Eine vollständige Kalklichteinrichtung in Verbindung mit einem solchen

Gasator ist in Fig. 19 wiedergegeben. Wir haben links die Stahlflasche

mit dem Verschlußhahn #A#, über welch letztern beim Transport die

Kappe #B# geschraubt wird. An die Stahlflasche ist der Inhaltmesser

#E# und davor das Druckreduzierventil angeschraubt, welches ein

Manometer #D# zum Ablesen des Arbeitsdruckes besitzt, während mit

Hilfe der Schraube #F# dieser Druck eingestellt wird. Rechts steht der

Kalklichtbrenner, ein sogenannter Starkdruckbrenner, dessen rechter Hahn

durch Schlauchleitung mit dem Reduzierventil verbunden ist, während vom

linken Hahn ein Schlauch zu dem mit Äther gefüllten Gasator #K# führt.

Wenn Leuchtgas vorhanden ist, fällt der Gasator fort, und der Schlauch

wird direkt an die Leuchtgasleitung angeschlossen. Benutzt man

anderseits komprimierten Wasserstoff oder Azetylen, so kommt an Stelle

des Gasators die mit Reduzierventil versehene Wasserstoffflasche bzw.

der Azetylenapparat. Auf dem Brenner sitzt vorne auf einem Metallstift

das zylinderförmige und durchbohrte Kalkstück, das durch einen Trieb von

hinten her der Brennerspitze genähert bzw. davon entfernt werden kann,

während ein zweiter Trieb das Kalkstück dreht und hebt. Durch diese

letztere Bewegung ist es möglich, der Stichflamme, welche mit der Zeit

ein Loch in den Kalk frißt, eine frische Fläche zu bieten. Neben der

Zylinderform gelangen auch scheibenartige Kalkstücke zur Verwendung; vor

allem aber benutzt man jetzt vielfach an Stelle des Kalkes, der in der

Regel nur für ein einzige Vorstellung vorhält, eine aus seltenen Erden

hergestellte »Pastille«. Dieses Material gibt, wenigstens bei einem

Sauerstoffdruck bis zu 1/2 Atmosphäre, eine größere Helligkeit, und es

läßt sich häufiger -- etwa zehnmal -- brauchen; außerdem sind die

Pastillen haltbar, während der Kalk bei seiner hygroskopischen

Eigenschaft leicht zerbröckelt, wenn er nicht sorgfältig, gegen

Feuchtigkeit und Hitze geschützt, aufbewahrt wird.

[Illustration: Fig. 19. Kalklichteinrichtung.]

Handhabung des Kalklichtes

Nun wollen wir einmal die Kalklichteinrichtung in Betrieb setzen. Wir

haben zunächst die geschlossene Stahlflasche mit Sauerstoff vor uns,

deren Kappe #B# wir mit dem Schraubenschlüssel durch Linksdrehen

abschrauben. Alsdann liegt der Ventilhahn #A# frei und seitlich daran

ein Rohransatz mit Gewinde, auf dem eine Kappe #C# sitzt, welche wir

losdrehen und entfernen. An diesen Ansatz werden dann Inhaltmesser und

Druckreduzierventil geschraubt (wie es die Abbildung zeigt); die

Schraubenmutter wird mit dem Schlüssel fest angezogen. Zunächst drehen

wir die Stellschraube #F# links herum so weit heraus, bis sie keinen

Druck mehr auf das Ventil ausübt, wodurch letzteres geschlossen wird,

und öffnen dann langsam den Hahn #A# der Stahlflasche, um am

Inhaltmesser #E# den Inhalt zu kontrollieren (plötzliches Öffnen

könnte den Inhaltmesser beschädigen). Dieses Instrument zeigt aber nicht

direkt den Inhalt an, sondern vielmehr den Druck, unter welchem der

Sauerstoff steht; daraus und aus dem Rauminhalt der Flasche läßt sich

die Menge Sauerstoff durch Multiplikation direkt berechnen. Es möge der

Rauminhalt, welcher auf die Flasche aufgeschlagen ist, 11 #l# sein und

der Inhaltmesser 120 Atmosphären anzeigen: dann haben wir 11 × 120 =

1320 #l# Sauerstoff. Ist nach längerm Gebrauch der Druck auf 40

Atmosphären gesunken, so haben wir nur noch 11 × 40 = 440 #l# Gas in

der Flasche.

