Von Eduard Zander.
Die Kulturfläche Abessiniens. – Die Getreidearten, ihre
Anpflanzung und Verwendung. – Gewürze, Gemüse, Wein, Baumwolle,
Gescho. – Ernteertrag. – Nuk. – Einfelderwirthschaft. –
Ackerwerkzeuge. – Regenzeit. – Bewässerung. – Soziale Stellung der
Landleute. – Die Viehzucht. – Die Regierung und der Grundbesitz. –
Das Frohnwesen. – Steuern. – Wiesen und Moorgrund. – Bienenzucht.
– Aussicht für europäische Ansiedelungen. – Die Wohnungen der
Landleute. – Die Mühlen Abessiniens.
Abessinien besitzt sehr viel Land, welches sich vortrefflich zum Anbau
eignet; jedoch kann man mit Sicherheit annehmen, daß von allem
kultivirbaren Boden kaum die Hälfte benutzt wird, sodaß ungefähr von der
gesammten Bodenoberfläche kaum ein Drittel bebaut erscheint.
Die zwischen 8000 und 10,000 Fuß über dem Meere gelegenen Hochländer, wie
Semién, die Wasserscheide des Rothen Meeres und Nilgebietes, Begemeder,
das Innere von Godscham, namentlich die Gebirge um die Quellen des Blauen
Nil, Sebit, Woadla, Daunt, Talanta, Lasta, Jedschu Wollo und Schoa sind
meist eben und abwechselnd mit sanften Hügeln und Höhen bedeckt, die eine
zwei bis acht Fuß mächtige, sich nie erschöpfende Humusdecke tragen. In
allen diesen Ländern wird, manchmal bis zu 11,000 Fuß hinaufreichend, die
vierreihige Gerste kultivirt, während die zweireihige nur zwischen 7000
und 8000 Fuß Meereshöhe angebaut wird. Die verschiedenen Arten des
Weizens, unter denen die Eidscha genannte die vorzüglichste ist, gedeihen
nur zwischen 8000 und 9000 Fuß; in derselben Höhe kommt der Flachs am
besten fort, obwol er bis zu 6000 Fuß hinabgeht. Die Flachsbereitung zu
Webereien kennt der Abessinier nicht; er baut das nützliche Gewächs nur,
um aus den Samen zur Fastenzeit ein Lieblingsgericht herzustellen. Die
Bereitung desselben ist sehr einfach. Man röstet zunächst die Samen in
einem flachen Tiegel über Feuer, doch nicht zu stark, und zerstößt sie
hierauf in einem hölzernen Mörser sehr fein. So zubereitet läßt sich die
gestoßene Masse in Kugeln formen und für lange Zeit aufbewahren. Um aus
diesen ein Leingericht herzustellen, werden einige Kugeln in Wasser zu
einer dicken Suppe zerrührt, und in diese taucht der Abessinier seine
gesäuerten, dünn gebackenen Brote. Für weitere Reisen ist diese Speise
außerordentlich praktisch, ja fast unschätzbar; ich selbst habe mich
derselben häufig bedient und kann nur sagen, daß sie eine wohlschmeckende
ist. Linsen und Saubohnen gehen bis zu einer Höhe von mehr als 9000 Fuß.
Als Gemüse werden in dieser Höhe angebaut: Kohl, Senf und Knoblauch.
Zwischen 6000 und 8000 Fuß Meereshöhe finden wir auch ganz vortreffliche
zum Ackerbau geeignete Landschaften: Hamasién und Serawié mit durchgängig
urbarem Boden, liegen 7000–7500 Fuß über dem Meere; die Distrikte Dixan,
Adigrat, Schumnesanié, Hausién, Faresmai, Adoa, Okulekusai, Adiarwate,
Schirié, Tembién, Axum, Auker, Enderta u. s. w., die zu Tigrié gerechnet
werden, und von Amhara: Bellesa, das niedere Woggera, ganz Dembea, das
niedere Begemeder, Dakussa, Halefa, das niedere Lasta u. s. w. In den
genannten Ländern auf einer Höhe von 7000 bis herab zu 5500 Fuß gedeihen
vorzüglich folgende Getreidearten: Tiéf, das werthvollste und
wohlschmeckendste Korn, von dem viele Abarten gebaut werden; Mais oder
Maschilla, der gleichfalls in verschiedenen Varietäten vorkommt; Dakuscha,
die besonders zur Bierbereitung dient; Nuk, dessen Samen ein
vortreffliches Speiseöl liefert und der in großer Menge angebaut wird.
Schimbera, eine Wickenart; Erbsenarten; Saubohnen; als Gemüse gelten:
viele Melonensorten, spanischer Pfeffer, Zwiebeln, Kohl u. s. w.
Von 5000 Fuß bis zu 3000 Fuß über dem Meere werden noch besonders Mais und
Dakuscha gebaut, die dort vorzüglich gedeihen. Dann Schimbera, spanischer
Pfeffer und besonders Melonen. Auch kommt die Baumwolle gut fort.
Nach diesem flüchtigen Umriß, der nur dazu dient, die Kulturpflanzen nach
der Höhe ihres Standpunktes und Vorkommens über dem Meere anzuführen, gehe
ich ausführlicher auf deren Nutzbarkeit und Anwendung, deren Ertrag und
Preis, sowie auf Saatzeit und Ernte einer jeden ein.
_Gerste_ kommt zwei- und vierzeilig vor; letztere wird zwischen 8000 und
11,000 Fuß angebaut; da sie gegen Kälte und rauhe Witterung nicht so
empfindlich ist wie die erstere, läßt sich ihre Kultur mit mehr Gewinn
betreiben. Allein sie hat sehr dicke Hülsen und deshalb geben die Körner
nicht viel Mehl, nämlich 16 Metzen Gerste nur 10 Metzen Mehl. Wenn, wie
gewöhnlich, im März und April einiger Regen gefallen ist, findet die
Aussaat statt. Ende Juni folgt dann eine – meist mißrathende – Nachsaat.
Jedoch ist die Aussaat nicht überall gleichzeitig. So säet man im
Hochlande von Wollo die Gerste fast zu jeder Zeit. Gewöhnlich fällt die
Ernte Mitte Oktober bis Ende November; auf den Höhen über 11,000 Fuß aber
in den Dezember. Unregelmäßige Aussaaten und Ernten sind von der Lage und
Höhe des Feldes abhängig. Die gewonnene Gerste wird zur Bierbereitung und
zum Brotbacken benutzt. Die _Gerstenbrote_ sind 2–3 Linien dicke,
anderthalb Fuß im Durchmesser haltende runde Kuchen. Der Teig zu denselben
wird sehr dünnflüssig angestellt, einer zwölfstündigen Gährung überlassen
und ist dann sofort zum Backen geeignet. Die flüssige Masse wird in eine
flache, thönerne Schüssel gegossen, mit der Hand gleichmäßig vertheilt,
mit einem gewölbten Deckel überdeckt und in einer Minute über freiem Feuer
gar gebacken. Diese Art der Bereitung von gesäuertem Brote wird bei allen
Getreidearten ohne Ausnahme angewandt.
