2. Die Befriedigung des Nahrungsbedürfnisses.

Die Verwendung der nach den Verteilungsgrundsätzen auf die Gemeinden

entfallenden Nahrungsmittel zur Speisebereitung wird Sache der

Vorsteherin der Küche sein. Es dürfte sich empfehlen, die Wahl dieser

Vorsteherin den Gemeindemitgliedern zu überlassen. Ohne Zweifel wird

man Kochschulen errichten, um eine größere Anzahl von Kochkünstlerinnen

heranzubilden. Der Arzt wird sein Augenmerk darauf richten, daß nur

vollkommen unverdorbene Materialien in der Küche in Verwendung genommen

werden. Auch sonst hat er auf Beobachtung aller Rücksichten auf die

Hygiene zu dringen und alle Aufmerksamkeit darauf zu richten, daß die

Kost genügend, aber nicht übermäßig sei. Die Ernährungswissenschaft ist

noch sehr unentwickelt und wird im Kollektivstaat große Fortschritte

machen.

Mancherlei wird der Beschlußfassung der Gemeinde vorbehalten werden.

So die Speisestunden und die Verteilung der Nahrung auf die einzelnen

Mahlzeiten. Ebenso die Abwechslung der Gerichte und die Reihenfolge,

sowie inwieferne an Sonntagen oder an gewissen Festtagen reichlichere

Mahlzeiten geboten werden sollen. Ist die Menge der verbrauchten

Nahrungsmittel im Durchschnitt den Verteilungsgrundsätzen entsprechend,

so wird der Staat kein Interesse haben, den Gemeinden in diesen Dingen

Vorschriften zu machen. Nur wird die Einteilung der Stunden für die

Mahlzeiten dem Fortgange der Arbeit nicht hinderlich sein dürfen. Die

Einzelnen werden ziemlich freie Hand haben in der Wahl der Gerichte und

es wird darin mehr Freiheit herrschen, als heute in der Familie.

Wenn die Ernährungswissenschaft sehr ausgebildet sein wird, wird man

in der Nahrung auf Alter, Geschlecht, Beruf und auf den jeweiligen

Kräfteverbrauch Rücksicht nehmen und die Nahrungsvorschriften zu

individualisieren suchen.

Bei der hier angenommenen Organisation der Gesellschaft wird die

Staatsverwaltung Einfluß genug gewinnen, um auf Vermeidung des Alkohol-

und Tabakgenusses hinzuwirken und wenigstens die heranwachsende Jugend

davor zu bewahren. Auch der Verwaltungsbeamte wird dafür zu sorgen

haben, daß in der Küche die größte Reinlichkeit beobachtet und keine

verdorbenen Nahrungsmittel verkocht werden.

Die französische Kriegsverwaltung hat für die Mannschaft ein Kochbuch

verfassen lassen und dadurch Hygiene, Reinlichkeit, ökonomische

Verwertung der Materialien und tunlichste Rücksicht auf den

Wohlgeschmack zu fördern gesucht.

Der Kollektivismus und die soziale Monarchie · 第 134 / 152 题