Die Verwendung der nach den Verteilungsgrundsätzen auf die Gemeinden
entfallenden Nahrungsmittel zur Speisebereitung wird Sache der
Vorsteherin der Küche sein. Es dürfte sich empfehlen, die Wahl dieser
Vorsteherin den Gemeindemitgliedern zu überlassen. Ohne Zweifel wird
man Kochschulen errichten, um eine größere Anzahl von Kochkünstlerinnen
heranzubilden. Der Arzt wird sein Augenmerk darauf richten, daß nur
vollkommen unverdorbene Materialien in der Küche in Verwendung genommen
werden. Auch sonst hat er auf Beobachtung aller Rücksichten auf die
Hygiene zu dringen und alle Aufmerksamkeit darauf zu richten, daß die
Kost genügend, aber nicht übermäßig sei. Die Ernährungswissenschaft ist
noch sehr unentwickelt und wird im Kollektivstaat große Fortschritte
machen.
Mancherlei wird der Beschlußfassung der Gemeinde vorbehalten werden.
So die Speisestunden und die Verteilung der Nahrung auf die einzelnen
Mahlzeiten. Ebenso die Abwechslung der Gerichte und die Reihenfolge,
sowie inwieferne an Sonntagen oder an gewissen Festtagen reichlichere
Mahlzeiten geboten werden sollen. Ist die Menge der verbrauchten
Nahrungsmittel im Durchschnitt den Verteilungsgrundsätzen entsprechend,
so wird der Staat kein Interesse haben, den Gemeinden in diesen Dingen
Vorschriften zu machen. Nur wird die Einteilung der Stunden für die
Mahlzeiten dem Fortgange der Arbeit nicht hinderlich sein dürfen. Die
Einzelnen werden ziemlich freie Hand haben in der Wahl der Gerichte und
es wird darin mehr Freiheit herrschen, als heute in der Familie.
Wenn die Ernährungswissenschaft sehr ausgebildet sein wird, wird man
in der Nahrung auf Alter, Geschlecht, Beruf und auf den jeweiligen
Kräfteverbrauch Rücksicht nehmen und die Nahrungsvorschriften zu
individualisieren suchen.
Bei der hier angenommenen Organisation der Gesellschaft wird die
Staatsverwaltung Einfluß genug gewinnen, um auf Vermeidung des Alkohol-
und Tabakgenusses hinzuwirken und wenigstens die heranwachsende Jugend
davor zu bewahren. Auch der Verwaltungsbeamte wird dafür zu sorgen
haben, daß in der Küche die größte Reinlichkeit beobachtet und keine
verdorbenen Nahrungsmittel verkocht werden.
Die französische Kriegsverwaltung hat für die Mannschaft ein Kochbuch
verfassen lassen und dadurch Hygiene, Reinlichkeit, ökonomische
Verwertung der Materialien und tunlichste Rücksicht auf den
Wohlgeschmack zu fördern gesucht.