Zur _Bierbrauerei_ wird die Gerste ohne vorheriges Malzen schwach braun
geröstet, dann grob gemahlen, das erhaltene Mehl in einen großen thönernen
Krug geschüttet und unter stetem Umarbeiten so viel Wasser zugegossen, bis
das Ganze in einen nicht zu dicken Brei verwandelt worden ist. Nun wird
auf folgende Art die eigentliche Würze bereitet. Man quellt Gerste in
einem Thonkruge 24 Stunden lang, schüttet das Wasser davon ab und
schichtet das gequollene Getreide in einem spitzen Haufen auf, den man mit
Gras oder Laub dicht zudeckt und mit Steinen beschwert. Dieser bleibt so
lange in Ruhe, bis die Gerste 2–3 Zoll lange Keime getrieben hat; dann
trocknet man diese schnell und bewahrt sie auf. Dieses Malz wird zur
Bierbereitung nun auf folgende Art verwendet. Man nimmt auf 32 Metzen
geröstetes Gerstenmehl ½ Metze Malz, das vorher zu Mehl zerrieben und, mit
3 Metzen geröstetem Gerstenmehl vermischt, zu Teig angerührt ist. Diese
Masse läßt man kurze Zeit gähren und bäckt aus dem so erhaltenen Teige
dünne brotartige Kuchen, die am Feuer hart getrocknet und in kleine
Stückchen zerbröckelt werden. Die Quantität derselben und das geröstete
Gerstenmehl stehen in einem genauen Verhältnisse. Die gemischte Masse wird
in ein trichterförmiges Pferdehaarsieb, das auf einem Thonkruge steht,
gestellt, dann Wasser darüber gegossen und nun unter fortwährendem
Wasserzugießen so lange durchgerührt, bis aller Mehlstoff, mit
Zurücklassung der Hülsen, in den Krug geflossen ist. Nach vier bis sechs
Stunden tritt in dem mit Wasser noch verdünnten Inhalte des Kruges Gährung
ein und das Bier ist zum Trinken fertig. Biere von anderen Getreidearten,
wie Dakuscha oder Mais, werden auf dieselbe Weise bereitet. In Thonkrügen,
deren Deckel mit Lehm und frischem Kuhmist verstrichen sind, hält sich das
Gebräu oft geraume Zeit.
Der _Weizen_ wird zwischen 7000 und 9000 Fuß über dem Meere angebaut. Die
Saatzeit fällt mit jener der Gerste zusammen; die Ernte ist etwas später.
Wie schon bemerkt wurde, kultivirt man verschiedene Sorten. Die
gewöhnliche Benutzung des Weizens ist zur Bereitung von Hampascha-Brot,
dessen Teig mit Bierhefe angestellt, dick und steif ausgewirkt und zu
Broten von 1½ Zoll Dicke, aber beliebiger Größe, verbacken wird.
_Dakuscha_ (_Eleusine_) wird zwischen 3500 und 6500 Fuß gebaut, ist aber
besonders in den Höhen zwischen 4000 und 5000 Fuß sehr ergiebig. Dieses
Getreide dient vorzüglich zur Bier-, weniger zur Brotbereitung; verbäckt
man es jedoch, so sind die warmen Kuchen sehr wohlschmeckend und nährend.
Die Saatzeit fällt Anfang März; die Ernte in den November und Dezember. Es
giebt schwarze und weiße Dakuscha.
_Tiéf_ oder Tef (_Eragrostis_), zwischen 5500 und 7500 Fuß gebaut, ist das
beliebteste, in einer Menge Arten vorkommende Getreide Abessiniens und das
aus diesem bereitete Brot das allerwohlschmeckendste im Lande, besonders
das rein weiße. Die Saatzeit richtet sich nach den verschiedenen Sorten.
Sie fällt von April bis Mitte Juni und danach die Ernte von Ende September
bis Anfang November.
_Mais_ oder Maschilla, in verschiedenen Sorten gebaut zwischen 3000 und
7000 Fuß, gedeiht am besten zwischen 3000 und 5000 Fuß, wo er oft zwei-
und dreihundertfältigen Ertrag liefert. Man verwendet ihn zum Brotbacken
und zur Bierbereitung. Die Aussaat beginnt im April, die Ernte fällt – je
nach Sorte und Standort – in den November und Dezember; in Woro Haimano
gar schon zu Anfang Oktober.
_Schimbera_ (_Lathyrus_), eine Wickenart, zwischen 4000 und 7000 Fuß
angebaut, wird vorzüglich zu Schiro, einem Lieblingsgerichte der
Abessinier, verwendet. Man röstet hierzu die Samen, enthülst sie auf der
Mühle, setzt spanischen Pfeffer, geröstete Zwiebeln und Salz zu und mahlt
die ganze Masse zu Pulver. In siedendes Wasser nach und nach eingerührt,
mit Schmalzbutter oder Oel gefettet, bildet es ein gutes Gericht. Auch
backt man aus dem Mehle ungesäuerte Kuchen, die als Reiseprovision
geschätzt sind. Die Saat beginnt gleich nach der Regenzeit – da die
Pflanze trockene Luft und Sonne liebt – also Anfang September. Wo die
Felder naß und sumpfig sind, beginnt die Aussaat erst im Oktober oder gar
im November. Die Ernte erfolgt drei Monate später. Man unterscheidet eine
weiße und eine gelbe Schimbera.
Zwei Arten _Saubohnen_ und eine _Erbse_ werden wie die vorige verwendet.
Man baut sie zwischen 6000 und 9000 Fuß, sät zu Anfang Juli und erntet im
Oktober.
[Illustration: Henset-Bananenpflanzung (_Musa Ensete_). Nach v.
Heuglin (Natur 1861).]
Die _Linse_ kultivirt man zwischen 6000 und 9500 Fuß. Die Saat derselben
erfolgt Anfang Juli, die Ernte Anfang Oktober. Gewöhnlich enthülst man die
Linsen auf der Mühle, kocht sie, würzt sie mit Pfeffer, Salz und Butter
und genießt sie auf diese Weise. Wo sie aber, wie in Woadla und Daunt,
viel gebaut wird, bäckt man auch gesäuertes Brot daraus, das allerdings
nicht sonderlich gut ist. _Eiwisch_, eine Bohnen- oder Kleeart, zwischen
6000 und 7000 Fuß, wird im August gesät und im Dezember geerntet. Die
abgekochten und fein zerriebenen, dann so lange umgerührten Samen, bis sie
einen kleisterartigen Brei liefern, der mit Knoblauch und Pfeffer gewürzt
wird, sind die beliebteste Fastendelikatesse der Abessinier. _Atunkere_,
eine Schlingbohne, zwischen 5000 und 6500 Fuß gebaut, im April gesät,
Anfang November geerntet, wird wie die Linsen gegessen.
