8. Reisen der Jugend.

Zu den wichtigsten Bildungsmitteln gehört das Reisen. Schon in

frühester Jugend können Ausflüge auf ein oder zwei Meilen Entfernung

unternommen werden und wenn so zwei oder drei Gemeinden eine gleiche

Anzahl von Köpfen sich zuschicken, so werden diese Kinder eben in

Nachbargemeinden ihre Mahlzeiten einnehmen, ohne die Wirtschaften

irgendwie zu belasten und der ganze damit verbundene Aufwand wird in

der Abnützung des Schuhwerks bestehen. Dabei werden die Kinder andere

Personen kennen lernen, Werkstätten und Fabriken sehen, die ihnen noch

nicht bekannt waren, Bergwerke kennen, landschaftliche Schönheiten

genießen lernen, irgendwelche Merkwürdigkeiten sehen und die jungen

Leute sollen, ehe sie in die Schule kommen, im ganzen Bezirke

zuhause sein, Wege und Stege, die Wasserläufe und Gebirge kennen und

alle Ortschaften nennen können zur Vorbereitung ihrer später immer

ausgedehnteren Ortskenntnis. In späteren Jahrgängen soll sich die

genaueste Ortskenntnis auf die ganze Provinz erstrecken und als Lohn

für hervorragende Verdienste kann sich die Erlaubnis darstellen,

entfernte Städte zu besuchen oder Gebirge in anderen Provinzen zu

besteigen, wobei gleichfalls jeder Aufwand für die Volkswirtschaft

vermieden wird, wenn die jungen Leute die ohnehin leeren Plätze auf

den Eisenbahnen, in den Wohnhäusern fremder Gemeinden, an ihren Tischen

einnehmen und es wird gar nicht notwendig sein, ihnen eine Begleitung

mitzugeben, da sie unter Aufsicht des Eisenbahnpersonals und der

Mitreisenden, dann des Unterrichtspersonals der besuchten Städte und

Gemeinden stehen.

Das kann der Jugend zu statten kommen durch zwölf Jahre an schulfreien

Tagen und in den Ferien, also an etwa 100 Tagen im Jahre und die

Ferialreisen können mit einer großartigen Zirkulation der Jugend von

Kreis zu Kreis, von Provinz zu Provinz verbunden werden, wobei sie

zahllose höchst bildende Anregungen empfangen wird, welche minimale

oder gar keine Kosten verursachen. Die begabtesten Volksschüler der

höheren Jahrgänge werden gegen Ende der Schulzeit ihr ganzes Vaterland

gesehen haben und die Geographie ihres Reiches, das ja auch ihr Besitz

ist, nicht nur aus den Büchern, sondern aus der Anschauung kennen und

es wird ihnen zur Aufgabe gestellt werden, überall dem Zusammenhang der

Wasserläufe und der großen Gebirgszüge ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden.

Der Kollektivismus und die soziale Monarchie · 第 101 / 152 题