Vom 19.-21. Juli 1897 hat in Brüssel ein von belgischer Seite
einberufener internationaler Kongreß der Handlungsreisenden getagt,
der von Abgesandten aus Belgien, Holland, Luxemburg, Frankreich und
Böhmen besucht war. Man hatte vorher durch Fragebogen eine Erhebung
über die Lage der Handlungsreisenden veranstaltet, die sehr traurige
Verhältnisse ergeben hatte; so hatten 5% unter 1000 Frs., 13% 1000
Frs., 22% zwischen 1000 und 2000 Frs. Einnahme, 17% waren am Verluste
beteiligt, nicht aber am Gewinn, 56% hatten keinerlei schriftliche
Abmachung mit dem Prinzipal. Aus den gefaßten Beschlüssen ist
hervorzuheben, daß man allgemein die Organisation in Berufsvereinen
als das einzige Mittel zur Besserung empfahl, daneben forderte man
bessere Veranstaltungen für Handelsunterricht, die Abschaffung der
Verlustbeteiligung, kaufmännische Schiedsgerichte, Verstaatlichung
der Eisenbahnen, Verbilligung der Tarife, Entschädigungspflicht bei
Nichteinhaltung der Lieferungsfristen. Auch empfahl man Einrichtung
von Unterstützungskassen, die bereits in Deutschland, England und
Frankreich bestehen.
$Zweiter Teil.$
Arbeitgeberverbände[220].