Der rothe oder _spanische Pfeffer_ ist das hauptsächlichste und
beliebteste Gewürz der Abessinier, das diesen so unentbehrlich geworden
ist, daß sie es handvollweise den Speisen beimischen. Die abgekochten,
aber fortwährend feuchtgehaltenen Früchte werden auf der Mühle zu feinem
Pulver zerrieben, dann eine gleiche Quantität gerösteter, feingemahlener
Zwiebeln zugesetzt, einige wohlriechende, pulverisirte Pflanzen und Salz
beigemischt und die so bereitete Würze aufbewahrt. Manchmal reibt man den
Pfeffer auch nur mit Salz und Wasser ab. Man baut den Pfeffer zwischen
4000 und 6500 Fuß und bewässert ihn wohl; in Dembea wird er ohne
Bewässerung gezogen und Ende Oktober geerntet. Andere Gewürze sind
Sinjewil, eine beliebte, dem Pfeffer beigemischte Kalmuswurzel; gleich
dieser benutzt man noch Adees, eine Rubiacee, die Samen der Awoseda, einer
Umbellifere, und Schenadam, eine Labiate. Die Samen des Föto, welches
unserer Gartenkresse gleicht, werden gleichfalls gegessen; jene des Schuf,
einer Compositee, wie Schiro zubereitet. Dinnitsch ist ein Convolvulus,
dessen den Kartoffeln ähnliche Wurzelknollen eine wohlschmeckende Speise
liefern.
Zu den _Gemüsen_ übergehend, erwähne ich zunächst zwei sehr beliebte, wie
unser Raps aussehende Kohlarten, deren Blätter wie Spinat gekocht werden.
Im Tiefland gedeiht der Kohl nur in der Regenzeit bis zu Anfang Oktober;
im Hochland aber bis zu 10,000 Fuß grünt er das ganze Jahr hindurch. Der
reichliche, ölige Samen wird nur zur Aussaat und zum Einreiben der
Backschüsseln benutzt, damit sich das Brot gut löse. Das einzige Gemüse,
auf dessen Anbau die Abessinier neben dem rothen Pfeffer noch Fleiß
verwenden, sind verschiedene Melonenarten, die nicht roh, wohl aber
gekocht genossen werden. Die Samen legt man Anfang April; fehlen dann die
Regen, so müssen die jungen Pflänzchen bis zum Eintritt der Regenzeit
bewässert werden. Die Früchte beginnen Anfang September zu reifen. In
einigen Gegenden baut man auch vortreffliche Gurken (Wuschisch). Das
Gewürz Bello, eine Solanumart, dessen Samen ähnlich wie der rothe Pfeffer
benutzt werden, kultivirt man besonders in Walduba bis zu 6000 Fuß Höhe.
Man bedient sich seiner namentlich in den 60tägigen Osterfasten.
In der gleichen Zeit bildet auch der Knoblauch, der zwischen 7000 und 8500
Fuß häufig gebaut wird, einen beträchtlichen Handelsartikel. Er wird dann
stark gegessen, und man sieht sehr oft, wie der Abessinier ganze Hände
voll der rohen Zwiebeln hinabwürgt. Es kann nichts Unangenehmeres geben
als die Berührung mit einem Knoblauchsfresser, dessen stinkender Athem
unerträglich ist. Die Reife des Knoblauchs beginnt im Januar und Februar.
Mit dem Ausgange der Regenzeit pflanzt man eine kleine, rothe, längliche
Zwiebel; sie wird bewässert und reift zugleich mit dem Knoblauch. Ihre
Verbreitungsregion ist zwischen 5500 und 8000 Fuß; der Handel damit sehr
bedeutend.
Die _Banane_ oder Mus (_Musa paradisiaca_) wird zwischen 5000 und 6500 Fuß
kultivirt. Höher hinauf bis zu 7500 Fuß kommt eine zweite ihr ganz
ähnliche Art, die _Henset_, vor. Ihre kleinen Früchte sind aber nicht
eßbar, dagegen liefern der fleischige Stamm und die starken Blattrippen im
gekochten Zustande eine nahrhafte, wohlschmeckende, den Kartoffeln
ähnliche Speise. Diese Riesenpflanze liefert in manchen Gegenden die
Hauptnahrung der Bewohner. Sie wird angebaut von 5500 bis zu 8000 Fuß über
dem Meere.
Der _Wein_ kommt zwischen 5000 und 7500 Fuß über dem Meere vor, ist aber
nur sehr wenig in Abessinien verbreitet, doch von ganz vortrefflichem
Geschmack; ja, ich kann behaupten, daß, wenn man denselben mit
europäischer Umsicht, Geschicklichkeit und Pflege behandelte, er seines
Gleichen nicht finden würde. Doch der Abessinier kennt weder Pflege noch
Wartung des edlen Gewächses, dessen Verschneiden ihm ein unbekanntes Ding
ist; er überläßt die Rebe ganz sich selbst. Aber es giebt ungemein viel
Strecken im Lande, die unter verständigen Händen sich ganz vorzüglich zur
Weinkultur eignen würden. Man baut nur eine Sorte mit großen, blaubeerigen
Trauben, die je nach Stand und Ort von Anfang März bis Mitte April reifen.
(Vergl. S. 57.)
Citronen, Pomeranzen, Pfirsiche gedeihen im verwilderten Zustande sehr
gut, sind aber wenig verbreitet. Eine Citronensorte, Trunki genannt,
erreicht die Größe eines Menschenkopfes; ihr angenehm schmeckendes Fleisch
ist sehr beliebt. Hier und da finden sich auch saure Granatäpfel.
Die _Baumwolle_ wird nicht in dem Maße gebaut, um die Bedürfnisse des
Volkes decken zu können. Abermals ein trauriger Beweis von der
Unbetriebsamkeit und dem Unfleiße der Abessinier! Und doch fehlt es nicht
an geeigneten Ländereien. Man könnte sehr leicht den achten Theil
Abessiniens mit der nützlichen Pflanze bestellen – leider überläßt man
denselben lieber den wilden Bestien als Tummelplatz. Zwischen 3000 und
5000 Fuß gedeiht eine vorzügliche Qualität, und dabei bezieht man
Baumwolle aus fremden Ländern!
Rauchtabak wird im Lande selbst gebaut und fabrizirt; Schnupftabak
dagegen, den man nicht zu bereiten versteht, von Massaua bezogen. Die
Summe, welche jährlich aus Abessinien nach Massaua wandert, ist sehr groß,
und welchen Ersatz hat das Land für das viele ihm entgehende Geld?
Antwort: keinen.
Die Blätter des _Geschobaumes_, die einen nicht unbeträchtlichen
Handelsartikel bilden, vertreten in Abessinien die Stelle des Hopfens und
werden beim Bierbrauen und bei der Herstellung des _Honigweines_ benutzt.
Letzteren bereitet man auf folgende Art. Auf ein Maß Honig giebt man fünf
Maß Wasser, spült das Wachs aus und gießt die dünne Honigflüssigkeit in
einen wohlgereinigten, sechs Maß fassenden Krug. Man fügt eine Hand voll
Geschoblätter hinzu und läßt das Ganze bei mäßiger Wärme vier bis fünf
Tage gähren. Nun ist der Wein fertig – allein trinken darf ihn nicht
Jedermann, da er königliches Monopol ist und der Herrscher den Genuß
desselben nur seinen vorzüglichsten Dienern und den Fremden gestattet.
