Costa, Atti del r. instit. d'incorag. Tom. VII. 1845. (Entomobia apum.)

Egger, Beitr. z. besseren Kenntniss der Braula coeca Nitsch (Verhandl.

des zool.-botan. Ver. in Wien). Tom III. pag. 401. ff.

Schiner, Fauna Austriaca, Diptera, pag. 650.

=Characteristik=. Hornartig, glänzend bräunlich-rostfarben; Fühler

gelblich; Borsten und Haare schwarz. -- Länge 0,5 bis 0,75'''.

=Lebensweise=. Das vollkommene Insekt ist ein Ectoparasit, welcher

beständig auf den Bienen lebt und sich von dessen Säften nährt. Auf der

Biene bewegt das Thierchen sich mit grosser Sicherheit, läuft auf ihr sehr

flink herum, jedoch nur vorwärts, während andere Pupiparen auch rückwärts

gehen, und fällt selbst beim Fluge der Biene von dieser nicht ab. Sein

eigentlicher Aufenthaltsort auf der Biene ist das Rückenschild. Im Stock,

wo die Bienen dicht aneinander oft in Kettenform sich befinden, wechselt es

manchmal seinen Wirth, indem es von dem Bein der einen Biene auf das Bein

der andern kriecht und sich dann auf den Thorax begiebt. Hier angelangt,

drängt es seine Füsse dicht aneinander, fährt mit den Kämmen in die hier

bei der Biene sehr dichte Behaarung hinein, welche sie auseinander drückt

und sodann gleichsam schnellend auf das Rückenschild gelangt, wo es sich

mit seinem hohlen Rüssel festsaugt und oft stunden-, selbst tagelang

unbeweglich sitzt. Manchmal trifft man das Thierchen jedoch, selbst beim

Herumkriechen der Bienen im Stocke, in schaukelnder Lage, in welchem Falle

es sich alsdann nur mit den Mittel- und Hinterbeinen auf dem Thorax der

Biene festhält, während die Vorderfüsse damit beschäftigt sind, die Haare

der Biene gleichsam spielend zu kämmen.

Von der Biene entfernt, sind diese Insekten gar nicht im Stande, sich

ordentlich fortzubewegen[51] und sterben nach wenigen Stunden. Nur die

jungen aus den Puppen herausgekrochenen Individuen besitzen eine ziemliche

Lebenstenacität und bleiben bis gegen 96 Stunden am Leben, was daher rührt,

weil sie im Magen noch hinreichend Nahrungsstoff aus dem Puppenschlaf

besitzen.

Die Bienenläuse kommen meist einzeln, häufig aber auch in sehr grosser

Menge, oft über hundert Stück auf einer Biene vor. Alle drei

Bienenindividuen werden von ihnen belästigt. Doch sollen sie vornehmlich

die Königinnen quälen und zu diesen eine besondere Vorliebe zeigen, so

dass, wenn man die Königin von ihnen reinigt, die Königin in kurzer Zeit

von diesen Epizoën wieder behaftet ist.[52] In manchen Jahren sind diese

Thiere in einigen -- ohne Unterschied in schwachen oder starken -- Stöcken

sehr häufig und zwar in solcher Anzahl, dass fast jede Arbeitsbiene eine

Bienenlaus auf sich hat,[53] ja, manche Arbeitsbienen wimmeln von ihnen in

derselben Menge, wie die Königinnen.[54]

In diesem Sommer (1864) wurden auch meine italienischen Bienen in Leipzig

von diesen Thieren geplagt, jedoch habe ich die Königin mit Läusen nicht

behaftet gesehen, sondern meist nur die Arbeitsbienen und auch einige

Drohnen. Gegen den Herbst hin verloren sich die meisten, doch sind auch

noch gegenwärtig (November) einige wenige zurückgeblieben und werden wohl

wahrscheinlich mit den Bienen überwintern.

Die Begattung der Bienenläuse geschieht wahrscheinlich auf den Bienen

selbst, da, wie erwähnt, diese Thierchen, von den Bienen heruntergenommen,

sich nur sehr unbeholfen bewegen. Doch habe ich den Begattungsact nicht

beobachten können.[55]

Ueber die Lebensweise der Larven wurde schon oben gesprochen. Wenn das

vollkommene Insect die Puppenhülle verlässt, was 13 Tage nach der

Verpuppung geschieht, sitzt es ganz still auf dem Boden des Stockes und

harrt hier, gleich den Meloidenlarven, auf den Blüthen, des Zufalls, wenn

in ihre Nähe eine Biene kommt, welche sie dann flugs an den Beinen besteigt

und auf die beschriebene Art auf das Rückenschild derselben gelangt. In den

ersten zwei Tagen ist das Thierchen strohgelb und besitzt ein weiches

Hautskelett. Erst den dritten Tag erhärtet die Haut und nimmt eine braune

Färbung an.

=Geographische Verbreitung=. Die Bienenlaus scheint mehr in dem Westen

Europas vorzukommen. Sie ist in ganz Deutschland, Frankreich und Italien

anzutreffen. In Russland scheint sie mit Ausnahme der Ostseeprovinzen, wo

ich sie beobachtet habe, zu fehlen. Wenigstens habe ich sie in Russland

trotz meines mir früher gehörenden ziemlich grossen Bienenstandes nie

getroffen und überhaupt ist sie den Bienenhaltern daselbst in den

verschiedenen von mir bereisten Gouvernements sowohl nördlichen, mittleren,

als auch südlicheren, gänzlich fremd.

=Apistische Bedeutung=. Im Allgemeinen schaden diese Epizoën den Bienen

nicht viel, weil sie meist nur vereinzelt vorkommen. Sind sie aber in

grösserer Anzahl in einem Stocke vorhanden, etwa so, dass es kaum eine

Biene giebt, welche nicht vom Schmarotzer behaftet wäre, oder gar, wenn

mehrere Bienenläuse auf einer Biene und namentlich auf der Königin ihren

Aufenthalt nehmen, dann allerdings erwächst dem Bienenzüchter daraus ein

Verlust. Die Arbeitsbienen, die mit Läusen behaftet sind, erscheinen matt

und sie sind im Arbeiten träge -- das habe ich namentlich in diesem

Frühjahre (1864) an meinen italienischen Bienen bemerkt -- mögen auch wohl

durch ihren Säfteverlust, den die Schmarotzer absorbiren, früher als

gewöhnlich sterben. Die Königinnen, die mit diesen Parasiten zu sehr

behaftet sind, erscheinen stets abgemattet und sterben im Winter[56],

wodurch der Stock natürlich, wenn man über eine andere Königin, die man ihm

im Frühjahr geben kann, nicht zu verfügen hat, eingeht.

=Prophylaxis=. Das Mittel, welches nach Egger[57] der Canonicus Stern

angiebt, um das weitere Umsichgreifen der Läusekrankheit bei den Bienen zu

verhüten, besteht im Abstreifen der Bienenläuse mit der Fahne einer Feder

von den Bienen. Dies dürfte jedoch nur dann Anwendung finden können, wenn

etwa die Königin oder nur wenige Arbeitsbienen mit Läusen behaftet sind.

Finden sich aber die Läuse in der Menge, wie es z. B. von Bose im Jahre

1858 beobachtet hat (a. a. O.), wo jede Biene belaust war, so dürfte wohl

dieses Mittel unanwendbar sein.

Da die Bienenläuse, wie oben erwähnt, ihre Larven auf dem Boden des Stockes

ablegen, so ist jedenfalls das Practischste, wenn man die Stöcke so häufig

als möglich vom Gemüll reinigt, auf welche Art man dann mit diesem auch die

Braulalarven entfernt. Namentlich muss man auch die Fugen etc. gut

reinigen.

Parasiten der Honigbiene und die durch dieselben bedingten Krankheiten dieses Insects. · 第 11 / 15 题