für Ampères 5 10 15 20 30

-------------------------------------------

bei 110 Volt 22 44 66 88 132 Pf.

bei 220 " 44 88 132 176 264 "

Dazu kommt noch ein kleiner Betrag für Kohlenstifte.

~Starke Nernstlampe:~ bei 110 Volt 17-1/2 Pf.; bei 220 Volt 35 Pf.

~Mittlere Nernstlampe:~ bei 110 und 220 Volt etwa 13 Pf.

~Kleine Nernstlampe:~ bei 110 und 220 Volt etwa 4-1/2 Pf.

~Leuchtgaskalklicht:~ (bei 100 #l# Sauerstoffverbrauch): 72 Pf.

~Ätherkalklicht:~ (bei 100 #l# Sauerstoffverbrauch): 110 Pf.

~Azetylenlicht:~ etwa 50 Pf.

~Spiritusglühlicht:~ 2 bis 5 Pf.

~Gasglühlicht:~ (bei 13 Pf. Gaspreis): 1-1/2 Pf.

Dazu kommt ein kleiner Betrag für Glühstrumpfersatz.

~Petroleumlicht:~ 3 bis 4 Pf. (außer Dochtersatz).

In nicht wenigen Fällen wird die Frage auftauchen: Macht sich der

Lichtbilderapparat bezahlt -- ist es möglich, mit dem Apparat selbst

so viel zu erwerben, daß die Beschaffungskosten damit bestritten

werden können? -- Einnahmequellen kann sich ein Verein verschaffen,

indem er zu den Lichtbildervorträgen Eintrittsgeld erhebt, sei es

nur von Nichtmitgliedern oder eventuell zu niedrigerm Satze auch von

Mitgliedern; zweitens dadurch, daß er den Apparat an andere Vereine

gegen eine entsprechende Gebühr verleiht. Auf diese Weise können ganz

nette Beträge erzielt werden, so daß die Kosten der Einrichtung über

kurz oder lang herauskommen, wenn nicht gar ein hübscher Überschuß

bleibt. In vielen Fällen sind auf diese Weise schöne Erfolge erzielt

worden.

[Illustration: Fig. 26. Lichtbilderapparat mit Azetylenlicht.]

Die Glasbilder und deren Aufbewahrung

Die Glasbilder, welche man im Handel käuflich oder leihweise erhält,

sind jetzt fast ausschließlich auf photographischem Wege hergestellt;

in vielen Fällen sind die Bilder außerdem mit der Hand koloriert. Zum

Schutze der photographischen Schicht werden die Glasbilder mit einem

Deckglase versehen, und zwischen beiden Platten ist in der Regel eine

Papiermaske eingeklebt. Das Außenformat ist 8-1/4 × 8-1/4 oder häufiger

8-1/2 × 10 #cm#.

Wer Amateurphotograph ist, dem wird es keine Schwierigkeiten

machen, mit Hilfe von Diapositivplatten selbst Glasbilder für den

Lichtbilderapparat herzustellen. Diese selbstgefertigten Bilder,

welche die auf den Reisen gesehenen Stätten wiedergeben, bereiten

meist besondere Freude und Befriedigung, besonders wenn man es in der

Kunst des Photographierens weit gebracht hat. Auch das Kolorieren läßt

sich bei einiger Übung und einigem Geschick mit Erfolg ausüben; die

erforderlichen Farben sind nebst Anweisung im Handel zu beziehen.

[Illustration: Fig. 27. Klappkasten für die Glasbilder.]

Zur Aufbewahrung der Glasbilder gibt es sogenannte Nutenkasten, die

jeder Platte ein kleines Abteil bieten. Für Wanderredner sind diese des

großen Raumes halber, den sie einnehmen, weniger beliebt. Da ist recht

praktisch der in Fig. 27 dargestellte Klappkasten, welcher 60 bis 70

Bilder aufnimmt. Für den Transport kommen die Bilder sämtlich in den

linken Kastenteil, und man klappt den Deckelteil darüber.