Da der Abessinier weder Lust noch Liebe zur Arbeit und Thätigkeit hat, so
läßt er all den genannten Kulturpflanzen nur wenig Pflege und Wartung
angedeihen; seine Felder, seine Anpflanzungen gleichen fast immer einer
Wildniß. Liebe, Sinn für die Natur und ihre Schönheiten sind ihm
unbekannt; wie sein Feld, so ist auch sein Sinn und Herz stets eine
Wildniß.
Folgendes sind die _durchschnittlichen_ Ernteergebnisse, jedoch ist dabei
zu bemerken, daß der Ertrag der Mais- und Dakuscha-Arten in den tiefer
gelegenen Ländern am Mareb, Takazzié und Nil nicht als Norm anzunehmen
ist, da hier der Ertrag, je nach der Bodengüte, oft drei- und
vierhundertfältig ausfällt. Je _ein_ Scheffel Tiéf giebt 30, Mais 150,
Weizen 10, Dakuscha 20, Lein 24, Gerste 12, Linsen 6, Saubohnen 10,
Schimbera 8 und Nuk 40 Scheffel Ernteerträgniß im Durchschnitt.
Nur eine einzige Oelfrucht, _Nuk_ (_Guizotia olifera_) wird zwischen 5000
und 7000 Fuß angebaut. Die Aussaat beginnt mit dem Eintritte der Regenzeit
zu Anfang Juli und 1 Scheffel liefert 30–40 Scheffel Ertrag. Das Nuköl ist
sehr wohlschmeckend und dient in der Fastenzeit statt der dann verbotenen
Butter. Um das Oel zu gewinnen, werden die Samen zuerst schwach geröstet,
fein gestampft und unter Wasserzusatz bei stetem Umrühren unter
Beibehaltung einer Wärme von etwa 50° R. über dem Feuer erhalten. Alsdann
scheidet sich das Oel aus, von dem die Samen etwa 35 Prozent enthalten.
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Der Abessinier hat durchschnittlich eine _Einfelderwirthschaft_ und nur
hier und da Zweifelderwirthschaft. Er düngt nicht, obgleich er den Nutzen
der Felderdüngung sehr gut kennt. Allein seine Unlust zur Arbeit und
sonstigen Thätigkeit, seine Stellung zur Regierung sind für ihn
Hindernisse, die er niemals zu überwinden vermag. Diese Indolenz wird
vorzüglich durch die Größe und durch den Reichthum seines Landbesitzes
genährt, denn schon wenn der vierte Theil der Felder bestellt ist, sind
die Lebensbedürfnisse des Besitzers gesichert. Gewöhnlich liegt der dritte
Theil brach; wo der Boden sehr humusreich ist, bestellt man jedoch nur die
Hälfte. Man muß die traurigen Zustände mit eigenen Augen gesehen haben, um
einen Begriff von Brachfeldern zu erhalten, die drei Jahre, ohne vom
Pfluge berührt zu werden, wüst liegen!
Ein solches „Ackerfeld“ gleicht gewissermaßen einer gut aufkeimenden
Waldung, denn die wilde Vegetation wuchert in Abessinien ungemein schnell;
man scheut auch das Ausroden der Strünke und Wurzeln und begnügt sich
damit, die Baumstämme 1–2 Fuß über dem Boden abzuhauen. So sieht man die
Felder mit großen und kleinen, oft Jahrhunderte alten Stämmen und Wurzeln
bedeckt. Und nun erst die Steine, die groß und klein, oft so dicht, daß
man kaum den Boden erkennt, über den Acker zerstreut liegen! Nicht einmal
den kleinsten Stein entschließt sich der Abessinier auf die Seite zu
schaffen. Wie viel gutes Ackerfeld geht also auch hierdurch verloren!
Naht die Zeit heran, daß diese Ackerwüste bestellt werden soll, so sendet
der Eigenthümer oder Bauer seinen Knecht dorthin; hat er Lust dazu, so
geht er auch wol selbst auf das Feld. Dort angelangt, besteht die einzige
Arbeit darin, das aufgewucherte Gestrüpp, Strauchwerk und Holz
niederzuhauen. Dies geschieht gewöhnlich gleich nach der Ernte im
November, Dezember, Januar, und von dieser Periode bis zur Bestellzeit hat
das abgehauene Reisig Zeit auszutrocknen; alsdann wird es in Brand
gesetzt. Leicht und oft ereignet es sich nun hierbei, daß auch die
benachbarten Wildnisse Feuer fangen und ein großer Brand über viele Meilen
Landes sich verwüstend erstreckt. Die von dem verbrannten Holzwerk
zurückgebliebene Asche macht die einzige Düngung des Landes aus. Stellen
sich dann die ersten Regengüsse ein, so wird der Pflug angesetzt und der
Boden hintereinander zweimal umgepflügt, einmal der Länge und einmal der
Breite nach. Die Saat wird schon vorher ausgestreut und mit untergepflügt;
eine nachherige Aussaat kennt der Abessinier nur bei Tiéf und Dakuscha,
bei welchen die Hände der Weiber und Kinder dann das Geschäft des Eggens
besorgen. Da, wo bei herrschender Zweifelderwirthschaft die Felder von
Holz und Gestrüpp frei sind, werden dieselben zweimal gepflügt; einmal
gleich nach der Regenzeit und das zweite Mal bei der Aussaat. In den
Hochländern, wo Holzwuchs und Gestrüpp seltener, ja in vielen Gegenden gar
nicht anzutreffen ist, hat der Bauer leichteres Spiel, namentlich beim
Gerstenbau.
Das einzige Ackerwerkzeug ist der _Pflug_, aber was für ein Pflug! Ist die
Umackerung und Einsaat vollendet, so gleicht die ehemalige Wüste einem
Felde, das von einer Herde Schweine durchwühlt wurde. Lange Furchen zieht
der Abessinier nicht; schon nach 20–30 Schritten lenkt er wieder um,
vollendet so ein gewisses Stück und beginnt da, wo er abgesetzt, von
Neuem. Man stelle sich vor, wie viel von dem bereits fertig gepflügten
Lande von den Zugthieren wieder zertreten wird. Letztere sind Ochsen, die
in einem gemeinschaftlichen Joche gehen und nur durch die Stimme oder
Peitsche des Pflügers gelenkt werden. Da sie zügellos sind, so wenden sie
sich bald rechts, bald links und ziehen demgemäß krumme Furchen.(2) Egge
und Walze sind in Abessinien unbekannte Dinge. Tritt nun die eigentliche
Regenzeit ein, dann grünt das Feld lustig von Unkräutern und
Schmarotzerungethümen, die von den Frauen und Kindern ausgejätet werden
müssen.
Im Hochlande, namentlich auf den Plateaux, trifft man dagegen, weil auf
diesen Punkten das Gestrüpp mangelt, ungeachtet des unbehülflichen Pfluges
trefflich kultivirte und gereinigte Felder an.
