_ (Paris, Rue Vignon 1; Berlin, Unter den
Linden 17/18; Hamburg, Eug. Cellier, Dovenfleet 21) von Marseille
jeden zweiten Sonntag über Port Saïd, Suez, Djibouti oder Aden,
Colombo, Singapore, Saigon, Hongkong, Schanghai, Kobe nach Yokohama
in 38 Tagen, mit Anschlußlinien: Singapore-Batavia in 2 Tagen und
Colombo-Pondicherry-Calcutta in 5 Tagen (Reichskursbuch Nr. 699).
Außerdem monatlich die Australlinie nach Bombay (Reichskursbuch Nr. 707
b).
_Società Nazionale di Servizi Marittimi_ (Rom, Piazza Venezia 11), eine
Linie ab Genua am 17. jedes Monats über Neapel, Messina, Catania, Port
Saïd, Suez, Aden nach Bombay in 17 Tagen (Reichskursbuch Nr. 701); eine
Linie am 18. jedes Monats von Bombay über Singapore nach Hongkong.
Ferner: _Stoomvaart Maatschappij Nederland_ (Amsterdam, Prins
Hendrikkade 159-160) und _Rotterdamsche Lloyd_ (Rotterdam, Veerkade 8),
je alle 14 Tage von Amsterdam und Rotterdam und Anschluß an die Dampfer
des Österreichischen Lloyd ab Port Saïd nach Batavia, erstere über
Sabang und Singapore, letztere über Padang (Reichskursbuch Nr. 699
a).--_Peninsular and Oriental Steam Navigation Co._ (London, E. C. 122
Leadenhall Street) von London, Marseille und Brindisi wöchentl. nach
Bombay, 14tägig nach Singapore, Hongkong und Schanghai (schnellste
Fahrgelegenheit Brindisi-Bombay, dann mit Sonderzug nach Calcutta);
Erkundigung durch Cooks Reisebureau (Reichskursbuch Nr. 698 u. 707
c).--Für Fahrten im Roten Meer: _Khedivial Mail S. S. & Graving Dock
Co._ (Alexandrien) von Suez über Port Sudan oder Dschidda nach Suakin
und Aden (Reichskursbuch Nr. 698).--Für Fahrten nach und in
Vorderindien: _British India Steam Navig. Co._ (Reichskursbuch Nr.
698).-- Für Fahrten von Antwerpen nach Japan, Korea, Golf von Petschili
und Wladiwostok: _Nippon Yusen Kaisha_ (Reichskursbuch Nr. 703).--
Zwischen Wladiwostok und Schanghai sowie Tsuruga: _Russische Freiwillige
Flotte_ (Reichskursbuch 705).--_Pacific Mail und Toyo Kisen Kaisha_ von
Hongkong über Schanghai oder Manila, Kobe, Nagasaki, Yokohama, Honolulu
nach San Francisco (Reichskursbuch 704).-- _Canadian-Pacific S. S. Line_
ab Vancouver, _Nippon Yusen Kaisha_ und _Great Northern S. S. Co._ ab
Seattle nach Yokohama, Kobe, Nagasaki, Schanghai und Hongkong
(Reichskursbuch Nr. 704), die schnellste Verbindung zwischen Asien und
Amerika.--Für Fahrten von New York nach Europa: s. II. Teil, S. 201
(Reichskursbuch Nr. 711 a).--Die zahlreichen Küstendampferlinien sind im
Texte des »Weltreiseführers« da, wo sie in Betracht kommen, angeführt.
=Allgemeines über die Dampferfahrt.= Die Schiffe sind nicht gleichgroß
und bequem; auch die Kabinen jedes Dampfers sind sehr verschieden im
Wert, hinsichtlich Lüftung und Sonnenbestrahlung. Für die deutschen
Reichspostdampfer sind genaue Preislisten (für jedes Zimmer verschieden)
festgesetzt. Man suche stets Außenzimmer (mit Fenster nach außenbords)
zu erhalten, und zwar, der Hitze wegen, auf der der Sonnenbestrahlung
abgewendeten Seite des Schiffes. Man meide Zimmer in der Nähe der
Maschinen und über den Kesselanlagen sowie solche im Vorschiff. Die
besten Zimmer liegen in den Decksaufbauten des Mittel- und Hinterschiffs.
