Hier stoßen wir leicht einmal auf die _Dorngrasmücke_, welche nirgends
fehlt. Sie lebt zwar recht versteckt, macht sich aber oft durch ihren
Balzflug und ihre kurzen Balzliedchen bemerkbar. Gern streicht der
_Kuckuck_ über Hecken und Feldgehölze hin, um die Eier in fremde Nester
zu legen. Im ganzen habe ich aber nur _ein_ Weibchen kichern, dagegen
drei Kuckucksmännchen rufen hören. Der am Windberg setzte mit seinen
Rufen oft ungewöhnlich tief ein (~d₂–h₁~), ging aber rasch zur normalen
Höhe (~e₂–cis₂~ oder ~f₂–d₂~) über. An den oben genannten Stellen stieß
ich ferner hier und da auf _Feldsperlinge_, die an der rotbraunen
Kopfplatte und an dem schwarzen Fleck in der weißen Wange erkenntlich
sind. Meist waren ihrer mehrere zusammen. Der _rotrückige Würger_ hielt
sich vorwiegend am Rande der Gehölze oder in kleinen, freigelegenen
Dornhecken und -gebüschen auf, so z. B. vor und hinter dem
Burgwartsberg, im Döhlener Wald und am oberen Vorholzbach. Sogenannte
Spottungen (Nachahmungen der Stimmen anderer Vögel oder sonstiger
Töne und Geräusche) konnte ich nur wenig feststellen. Der hinterm
Burgwartsberg brachte recht schön das Schmetterlied des Buchfinken.
Sehr zahlreich ist die _Goldammer_, deren einsilbige, fast tonlose Rufe
und einfache, schlichte Liedchen man außer in Feldgehölzen auch im
Walde und in Obstalleen zwischen den Feldern vernehmen kann. _Elstern_
habe ich nur zweimal schackern hören und zwar hinterm Burgwartsberg und
unterhalb Ober-Pesterwitz. Auf Befragen hörte ich, daß Elsternester
regelmäßig von der Jugend ausgenommen worden sind; wahrscheinlich
nistet diese Art jetzt außerhalb des Plauenschen Grundes.