Tritt die Erntezeit ein, so wird alles Getreide mit gezähnten Sicheln
geschnitten und zwar nur eine Spanne lang unter der Aehre. Sensen sind in
Abessinien unbekannt. Der Strohverlust kümmert den Abessinier nicht; er
bindet das Getreide auch nicht in Garben, sondern wirft es auf Haufen, die
an Ort und Stelle mit langen Stöcken ausgedroschen oder von Ochsen
ausgetreten werden. Nachdem das meiste Stroh entfernt, reinigt man das
Getreide durch Emporwerfen mittels hölzerner Gabeln; der Wind vertritt
Wurfschippe und Sieb, doch bedient man sich in einzelnen Gegenden auch
hölzerner Schaufeln. Um die mühsame Reinigung von 6–8 Scheffeln Getreide
zu vollenden, braucht ein Mann einen ganzen Tag. Scheunen giebt es nicht
und selbige sind auch weniger nothwendig, da nach Schluß der Regenzeit
kein Regen mehr eintritt.
Die eigentliche _Regenzeit_ beginnt nach europäischer Zeitrechnung am 24.
Juni, nach abessinischer am 1. Juli und endigt mit dem 8. September.
Während dieser Periode regnet es alltäglich im Tieflande. Vormittags
herrscht meistens Sonnenschein, Nachmittags treten starke Regengüsse,
begleitet von heftigen Gewittern unter Donner und Blitz ein; die Nächte
sind heiter. Im Hochlande dagegen sind die Regen feiner, wie unsere
Landregen, und ihr Eintreten ist sehr unregelmäßig. Bald regnet es früh,
bald Mittags, bald Abends, oft die ganze Nacht oder den ganzen Tag ohne
Aufhören hindurch. Gewitter sind im Juli selten, im August häufiger,
besonders zu Ausgang der Regenzeit. Auf den Höhen zwischen 12,000 und
14,000 Fuß fällt gewöhnlich ein feiner Hagel; allein, wenn die Sonne
einige Vormittage geschienen, so verschwindet derselbe bald wieder. Stellt
sich, was gewöhnlich der Fall ist, in den Monaten Dezember, Januar,
Februar einiger Regen ein, so schneit es im Hochlande. Auch das Tiefland
kennt in der Regenzeit starken Hagel und ich sah daselbst Schloßen von der
Größe eines Taubeneies.
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Ist eine Ackerwüste nur einigermaßen fruchtbar, so erzielt man von Tiéf in
zwei Jahren zwei Ernten, da dieses Getreide mit geringem Boden vorlieb
nimmt. Außer der Regenzeit wendet man beim Getreidebau auch die
_Felderbewässerung_ an, doch sind nur wenige und mangelhafte
Wasserleitungen vorhanden. Würden durch vaterländischen Fleiß,
Geschicklichkeit und Verstand diese Wasserleitungen vermehrt und
verbessert, was ohne bedeutende Kosten leicht geschehen könnte, welch
unberechenbarer Nutzen ließe sich alsdann erzielen! Die Höhen zwischen
8000 und 11,000 Fuß eignen sich indessen für die Bewässerung nicht, da die
Nächte in den Monaten Dezember bis März so kalt sind, daß das Wasser
gefriert.
[Illustration: Ackerpflug. Zeichnung von Robert Kretschmer.]
Die Hauptursache der Unlust und Unthätigkeit der Abessinier zu jeder
ackerbautreibenden Beschäftigung liegt in ihrer Stellung zur Regierung.
Diese läßt es sich auch nicht im Geringsten angelegen sein, den Bauer zur
Arbeit aufzumuntern, anzutreiben oder zu unterstützen. Der Regierung ist
es vollkommen gleichgiltig, ob die Leute Ackerbau treiben und wie sie
denselben treiben. Das Regiment war stets ein despotisches; erzielt der
Bauer viel, so nimmt die Regierung viel, erntet er wenig, so nimmt sie
trotzdem auch viel. Hierzu gesellen sich andere Lasten: stete
Einquartierung und _Frohndienste_ aller Art. In einer unbestimmten,
willkürlichen Anzahl von Frohntagen muß der Landmann die Aecker der
Regierung und der hohen Beamten bestellen; er muß Baufrohnen leisten, wenn
ein hoher Herr bauen will, und dazu das nöthige Holz oft viele Tagereisen
weit auf dem Rücken herbeischleppen. Es kommt vor, daß hundert Menschen an
einem einzigen großen Balken tragen müssen. Man bedenke dabei aber, welche
Wege zu überschreiten, welche Abgründe zu passiren, welche Höhen zu
erklimmen sind! Gestrüpp, Dornen, Steine, Alles hindert den Transport.
Gebahnte Wege und Straßen besitzt das Land nicht. Außer dem Holze muß der
Bauer noch Steine, Stroh, Mörtel, Wasser und was sonst von Nöthen zum Bau
herbeischaffen.
Eine Hauptlast, die schwer auf dem Volke drückt, ist der _Adel_. Es giebt
einen niederen, Mosseso, und einen höheren, Mokunnen, genannt. An sie
schließen sich drückend an die Dienerschaft des Regenten, die Heerführer,
alle aus der Adelsklasse, endlich die Räthe und Minister. Alle diese
Menschen sind nicht von der Regierung besoldet. Der Herrscher giebt ihnen,
je nach Rang und Stellung, Ländereien, von denen sie gesetzliche _Steuern_
zu beziehen haben; allein sie alle, groß und klein, erlauben sich
Ausschreitungen und Bedrückungen, gegen die der Bauer wol klagt, doch die
Klagen gelangen nicht an den Thron. Oft wird der Landmann von diesen
liebenswürdigen Leuten bis auf die Haut ausgeplündert. Derjenige, welcher
vom Herrscher mit einem Lande belehnt wird, ist unbeschränkter Herr über
alle Bewohner desselben und die Gerichtsbarkeit liegt ganz in seinen
Händen; diese weiß er vortrefflich in seinem Nutzen auszubeuten, und nur
in halsnothpeinlichen Sachen ist der Regent Richter. Willkürlich darf der
Lehnsherr keine Steuern erheben, von denen der Regent übrigens ein
Drittheil zu beziehen hat. Erhebt nun der Regent seine Steuerquote, so
kann jener in demselben Maße die seinigen einziehen. Sie bestehen in Geld,
Getreide, Baumwollenzeug, Vieh, Butter, Honig, Pfeffer, Salz und Zwiebeln.
Auch außerordentliche Steuern kennt Abessinien.
Werfen wir noch einen Blick auf die innere Wirthschaft des Abessiniers,
die der äußeren vollkommen gleicht und Sorglosigkeit sowie Faulheit
erkennen läßt. Betrachten wir zunächst den _Viehstand_. Man züchtet
Pferde, Maulthiere, Esel, Rindvieh, Ziegen, Schafe, Hühner. Die _Pferde_
und Maulthiere sind die einzigen Thiere, welche sich einiger Pflege zu
erfreuen haben. Erstere sind kurz und gedrungen, doch meist von gut
proportionirter Gestalt, kräftig und feurig. Der Preis eines guten Pferdes
beträgt 40–50 Maria-Theresia-Thaler. Die _Maulthiere_ sind stark,
gedrungen, ausdauernd und in dem wildzerklüfteten, weg- und steglosen
Lande für den Reisenden von sehr großem Nutzen; auch weiß der Abessinier
die Vorzüge des Maulthieres vor dem Pferde wohl zu schätzen. Der Preis
eines sehr guten Exemplares steigt oft bis zu 100 Maria-Theresia-Thalern,
während man geringere mit 10–25 Thalern bezahlt. Die Pferde werden
eigentlich nur für die Kavallerie verwendet.