Je länger die Seefahrt, um so sorgfältiger sei man in der Wahl des
Zimmers. Auf englischen Schiffen ist es für Ausländer erfahrungsgemäß
sehr schwer, im voraus ein Zimmer zu belegen; man verliert den in
Aussicht gestellten guten Platz oft, wenn im letzten Augenblick noch ein
englischer Fahrgast sich um denselben Platz bewirbt. Deshalb sollte man
stets deutschen und österreichischen Schiffen den Vorzug geben; sogar
Engländer und Amerikaner bevorzugen deutsche Schiffe. Im Fahrpreis ist
die Verpflegung einbegriffen, auf einigen Linien (z. B. den
französischen und italienischen) auch leichter Tischwein. Die
Verpflegung ist die guter Gasthöfe (auf deutschen Schiffen
sogar »Mastkur« I. Ranges); 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten Signal zur
Vorbereitung des Anzugs (Hauptmahlzeiten stets im Gesellschaftsanzug,
Gehrock oder Smoking). Früh bringt der Kabinensteward Tee mit Zwieback
auf Wunsch in die Kabine; dann 20 Min. Badezeit, die man mit dem
Bademeister genau verabreden muß; von 8-10 Uhr Frühstück im Speisesaal
(kalte und warme Fleischgerichte etc.); 11 Uhr bringen die Deckstewards
Fleischbrühe mit Brötchen; um 12 oder 1 Uhr »Tiffin« (zweites
Gabelfrühstück mit mehreren Gängen nach Wahl); um 4 Uhr an Deck Tee oder
Limonade mit Gebäck; 7 Uhr »Dinner« (Hauptmahlzeit mit 5-10 Gängen). Auf
den Reichspostdampfern vormittags und zum Dinner Konzert der
Bordkapelle; abends häufig Tanz und Festlichkeiten, auch Skat mit Bier
und amerik. Poker mit Whisky, bis Mitternacht. Die Trinkgelder am Ende
der Fahrt sind nicht unbeträchtlich: Obersteward und Kabinensteward
(etwa je 1/4), Tafelsteward, Decksteward, Bademeister oder Badefrau,
Gepäckmeister und Stiefelputzer (etwa je 1/8 des Gesamttrinkgeldes, das
bis Colombo etwa 40 M., bis Yokohama etwa 70 M. insgesamt ausmacht). Je
nach Leistungen genügt es auch, etwa 3 M. auf den amerikanischen und 2
M. auf den asiatischen Linien an Trinkgeld für den Tag zu rechnen, wenn
man keine besondern Anforderungen (durch Seekrankheit etc.) gestellt
hat. Seekranke, die an Mahlzeiten nicht teilnehmen, erhalten nach Bedarf
Tee und Gebäck vom Steward im Zimmer oder an Deck, ohne dafür zu zahlen.
Nebenausgaben beschränken sich auf Getränke, Wäsche und Speisen
außerhalb der Mahlzeiten.
_Seekrankheit_ zeigt sich auf großen Dampfern oft nur als leichtes
Unwohlsein, ähnlich wie nach zu reichlichem Genuß geistiger Getränke;
sie ist bei gehöriger Willensstärke zu überwinden, wenn man ihr von
vornherein geringe Bedeutung beilegt. Es empfiehlt sich, dem Magen durch
Leibbinde Wärme und Halt zu geben und ihn gut zu füllen, auch zwischen
den Mahlzeiten Rostbrot, Schokolade, Kakes, Rotwein zu sich zu nehmen.
Andre alkoholische Getränke meide man, ebenso Kaffee, der bei Anwandlung
der Krankheit unbedingt Explosionen herbeiführt; dagegen ist Tee mit
Zitronenscheiben oder Zitronensaft sehr wohltätig. Man überwinde die
ersten Anwandlungen des Übels in frischer Luft an Deck in bequemer
Ruhelage (nach Beseitigung beengender Kleidung) in der Mitte des
Schiffes; schlechte Luft, Maschinenöl- und Essengeruch werden leicht
verhängnisvoll. Riechfläschchen belebt. Bei starken Schiffsbewegungen
lasse man die Augen öfters an der unbeweglichen Horizontlinie Ruhe
finden. Man liege flach auf dem Rücken und hebe, wenn es schlimm ist,
die Beine hoch; dadurch fließt das Blut wieder in das Gehirn zurück.