Zum Gebrauch aber stellt man den Kasten auf den Kopf, derart, daß

der Deckelteil unten ist, löst die Haken und schlägt den Unterteil

heraus. Nun befinden sich die Bilder lose in dem weitern Deckelteil,

aus welchem sie bequem einzeln herausgenommen werden können. Die

projizierten Bilder stellt der Vorführer in den freien Kastenteil

links, und man hat dann zum Schluß der Vorstellung alle Bilder wieder

geordnet darin stehen, so daß man nur zuzuklappen und zu schließen

braucht.

Aufstellung und Handhabung des Lichtbilderapparats

Zunächst ist zu erwägen, ob die Lichtbilder in der Aufsicht oder in der

Durchsicht gezeigt werden sollen. Manche großen Säle haben geräumige

Bühnen, und da ist das Durchwerfen häufig bequemer, um so mehr als

der Apparat in diesem Falle gegen die Zuschauer verborgen ist. Man

braucht aber einen Apparatabstand, der etwa zweimal so groß ist als

das Lichtbild -- also für ein 3 × 3 #m# großes Lichtbild einen etwa 6

#m# großen Abstand. Ist die Bühne nicht tief genug, so kann man sich

unter Umständen in der Weise helfen, daß man den Schirm ein Stück vor

der Bühne, in den Saal hinein, aufbaut. Entschließt man sich zum

Aufwerfen der Bilder, so wird man einen Platz suchen, wo das Publikum

durch den Apparat recht wenig oder besser gar nicht gestört wird.

Eine Aufstellung mitten im Saal ist tunlichst zu vermeiden. Kann man

nicht über den ganzen Raum hinwegprojizieren, so sehe man zu, ob sich

die Laterne nicht an einer Seitenwand aufstellen läßt, wobei dann der

Schirm ebenfalls entsprechend nach dieser Seite herübergeschoben wird.

Strahlt der Apparat störendes Licht gegen die Zuschauer aus, so decke

man dieses durch einen Vorhang oder eine spanische Wand ab. Je weniger

das Publikum von der Maschinerie zu sehen bekommt, desto besser.

Beim Durchwerfen des Lichtbildes macht sich zuweilen ein störender

Lichtfleck in der Mitte des Vorhanges bemerkbar. Um diesen zu

vermeiden, muß man Sorge tragen, daß diejenigen Strahlen, welche

vom Apparat gegen die Mitte des Schirmes gerichtet sind, in ihrer

Verlängerung über die Köpfe der Zuschauer hinweggehen. Der Apparat muß

dabei in der Regel etwas nach aufwärts geneigt werden.

Wenn die Vorführung am Tage stattfindet, so muß man für gehörige

Verdunkelung des Raumes Sorge tragen; handelt es sich um ein ständig

für Projektionszwecke einzurichtendes Lokal, so wird man die Fenster

beispielsweise durch eingepaßte Rahmen, die mit dichtem Stoff

bespannt sind, abdichten. In den Physikzimmern der Schulen findet man

vielfach rouleauxartige Vorrichtungen, die mit einer Kurbel hoch-

und niedergedreht werden können. Bei vorübergehender Benutzung des

Raumes muß man sich, wenn kein besseres Mittel zur Verfügung steht,

mit Blenden oder Vorhängen behelfen. Läßt sich dabei »falsches Licht«

nicht vermeiden, so sorge man vor allem dafür, daß es nicht auf den

Projektionsschirm und möglichst auch nicht in die Augen der Zuschauer

fällt, eventuell schütze man den Schirm dagegen durch ein seitlich

aufgehängtes Tuch. Bei hinreichend kräftiger Lichtquelle ist es auch

möglich, in einem nur zum Teil verdunkelten Raume zu projizieren; man

muß dabei aber den eben gegebenen Ratschlag befolgen. In allen Fällen,

namentlich bei Abendvorstellungen, sollte man dafür Sorge tragen, daß

die Beleuchtung des Raumes rasch ein- und ausgeschaltet werden kann.

