9. Touristik der Jugend.

Daß viele der Ferienreisen zu Fuß zurückgelegt werden müssen, wobei

man besondere Ausdauer und Schnelligkeit vielleicht zum Gegenstand

einer Preiszuerkennung machen wird, da sich ja Zeitpunkt des Abganges

und der Ankunft durch amtliche Bestätigungen der Verwaltungsorgane

leicht kontrollieren läßt, ist selbstverständlich. Dabei soll aber

auch die nicht weniger kühne Bergbesteigung mit zu den Freuden und

Übungen der Schuljugend gerechnet werden. Die Natur der Aufgaben

des Kollektivstaates bringt es mit sich, daß alle Gebirge für die

Touristik aufgeschlossen werden, was der Staat nicht leistet, werden

die Nachbargemeinden aus eigenen Kräften besorgen. Auch da kann ein

Wettbewerb nach demselben Grundsatze ermöglicht werden für jene,

welche innerhalb eines Jahres am meisten hohe Berge besteigen und

dabei die größte Kühnheit und Ausdauer an den Tag legen. Doch soll

man hierin vernünftige Grenzen einhalten und tollkühne Unternehmungen

eher unterdrücken, als fördern. Alle Jugendfreuden sollen zur

Veredelung der Menschenrasse dienen und jeder soll einen Schatz froher

Jugenderinnerungen angesammelt haben, ehe er in die Periode der Arbeit

eintritt, in der er dem Staate rückerstattet, was er empfangen hat

und das Kapital ansammelt, aus welchem ihm eine gleich frohe Zeit des

hohen Alters gewährt wird, das er in Rüstigkeit verbringen und genießen

soll, vielleicht wieder im Anschlusse an jene Jugend, die mittlerweile

herangewachsen ist.

Der Kollektivismus und die soziale Monarchie · 第 102 / 152 题