Sicherster Schutz für willensschwache Personen, die sich nicht
zusammennehmen können, ist Ruhelage in einer längsschiffs aufgehängten
Hängematte. Nahrungsverweigerung erhöht das Unbehagen bei der
Seekrankheit.
=Kajütsgepäck= für die Fahrt auf Reichspostdampfern nach Ostasien
muß den Namen des Reisenden, des Dampfers, des Abfahrttages und
des Bestimmungsorts tragen sowie die Bezeichnung: »_Kabine_« oder
»_Gepäckraum_«. Gepäckzettel mit Vordruck liefern die Agenturen des
Norddeutschen Lloyd. Für Kabinengepäck und Gegenstände, die während
der Reise im Verwahrsam und Gebrauch der Reisenden verbleiben, sowie
für Gepäckstücke ohne vorschriftsmäßig ausgefüllten Gepäckzettel
des Norddeutschen Lloyd übernimmt der Norddeutsche Lloyd keine
Verantwortlichkeit. Ansprüche wegen beschädigten oder abhanden
gekommenen Gepäcks müssen sogleich nach Ankunft des Dampfers am
Bestimmungsorte beim Norddeutschen Lloyd oder dessen Vertreter erhoben
werden, wenn der Eigentümer nicht seines Anspruchs auf Schadloshaltung
verlustig gehen will. Kaufmannsgüter, Gelder, Wertpapiere, Juwelen
und Kostbarkeiten dürfen sich nicht im Gepäck befinden und erklärt
sich der Norddeutsche Lloyd für solche Artikel frei von jeder
Verantwortlichkeit. Wertsachen sind während der Reise dem Kapitän oder
Zahlmeister des Schiffes zur Aufbewahrung zu übergeben. Wein, Bier
und Spirituosen dürfen von den Reisenden nicht mit an Bord gebracht
werden, solche sind zu den tarifmäßigen Preisen an Bord zu kaufen. Die
Mitnahme von feuergefährlichen, explosiven oder ähnlichen Gegenständen
ist strengstens untersagt; Zuwiderhandelnde werden für allen Schaden
haftbar gemacht und gerichtlich zur Verantwortung gezogen.
Jeder Reisende hat Anspruch auf freie Beförderung seines
Handgepäcks, eines Stuhls und eines Kabinenkoffers von höchstens 1
m Länge, 0,6 m Breite und 0,4 m Höhe sowie andrer Gepäckstücke mit
persönlichen Gebrauchsgegenständen, insgesamt 1 cbm Rauminhalt und
200 kg Gewicht nicht übersteigend (halbzahlende Kinder 100 kg bei
1/2 cbm Raumgehalt Freigepäck), zur Unterbringung im Gepäckraum.
Für Gepäck-Überfracht im Gepäckraum wird 50 M. per cbm oder 200 kg
berechnet. Mitnahme von Waren als Gepäck ist nicht gestattet.
Ähnliche Bedingungen auf den andern Linien des Norddeutschen Lloyd
und auf andern Dampferlinien.
[Hand] Man achte stets auf sein Handgepäck und lasse Wertsachen nie
unbewacht liegen; Abfahrt und Ankunft in Häfen sind bevorzugte
Stehltage für »Händler« und Gelegenheitsdiebe! Auch vor Beginn der
Seekrankheit alles abschließen!
=Seereise-Unfallversicherungen= durch Weltpolicen auf Todes- und
Invaliditätsfall (für Hin- und Rückreise und Aufenthalt in
überseeischen Ländern), Prämie 80 M. für 1 Jahr und je 10000 M.
Versicherungssumme sowie Reisegepäckversicherung (für je 1000
Seemeilen etwa 1/10 Proz. des Wertes) übernimmt die
Assekuranz-Abteilung des Norddeutschen Lloyd; ähnlich auch in Cooks
Reisebureau.
=Post und Telegraph.= Besondere Angaben für die einzelnen Länder findet
man im Texte. Briefe und Depeschen adressiere man: _Herrn N. N._, an
Bord des Reichspostdampfers ... N. N...., am ... (Datum) von (Neapel)
nach (Colombo), Adresse Herren (Agent der Dampferlinie) in (Port Saïd).
