_Kadach_.
Gern schriebe ich mehr, aber ich kann nicht -- die Briefe müßen endlich
fort! Leben Sie wohl!
Kaufmann, Alexander.
Über die Lebensverhältnisse dieses Gelehrten wissen wir leider
nichts Näheres zu sagen. Von seinem gediegenen Wirken geben die
beiden Briefe das beste Zeugniß. Während er in Berlin verweilte,
schien Kränklichkeit häufig den Arbeitsfleiß des tüchtigen Mannes
zu hemmen, und aufmunternder Förderung dürfte er sich eben auch
nicht besonders erfreut haben. Die Übertragung, welche er vom
_Lear_ geliefert, ist ein vorzügliches Werk, dessen praktische
Brauchbarkeit wir durch selbst eingeübte Darstellung schätzen
lernten. Einem so gründlichen, nach Wahrheit ringenden Kenner
Shakespeare’s sind die, vielleicht allzu harten, Urtheile, die er
einer etwas übereilten Bearbeitung des „Caesar“ entgegenstellt,
gern zu verzeihen; wenn wir auch einzugestehen wagen, daß uns die
im vierten und fünften Akte jener Tragödie angebrachten Berliner
Kürzungen nicht so tadelnswerth erscheinen, wie Kaufmann sie
findet. Denn ableugnen wollen, daß mit Caesars Ermordung, und mit
den Reden des Brutus und Antonius, die dramatische Wirkung abnimmt
-- das heißt der Erfahrung widersprechen; in welchem Widerspruche
sich allerdings viele Theoretiker ausnehmend gefallen.