Louis: Halt, Otto, halt! Kein Englisch!
Otto: O ..... {we have} ..... wir ..... wir haben hier schöne
Herbstblätter vom Ahornbaum.
Anna: Ah, gelbe Blätter!
Bella: So gelb wie Gold!
Otto: Diese Blätter sind für meine Mutter; morgen gehe ich wieder,
dann bringe ich auch Blätter für Sie, meine Damen.
Bella: Danke, danke Ihnen.
Anna: Danke, Otto.
Herr Meister: Es ist nicht lange her, da war alles im Parke so grün;
heute ist alles gelb und braun, und nicht lange mehr, dann haben wir
Dezember und alles ist weiß von Eis und Schnee.
Otto: O, im Park sind Bäume (1 Baum, 2 Bäume), die sind immer grün, im
Sommer und im Winter.
Anna: So? Im Sommer und im Winter?
Otto: Ja, es sind die .... o, ich weiß den deutschen Namen nicht. Soll
ich es auf Englisch sagen?
Alle: Nein, Otto, nein! Kein Englisch! Deutsch! Deutsch!
Herr Meister: Otto, wie sind die Blätter an diesem Baume? Sind sie so
groß, wie die Blätter am Rosenbusch?
Otto: Nein.
Herr Meister: Sind sie rund?
Otto: Nein; sie sind grün, und an dem einen Ende sind sie wie die
Dornen am Rosenbusch.
Herr Meister: Ah, ich verstehe. »An dem einen Ende sind sie wie die
Dornen am Rosenbusch«? Sie sind spitz.
Louis: Herr Meister, ist das Bajonett spitz?
Herr Meister: Das Bajonett ist auch spitz, aber nicht so spitz wie die
Dornen an dem Rosenbusch und nicht so spitz wie die Nadeln an Ihrem
Baume.
Otto: Sagen Sie im Deutschen: Der Baum, der immer grün ist, hat
Nadeln?
Herr Meister: Ja, so sagen wir im Deutschen, und der Baum heißt (= hat
den Namen) Nadelbaum oder Tannenbaum.
* * * * *
Otto: Im Colleg habe ich ein Gedicht (= Poem) gelernt, von einem
Bäumlein, das Nadeln hatte.
Herr Meister: Ist das Gedicht von Friedrich Rückert?
Otto: Friedrich Rückert -- ja, das ist der Name des Dichters (=
Poeten).
Bella: Ist Rückert ein guter Dichter?
Herr Meister: Das ist er. Goethe spricht sehr gut von ihm.
Louis: Bevor Sie mehr sprechen, Herr Meister, sagen Sie mir: Wann ist
Goethe geboren?
Herr Meister: Goethe ist am achtundzwanzigsten (= 28sten) August 1749
geboren.
Bella: Ist Goethe älter (alt, älter, ältest) als Schiller?
Herr Meister: Ja, mein Fräulein; Goethe ist älter; Schiller ist 1759
geboren und Rückert 1789; Heine 1799 und Lessing 1729.
Anna: Das ist wunderbar!
Herr Meister: Unsere größten Dichter sind in Jahren geboren, welche
die Zahl neun (= 9) am Ende haben.
Louis: Das muß ich meiner Mutter sagen. Lessing 1729, Goethe 1749,
Schiller 1759, Rückert 1789, Heine 1799. Ist das so recht?
Herr Meister: Ganz recht so.
* * * * *
Bella: Otto! Bitte, sagen Sie doch das Gedicht von Rückert!
Otto: Gut. Ich beginne:
[III-1]»Es ist ein Bäumlein gestanden im Wald
In gutem und schlechtem Wetter.
Das hat von unten bis oben
Nur Nadeln gehabt, statt Blätter.
Die Nadeln haben gestochen,
Das Bäumlein hat gesprochen:«[III-2]
Das ist der erste Vers.
Herr Meister: Verstehen Sie alles, Bella?
Bella: Alles? Nein. Ich verstehe: Es war ein Baum, und dieser Baum
hatte keine Blätter, er hatte Nadeln.
Louis: Sie sagten, Otto .....
Herr Meister: Louis, »S_i_e sagten, Otto« -- das ist nicht gut; »D u
sagtest, Otto,« das ist besser. Otto ist Ihr Bruder. Nicht wahr? (=
ist es nicht so?)
Louis: Ja, und er ist ein guter Bruder!
Herr Meister: Das ist sehr schön (= gut). Der Bruder sagt zum Bruder:
»Du«; und der Vater auch zu seinem Sohne, und der Sohn auch zu seinem
Vater und zu seiner Mutter und zu seinem Onkel und zu seiner Cousine
und zu allen andern Verwandten.
Louis: Ich danke Ihnen, Herr Meister. Otto, du sagst: Es ist ein
B_ä_u_m_l_e_i_n gestanden im Wald und Bella sagt: Es ist ein B_a_u_m
gestanden. Ist Bäumlein und Baum dasselbe?
Otto: Ein Bäumlein ist ein kleiner Baum; und eine kleine Rose ist ein
R_ö_s_l_e_i_n; und ein kleines Buch ist ein B_ü_c_h_l_e_i_n; und ein
kleines Haus ist ein H_ä_u_s_l_e_i_n[III-3]. Der Baum im Walde war
klein, darum sagte der Dichter: »Bäumlein.« Habe ich Recht,
Herr Meister?
Herr Meister: Gewiß (= ja, ja), Otto.
Anna: Wo stand das Bäumlein?
Otto: Im Walde.
Anna: Was ist ein Wald?
Bella: Ich denke, es ist ein Garten.
Herr Meister: Nein, es ist kein Garten. Im Garten stehen nicht viele
Bäume, aber im Walde sind viele, oft hundert, oft tausend und oft noch
mehr.
Anna: Ich verstehe.
Otto: Ist Forst nicht ein Synonym von Wald?
Herr Meister: Ja, aber Forst ist ein großer Wald.