[Illustration: Rinderhirt. Zeichnung von Robert Kretschmer.]
Der _Esel_ gilt dem Abessinier als unreines Thier. Er erfreut sich weder
der Pflege noch der Zucht und doch ist sein Nutzen als Lastträger ein
ausgedehnter und bedeutender. Das Los des armen Geschöpfes ist ein recht
beklagenswerthes, namentlich jenes der Kaufmanns-Esel, die oft 20
Tagereisen weit ohne Unterbrechung von früh bis Abends schwere Lasten
schleppen müssen. Abends hat das Thier dann noch selbst für seine Nahrung
zu sorgen. Der Preis ist gering, nämlich nur 2–3 Thaler.
_Rindvieh_ kommt in großer Menge vor. Die Ochsen werden im gemeinsamen
Joche vor dem Pfluge in den steinigen Feldern abgequält und erhalten für
die mühsame Arbeit keinerlei Dank. Futterkräuter baut der Abessinier
nicht, die Thiere sind gleich dem Esel gezwungen, selbst ihre Nahrung zu
suchen, oder in der langen, trockenen Jahreszeit allein auf Stroh
angewiesen. Im Allgemeinen geben die Kühe durch ihre Milch wenig Nutzen.
Nur während der Regenzeit, wo Nahrung in Hülle und Fülle emporkeimt,
fließt diese Quelle reichlicher; aber vom März bis oft in den Juni ist der
Milchertrag äußerst gering, zumal die abessinische Kuh überhaupt keine
gute Milchkuh ist. Und doch eignet sich das Land ganz vortrefflich zum
Anbau der Futterkräuter, die dort nicht den schädlichen
Witterungseinflüssen ausgesetzt sind wie in meinem Vaterlande. Der
Abessinier besitzt weder die nöthigen Kenntnisse noch die nöthigen Gefäße,
um sein unvollkommenes _Molkenwesen_ verbessern zu können; die
Käsebereitung ist ihm ganz fremd. Indem man die Kälber ein ganzes Jahr und
darüber säugen läßt, wird auch viele Milch nutzlos vergeudet; um aber das
Kalb nach vier- oder sechswöchentlichem Säugen absetzen zu können, fehlt
es wieder an Nahrung für dasselbe. Zur Sonnenzeit, in den Monaten November
bis Juni, ist das Vieh von früh bis Abend den glühenden Strahlen
ausgesetzt und leidet darunter sehr; auch das trägt dazu bei, die
Rindviehzucht auf einer niedrigen Stufe zu erhalten. Trotzdem sind die
Preise der Thiere nach unseren Begriffen niedrig. Ein guter Zugochse gilt
3 Maria-Theresia-Thaler; eine neumilchende Kuh nebst Kalb 3–4
Maria-Theresia-Thaler; eine Kuh zum Schlachten, je nachdem sie fett oder
mager, 2–3 Maria-Theresia-Thaler. Das Rindvieh wird jeden Tag von früh bis
Abend auf die Weide getrieben und dort meist von kleinen Knaben gehütet,
die durchaus nicht darauf Acht geben, ob eine Kuh besprungen wird; so
ereignet es sich häufig, daß trächtige Kühe geschlachtet werden; ja, ich
habe gesehen, daß man Kühe geschlachtet hat, die nach zwei oder drei Tagen
geworfen haben würden.
Von _Ziegen_ und _Schafen_ haben die Abessinier nur den Nutzen, welchen
deren Fleisch und Felle liefern. Nur in den Hochländern kommt das Schaf
gut fort, es gedeiht in den tiefen und heißen Gegenden nicht. Auf den
Plateaux dagegen finden sich Tagereisen lange Hutungen, die einzig zur
Schafzucht benutzt werden können. Die Wolle des abessinischen Schafes ist
noch gröber als jene der lüneburger Heidschnucken; sie ist meistens
schwarz, wird in einigen Gegenden gesponnen, gewebt und zu
Kleidungsstücken verwendet. Nicht im Geringsten kümmert sich der
Abessinier um die Veredelung der Schafzucht, er wählt keine Böcke und
Mütter aus und läßt diese, nebst den Lämmern stets beisammen. Das Hämmeln
der Böcke ist unbekannt; Pferde, außer den Gestüthengsten, Bullen und
Ziegenböcke werden dagegen verschnitten. Wie die Schafe wild beisammen
leben, so auch die Esel, das Rindvieh, die Ziegen. Der Preis der Schafe,
je nach Größe und Qualität, beträgt für 6–8 Stück 1 Maria-Theresia-Thaler.
Ihr Fleisch ist wohlschmeckend. Ziegen erhält man für denselben Preis nur
4–6 Stück, und zwei große und fette, verschnittene Ziegenböcke kosten auch
1 Maria-Theresia-Thaler. Aus ihren Häuten bereitet man Getreidesäcke ohne
Naht, auch Pergament, das jedoch meist aus Schafleder gemacht wird. Rauh
gegerbt dienen letztere auch als Kleidungsstücke.
Die Zucht der _ägyptischen Hühner_ ist sehr im Schwange. Ein Huhn brütet
jährlich fünf- bis sechsmal 15–17, also im günstigsten Falle 100 Eier aus.
Anderes Geflügel, wie Gänse, Enten, Tauben u. s. w. ist unbekannt. Brächte
man sie jedoch hierher, so würden sie besser gedeihen als in meinem
Vaterlande. Der Preis für drei bis vier Hühner ist 1 Stück Salz oder für
90–100 Stück 1 Maria-Theresia-Thaler. Das Kapaunen der Hähne, wiewol von
einigen Abessiniern verstanden, wird selten ausgeübt.
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Der Abessinier ist _fester Grundbesitzer_, und die Regierung kann über den
Grundbesitz ihrer Unterthanen nicht willkürlich verfügen oder denselben
nach Gutdünken an sich ziehen, es sei denn durch rechtskräftigen Spruch.
Dieser letztere kann nur dann eintreten, wenn der Eigenthümer kinderlos
oder ohne Verwandte, nähere oder fernere, stirbt. Dann zieht die Regierung
die Ländereien des Verstorbenen für ewige Zeiten an sich. Zeitweilig wird
die Regierung Besitzerin eines Grundstückes, wenn dessen Eigenthümer die
darauf lastenden Abgaben und Steuern nicht zu entrichten vermag. Sie
behält dieselben so lange, bis diese bezahlt sind, oder übergiebt sie
unterdessen einem anderen Wirthschafter, der die schuldige Summe
vorstreckt, doch nur so lange, bis der rechtmäßige Eigenthümer wieder
zahlungsfähig ist und die vollständigen Steuern entrichtet. Oft übernimmt
die Gemeinde dieses Geschäft; Verkauf der Ländereien findet selten statt.
