Daß Handfertigkeitsunterricht mit dem Schulunterrichte zu verbinden
ist, ist längst dargetan und dazu ist in einer kollektivistischen
Gemeinde die beste Gelegenheit geboten. Es wird ohnehin in jeder
Gemeinde eine mit allen Werkzeugen und einfacheren Apparaten
ausgerüstete, mit Wasserkraft, Dampf oder Elektrizität betriebene
mechanische Werkstätte zu finden sein, wo man die dringenden
Ausbesserungen geringerer Art von Werkzeugen, Apparaten,
Maschinen und Hausgeräten besorgen kann und dort wird man den
Handfertigkeitsunterricht erteilen, um jene herauszufinden, welche sich
für die Industrie und Technik eignen, während die weniger Tauglichen
sich der Landwirtschaft, den geringeren industriellen Arbeiten und
dem Bergbau widmen müssen. Ebenso werden die Mädchen praktischen
und auch theoretischen Unterricht für weibliche Handarbeiten,
Haushaltungsarbeiten, Küche, Viehzucht und Gartenkultur empfangen. Man
macht jetzt eben überall Versuche, solchen Unterricht auch auf dem
Lande einzubürgern, aber es fehlt zumeist an Geld und somit auch an
Lehrkräften. So werden alle jene begabteren Kinder ermittelt werden,
die man in die landwirtschaftlichen, gewerblichen, forstlichen oder
Haushaltungsfachschulen aufnehmen und dann als Vorarbeiter, Werkführer,
Haushaltungsvorsteherinnen, Köchinnen usw. oder für das Erziehungs-
und niedere Lehrfach ausbilden wird. Auch für Zeichnen, Modellieren
oder Musik hervorragend befähigte Kinder werden in Vorbereitungsschulen
aufgenommen, vielleicht noch in den Jahren der Volksschulpflicht
und müssen sie deshalb an einen Bezirks- oder Kreisvorort versetzt
werden, so werden ihre Eltern entweder auch versetzt oder sie werden
von diesen an dort domizilierende Freunde oder Verwandte verwiesen,
welche die Stelle der Eltern vertreten. Die Mitbeschäftigung an
den wirklichen Arbeiten in Feld und Stall, Küche und Hauswesen,
Kinderwartung und Krankenpflege wird der beste Handfertigkeits- und
Haushaltungsunterricht sein oder wenigstens als Vorbereitung der
Tüchtigsten für Fachschulen dienen.