Es heißt nun, die Schlauchverbindungen herstellen. Hat man Leuchtgas zur

Verfügung, so fragt es sich, ob an geeigneter Stelle der Hausleitung ein

Hahn ist, auf den man den Schlauch stecken kann, oder ob man an eine

Gaslampe anschließen muß. In letzterm Falle wird der Gasglühlichtbrenner

abgehoben, so daß nur das untere Rohrteil stehen bleibt, über welches

man den Schlauch stülpt; die Luftlöcher unten am Brennerstück muß man

mit gummiertem Papier verkleben. Noch besser ist es, auch dies Rohrteil

abzuschrauben und an dessen Stelle ein knieförmiges Schlauchansatzstück

aufzuschrauben. Nun wird das andere Ende dieses Schlauches auf den

linken Brennerhahn gesteckt, und der rechte Hahn mit dem

Druckreduzierventil durch eine Schlauchleitung verbunden; dieser

letztere Schlauch, welcher den hohen Sauerstoffdruck aushalten muß,

sollte recht starkwandig sein, und man tut gut, dessen Enden mit Drähten

an Reduzierventil und Brenner zu befestigen.

Endlich wird ein Kalkstück aus der Blechbüchse genommen und auf den

Stift des Brenners gesetzt; der Abstand des Kalkes von der Brennerspitze

mag 3 bis 6 #mm# betragen. Man öffnet den Leuchtgashahn sowie den

linken Brennerhahn und entzündet die Flamme. Um aus dem Kalkstück

zunächst die Feuchtigkeit auszutreiben, läßt man die Leuchtgasflamme

einige Minuten brennen und dreht das Kalkstück mittels des Triebes hin

und her. Alsdann dreht man, nachdem der rechte Brennerhahn ganz offen

gestellt ist (den Flaschenhahn #A# haben wir schon vorher geöffnet),

allmählich die Stellschraube #F# des Reduzierventils rechts herum

herein, wodurch nach und nach Sauerstoff zugelassen wird. Alsbald

entsteht eine kräftige Stichflamme, und das Kalkstück gerät in Weißglut.

Die große Leuchtgasflamme, welche um den Kalk spielt, entfernt man durch

Abdrehen des linken Brennerhahns, den man aber nur so weit schließt, bis

das Maximum des Lichtes erzielt wird; es bleibt dann noch eine kleine

Flamme sichtbar. Dreht man die Schraube #F# weiter hinein, so steigt

der Arbeitsdruck des Sauerstoffs, welchen man am Manometer #D#

abliest, und die Helligkeit, aber gleichzeitig nimmt auch der

Sauerstoffverbrauch zu. So kann man nach Belieben die Lichtstärke

ändern. Kommt man in kleinen Räumen mit einem Arbeitsdruck von 1/4

Atmosphäre aus, so geht man zur Erzielung höherer Lichtstärke auf 1/2

bis 1 Atmosphäre oder steigert den Druck wenn nötig gar auf 1-1/2 bis 2

Atmosphären. Der Kalklichtbrenner arbeitet mit einem Injektor, durch

welchen der unter Druck durchblasende Sauerstoff das Leuchtgas in

entsprechendem Maße ansaugt.

Während des Betriebes dreht man von Zeit zu Zeit das Kalkstück, um der

Stichflamme eine neue Fläche zu bieten. Benutzen wir eine Pastille, so

klappen wir anfangs den umlegbaren Halter zur Seite, da die bloße

Leuchtgasflamme das Material weicht, und stellen erst die Stichflamme

her, um dann den Pastillenhalter hochzuklappen. Die nach der Vorführung

uneben erscheinende Fläche der Pastille können wir durch Reiben auf dem

Boden oder dergleichen glätten.