Ehe man den Apparat in Betrieb setzt, prüfe man die Linsen des

Kondensors und Objektivs, um sie, wenn nötig, herauszunehmen und mit

einem weichen Lappen zu putzen. Die Kondensorlinsen dürfen nicht fest

in die Fassung eingeklemmt werden; denn dadurch kann ein Platzen der

Gläser herbeigeführt werden. Nachdem sämtliche für die Projektion

erforderlichen Teile zur Hand sind, bringt man die Lichtquelle in Gang,

schiebt die Lampe in den Apparat und wartet zunächst einige Minuten,

bis die Laterne angewärmt ist, wobei man die Lampe, wenn es geht,

schwächer brennen läßt; vor allem schiebe man sie nicht sofort dicht

gegen die kalte Kondensorlinse vor.

[Illustration: Fig. 28. Merkmale für die Zentrierung der Lichtquelle.]

Die Zentrierung der Lampe geschieht auf folgende Weise. Sie muß derart

im Apparat stehen, daß auf der Wand ein schönes, gleichmäßig weißes

Bildfeld erscheint, wenn kein Bild eingesetzt ist. Bei falscher

Einstellung zeigen sich blaue Flecken oder ein gelbroter Rand,

fehlerhafte Erscheinungen, über welche Figur 28 Aufschluß geben mag.

Bei 1 steht die Lampe zu weit rechts, 2 zu weit links, 3 zu hoch, 4

zu tief, 5 (gelbroter Rand) zu weit vom Kondensor, 6 und 7 (blauer

Flecken) zu nahe am Kondensor und 8 richtig. Als allgemeine Regel kann

man sich folgende merken: wenn sich rundum ein blauer Ring zeigt,

steht die Lampe zu nahe am Kondensor, zeigt sich ein roter Rand, steht

sie zu weit; macht sich ein sichelförmiger Schatten bemerkbar, so muß

man die Lampe immer in entgegengesetzter Richtung bewegen -- ist also

beispielsweise der Schatten oben, so muß man das Licht etwas senken.

Man gebe sich beim Einstellen nicht mit halber Arbeit zufrieden,

sondern zentriere recht sorgsam; es ist Sache einiger Augenblicke

und lohnt durch schöne, klare Bilder. Kann man kein gleichmäßig

beleuchtetes Feld erzielen, so paßt wahrscheinlich die Brennweite des

Kondensors nicht zu derjenigen des Objektivs, und man wird, um Abhilfe

zu schaffen, auf die Ausführungen zurückgreifen müssen, welche im

Anfange dieser Schrift gegeben wurden.

Wenn die Lampe gut zentriert ist, geht man an die scharfe Einstellung

des Objektivs. Man bringt den Bildhalter in die Bühne, prüft, ob dieser

auch gleichmäßig vor der Kondensorlinse sitzt, und steckt ein Glasbild

ein. Zunächst bewirkt man eine grobe Einstellung durch Verschieben

des Rohrstückes, Schlittens oder Balgauszugs, woran das Objektiv

befestigt ist, und stellt dann scharf ein mit Hilfe des Zahntriebes

der Objektivfassung. Zur Kontrolle wird das Glasbild nochmals entfernt

und beobachtet, ob bei der Verstellung des Objektivs das Bildfeld auch

völlig weiß geblieben ist; nötigenfalls muß man die Lichtquelle etwas

nachzentrieren.

Bei dieser Gelegenheit wird man studieren, wie die Glasbilder

eingesetzt werden müssen. Zunächst zeigt es sich, daß das Bild auf

dem Kopf stehen muß; ferner muß die Deckglasseite (auf dieser Seite

befindet sich in der Regel das Etikett mit der Aufschrift) dem

Kondensor zugewandt sein. Setzt man anders herum ein, so erscheint

das Lichtbild seitenverkehrt. Dies gilt für die Aufprojektion; beim

Durchwerfen des Bildes muß man die Deckglasseite dem Objektiv zukehren.

Man tut gut, sich vor der Vorführung hiervon durch Versuche zu

überzeugen.

Damit beim Einsetzen der Platten kein Irrtum unterläuft, stelle man

sämtliche Bilder in bestimmter Ordnung in den Kasten -- nicht etwa das

erste Bild mit dem Kopf nach oben, das zweite mit dem Kopf nach unten,

eines mit dem Rücken nach hinten, das nächste mit dem Rücken nach

vorne. Hat man die Bilder gleichmäßig geordnet, so sind beim Einsetzen

in den Apparat stets dieselben Handgriffe zu machen. Wenn man mit einer

Hilfe zu tun hat, der man nicht genug zutraut, so mag noch auf jedes

Bild ein kleines Stückchen gummierten Papiers geklebt werden, das einen

sichern Anhalt für das Einsetzen bietet.

Die Glasbilder müssen beiderseitig gut geputzt und dürfen beim

Einsetzen nur am Rande angefaßt werden, da Fingerflecken sich im

Lichtbild unangenehm bemerkbar machen. Sind die Platten kalt, was

besonders dem Wanderredner im Winter leicht vorkommen wird, so wärme

man sie in der Nähe des Ofens an, bis sie handwarm sind; andernfalls

werden die Gläser leicht im Apparat beschlagen. Nach der Vorstellung

achte man darauf, daß kein kalter Luftzug von der geöffneten Türe oder

Fenster her gegen die Kondensorlinsen dringt. Durch die plötzliche

Abkühlung kann nämlich das Glas unter Umständen zum Platzen gebracht

werden.

Die episkopische Projektion (Projektion undurchsichtiger Gegenstände)

Mit Hilfe einer besondern Vorrichtung, des Episkopansatzes,

welcher mit dem Lichtbilderapparat in Verbindung gebracht wird,

kann man undurchsichtige Gegenstände aller Art, wie Papierbilder,

Ansichtspostkarten u. dgl., projizieren. Der Ansatz besteht aus einem

winkelförmigen Kasten, der gemäß Fig. 29 am Apparat angebracht wird,

nachdem man den Objektivträger entfernt und das Objektiv selbst

wiederum an den Kasten angeschraubt hat. Die Papierbilder werden

mit Hilfe von Metallrähmchen an der Rückseite des Kastens vor die

umklappbare Türe eingeschoben; größere Sachen, wie Bücher usw.,

hält man dagegen, nachdem die Türe völlig heruntergeklappt ist. Die

Wirkungsweise ist folgende. Das aus dem Kondensor austretende Licht

fällt auf das Papierbild, und dieses wirft die Lichtstrahlen zurück;

das Objektiv wiederum fängt von diesen nach allen Seiten zerstreuten

Strahlen einen Teil auf und leitet ihn derart gegen den Schirm, daß

dort ein scharfes, vergrößertes Lichtbild zustande kommt. Aber die

Helligkeit des Lichtbildes ist verhältnismäßig gering. Während nämlich

bei der Projektion von Glasbildern der ganze Strahlenkegel ins Objektiv

geleitet und voll ausgenutzt werden kann, geht hier durch die bei der

Reflexion erfolgende Zerstreuung der größte Teil der Strahlen, und

zwar über 90 Prozent, verloren, so daß nicht einmal ein Zehntel des

Lichtes auf den Schirm gelangt. Damit man einen möglichst günstigen

Effekt erhält, muß man eine sehr intensive Lichtquelle benutzen,

das Objektiv muß einen recht großen Linsendurchmesser haben, und

der Schirm endlich muß eine hohe Reflexionskraft besitzen. Deshalb

ist bei dieser Projektionsart die Verwendung einer silberglänzenden

Wand besonders angebracht. Die Lampe stellt man derart ein, daß das

Papierbild gleichmäßig und kräftig beleuchtet wird; unter Umständen

erhält man einen bessern Effekt, wenn man die vorderste der beiden

Kondensierungslinsen entfernt; besitzt der Apparat einen dreifachen

Kondensor, so ist auf jeden Fall die vorderste (dem Bild zugekehrte)

Linse fortzunehmen.

[Illustration: Fig. 29. Projektionslaterne mit Episkopansatz.]

