Fünftes Kapitel

Eine Stunde später saß ich in der geschützten Loggia einer Villa, die am

höchsten Plateau von Fiesole hinter Pinien und Tannen ungesehen die

Gegend übersah. Die schöne Mary, ihr Bruder, sommerlich gekleidet, und

ein junges Ehepaar umringten mich und hörten mir zu.

Denn ich erzählte. Und ein Vogel, der Haft entronnen, schmettert auf

seinem Ast nicht unentwegter darauf los. Und glaubt man, daß er fertig

sei, so setzt er schon wieder ein und ist in Zug geraten. Mary

Coroughdeen saß den Kopf zurückgeworfen und lachte. Keine Linie an ihr,

die nicht der Regelmäßigkeit spottete, so triumphierend aber, daß meine

Nöte mir verächtlich erschienen. Ich äffte jetzt das Pferd, wie es

geängstet aus dem Hofe ausriß, und mich selbst, wie ich dem Wagen folgte

und seine Spuren beging, und das Pferd, wie es scheute, wenn es ihrer

ansichtig wurde. Es ging mir wie ihm. „Ich kann sie nicht sehen!“ rief

ich aus. „Auch sehe ich sie nicht.“

„Wie bringen Sie das fertig!“ fragte der sommerliche Herr, „da Sie doch

Ihre Tage bei ihr verbringen.“

„Daß Gott verhüte! da bin ich doch in Florenz! möglichst früh und komme

erst abends zurück.“

„Allein?“

„Aber ja! Wer sollte mit mir kommen den weiten Weg? und er ist ja so

sicher.“

„Wer hat Ihnen das gesagt?“

Mary Coroughdeen hatte sich hoch aufgerichtet, und alle starrten mich

an.

Spitzbögen · 第 8 / 22 题