Steht kein Leuchtgas zur Verfügung, so ist es am bequemsten, mit dem

Gasator zu arbeiten. Wir füllen ihn zu etwa drei Vierteln mit reinem

Schwefeläther (man verlange solchen vom spezifischen Gewicht 0,72) und

verbinden ihn, wie Fig. 19 zeigt, durch einen Schlauch mit dem linken

Brennerhahn. Während der Vorführung brauchen wir uns um das Instrument

nicht zu kümmern; nur wenn es sehr kalt ist, so daß die Vergasung des

Äthers rasch vor sich geht, wird es notwendig sein, ihn in ein Gefäß mit

handwarmem Wasser zu stellen (nicht in heißes Wasser). Übrig bleibenden

Äther gießt man zurück in das Vorratsgefäß -- am besten ein

explosionssicheres Gefäß, wie man es mit dem Gasator kaufen kann.

Gasolin ist billiger als Äther, erfordert aber Vorsicht beim Einkauf, da

unter diesem Namen auch ungeeignete, weniger leicht flüchtige

Materialien vertrieben werden. Es ist noch zu beachten, daß der

Kalklichtbrenner zum Arbeiten mit Äther oder Gasolin eine Brennerspitze

mit breiterer Öffnung haben muß als für Leuchtgas oder Wasserstoff. Für

Azetylen werden mit Rücksicht auf die Eigenart dieses Gases besondere

Kalklichtbrenner hergestellt.

Angenommen, wir hätten schon mehrere Vorführungen bewirkt, und nach der

Anzeige des Inhaltmessers würde die Sauerstoffflasche nur noch für eine,

höchstens zwei Vorstellungen reichen. Da schreiben wir an unsern

Lieferanten: »Senden Sie mir eine gefüllte Flasche Sauerstoff; unsere

Flasche ist voraussichtlich in 14 Tagen leer und wird dann in Tausch

gegen die neue Flasche zurückgeschickt.« -- Sauerstoffflaschen können

jetzt auch als Eilgut versandt werden. Die leeren Flaschen laufen auf

der Bahn zum halben Frachtpreis zurück, wenn man sie im Frachtbrief als

»Gebrauchte leere Stahlflasche -- Bahn gefüllt passiert« bezeichnet.

Eine Stahlflasche, welche 1200 bis 1300 #l# Sauerstoff enthält, reicht

durchschnittlich für acht Stunden. Der Verbrauch ist geringer, wenn man

den Sauerstoff unter schwächerm Druck zum Brenner läßt, wodurch das

Licht gleichzeitig weniger stark wird, und umgekehrt steigt der

Verbrauch, wenn man durch Anwendung höhern Druckes ein intensiveres

Licht erzeugt. An Plätzen, wo komprimierter Sauerstoff nicht zu bekommen

ist, z. B. in überseeischen Ländern, muß man den Sauerstoff selbst

herstellen, wie dies früher allenthalben geschah. Über die verschiedenen

Verfahren der Sauerstoffbereitung mit Hilfe von Braunstein, Oxylith und

Oxygenit findet man Ausführlicheres im »Handbuch der praktischen

Kinematographie«, 3. Auflage.

Das Azetylenlicht

[Illustration: Fig. 20. Azetylengas-Entwicklungsapparat nebst Brenner.]

Zur Darstellung von Azetylen gebraucht man Kalziumkarbid, ein Material,

welches im elektrischen Ofen aus Kohle und Kalk gewonnen wird, und das

bei bloßer Berührung mit Wasser Azetylen abgibt. Man bringt das Karbid

in walnußgroßen Stücken in einen Metallkorb und hängt diesen in einen

oben geschlossenen Kessel (Glocke), der in einen, zweiten oben offenen

Behälter gesetzt wird, welchen man mit Wasser gefüllt hat. Die Glocke

schwimmt auf dem Wasser; sowie man aber durch Öffnen eines Ablaßhahnes

die Luft entweichen läßt, sinkt die Glocke, das Karbid kommt mit dem

Wasser in Berührung, und es entwickelt sich Azetylengas, welches die

Glocke mit dem Karbidkorb wieder hebt. Dadurch tritt eine Unterbrechung

der Gasentwicklung ein; wird nun das Gas verbraucht, so sinkt die Glocke

wiederum, das Karbid taucht abermals ein, entwickelt Gas, die Glocke

steigt usw. Ein solch einfacher Tauchapparat arbeitet also ganz

automatisch und entwickelt so viel Gas, als verbraucht wird.

