ANHANG.

(Tafel III. Fig. 5.)

Zu den Parasiten der Bienen gehört noch ein wenig gekannter Pilz aus der

Familie der Hyphomyceten (Faden- oder Schimmelpilze), den Dr. Dönhoff[69]

zuerst entdeckt und Prof. Leuckart als Pilz erkannt hat, und welcher später

von Prof. Hoffmann in der Hedwigia (Notizblatt für kryptogamische Studien)

Bd. I. pag. 117. näher beschrieben wurde. Er wird von ihm vor der Hand

unter das Genus Hydrophora Tode oder Mucor Micheli eingereiht und als Mucor

mellitophorus benannt (l. c. pag. 119.).

An meinen Bienen habe ich den Pilz nie beobachtet, daher er mir in Natura

unbekannt ist. Er kommt nach Leuckart, Dönhoff und Hoffmann im Chylusmagen

der Bienen mancher Stöcke vor und gelangt jedenfalls von Aussen -- wenn man

von der in neuster Zeit, besonders unter den französischen Naturforschern,

wieder sehr in Aufnahme kommenden Generatio spontanea absieht -- mit den

eingesogenen Stoffen als Spore in den Chylusmagen. Die Spore keimt hier und

bildet sich zu glashellen Fäden mit zahlreichen Verzweigungen aus, an denen

sich Sporangien entwickeln, die einen kernig-schleimigen, weissgeblichen

Inhalt besitzen, aus welchem endlich die Sporen entstehen und nach der

Reife durch Aufplatzen der sehr zarten Sporenhüllen hervorbrechen, meist

als Sporenhaufen. Dieser Haufen zerfällt allmählich in eine grosse Menge

farbloser kleiner Sporen, die sich im ganzen Magen überall verbreiten und

auch im Dünn- und Mastdarm anzutreffen sind, während der eigentliche Pilz

nur im Chylusmagen vorkommt.

Dieser Pilz ist unter den Bienen vieler Gegenden, namentlich Deutschlands,

sehr verbreitet, da seine Sporen, weil die Bienen ihre Brut und oft auch

sich gegenseitig füttern, von der einen Biene auf die andere übertragen

werden können. In den Bienen mancher Stöcke ist er in so grosser Menge

anzutreffen, dass er oft den Chylusmagen mit seinen Sporen förmlich

verstopft und der Ernährung dadurch hinderlich wird, wodurch nach der

Ansicht von Leuckart[70] und Dönhoff[71] wohl die sogenannte Ruhr entstehen

könnte. Uebrigens haben Kleine[72] und von Berlepsch[73], deren Bienen auch

pilzsüchtig waren, durchaus nichts Krankhaftes an ihren Stöcken beobachten

können.

[Illustration: Taf. I.]

[Illustration: Taf. II.]

[Illustration: Taf. III.]

Parasiten der Honigbiene und die durch dieselben bedingten Krankheiten dieses Insects. · 第 13 / 15 题