Für größere Demonstrationen werden besondere episkopische Apparate mit

sehr lichtstarken Objektiven gebaut, bei welchen die zu projizierenden

Papierbilder usw. auf eine wagerechte Fläche gelegt und mit Hilfe eines

Spiegels beleuchtet werden. Unter Verwendung von Gleichstrombogenlicht

hoher Stromstärke -- 30 bis 40 Ampères -- kann man auch in nicht

allzu großen Sälen völlig zufriedenstellende Resultate erzielen. Bei

der Wahl der Bilder muß man kritisch sein und berücksichtigen, daß

beispielsweise flaue Photographien unter keinen Umständen kräftige

Lichtbilder abgeben können.

Wissenschaftliche und mikroskopische Projektion

Eine wichtige Rolle spielt der Lichtbilderapparat im physikalischen

Unterricht, namentlich, wenn es gilt, optische Versuchsanordnungen zu

zeigen. Es wird da ein Apparat gebraucht, der recht viel Spielraum

zum Aufbauen der Instrumente bietet. Recht praktisch ist ein Modell

mit optischer Bank, wie es in Fig. 12 angedeutet wurde. Die Zahl der

Experimente, welche sich mit dem Projektionsapparat ausführen lassen,

ist eine außerordentlich große, und wer sich auf diesem Gebiete

betätigt, findet hier ein sehr dankbares Feld. Manche Versuche, z.

B. die Darstellung der magnetischen Kurven und die Kristallisation

von Flüssigkeiten, erfordern eine horizontale Anordnung der Objekte

im Apparat; in solchen Fällen braucht man eine Vorrichtung zur

Vertikalprojektion, welche vor die Laterne gesetzt wird, nachdem die

vorderste Kondensierungslinse entfernt ist.

[Illustration: Fig. 30. Lichtbilderapparat mit Projektionsmikroskop,

ein Bienenbein vergrößernd.]

Zur Verwendung mit dem Mikroskop eignet sich ebenfalls besonders

gut ein Apparat mit optischer Bank, auf welchem man das Instrument

aufbauen kann. Die in den höhern Lehranstalten meist vorhandenen

umlegbaren Tischmikroskope lassen sich in der Regel für Projektion

verwendbar machen. Aber auch der gewöhnliche Lichtbilderapparat kann

mit einer mikroskopischen Einrichtung ausgerüstet werden, die bei

Vorträgen durch die Vergrößerung der kleinen Gebilde aus Tier- und

Pflanzenwelt eine Fülle von Belehrung und Anregung zu bieten vermag.

Das Projektionsmikroskop wird beispielsweise in der durch Fig. 30

angedeuteten Art mit der Laterne verbunden, indem es nach Entfernung

des Objektivs einfach mit Hilfe eines kleinen Dreifußstativs vor den

Apparat gestellt wird. Das wiedergegebene Instrument ist mit drei

Mikroskopobjektiven von verschieden starker Vergrößerung versehen,

welche an einem Revolver sitzen und rasch ausgewechselt werden können;

die Scharfeinstellung erfolgt durch einen Spindeltrieb.

Die mikroskopische Projektion verlangt ein kräftiges und konzentriertes

Licht; immerhin kann man bei Verzicht auf stärkere Vergrößerungen

und bei Beschränkung auf ein kleineres Lichtbild auch mit Azetylen

und selbst mit dem Hängeglühlicht recht hübsche Resultate erzielen.

Präparate kann der Naturfreund in beliebiger Menge selbst herstellen;

auch wer sich nicht damit befaßt, »Schnitte« zu machen, findet

zahlreiche geeignete Objekte, wie Spinngewebe, Teile von Insekten u.

dgl., die ohne weiteres mit dem Mikroskop projiziert werden können.

Der Lichtbilderapparat als Scheinwerfer

In vielen Fällen kann der Projektionsapparat als Scheinwerfer

vorzügliche Dienste leisten, namentlich bei Theateraufführungen und bei

der Darstellung lebender Bilder. Ob dabei der Apparat am besten mit

oder ohne Objektiv zu verwenden ist, stellt man durch einen Versuch

fest. Zur Beleuchtung einzelner Personen sowie auch kleinerer Stellen,

z. B. eines Kopfes, nimmt man die vordere Kondensierungslinse (d.

h. die dem Objektiv zugewandte Linse) heraus und entfernt auch das

Objektiv. In einigem Abstand vor dem Apparat bringt man ein Stück

Karton oder Blech mit entsprechendem Ausschnitt an, wodurch das

Strahlenbündel begrenzt wird. Durch Vor- und Zurückschieben der Lampe

kann man den Lichtkegel breiter bzw. schmaler machen; nach Bedarf

färbt man ihn mit vorgehaltenen bunten Gelatinefolien, die zwischen

Glasplatten eingeklebt werden.