Das Kalziumkarbid leidet an dem Übelstand, daß es auch schon durch die

Luftfeuchtigkeit zersetzt wird und dabei das schlecht riechende

Azetylengas abgibt. Man bewahrt das Material daher in luftdicht

schließenden Büchsen auf. Aber beim Einfüllen hat man doch mit dem

Geruch zu tun. Angenehmer ist das Arbeiten mit einem aus pulverisiertem

Karbid und Paraffin hergestellten Produkt, den sogenannten

Beagidpatronen. Der Paraffinzusatz bewirkt, daß die Entwicklung des

Gases langsamer und weniger stürmisch vor sich geht, daß sich die Masse

an der Luft weniger rasch zersetzt, und daß ihr der unangenehme Geruch

des Karbids fehlt. Die Patronen bieten noch einen Vorteil: infolge der

gleichmäßigen Gasentwicklung ist es möglich, einen kleiner gebauten

Entwicklungsapparat zu verwenden.

Ein solcher Beagidapparat ist in Fig. 20 wiedergegeben. Er besteht aus

dem oben offenen Behälter, in welchen die unten korbartig erweiterte

Glasglocke paßt; in die Glocke wiederum kommt ein durchbrochener

Metallkorb mit einem aufrecht stehenden Rohrstück, über welches die

durchlöcherten Beagidpatronen gesteckt werden. Zwei Patronen speisen den

dargestellten Azetylenbrenner auf etwa zwei Stunden. Nachdem der Apparat

in dieser Weise zusammengesetzt ist, füllt man den äußern Behälter mit

Wasser. Die Gasentwicklung geht dann ähnlich wie oben beschrieben vor

sich, nur mit dem Unterschied, daß hier die Glocke festgestellt ist und

nicht hochsteigt, daß vielmehr das Wasser selbst durch das entwickelte

Gas zurückgedrängt wird, wodurch dann die Entwicklung eine Unterbrechung

erleidet, bis das Gas verbraucht ist und das Wasser wiederum zutreten

kann. Der Apparat besitzt einen doppelten Boden, und zwar dient der

dadurch gebildete untere Raum zum Absetzen von Kondenswasser, das durch

einen Hahn abgelassen werden kann. Das an der Seite angebrachte Rohr

enthält Stücke von Bimsstein oder Schwamm zum Reinigen und Trocknen des

Gases. Durch einen Schlauch wird das Azetylen dem Brenner zugeführt. Die

abgebildete Form besitzt vier gabelförmige Brenneraufsätze, deren Licht

durch einen Reflektor verstärkt wird.

Während des Betriebes bedarf der Apparat keiner Wartung. Will man eine

Unterbrechung machen, so schließt man den Apparathahn. Nach der

Vorführung bringt man den Apparat auf den Flur oder Hof, zieht die

Glocke heraus und legt sie hin, damit das darin befindliche Gas

entweicht. Hierbei vermeide man es, eine brennende Flamme in die Nähe

des Apparats zu bringen, da sich das entweichende Gas sonst leicht

entzünden könnte. Aus dem gleichen Grunde sollte man nicht dabei

rauchen. Ist eine der Patronen noch nicht verbraucht, so nehme man sie

heraus und hebe sie für spätere Verwendung auf. Durch Eintauchen in

Petroleum kann man das Material gegen Feuchtigkeit schützen.

Spiritus- und Gasglühlicht, Petroleumlicht

Die gewöhnlichen Spiritusglühlichtbrenner, die man in besondern Lampen

für die Projektionslaterne zurechtgemacht hat, sind für

Lichtbilderdarstellungen in kleinen Räumen brauchbar; sie geben etwa

dieselbe Wirkung ab wie das Gasglühlicht und Petroleumlicht. Ein weitaus

kräftigeres Licht hat man in der Weise zu erzielen gewußt, daß man den

Spiritus unter starkem Druck dem Brenner zuführte. Fig. 21 zeigt eine

derart gebaute Lampe. An dem Spiritusbehälter links ist eine Pumpe

angebracht, mittels welcher man durch ein paar »Schläge« so viel Luft

aufpumpt, bis das kleine Manometer 1-1/2 Atmosphären (roter Strich)

anzeigt.

