Zu den wichtigsten Bildungsmitteln gehört das Reisen. Schon in
frühester Jugend können Ausflüge auf ein oder zwei Meilen Entfernung
unternommen werden und wenn so zwei oder drei Gemeinden eine gleiche
Anzahl von Köpfen sich zuschicken, so werden diese Kinder eben in
Nachbargemeinden ihre Mahlzeiten einnehmen, ohne die Wirtschaften
irgendwie zu belasten und der ganze damit verbundene Aufwand wird in
der Abnützung des Schuhwerks bestehen. Dabei werden die Kinder andere
Personen kennen lernen, Werkstätten und Fabriken sehen, die ihnen noch
nicht bekannt waren, Bergwerke kennen, landschaftliche Schönheiten
genießen lernen, irgendwelche Merkwürdigkeiten sehen und die jungen
Leute sollen, ehe sie in die Schule kommen, im ganzen Bezirke
zuhause sein, Wege und Stege, die Wasserläufe und Gebirge kennen und
alle Ortschaften nennen können zur Vorbereitung ihrer später immer
ausgedehnteren Ortskenntnis. In späteren Jahrgängen soll sich die
genaueste Ortskenntnis auf die ganze Provinz erstrecken und als Lohn
für hervorragende Verdienste kann sich die Erlaubnis darstellen,
entfernte Städte zu besuchen oder Gebirge in anderen Provinzen zu
besteigen, wobei gleichfalls jeder Aufwand für die Volkswirtschaft
vermieden wird, wenn die jungen Leute die ohnehin leeren Plätze auf
den Eisenbahnen, in den Wohnhäusern fremder Gemeinden, an ihren Tischen
einnehmen und es wird gar nicht notwendig sein, ihnen eine Begleitung
mitzugeben, da sie unter Aufsicht des Eisenbahnpersonals und der
Mitreisenden, dann des Unterrichtspersonals der besuchten Städte und
Gemeinden stehen.
Das kann der Jugend zu statten kommen durch zwölf Jahre an schulfreien
Tagen und in den Ferien, also an etwa 100 Tagen im Jahre und die
Ferialreisen können mit einer großartigen Zirkulation der Jugend von
Kreis zu Kreis, von Provinz zu Provinz verbunden werden, wobei sie
zahllose höchst bildende Anregungen empfangen wird, welche minimale
oder gar keine Kosten verursachen. Die begabtesten Volksschüler der
höheren Jahrgänge werden gegen Ende der Schulzeit ihr ganzes Vaterland
gesehen haben und die Geographie ihres Reiches, das ja auch ihr Besitz
ist, nicht nur aus den Büchern, sondern aus der Anschauung kennen und
es wird ihnen zur Aufgabe gestellt werden, überall dem Zusammenhang der
Wasserläufe und der großen Gebirgszüge ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden.