_Immermann_.
Auf der Adresse: Hiebei eine Rolle in grauer Leinwand Sign. ~H. T. à
Dresden~ enthaltend einen Kupferstich.
Immermann, Marianne.
Der letzte Brief Immermanns an Tieck ist einige Wochen vor
seinem unerwartet raschen Tode geschrieben; am 15. Juli hatte er
noch einmal mit seinem theuren Meister und Freund vertraulich
aus der Ferne geplaudert, -- am 26. Aug. lag er auf der Bahre.
An diese _seine_ letzte Zuschrift schließt sich, obgleich
beinah ein Jahr dazwischen, doch recht unmittelbar die erste
der zurückgebliebenen _Wittwe_, die einen ganzen Reigen
nachfolgender beginnt, jede voll von Geist, Seele, wahrhaft
weiblichem Gemüth. Wie Marianne Immermann zu ihrem Verstorbenen
steht; wie sie gleichsam nur in ihm, durch ihn, mit ihm fortlebt;
wie dies aus jeder Zeile hervortritt -- das verklärt seine
dichterische und menschliche Bedeutung mit mildem, wohlthuendem
Glanze.
Wir haben, obgleich schweren Herzens, das Opfer gebracht,
diejenigen Briefe zu beseitigen, die nach irgend einer Seite hin
hätten verletzen können; weil sich _gedruckt_ bisweilen
kränkend zeigt, was eine edle Frau dem väterlich-vertrauten Freunde
offen und rücksichtslos mittheilen durfte, ohne Furcht, ihrer
redlichen Gesinnung für andere Freunde treulos zu werden. Doch
schon die vier aufgenommenen Episteln thun genugsam dar, welch’
eine Lebensgefährtin in dieser Frau der Himmel Tieck’s edlem
Freunde zugeführt!