Es handelt sich dabei um die Felsen am Hohen Stein, um die Syenitbrüche
bei der Begerburg und um den Backofenfelsen hinter Hainsberg. Zunächst
sei da eines Vogels gedacht, der sich an den letztgenannten beiden
Stellen in großer Zahl eingenistet hat: es ist die _verwilderte
Haustaube_. Sie benutzt die höheren Felsvor- und -einsprünge nicht
nur als eine Art Sommerwohnung, sondern auch als Kinderstube; sie
ist also zu der Gewohnheit ihrer Vorfahren in grauer Vorzeit wieder
zurückgekehrt. Standesunterschiede werden hier nicht gemacht; die
gemeine Haustaube ist in den Felsen ebenso wohnungsberechtigt wie
die edelste Rassentaube. Neben den Tauben aber haben sich an allen
drei Orten Vertreter eines Herrengeschlechts festgesetzt, nämlich
_Turmfalken_, welche 1926 am Hohen Stein und am Backofenfelsen
wahrscheinlich in je zwei Paaren, bei der Begerburg aber nur in einem
Paar nisteten. (Abb. 2.) Sehr oft sah ich einen Falken auf eine Taube
niederstoßen, ohne daß er sie schlug. Mir scheint, als wollten die
Falken auf diese Weise die Tauben nur aus _ihrem_ Wohngebiet verjagen,
was um so begreiflicher ist, als z. B. am Backofenfelsen ein Taubenpaar
es gewagt hat, den vorjährigen Horst von Falken zu beziehen. Wundern
dürfen wir uns hiernach auch nicht, wenn doch einmal eine junge Taube
von einem Falken für sich oder seine Kinder geholt wird. Trotzdem
bleibt der Turmfalk einer der wenigst schädlichen Raubvögel. Möge er
deshalb an den oben genannten Stellen nicht nur geduldet, sondern
auch geschützt werden, damit er seines Amtes als »_Torwächter des
Plauenschen Grundes_« auch weiter bis in ferne Zeiten walten und alle
wahren Naturfreunde mit seinen herrlichen, das Auge zu Himmelshöhen
emporziehenden Flugspielen erfreuen und begeistern kann!