Lebensart muß den Kindern von frühester Jugend an angewöhnt
und förmlich eingeübt werden. Dazu gehört nebst Höflichkeit und
Bescheidenheit auch die Körperhaltung. Die Lebensart erfordert ein
passendes Benehmen in allen Lagen des Lebens, ein Gefühl für das,
was anderen gebührt, ein richtiges Benehmen bei Tische und in der
Konversation, mit einem Worte Schicklichkeitsgefühl, vor allem den
Frauen gegenüber. Wahrscheinlich wird man auch in Zukunft den Tanz
pflegen und die jungen Leute darin unterrichten.
Die Konversation ist in unserer Zeit verwildert. Die Gegensätze sind
so scharf, daß viele gar nicht miteinander verkehren wollen, andere
über gewisse Themen keine Gedanken friedlich austauschen können. Die
Erziehung im Kollektivstaat wird darauf gerichtet sein, zu lehren, daß
man geduldig hören, niemand unterbrechen, entgegenstehende Ansichten
mit wenigen Worten zu erkennen geben soll, daß niemand das Gespräch an
sich reißen, niemand sich ganz davon ausschließen darf, und das ist in
der Erziehung praktisch zu üben. Der Gebrauch unserer Frauen, mit der
Konversation allerhand Handarbeiten zu verbinden, ist zu loben.