Anm. der Verfasserin (nach Jensen.)

Ganz rasch entfernten sie sich wieder, nachdem sie den Dank der

Eingeladenen zugerufen bekommen hatten. Auf der Schulwarf aber wurden

sie mit einem Ehrenschuß begrüßt, was der eine mit einem zierlichen

Tanz erwiderte. Denn Manne Wögens hatte viele Freunde unter den Eltern

und Kindern, und man freute sich, daß seine feine Schwester auf

den reichen Mutterhof kam. So tat die Nachbarschaft der Schule der

Einladung alle Ehren an, die der alte Brauch heischte.

Maren saß etwas blaß im Wohnstübchen des Lehrerhauses. Der Bräutigam

und seine Schwester Nomine waren ihre Frühstücksgäste, und Bruder

Manne hatte eben um elf Uhr seine kleinen Studenten entlassen und

konnte sich nun den Gästen widmen. Das gellende »Göh Dai, göh Dai« der

Hochzeitsbitter drang auch ins Schulhaus und Maren fuhr zusammen.

»Verzeih«, sagte sie gleich darauf lieblich bittend zu Edlef. »Ich bin

nicht städtisch-schreckhaft, -- es ist nur -- ich bin’s nicht gewohnt,

Mittelpunkt irgendeiner großen Veranstaltung zu sein.«

Sie barg ihren Kopf an Edlefs Schulter.

»Hört, hört«, rief Manne Wögens. »Als ob sie nicht seit vielen Jahren

der Mittelpunkt meines Hauses ist. Aber Bruderliebe wird nicht für voll

gerechnet ...«

Der Mutterhof: Ein Halligroman · 第 16 / 46 题