Das Mittagsessen war vorbei, die Tafel wurde aufgehoben. Herr Meisenmann
machte eine rasche, aggressive Verbeugung, die ganz unverkennbar den Wunsch
ausdrückte: Hol euch alle der Teufel! und schoß davon. Mit anmuthigem
Neigen des Hauptes verließ auch Gertrud den Speisesaal. Geschah das
freiwillig oder auf Befehl? Nahm sie im Hause nicht die Stellung eines
Familienmitgliedes, sondern die einer Erzieherin ein, und durfte sie den
geheiligten Raum des Rauchzimmers, in das man sich jetzt begab, nicht
betreten?
Bertram führte die Baronin zu ihrem Platze. Das war ein rechtwinkliges
kleines Kanapée mit dünnen Beinen und so steifen Lehnen aus politirten
Stäbchen, daß es im Bereiche der Sitzmöbel schwerlich etwas Steiferes gab.
Es stand vor einem Tische, auf dem der schwarze Kaffee und verschiedene
Liqueurs servirt waren. Hugo bot dem Freunde Cigarren an, die er aus einer
verschlossenen Lade geholt hatte.
»Vor dem da,« sagte er auf seinen Sohn deutend, »muß ich sie einsperren, er
raucht mich sonst arm. Es sind meine Feiertagscigarren. Nimm, so nimm
doch,« nöthigte er.