4. Vögel der Hecken und Feldgehölze.

Hier stoßen wir leicht einmal auf die _Dorngrasmücke_, welche nirgends

fehlt. Sie lebt zwar recht versteckt, macht sich aber oft durch ihren

Balzflug und ihre kurzen Balzliedchen bemerkbar. Gern streicht der

_Kuckuck_ über Hecken und Feldgehölze hin, um die Eier in fremde Nester

zu legen. Im ganzen habe ich aber nur _ein_ Weibchen kichern, dagegen

drei Kuckucksmännchen rufen hören. Der am Windberg setzte mit seinen

Rufen oft ungewöhnlich tief ein (~d₂–h₁~), ging aber rasch zur normalen

Höhe (~e₂–cis₂~ oder ~f₂–d₂~) über. An den oben genannten Stellen stieß

ich ferner hier und da auf _Feldsperlinge_, die an der rotbraunen

Kopfplatte und an dem schwarzen Fleck in der weißen Wange erkenntlich

sind. Meist waren ihrer mehrere zusammen. Der _rotrückige Würger_ hielt

sich vorwiegend am Rande der Gehölze oder in kleinen, freigelegenen

Dornhecken und -gebüschen auf, so z. B. vor und hinter dem

Burgwartsberg, im Döhlener Wald und am oberen Vorholzbach. Sogenannte

Spottungen (Nachahmungen der Stimmen anderer Vögel oder sonstiger

Töne und Geräusche) konnte ich nur wenig feststellen. Der hinterm

Burgwartsberg brachte recht schön das Schmetterlied des Buchfinken.

Sehr zahlreich ist die _Goldammer_, deren einsilbige, fast tonlose Rufe

und einfache, schlichte Liedchen man außer in Feldgehölzen auch im

Walde und in Obstalleen zwischen den Feldern vernehmen kann. _Elstern_

habe ich nur zweimal schackern hören und zwar hinterm Burgwartsberg und

unterhalb Ober-Pesterwitz. Auf Befragen hörte ich, daß Elsternester

regelmäßig von der Jugend ausgenommen worden sind; wahrscheinlich

nistet diese Art jetzt außerhalb des Plauenschen Grundes.

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XVI, Heft 3–6 · 第 62 / 99 题