Man erhält dann die Postsachen bei Ankunft in dem Hafen. Ebenso kann man
Briefe etc. an deutsche Konsulate (wo kein deutsches Postamt ist: _Care
of Imperial German Consulate in ..._), oder an die Agenturen von Cooks
Reisebureau, oder an die Dampferagenturen oder gute Gasthöfe adressieren
lassen. Während Landreisen in Indien, Siam, Indochina, Java, China und
Japan lasse man sich Briefe nicht direkt nachschicken, sondern
beauftrage einen Agenten (z. B. Cook) im Hafenplatz, sie auf Anweisung
an bestimmte Plätze nachzuschicken. Briefe im Weltpostverein kosten 20
Pf. Depeschen von Deutschland kosten: jedes Wort (bis 15 Buchstaben)
nach: Indien 2,05 M., Ceylon 2,15 M., Singapore 3,60 M., Java 4,10 M.,
Schanghai 4,55 M., Japan 5 M., San Francisco 1,60 M., New York 1,05 M.
Wer viel zu telegraphieren hat, kann viel sparen, wenn er einen
_Telegraphenschlüssel_ (z. B. den _Familientelegraphenschlüssel von Carl
Bödiker_, Hamburg, Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin), mitnimmt.
Verabredungen über den Sinn der gekürzten Depeschen sind nicht
erforderlich, wohl aber empfiehlt sich vorherige Bestimmung einer
abgekürzten Telegrammadresse.
_Nachsendungen von Telegrammen, Geld, Paketen etc._ an Weltreisende
übernimmt die Firma _Bödiker_ (s. oben; Telegrammadresse, auch für die
Filialen in Tientsin und Tsingtau ist »Bödiker«); sie depeschiert mit
_Bödikers Familientelegraphenschlüssel_, der sehr beträchtliche
Ersparnisse gewährt; erteilt Auskunft, stellt Reisepläne auf, besorgt
Kabinenplätze, expediert Gepäck und Mobilar etc.
=Zeitvergleichung:= a) Mitteleuropäische Zeit (M. E. Z.) in Deutschland,
Österreich-Ungarn, Italien; b) Osteuropäische Zeit (O. E. Z.) 1 Stunde
vor gegen M. E. Z.: Ägypten (Rußland noch 1 Min. früher); c) Ostindische
Eisenbahnzeit (Indian Standard Time) 4 Stunden 30 Min. vor gegen M. E.
Z. (in den Städten wird nach Ortszeit gerechnet); d) Chinesische
Küstenzeit 7 Stunden vor gegen M. E. Z.; e) Japanische Zeit 8 Stunden
vor gegen M. E. Z; f) _Pacific Time_ (San Francisco) 9 Stunden nach
gegen M. E. Z.; g) _Mountain Time_ (Salt Lake City) 8 Stunden nach gegen
M. E. Z.; h) _Central Time_ (New Orleans) 7 Stunden nach gegen M. E. Z.;
i) _Eastern Time_ (New York) 6 Stunden nach gegen M. E. Z.; k)
Westeuropäische Zeit (W. E. Z.) in England, Frankreich, Belgien,
Niederlande, Spanien und Portugal 1 Stunde nach gegen M. E. Z.--Über den
Datumwechsel im Stillen Ozean s. S. 412.
_Um 12 Uhr mittags Mitteleuropäischer Zeit zeigt die Uhr in:_
Moskau 1 Uhr 1 Min. Nm.
Port Saïd 1 - -- - -
Suez 1 - -- - -
Aden 2 - -- - -
Bombay 3 - 51 - -
Colombo 4 - 19 - -
Madras 4 - 20 - -
Calcutta 4 - 53 - -
Rangoon 5 - 25 - -
Penang 5 - 41 - -
Bangkok 5 - 42 - -
Singapore 5 - 55 - -
Irkutsk 5 - 58 - -
Saïgon 6 - -- - abds.