Auch zur Darstellung von Schattenbildern ist der Lichtbilderapparat

vorzüglich geeignet. Man benutzt dazu einen transparenten Schirm und

setzt die Laterne, komplett mit Objektiv versehen, oder aber die Lampe

allein in einem Abstand von 4 bis 6 #m# hinter dem Schirm auf den

Boden. Die Bewegungen der Spielenden müssen vorher gut einstudiert

werden. Man kann mit diesen pantomimischen Schattenbildern und den

spaßhaften Szenen, die sich ohne alle Schwierigkeit vorführen lassen,

eine recht hübsche Unterhaltung bereiten.

Der Lichtbilderapparat als photographischer Vergrößerungsapparat

Der Amateurphotograph kann den Lichtbilderapparat erfolgreich zur

Herstellung photographischer Vergrößerungen verwenden, auch wenn er

eine einfache Projektionslaterne besitzt, die für diesen Zweck nicht

besonders hergerichtet ist. Es sind dabei ein paar Punkte zu bemerken.

Zunächst muß man alles aus dem Apparat austretende »falsche Licht«

abdecken, da dieses die Vergrößerung verschleiern würde. Man benutzt

dazu z. B. einen Vorhang; manchmal genügt ein großer Karton, der vor

der Laterne aufgestellt wird und eine runde Öffnung für das Objektiv

hat. Auch eine Kiste mit einem Ausschnitt für das Objektiv erscheint

manchmal brauchbar. Ein anderes Verfahren besteht darin, daß man oben

vom Objektivträger bis zu den obersten Ecken des Brettes, worauf das

photographische Papier gespannt wird, Schnüre zieht und über diese ein

Tuch legt; dadurch soll das falsche Licht vom Papier abgehalten werden.

Andere wiederum stellen den Apparat außerhalb der Dunkelkammer auf und

schneiden in die Türe ein Loch für das Objektiv.

Da die Vergrößerung bei diesen Arbeiten eine bedeutend geringere ist

als beim Projizieren, so erhält das Objektiv eine andere Einstellung,

und zwar kommt es in einen größern Abstand vom Kondensor. In manchen

Fällen mag der Rohrauszug des Apparats nicht genügend lang sein,

und man muß sich dann in irgendeiner Weise helfen. Es kann dabei

weiterhin vorkommen, daß die Brennweite des Kondensors nun nicht

mehr paßt, was durch gelbrote Ränder oder blaue Flecken im Bildfelde

sich bemerkbar macht; in solchem Falle muß der Kondensor eine Linse

längerer Brennweite erhalten, geradeso wie wenn man ein Objektiv

längerer Brennweite damit verwenden will. Zur Erhöhung der Schärfe ist

es vielfach erforderlich, das Objektiv abzublenden; wenn eine Blende

nicht vorhanden ist, so kann man sich in der Weise helfen, daß man

solche aus schwarzem Papier oder Blech ausschneidet und auf die vordere

Linse des Objektivs legt; richtiger allerdings sollte die Blende

mitten in die Objektivfassung kommen, wo in der Regel ein Blendrand

eingesetzt ist. Die Belichtungszeit, welche abhängig ist von der Stärke

der Lichtquelle, dem Maße der Vergrößerung, der Empfindlichkeit des

Papiers sowie der Dichte des Negativs, stellt man durch Versuche fest,

wozu es genügt, schmale Streifen des betreffenden Papiers zu benutzen.

