»Wofür denn?«
»Dafür, daß Sie die Sache so leicht nehmen; wenn ich jetzt allein gewesen
wäre, ohne Sie, meinen eignen Grübeleien überlassen -- den ganzen Tag hätte
der Auftritt mit dem widerwärtigen Weibe mir verdorben. Einen ganzen, von
den wenigen Tagen, die ich mir gönnen darf zur Erholung von jahrelanger,
verhaßter Thätigkeit.«
»Wirklich so sehr verhaßt? Und es war doch eine erfolgreiche Thätigkeit.«
»Erfolgreich? Wenn ich etwas nicht sehe, ist's eben der Erfolg. Wen hab'
ich belehrt, erhoben, gebessert?«
»Nun, Sie haben doch gewiß veredelnd auf den Geschmack der Schriftsteller
und des Publikums gewirkt, Sie haben auch viele erheitert.«
»Aber eine verletzt, die mir mehr gilt als viele, als alle.«
»Sie sind fast Ihr Leben lang von dieser Thätigkeit erfüllt gewesen; wird
sie Ihnen nicht abgehen? Wird die ungewohnte neue Beschäftigung Ihnen die
alte ersetzen können?«
»Welche Frage! Was Sie die neue nennen, ist mein Ausgangspunkt, ist das,
wozu ich mich als Knabe schon berufen fühlte, nach dem ich mich als Mann
heiß gesehnt habe. Eine Heimkehr wird es sein, die ich hier, einlaufend wie
in den Hafen, feiern werde. Dort draußen war ich bloß ein schwaches Echo
aller Stimmen in der modernen Litteratur, ein venetianischer Löwenrachen,
eine Art Dinoysiusohr.«