Batavia 6 - 7 - -
Peking 6 - 46 - -
Hongkong 7 - -- - -
Schanghai 7 - -- - -
Tsingtau 7 - -- - -
Manila 7 - 6 - -
Charbin 7 - 25 - -
Wladiwostok 7 - 48 - -
Yokohama 8 - -- - -
-------------------------------------
Honolulu 0 Uhr 28 Min. früh
San Francisco. 3 - -- - -
Salt Lake City 4 - -- - -
Chicago 5 - -- - -
New York 6 - -- - Vm.
London 11 - -- - -
Antwerpen 11 - -- - -
=Sprache.= Die vorherrschende Sprache für Weltreisende ist das
Englische; _=nur=_ französische Sprachkenntnisse genügen _nicht_!
Verkehrssprache auf den Dampferlinien ist die des Landes ihrer Flagge
(auf dem Österreichischen Lloyd ist sie italienisch). Für die fremden
Sprachen leisten im Verkehr »=Meyers Sprachführer=« (Verlag des
Bibliographischen Instituts in Leipzig), als Ergänzungen zu Meyers
Reisebüchern, ausgezeichnete Dienste. Sie sind eine eigenartige
Verschmelzung von Konversationsbuch und Taschenwörterbuch (in äußerst
handlichem Format), indem jenes in dieses hineingearbeitet wurde und
erst so, durch die _alphabetische Anordnung_ des ganzen Stoffs,
wirklichen Nutzen gewährt. Der Reisende findet _im Nu_ das gewünschte
Wort, daneben grammatische Anweisungen, lehrreiche Winke über Sitten und
Gebräuche und unter leicht zu merkenden Stichwörtern eine Fülle
zusammengehöriger Vokabeln und Redewendungen, die ihn befähigen, seine
Wünsche richtig auszudrücken und über die landläufigen Themata eine
jedermann verständliche Unterhaltung zu führen. Folgende Bändchen sind
wichtig für die Weltreise: _Englisch_, geb. 2,50 M.; _Französisch_, geb.
2,50 M.; _Portugiesisch_, geb. 3,50 M.; _Spanisch_, geb. 3 M.;
_Italienisch_, geb. 2,50 M.; _Russisch_, geb. 3 M.; _Arabisch_, geb. 3
M.; _Türkisch_, geb. 3 M.
=Gasthöfe.= Weltreisende finden in den Gasthöfen ersten Ranges aller
großen Hafenplätze Asiens europäische Bequemlichkeit; im Innern
der Länder darf man keine hohen Ansprüche stellen. In Indien gibt
es nur in Bombay, Colombo und Kandy Gasthöfe, die allen Ansprüchen
genügen; im übrigen sind sie mäßig, zuweilen schlecht nach heimischen
Begriffen, aber stets den Eigentümlichkeiten des Europäerlebens in
Indien angepaßt. Die Häuser sind meist einstöckig mit vielen Veranden
und Hallen in tropischen Gärten. An den hellen Speisesaal stoßen die
oft dunkeln Wohn- und Schlafzimmer mit Bade- und Toiletteraum nebenan;
die Betten sind hart. Bedienung und Reinlichkeit lassen zu wünschen.
Man zahlt fast in ganz Ostasien im Gasthof Pension für den Tag und
erhält dafür gegen 9 Uhr früh Gabelfrühstück, gegen 1 Uhr Lunch
(Tiffin) und gegen 7 Uhr abends Dinner; außerdem Tee mit Brot früh und
nachmittags. Das Essen ist sehr gewürzt, am besten Curry mit Reis;
Rindfleisch ist schlecht, Hammel und Geflügel sind in ganz Ostasien
die Hauptfleischnahrung; Wild ist selten. Man speist nach gemeinsamem
Speisezettel an kleinen Tischen, zum Dinner im Gesellschaftsanzug.