[Illustration: Fig. 21. Spiritusglühlicht-Drucklampe.]

Zum Inbetriebsetzen gießt man in die Schale unterhalb des Glühstrumpfes

etwas Spiritus und zündet diesen an. Durch diese Vorheizung wird eine

Vergasung des zum Brenner fließenden Spiritus bewirkt. Kurz bevor die

Schale leer gebrannt ist, öffnet man den hinten herausstehenden

Regulierhahn, worauf sich die Lampe von selbst entzündet. Nun gilt es,

die Luftzufuhr des Brenners einzustellen. Dies geschieht mit Hilfe der

über der Düsenspitze angebrachten Muffe, welche man durch Drehen höher

oder tiefer stellt, bis die größte Helligkeit erreicht ist. Wenn der

Strumpf nicht ordentlich glüht, so drehe man die Muffe etwas herunter;

schlägt die Flamme oben über den Glühkörper hinaus, so ist die Muffe

etwas höher zu drehen. Während des Betriebes achte man darauf, daß der

Zeiger am Manometer nicht unter den roten Strich geht. Von Zeit zu Zeit

pumpt man entsprechend ein paar Schläge nach. Wenn die Lampe flackert

oder stoßweise brennt, so ist der Brenner nicht genügend angeheizt

worden, und die Vergasung ist infolgedessen zu schwach. Man muß dann

nochmals anheizen.

Unter den Gasglühlichtlampen ist namentlich der neuerdings vielfach

angewandte hängende Glühlichtbrenner auch für Projektionslaternen sehr

gut brauchbar; er bietet gegenüber den stehenden Lampen den Vorteil,

daß man in dem kleinen Glühkörper ein konzentrierteres Licht zur

Verfügung hat. Die Helligkeit reicht aber nur für Vorführungen

in kleinern Räumen. Das Petroleumlicht wird heutzutage in

Lichtbilderapparaten nur noch selten angewandt. Die Skioptikonlampen mit

drei und vier Dochten, welche in frühern Jahren eine große Rolle

spielten, vermögen unsern heutigen Ansprüchen nicht mehr zu genügen. Ein

Übelstand dieser Lampen besteht darin, daß sich ein Schwalchen

schwerlich vermeiden läßt, sobald man den Brenner auf die größte

Helligkeit einstellt.

Zubehör zum Lichtbilderapparat

~Der Bildhalter~

[Illustration: Fig. 22. Doppelbildhalter.]

Außer Apparat und Lichteinrichtung braucht man vor allem noch einen

Bildhalter zum schnellen Wechseln der Glasbilder und ein großes, weißes

Tuch, worauf man die Lichtbilder entwirft. Der Bildhalter sollte so

beschaffen sein, daß er Glasbilder der handelsüblichen Formate 8-1/4 ×

8-1/2 und 8-1/2 × 10 #cm# durcheinander aufnimmt; für größere Apparate

mit 15- oder 16-#cm#-Kondensor sollte er außerdem für Glasbilder 9 ×

12 #cm# geeignet sein. Das Einsetzen dieser verschiedenen Bildformate

in einen und denselben Halter wird mit Hilfe passender Einsatzrähmchen

ermöglicht. Die Bildhalter besitzen meistens einen in dem Gleitrahmen

laufenden Schieber, welcher Öffnungen für zwei Bilder hat (vgl. Fig. 22)

und durch Hin- und Herschieben ein rasches Auswechseln gestattet. Man

hat auch andere Vorrichtungen konstruiert, z. B. solche, bei denen die

in Rähmchen gesteckten Bilder in einem Fallapparat gleiten und durch

Druck auf einen Hebel oder den Knopf einer elektrischen Auslösung

momentan ausgewechselt werden. Ein anderer, allerdings recht teurer

Apparat wiederum ist mit einem Magazin zur Aufnahme der ganzen

Bilderserie versehen, und die Platten werden automatisch gewechselt,

sobald der Vortragende auf einen elektrischen Kontakt drückt; da auch

die Bogenlampe selbsttätig arbeitet, ist hier zum Betriebe gar keine

Bedienung erforderlich.

