Mein Lot, Herr,
warfst Du
und erkanntest mich.
Alles weißt Du
jetzt, wann ich sitze
und wann ich
mich erhebe,
und von der Ferne
enthüllst meinen Gedanken,
der Du siehst
wann ich gehe,
und wie ich mich
hinlege -- alle Wege in mir
vollenden Dich.
Ach Herr, noch
ist das Wort auf meiner Zunge,
und der Gedanke endet
in Deinem Gedächtnis schon.
Du hast mich geschlossen
vorne und hinten,
und Deine Hand liegt
mir oben und unten --
o welche Weisheit
mir so unerreichbar
mir -- wohin
ginge ich,
und wäre nicht
in Deinem Geist,
wohin flöhe ich
und wäre
nicht vor Deinem
Angesicht?
Steige ich in den Himmel
und Du bist da,
liege ich im Bett der Hölle
Du bist da,
trügen die Flügel
der Tagesdämmerung
mich an das Ende des Meeres:
wieder, Herr, wieder
Deine Hand
unterstünde
mich und Deine
Rechte
beschützte mich.
Wollten
mich die Nebel
überhüllen -- aber
die Nacht um mich
leuchtet an,
hell scheinen und sanft
die Nebel Dir
und aufleuchtet in Strahlen
die Nacht,
in den blendenden Finsternissen.
In der Nacht des Schoßes
schufen Deine Hände
mein Bildwerk
und die Nieren.
Ich lobe herrlich Dich,
der ich gemacht wurde
auf eine wunderbare Weise.
Sind Deine Werke alle
erfremdend wunderbar,
und im Geheimnis
meine Knochen:
schufst Du
wie die Gewebe
gearbeitet sind
unbeschreiblich
in den Orten
unter der Erde.
Deine Augen sehen mich,
da noch
im Teig der Lebenden
ich unterging,
und meine Tage
hast Du eingetragen
in das Buch
und in die Reihe geordnet,
da sie nicht einmal begonnen.
O wie teuer,
Herr, sind mir Deine Gedanken,
o wie groß,
Herr, ihre Anzahl!
Lasse Du
sterben den Bösen --
gehet ihr Männer des Blutes
von mir --
ihr schwöret falsch
seinen Namen, schändet ihn
nicht Missetat?
o ihr Bösen,
wachet auf aus
den brüllenden Höhlen
der Verruchnis:
ihr verbrechet an Euch.