Getränke: Whisky mit Soda am bekömmlichsten, auch für Damen, Rotweine
erträglich (nirgends Weinzwang), Weißweine meist ungenießbar. In den
von der indischen Regierung unterhaltenen _Dâk Bungalows_ (Rasthäusern
für reisende Europäer) findet man meist bequeme Unterkunft (Bettzeug
mitbringen, wie für die Gasthöfe!), auch Baderaum und meist einfache
Beköstigung nach fester Preisliste; aber man kann die Plätze in
den D. B. nicht vorausbestellen; wer zuerst kommt, erhält zuerst
Platz, ist aber verpflichtet, nach 24 Stunden den nächsten Bewerbern
Platz zu machen; der Zimmerpreis ist mäßig. Wesentlich besser als
in Britisch-Indien sind die Gasthöfe in Niederländisch-Indien,
besonders auf Java; sie sind reinlich und luftig, die Verpflegung
meist recht gut, Bedienung gut. Den verwöhntesten Ansprüchen genügen
die (allerdings nicht billigen) ersten Hotels in Bombay, Singapore,
Schanghai, Tsingtau, Peking, Yokohama, Tōkyō, Kyōto, Miyanoshita und
Honolulu.--Die _Wäsche_ wird in den Gasthöfen oder durch Vermittelung
von deren Manager in ganz Ostasien schnell, gut und preiswürdig
besorgt.--Über amerikanische Gasthöfe vgl. II. Teil, S. 2.
=Restaurants= findet man nur in Hafenstädten; man ist meist auf die
Gasthöfe angewiesen; nach der Karte wird selten bedient.
=Bäder= sind in jedem, auch dem minderwertigsten Gasthof zu haben.
=Automobile= geben dem Reisenden beste Gelegenheit, in kurzer Zeit
viel zu sehen; sie sind in ostasiatischen Städten sehr verbreitet
und entweder durch die Gasthöfe oder in den »Automobile« bzw.
»Motorcargarages« zu mieten.
Erklärung einiger landesüblicher Ausdrücke:
a) Für Indien und Ceylon:
_Dâk Bungalow_, staatliches Rasthaus für Reisende (s. oben).
_Dandy_, Himalaja-Sänfte.
_Chota hasri_, Morgentee (»kleines Frühstück«).
_Bandar_, Hafen.
_Catamaran_, Brandungsfloß.
_Dagoba_, buddhist. Heiligenschrein.
_Dharamsala_, Pilgerherberge.
_Fakir_, mohammedan. Bettelmönch.
_Ghat_, Flußtreppe, auch Bergpaß.
_Gopura_, Pagodentor.
_Jogi_, Hindu-Bettelmönch.
_Maidan_, Platz.
_Masjid_, Moschee.
_Monsun_, Regenzeit (Juni bis Sept.).
_Náuch_, ein Tanz.
_Pagode_, südindischer Tempel.
_Palankin_, Tragstuhl alter Art.
_Sahib_, Herr (Anrede für Europäer).
_Sarai_, Rasthaus für Reisende.
_Kitmitgar_, Diener.
_Tonga_, indischer Wagen.
_Ekka_, Einspänner, Ochsenwagen.
_Tikka Gharri_, Droschke.
_Razai_, indische Steppdecke.
_Gymkhana_, Spielplatz.
_Eurasier_, europ.-ind. Mischling.
_Kummurbund_, wollene Leibbinde.
_Sampan_, Flußboot (Indochina).
b) Für ganz Ostasien:
_Bungalow_, Wohnhaus.
_Godown_, Lagerraum.
_Rikscha_, von einem Mann gezogenes leichtes Wägelchen für
einen Fahrgast, bei Regen geschlossen.
_Tiffin_, 2. Gabelfrühstück (1-2 Uhr).
_Easy chair_ } bequemer Liegestuhl
_Long chair_ } aus Bambusgeflecht.
_Sedan chair_, Tragstuhl aus Bambus.
_Curry_, scharfe, aromatische Tunke.
_Peg_, Sodawasser mit Whisky.
_Punkah_, Zimmerdeckenfächer.
_Bombay duck_, getrockneter Fisch.
_Chutney_, scharfes Eingemachtes.
_Bund_, Kaistraße am Hafen.
_Sarong_ (niederl.-ind.), Hauskleid.
_Kabaja_ (niederl.-ind.), Morgenkleid.
_Pyjama_, Morgen- und Nachtkleid (Hemdhose; Kombination).
_Hock_, Rheinwein.
_Sandwich_, belegtes Butterbrot.
_Lime drink_, Limonade.
_Sado_ (= dos à dos), niederländ.-ind. Droschke.
_Spada_ (niederländ.-ind.), Diener.
_Soja (Soy)_, japan. Pilztunke.
_Curios_, altertümliche Kunst- und Nippsachen etc.
_Cloisonné_, Schmelzfarbenkunst.
_Kimono_, japanischer Hausrock.