~Der Projektionsschirm~

Die Bilder werden entweder auf eine undurchsichtige weiße Wand oder

durch einen transparenten Vorhang geworfen. Im erstern Falle steht der

Apparat im Zuschauerraum, im andern kommt er hinter den Schirm. Der

meist zur Verwendung gelangende Schirtingstoff ist sowohl zum Aufwerfen

als auch zum Durchwerfen zu gebrauchen; er muß aber, wenn man die Bilder

in der Durchsicht zeigen will, kurz vor dem Gebrauch mit einer Spritze

oder einem Schwamm angefeuchtet werden, damit er recht viel Licht

durchläßt. Ist die Vorführung von längerer Dauer, so empfiehlt es sich,

das Anfeuchten in einer Pause zu wiederholen. Ein kleiner Zusatz von

Glyzerin zum Wasser bewirkt, daß die Wand weniger rasch eintrocknet.

Die Schirtingwand, welche in Breiten bis zu 5 #m# ohne Naht zu bekommen

ist, wird mit Hilfe angenähter Ösen oder auch Bänder in einen Rahmen

eingespannt. Sehr praktisch -- namentlich für die Reise -- ist das

zerlegbare Gestell, welches aus einzelnen Bambusstäben zusammengesetzt

wird. Es kann, wie Fig. 23 andeutet, von einer einzigen Person auch

ohne Zuhilfenahme einer Leiter in kurzer Zeit aufgerichtet werden. Für

den Transport läßt sich das Rahmengestell nebst Tuch in einen Kasten

oder Sack verpacken.

[Illustration: Fig. 23. Aufrichten des zerlegbaren Gestelles mit der

Projektionswand.]

Zum Aufwerfen der Lichtbilder ist noch besser als der etwas

lichtdurchlässige Schirtingstoff ein glatter Schirm mit präparierter

Oberfläche. Diese sogenannten Reflexwände lassen sich nicht falten, und

man muß sie daher mit einer Aufrollvorrichtung benutzen oder in einen

Spannrahmen einspannen. Für die Reise gibt es ein zerlegbares Gestell,

welches mitsamt einer Aufrollvorrichtung und der Wand in einen langen,

schmalen Kasten hineingeht. Sehr schön erscheinen die Lichtbilder auch

auf einer mit Zinkweiß gestrichenen oder mit Gips ausgespachtelten

Mauerwand, wie man sie in Schulräumen namentlich hinter der Wandtafel,

die dann hoch oder tief geschoben wird, leicht herrichten kann.

Eine noch bessere Wirkung ergeben die neuen Projektionsschirme, deren

Oberfläche durch Präparierung mit Aluminiumbronze und einem geeigneten

Bindemittel silberglänzend gemacht ist. Diese Totalreflexwände oder

Silberschirme bieten den Vorteil, daß man infolge der erhöhten

Reflexionskraft mit einer weniger intensiven Lichtquelle auskommt, daß

man also erheblich an elektrischem Strom oder Sauerstoff sparen kann.

Sie sind namentlich für diejenigen Projektionsarten zu empfehlen, welche

eine sehr kräftige Beleuchtung erfordern, und das ist besonders die

episkopische sowie die kinematographische Projektion. Auf der silbernen

Oberfläche gelangen überdies farbige Bilder schöner und lebhafter zur

Wiedergabe.

Zum Durchwerfen der Lichtbilder ist auch Pauspapier geeignet; jedoch

bekommt man dieses nur bis zu 1-1/2 #m# Breite. Pausleinen gibt es nur

in Breiten bis zu 1 #m#. Hat der Vorhang eine Naht, so lasse man diese

quer über das Bild gehen, da sie dann weniger stört.

~Das Stativ~

Ein besonderes Stativ für den Apparat ist in den meisten Fällen nicht

erforderlich. Man nimmt einen gewöhnlichen, aber kräftigen Tisch, und

wenn dieser zu niedrig ist, setzt man den Apparatkasten darauf oder

stellt, falls auch dies nicht reicht, zwei Tische aufeinander. Soll ein

besonderes Stativ zur Anwendung kommen, so wähle man ein Modell, welches

recht stabil ist und beim Arbeiten nicht ins Zittern gerät. Geeignet

sind die der Höhe nach verstellbaren hölzernen Stative nach Art des

Gaußschen Stativs sowie die vierbeinigen Tischstative, die entweder

feste Form haben oder mit Trieben zum Neigen und Hochstellen der

Tischplatten versehen sind. Bei stationären Einrichtungen ist auch

praktisch ein schrankartiges Stativ, das gleichzeitig zum Aufbewahren

von Apparat und Zubehör dient. Größere Institute besitzen zuweilen

Schrankstative, in welche man durch Drehen einer Kurbel den Apparat

versenkt, um ihn zum Gebrauch wieder hochzukurbeln.