Hier wäre wohl der Ort, einige Worte über _Ansiedelungen_ vom Vaterlande
aus nach Abessinien einzuschalten. Unter der gegenwärtigen Regierung
können dieselben niemals stattfinden. Der Auswanderer, er komme woher er
wolle, kann wol hier in Abessinien Grundstücke käuflich erwerben, doch
vermag er niemals sichere Garantie für deren dauernden Besitz zu erhalten,
denn alle Regierungen des Landes waren bis zum heutigen Tage
Willkürherrschaften. Beim Regierungswechsel ist der Ansiedler sicher zu
Grunde gerichtet, am gewissesten dann, wenn er das Land von einem
Einwohner kaufte, dessen Verwandte ihm seinen Erwerb bei der neuen
Regierung streitig machen können. Dann stellt sich gewöhnlich heraus, daß
der Verkäufer nur zeitweiliger Besitzer der Ländereien war, und das
abessinische Recht giebt unter solchen Umständen den Verwandten das Land
zurück. Etwas besser ist der Ansiedler daran, wenn er von der Regierung
ein Grundstück erwirbt und den Kaufabschluß unter Zuziehung von Zeugen in
das Kirchenbuch eintragen läßt. Aber wie lange ihm das Land gesichert
bleibt, weiß Gott allein!
Gesetz und Gerechtigkeit waren in Abessinien nur dem Namen nach vorhanden.
_Doch die gegenwärtige Regierung des vortrefflichen Kaisers Theodoros läßt
schöne Hoffnungen in meinem Herzen wach werden. Der liebe Gott wolle stets
über meinem Kaiser, welchen ich von ganzer Seele lieb habe, seinen reichen
Segen und Frieden walten lassen. Amen!_
Zum Schluß noch einige Worte über _Wiesen und Moorgrund_ Abessiniens.
Besonders die Hochländer Semién und Woggera zeichnen sich durch schönen
und reichen Wiesengrund aus. Dembea, ein Tiefland, hat am Tana-See
unübersehbare Wiesenflächen, Begemeder im Hoch- und Tieflande; Sebit
besteht ganz aus Wiesen; ähnlich verhält es sich mit Woadla, Daunt und
Talanta. Am Fuße des Kollogebirges in Wollo ziehen sich gleichfalls große
Wiesenflächen hin. Schoa, Lasta und Godscham sind stellenweise reich
daran. Vergleichsweise mit diesen Hochländern sind die Tiefländer arm an
Wiesenwuchs; doch ist ihr Gras nahrhafter und saftiger. Das Heumachen ist
ein den Abessiniern unbekanntes Ding, auch besitzen sie keinerlei
Werkzeuge zum Mähen der Wiesen. Steht im September das Gras hoch, so wird
alles Hausvieh auf die Weide getrieben, die meistens zertreten wird und
höchstens zwei Monate ausreicht. Sind so die reichen Weiden zerstört, so
tritt bittere Noth und Hunger für den Viehstand ein, ohne daß die Menschen
dadurch zum Nachdenken veranlaßt würden.
Auf fast allen Wiesen findet sich viel Moorgrund und Sumpf, die durch
vaterländischen Fleiß und Geschicklichkeit leicht in Reisgefilde
umgeschaffen werden könnten. Jetzt liegen sie alle wüst und nutzlos da.
Vor allem wären die Moorgründe am Tanasee hierzu passend; sie könnten eine
Quelle des Reichthums für das Land sein. Auch eine gute und verständige
_Bienenzucht_ würde bedeutenden Nutzen abwerfen, denn kein Land eignet
sich so vortrefflich zu derselben als Abessinien. Die Art und Weise, wie
sie bisher von den Eingeborenen betrieben wird, gleicht genau dem
liederlichen Verfahren im Ackerbau; trotzdem wird viel Honig und Wachs
gewonnen; letzteres wird meist ausgeführt, ersterer zu Honigwein benutzt.
Die abessinische Biene ist kleiner als unsere europäische Art. Schwärmt
ein Stock, oder wird der junge Schwarm ausgetrieben, so fliegt dieser oft
drei bis vier Tage weit, bis die Königin in einem hohlen Baume oder einer
Felsenhöhle einen passenden Ort zur Niederlassung ausfindig gemacht hat.
Hat der Zug seine Auswanderungsreise angetreten, so geht derselbe viele
Stunden weit rasch vorwärts, bis Müdigkeit der Königin eintritt, die sich
an irgendeiner Stelle niederläßt, welche dann als Rastepunkt der Schar bis
zum nächsten Tage gilt, wo die Reise fortgesetzt wird, bis eine Behausung
gefunden ist. Will der Abessinier einen solchen Schwarm in einen Stock
oder Korb einschlagen, so muß er zunächst der Königin die Flügel
verschneiden; unterläßt er dieses, so geht der Schwarm gewöhnlich wieder
fort. Ich habe selbst den Versuch gemacht und einen solchen Schwarm
dreimal eingesetzt; allein nach ein- bis dreitägigem Aufenthalte ging er
stets wieder fort, weil ich der Königin die Flügel nicht verschnitten
hatte. Die Form der Bienenstöcke ist walzenförmig; sie werden aus
Rohrstäben zusammengesetzt, die man äußerlich mit frischem Kuhmist, dem
etwas Lehm zugesetzt ist, einen halben Zoll dick überzieht. Häufig hängt
man diese Körbe in große Bäume, doch halten die meisten Abessinier
dieselben bei ihren Häusern. Die Bienenzucht wird in einer Meereshöhe von
5000–9000 Fuß betrieben. Der Preis für 50 Pfund Honig ist 1
Maria-Theresia-Thaler.
Vermöge der Verschiedenartigkeit seines Klimas dürfte sich Abessinien zum
Anbau aller europäischen Kulturpflanzen eignen, die unter vaterländischer
Geschicklichkeit herrlich gedeihen würden. Reis ist unbekannt, Kaffee wird
so gut wie gar nicht und noch dazu recht ungeschickt angebaut; stark
kultivirt wird er in den Gallaländern Limu, Enarea und Kaffa, und die von
dort stammenden Sorten sind besser als der arabische Kaffee aus Mocha. 40
Pfund Kaffee gelten in Abessinien 1 Maria-Theresia-Thaler. Schwarzer
Pfeffer, Baumwolle, Indigo könnten vorzüglich gebaut werden; einige Arten
Indigo wachsen wild. Für Zuckerrohr und Runkelrüben findet sich geeigneter
Boden. Ich selbst habe in Tigrié Runkelrüben kultivirt, die eine
bedeutende Größe erreichten und viel zuckerhaltiger als die
vaterländischen waren. Alle Gewürze der Gewürzinseln und die
verschiedensten Oelpflanzen würden gedeihen; Oelgewinnung und die dazu
nothwendigen Geräthe sind hier unbekannt. Desgleichen fehlt guter Hanf und
Flachs zum Spinnen und Weben. Beeren, Früchte, Wein – sie alle finden hier
zusagenden Boden.
Doch mit Schmerz muß ich bekennen, daß alles dieses, so lange der
gegenwärtige Zustand des Landes dauert, so lange nicht eine radikal
veränderte Regierungsweise eintritt, eitler Wunsch bleiben wird. Denn
erst, wenn die Regierung eine unbeschränkte Kultivirung des Landes durch
Deutsche, Engländer, Franzosen u. s. w. zuläßt und unterstützt, kann aus
diesem etwas werden. Durch die Abessinier selbst kann eine nutzbringende
Kultur niemals geschaffen werden, denn sie sind bitter arm; es fehlen
ihnen alle Instrumente, welche den Anbau fördern könnten, oder die
Arbeiter, die sie zu verfertigen verständen. Auch ist ihr geistiges
Besitzthum arm, dürftig, auf niederer Stufe stehend; sie sind entblößt von
allen guten Eigenschaften, Liebe und Lust zur Arbeit, Sinn für die Natur.