Bei elektrischem Bogenlicht ordnet man vielfach zwischen den beiden

Kondensierungslinsen oder, wenn dies nicht geht, zwischen Lampe und

Kondensor eine Mattglasscheibe an; dadurch wird einmal das in der Regel

zu helle Licht gedämpft und fernerhin eine gleichmäßigere Beleuchtung

erzielt, welche auch die Anwendung kleinerer Blenden gestattet, ohne

daß dabei störende Flecken im Bildfelde auftreten.

Die Darstellung lebender Lichtbilder (kinematographische Projektion)

~Wirkungsweise des Kinematographen~

[Illustration: Fig. 31. Stück eines Filmbandes.]

Die Projektion kinematographischer Lichtbilder bietet, soweit man den

eigentlichen Projektionsvorgang ins Auge faßt, prinzipiell nichts

Neues. Nur gelangen dort an Stelle der Glasbilder kleine Filmbilder zur

Verwendung, die in ihrer Gesamtheit ein langes Bildband darstellen. Ein

Stück eines solchen Filmbandes, welches aus transparentem Zelluloid

besteht und eine photographische Bildschicht besitzt, ist in Fig. 31

wiedergegeben, und zwar in Originalgröße. Das Band selbst hat eine

Breite von 35 mm, während jedes Bildchen darauf ungefähr 19 mm hoch und

25 mm breit ist. ~Ein~ Bild sieht fast genau so aus wie das nächste;

erst wenn man mehrere Bilder überfliegt, merkt man einen Unterschied

in der Abbildung. Und das ist kein Wunder; werden die Aufnahmen doch

mit einem Apparat gemacht, welcher in der Sekunde durchschnittlich

16 Bilder herstellt. Eine so rasche Folge der Bilder ist nämlich

erforderlich, wenn eine ununterbrochene, schöne Wiedergabe der Bewegung

erzielt werden soll. In der Minute haben wir mithin rund 1000 Bilder,

und das macht, da jedes Bildchen etwa 2 cm hoch ist, ein Band von

ungefähr 20 m Länge. Für eine Szene, die 5 Minuten dauert, braucht man

also 100 m Film. Das mag auf den ersten Blick viel erscheinen, aber

selbst Aufnahmen von vielen 100 m Länge sind heute nichts Besonderes

mehr.

Das Filmband ist, wie die Figur zeigt, an beiden Rändern in

regelmäßiger Folge mit Löchern versehen, und zwar derart, daß auf jedes

Bild beiderseits vier Löcher kommen. Diese Perforation, welche von

Edison eingeführt wurde, muß man anwenden, damit der Mechanismus den

Film genau weiterbewegen kann.

[Illustration: Fig. 32. Schema einer Filmkamera.]

Zunächst wollen wir einmal zusehen, wie die photographische Aufnahme

eines solchen Filmbandes bewirkt wird, und darüber können wir uns am

besten klar werden, indem wir eine einfache Filmkamera, z. B. einen

Kodak, zur Hand nehmen. Die Anordnung ist in Fig. 32 schematisch

dargestellt. Auf der Rolle #M# sitzt ein lichtempfindliches Filmband;

es ist zur Rolle #N# geführt, worauf es sich, wenn man die Rolle dreht,

aufwickelt. #O# ist das Objektiv und #S# die Verschlußscheibe. Um eine

Aufnahme zu machen, gibt man der Verschlußscheibe eine Umdrehung. Es

bewegt sich dann die Öffnung #T# am Objektiv vorbei, läßt Licht zu und

verursacht damit eine Belichtung. Nun soll ein zweites Bild gemacht

werden. Dazu muß zunächst der Film durch Drehen der Rolle #N# um

ein Stück, so groß wie das Bildchen #a#, weitergezogen werden. Wenn

das geschehen ist, wird der Verschlußscheibe wieder eine Umdrehung

gegeben. Ein drittes, viertes, fünftes Bild usw. erfordert immer wieder

dieselben Handgriffe: stets wird zuerst der Film weitergezogen und dann

die Verschlußscheibe gedreht.

[Illustration: Fig. 33. Kinematographische Aufnahmekamera.]

Lichtbild- und Kino-Technik Lichtbühnen-Bibliothek Nr. 1 · 第 3 / 6 段