genannt, das gleichfalls aus der westlichen Wand hinab fällt. Dieses
mahlerische Thal verdient vor allen einen Besuch. In wunderbaren
Gestalten erheben sich die Sandsteinfelsen auf beiden Seiten, bald
wie die Mauern alter Burgen, bald wie Basteien und Thürme aus den
Waldwipfeln hervor ragend, bis wir endlich, am Ausgange der Schlucht,
unter dunkeln Schatten vor einem Felsenbau stehen, dessen Wände,
prächtigen Tempeltrümmern ähnlich, über 100 Fuß hoch aufsteigen, und
in einer kühnen Wölbung sich schließen. Von diesem Dom fällt immer
Wasser in großen Tropfen an der hintern Wand in eine, von Felsenblöcken
verdeckte Tiefe hinab, das im Frühlinge, oder nach langer Regenzeit
zu einem rauschenden Fall anschwillt. Nicht weit von diesem Felsen,
welchen man den +Tempel in Richters Schlüchte+ nennt, führt ein, zum
Theil steiler Pfad in 3 Viertelstunden auf den +großen Winterberg+,
und links ein südwestlich laufender Weg in ungefähr gleicher Zeit zum
+Prebischthor+.
Wir kehren wieder in den +großen Zschand+ zurück und wandern längs
der westlichen Wand zum +Zeughause+ hinauf. In der Nähe des Hauses,
an einer vom +Heilenberg+ abfallenden Schlucht, erhebt sich der
schroffe +Teichstein+, der seinen Nahmen von einem nahen Teiche hat,
wo in frühern Zeiten große Wasserschlangen lebten. An der jenseitigen
Thalwand hinter dem Jagdhause läuft durch eine, sich hier öffnende
Schlucht der +Roßsteig+ hinan, ein enger steiler Felsenweg, der uns zu
dem, an der +Pechschlüchte+ emporragenden +Goldstein+ führt, dessen
schroffe Wände gelbes Moos bekleidet. Von der Höhe blicken wir über die
vorliegenden Felsenthäler in die Gegend von +Hinterhermsdorf+, über
welche die sächsischen und böhmischen Gränzgebirge und der Bergzug
des fernen Hintergrundes hervor ragen. Der +Roßsteig+ führt weiter in
südwestlicher Richtung über den +Lehmhübel+ zum +großen Winterberge+,
und über den +Schlüssel+ zum +Prebischthor+. Wir aber folgen einem
rechts ablaufenden Pfade, der uns zu den +Bärfangwänden+ führt, wo wir
in eine, dem +Kuhstall+ ähnliche Höhle treten. Ein steiler Pfad läuft
hier in die +nasse Schlüchte+ hinab, und wo diese in den +kleinen
Zschand+ fällt, sehen wie eine +Pechhütte+ dampfen.
Unweit der +Bärfangwände+, nahe an der +Queene+, erhebt sich auf einem
hohen Berge der
Raubstein,
ein mächtiger Sandsteinfelsen, durch dessen Wölbungen und gespaltene
Wände der beschwerliche Weg auf den Gipfel führt, wo sich manche Spuren
ehemahliger Bewohnung, ein Wasserbehältniß, Keller und altes Gemäuer
finden und eine belohnende Aussicht über die umliegende Felsenwildniß
sich öffnet.
Wir gehen in den +Habichtsgrund+ (s. S. 59 und 109.) hinab und folgen
dem Pfad, der uns zum