~Leselampe und Signal~

Der Vortragende wird vielfach eine Leselampe benötigen, die auf das

Rednerpult gesetzt wird und mit einem kleinen Petrolbrenner oder einer

elektrischen Glühlampe ausgerüstet ist; sie hat eine Blendvorrichtung

und läßt das Licht nur auf das Manuskript fallen. Wenn der Apparat so

weit entfernt ist, daß eine Verständigung zwischen Vortragendem und

Vorführer durch direkte Zeichen Schwierigkeiten bietet, so ist es

empfehlenswert, eine elektrische Signalvorrichtung einzulegen, die aber

nicht störend laut sein sollte; praktisch ist ein »stummes Signal«, bei

dem eine aufleuchtende Glühlampe dem Vorführer das Zeichen zum Wechseln

des Bildes gibt.

Anschaffungs- und Betriebskosten des Lichtbilderapparats

Wer an die Beschaffung eines Lichtbilderapparats herantritt, wird in

erster Linie die Frage stellen: was kostet die Einrichtung, und wie

hoch beläuft sich der Betrieb. Im Anschaffungspreis gibt es naturgemäß

einen weiten Spielraum. Ist man klar darüber, welche Lichtquelle zur

Verwendung gelangen soll, so hat man wiederum die Wahl zwischen allerlei

verschiedenen Apparatmodellen; und hat man sich für eine bestimmte

Ausführung entschieden, so kommt noch die Frage: soll das normale

Objektiv oder ein besonders scharf zeichnendes Instrument genommen

werden?

[Illustration: Fig. 24. Lichtbilderapparat mit kleiner

Bogenlichteinrichtung.]

Hier mag der Nachweis genügen, was eine wirklich brauchbare

Lichtbildereinrichtung mindestens kostet; wer dann noch mehr

Mittel zur Verfügung hat, wird nicht in Verlegenheit kommen, sie

unterzubringen. Zunächst sei, da heute elektrischer Strom an sehr

vielen Orten vorhanden ist, in Fig. 24 ein Apparat vorgeführt, der

mit einer kleinen Bogenlichteinrichtung ausgerüstet ist. Die ganze

Zusammenstellung, zu der ein 3 × 3 #m# großes weißes Tuch gehört,

kostet mit dem Transportkasten rund 180 #M#, mit einer einfacher

ausgeführten Projektionslaterne rund 150 #M#. Kommt eine starke

Bogenlichteinrichtung in Frage, so wird man besser eine größere Laterne

nehmen, wie sie Fig. 25 zeigt; die ganze Ausrüstung kostet dann je nach

der Höhe der Spannung und Stromstärke etwa 300 #M# bis 500 #M#. Eine

Zusammenstellung mit Kalklicht stellt Fig. 25 dar; diese kostet mit

Schirm und Transportkoffer rund 270 #M#, wozu noch etwa 60 #M# kommen,

wenn die Einrichtung unabhängig von Leuchtgas sein soll. Will man mit

Azetylen arbeiten, so findet man eine praktische Ausrüstung in der Art,

wie sie Fig. 26 zeigt, schon zu rund 150 #M#.

[Illustration: Fig. 25. Lichtbilderapparat mit Kalklicht.]

Über die Betriebskosten, welche durch die Lichteinrichtung hervorgerufen

werden, mag nachstehende Tabelle einen ungefähren Anhalt bieten. Die

Beträge verstehen sich für den Verbrauch in einer Stunde.

~Elektrisches Bogenlicht~ (ein Strompreis von 40 Pf. pro Kilowatt

angenommen)

Lichtbild- und Kino-Technik Lichtbühnen-Bibliothek Nr. 1 · 第 2 / 6 段