Hier kommen, wie schon angedeutet, in erster Linie gewisse _Luftvögel_
in Betracht, die ursprünglich wohl Freibrüter waren und erst nach und
nach sich den Menschen angeschlossen haben. Zuerst sei da der _Stall-_
und der _Hausschwalbe_ gedacht. Die erstere bezieht gern Innenräume
(wie z. B. Stallungen) in Bauerngütern; seltener treffen wir sie an
Orten, die mit der Landwirtschaft nichts zu tun haben. Erwähnenswert
scheint mir in dieser Hinsicht, daß zwei Paar Stall-, oder in
diesem Falle besser Rauchschwalben, seit Jahren in einem Durchgang
des Bahnhofs von Potschappel nisten. Im ganzen ist die Zahl der
Stallschwalben nicht bedeutend; noch wesentlich geringer ist die der
Hausschwalben, welche bekanntlich meist an der Außenseite der Häuser
unter dem vorspringenden Dach usw. ihre erdigen Nester bauen. Ich
habe sie – in bescheidener Zahl – besonders im Dorfteile Alt-Coschütz
angetroffen (siehe auch Seite 239). Oft tummelten sich Hausschwalben
unterhalb des Hohen Steins, und es gewährte einen fesselnden Anblick,
wenn die weißen Bürzel der ruhelos nach Nahrung umherjagenden und
im übrigen kaum erkennbaren Vögel aus der Tiefe heraufleuchteten. –
_Mauersegler_ oder _Turmschwalben_, die in vielen Städten und Dörfern
keine fremde Erscheinung sind, beleben auch im Plauenschen Grunde die
Luft mit ihren schnellen Flügen und wenig musikalischen Rufen. Ihr
vorwiegend dunkles Gefieder und die sichelförmigen Flügel machen sie im
übrigen leicht erkenntlich. Im ganzen sind sie nicht gerade zahlreich.
Die größte Zahl (12 bis 15 Stück) beobachtete ich mehrmals über der
Weißeritz zwischen Potschappel und Burgk. Sonst sah ich vielfach nur
vereinzelte Paare.
Ein weiterer Mitbewohner menschlicher Bauten ist der _Haussperling_,
der in den Ortschaften des Plauenschen Grundes der zahlreichste
Vertreter der Vogelwelt ist und hier und da rudelweise auftritt.
Sonderbar ist, daß bei den Häusern auf dem Windberg der Haussperling
fehlt.
Als letzter Vertreter der bei den Menschen Unterkommen findenden
Vögel sei das _Hausrotschwänzchen_ genannt, dessen Männchen außer am
braunroten Schwanze noch an dem weißen Fleck auf den dunklen Flügeln
erkennbar ist. Hausrötel nehmen meist mit niedrigeren Nebenbauten,
wie z. B. Gartenhäuschen, Geräteschuppen, einer Feldschmiede usw.
fürlieb, die im Plauenschen Grunde in genügender Zahl vorhanden sind.
Bekanntlich gehört das Hausrötel zu den zeitigsten Frühaufstehern; es
fängt schon an zu singen, wenn gewisse Menschen sich erst nach Hause
finden. Kein Wunder, daß man dem Morgengesang des Hausrötels die Worte
unterlegt: »Kommst du auch schon heim?« – Der _Star_ nistet zwar nicht
in den Behausungen oder sonstigen Bauten der Menschen, bezieht aber
gern ein Heim, das letztere für ihn aufgehängt haben. Im Park des Gutes
Heilsberg nisteten voriges Jahr ein paar Stare in der Höhlung eines
Baumes, was Stare gegebenenfalls verhältnismäßig häufig tun. Sehr gern
beziehen sie dabei alte ausgehöhlte Parkbäume, wodurch sie den Übergang
zur nächsten Vogelgruppe bilden.