Ließe sich das Vaterland den gegenwärtigen Zustand Abessiniens angelegen
sein, setzte dasselbe kräftige, wirksame und heilsame Hebel an den
gegenwärtig verwahrlosten Agrikulturzustand Abessiniens, so würde reicher
Segen seine Mühen und Opfer lohnen. Doch wie Hebel anlegen, daß sie nicht
brechen? Oder will das Vaterland feste Gerechtsame in Abessinien erwerben,
so können diese nur durch Waffengewalt aufrecht erhalten werden.
Wie der Zustand der Felder und des Viehstandes, so ist auch die _Behausung
des Abessiniers_ und deren Umgebung beschaffen. In und außer seinem Hause
oder vielmehr seiner Strohhütte, ist alles voller Schmuz und Unrath. In
der Regenzeit gleichen die Wohnungen einer Kloake, der man sich nicht
nähern kann, ohne Gefahr zu laufen, in diesen Mistsümpfen zu versinken. Um
eine Wohnung zu errichten, haut der Eingeborene krumme und gerade, dünne
und dicke Holzstangen ab, die er in einem Kreise in den Boden pflanzt und
wobei er einen schmalen Raum für die Eingangsthür freiläßt. Die Stangen
werden nun mit Bast und dünnen Ruthen gleichwie mit Faßreifen umwunden und
die Zwischenräume mit Reisig ausgefüllt. Im Innern wird diese Ringwand
dann mit etwas Erdmörtel überzogen. Hierauf wird das Ganze mit einem
pyramidenförmigen Dache, das gleichfalls aus Stangen, Reisig und Bast
zusammengesetzt ist, gekrönt und mit einer 3 Fuß langen holzigen Grasart
belegt. Nun ist die Wohnung vollendet und der Einzug kann stattfinden.
Alle Familienmitglieder, nebst Knechten und Mägden, wohnen und schlafen
hier beisammen; die Kühe, die Mühle, das Maulthier, falls ein solches
vorhanden, die Hühner – sie alle finden hier ihren Platz. Auch das
Getreide hat hier in großen aufrecht stehenden Erdtonnen oder wohl
verdeckten Gruben seine Stelle. Der Hausherr ruht auf seiner Alga (oder
Arat), einem hölzernen Bettgestell mit vier 2 Fuß hohen Beinen, über das
schmale Riemen von ungegerbter Rindshaut gezogen sind. Die übrigen
Bewohner legen Rindshäute auf den Boden, die ihnen zur gemeinschaftlichen
Schlafstätte dienen. Selten wird eine solche Behausung ausgekehrt und
unzählige Flöhe, Läuse und Wanzen sind die regelmäßigen Insassen, um
welche der Bewohner sich wenig oder gar nicht kümmert. Der Küchenrauch,
Asche, Staub und Unrath aller Art häufen sich im Verlaufe eines Jahres
dermaßen an, daß man das Innere mit einem Schornstein vergleichen kann.
Uebrigens wendet man in Abessinien verschiedene Bauarten an. Oft bestehen
die Wände aus Steinen, die mit Mörtel verbunden oder ohne diesen
aneinander gefügt sind. Steinhäuser finden sich fast durchgängig im
Hochlande, und da es hier in der Nacht sehr kalt ist, so findet auch Vieh
aller Art in denselben seine Schlafstätte. Da, wo gute passende Erde
vorkommt, baut man auch quadratische Häuser mit plattem Dache. Dieses ist
namentlich in Tigrié häufig der Fall. Diese Decke wird dann durch starke
Baumstämme und Balken getragen, die mit einer 1 Fuß dicken Lage Erde
überdeckt sind, welche zur Regenzeit kein Wasser durchläßt. Hier sieht man
auch oft große, auf diese Weise überdachte Säulenhallen aus rohen
Baumstämmen, unter denen das Vieh zur Regenzeit Schutz und Obdach findet.
Ueberhaupt herrscht im Lande Tigrié mehr Fleiß und Ordnung als in anderen
Gegenden Abessiniens.
Das hier von den Wohnungen Gesagte gilt nur von den Behausungen des
ackerbautreibenden Theiles der Bevölkerung. Die _Häuser der Reichen_ und
Großen des Landes sind besser gestaltet. Sie sind gewöhnlich gut mit
Erdmörtel aufgeführt und auch die innere Wand mit Mörtel überzogen. Das
Innere besteht oft aus Abtheilungen, von denen eine für Pferde und
Maulthiere, eine als Speicher, eine dritte als Empfangszimmer, eine vierte
für den Hausherrn und seine Familie bestimmt ist. Ist das Haus klein, so
wird das Empfangszimmer besonders angebaut. Das Dach ist im Innern häufig
schön mit zusammengesetzten Rohrstäben verziert, ja manchmal mit farbigen
Baumwollstoffen künstlich dekorirt, die Eingänge mit Breterthüren, der Hof
mit einer Mauer versehen. Doch herrscht im Innern derselbe Schmuz und das
Ungeziefer wie bei den Landleuten.
Die _Mühlen_ der Abessinier bestehen aus einem einzigen Stein, der 1 Fuß
breit und 1¾ Fuß lang ist. Das Material besteht aus grobem Sandstein oder
Trachyt; enthält der letztere viele kleine Blasenräume, so wird er sehr
geschätzt. Die Mühle wird durch Klopfen mit einem harten kleinen Steine
geschärft. Der Läufer, mit dem das Getreide zerrieben wird, ist ein ¾ Fuß
langer, 4 Zoll breiter Stein. Das Mahlgeschäft wird nur von den Frauen
besorgt. Eine Person zerreibt täglich etwa 6 Metzen (Berliner Maß). Das
Mahlsieb besteht aus Grasgeflecht. Weizen und Gerste werden, bevor sie auf
die Mühle kommen, enthülst; dieses geschieht in ausgehöhlten Baumstämmen,
welche die Mörser vertreten; der Stößel ist ein 3 Fuß langer, 2–3 Zoll im
Durchmesser haltender Knittel aus wildem Olivenholz. Die einzigen
Instrumente, welche sonst noch bei der Agrikultur in Abessinien Dienste
leisten, sind eine Axt, eine Erdhaue, eine gezähnte Sichel und ein Messer.
In Schoa wurde unter der Regierung des Königs Sahela Selassié von einem
Europäer eine Wassermühle errichtet, doch als diese anfing zu mahlen,
empörte sich die Geistlichkeit gegen das Teufelswerk und bedrohte den
König mit dem Bannfluche, wenn das Mahlen nicht eingestellt würde. Die
Mühle ist heute gänzlich zerfallen.
[Illustration: 1. Mühle (a. Läufer, b. Bodenstein). 2. Erdhacke. 3.
Sichel. 4. Messer. 5. Axt der Abessinier. Originalzeichnung von E.
Zander.]
[Illustration: Ansicht von Suez.]